Re: Re:Teil XII der Verlautbarung von Herrn Tjaden

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 20. Juli 2008 18:53

Der letzte vorangegangene Teil unter:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,7689,7689#msg-7689


Vor zwei Jahren sind die Zeugen Jehovas in Berlin als Körperschaft des öffentlichen Rechtes anerkannt worden. So steht es auf den Internet-Seiten dieser Glaubensgemeinschaft. Laufend sollen die Leserinnen und Leser dort über die weiteren Schritte in den anderen Bundesländern informiert werden. Doch neue Nachrichten tauchen nicht auf. Warum?

Auch beim ersten frühen Termin vor dem Hamburger Landgericht im Verfahren Jehovas Zeugen in Berlin gegen Heinz-Peter Tjaden hat das Berliner Urteil eine Rolle gespielt. Der Richter wies darauf hin, dass vom dortigen Gericht trotz Recherchen bei Behörden und Familiengerichten keine Hinweise darauf gefunden worden seien, dass sich bei Zeugen Jehovas Scheidungen häufen.

Das Thema Ehe ist aber Gegenstand der juristischen Auseinandersetzung zwischen der Glaubensgemeinschaft und Tjaden. Für die Zeugen Jehovas gibt es drei Scheidungsgründe: Hurerei, Gewalt und die "tatsächliche" Gefährung des Glaubens und somit des "Verhältnisses zu Jehova" (so steht es auch im jüngsten Buch der Zeugen Jehovas "Bewahret euch in Gottes Liebe").

Der Hamburger Richter hat beim ersten frühen Termin Tjaden und seine Anwältin aufgefordert, weitere Zeugen zu benennen. Bisher stand auf der Zeugenliste nur eine Hamburgerin, die bestätigt, was Tjaden in dem jetzt angefochtenen Artikel über Ehen in dieser Glaubensgemeinschaft schrieb. "Sie müssen beweisen, dass nicht nur der Hamburgerin so etwas passiert ist", sagte der Richter.

Nach dem ersten frühen Termin verließ Tjaden das Gerichtsgebäude, der Anwalt der Zeugen Jehovas stand noch einige Meter vom Gerichtssaal entfernt und verabschiedete sich mit einem freundlichen "tschüss" vom Beklagten. Ein Wiedersehen gibt es, sobald die beiden Anwälte weitere Schriftsätze vorgelegt haben (dafür haben sie bis Mitte August 2008 Zeit), der nächste Gerichtstermin findet im September 2008 statt. Dann entscheidet das Hamburger Landgericht über die weitere Vorgehensweise (Klageabweisung, Klage wird zugelassen, die Beweisaufnahme beginnt, oder Urteil).

www.readers-edition.de/2008/07/20/thema-ehe-zeugen-jehovas-beschreiten-den-klageweg-x/
 

Re: Meine Meinung zur Verlautbarung Teil XII

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 20. Juli 2008 19:12

Nun mag man diese Auseinandersetzung mit durchaus gemischten Gefühlen sehen.

Mein Gefühle würde mir sagen:
Herr Tjaden hat zitiert. Das Zitat (dessen Urheber er nicht ist) erweist sich auf der Ebene der Tatsachenbehauptung, als nicht „100prozentig".

Der gleiche Sachverhalt zurückgeholt auf die reine Meinungsebene, ist sehr wohl zulässig und via „Einzelfälle" auch nachweisbar.

Läuft das so wie in dem Text angedeutet, soll also Herr Tjaden jene „Kartoffeln aus dem Feuer holen", die andere vor ihm schon nicht herausgeholt haben.
Für die Justizia ist das alles sehr bequem. Die Interessieren nachweisbare Zitate aus der WTG-Literatur einen „feuchten Kehrricht". Die wollen nur eines haben Aktenzeichen von rechtskräftigen Gerichtsurteilen, und das möglichst kiloweise.

Erst wenn sie diese „Kiloware" vor sich zu liegen haben, werden sie vielleicht ihre Behäbigkeit etwas ablegen.

