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| Geschrieben von anonym am 02. November 2005 23:13:14: Hallo Nora Deinen Beitrag sollte man in Stein meißeln
Wenn das Ergebnis dazu führt das man keine Debatten über Geschlechtsregister führt die zu nichts führen und nur Nachfragen Veranlassen. ------------------------------------------------------------
Zuerst einmal liegt das daran das die Babylonische Geschichte als Weltreich nur 70 Jahre umfasst. Vor allem aber aufgrund der Tatsache das die Babylonier ihre Dokumente in Steintafeln
verfassten. Bei Steinmeißeln versteht man möglicherweise Inschriften in Gebäuden. Aussagekräftiger deswegen weil die Babylonischen Könige sehr abergläubisch und von
ihren Göttern abhängig waren. Assyrische Könige dagegen sahen sich selber als Gottheit. Aber wie gesagt die Geschichtsschreibung wie zum Beispiel Inschriften an Gebäuden meinte ich dabei nicht. Ich spreche von ganz Alltäglichen Dokumenten. Die in dem Buch Dein Königreich komme angesprochenen tausenden Keilschrift Dokumente. Dies waren zumeist Handels- und Verwaltungsurkunden. Seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts hat man Hunderttausende von Keilschrifttafeln
in Mesopotamien ausgegraben. Eineinhalb Talente Salz, Zehntausende derartig datierter Keilschrifttexte aus der neubabylonischen Zeit sind
ausgegraben worden. Es gibt also aus jedem Jahr der gesamten neubabylonischen Epoche viele Hundert solcher
mit Datum versehenen Tafeln! Dies haben R. A. Parker und W. H. Dubberstein in ihrem Werk So ist im letzten Text aus der Herrschaftszeit Nabonids das Datum VII/17/17 angegeben
(13. Oktober 539, Julianischer Kalender), obwohl in der Chronik des Nabonid gesagt wird,
Babylon sei am VII/16/17 gefallen, also einen Tag eher. "Die letzte Tafel aus Uruk aus Nabonids Zeit trägt interessanterweise das Datum
des Tages nach der Eroberung Babylons durch Kyros. In einer weiteren aufschlussreichen Handelsurkunde, publiziert von R. H. Sack, werden das 43. Jahr Nebukadnezars und das Antrittsjahr seines Sohnes Ewil-Merodach erwähnt. Das Sklavenmädchen Lit-ka-idi wurde dem Nabu-ahhe-iddina "im Monat Ajaru, 43.
Jahr Nebukadnezars, des Königs von Babylon" übereignet. Damit wird durch diesen Text die Länge der Regierungszeit Nebukadnezars festgelegt und gezeigt, daß sein Nachfolger Ewil-Merodach hieß. Aus anderen Handelsurkunden geht hervor, daß die Herrschaft Nebudkadnezars am Ende des Monats Ululu in seinem 43. Jahr endete, womit sein Tod auf die ersten Tage des Monats Oktober 562 v.u.Z. fällt. Der späteste Text aus Ewil-Merodachs Herrschaftszeit ist datiert V/17/2 (7. August 560) und der früheste Text aus Neriglissars Herrschaft trägt das Datum V/21/Antrittsjahr (11. August 560). Damit läßt sich der Todestag Ewil-Merodachs für die Zeit zwischen dem 7. und 11. August 560 v.u.Z. festlegen. Wenn die neubabylonische Epoche um 20 Jahre verlängert werden soll, damit die Zerstörung Jerusalems auf das Jahr 607 v.u.Z. fällt, wo sind dann die vielen Tausende von Texten aus Handel und Verwaltung, die das Datum dieser fehlenden Jahre tragen? Warum haben wir zwar viele hundert Tafeln aus jedem der ersten 17 Regierungsjahre Nabonids, aber nicht eine einzige aus seinen späteren Jahren, wenn er mehr als 17 Jahre herrschte, wie von der Wachtturmgesellschaft behauptet? Zwanzig Jahre sind etwa ein Fünftel der ganzen neubabylonischen