Re: "GEMEINSCHAFTSENTZUG"


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von X am 04. Oktober 2007 22:51:

Als Antwort auf: Re: "GEMEINSCHAFTSENTZUG" geschrieben von X am 01. Oktober 2007 22:26:

Zitate aus dem Buch der:

Wachtturm-Organisation (Zeugen Jehovas)

Organisiert, Jehovas Willen zu tun

2005
WATCH TOWER BIBLE AND TRACT SOCIETY OF PENNSYLVANIA
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S.147 Bestimmte schwere Verfehlungen behandeln

...
Da Jesus anschließend das in Matthäus 18:23-35 aufgezeichnete Gleichnis erzählte, handelt es sich bei den in Matthäus 18:15-17 angesprochenen Sünden offensichtlich um solche, bei denen es um finanzielle Angelegenheiten oder Eigentumsfragen geht: um ein Zahlungsversäumnis oder um ein Betrugsmanöver oder es handelt sich um Verleumdung oder Rufschädigung.

S.148 Spricht alles dafür, dass jemand in der Versammlung eine solche schwerwiegende Sünde gegen dich persönlich begangen hat, dann wende dich nicht vorschnell an die Aufseher oder an andere, damit sie etwas für dich unternehmen. ...

Versuche die Angelegenheit mit ihm allein beizulegen, ohne irgendjemand mit hineinzuziehen. ...

Wenn derjenige, der das Vergehen begangen hat, die Verantwortung dafür übernimmt, um Vergebung bittet und die Sache bereinigt, braucht sie nicht weiter verfolgt zu werden.

Daraus geht hervor, dass die hier besprochenen Vergehen, obwohl schwerwiegend, sich auf Probleme beschränken, die zwischen den betroffenen Personen geregelt werden können.

Das gilt nicht für Vergehen wie Hurerei, Ehebruch, Homosexualität, Gotteslästerung, Abrünnigkeit, Götzendienst und ähnliche schwere Sünden (1.Kor. 6:9,10; Gal. 5:19-21).

Diese erfordern mehr als die Vergebung des Geschädigten.

Da die geistige und moralische Reinheit der Versammlung bedroht sein könnte, sollten solche Angelegenheiten den Ältesten gemeldet und von ihnen behandelt werden (1. Kor.5:6; Jak. 5:14,15).

S.151-153 Verfahrensweise bei schweren Missetaten

Nach den in Matthäus 18:15,16 beschriebenen Schritten mögen einzelne Brüder oder Schwestern den Aufsehern ungelöste Fälle von schweren Missetaten melden (Mat. 18:17).

Es kann aber auch sein, dass jemand die Ältesten anspricht, um entweder seine eigene Sünde zu bekennen oder um zu berichten, was er über die Missetat eines anderen weiß (3.Mo. 5:1; Jak. 5:16).

Ganz gleich, wie die Ältesten von der schwerwiegenden Missetat eines getauften Gliedes der Versammlung erfahren, sollte erst einmal eine Untersuchung durch zwei Älteste angestellt werden.

Falls es sich erweist, dass der Bericht begründet ist und es tatsächlich Beweismaterial für eine schwere Sünde gibt, beauftragt die Ältestenschaft ein aus mindestens drei Ältesten bestehendes Rechtskomitee, den Fall zu behandeln.

Wenn die schwere Missetat eine Person betrifft, die noch nicht getauft ist, siehe die Seiten 157 und 158.

Die Ältesten wachen zwar gewissenhaft über die Herde und bemühen sich, sie vor Elementen zu schützen, die geistigen Schaden anrichten können, aber sie bemühen sich auch, jemand der auf Abwege geraten ist, anhand des Wortes Gottes zurechtzuweisen und ihn wieder auf den rechten Weg zu bringen (Jud. 21-23). ...

Bei nachgewiesener Schuld sind die Aufseher, sofern echte Reue vorliegt, immer in erster Linie bestrebt, den Missetäter wieder auf den rechten Weg zu bringen.

Seine echte Reue ist zum Beispiel daran zu erkennen, dass er ,Werke verrichtet, die der Reue entsprechen' (Apg.26:20).

