Re: WT: "Manche Überzeugungen sind ... gefährlich."


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von Drahbeck am 22. Januar 2008 08:27:06:

Als Antwort auf: Re: WT: "Manche Überzeugungen sind ... gefährlich." geschrieben von X am 21. Januar 2008 22:24:

Kürzlich ist mir mal wieder ein Buch zwischen die Finger gekommen, dass ich mal vor längerer Zeit bei ebay erworben hatte. Da bei mir - aus Zeitgründen - noch vielerlei anderes unaufgearbeitet ist, schmorte dieser „Schinken" also vor sich hin. Hinzu kam, dass ich selbiges früher schon mal unter hektischen Rahmenbedingungen der Lesesäle wissenschaftlicher Bibliotheken gelesen hatte.

Nun also konnte ich den „Schinken" von „Exzellenz" Ludendorff mit dem Titel „Weltkrieg droht auf deutschem Boden" nicht mehr länger ignorieren.
Es ist ja leider zu registrieren, die Neuauflage gewisser Verschwörungstheorien, von Zeit zu Zeit, kündet ja immer wieder mal davon; dass es um die historische Bildung (auch) von Ex-ZJ-Kreisen, mehr als mies bestellt ist. Was wiederum dergestalt nicht verwundert, da ja in diesen Kreisen „Kettenspiele für Doofe" der große Renner sind. Ach ja da gibt es noch eine andere Spezies. Die sei nicht vergessen. Der kann man nun nicht unterstellen, dass der auch „Kettenspiele für Doofe" ein echtes Anliegen wäre. Sicherlich ist das nicht der Fall.

Aber etwas anderes ist bei selbiger der Fall. Im Bewusstsein, dass die eigenen Ausführungen, inzwischen auch bei den „Kettenspielern" wohlwollende Resonanz gefunden haben, was (erinnere ich mich recht) durchaus bei den „Kettenspielern" nicht immer der Fall war, hat nun das was man so langläufig als „Feedback" bezeichnet, seine Wirkung getan. Sicherlich wird wohl kaum einer der Versuchung widerstehen können, bekommt er denn „Feedback" das auch zu schätzen. Und da selbst „Kettenspieler" sich dazu schon bereit gefunden, möchte jene „Spezies" natürlich nicht den „Ast absägen" auf dem sie da selbst so sitzt. Das alles ist ja irgendwie nachvollziehbar.

Nun soll es schon so gewesen sein zwischen „Exzellenz" Ludendorff und dem Braunauer Rattenfänger, dass sie zwar einige Zeit gemeinsam marschierten. Sichtbares Signal dafür auch der von beiden Herrschaften gemeinsam veranstaltete Münchener Putsch. Aber nachher trennten sich zusehends ihre Wege. Auch das vorgenannte Buch, der vorgenannten „Exzellenz" kündet in besonderem davon. Liest man selbiges, nüchtern und unvoreingenommen, ist man eigentlich „ganz Hin- und Hergerissen". Dieses Buch erschien ja noch vor 1933, und da war es auch halt für „Exzellenz Ludendorff" kein Problem, deutliche Worte über den Braunauer zu verlieren. Und man muss wohl sagen. Er hat diese Chance auch wahrgenommen.

Aber, und jetzt kommt das „aber". Das der Brauauer unrühmlich in die Geschichte eingegangen ist, das wissen ja (vielleicht) sogar die „Kettenspieler" (was dann ja fast schon einem Quantensprung gleichkommt). Weil das nun so ist, soll man nun im Umkehrschluss besagte „Exzellenz Ludendorff" als eigentlichen „Held" ansehen? Das er sich selbst so sah, darüber kann auch nicht der allergeringste Zweifel bestehen.
Nur, das muss ich sehr wohl sagen. Dieser „Hochachtung" des Ludendorff schließe ich mich nicht im entferntesten an. Ich gehe noch weiter und erkläre, dass der Hitler im Vergleich zu dem Ludendorff (hätte selbiger wie er denn wollte, die Politik bestimmen können). In den Jahren bis 1938 - vielleicht - noch das (relativ) „kleinere Übel" war. Die Zeit nach 1938 wird deshalb ausdrücklich ausgeklammert, dieweil da der vom Braunauer tatsächlich zu verantwortende Weltkrieg ausbrach. Und Ludendorff kann man den so nicht „in die Schuhe schieben".

