Du hast die ganze Welt durchschritten standest aber noch nie am Start


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von + am 20. Mai 2006 00:35:39:

Als Antwort auf: Re: Infolink ist ein wertlosed Hochstaplerforum! geschrieben von Raccoon am 19. Mai 2006 19:50:22:

Hallo Raccoon!

Meine Antwort zu Deinem Schreiben steht noch aus.
Es lag nicht in meinem Interesse ein anderes Forum zu Bewerten.
Weder zu loben noch herabzuwürdigen.

Meine Antwort galt einzig der Aussage von L. im Stile von „Rock´n Roll ist tot“.
Selbst L.´s Beiträge will ich nicht abschätzig bewerten (er war ja einer derjenigen die von mir einen Pokal bekamen…).

Auch sagte ich absichtlich dass es keinen Grund gibt zwischen Bildzeitung und Spiegelillustrierte zu werten.

Umso mehr möchte ich mich für Deine Einladung bei Infolink bedanken.
Ich könnte mir vorstellen dass ich mich im Falle eines Ausschlusses tatsächlich bei Infolink anmelden würde.

Die Frage ist ob mich bis dahin das Thema noch interessiert ;-)

Du schreibst dass Du Dir mittlerweile nur noch schwer vorstellen kannst dass die Bibel Gottes Wort sei.
Wenn ich mir Deine Geschichte durchlese fallen mir zwei Dinge auf.

Zum einen entsteht der Eindruck dass Du noch nie einen unbefangenen Kontakt zu Gott gesucht hast.
Alles war so überfrachtet mit Zwängen, Erwartungen, Ängsten, Verboten und Regeln von denen manche nie wirklich existierten.

Heute bot sich uns ein wunderschönes Naturschauspiel.
Warmer Sonnenschein – blauer Himmel – starker Wind der strahlend weiße Wolken riesig auftürmte und vor sich herjagte.
Seid April 2005 ließt und schreibst du sehr viel hier im Internet.
Suchst Du etwas?
Suchst Du nach Gott?
Heute ist Samstag.
Warum fährst Du nicht auf einen höheren Platz in Deiner Gegend – von mir aus allein (darauf komme ich gleich zurück) – und lauschst der Natur?
Nimmst Dir bewusst Zeit um zur Besinnung zu kommen.

Deine Geschichte bettelt förmlich nach Zeit.

Nach einer Art Besinnung.
Zu sich kommen – mit sich ins Reine kommen.
Metafern die alle mit irgendwelchen Klischees behaftet sind die ich hier alle nicht meine.
Die mich alle samt nicht interessieren.

Ich meine ein zu Ruhe kommen.
Ein Schritt zurück um Deinen Gott kennen zu lernen.
Könnte es sein das Du Deinen Gott noch gar nicht gefunden hasst?

In Deinem Bericht fand ich einen Schritt zur Freiheit.
Du erlaubtest Dir mit Deiner Frau – während des Kongressprogramms – draußen in der Mittagspause zu bleiben und – „Luft zu holen“.

Genau von diesem „Luft holen“ spreche ich.
Nicht davon irgendwelche neuen Zwänge mit irgendwelchen neuen Denkmustern um diese im Laufschritt zu bewältigen.

Wann hast Du Dir das letzte Mal bewusst Zeit genommen mit Deinem Gott wissend zu schweigen?

Das Zweite das mir auffiel war das Du Dich geradezu fürchtetest mit Deiner Frau zu reden.

Als meine Frau und ich über Heiraten redeten war es mir unbedingt wichtig dass sie zumindest eine Zeitlang meinen bestimmten Zweig des Vollzeitdienstes selber erleben musste.
Wir waren beide Vollzeitdiener – aber ich sagte ihr ganz offen dass sie das was ich sehen musste, auch sehen muss um mich zu verstehen.

Abstand war mir immer wichtig.
Auch in Studien provoziere ich gerne – ich akzeptiere nur sehr ungern stereotype Antworten.
Weder von Brüdern noch von Interessierten.
Genauso bei meiner Frau oder später bei meinen Kindern.

Nehmen wir die letzten Dramen der Bezirkskongresse.
Hier ging es um die ersten Christen und Stephanus.
Wer hat diese Verfolgt?
Woher lauerte die Gefahr?

Es waren die eigenen Brüder.
Die Gefahr lauerte in den eigenen Reihen.
Diese waren jedoch Lektionen die ich meiner Frau, zum Glück, nie beibringen musste.
Wohl aber deutlich beim Namen nennen.

Ich habe mich immer durch Kunst z.B. Musik versucht zu Artikulieren.
Diese Musik mache ich nur für mich.
Sozusagen für mein „ich“ in 10 Jahren.
Ich sage mir in 10 Jahren was ich heute denke.
So kann ich heute über Jahre zurückverfolgen was ich damals dachte.

Das habe ich damals meiner Frau gegeben als wir uns kennen lernten.

