Re: Tagebuch eines Toten - Unter Christi „Kreuz und Krone“ Banner


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von + am 20. Dezember 2007 00:25:

Als Antwort auf: Re: Tagebuch eines Toten - Soldatenlieder geschrieben von + am 19. Dezember 2007 00:24:

Wir gehen mit den Granatwerfern in Stellung.
Es ist ein äußerst beschwerlicher Weg mit der großen Last.
Auch erhalten wir sehr viel Feuer.
Man muss dauernd kriechen, von einem Granatloch in das andere springen, muß bei jeder Leuchtkugel verschwinden.
Nachdem wir uns noch verlaufen haben, gelangen wir endlich in unsere Stellung.
Schützengräben gibt es nicht, alles liegt in etwas ausgebauten Granatlöchern, die halbwegs miteinander verbunden sind.

Nun betrachte ich mir, so gut es geht, die Gegend.
Quer durch unseren Schützengraben geht eine Bahnlinie.
Bahnschwellen, Schienen, Steinblöcke bieten, bunt durcheinandergewürfelt, ein vollständiges Bild der Zerstörung.
Überhaupt der ganze Erdboden - wie sieht er aus?!
Nicht nur ein Granatloch neben dem anderen, sondern zwei, drei ineinander.
Tote liegen wie auf Höhe 304 überall umher.

Verbrecher6.jpg (192316 Byte)

Die Versorgung ist kaum möglich.
Uns bleibt nichts anderes übrig als das wir Wasser aus Pfützen und Granattrichtern in denen Tote liegen trinken.
Tote liegen in den Trichtern, wir schieben sie beiseite und trinken das Wasser.
Das hätte ich mir früher nicht zugetraut.
Dazu kommt der dauernde Regen.
Wenn man mal dienstfrei ist, liegt man in seinem Loch, man regnet durch, das Zeug trocknet am Leib, man regnet wieder durch.
Hinzu kommt nachts die Kälte.
Das alles macht uns das Leben da vorn recht schwer.

Trotz allem bin ich lieber hier bei meinen Kameraden als zuhause.
Wochenlang konnte ich an nichts anderes denken als nachhause zu kommen aber kaum war ich dort wollte ich nur so schnell wie möglich wieder weg.
Streit und dieses ohnmächtige Elend.
Was soll nur aus uns werden.
Hier kann man wenigstens etwas tun.
Wir sind Greise geworden die sich nur noch auf das Handwerk des Tötens verstehen.
Früher wollten sich jeder mit uns schmücken, und jetzt wechseln sie die Straßenseite um nicht grüßen zu müssen.
Diese aufgeblasenen Drückeberger machen sich wichtig, nehmen uns unsere Frauen weg während wir hier unser Leben für sie opfern.

Der Anblick des einst so stolzen Waldes ist trostlos.
Granattrichter neben Granattrichter, und die Bäume vollständig zerrissen.

Nun geht es über freies Feld, das in eine Trichterwüste verwandelt ist.
Da vorn ist das übliche Feuerwerk, das uns bei Nacht den Weg zeigt.
In langer Reihe blitzen die Abschüsse der Artillerie auf.
Scharfe Scheinwerferkegel leuchten und zeigen uns die Umrisse des Vauxberges.
Zischend fegen die feindlichen Granaten heran und krepieren mit unheimlichem Getöse.
Am Bahndamm etwa 600 m nordöstlich des Dorfes Damloup schlägt eine ganze Lage dicht vor uns ein.
Auch diese verflixte Ecke wird im Laufschritt genommen.
Verschiedene warnende Zurufe werden hörbar:
„Zigaretten und Pfeifen ausmachen!“
Des Lts. Beckers Stimme direkt vor uns:
„Vorsichtig! Stacheldraht!“
Dann wieder: „Rechts tiefe Trichter!“

Langsam aber sicher klettern wir durch unzählige Trichter in der Schlucht aufwärts.
Vor uns und links von uns steigen Leuchtkugeln empor, weiß, grün, rot.
Heulend fahren die feindlichen Granaten über uns hinweg.
Bald hier bald dort saust eine Lage heran und krepiert krachend.
Steinbrocken und Granatsplitter sausen durch die Luft.
Engelbrecht, Fiedler und ich haben ein paar mächtige Sätze durch die Trichterwüstenei gemacht und haben in der Dunkelheit den Anschluss verloren.
Wir geraten zwischen zerschossene Baumstämme.
„Das wird der Laufée-Wald sein,“ meint Gefr. Engelbrecht.
Aloys Fiedler hat sich die Hose zerrissen und schimpft.
Ich beruhige ihn.
„Rege dich doch nicht unnütz auf, Aloys. Morgen früh flicke ich sie dir.“

Gerade wollen wir umkehren, da schlägt es rechts und links von uns ein.
Blitzschnell liegen wir am Boden.
Vor uns ein schwarzer Fleck, Granattrichter.
Wir drei kriechen hin.
„Hier warten wir, bis der Dunst nachlässt,“ bestimmt Fritz.
Jiumm! Ratsch! Direkt neben uns hat sie eingehauen.
Steine, Holz und Erde rollt auf uns nieder.
Wir sind vollständig zugedeckt.
Wir drohen bald zu ersticken.
Voller Verzweiflung gelingt es mir endlich beide Beine anzuziehen.
Dann krümme ich den Rücken und stemme denselben gegen die Erdschicht.
Die Erde gibt nach, ich bekomme wieder frische Luft.
Endlich bin ich wieder aus dem Dreck heraus, schnalle schleunigst meinen Spaten vom Koppel los und schippe die beiden Kameraden frei.

Gottseidank!

