Re: Will ich auch nicht zustimmen - 1914 unserem goldenen Kalb


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von + am 12. November 2006 11:48:27:

Als Antwort auf: Kann ich nicht zustimmen! geschrieben von Maximus am 12. November 2006 07:19:09:

Hallo Maximus!

Der erste und der zweite Weltkrieg war für die führenden Nationen der Erde derart traumatisch das diese Weltuntergangsphantasien bis in die heutigen Tage hineinreichen.

Von Verniedlichen kann jedoch keine Rede sein wenn man einer Behauptung widerspricht.

Der Behauptung der erste Weltkrieg war der erste Weltkrieg.
Der Behauptung Kriege haben seit 1914 zugenommen.
Der Behauptung wie hatten vor 1914 mehr Friedensjahre
Etc.

Das war so nicht.

Es geht mir um Folgendes:

Selbst wenn der erste und der zweite Weltkrieg die schlimmsten Kriege waren die die Menschheit erlebte (entschuldige, aber das ist lächerlich – aber lassen wir es bei der Behauptung).
Selbst wenn wir also deswegen 1914 als Eckdatum Hochstilisieren.
Selbst wenn wir also von der größten Opferzahl ausgehen würden –
in der Zwischenzeit verteilt sich diese Behauptung auf 100 Jahre!

Direkt nach den Weltkriegen war das Trauma sicherlich gewaltig aber wir erlebten seid dem eine der friedlichsten Fasen der Erde.
Trotz aller dramatischen Kriege die dem zweiten Weltkrieg folgten.

Entscheidend ist hier einzig allein die Frage:
stellen die Kriege ein Zeichen für den Beginn der Zeit des Endes seid 1914 dar?

Heute müssen wir diese Frage mit Nein beantworten.

Schau, wir sprechen von zwei unterschiedlichen Dingen.

Von dem Ende,
und der Zeit des Endes.

Das eine ist ein Schlussstrich – danach gibt es das Beendete nicht mehr.
Das andere ist ein Zeitraum in dem etwas Endet.

Wenn wir (und das ist das einzige worum es mir geht) uns mit 1914 auf den Beginn der Zeit des Endes Festlegen dann ist der Zeitraum entscheidend nicht ein traumatisches Ereignis.

Dies gilt für Seuchen, Erdbeben, Hungersnöte und auch für Kriege.

Als sich vor einiger Zeit in Japan ein gewaltiges Erdbeben ereignete waren wir alle Schockiert darüber.
Heute sind wir in der Lage dies zu relativieren.
Es gab weit schlimmere Erdbeben.
In der Summe (im Durchschnitt) erleben wir die Seismisch ruhigste Fase in der Erdgeschichte.
Auch wenn es wieder eine Zunahme geben würde (was momentan nicht so ist) wäre das eine normale Wellenbewegung der Zu- und Abnahmen.

Warum soll das gleiche nicht auch für die Kriege gelten?

Ich behaupte mit meinen Beiträgen doch folgendes:

Wir (die Wachtturm Gesellschaft) schufen uns mit 1914 ein goldenes Kalb.
Wir vergoldenten dies mit all unseren Wissensschätzen und tanzen mit dem Spielen unserer Königreichsmelodien seid über 100 Jahren darum herum.

Wir veränderten zwar die Bezeichnung für dieses Goldene Kalb:

Mal hängten wir sämtliche Prophezeiungen denen wir nur habhaft werden konnten um deren Hals.
Mal erwarteten wir tatsächlich Taten dieses Götzen.
Mal sahen wir ihn tatsächlich in Aktion
Mal sahen wir die Welt sich um diesen drehen
Heute nehmen wir diesem zwar Stück für Stück an prophetischer Bedeutung.

Aber es ist nach wie vor der Dreh- und Angelpunkt unserer Anbetung.
Keine Zeitschrift, kein Buch ohne 1914 / 607 / Zeit des Endes / Tag Jehovas.

Darum geht es mir.

Der letzte Tsunami war schrecklich.
AIDS ist schrecklich.
Der IRAK Krieg ist unerträglich
Bei dem Hunger in Afrika gibt es nichts zu verniedlichen.

Dies entschuldigt aber zu keinem Zeitpunkt unsere Götzen namens 1914.