Es ist meines Erachtens die Frage, inwieweit der juristische Beistand des Herrn Tjaden dieses Spiel mitspielt, und welche Empfehlungen er ihm denn so gibt. Auch das würde ich mit sehr gemischten Gefühlen sehen und bewerten

Re: Meine Meinung zur Verlautbarung Teil XII

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 20. Juli 2008 19:37

Die Problematik ist übrigens nicht „neu", auch wenn sie sich derzeit an dem Namen Tjaden festmacht. Man vergleiche etwa einen einschlägigen Presseartikel aus der Zeitung

„Rheinischer Merkur. Christ und Welt",

aus dem Jahre 1989

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 20. Juli 2008 20:09

In der juristischen Literatur (im wissenschaftlichen Bibliothekswesen beschaffbar) würde ich auch hinweisen auf:

„Ehe und Familie im privaten und öffentlichen Recht"
1. Jg. 1954 S. 145f. (Ehescheidung wegen Pioniertätigkeit des Zeugen Jehovas-Partners)
Ebenda. 2. Jg. 1955 S. 256f. (W. Dunz: Ehescheidung wegen Übertritt zu den Zeugen Jehovas)

Den 1997 in der Zeitschrift „Familie und Recht" erschienenen Artikel empfehle ich auch noch der Betrachtung

Re: Re:Teil XII der Verlautbarung von Herrn Tjaden

geschrieben von:  . +

Datum: 21. Juli 2008 18:44

Ich hätte eine Thread Idee wie wir Herr Tjaden in seinem Rechtsstreit unterstützen könnten.

Man könnte einen Forenbaum zusammentragen in dem alle bekannten Fälle aufgezählt werden in denen Familien zerstört wurden.
Dazu muss man nur die in der Wachtturmliteratur hinterlegten Erfahrungen oder das Internet durchsuchen.
Jeder Fall bekommt dann ein eigenes Posting.

Das sähe dann so aus:

Thread Überschrift:
1. Fall Frau mit fünf Kindern – Wachtturm 15.4.1975 etc.

So kann Herr Tjaden und/oder seine Anwältin Fall für Fall ausdrucken.

Wäre ich der Anwalt oder Herr Tjaden würde ich mir zwei Leitzordner nehmen, dort jeweils einen Reiter von 1 – 20 einlegen und für jeden Aktenkundigen Fall ein neues Registerkapitel anlegen.

Jeder Aktenkundige Fall wird dann zweimal ausgedruckt.
Ein Ausdruck kommt in den Ordner für mich einer in den Ordner für das Gericht.
Am Ende kann Herr Tjaden dann dem Gericht zum „Mitte August 2008 Termin“ einen Ordner vorlegen mit 10, vielleicht 20 Fällen – oder wer weiß auf wie viel Fälle wir kommen.

Ein Fall - ein Posting und das dann fortlaufend Nummeriert.

Dazu muss man nur die WT-CD-ROM durchforsten.
Nach Begriffen wie Trennung, Legalisieren, Polygamie etc.
Oder man durchforstet die Erfahrungsberichte im Internet.

Ich könnte mir vorstellen das dies speziell Frau von X spaß machen könnte.

Dazu bedarf es auch nicht unbedingt Faximile aus der Literatur.
Es genügt doch vollkommen wenn der Anwalt dem Richter am Ende einen Ordner vorlegt mit 30 Bekannten fällen.

Um mal zu Demonstrieren wie das Aussehen könnte beginne ich Exemplarisch einfach mal mit den ersten 9 Fällen.

Zitat:

Richter

“Sie müssen beweisen, dass nicht nur der Hamburgerin so etwas passiert ist”

Siehe auch:

Mysnip.9875 


Der nachfolgende Teil (XIII) unter:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,10001,10001#msg-10001

Re: "Ehe und Familie im privaten und öffentlichen Recht" 1954

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 21. Juli 2008 21:01

"Ehe und Familie im privaten und öffentlichen Recht.
Zeitschrift für das gesamte Familienrecht"
1. Jg. 1954, Heft 5 August 1954

(Transakription auf der Basis handschriftlicher Notizen. Bestand Staatsbibliothek Berlin. Fallweise Überprüfung anhand des Originals empfohlen).

S. 145f.
Kammergericht 4. ZS, Urteil vom 8. 2. 1954
In einer religiösen Betätigung, die den angemessenen Rahmen überschreitet und den Ehegatten an einer gemeinsamen Lebensführung mit dem anderen hindert, kann eine schwere, die Lebensgemeinschaft zerrüttende Eheverfehlung erblickt werden.

Die Parteien haben 1934 in Magdeburg geheiratet. Der Kl. Ist 1900, die Bekl. 1906 geboren. Der Kl. Ist konfessionslos, die Bekl. Gehört seit 1947 der Glaubensgemeinschaft „Zeugen Jehovas" an. Aus der Ehe der Parteien sind 2 Kinder hervorgegangen. Seit Juni 1951 leben die Parteien voeinander getrennt.