Epoche. Nehmen wir aber einmal an, es habe einige fehlende Jahre wirklich gegeben und die vielen Tausend Tafeln aus dieser Zeit sind durch einen unglaublichen Zufall nicht gefunden worden. Warum sollten es dann gerade 20 Jahre sein, die fehlen? Weshalb können es nicht 17, 13 oder 7 Jahre sein, oder vielleicht einzelne Jahre, die verstreut liegen über die ganze neubabylonische Zeit? Warum fehlen Tausende von Tafeln gerade nur aus denselben 20 Jahren, die auch sonst in keiner Quelle auftauchen, und nicht aus einer anderen 20-Jahr-Periode? Hin und wieder werden neue Berge von Tafeln ausgegraben, übersetzt und manchmal publiziert, doch nie kommen die fehlenden 20 Jahre vor. Das Haus Egibi. Zahlreiche Handelsurkunden stammen aus den Archiven von "Bankhäusern" in
Babylonien. Zwei der bekanntesten Bankhäuser aus der neubabylonischen Zeit gehörten den Familien
Nur-Sin und Egibi. Die Handelsurkunden des Hauses Egibi wurden von Arabern in der Regenzeit des Jahres
1875-76 in einem Erdhügel nahe Hillah entdeckt, einem Ort etwa sechs Kilometer
südöstlich der Ruinen von Babylon. Während der folgenden Monate wurden die Tafeln von W. St. Chad Boscawen untersucht, und sein Bericht erschien in den Transactions offne Society of Biblical Archaeology 6 (1878) S. 1-78. Die nun folgenden Angaben sind diesem Bericht entnommen. Boscawen stellt fest, daß die Tafeln "die verschiedensten Geldgeschäfte eines babylonischen Bank- und Handelshauses, das unter Egibi und Söhne firmierte, erfassen". Auf den Tafeln sei "jedes nur denkbare Handelsgeschäft enthalten, angefangen beim Kredit über ein paar Schekel Silber, bis zum Verkauf oder der Zusage einer Hypothek für ganze Ländereien im Wert von Tausenden von mana Silber". Er merkte nach kurzer Sichtung, daß es sich lohnte, die Namen der Firmeninhaber des Hauses Egibi nachzuverfolgen, und nach genauer Analyse beschrieb er folgende Firmenchronik: Vom 3. Jahr Nebukadnezars an hatte jemand mit dem Namen Sula die Leitung über die
Firma Egibi inne, und zwar 20 Jahre lang, bis zum 23. Jahr Nebukadnezars. Zusammenfassend erhalten wir vom 3. Jahr Nebukadnezars II. bis zum Sula als Firmenchef.
..20 Jahre Damit ergeben sich 83 Jahre vom ersten Jahr Nebukadnezars II. bis zum ersten Jahr Darius' Hystaspis. Zählt man vom ersten Jahr des Darius Hystaspis (521 v.u.Z.; siehe Hilfe zum Verständnis der Bibel, S. 287) 83 Jahre rückwärts, so kommt man auf 604 v.u.Z. als erstes Regierungsjahr Nebukadnezars. Bereits das Archiv des Hauses Egibi wäre ausreichend, um die Zeitdauer des
neubabylonischen Reiches festzulegen. Die in diesen Urkunden enthaltenen Beweise lassen keinen Raum für eine Lücke von 20 Jahren in der neubabylonischen Geschichte ab Nebukadnezar. Da das Archiv datierte Tafeln bis zum 43. Jahr Nebukadnezars, dem zweiten Jahr Ewil-Merodachs, dem 4. Jahr Neriglissars und dem 17. Jahr Nabonids enthält, bestätigt es das Jahr des Sturzes von Jerusalem um 587 v.u.Z voll und ganz. Seit dem letzten Jahrhundert hat man noch weitere Sammlungen von Keilschrifttafeln aus
dem Haus Egibi entdeckt. Man kann die Bedeutung der Texte aus Handel und Verwaltung für die Chronologie der neubabylonischen Zeit gar nicht überschätzen. Siehe auch: www.achemenet.com/pdf/nabu/nabu1997-058.pdf
www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2164/artid/4800049 www.uni-magdeburg.de/unirep/UR2002/september2002/antike.html |