Re: Macht's gut


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von Drahbeck am 14. Dezember 2004 10:59:26:

Als Antwort auf: Macht's gut geschrieben von Willi W... am 14. Dezember 2004 09:46:47:

Schade Willi. Ich will Dir Deine Entscheidung nicht ausreden. Ich möchte nur den einen Spruch noch zu bedenken geben: „Man soll nie, nie sagen".
Gelegentlich habe ich auch hier schon andere Diskutanten kommen und gehen sehen. Übrigens ist das nicht „nur" hier so, sondern auch andernorts.
Ich habe es durchaus geschätzt, in @Willi einen Vertreter der „liberalen Zeugen Jehovas-Fraktion" begegnet zu sein. Die sind mir allemal noch lieber als die „Hardliner". Zugleich hat aber auch Willi mich nicht davon überzeugen können, dass an der Feststellung: Alle wesentlichen Machtfunktionen in der WTG-Organisation sind nach wie vor in der Hand der „Hardliner". Das sich an dieser Feststellung etwas verändert hätte.

Dann noch dies. Tiefgehende Verletzungen, letztendlich als Folge dieser „Hardliner" sind vielfach in der „Aussteigerszene" zu beobachten. Das schlägt sich auch, nicht selten in entsprechend, sagen wir's mal so: Nicht optimal formulierten Postings nieder. Auch hier kann ich nur darum bitten, zu versuchen zumindest - ein gewisses Verständnis für Ursache und Wirkung zu entwickeln.

Ich sagte es schon früher. Die „Aussteigerszene" ist und wird Minderheit bleiben. Das ist auch in anderen totalitären Organisationen so. 1950, 1960, 1970 selbst noch 1984 hätten selbst die kühnsten Optimisten nicht davon zu träumen gewagt, dass die DDR an ihren eigenen inneren Widersprüchen letztendlich scheitern würde. Gewünscht hatten das sicherlich viele. Das ist unstreitig. Das ist aber tatsächlich einmal eintreten würde. Daran haben nur die allerwenigsten geglaubt, mich dabei mit eingeschlossen.

Auch dabei war beachtlich. Es mussten erst gewisse flankierende Rahmenbedingungen eintreten, damit die Entwicklung in der DDR so laufen konnte, wie sie dann tatsächlich eintrat.

Ohne einen Gorbatschow, ohne faktische Aufkündigung des RGW (Rat für gegenseitige wirtschaftliche Hilfe der Ostblockstaaten), ohne die Öffnung der ungarischen Grenze nach Österreich, hätte es wohl so schnell nicht einen 13. 11. 1989 gegeben. Das Pendel hätte auch anders ausschlagen können, indem etwa die DDR-Staatssicherheit nicht paralysiert geblieben wäre, sondern härter zurückgeschlagen hätte.

So abwegig halte ich diesen Vergleich auch in Bezug auf Jehovas Zeugen nicht.
Wie auch immer. Ich wünsche Dir persönlich alles Gute.
Da man nie, nie sagen soll. Vielleicht lesen wir uns wieder einmal!


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