Re: Waldkircher Kreis???


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von Drahbeck am 24. Juni 2001 15:41:57:

Als Antwort auf: Re: Waldkircher Kreis??? geschrieben von PaterNoster am 24. Juni 2001 09:45:48:

Dank der "Gauckbehörde" kennt man die Strukturen der ehemaligen Stasi in der DDR inzwischen genauer. Man weiß, dass ihr "Hauptinstrument" die "Zersetzung" war. Wurde jemand der Stasi unbequem, wurden sogar konkrete Pläne erarbeitet, wie der Dissident, moralisch und materiell, im Privat- und Berufsleben systematisch "fertig" gemacht werden sollte. Da entpuppten sich scheinbar "harmlose" Arbeitskollegen und Nachbarn, plötzlich als solche Werkzeuge. Wenn man das alles auch einmal im persönlichen Leben erdulden musste, dann kann einem nur der größte Ekel ankommen, wenn man registriert, dass auch gewissen Zeugen Jehovas, solche Praktiken nicht fremd sind. Im Falle "Albert" erlebt man jetzt offenbar dieses Schauspiel.

Ich teile "Albert's" Position (die in in meiner Sicht inkonsequent ist) nicht. Aber, ich konzediere, dass jeder einen Entwicklungsweg hat. Der eine länger. Der andere etwas weniger. Jedenfalls halte ich "Albert" zugute, dass er sich durchaus gewissen Fragen stellt. Nicht, dass er sie "beantworten" würde. Das weniger. Aber er trägt seinen Teil zur notwendigen Diskussion diesbezüglich bei. Namentlich durch sein Forumsengagement. Und das sei ihm neidlos, zugestanden. Es hat eine beachtliche Resonanz, relativ gesehen, gefunden.
Offenbar sehen diese Akzeptanz auch andere. Namentlich auch solche, die vielleicht den WTG-Führungsetagen näherstehen. Nicht dass sie daselbst verankert wären. Aber das kennt man ja auch auf anderen Feldern, die "Aufstreber" sind manchmal die schlimmsten.
Letztere haben nun offenbar mit einer gezielten Rufmordkampagne gegen "Albert" begonnen. Die Stasi hätte dafür die Vokabel "Zersetzung" verwandt. Gar meinen einige solche selbsternannte "Richter", da öffentliche "Exkommunikationen" via Internet bekanntgeben zu sollen. Abgesehen von sonstigen Ultimaten und der typischen Unfähigkeit, sich sachlichen Fragen nicht stellen zu können. Diese Unfähigkeit glauben sie dann durch ihre Kopierung von Stasimethoden "kompensieren" zu können. Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich angesichts dessen kotzen möchte!

Diese Replik soll sich ihrem Ende nähern. Damit die ZJ-Stasiisten auch mal in einem Spiegel hineinsehen können, indem sie ihr Ebenbild entdecken; soll noch aus dem von der "Gauckbehörde" veröffentlichten "Wörterbuch der Staatssicherheit" einmal zitiert werden. Im typischen Stasijargon konnte man dort zum Stichwort "Zersetzung, operative" lesen:

"operative Methode des MfS zur wirksamen Bekämpfung subversiver Tätigkeit, insbesondere in der Vorgangsbearbeitung. Mit der Z. wird durch verschiedene politisch-operative Aktivitäten Einfluß auf feindlich-negative Personen, insbesondere auf ihre feindlich-negativen Einstellungen und Überzeugungen in der Weise genommen, daß diese erschüttert oder allmählich verändert werden bzw. Widersprüche sowie Differenzen zwischen feindlich-negativen Kräften hervorgerufen, ausgenutzt oder verstärkt werden.
Ziel der Z. ist die Zersplitterung, Lähmung, Desorganisierung und Isolierung feindlich-negativer Kräfte, um dadurch feindlich-negative Handlungen einschließlich deren Auswirkungen vorbeugend zu verhindern, wesentlich einzuschränken oder gänzlich zu unterbinden bzw. eine differenzierte politisch-ideologische Rückgewinnung zu ermöglichen.
Z. sind sowohl unmittelbarer Bestandteil der Bearbeitung Oprativer Vorgänge als auch vorbeugender Aktivitäten außerhalb der Vorgangsbearbeitung zur Verhinderung feindlicher Zusammenschlüsse.
Hauptkräfte der Durchführung der Z. sind die IM. Die Z. setzt operativ bedeutsame Informationen und Beweise über geplante, vorbereitete und durchgeführte feindliche Aktivitäten sowie entsprechende Anknüpfungspunkte für die wirksame Einleitung von Z.-Maßnahmen voraus.
Die Z. hat auf der Grundlage einer gründlichen Analyse des operativen Sachverhalltes sowie der exakten Festlegung der konkreten Zielstellung zu erfolgen. Die Durchführung der Z. ist einheitlich und straff zu leiten, ihre Ergebnisse sind zu dokumentieren.
Die politische Brisanz der Z. stellt hohe Anforderungen hinsichtlich der Wahrung der Konspiration."

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