Re: "GEMEINSCHAFTSENTZUG"


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von X am 06. Oktober 2007 22:33:

Als Antwort auf: Re: "GEMEINSCHAFTSENTZUG" geschrieben von X am 04. Oktober 2007 22:51:

Zitate aus dem Buch der:

Wachtturm-Organisation (Zeugen Jehovas)

Organisiert, Jehovas Willen zu tun

2005
WATCH TOWER BIBLE AND TRACT SOCIETY OF PENNSYLVANIA
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S.154 Bekanntmachung des Gemeinschaftsentzugs

Wenn es nötig wird, einen reuelosen Missettäter aus der Versammlung auszuschließen, erfolgt eine kurze Bekanntmachung, die einfach lautet:

,[Name des Betreffenden] ist kein Zeuge Jehovas mehr.'

Dem braucht nichts hinzugefügt zu werden.

Treue Glieder der Versammlung stellen dann den Umgang mit dem Betreffenden ein (1.Kor. 5:11).

Die Bekanntmachung sollte vom vorsitzführenden Aufseher genehmigt werden.

S.155,156 Verlassen der Gemeinschaft

Mit dem ,Verlassen der Gemeinschaft' ist gemeint, dass jemand, der zur Versammlung gehört und getauft ist, seine Stellung als Christ absichtlich aufgibt.

Er lehnt die Versammlung durch Taten ab oder durch die Erklärung, dass er nicht mehr als Zeuge Jehovas gelten oder bekannt sein möchte. ...

Wer die Gemeinschaft verlässt, indem er den Glauben und die Anbetung Jehovas bewusst aufgibt, wird jedoch genauso betrachtet, als wäre ihm die Gemeinschaft entzogen worden.

Die Versammlung wird durch folgende kurze Bekanntmachung davon unterrichtet:

,[Name des Betreffenden] ist kein Zeuge Jehovas mehr.'

Der Apostel Paulus schrieb über Personen, die in seinen Tagen den christlichen Glauben aufgegeben hatten:

,Sie sind von uns ausgegangen, aber sie sind nicht von unserer Art gewesen; denn wenn sie von unserer Art gewesen wären, so wären sie bei uns geblieben (1.Joh. 2:19).

Jemand kann seinen Platz in der Christenversammlung durch seine Taten aufgeben, indem er zum Beispiel Teil einer weltlichen Organisation wird, deren Ziele im Widerspruch zur Bibel stehen und die daher von Jehova Gott verurteilt wird (Jes. 2:4; Offb. 19:17-21).

Wenn sich ein Christ freiwillig denen anschließt, die von Gott verurteilt werden, wird der Versammlung folgende kurze Bekanntmachung gegeben:

,[Name des Betreffenden] ist kein Zeuge Jehovas mehr.'

Eine solche Person wird genauso angesehen wie jemand, dem die Gemeinschaft entzogen wurde.

Die Bekanntmachung sollte vom vorsitzführenden Aufseher genehmigt werden.

S.156,157 Wiederaufnahme

Ein Ausgeschlossener kann wieder aufgenommen werden, wenn er deutlich erkennen lässt, das er bereut hat.

Er muss über einen vernünftigen Zeitabschnitt beweisen, dass er seinen sündigen Lauf aufgegeben hat und ein gutes Verhältnis zu Jehova und seiner Organisation haben möchte.

Vorsichtshalber warten die Ältesten lange genug - vielleicht viele Monate, ein Jahr, oder noch länger -, damit die Echtheit der Reue des Ausgeschlossenen erwiesen ist.

Wenn die Ältestenschaft ein schriftliches Wiederaufnahmegesuch erhält, sollte nach Möglichkeit das Rechtskomitee, das den Gemeinschaftsentzug ausgesprochen hat, mit dem Betreffenden sprechen.

Dieses Komitee beurteilt die Beweise für die Werke echter Reue und entscheidet, ob er wieder aufgenommen werden kann oder nicht.

Falls der Betreffende, der um Wiederaufnahme bittet, von einer anderen Versammlung ausgeschlossen wurde, kann sich ein örtliches Rechtskomitee mit ihm treffen, um sich mit dem Gesuch zu befassen.

