Re: "GEMEINSCHAFTSENTZUG"


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von X am 21. September 2007 23:28:

Als Antwort auf: Re: "GEMEINSCHAFTSENTZUG" geschrieben von X am 18. September 2007 22:42:

Zitate:
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Brücke zum Menschen 101/102 1990/I S.35

IV.

Die berechtigten Anliegen des Fundamentalismus verstehen bedeutet nun nicht, seine Antworten zu übernehmen.

Im Gegenteil:

Einer in manchem inhumanen Moderne werden in fundamentalistischen Subkulturen oft noch unmenschlichere Verfahrensweisen entgegengesetzt, wie die Ausschlußpraxis der ZJ beispielhaft aufzeigt.

Für den Fundamentalismus der WTG ist das entscheidende Kriterium zur Unterscheidung zwischen wahrem und falschem Christentum die Akzeptierung seiner Sicht der Dinge.

Dadurch wird er blind gegenüber einem sich gerade daraus ergebenden grundlegenden Mangel:

,Fundamentalistische Frömmigkeit sieht in der eigenen Lieblosigkeit, mit den sie den Kampf um die Wahrheiten zu führen unternimmt, in der Regel keinen Widerspruch gegen den christlichen Glauben' [2]

Sie verkennt, daß Jesus in der Bergpredigt (Mt. 5,21 f.)
Haß und Verachtung als Gewalt entlarvt.

Egon Spiegel weist in diesem Zusammenhang darauf hin:

,Ein nicht weniger geeignetes Studienobjekt für den Zusammenhang zwischen bösem Wort, Haß und Mord wäre der infolge verbreiteter Gehässigkeit, übler Nachrede und sozialer Isolation [!] verübte Selbstmord.' [3]

Gerade am Beispiel der WTG und ihrer maßlosen Verurteilung und Verächtlichmachung ihrer ,Abtrünnigen' kann dies beispielhaft beobachtet werden (siehe WT vom 15.3. 89, S.14 ff.; WT vom 15.12. 86, S.20; WT vom 15.3. 86, S.13 ff.; WT vom 15.11. 81, S.28).

Dagegen ist zu bedenken:

,Gleichwohl müssen bestimmte Phänomene und Verhaltensweisen in ihrer Unvereinbarkeit mit dem Geist neutestamentlicher Liebe benannt werden ... Es ist einfach erstaunlich, in welcher Weise die erwähnten Mentalitäten der Gesprächsverweigerung, der Feindbildfixierung, der unsachlichen Verallgemeinerungen oder gar die Verteufelung der Gegner betrieben wird.' [4]

Es gilt festzuhalten:

,Auf dem Hintergrund unserer neuzeitlichen Freiheitsgeschichte kann das evangelische Bekenntnis- und Liebesangebot nicht mehr den Respekt vor der Würde und der Gewissensfreiheit jedes Mitbürgers außer acht lassen.' [5]

Teil 13


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