Re: Tagebuch eines Toten - Gott


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von + am 17. Dezember 2007 00:00:

Als Antwort auf: Re: Tagebuch eines Toten - Schützengraben geschrieben von + am 16. Dezember 2007 00:07:

Liebste Melanie,

nun sind wir mitten drin in diesem ungeheuerlichsten aller Kriegstage.
Die ganzen französischen Linien sind durchbrochen.
Von der wahnsinnigen Wut und Gewalt des deutschen Vorsturmes kann sich kein Mensch einen Begriff machen, der das nicht mitgemacht hat.
Wir sind im Wesentlichen Verfolgungstruppen...
Verdun, - das hätte niemand geahnt, das ist das Unglaubliche...
Es Schneit seid tagen.
Der Himmel webt Leichentücher

Mit Küssen Dein Bruno

Liebste Mutter!

Nachdem ich wieder von Euch das Päckchen und Nr. 10 des Wachtturms erhalten habe, sende ich Euch lieben die herzlichsten Grüße!
Den Wachtturm bekamen wir umsonst?
Wie viel Liebe spricht aus diesen Worten.
Wie gut das uns der liebe Wachtturm auch weiterhin erfreuen soll.
Aber es ist nicht nötig, dass Ihr soviel schickt und schreibt.
Bin auch gern mit Wenigem zufrieden, weil Ihr jetzt so schlechte Zeit dazu habt.
Also ist der Vater doch noch nicht gefunden, und wie Ihr mir schreibt, mit Großvater ist es ja noch schlimmer geworden.
Dazu jetzt noch bei all der Arbeit.
Was soll das denn noch werden?
Hoffentlich ist aber Johann jetzt bei Euch und kann Euch die Arbeit abnehmen.
Diese Ungewissheit nagt an einem.
Zum Glück habe ich meine Arbeit die mich Ablenkt.

Wenn man hier draußen im Felde am Tage oder in der Nacht seiner Pflicht genügt,
wenn die Granaten mit pfeifenden Ton die Luft durchschneiden,
wenn das Platzen dieser furchtbaren Geschosse die Erde bebend macht,
dann spürt man so recht,

welche Macht in dem Wörtchen „Gott“ liegt.

Unwillkürlich falten manche in solch ernsten Stunden die Hände zum Gebet
und suchen Hilfe bei einem Gott im Himmel.

Geliebte,
wie viel haben wir jenen verblendeten Menschenkindern voraus,
indem wir die Gedanken unseres Gottes erkennen dürfen und uns freuen können,
dass seine Absichten liebreiche sind.
Nichts sind die Leiden der Jetztzeit mit den zukünftigen Herrlichkeiten.
Auszuharren bis ans Ende, als lebendige Schlachtopfer.

Ja, wahrlich Gott ist Liebe!
Lob, Preis und Dank sei unserem Vater in alle Ewigkeit!

Die mir gesandten Schriften habe ich an die Bewohner verteilt;
während etliche Blätter mit Gleichgültigkeit entgegengenommen wurden,
brachte mir das Verteilen hier und dort doch einen dankbaren Blick ein.
Hier gibt's auch keine Butter mehr, für einen gesunden Menschen fällt es doch schwer, mit der Brotkarte satt zu werden.
Ohne euere Nahrungsmittel, den Kleidungsstücken wie Schuhe, Strümpfe, Wäsche stände es um mich hier schlecht.
Du solltest die Verpflegung der Franzosen sehen.
Es ist eine Schande.

Die Schrift sagt:
„Wenn dein Feind hungert, so speise ihn“ (Römer 12:20)
Und wenn angebliche britische Christen
die Vorschriften des Meisters übertreten
und versuchen uns deutsche Christen verhungern zu lassen,
so dürfen sie sich nicht darüber Wundern das wir in jeder Weise auf Widervergeltung sinnen.

Nun Euch dem Herrn anbefehlend, Geliebte, grüßt Euch alle Euer geringster Bruder
Bruno Martin

Am nächsten Tag, wurden wir von einem Leutnant begrüßt und erfahren nun, dass wir als Ersatztruppe des VII. R.K. und zwar für das R.I.R.39 bereitgestellt werden sollen.
Damit uns Bewegung verschafft wird, müssen wir auf einer Wiese zum Hg-Werfen antreten.
Und nun wird lustig mit Übungs-Handgranaten geworfen!
Der Lt. Tiesler hat die besten Werfer herausgesucht und bringt eine Abteilung von 20 Mann zusammen, darunter Karl Klarmann, Gefr. Arthur Krüger und ich.
Krüger meint es wäre kein gutes Zeichen.
Und er sollte Recht behalten.

Kurz vor dem Mittagessen kommt der Lt. und fragt uns 20 Handgranaten-Werfer, wer freiwillig beim Handgranaten-Trupp bleiben will?
Beim Sturmbataillon (SB) „Rohr“ der 5. Armee sollten wir ausgebildet werden!
Und wir 20 Mann bleiben einstimmig dabei.
Im Laufe des Tages erfahren wir noch, dass bald schon mit einer großen deutschen Offensive vor Verdun begonnen werden sollte.
Aber wegen dem ständigen Regenwetter ist der Angriff verschoben worden.
Alles versinkt in Matsch und Moder.
Keine trockene Faser mehr zu bekommen.

Versuche es, wer kann, sich die Lage der Dinge vorzustellen – bemühe dich, das undenkbare der Einbildungskraft nahe zu bringen!

Die Russen trieben fünfzehnhundert jüdische Familien zusammen, - darunter Achzigjährige und junge Frauen mit Säuglingen, Schulkinder jeglichen Alters, insgesamt etwa siebentausend Seelen – und schoben sie als menschliche Deckung gegen unsere Schlachtfront und marschierten unmittelbar hinter ihren Opfern her.

Man findet keine Worte um solche Kriegsgräuel wahrheitsgemäß zu schildern.

Von hinten wird mit Revolvern und Maschinengewehren auf sie geschossen, ihr Rücken brennt von Peitschenhieben und der Knute, in ihre Lenden dringen die Kosakenlanzen und ihre Schädel werden von den Kolben der Kosakengewehre eingeschlagen, und so werden sie gegen dreihundert Feuerschlünde getrieben, die an unserer ganzen Front donnern und Feuer speien.
Ich werde den ungeheueren Aufschrei der Opfer, das Seufzen der Verstümmelten und Sterbenden wohl nie mehr verwinden.
Aber wir mussten ununterbrochen Weiterschiessen, denn hinter diesen menschlichen jüdischen Brandopfern lag der Feind auf dem Sprunge.

Wenn wir zu schießen aufhören dann werden wir von den Russen überrannt und die Schlacht ist verloren.

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Wachtturm September 1915

 

Seite 143/144

 

Vorwärts! Zur Schlachtung!

Wachtturm 15. 4.1988

Seite 16-17

„In den vergangenen 1 700 Jahren hat die Kirche den Krieg zu etwas Ehrbarem gemacht.
Demzufolge hat Gott die Religionen der Welt ebenso sicher verworfen wie die heuchlerische jüdische Religion im ersten Jahrhundert.

Wenn dem so ist, wie es der Wachtturm vom April 1988 schreibt, wie konnte Gott dann eine dieser verworfenen Kirchen 1919 zu seinem treuen Sklaven auswählen?


 


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