Der Kl. Übte vor dem Zusammenbruch in G. bei Magdeburg seinen Beruf als Zahnarzt aus, wo er seit dem Kriege auch Ortsgruppenleiter der NSDAP war. Als sich im Jahre 1945 die russischen Truppen näherten, flüchtete er vor ihnen nach Westdeutschland. Die mit den Kindern zurückgebliebene Bekl. Besuchte ihn dort mehrmals.
1951 flüchteten die Parteien samt ihren Kindern nach Westberlin.
Die Bekl., die schon zuvor Interesse an der Arbeit und den Bestrebungen der ernsten Bibelforscher genommen hatte, trat 1947 der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas bei, und wurde dort sog. Pionierin. Als solche war sie ihrer Glaubensgemeinschaft gegenüber verpflichtet, täglich 3 Stunden und 20 Minuten in deren Dienst tätig zu sein.

Der Kl. hat behauptet, der Lebenslauf der Bekl. sei ausschließlich von den Anforderungen bestimmt, welche die ernsten Bibelforscher an ihre Mitglieder stellten. Bereits um 9 Uhr früh habe sie sich zur Bibelstunde begeben und sei dann von Haus zu Haus gegangen, um die Zeitschrift „Der Wachtturm" zu vertreiben. Auch nachmittags habe sie das Haus zu gleichen Zwecken verlassen, um sich wiederum zu ihren Glaubensgenossen zu begeben.

Selten sei sie abends zu Hause gewesen und oft auch bis in die Nacht hinein fortgeblieben. Nicht einmal das Weihnachtsfest habe sie mit ihm gefeiert. Infolge dieser Tätigkeit sei der Haushalt vernachlässigt worden. Die Zubereitung der Speisen habe die Bekl. der Hausgehilfin oder seiner Mutter überlassen. Für die Instandhaltung seiner Kleidung und Wäsche sei keine Zeit mehr geblieben. Wenn die Bekl. Im Kreise der Familie gewesen sei, habe sie kein anderes Gesprächsthema gekannt als die Dinge ihres Glaubens.

So habe sie auch die Kinder in diesem Sinne zu beeinflussen gesucht, in Gesellschaft die Unterhaltung stets auf dieses Gebiet gelenkt und versucht, die Gäste zu ihren Ideen zu bekehren.
Sie habe auch seine Warnungen nicht befolgt, sich in der Zeit des Aufenthaltes in der sowjetischen Zone zurückzuhalten, weil der Staatssicherheitsdienst die Betätigung der ernsten Bibelforscher mißtrauisch verfolgt habe. Sie habe sich vielmehr in Erwartung eines Zuchthausaufenthaltes ein warmes Kleid anfertigen lassen.

Die Bekl. habe ihm damals freigestellt, sich scheiden zu lassen, was er jedoch abgelehnt habe, um sie durch einen Scheidungsprozeß nicht zu gefährden. Er habe die Bekl. auf seiner Flucht nach Westberlin mitgenommen, nachdem ihm vertraulich mitgeteilt worden sei, daß man ihre Verhaftung beabsichtige.
Wenn er die Bekl. nicht von Berlin nach Westdeutschland habe nachkommen lassen, so habe dies zunächst wirtschaftliche Gründe gehabt.
Infolge des religiösen Fanatismus der Bekl. sei es aber zu einer Entfremdung zwischen den Parteien gekommen.

In geistiger Hinsicht hat sich zwischen den Parteien eine tiefe Kluft aufgetan. Der aus der evangelischen Kirche ausgetretene Kl. hat keine religiösen Interessen. Die Bekl. hingegen hat sich inbrünstig der Glaubensgemeinschaft der sog. Ernsten Bibelforscher hingegeben, welche der Kl. als eine abseitige Spielform des Christentums ansieht.

Die Wiederherstellung der ehelichen Lebensgemeinschaft zwischen den Parteien steht entgegen, daß die Bekl. selbst erklärt, von ihrer Betätigung in der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas nicht lassen wolle. Unter diesen Umständen würde ein ständiger harmonischer Gedankenaustausch, wie er zum Wesen der Ehe gehört, durch die grundsätzlich entgegengesetzt gerichteten geistigen Neigungen der Parteien verhindert werden.

