Aus dem Gerichtssaal

Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von Drahbeck am 09. August 2002 13:28:35:

Aus dem Gerichtssaal
Gelegentlich finden sich die Zeugen Jehovas auch in den Spalten der Boulevardpresse wieder. Handelt es sich um 0-8-15-Berichte über irgendeine ihrer Kongressveranstaltungen, kann man in der Regel ziemlich schnell zur Tagesordnung wieder übergehen. "Dauerhaften" Wert besitzen solche Berichte keinesfalls. Die Boulevardpresse hingegen ist aber auch bemüht, möglichst "schockierendes" und skuriiles "an Land zu ziehen". Davon lebt sie bekanntermaßen im besonderem Umfange.

Kamen da vor einiger Zeit katholische Kreise ins Gerede und ergab es sich, dass sich Anlass bot, analoges auf die Zeugen Jehovas mit zu übertragen. Da waren und sind einige so in ihrem "richtigen Element". Den erhobenen Zeigefinger zu präsentieren nach dem Motto: "Seht was für ein Abschaum der Menschheit". Über das tatsächliche Prozentverhältnis solch unliebsamer Vorkommnisse im Gesamtrahmen der Zeugen Jehovas-Organisation, geben sie sich dann schon erheblich weniger Rechenschaft. Das ersetzt für sie dann vielfach die ehrliche Auseinandersetzung mit dem ideologischen Grundgerüst der WTG, die ihnen nicht besonders behagt.

Zwar sind sie an ihr auch aus unterschiedlichen Gründen gescheitert. Aber eine intensive Bestandsaufnahme des Für und Wider ist für sie offenbar zuviel. Dieweil sie noch heute in nicht seltenen Fällen auf allen vieren zur WTG zurückkriechen würden, so ihnen letztere dass mit entsprechendem Zuckerbrot "schmackhaft" macht. Eine gewisse Daniela P ..., in anderen Foren gelegentlich präsent, ist auch solch ein Beispiel. Zurückgekehrt zur WTG indes, merkte sie dann doch. Es wird n i c h t s mehr so wie es war!
Den Kniefall hätte sie und andere sich in der Tat ersparen können.

Dann gibt es eben auch noch solche mental gestimmte "Kniefaller", die diesen letzten Schritt nicht gehen. Für sie sind dann Horrormeldungen über den "Abschaum Zeugen Jehovas" das willkommene Betäubungsmittel für ihren Frust. Seelisches Gleichgewicht könnten sie meines Erachtens erst dann wirklich gewinnen, würden sie sich intensiv mit dem Für und Wider ihrer früheren "Zeugen Jehovas-Karriere" einmal auseinandersetzen. Nicht jeder bringt diesen Willen auch auf.

Gleichwohl. Auch die Zeugen Jehovas sind eine menschliche Organisation. . Eine besondere "göttliche Leitung" kann man ihnen nicht attestieren. Damit offenbart sich. Das man auch bei Ihnen sehr wohl solchen Eigenschaften, wie Hass, Wut und Rachegelüste begegnen kann - im Alltag. Nicht in den "Hochglanzprospekten" der WTG.

Zwei solcher Alltagsvorfälle, durchaus ungewöhnlich zu nennen. Aber trotzdem vorgekommen, hat die Boulevardpresse einmal aufgespießt. Nachstehend ihre Wiedergabe, nach der Zitierung in der CV Nr. 95.
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"KEIN WELTUNTERGANG - DA BRACHEN SIE BEI SEKTE EIN"
Zwilling wollten Schwindel bei Zeugen Jehovas aufdecken.
Freispruch, obwohl sie 40 Akten mitgehen liessen
Von Ulrich Lang
express Düsseldorf, 3. 3. 77 - Für den 30. Mai 1975 hatten die Zeugen Jehovas den Weltuntergang vorausgesagt. Das trat nicht ein. "Alles Betrug", schimpften die Zwillingsbruder Gerd und Horst S. Als dann noch ihre Befürchtung hinzukam, die Zeugen Jehovas könnten Steuerschwindler sein, faßten sie den abenteuerlichen Plan, ins Büro des Steuerberaters der Zeugen Jehovas einzubrechen. Diese Aktion wurde jetzt von einer Richterin abgesegnet. Obwohl wegen Diebstahls angeklagt, wurden die beiden Angeklagten freigesprochen.

