Re: Jehovas Zeugen ..


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von Drahbeck am 10. Dezember 2006 15:38:23:

Als Antwort auf: Jehovas Zeugen - Organisation des HASSES geschrieben von Bauer am 10. Dezember 2006 14:49:31:

Jehovas Zeugen sind eine Organisation - unbestritten.
Welcher Art indes wäre eine Frage die allenfalls im Text abgehandelt werden kann, jedoch in einer plakativen Überschrift, fehl am Platze ist!

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Sorry.
Vergleiche hinken. Unbestritten. Auch der Vergleich den ich jetzt bringen will hinkt. Er ist auch nicht optimal, aus dem Grunde schon nicht, dieweil Hitler in keiner Beziehung eine "Vorbild"person ist. Das also als ausdrückliche Vorrede.

Nun aber zur Substanz.
Im Jahre 1923 veranstaltete Hitler einen letztendlich gescheiterten Putsch. Einer seiner Mitkämpfer damals der Weltkriegsgeneral Erich Ludendorff. Später indes trennten sich die Wege der beiden zusehends. Nicht nur bedingt dadurch, dass Ludendorff selbst erfolglos für höhere politische Ämter kandidierte. Es gab noch einen anderen wichtigen Differenzen-Grund.

Ludendorff geriet zunehmend - auch in ideologischer Hinsicht - unter dem Einfluss seiner zweiten Frau Mathilde. Von Hause aus Nervenärztin aber nicht nur das. Was das für eine ist, mag schlaglichtartig der Titel eines ihrer Bücher veranschaulichen.
Titel "Erlösung von Jesu Christo". Deutschglauben so ihre Parole.

Hitler musste sich entscheiden. Einen anderen Kämpfer dieser Sorte (einen Herrn Dinter) hatte er schon achtkantig aus seiner Partei herausgeschmissen. Letzterer wollte eigentlich auch eine Art "Reformator" werden, ebenfalls mit dem Ziel Ersetzung des Christentums durch Deutschglauben. Dabei war er keineswegs "zurückhaltend" bei der Erreichung dieses Zieles. Die Folgen wurden schon genannt. Hitler entschied, der vergrault mir ja die Christen. Und deren Wahlstimmen benötigte er. Also musste er "verschwinden". Andere die ähnliche Intentionen wie Dinter hatten, etwa Alfred Rosenberg, konnten durchaus in Hitlers Partei überleben; dieweil sie in entscheidenden Momenten bereit waren, zu taktieren. Und sich in ihrer Taktik dem "obersten Taktierer" anzupassen.

Nun aber Ludendorff. Der war schon was, als von dem "Gefreiten Hitler" noch kein Spatz vom Dach irgendeinen Song krächzte. Und diesem Umstand war sich auch Hitler bewusst, der deshalb auch stets in einer sehr devoten Tonlage mit diesem redete.

Ludendorff passte nun Hitlers taktieren überhaupt nicht. Ihm konnte es mit der Realisierung des genannten Buchtitels nicht schnell genug gehen. Und deshalb stellte er den "kleinen Gefreiten Hitler" eines Tages diesbezüglich zur Rede.

Und was antwortete der "Gefreite" dem Weltkriegsgeneral?
Nun seine Antwort war die:
"Exzellenz können es sich leisten ihren Gegnern zu sagen, dass sie sie aufhängen werden. Ich aber benötige so wohl die Stimmen der Katholiken als auch der Protestanten".

Aus dem Grunde könne er den von Ludendorff geforderten rabiaten Kurs nicht mitmachen. Fortan waren beide Herrschaften geschiedene Leute. Ins KZ kam zwar ein Ludendorff nicht, aber diverse "Nadelstiche" bekam er schon zu verspüren, insbesondere ab der Zeit, wo die Hitleristen die tatsächliche Macht usurpiert hatten.

Verfolgt man dann die tatsächliche Kirchenpolitik im Naziregime, kann man eigentlich vorstehende Episode nur als "Treppenwitz" bezeichnen. Rosenberg (im Prinzip in den angesprochenen Antiklerilalismusfragen kaum anders als Dinter oder Ludendorff; nur eben "taktisch gewandter"), wurde gar noch von Hitler zum "Beauftragten für die gesamte weltanschauliche Schulung" gekürt (faktisch unter großem Schmerzens-Aufschrei der Kirchen) damit zu einer Art "Weltanschauungspapst" gekürt.

Was lehrt diese Episode. Nun wohl auch dies. Wer da lautstark verkündet "ihr werdet aufgehangen", hat wohl nicht die besten Karten. Ein gewisses "anpassen" an die Mentalität der Anzusprechenden ist schon vonnöten.

Also sind wir wieder bei dem Punkt. Völlig unabhängig von Inhalten, kommt es sehr wohl auch auf den Ton an, der da die Musik macht


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