Re: Der Fall Charlotte Tetzner

Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von D. am 06. Mai 2005 08:36:46:

Als Antwort auf: Re: Der Fall Charlotte Tetzner geschrieben von Drahbeck am 17. Oktober 2004 08:06:17:

Report einer Leidensgeschichte
Tagebuchartig schildert Charlotte Tetzner ihr Leben
Über 80 Jahre alt musste Charlotte Tetzner aus Gersdorf werden, ehe sie sich die schrecklichsten Erfahrungen und Erlebnisse von der Seele schreiben konnte. Ostern 1941 wurde die Tochter eines kroatischen Kommunisten gemeinsam mit ihrer Mutter in Sippenhaft genommen. Ravensbrück, Auschwitz-Birkenau, Groß-Rosen, Mauthausen, Bergen-Belsen, Mittelbau-Dora hießen die Stationen ihres Leidensweges. Im Konzentrationslager sind es die Zeugen Jehovas, die Charlotte Tetzner aus ihrer seelischen Not herausführen. In ihnen findet sie Beistand und durch den christlichen Glauben die notwendige Kraft, die Schreckenszeit zu überstehen.
In dem tagebuchartigen Report „Frierende" legt Charlotte Tetzner ihre Erinnerungen nieder. Sie vermittelt ein eindrucksvolles Bild, ohne sich in allzu vielen Details zu verlieren. Mit dem Ende des Faschismus, in der DDR-Zeit, war jedoch für die Autorin und die Zeugen Jehovas die Verfolgung nicht zu Ende. So wurde Charlotte Tetzner beispielsweise Anfang der 50er Jahre der Status „Opfer des Faschismus" aberkannt. Vertieft wird die individuelle Leidensgeschichte durch einen Essay des Historikers Hans Hesse.
Zur prägnanten Sprache kommen in diesem Buch die bildkünstlerischen Aspekte. Der Gersdorfer Maler und Grafiker Heinz Tetzner bereichert die Schilderungen durch Zeichnungen und Holzschnitte, die unter dem Eindruck der Erzählungen seiner Frau entstanden sind. Sie illustrieren nicht den Text, korrespondieren jedoch kongenial mit ihm. Kommentiert wird die Bilderfolge von der Kunsthistorikerin Elke Purpus. Tetzners etwa 1948 entstandene Zeichnung „Frierende" wurde zum ideellen und optischen Titel dieses Buches.
www.freiepresse.de/TEXTE/NACHRICHTEN/KULTUR/TEXTE/220261.html

Charlotte Tetzner


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