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Geschrieben von Drahbeck am 29. Mai 2007 05:00:17: Als Antwort auf: Re: Zeitgeschichte vor 70 Jahren ("Goldenes Zeitalter" 1. 5. 1937) geschrieben von Drahbeck am 28. Mai 2007 01:46: Von Zeit zu Zeit machen gewisse Modebewegungen" der religiösen Szene, in der öffentlichen Publizistik von sich reden. Nach einer gewissen Zeit verflacht dann wieder das Interesse, und andere Themen sind dann eben "in". Für die seinerzeitigen Modethemen" interessieren sich dann allenfalls noch die Spezialisten. Ein solches Modethema" Mitte der 1930er Jahre war offenbar die sogenannte Oxfordbewegung" Der Band 2 des Calwer Kirchenlexikons" (1941 erschienen) widmet ihm einen umfänglichen Artikel. Andere - neuere - Lexikas, speziell zum Religionsthema, weisen diesen Begriff kaum noch als selbstständigen Artikel nach. Allenfalls gibt es da weiterführende Verweise, durch die man sich dann bei Bedarf durchhangeln" muss. Immerhin definierte mal ein mehr allgemein orientiertes Lexikon besagte Oxfordbewegung" mit der Ausführung: Im 19. Jahrhundert in England entstandene religiöse Erneuerungsbewegung, die eine Rückbesinnung auf die katholischen, d. h. die apostolischen Ursprünge der anglikanischen Kirche fordert. Die Vertreter der Bewegung behaupteten, dass die apostolische Sukzession, also die legitime Übertragung der apostolischen Autorität zur Verabreichung der Sakramente, durch die englische Reformation nicht unterbrochen wurde, und dass die anglikanische Kirche, wie die römisch-katholische und die griechisch-orthodoxe auch, lediglich ein Zweig der katholischen Kirche sei." Offenbar kam auch das Goldene Zeitalter" nicht umhin, sich auch mit besagter Strömung auseinander zu setzen. So wurde schon in dessen Ausgabe vom 15. Mai 1936 eine entsprechende Leserfrage abgedruckt. Da konnte man lesen: Frage: Ich sende Ihnen 3 Zeitungsartikel über die 'Oxfordbewegung' ... Nach meiner Ansicht ist die Oxfordbewegung mit ihrer Art von Charakterentwicklung und eigenartiger Zeugnisgabe vom wahren Christentum weit entfernt." Zur Begründung der Einschätzung vom wahren Christentum weit entfernt",
äußert der Leserbriefschreiber dann weiter: Also wie eben gelesen, macht die Nichtverwendung der einschlägigen Harmagedon-Theorien der Zeugen Jehovas, besagte Bewegung in deren Augen schon mal suspekt. In seiner Antwort äußert das GZ dann auch: In der Ausgabe des Goldenen Zeitalters" vom 15. Mai 1937 kam letzteres
erneut darauf zu sprechen. Schon einleitend wird ausgeführt: Ein erneuter Bericht in einer Tageszeitung, war offenbar auch für das GZ Anlass,
das Thema nochmals aufzunehmen. Als eigenen Kommentar fügt das Goldene Zeitalter dann noch hinzu: Und weiter Originalton GZ: Also das GZ legt wert auf den reinen Opiumcharakter der Religion und sieht selbigen andernorts verwässert! Und um die in Rede stehende Bewegung endgültig bei den Zeugen Jehovas unten durchfallen" zu lassen. meint das GZ auch noch die nachfolgende Meldung bringen zu können: Der Begründer der "Oxford-Bewegung" für Hitler Thematisch ordnet sich dem auch die in Trost" vom 1. 9. 1939 wiedergegebene Pressemeldung ein: Himmler und die Oxford-Gruppe Und dazu kommentiert Trost" seinerseits:: Nicht direkt, wohl aber vielleicht doch indirekt, gehört zum Thema auch die nachfolgende dem Trost" vom 15. 9. 1939 entnommene Glosse.
Wir betrachten es als selbstverständlich, daß die sechsmal geschiedene Frau des
achtmal geschiedenen Filmstars Ravel Blockhead das Ehrenpräsidium dieser Weltkonferenz
erhält. An diese Weltkonferenz für moralische und geistige Aufrüstung richteten die Präsidenten des Schweizerischen National- und Ständerates und aller Fraktionen, sowie über 1000 Mitglieder beider Räte, Angehörige aller Parteien, eine Botschaft, an welcher auffällt, daß sie in der Ausdrucksweise der Oxford-Gruppe abgefaßt ist. Diese Botschaft lautet: "Wir" Mitglieder des Parlamentes der ältesten Demokratie grüßen unsere Kollegen der größten Demokratie an der Welt-Konferenz für moralische und geistige Aufrüstung in Kalifornien. Wir wissen, daß unsere Demokratien nur Bestand haben können, wenn die moralischen und geistigen Werte wieder an erster Stelle stehen. Die heutige Not hat den Ruf nach moralischer und geistiger Aufrüstung geweckt, die uns neuen Ausblick und neue Hoffnung bringt - einen neuen Ausblick für unser Land und eine neue Hoffnung für uns selbst. Moralische und geistige Aufrüstung ist die tragende Kraft jeder nationalen
Entscheidung. Sie überwindet Angst, Ehrgeiz, Habsucht, Selbstnachgiebigkeit und Haß. Moralische und geistige Aufrüstung ist das Geheimnis des Friedens. Sie bringt Frieden
ins Herz, Frieden ins Heim, Frieden ins Land. Sie allein bietet sichere Hoffnung auf
Frieden zwischen den Völkern, einen aufbauenden Frieden, der hervorgeht aus dem Gehorsam
aller gegenüber einem höchsten Plan. In dieser entscheidenden Stunde geloben wir, uns voll und. Ganz mit Herz, Gedanken und Willen einzusetzen für die moralische und geistige Aufrüstung unseres Landes, für den Aufbau der Welt von morgen, einer Welt von neuen Menschen, neuen Völkern, wo jeder Quell menschlicher Schöpferkraft freigelegt, unter Gottes Führung das Erbe der Menschheit bereichert." Dieses Dokument sei hier festgehalten für kommende Ereignisse. Zweifellos bedeutet dieses Gelöbnis von 121 führenden Politikern der Schweiz, ganz gleich ob sie Duttweiler oder Grimm heißen, weit mehr, als sich wohl die meisten dieser im Parteihader stehenden Herren darunter vorgestellt haben. Ob sie sich nicht auch weiterhin eher um ihre Parteiführung, als um Gottes Führung kümmern werden? ... Die nahe Zukunft wird viele Anlässe bieten, diese 121 Prominenten an ihr "Gelöbnis" zu erinnern. |