Wir haben noch mal Glück gehabt.
Schnell suchen wir unsere Sachen zusammen und gehen halblinks in der Richtung, wo dte. Leuchtkugeln in die Höhe steigen.
Es geht durch Trichter und Drahtgewirr.
Gewehrkugeln zischen uns um die Ohren.
Etwa zehn dunkle Gestalten kommen uns entgegengekrochen.
Gefr. Engelbrecht ruft
„Halt! Wer da?“ -
„Wir sind 99er Infanteristen,“ lautet die Antwort.
Sie kommen heran und zeigen auf eine dunkle Erhebung.
„Dort ist die Hohe Batterie und beiderseits die Stellung wo wir eben abgelöst sind.“
Nun weiter!

Das Gewehrfeuer prasselt lebhaft.
Noch einige Sprünge und wir sind in der vorderen Stellung bei der „Hohen Batterie“ angelangt.
Unsere Kp. hat soeben die 99er hier abgelöst.
Die abgelösten Zaberner Musketiere machen sich schnell aus dem Staube.
Kaum sind diese fort, so wird unsere Stellung mit feindlichen Artilleriefeuer befunkt.
Vergebens suche ich nach einem Unterstand.
Gleich nach Mitternacht muss ich einen verwundeten Posten ablösen.
Ich nehme den Tornister mit vor in den Trichter.
Denselben packe ich auf den Trichterrand und lege mich mit Gewehr dahinter.
Nach zwei Std. werde ich abgelöst und von Uffz. Gerhard Turahn nach rechts hin zur „Hohen Batterie“ geschickt.
Dort sind mehrere Betonunterstände bewohnbar.
Ich erwische noch einen freien Platz und lege mich zum Schlaf nieder.
Wir haben klare Vollmondnacht.

Bevor ich einschlafe denke ich noch:

„Was soll nur aus uns werden.“

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Nachdem wir früher geglaubt haben um diese Zeit schon bedeutend weiter zu sein.

Wachtturm Juli 1916

Seite 106 Heldenmut in den Schützenlinien (jenseits des Ozeans…)

Dann, nach Kriegseintritt der Amerikaner stellt sich auf einmal nicht mehr die Frage welch wunderbare Charakterschule der Krieg darstellt sondern wie sich die Autoren des Wachtturms und deren Mitglieder am besten vor ihrer (ehemals) so ehrbaren Pflicht des Kreuzesstreiters drücken können

Watchtower 1.Dezember 1917 Seite 371

Im deutschen Wachtturm sieht das dann so aus:

Wachtturm Januar 1918

Unter der Überschrift von Seite 5

Seite 7

Das Banner von des „Königs eigener Brigade“ ist mit einem Kreuz und einer Krone bezeichnet.

Auf einmal wird den Bibelforschern unterstellt dass sie nur auf Ruhm und Orden aus waren.
Vorher wurden sie Aufgefordert das Banner Jesu hochzuhalten – jetzt war es auf einmal das falsche Banner.
Im Wachtturm vom Juli 1916 bekamen sie noch von der Wachtturm Gesellschaft einen Platz im Himmel für ihren Heldenmut versprochen - mehr als nur Orden –
Jetzt im Wachtturm vom Januar 1918 wird den vormals „wunderbaren Helden Jesu“ unterstellt selbstsüchtige Diener Satans zu sein.

Unter der Überschrift auf Seite 9 des Wachtturms vom Januar 1918

heißt es:

Das Hinterhältige dabei ist, das der Wachtturm nun die gleichen Worte verwendet wie vorher, diesen nun aber eine genau gegenteilige Bedeutung gibt.

Seite 11

Der Artikel „Schlusskampf“ erschien in der englischen Wachtturm Ausgabe bereits am 15.September 1917!
Der Artikel „Glaubenskämpfe“ erschien bereits am 15.August 1917 im englischen!

Unmittelbar nach Kriegseintritt der Amerikaner aber erst ein halbes Jahr später in Deutsch.
So fiel man seinen einstmals so „wichtigen“ Kreuzesstreitern in den Rücken.
Man ließ sie fallen wie eine heiße Kartoffel.

Schlimmer noch – Eine Kirche machte aus den vormals benützten Soldaten Jesu mit einem Federstrich die Soldaten Satans.
Ohne die Verantwortung für ihr tun zu übernehmen.

Die Wachtturm Gesellschaft hatte „ihren“ Krieg verloren und war zu feige ihre Niederlage einzugestehen (Siehe dazu Wachtturm April 1918 Seite 33 bis 35 „England hat Jerusalem den Händen der Türken entrissen… In den Augen Gottes ein Gräuel…“).

Ihr Jehova hatte den Krieg verloren.

Wären sie das wahre Volk Gottes gewesen hätten sie Arsche über ihr Haupt gestreut und gesagt Gott hat uns seine Gunst entzogen wir müssen bereuen.
Es gab mehrere Beispiele in der Bibel in denen Diener Gottes auf das falsche Pferd gesetzt hatten.
Ein Diener Gottes behielt nur die Gunst Gottes wenn er seinen Fehler bekannte und bereute.
Nicht so aber die Sekte der Zeugen Jehovas.
Diese taten so als hätten sie nie Blutschuld auf sich geladen und schoben die Schuld in die Schuhe der dummen Bibelforscher die ihnen vertraut hatten.

Wachtturm 1. 4.1978

Seite 14 Abs. 11

Da sie dieses Völkermorden guthießen, können sie mit dem abtrünnigen Jerusalem verglichen werden, das Jehova mit den Worten verurteilte:
„An deinen Rocksäumen [sind] die Blutspuren der Seelen unschuldiger Armer gefunden worden.“


 


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