Denkblockade


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von Drahbeck am 11. August 2002 11:49:39:

Da werden in einem anderen Forum freudestrahlend Christen gesucht. Und beruhigt nimmt man zur Kenntnis, selbige doch noch entdeckt zu haben. Nur merkwürdig. Selbige Leute kamen beispielsweise auch auf die Mormonen ("Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage") zu sprechen. Sie wussten auch detailliert aufzuzählen was sie alles an den Mormonen als verkehrt ansehen, was sie alles als deren falsche Prophezeiungen klassifizieren. Dieselben Leute (jedenfalls einige von ihnen) hatten auch keine Bedenken pfingstlerisch orientierte Christentumskreise mit ihrem dortigen "Reden in verschiedenen Spachen" abwertend zu beurteilen.

Weder die "geborenen" Mormonen noch die "geborenen" Pfingstler werden sich in der Regel durch solche Kritik sonderlich beeindrucken lassen. In der Regel pflegen sie denn ja auch ihre Glaubensform mit der "Muttermilch" einzusaugen und sofern nicht spätere bedeutende Zäsuren in ihrem Leben einen Sinneswandel bewirken, sie kaum mehr aufzugeben. Aus diesem Grunde legen alle Religionen, einschließlich Zeugen Jehovas großen Wert darauf, die entsprechenden Glaubenssätze möglichst schon von frühesten Kindheitstagen einzutrichtern. Getreu der wahrheitsgemäßen Erkenntnis: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Nun gibt es wohl kaum eine zweite Gegenwartsreligion, außer den Zeugen Jehovas, wo, soviel Anlass geboten wird, aus der "vorgegebenen" Bahn geschleudert zu werden. In der Regel sind denn es auch die allerwenigsten, die sich von den Zeugen Jehovas getrennt haben, die das aus der Ratio, aus nüchterner Überlegung heraus taten. Eher dominieren die, die unfreiwillig aus ihrer Bahn geworfen wurden. Bei jenen stellt man nun im Besonderen jene apologetische Tendenz fest; ihre Form von "Friede, Freude, Eierkuchen" wiederzufinden; die da heisst: wir sind die Christen. Nur die WTG (und die bösen Atheisten) sind die Antichristen. Die Evolutionsfrage (und ihre Ablehnung) ist denn auch so ein beliebter Aufhänger um sich Mut zu machen.

Da gibt es dann, auch dass ist bemerkenswert, auf der "anderen Seite der Barrikade", auf der sie keineswegs schon "immer" standen, auch solche die da sagen (sinngemäß). Akzeptiert: Joseph Smith (Mormonen) und Russell waren falsche Propheten; aber sie hatten schon Vorläufer namens Jesus und Paulus. Da wiederum bleibt den "Wir-Christen" wieder die Spucke weg. Sofern sie sich zu jener These überhaupt äußern dann doch wohl eher im ablehnendem Sinne. Einige meinen Christen zu sein in der nur individualisierten Form, ohne feste Organisationsanbindung. Andere sehen: Es müsste eigentlich doch eine Organisationsanbindung geben. Nur mit den tatsächlich auf dem Markt befindlichen Angeboten, können sie sich nicht so recht anfreunden. Zuviele nicht herunterschluckbare Kröten meinen sie da wahr zu nehmen (Zehntenzahlung, Sabbathalten usw. usf.)

Im Grunde genommen dokumentieren sie damit nur ihr unfreiwillig aus der "Bahn geschleudert" sein. Jeden Strohalm, insbesondere die Anfechtbarkeit der Evolutionslehre, dankbar aufnehmend. Ihre persönliche Biographie, da habe ich kaum Zweifel, wird weiter so verlaufen, sich an Strohhalme zu klammern. Was ich den Betreffenden aber abspreche ist, sich wirklich unvoreingenommen mit der eigenen Biographie auseinanderzusetzten. Zu oft heisst ihre Denkblockade: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Ich sehe mich keineswegs als Religionsreformer. Wohl wissend da gegen Windmühlenflügel zu kämpfen. Es mag daher jeder so halten wir er es will. Dies ist nur mein Kommentar, meine Meinungsäußerung.

Eine beachtliche Meinungsäußerung hatte meines Erachtens auch einmal Gotthold Ephraim Lessing in Nathan der Weise zu Papier gebracht. Mit der Wiedergabe der diesbezüglichen Passage sei diese Replik beendet. Im nachfolgendem Link anklickbar.



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