Falls er bereut und sie ihm helfen können, dient die Zurechtweisung - entweder privat oder vor den Augen derer, die von dem Fall Kenntnis haben - als Zucht und flößt ihnen allen eine heilsame Furcht ein (2.Sam. 12:13; 1.Tim. 5:20).

Wenn jemand von einem Rechtskomitee zurechtgewiesen wird, werden ihm immer Einschränkungen auferlegt. ...

Bekanntmachung einer Zurechtweisung

Wenn ein Rechtskomitee feststellt, dass jemand bereut, die Sache aber wahrscheinlich in der Versammlung oder am Ort bekannt werden wird, oder wenn die Ältesten aus anderen Gründen meinen, die Versammlung müsse informiert werden, dann ist in der Dienstzusammenkunft eine einfache Bekanntmachung mit folgendem Wortlaut vorgesehen:

,[Name des Betreffenden] ist zurechtgewiesen worden.'

Die Bekanntmachung sollte vom vorsitzführenden Aufseher genehmigt werden.

S.153,154 Wenn ein Gemeinschaftsentzug beschlossen wird

In manchen Fällen ist bei dem Missetäter die sündigen Handlungsweise so eingefleischt, dass er auf die Bemühungen, ihm zu helfen, nicht eingeht.

Früchte oder Werke der Reue sind nicht vorhanden und auch bei der Verhandlung wird keine echte Reue offenbar.

Was dann?

In solchen Fällen ist es notwendig, den reuelosen Missetäter aus der Versammlung auszuschließen und ihm so die Gemeinschaft der reinen Versammlung Jehovas zu verweigern.

Das geschieht, damit er keinen schlechten Einfluss mehr auf die Versammlung ausübt und sie in sittlicher und geistiger Hinsicht rein bleibt und ihr guter Ruf geschützt wird (5. Mo.21:20,21; 22:23,24).

Als der Apostel Paulus von dem schamlosen Lebenswandel eines Gliedes der Versammlung in Korinth erfuhr, ermahnte er die Ältesten, 'einen solchen Menschen dem Satan zu übergeben, damit der Geist [der Versammlung] gerettet werde' (1.Kor. 5:5,11-13).

Paulus berichtete auch von dem Ausschluß anderer, die sich im ersten Jahrhundert gegen die Wahrheit aufgelehnt hatten (1.Tim. 1:20).

Wenn ein Rechtskomitee beschließt, dem reuelosen Missetäter die Gemeinschaft zu entziehen, sollte es ihn von dem Beschluss unterrichten und ihm deutlich die biblische Begründung für den Gemeinschaftsentzug nennen.

Ferner wird ihm mitgeteilt, dass er gegen den Beschluss Berufung einlegen kann, wenn er meint, bei der Beurteilung seines Falls sei ein schwerwiegender Fehler gemacht worden.

Er sollte dies brieflich tun und die Gründe für die Berufung deutlich nennen.

Er hat dazu sieben Tage Zeit - von dem Moment der Benachrichtigung über die Entscheidung des Komitees an gerechnet.

Geht ein schriftlicher Berufungsantrag ein, so sollte sich die Ältestenschaft an den Kreisaufseher wenden.

Er bestimmt Älteste, die ein Berufungskomitee bilden, das den Fall neu verhandelt. ...

Wenn irgend möglich sollte das Berufungsverfahren innerhalb einer Woche nach Eingang des Berufungsantrages durchgeführt werden.

Bei einer vorliegenden Berufung sollte mit der Bekanntmachung des Gemeinschaftsentzuges gewartet werden.

In der Zwischenzeit darf der Beschuldigte in den Zusammenkünften keine Kommentare geben, nicht beten und keine besonderen Dienstaufgaben wahrnehmen. ...

Wenn er vorsätzlich nicht zur Berufungsverhandlung erscheint und man sich in angemessener Weise bemüht hat, ihn zu erreichen, sollte der Gemeinschaftsentzug bekannt gegeben werden. ...
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Teil 20


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