Danach setzt es sich mit der Ältestenschaft der Versammlung in Verbindung, die ihm die Gemeinschaft entzogen hat, und unterbreitet ihr eine Empfehlung.

Die beteiligten Komitees arbeiten in Einheit zusammen und stellen sicher, dass alle Fakten zusammengetragen werden und eine gerechte Entscheidung getroffen wird.

Die Entscheidung über die Wiederaufnahme trifft jedoch das ursprüngliche Rechtskomitee der Versammlung, das den Gemeinschaftsentzug vorgenommen hat.

Falls Mitglieder des ursprünglichen Komitees nicht mehr der Versammlung angehören oder sich für diese Aufgabe nicht mehr eignen, können an ihrer Stelle andere Älteste ausgewählt werden.

Wenn das Rechtskomitee davon überzeugt ist, dass der Ausgeschlossene wirklich bereut hat und wieder aufgenommen werden sollte, dann wird die Wiederaufnahme in der Versammlung bekannt gegeben, in der dem Betreffenden die Gemeinschaft entzogen wurde.

Wohnt er jetzt im Gebiet einer anderen Versammlung, wird sie dort ebenfalls bekannt gegeben.

Die Bekanntmachung sollte lauten:

,[Name des Betreffenden] ist als Zeuge Jehovas wieder aufgenommen worden.'

S.157,158 Wenn Missetäter ungetaufte Verkündiger sind

Was ist zu tun, falls sich ungetaufte Verkündiger einer schweren Missetat schuldig machen?

Da sie keine getauften Glieder der Versammlung sind, können sie formell nicht ausgeschlossen werden.

Es kann jedoch sein, dass sie die Maßstäbe der Bibel nicht völlig verstehen, und ein freundlicher Rat mag ihnen helfen, gerade Bahn für ihre Füße zu machen.

Bekundet ein ungetaufter Missetäter keine Reue, nachdem zwei Älteste mit ihm zusammengekommen sind und versucht haben, ihm zu helfen, dann ist es nötig, die Versammlung zu unterrichten.

Es sollte kurz Folgendes bekannt gegeben werden:

,[Name des Betreffenden] ist kein ungetaufter Verkündiger mehr.'

Die Versammlung betrachtet dann den Missetäter genauso wie jemand aus der Welt.

Obwohl er nicht ausgeschlossen ist, sind Christen vorsichtig, was den Umgang mit ihm angeht (1.Kor. 15:33).

Von ihm werden auch keine Predigtdienstberichte mehr angenommen.

Mit der Zeit mag sich ein Ungetaufter (ob erwachsen oder minderjährig), der kein Verkündiger mehr sein durfte, wieder mit der Versammlung verbinden und ein Verkündiger werden wollen.

Dann sollten sich zwei Älteste mit ihm treffen, um festzustellen, inwieweit er geistige Fortschritte gemacht hat.

Wenn er eine gute Einstellung hat, kann mit ihm ein Bibelstudium durchgeführt werden.

Wenn er weiterhin in geistiger Hinsicht Fortschritte macht und schließlich die Vorrausetzungen erfüllt, kann die kurze Bekanntmachung gegeben werden:

,[Name des Betreffenden] ist wieder ein ungetaufter Verkündiger.'

S.158 Missetaten von getauften Minderjährigen

Schwere Missetaten von getauften Minderjährigen sollten den Ältesten gemeldet werden

Wenn die Ältesten sich mit schweren Sünden eines Minderjährigen befassen, ist es besser, wenn die getauften Eltern der jungen Person anwesend sind und mit dem Rechtskomitee zusammenarbeiten, ohne zu versuchen das Kind vor notwendigen Maßnahmen zu schützen.

Wie bei Erwachsenen bemüht sich das Rechtskomitee auch bei einem minderjährigen Missetäter, ihn zurechtzuweisen und wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Wenn der Jugendliche jedoch keine Reue zeigt, wird ihm die Gemeinschaft entzogen.
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Teil 20/3


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