Familie Prügelpeitsch


Rund ums Thema Zeugen Jehovas

Geschrieben von D. am 08. Dezember 2004 11:37:21:

Knast auf Bewährung für schlimme Prügel-Eltern
Mit Stock und Backblech auf Tochter (12) eingeschlagen

LEIPZIG - Gewalt gegen Kinder - in Deutschland ist sie offiziell geächtet. Seit Inkrafttreten des neuen Kinderschutzgesetzes 2001 sind selbst Ohrfeigen in der Erziehung verboten. Dass die Realität in den Familien oft anders aussieht, zeigt ein Fall aus Leipzig. Dort wurde gestern ein Elternpaar zu Bewährungsstrafen verurteilt, weil es die Tochter jahrelang verprügelte.


Im Mai 2003 reichte es Conny. Nach der x-ten Tracht Prügel riss die damals Zwölfjährige von zu Hause aus und ging geradewegs in eine Arztpraxis. Die Medizinerin traute ihren Augen kaum: Das Mädchen war zerschunden - überall Hämatome und Hautabschürfungen. Sichtbare Folgen einer jahrelangen Tortur im Elternhaus.

Schon bei geringsten Anlässen, so berichtete Conny später der Polizei, habe sie von ihren Eltern Prügel bezogen. Allein für den Zeitraum von September 2001 bis Mai 2003 konnte die Staatsanwaltschaft Mutter Bianca (31) und Stiefvater Steffen H. (35) 14 brutale Übergriffe nachweisen.

Während er zumeist mit einem Schuh zuschlug, prügelte sie schon mal mit einem Stock so lange auf die Tochter ein, bis dieser zerbrach. Damit die Nachbarn die Schreie nicht hören, drückte Bianca H. dem Mädchen ein Kissen ins Gesicht. Krassester Fall: Als sich Conny einmal weigerte, verschimmeltes Brot zu essen, soll sie die Mutter mit einem Backblech verprügelt haben.

Was sind das für Eltern, die ihrem Kind so etwas antun? Steffen H. war bis vor kurzem noch erfolgreicher Marketingleiter eines renommierten Großhandelsunternehmens für Kfz-Teile. Als seine Taten in der Firma bekannt wurden, versetzte ihn der Chef aus Angst ums Image ins Lager.

Bianca H. ist Hausfrau. Sie wuchs in einer den „Zeugen Jehovas" verschriebenen Familie auf und wurde von ihren glaubensfanatischen Eltern nach eigenen Angaben auch geschlagen. Mit 16 floh sie aus Elternhaus und Sekte. Vor dem Landgericht gestanden die Eltern gestern alle ihnen zur Last gelegten Taten. „Ich war mit der Erziehung meiner Tochter überfordert", gestand Bianca H. unter Tränen ein. Steffen H. sprach von „Ausrastern", die ihm jetzt Leid täten. Beide waren bemüht, Reue zu zeigen.

In einem ersten Prozess, Mitte des Jahres, hörte sich das noch ganz anders an. Damals leugneten die Prügel-Eltern den Großteil der Taten, stellten die Tochter, die nun in einer WG des Jugendamtes lebt, als Lügnerin dar. Die Quittung: Das Amtsgericht verurteilte Mutter und Stiefvater im Juni wegen Misshandlung Schutzbefohlener und gefährlicher Körperverletzung zu Freiheitsstrafen von drei bzw. zweieinhalb Jahren. Ihre Geständnisse in zweiter Instanz retteten jetzt beide vor dem Gefängnis. In einem Anflug vorweihnachtlicher Milde minderte das Landgericht das Urteil ab. Bianca wurde zu zwei Jahren, Steffen H. zu 22 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. (-bi.-) 

  • www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=735191



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