Re: Bolivien


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von Drahbeck am 26. Oktober 2005 05:46:34:

Als Antwort auf: Es ist fast schon wieder wie früher geschrieben von Drahbeck am 16. Oktober 2005 10:51:59:

Über einen Missionserfolg der etwas makabren Art berichtet der „Wachtturm" vom 1. 9. 2005
Danach suchte eine völlig verschüchterte Gruppe von Mennoniten in Bolivien, im Jahre 2000 eine Missionarsstation der Zeugen Jehovas auf.
Zitat:
„Die Männer trugen Latzhosen, die Frauen dunkle Schürzen; sie unterhielten sich in einem deutschen Dialekt. Angst stand ihnen im Gesicht geschrieben. Ständig schauten sie, ob ihnen nicht jemand gefolgt war."

Man erfährt weiter. Diese Gruppe, ansonsten auf einer abgelegenen Farmer-Siedlung lebend, hatte schon einige Jahre die per Post erhaltene WTG-Zeitschrift „Der Wachtturm" gelesen.
Das Charakteristikum - man kennt es ja auch von den Zeugen Jehovas - solcher Gruppen besteht ja darin, sich suggestiv im Stile eines katholischen Rosenkranzes oder einer tibetanischen Gebetsmühle, selber einzureden: „Man lebe in einem geistigen Paradies".

Ganz so „paradiesisch" waren die dortigen Zustände doch wohl nicht, wofür auch die Angabe spricht:
„Manche Mennonitengemeinden sind in dem Entschluss, sich von der modernen Welt getrennt zu halten, an Orte gezogen, wo die Behörden sie ungestört lassen. In Bolivien beispielsweise leben schätzungweise 38.000 Mennoniten in zahlreichen abgelegenen Kolonien nach jeweils unterschiedlichen Verhaltensregeln. In manchen Siedlungen dürfen keine Kraftfahrzeuge benutzt werden, sondern nur Pferd und Buggy. Zum Teil sind auch Radio, Fernsehen und Musik verboten. In einigen Kolonien ist es nicht einmal erlaubt, die Landessprache zu erlernen. „Die Prediger lassen uns nicht Spanisch lernen, damit sie uns unter Kontrolle haben", sagte ein Bewohner. Viele fühlen sich unterdrückt und leben in der Angst, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden - eine Schreckensvision für jemand, der das Leben draußen nicht kennt."

Tja, mag man dazu nur sagen. Einige der eben geschilderten Charakteristika kommen einem doch merkwürdig bekannt vor. Lediglich einzuräumen wäre, dass unter Blinden der Einäugige König ist. So gesehen, haben die Zeugen da tatsächlich ein höheres Niveau erreicht.

Es kam wie es wohl kommen musste. Die „unbotmäßig" gewordenen Mennoniten, die da den „Wachtturm" lasen, mussten nun die Repressionsschraube, die sie letztendlich noch tiefer in die Arme der Zeugen trieb, am eigenen Leibe bitter auskosten. Dafür spricht auch die Angabe:

„Der Milchwagen der siedlungseigenen Käserei ließ beim Abholen der Milch das Haus von einer der Familien aus und brachte sie damit um ihre einzige Einnahmequelle. Ein Familienvater verlor seine Arbeit. Einen anderen schickte man mit leeren Händen aus dem Lebensmittelladen weg und seine zehnjährige Tochter wurde von der Schule verwiesen. Ein Haus wurde umstellt, weil Nachbarn einem der jungen Männer die Frau wegholen wollten, mit der Begründung, sie könne doch nicht bei ihrem ausgeschlossenen Mann bleiben."

Der Artikel endet mit der Angabe, dass insgesamt elf dieser vormaligen Mennoniten nunmehr zu den Zeugen Jehovas übergetreten seien, auch de jure, durch ihre erneute Taufe.

Bei allem Mitleid dass man für diese bedauernswerten Opfer mennonitischer Willkür auch haben mag. Eine rechte „Jubelstimmung" vermag angesichts des Endresultates wohl doch nicht einzutreten; bzw. nur bei denjenigen, die sich da als „Könige" wähnen, dieweil sie einäugig sind!

Hingewiesen sei auch auf den gleichfalls in Bolivien handelnden Fall

Domiitila


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