Re: Tom Sawyer


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von Drahbeck am 15. August 2007 10:07:17:

Als Antwort auf: Re: 15. 8. 1957 (Vor fünfzig Jahren) geschrieben von Drahbeck am 15. August 2007 06:17:45:

DER „TOM-SAWYER-EFFEKT"
Gekürzt zitiert (gelesen in der CV 211):
Das Gleichnis, von dem ich hier sprechen möchte, steht nicht in der Bibel, sondern in Mark Twains Buch "Tom Sawyer". Worum geht es?
Tom soll zur Strafe an einem schönen Sonnabendnachmittag den Plankenzaun tünchen, Seine Tante Polly will es so. Für Tom ist das höchst blamabel, denn bald werden seine frohgelaunten Schulkameraden vorbeikommen und ihn ganz sicher verspotten. Um sein Image zu retten, beschließt der clevere Tom die Flucht nach vorn zu wagen und verfällt auf eine List. Er tut nun so, als sei er derartig eifrig und mit Lust und Liebe am Werke, daß er darüber seine Umgebung völlig vergißt.

Einem Künstler gleich, tritt er von Zeit zu Zeit zurück, betrachtet sinnend sein Werk, fährt bessernd mit dem Pinsel über schlecht getünchte Stellen. Damit weckt er, wie von ihm vorausberechnet, nicht den Spott, sondern die Neugier seiner Kameraden. Die wollen nun auch mal! Am liebsten würde Tom ihnen gleich den Pinsel in die Hand drücken. Doch er hat sich in der Gewalt. Er sagt; "Ich möchte schon, aber es geht nicht! Die Tante ist so schrecklich heikel mit dem Zaun." So gelingt es ihm, seine Pinselei als „etwas Besonderes" hinzustellen, und damit auch sich selbst.
Denn wer Besonderes vermag, ist, das versteht sich von selbst, auch was besonderes.

Nun hat Tom seine Mitschüler da, wo er sie haben will. Sie lassen ihre Freizeitpläne sausen und wollen nur noch eines, nämlich, diesen strahlenden Nachmittag mit Pinseln verbringen. Sie drängeln sich förmlich zur Arbeit. Aber ... sie dürfen noch immer nicht. Erst müssen sie für das Vorrecht, am freien Nachmittag arbeiten zu dürfen, Tom ihre Schulbubenschätze abliefern.

Tom schwimmt in Wonne. Er besitzt nun die Schätze seiner Kameraden, sie machen ihm seine Arbeit doppelt und dreifach (wofür er das Lob seiner Tante einheimst).
Für Toms Abwechslung und Unterhaltung ist gesorgt, er, er allein, hat nun jede Menge Freizeit. Er, der zur Arbeit verpflichtet ist, ist der einzige, der nichts zu tun braucht und dafür noch als Wohltäter angesehen wird.

Die pinselnden Knaben sind noch immer dieselben Durchschnittsjungen, die sie waren, bevor sie für Tom tätig wurden. ABER: Tom verleiht ihnen das wunderbare Gefühl, ETWAS BESONDERES zu sein. Für dieses Gefühl lassen sie sich von ihm nach Strich und Faden ausnützen. ...

Der "Tom-Sawyer-Effekt" wird von den Verführern angewandt, um auf diese Weise Menschen von sich abhängig zu machen.


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