Re: USA und Religionsfreiheit für alle???


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von Drahbeck am 15. Juni 2001 15:10:43:

Als Antwort auf: USA und Religionsfreiheit für alle??? geschrieben von Prometeus am 15. Juni 2001 14:10:10:

Das (sicherlich nicht geringe) Gehalt von B. und seinen übrigen Berufskollegen, wird bekanntermaßen vom deutschen Steuerzahler bezahlt. Zudem verdient sich B. noch einige Zubrote, wovon seine Publizistik in der "Welt" nur ein Beispiel ist. Unter USA-Verhältnissen wäre ein Herr B. darauf angewiesen, von seiner Kirche besoldet zu werden. Den Traum einer Professur an einer staatlichen Universität, könnte er sich dort erst mal abschminken.

Im übrigen: Worum geht es bei der KdöR-Sache. In der Substanz geht es um Subventionen aus dem Steuersäckel des "deutschen Michel". Geschichtlich haben die Großkirchen es verstanden, den deutschen Staat kräftig zu melken. Und einige kleinere Religionsgemeinschaften, wie die Zeugen möchten es ihnen gleichtun.

Vielleicht ist es sogar ein Glücksfall, dass die WTG (respektive Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas in Deutschland) ihren diesbezüglichen Antrag im Land Berlin gestellt hat. Hätte sie ihren Antrag stattdessen in einem der (relativ) reichen Südländer gestellt, wäre die Sache vielleicht schon längst Vergangenheit. In Berlin sind die dortigen Politiker nicht mehr oder weniger "Zeugenfreundlich" als anderswo in deutschen Landen. Im Prinzip ist es etlichen Berliner Politikern genauso "schnurzpiepe" ob die ZJ KdöR werden oder nicht, als wie auch anderswo. Nur in einem Punkt ist man hier durchaus hellwach. Und das ist der Punkt: das man klar weiß, ein KdöR-Sieg hat auch finanzielle Konsequenzen. Und da erwachen sogar kirchenpolitisch träge Politiker, namentlich auch in Berlin, mal aus ihrem "Schlaf".

Die Zeugen können tun und lassen, was sie wollen. Schert sich keine Politikerseele darum. Wenn ihnen aber bewusst wird, KdöR - gleich Zugriff auf die Steuerkasse, dann werden sie zumindest in Berlin in der derzeitigen finanzpolitischen Situation, hellwach.
Da kann die WTG noch so viele B.'s mobilisieren. Beim Geld hört die Gemütlichkeit auf, namentlich auch in Berlin.

Im übrigen weiß auch B., dass es auch in den USA keine mit dem deutschen KdöR-System vergleichbaren finanziellen Privilegien für die Zeugen dort gibt.
Umgekehrt wird ein Schuh draus, kann man nur kommentierend zu B. sagen. "Freie Marktwirtschaft" in Sachen Religion und KdöR sind wie Feuer und Wasser. Ohne Not, spricht das in diesem Lande kein Politiker aus (leider). Immerhin es ist schon ein "Fortschritt", wenn aus finanzpolitischer Notwendigkeit diese Konsequenz gezogen wird. Solange Berlin in seiner gegenwärtigen finanzpolitischen Situation ist, werden auch die "Welt"-Artikel des Herrn B. dies nicht zu verändern vermögen!


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