Re: Speise zur rechten Zeit – 1873 - Ja, aber!


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von Drahbeck am 22. Oktober 2006 08:19:42:

Als Antwort auf: Speise zur rechten Zeit – 1873 - Ja, aber! geschrieben von + am 21. Oktober 2006 23:46:12:

Ich möchte mal noch auf einem Detailaspekt zurückkommen.
@+ schrieb:

„Der letzte Wachtturm, der auf seiner Titelseite auf das wechseln des Millenniums im Jahre 1873 hinwies war der Wachtturm vom 15.12.1930"
Und als Beleg dazu wird das Titelblatt der Schweizer Ausgabe des „Wachtturms" vom 15. 12. 30 vorgestellt.

http://i113.photobucket.com/albums/n209/mspanger/WT15121930titel.jpg

Grundsätzlich ist festzustellen. Zur fraglichen Zeit wurde der „Wachtturm" sowohl in Magdeburg als auch - unabhängig davon - in Bern gedruckt.
Ähnliches galt auch für das „Goldene Zeitalter".
Insbesondere bei letzterem ist mehrfach nachweisbar. Es gab inhaltliche Differenzen zwischen der Berner und Magdeburger Ausgabe des GZ. Einmal, das gleiche Artikel in verschiedenen Ausgaben erschienen. Zum zweiten aber auch, das einzelne Artikel, Karikaturen usw. nur in einer der beiden genannten Ausgaben nachweisbar sind.

Auch für die ersten Jahre nach 1945 sind mir sehr wohl (meistens Datumsmäßige) Unterschiede zwischen der Schweizer und der Deutschen Ausgabe des „Wachtturms" bekannt.

Nun ist es wohl so, dass kaum ein Sammler sagen kann, wirklich alles 100prozentig zu besitzen. Das gilt auch für mich. Meine Studien der „Wachtturm"-Jahrgänge und daraus gewonnener Exzerpte, basieren im wesentlichen auf Fernleih-Bestellungen in wissenschaftlichen Bibliotheken, unter den hektischen Lesesaalbedingungen. Den „außer Haus" bekam man diese Fernleihen (mit Erscheinungsjahr vor 1945) prinzipiell nicht.

Dann gab es da mal zeitweilig eine „Seifenblase" namens Gerald Becker. Der bot zeitweilig entsprechende Kopien an. Gut und schön. Nur nicht jeder rechnet sich zu den „Krösussen" was die Finanzen anbelangt. Und so ist eben die Situation eingetreten. Es wurde keineswegs „alles" bestellt was mal möglich war (aus fiskalischen Gründen). Wenn man zudem fragliches auf dem Fernleihweg schon eingesehen hatte, hat man zudem noch ein zusätzliches Maß an Zurückhaltung an den Tag gelegt.

Derzeit habe aber (wohl nicht nur ich) die Erfahrung gesammelt. Wer heute noch etwas bei Becker bestellen will, der stößt auf ziemlich taube Ohren. Oder „bestenfalls" Hinhaltungen und leeren, nicht erfüllten Versprechungen.

Für mich persönlich gilt daher. Die Schweizer Ausgabe des „Wachtturms" aus den zwanziger bis Anfang der dreißiger Jahre habe ich nicht eingesehen.
a) weil ich selbige aus deutschen Bibliotheken eingesehen, und
b) weil ich eine zusätzliche Einsichtnahme der Schweizer Ausgabe gegenüber der Fernleihabteilung nur schwer hätte begründen können. Solche Fernleihen kosten auch Geld. Nicht nur für den Nutzer. Auch für die wissenschaftliche Bibliothek, die für die versicherte Rücksendung des Ausgeliehenen gegenüber der Geberbibliothek letztendlich haftbar ist. Kennt man heutige Postpreise, weis man, was da für Kosten anlaufen können.

Das vielleicht als Vorrede.
Bezogen auf die Magdeburger Ausgabe des „Wachtturms" war mein Erkenntnisstand bisher der, dass die Ausgabe vom 1. Oktober 1928 zum letzten Mal die ominöse 6000-Jahr-Berechnung auf dem Titelblatt präsentierte. (1928, seit Adam 6056). Danach verschwand sie ersatz- und kommentarlos.

Insofern hat man wohl auch bei diesem Detailaspekt eine Differenz zwischen der Schweizer und der deutschen Ausgabe des „Wachtturms" zu registrieren.


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