So hat zwar jeder Ehegatte das Recht, seinen Glauben frei zu wählen und demgemäß ein Leben den Vorschriften des Glaubens entsprechend einzurichten, insbesondere also auch gottesdienstliche Veranstaltungen zu besuchen, ohne daß darin eine Verfehlung gesehen werden könnte. Eine solche Verfehlung muß aber da gefunden werden, wo ein Ehegatte gegen den erklärten Willen des anderen Teils an einer religiösen Betätigung festhält, die den angemessenen Rahmen überschreitet und den Ehegatten an einer gemeinsamen Lebensführung mit dem anderen Teil hindert. Das ist hier aber der Fall.

Die Bekl. hat nicht bestreiten können, in sehr erheblichem zeitlichen Umfang zum Dienst an ihrer Glaubensgemeinschaft genötigt zu sein. Diese Tätigkeit mußte sie daran hindern, den Hauswesen diejenige unablässige Sorgfalt und Betreuung zukommen zu lassen, die sie ihm andernfalls hätte widmen können.
Mitgeteilt von LGR H. J. Marschall, Berlin.

Re: Winnifried Lange

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 22. Juli 2008 09:30

Hingewiesen sei auch auf das Buch von Winnifried Lange:
„Ich war ein Gotteskind, Vierzig Jahre in der Neuapostolischen Kirche und dann ausgestiegen."
Der Bericht von Frau Lange erinnert mich - bei aller Unterschiedlichkeit im Detail - an den auch in Buchform vorliegenden Jehovas Zeugen-spezifischen Bericht von Josy Doyon „Hirten ohne Erbarmen".

Wenn ich etwas zu sagen hätte, dann würde ich jenen Hamburger in Rede stehenden Richter dazu verurteilen. Einen langen Tag in eine Klosterzelle eingesperrt zu werden.
Und in selbiger wäre es seine Pflicht, nur einen Satz laut und unüberhörbar, bis zum pysischen Erbrechen leierhaft zu wiederholen.
Und dieser Satz würde nur lauten:

Hirten ohne Erbarmen

xmal laut zu wiederholen.

Und wenn besagter Richter, diese Tortur dann hinter sich gebracht hat, dann mag er meinetwegen seines Amtes wieder walten.

Aber es wäre für ihn noch besser, er würde jenes Buch von Josy Doyon auch selbst mal gelesen haben, damit er denn auch wirklich verstehe, was er denn da so herunterleiert!

Wie gesagt es gibt diverse Unterschiede im Fall Doyon zum Fall Lange.
Bei Winnifried Lange (S. 106) kann man auch jenen so bei Doyon nicht vorfindlichen Satz lesen:


„Ich war dreimal verheiratet, sie haben richtig gehört. Spätestens bei bekannt werden dieses Umstandes komme ich in eine Schublade der Vorurteile. Ich weiß, da kommt man schneller hinein als hinaus. Vor anderen Türen kehrt es sich sowieso immer besser ..."

Ich denke mal, man muss sich darüber im klaren sein. Diejenigen, die wie Frau Lange, mit dem Bericht ihres „individuellen" Scheiterns, dann auch an die Öffentlichkeit gehen, werden immer eine verschwindend geringe Minderheit sein. Das aber wiederum bedeutet nicht, dass es solche „Scheiterungen" nicht auch andernorts gäbe.
Es gibt sie, und dass mehr als genug. Nur ist es nicht jedem gegeben (das sei kein Vorwurf), das auch anschließend öffentlich zu thematisieren.
Da muss schon eine ganze Portion anderer einschlägiger Erfahrungen, mit hinzukommen, bis es denn soweit ist.

Bei allen Unterschieden im Detail, besteht für Sachkenner, die selbst mal in der Materie persönlich involviert waren, nicht der geringste Zweifel darüber, dass Zeugen Jehovas und Neuapostolische Kirche, auf der Ebene des subtilen Totalitarismus austauschbar sind.

Ich unterstelle mal weiter, jener Hamburger Richter wird vielleicht auch Englischsprachige Bücher fließend lesen können???

Sollte es so sein, würde ich es für ihn zur Pflichtlektüre erklären, auch einmal ein Buch nachfolgenden Titels gelesen zu haben.



Kommt er dieser „Pflicht" nicht nach, ist er als in der Sache unqualifiziert zu bezeichnen.
Und das werde ich auch öffentlich tun

Noch ein weiterer Satz aus dem Buch von Frau Lange
(S. 3)

„Die weite Öffentlichkeit war zuvor nicht informiert, welcher seelische Druck auf viele Gläubigen lastet und welches innere Drama sich in Familien und einzelnen Menschen abspielt, ausgelöst durch das Glaubenssystem der NAK".