Etwas anderes aber kann man Ludendorff sehr wohl in die Schuhe schieben. Ich formuliere es mal so. Ludendorff war der tatsächliche Hitler des ersten Weltkrieges!
In seinem vorgenannten Schinken trauert er nach, dass selbiger ja nicht mit einem „Siegfrieden" geendet hätte, der gemäss seiner „Philosophie" die „einzig mögliche Option für das deutsche Volk" zu sein hätte. Und er betreibt auch massive Abrechnung mit den vermeintlichen „Novemberverbrechern". Da ist er ja dann wieder auf gleicher Wellenlänge wie der Braunauer. Er ist auch in der Frage militanten Antisemitismus, auf gleicher Wellenlänge wie der Braunauer.

Symptomatisch ist sein Vorwurf an die „Novemberverbrecher". Sie hätten seine (Ludendorffs) Forderung sabotiert. Auch die Frauen müssten im ersten Weltkrieg - ohne Abstriche - militärisch Dienstverpflichtet werden. Weil die vermeintlichen „Novemberverbrecher" ihn aber in dieser seiner Forderung nicht Folge geleistet hätten, lastet er ihnen auch alle „Schuld" am tatsächlichen Ausgang des Weltkrieges I. an.

Am Rande vermerkt. „Exzellenz Ludendorff" (in weitaus höherem Maße noch seine „Exzellezin Mathilde Ludendorff). Als „Exzellenzin" bezeichnete sich selbige ja nicht, Aber so agieren tat sie! Ein kleiner, aber feiner Unterschied.
Besagte „Exzellenzen" erwiesen sich auch für die zeitgenössischen Kirchen, Freimaurer (partiell auch Bibelforscher), als wahre „rote Tücher". Kann man schon verstehen. Lautet doch der Titel eines der Bücher, besagter „Exzellenzin" „Erlösung von Jesu Christo". Wer es denn mal gelesen hat (es wurde nach 1945 nicht zu Unrecht auf die Sekretionsliste wissenschaftlicher Bibliotheken gesetzt. Selbige Sekretion fand in den östlichen Bibliotheken gründlich, in den westlichen das Gegenteil davon, statt.

Wer also vorstehenden „Erguss" mal gelesen hat (was zumindest ich mal getan). Dem fällt da eigentlich nur ein Urteil ein. Original Kettenspieler-"Niveau".

Noch eine weitere Randbemerkung. Der langjährige - noch heute in Amt und Würden sitzende WTG-Funktionär Willi P. (zu dessen fragwürdigen „Verdiensten" unter anderem eine Anleitung an die Ostdeutschen Zeugen Jehovas gehörte, wie sie sich denn auf eine Verhaftung vorbereiten könnten).
Besagter Herr P., hatte auch einen Vater (logisch. Hat jeder). Interessant allenfalls das soziale Milieu. Aus der Ukraine entstammend, keine reguläre abgeschlossene Schulbildung habend, verschlug es ihn nach Deutschland, wo er denn eine Zeitlang auf einer Werft arbeitete als Schmied. Diese Zeit aber währte wohl nicht überlang und wurde durch eine Zeit der Arbeitslosigkeit abgelöst. P. junior (der jetzige WTG-Funktionär) hatte auch noch Geschwister. Allein diese sozialen Rahmenbedingungen machen schon deutlich. Da wird wohl „Schmalhans" der Küchenmeister dieser Familie gewesen sein. Ergo die rechten Rahmenbedingungen, um sich nun auch mit „Haut und Haaren" der WTG-Religion zu verschreiben. Was dann ja wohl im Falle P. Senior und des Junior (des jetzigen WTG-Funktionärs) der Fall war. Und da wiederum empfinde ich es nicht als uninteressant, dass die Gestapo-Akten, P. Senior betreffend, auch davon künden, dass eines seiner Kinder (der Bruder des jetzigen WTG-Funktionärs) sich den Ludendorfferianern angeschlossen habe. Wie man sieht, geht das Leben halt manchmal seltsame Wege.

Wie man weiter sieht, ist diese Besprechung des Ludendorff-Elaborates mit einigen Abschweifungen vom Thema bestückt gewesen. Also bin ich nun doch wohl gezwungen, etwas mehr wieder zu Ludendorff zurück zukehren. Eine weitere Detail-Referierung seiner Schrift, erscheint mir allerdings, etwas zuviel der unverdiente Ehre.

Lassen wir es bei einem Punkt bewenden. Besagter Ludendorff stellt in besagter Schrift an Hitler auch die „Gretchenfrage".
Wo stehst Du?
Wessen Interessen unterstützt Du?
Wem fällst Du in den Rücken?
Nicht so wörtlich formuliert, aber sinngemäß gemeint.
Damit hat sich auch für mich ein geeignetes Schlusswort ergeben, um diese Betrachtung zu beenden. 

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