Es versteht sich von selbst, dass das Bild der Welt ständig Veränderungen unterliegt, manchmal sehr plötzlichen Veränderungen.

Man kann sehr leicht ein imaginäres Szenario dessen entwerfen, was in den nächsten paar Jahrzehnten geschehen könnte.

Es ist nicht schwer, die Faktoren zu erfinden, um eine solche mutmaßliche Situation zu konstruieren.

Das Wachsen der Weltbevölkerung könnte zu Hungersnöten beispielloser Größe und Mortalität führen.
Da Seismologen für irgendeine Zeit vorhergesagt haben, dass sowohl in Japan als auch in Kalifornien große Erdbeben fällig sind, könnte man sich ein solches Ereignis vorstellen, und dass es Zehntausenden von Menschen den Tod bringt, wenn es sehr dicht besiedelte Gebiete wie Tokio, San Francisco und Los Angeles trifft.
In Zeiten von Hungersnöten und anderer großer Katastrophen können sich Epidemien schneller ausbreiten.
Daher könnte man sie in unkontrollierbaren Ausmaßen dem sich ankündigenden Bild hinzufügen.

Und nicht zuletzt könnte man das Gespenst des Atomkrieges in das Szenario einbeziehen, das, sollte es wahr werden, Millionen, ja sogar Hunderten von Millionen den Tod bringen könnte.

Das Problem bei der Verwendung eines solchen Szenarios entsetzlicher Katastrophen als Grundlage für Behauptungen über unsere Zeit und besondere Zeiträume seit 1914 ist, dass all diese Dinge immer noch nicht mehr als Möglichkeiten sind.

Es sind keine Realitäten.

Sie könnten geschehen, aber sie sind noch nicht geschehen.
Sie können daher nicht als Beweis für irgendetwas im Hinblick auf 1914 oder auf einen anderen bisherigen Zeitraum in unserer Zeit dienen.

Selbst wenn sich ein solches imaginäres Szenario tatsächlich in, sagen wir einmal, dem nächsten Jahrzehnt entwickeln sollte, was würde das bezüglich 1914 beweisen?

Die Wachtturm-Gesellschaft müsste immer noch erklären, warum es im Rest des 20. Jahrhunderts — dem Zeitraum, in dem das „kombinierte Zeichen" als Beweis für die „unsichtbare Gegenwart" Christi auftreten sollte — keine Zunahme bei einem der entsprechendem Merkmale dieses angeblichen „Zeichens" gab.

Die Vorhersagen über einen Zeitraum wären immer noch ein Puzzle ohne weitere Teile, die einer solchen möglichen, mutmaßlichen, künftigen Entwicklung vorausgingen.

Erklärungen, man könne die Hufschläge der vier Reiter hören, wie sie „herannahen und immer lauter werden", müsste man dann als Beweis für prophetisches Hören nehmen, ein Hören von verstärkten Geräuschen aus der Zukunft, da die Tatsachen bis heute zeigen, dass keiner der symbolischen „vier Reiter" heute sichtbarer ist als in früheren Jahrhunderten.

Die bloße Tatsache, dass etwas geschehen könnte, bedeutet nicht unbedingt, dass es geschehen wird.

Schon vor der Entwicklung der Atombombe hatten Nationen die bakteriologische Kriegführung mit erschreckendem Potential entwickelt.

Dennoch haben die Nationen nie auf den Einsatz ihrer fürchterlichen Waffen tödlicher bakteriologischer Kriegführung zurückgegriffen.

Es ist auch gut, sich daran zu erinnern, dass eine Atomwaffe zuletzt im Jahre 1945 gegen Menschen eingesetzt wurde.

Vorhersagen über die Zukunft aufgrund menschlicher Argumentation und Vermutung bleiben ein Ratespiel ohne Bezug zur wirklichen Erfüllung göttlicher Prophetie.

Einfach gesagt und Mutmaßungen und eingebildete Umstände beiseite geschoben:

Realität ist, dass unsere Zeit nicht mehr von Hungersnöten, Seuchen, Erdbeben, Krieg, Verbrechen oder Furcht heimgesucht wurde als andere Generationen in der Vergangenheit, und in mancher Hinsicht wurde sie es sogar weniger.


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