Und meinerseits ergänze ich auch noch.
Der Satzteil „Ausgelöst durch das Glaubenssystem der NAK", ist ohne Abstrich auch auswechselbar durch den Satzteil: „Ausgelöst durch das Glaubenssystem der Zeugen Jehovas".

Aus den Werbetexten, die etwa Amazon.de zum Buch der Frau Lange auf seiner Webseite eingestellt hat, sei vielleicht noch der nachfolgende Passus zitiert:


Hinter ihr liegt der lange, von Selbstzweifeln geprägte, qualvolle Ausstieg eines "Gotteskindes", das in diese Kirche hineingeboren wurde. In ihrem persönlichen Erlebnisbericht schildert sie eindrucksvoll die Strukturen der NAK, die sie als autoritär erlebt und erlitten hat. Damit gibt sie einerseits aufschlussreiche Informationen über das verborgene Innenleben der Gemeinschaft und macht andererseits all denen Menschen Mut, die Probleme mit der NAK haben oder sich gar mit dem Gedanken tragen, auszusteigen und ein selbstbestimmtes Leben außerhalb der NAK führen zu wollen

Zum Buch von Frau Lange siehe auch:

Parsimony.19281

Re: Luise Kraft

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 22. Juli 2008 18:17

Eines der frühen, die Neuapostolische Kirche in Deutschland betreffenden Bücher (1913 erschienen) war das der Luise Kraft mit dem Titel: „Unter Apostel und Propheten".

Man muss auch noch sagen, zur gleichen Zeit, waren die jetzigen Zeugen Jehovas in Deutschland, numerisch noch unbedeutend. Die „Neuapostolische Kirche" hingegen war schon damals relevant.

Der Bericht der Frau Kraft glänzt besonders durch die Schilderung subjektiver Eindrücke, aus der Sicht „von unten". Theoretische Auseinandersetzungen mit dem Lehrgebäude der NAK, hingegen sind nicht ihr Anliegen.

Und daraus mal ein paar charakteristische Sätze:


„Peter und ich waren frei geworden. Nun schwor man uns Rache und Verfolgung. Unsere Existenz sollte untergraben werden. Und doch hatten wir schon zuviel Not gelitten durch unsere Schwärmerei, durch Arbeitsversäumnis zufolge des ruhelosen Umherlaufens und der freigebigen Bewirtung 'apostolischer' Gäste aus allen Gegenden.

Zunächst wollte man uns von unseren Kindern trennen, sie dadurch unsrem Einfluss entziehen und uns auch auf diese Weise in eine Notlage bringen. Sodann wurde meinen seitherigen Freundinnen jeglicher Verkehr mit mir strengstens untersagt, könnte ich doch womöglich auch sie noch zum Abfall verführen! 'Wehe, wehe!' rief der Geist in der Versammlung, 'was hat Christus für eine Gemeinschaft mit Belial?'"

„Traurig war das Verhältnis zwischen uns und unsren Kindern. Diese Ärmsten - wie trugen sie Leid um ihre Eltern, besonders um die 'abgefallene' Mutter, die sie vom Herrn 'Papa' nur noch als eine vom Herrn verworfene, eine verlorene schildern hörten! Ihre liebe, gute Mutter jetzt ein Teufel? Wie konnten sie das fassen? Ihre 'apostolische' Seligkeit hatte sich verwandelt in tiefe Traurigkeit. Sie kannten doch ihre Mutter, die sie glauben und beten gelehrt und zu einem gottesfürchtigen Wandel erzogen hatte, und nun gab ihr 'Jesus' das Zeugnis einer Gottlosen!


Frau Kraft arbeitete in ihrem Bericht meines Erachtens gut den Aspekt der „Ehe zu dritt" heraus. Mit anderen Worten.
Im Alltagsleben regierte die Religionsgemeinschaft mit hinein und das allerkräftigst.
Was also in diesem Falle auf der Ebene der NAK belegt ist, lässt sich auch auf Zeugen Jehovas-Verhältnisse übertragen.
Auch dort gibt es faktisch die „Ehe zu dritt", indem auch diese Religionsgemeinschaft allerkräftigst mit „hineinregiert"

Indem Moment, wo nicht mehr beide Ehepartner zugleich, stramm auf der Linie schwimmen, welche von der Religionsgemeinschaft vorgegeben, sind Konflikte vorprogrammiert. Und zwar in umfänglicher Dimension.