Zehn Jahre lang stellten sich die Düsseldorfer Zwillingsbrüder Gerd und Horst S. ganz in den Dienst der Zeugen Jehovas. Dann wurden die beiden wegen angeblichen Verstoßes gegen die biblischen Grundsätze aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Immer mehr verstärkte sich bei ihnen die Befürchtung: "Die Zeugen Jehovas treiben mit den Beiträgen Schindluder." Angeblich wurde das aus der "Wachtturm"-Broschüre erzielte Geld nicht voll versteuert und nach Amerika illegal weitergeleitet …

Zum 30. Mai 1975 war von den Zeugen Jehovas der Weltuntergang vorhergesagt worden. Und er trat nicht ein. "Die Mitglieder sollen für dumm verkauft werden", fluchten die beiden vor Gericht und bekräftigten: "Wir wollten mit unserer Aktion aber mehr. Wir wollten beweisen, daß Steuern nicht rechtmäßig gezahlt werden." Am Abend des 30. Juli letzten Jahres waren Horst und Gerd S. ins Büro des Steuerberaters Ernst R., der die Belange der Zeugen Jehovas steuerlich vertritt, eingedrungen. Ihre Beute: 20 Aktenordner, darunter allein drei Ordner mit Freistellungsbescheiden diverser Finanzämter.
Strafverteidiger Dr. Günter Tondorf interpretierte die Aktion:

"Eine Art außergerichtlicher Beweiswürdigung…" Jegliche "Bereicherungsabsicht" fehle. In der Tat: Gleich bei ihrer Festnahme hatten die Zwillinge die Kripoleute "aufgeklärt": "Die Akten sind für den Staatsanwalt bestimmt." Der Anwalt triumphierte: "Rechtlich bleibt nur noch ein Hausfriedensbruch übrig. Ein dementsprechender Antrag wurde aber nie gestellt…". Nun - die Richterin schloß sich dieser Argumentation an. Der Staatsanwalt hatte 2700 DM Strafe vergeblich - gefordert. . .".

CV-Anmerkung: Der Steuerberater ist Ernst Riemann, von der WTG eingesetzter öffentlicher Versammlungsaufseher in Düsseldorf-Derendorf. Das von der WTG für 1975 ausgegebene Weltendedatum war nicht der 30. Mai 1975, sondern der 5. September 1975, "Frühherbst 1975", wie WTG-Vizepräsident F. W. Franz auf dem WTG-Kongreß am 29. August 1975 in Westberlin (Deutschlandhalle) bestätigte (CV 77/ 1975. S. 2). Diese Monatsdifferenz ist aber unwesentlich, das Jahr 1975 war wirklich eine weltweite Weltende-Irreführung. Unabhängig von der eigenwilligen Amtshilfe für den Staatsanwalt, über die man anderer Meinung sein kann, als das Gericht, muß man sich den Schock vergegenwärtigen, den es bedeutet, zum Bewußtsein dessen zu kommen, sich durch Beteiligung an einer weltweiten Irreführung der Öffentlichkeit durch Predigt eines falschen Weltendes mitschuldig gemacht zu haben.

DÜSSELDORF: SITTENPROZESS, JAGD AUF ZEUGIN JEHOVAS
Zwei Glaubensbrüder wollen Rache für eine Lüge. Sexträume einer Zeugin Jehovas
Sie hatte zwei Glaubensbrüder verleumdet. Vergewaltigung war erfunden Trotzdem freigesprochen
Von Ulrich Lang
express Düsseldorf 2. 2. 77. - Sittenprozeß in Düsseldorf. Angeklagt die 18 Jahre alte Elke M. Im Zeugenstand zwei ihrer Glaubensbrüder von den Zeugen Jehovas. Die Blondine hatte behauptet, von den Männern (47 und 29 Jahre alt) mißbraucht worden zu sein. Das war erfunden, vom Vorwurf der Verleumdung wurde sie freigesprochen. Trotzdem ist der Fall nicht beendet. Die Männer kündigten Rache für ihre verletzte Ehre an. Der Fall hatte einen Riesenwirbel entfacht.

"Erst haben sie mich willenlos gemacht. Dann wurde ich vergewaltigt." Diesen schweren Vorwurf mußten sich zwei Glaubensbrüder vor der Gemeinde von einer 18 Jahre alten Zeugin Jehovas gefallen lassen. Zwar stellte sich jetzt im Prozeß heraus: Es waren nur Sexträume, die das Mädchen für wahr gehalten hatte. Doch die beiden gläubigen Männer kennen jetzt kein Pardon mehr und erklärten ihr den Krieg. Aus allen Wolken fielen die beiden Zeugen Jehovas, Alfons J. (47) und Willi K. (29), als sie von der Gemeinde aufgefordert wurden, zu einer "äußerst heiklen Angelegenheit" Stellung zu nehmen. Die 18jährige Glaubensschwester Elke M. hatte sie beschuldigt: "Als die Ehefrau des einen zur Kur war, wurde ich in die Wohnung geführt, dort mußte ich mir Pornos ansehen, mit einer Rauschgiftspritze machten sie mich gefügig." Eine, der Zeugen Jehovas sollte sie nach ihren Angaben dann vergewaltigt haben '

Peinlich wurde es, als die blonde Elke bei einer Gegenüberstellung vor der Gemeinde bei ihren schweren Vorwürfen blieb. Für Willi K., von Beruf Industriekaufmann, schien die "Sache" umso schwerwiegender, weil zu dieser Zeit seine Ehefrau tatsächlich zur Kur weg war. Wegen Verleumdung stellten beide zu Unrecht ins Gerede gekommenen Zeugen Jehovas Strafantrag gegen ihre Glaubensschwester. Und jetzt weitete sich der Fall erst richtig aus. Auch die Mutter der 18jährigen Blondine, ebenfalls Zeugin Jehovas, wurde unter Anklage gestellt. Weil sie beim Schiedsmann gesagt haben sollte: "Was meine Tochter sagt, das stimmt. Sie lügt nicht."