Ich glaube das Manfred seid gestern nachvollziehen kann das dies durchaus unmissverständlich sein kann.
Meine Frau meinte übrigens dass ich Manfred möglicherweise damit schockiert habe
– er nennt es mystisch ich nenne es Religiös.

Die Aussage von Bruder Barth das wir uns leichte klassische Volksmusik anhören sollen war für mich immer schon eine Farce.
Schon als Teenager nahm ich von den Volksmusik-Platten meines Vaters Fassetten auf Band auf, verfälschte diese zum Beispiel durch das „Loopen“, verändern der Geschwindigkeit oder indem ich die Bänder teils Rückwerts zusammenklebte und mischte Rhythmus, Musik oder Geräusche dazu.

Leider ist 1983 das meiste davon verloren gegangen.

*** g83 22. 2. S. 29 Wir beobachten die Welt ***
Teuflische Musik
• „Backward masking“ wird in den USA die Methode genannt, heimlich dämonische Botschaften der Teufelsanbeter auf Musikschallplatten zu bringen, die man nur hören kann, wenn man sie rückwärts abspielt. Das Musikmagazin Stereo (10/82) meldet: „Ein kalifornischer Kongreßabgeordneter verfügt nach eigenen Angaben über Unterlagen, aus denen klar hervorgeht, daß Gruppen wie die Beatles und Styx, Led Zeppelin, Kiss und die Rolling Stones solch satanische Appelle und Texte in ihre Bänder mischten. Angeblich gilt dasselbe auch für Bands wie Pink Floyd, AC/DC, die Eagles und Fleetwood Mac.“ Der Abgeordnete will eine Gesetzesvorlage im Kongreß einbringen, die einen warnenden Aufkleber auf solchen Platten zur Pflicht macht. Wie den Unterlagen zu entnehmen ist — die amerikanische Phonozeitschrift Billboard berichtete darüber —, enthalten nicht nur die Platten selbst Botschaften, die „gotteslästerlich und okkult sind und aus der Satansanbetung stammen“, sondern auch manche Plattenhüllen sind „eklatant mit okkulten Symbolen und satanischen Abbildern“ verziert. Demnach kann bereits die Verpackung einer Schallplatte Christen einen Hinweis geben, daß sie verderbliche Musik enthält.

Zu diesem Zeitpunkt landete das meiste im Müll.
Was mich betrifft eigentlich alles.
Aber bei Verwandten ließ sich zum Glück nach Jahren das eine oder andere Rekonstruieren.

Ich erinnere mich an eine Begebenheit als ich an einem Sonntagnachmittag allein (damals noch ledig) - (man kann im Bethel sehr alleine sein) und nur einen einfachen Kassettenrekorder als Diktiergerät hatte.

 

Wegen dem „Zucker“ Erwachet von 1983, besaß, sielte und hörte ich zu diesem Zeitpunkt keine Musik.
Ich hatte jedoch noch ein paar gelöschte Musik Kassetten von früher als Leerkassetten für Kongressaufnahmen aufgehoben.

 

Eben eine dieser gelöschten Kassetten legte ich an dem besagten Sonntagnachmittag in den primitiven Kassettenrekorder.
Drückte auf Play und drehte die Lautstärke voll auf.
Schloss die Augen und lauschte…

http://www.wuerden.com/sonx/100nervigsten/Wei%DFes%20Rauschen.mp3
(Daher meine heutige Neigung zu „White noise“)

Dieses Erlebnis ist ein Exempel für die Absurdität der Aussage von Bruder Barth und seiner Interpretation der Vernunft.

Du Dankst dem Internet das es Dir die Augen öffnete.
Die Fakten aus dem Internet mit seinem „darum herum“ sind interessant
– aber die Wirklichkeit ist schlimmer.
Du kennst Deine kleine Welt
– Du magst Dich von Deinen erlebten Höllen befreit haben
– ohne Deine Höllen werten zu wollen, es gibt größere Höllen als diese.

Ich merke doch dass Du nach etwas suchst.

Bevor jedoch andere Dir Antworten geben können benötigst Du möglicherweise Zeit mit Dir und Deinem Gott ins Reine zu kommen.
Tut mir Leid wenn das jetzt abgedroschen klingt.

Schon aus Rücksicht darauf wie Deine Frau darüber denkt.
Du schreibst: „Endlich führten wir ein richtiges Familienstudium durch.“
Damit komme ich auf den Begriff „alleine“ zurück.

So wie Du Deine Erlebnisse Beschreibst erkanntet Ihr beide dass nicht der böse Heide sondern Eure Brüder Eure größten Feinde waren.

Die Konsequenz daraus war das Ihr Euch von Euren größten Feinden getrennt habt.

Und jetzt suchst Du etwas.

Ihr habt möglicherweise die Ganze Welt durchschritten habt aber noch nie am Start gestanden.


Als sie dann herauskamen, flohen sie von der Gedächtnisgruft,
denn Zittern und eine starke Gemütsbewegung hatte sie ergriffen.
Und sie erzählten niemandem etwas,
denn sie fürchteten sich.
(Markus 16:8)


ZurIndexseite