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Geschrieben von X am 23. September 2007 21:14:32: Als Antwort auf: Re: "GEMEINSCHAFTSENTZUG" geschrieben von X am 22. September 2007 22:40: Zitate: Brücke zum Menschen 1990/I 101/102 S.36,37 IV. Sind also Abgrenzung und Bestrafung die richtige Art, mit Abweichlern umzugehen? Lassen wir zunächst Bruno Bettelheim aus erzieherischer Sicht zu Wort kommen: ,Was Kinder aus Strafe lernen, ist, daß Macht gleich Recht ist ... Jede Strafe ... nimmt uns gegen den ein, der sie austeilt.' [16] Jesus setzt der juristischen Ordnung eine moralische entgegen, dem Recht die Sorge um VERSÖHNUNG. ,Über den Nächsten zu urteilen, ist immer eine Anmaßung.' [17] Bedeutet dies, dem Unrecht schutzlos ausgesetzt zu sein? Durchaus nicht; nur wird dem Bösen nicht durch das Böse widerstanden, sondern für den Christen gilt: ,Laß dich vom Bösen nicht besiegen, sondern überwinde es durch das Gute' (Röm. 12,21). Mahatma Gandhi sagt: ,Gewaltlosigkeit bedeutet nicht Verzicht auf allen wirksamen Kampf gegen die
Bosheit. Im Gegenteil, der gewaltlose Kampf gegen das Böse, wie ich ihn meine, ist
wirkungsvoller und echter als die Wiedervergeltung, die ja ihrer Natur nach das Böse nur
noch vermehrt. Ich denke an eine geistige und darum moralische Opposition gegen
unsittliches Verhalten. Jesus respektiert die Freiheit des Menschen auch angesichts ihrer Schattenseiten. Er verzichtet auf die gewaltsame Durchsetzung des Guten (vgl. Luk. 9,54 ff.). Er ge- und verbietet nicht, sondern er ermöglicht es den Menschen, ihre eigene Befreiungsarbeit zu leisten. Er identifziert sie nicht mit ihren gesellschaftlichen Stellungen und Funktionen. Statt dessen tritt er ihnen mit Liebe und Achtung gegenüber. Sie spüren schließlich den Unterschied zwischen der Wahrheit und ihrer Lebenslüge und können beginnen umzukehren. ,Er leitet so den Prozeß der Selbstbefreiung aus der Kraft der göttlichen Liebe und Wahrheit ein.' [19] Gegen die Anbetung der ,Götter der Macht', die sich auch in den machtförmigen Bestrafungsmethoden der WT- Organisation gegenüber ihren Abweichlern zeigt, gehen Christen anders miteinander um: herrschaftsfrei und in einem Geist der Achtung vor dem anderen, der auch den Irrenden ernst nimmt, wissend, daß Gott in Jesus Christus uns Menschen als Sünder annimmt, ohne unser Verdienst und Würdigkeit, aus Gnade allein. Teil 15 |