Beide Herren traten im Prozeß als Nebenkläger auf. Und sie erschienen als Rachegötter. So jedenfalls sah es das Gericht. Elke und ihre Mutter wurden freigesprochen. Ein Psychiater hatte nämlich ausgesagt: Die Angeklagte ist vermutlich seelisch krank. Ihre Sexträume produziert sie in die Wirklichkeit. Nach dem Urteil erklärten die Zeugen Jehovas der Glaubensschwester erneut den Krieg: "Wir sehen uns in der nächsten Instanz wieder." Der Richter konnte sich die Bemerkung nicht verkneifen: "Lassen Sie Ihre Rachegedanken fallen, finden Sie zu Ihrem inneren Frieden zurück."

Die Reporterin Elsbeth Kubsch (WZ 2. 2. 1977) berichtet über diesen Fall:
Mädchen belastete zwei Männer - aber: Vergewaltigung war erfunden. Trotz Verleumdung freigesprochen. Zwei ehrenwerten Männern hat eine 17jährige Verkäuferin schweres Unrecht angetan, und die Folgen sind noch nicht abzusehen. Über acht Monate hinweg hatte sie behauptet, daß der eine von ihnen (28, Kaufmann) ihr in seiner Wohnung in Abwesenheit seiner Frau Heroin gespritzt, ihr Pornos gezeigt, sie vergewaltigt und geschwängert habe. Der andere (47, Justizangestellter) habe ihr verschiedentlich unzüchtige Angebote gemacht. Die Anschuldigungen erwiesen sich als erfunden. Nach zwei Verhandlungen wurde die Verleumderin freigesprochen.

Der Freispruch basierte auf dem Gutachten eines Psychiaters, der der Angeklagten (wenn auch mit einem Fragezeichen) wegen eines nicht auszuschließenden seelischen Leidens Schuldunfähigkeit attestierte, Die junge Angeklagte, in Liebesdingen nicht unerfahren, habe ihre sexuellen Wunschvorstellungen auf die beiden (gutaussehenden) Männer übertragen. Mittlerweile glaube sie daran, was sie gesagt habe, äußerte sich der Gutachter. Danach blieb nichts als Freispruch übrig. Mit einer Verfahrenseinstellung bei dieser Sachlage zeigten sich die schwer getroffenen Männer nicht einverstanden. Sie verlangten Rehabilitierung, zumal Angeklagte wie Betroffene Angehörige der Zeugen Jehovas sind und die Gerüchte in ihrer Religionsgemeinschaft kreisen. So richtete sich ihr Sühnebegehren gegen die Mutter der 17jährigen, der sie Verletzung der Aufsichtspflicht gegenüber der Tochter anlasteten, weil sie sich vollinhaltlich hinter die Behauptungen ihrer Tochter gestellt habe. Das indessen erwies sich durch Vernehmung von Zeugen als unwahr, und das hatte zur Folge, daß auch die mitangeklagte Mutter Freispruch erzielte. Statt eines Pflasters für die noch immer offenen Wunden bekamen die beiden Männer harte Worte aus richterlichem Munde zu hören, der von "Rachegedanken" sprach und ihnen den dringenden Rat gab, sich davon freizumachen, damit sie ihren Seelenfrieden wiederfinden. Als Antwort darauf kündete einer der Männer Berufung an. -

Der Reporter Günther Franke berichtet: "Elke hatte gelogen: Freispruch. Die Behauptung der 17jährigen Elke, 'ein Gemeindemitglied der Zeugen Jehovas hat mich unter Drogen gesetzt und anschließend vergewaltigt', war falsch. Das geistesschwache Mädchen wurde als unzurechnungsfähig freigesprochen. Ihre Mutter, die die Behauptungen der Tochter als wahr unterstellt haben soll, wurde ebenfalls freigesprochen. Vor zwei Jahren kriselte es unter den Düsseldorfer Sektenmitglieder der Zeugen Jehovas. Elke M. hatte behauptet, sie sei von dem Industriekaufmann Willi K. durch eine Rauschgiftspritze willenlos gemacht und dann von ihm mißbraucht worden. Ein umfangreiches Verfahren wurde gegen den Kaufmann und ein weiteres Gemeindemitglied eingeleitet, das dem Mädchen ebenfalls unsittliche Anträge gemacht haben soll. Später stellten Sachverständige fest, "Elke M. ist geisteskrank". Nun wurde der Spieß umgedreht. Elke und ihre Mutter Irmgard (40) wurden von den beiden Männern wegen Verleumdung angezeigt." -

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