Re: Suche ehrlich Antworten


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von Drahbeck am 16. Mai 2002 20:35:13:

Als Antwort auf: Suche ehrlich Antworten geschrieben von un wichti am 16. Mai 2002 17:38:05:

In einem anderen Forum antwortet auf vorstehendes Posting auch Gerd. Tenor seiner Antwort. Er meint der Mittelweg sei es, den er empfehle. Die Aufrechterhaltung des Gottesglaubens in privatisierter Form. Dies alles sei ihm persönlich unbenommen.
Mit in sein Statement baute er auch einen Hinweis auf das 1970 erschienene Buch von Holbach "Religionskritische Schriften" ein, dass genau besehen, aus drei Büchern dieses Verfassers besteht:
Entschleiertes Christentum
Taschentheologie und
Briefe an Eugenie

Was ist zu diesem Buch zu sagen. Zu sagen ist zu ihm auch, dass diese "Waffensammlung" auch andernorts schon kritisch bewertet wurde. Etwa in der pauschalen Aussage von Engels, dass man mit so einer alten Religion nicht wirklich "fertig" wird, reduziert man sie auf den Spruch "Priesterbetrug". Engels ging denn auch folgerichtig den nächsten Schritt und äußerte sich weit positiver über einen anderen Religionskritiker namens Feuerbach. An letzterem faszinierte ihn das Herausarbeiten der sozialen Wurzeln des Christentums und die Ablehnung der Priesterbetrugstheorie.

Das jenes vorgenannte Holbach-Buch 1970 noch in beiden Teilen Deutschlands erscheinen konnte (Aufbau-Verlag Ostberlin und Hubert Freistühler-Verlag, Schwerte/Ruhr. Letzterer verlegte bekanntlich auch das Uraniabuch über Jehovas Zeugen in der alten BRD). Das jenes Holbach-Buch 1970 noch erscheinen konnte, kann man als zeitbedingt einschätzen. 1966 gründete die DDR an der Universität Jena einen "Lehrstuhl für wissenschaftlichen Atheismus". Schon wenige Jahre später gab es den dort nicht mehr. Sein spiritus rector, Olaf Klohr wurde in die "Verbannung" nach Wustrow an der Ostsee auf einer dortigen Ingenieurschule für Seefahrt geschickt. 1972 beispielsweise wäre jenes Buch in der DDR nicht mehr neu herausgekommen. 1970 war es als "Klohr-Ausläufer" noch möglich.

Der Deal hieß "Befriedigung der DDR-Kirchen". Dafür musste ein Bauernopfer gebracht werden. Klohr und seine Mannen erwischte es in dieser Konsequenz.

Gerd brachte zum Ausdruck. Atheismus ist für ihn keine Alternative. Akzeptiert. Ich will hier auch niemand zum Atheismus "bekehren". Auch Menschen mit einer christlichen Sozialisation können einen geachteten Platz in der Gesellschaft einnehmen. Was ich allerdings doch tun möchte ist dies. Ein paar nähere Textauszüge aus Holbach vorstellen. Jedenfalls ein paar mehr Auszüge daraus, als wie sie Gerd feilbot. Was der Einzelne daraus macht oder nicht macht, so völlig ihm überlassen. Aus Zeitgründen kann ich diese Auszüge erst in ein paar Tagen an dieser Stelle offerieren.

Vorab schon mal zur "Einstimmung": Das Titelbild des "Entschleierten Christentums"; sowie eine Buchbesprechung, die in Heft 10/1972 der Zeitschrift "Glaube und Gewissen" damals dazu publiziert wurde.


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