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| Geschrieben von Drahbeck am 02. Mai 2003 15:10:25: Als Antwort auf: Re: Dreistes Propagandastück geschrieben von D. am 02. Mai 2003 08:15:54: Worum es beim Fall Wolf-Ekkehard Lönnig auch noch geht. Einen besonderen Gegner mein Lönnig auch wahrgenommen zu haben. Den Kasseler
Biologieprofessor Ulrich Kutschera, der sich im besonderen für die Sperrung der
Lönnig'schen Ausführungen auf der Instituts-Homepage stark gemacht hat. Der traurige Zustand der Evolutionslehre in den USA ist ein Beleg dafür, dass
Wissenschaft und Glaube nicht durchmischt werden sollten. Das hierbei gebildete 'Gebräu'
schmeckt keiner Seite und ist insbesondere für aktive Evolutionsforscher (die darüber
hinaus die aktuelle Literatur kennen) ungenießbar." Einen ersten Höhepunkt seines Einflusses erlebte der Kreationismus in den USA in
den zwanziger Jahren. Zwischen 1921 und 1929 wurden in 31 Staaten Gesetzesvorlagen
eingebracht, die es verboten, die Evolutionstheorie an Schulen zu unterrichten. In einigen
Südstaaten wurden die Vorlagen Gesetz. Es sei daran erinnert, dass die selbe politische
Grundstimmung damals die Zeit der Prohibition in den USA einleitete: Es ging um die Bibel
als Quelle einer traditionellen bürgerlichen Moral. Zum nationalen Showdown der
Befürworter und Gegner kam es beim sogenannten Affenprozess von Tennessee. Ein Lehrer
namens John D. Scopes war angeklagt, entgegen dem Verbot die Abstammung des Menschen vom
Affen gelehrt zu haben. Die Gefahr, dass solche Zustände auch hierzulande Einzug halten könnten, sah
Kutschera als durchaus gegeben. Und wenn sie zwar noch nicht bundesrepublikanische
Wirklichkeit generell sind, so hieß für Kutschera die Devise offenbar auch: Wehret
den Anfängen". Nun dies dazu. Fritz Poppenberg, seines Zeichens Filmemacher. Mit Sicherheit kein
neutraler" Filmemacher. Ein Filmemacher, der auch in aktiver
Geschäftsbeziehung zu den Zeugen Jehovas steht. Von selbigen auch schon diverse male zu
ihren vermeintlichen Standhaft"-Veranstaltungen eingeladen und anderes mehr. Dazu zitiert Martin Neukamm unter anderem: Noch etwas. Poppenberg ist natürlich persönlich k e i n ausgewiesener Wissenschaftler in Evolutionsfragen. Er ist also auf entsprechende sachkundige Beratung angewiesen. Und sie erfolgte durch den Herrn Lönnig; der in beiden Videos auch mit entsprechenden persönlichen Statements in Erscheinung tritt. In diesen Videos wird er allerdings nur als Mitarbeiter des obigen Institutes vorgestellt. Über seinen religiösen Hintergrund indes erfährt man dort nichts. Den indes haben nun die Kutschera usw. offengelegt, und im Verfolg dieser Auseinandersetzung hat sich auch Herr Lönnig dazu bekannt, Zeuge Jehovas zu sein. Kutschera hatte also in seiner Aversion gegen die amerikanischen Zuständen, durchaus
den richtigen Riecher", wenn er sich auf Lönnig einschoß". Ohne
Lönnig, das dürfte wohl klar sein, gäbe es die beiden Poppenberg'schen Evolutionsvideos
von Jehovas Zeugen und der Evangelikalen Gnade, nicht. Lönnig ist als ihr spiritus rector
anzusprechen. Natürlich kommen in diesen Videos noch ein paar andere zu Wort. Breidbach
wurde schon genannt, der sich von Poppenberg über den Tisch gezogen" fühlt. Das wichtigste Produkt ist das Schulbuch 'Entstehung und Geschichte der Lebewesen' von R.Junker und S.Scherer (Giessen 1988), das inzwischen in der 5. Auflage vorliegt. Dieses gut gemachte Lehrbuch kann nur in Privatschulen benutzt werden, da eine Anerkennung durch die Kultusministerien der Länder nicht erreichbar war und auch künftig nicht zu erwarten ist." Also summa summarum. Der Lönnig-Streit entpuppt sich als schlichter Machtkampf. Die
Kampfparole ist die. Etappensiege sind das eine. Manche Etappensiege werden später auch wieder gekippt.
Letztendlich lautet die Frage: Geht diese Republik weiter auf ihrem Amerikanisierungsweg? |