Das ist eine grundsätzliche, verallgemeinbare Feststellung. Wer sie bestreitet, verleugnet die Wirklichkeit!


Zu Luise Kraft siehe auch:
Unter Aposteln und Propheten

Re: "Ehe und Familie im privaten und öffentlichen Recht" 1955

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 23. Juli 2008 07:21

„Ehe und Familie im privaten und öffentlichen Recht"
2. Jg. 1955 Heft 8/9 (August/September 1955)
S. 256f.

In einer religiösen Betätigung, die den angemessenen Rahmen überschreitet und den Ehegatten an einer gemeinsamen Lebensführung mit dem andern hindert, kann eine schwere, die Lebensgemeinschaft zerrüttende Eheverfehlung erblickt werden. Die Entscheidung wurde bereits in FamRZ 1954, 145 abgedruckt.

OLG Stuttgart 6 ZS, Urteil vom 9. 11. 1954.
Ein Ehegatte, der durch seinen Religionswechsel die Glaubenseinheit der Ehe aufgibt, begeht damit keine Eheverfehlung, ist aber zu besonderer Rücksichtnahme auf das Empfinden des anderen verpflichtet.

Die Parteien - seit 1929 kinderlos verheiratet, ursprünglich beide katholisch - hatten sich im Anschluß an den Übertritt der Beklagten zur Gemeinschaft „Zeugen Jehovas" im Jahre 1952 entzweit.
Glaubt ein Ehegatte auf Grund seiner inneren Überzeugung diese gemeinsame Grundlage verlassen zu müssen, so hat sich der andere damit abzufinden, sofern er ihn durch verständiges Zureden nicht umzustimmen vermag; gleichwohl trifft denjenigen Ehegatten, welcher durch seinen Religionswechsel das eheliche Verhältnis einer besonderen Belastung unterzieht, die Verpflichtung, durch jede mögliche Rücksichtnahme auf das Empfinden des anderen zu verhindern, daß die Lebensgemeinschaft durch diesen Schritt eine ernstliche Erschütterung erfährt.

Die Bekl. ist schon vor dem endgültigen Zerwürfnis ihren Pflichten als Hausfrau nicht mehr in der bisherigen Weise nachgekommen. Der Kl. fand die Bekl. gelegentlich beim Heimkommen von der Arbeit statt bei der Bereitung des Abendessens bei der Lektüre der Bibel vor. Sie hat ihm erklärt, ihr Bestehen bei der Wiederkunft Jehovas, wobei der Kl. sowieso im Schwefelregen zugrunde gehen werde, sei ihr viel wichtiger als die Wäsche des Kl. und die Bekl. hat diese Ablehnung auch oft in unflätiger Weise und unter Anwendung des schwäbischen Grußes zum Ausdruck gebracht.

Der Kl. gibt selbst zu, daß er der Bekl. die Zugehörigkeit zu den Zeugen Jehovas einfach „verboten" habe, obgleich ihm ein solches Recht keinesfalls zustand. Er hat vor dem Senat auch zugegeben, daß er die Bibel der Bekl. und ihre Religionsschriften ins Feuer geworfen hat. Letzterer Vorgang wird auch dadurch nicht entschuldigt, daß sich die Bekl. ihrerseits durch die Verbrennung der zum Hausrat gehörigen Heiligenbilder vergangen hatte.

Durch die weitere Beweisaufnahme ist nunmehr noch ein Vorfall erwiesen, welcher sowohl die Unduldsamkeit des Kl. als auch seine Neigung zur Mißhandlung der Bekl. in besonders krassem Lichte erscheinen läßt.

Der Kl. ist nämlich im Herbst 1952 in eine Versammlung der Zeugen Jehovas eingedrungen und hat trotz der Abmahnungen der Teilnehmer die Bekl. und ihre Religion schwer beschimpft, sie mit Schlägen mißhandelt und sie gewaltsam mit sich fortgezerrt. ...

Nach dem nunmehrigen Sach- und Streitstand ist nicht zu verkennen, daß das Verschulden des Kl., dasjenige der Bekl. erheblich überwiegt. Dies ergibt sich nicht nur aus der besonderen Schwere seiner Verfehlungen, sondern auch daraus, daß sein gewalttätiges Verhalten nunmehr auch für die Zeit vor dem endgültigen Zerwürfnis der Parteien als erwiesen anzusehen ist.

Der Bekl. ist andererseits zugute zu halten, daß sie bei ihrer etwas einfältigen Gemütsart, durch die aufgenommenen Religionslehren etwas aus dem Gleichgewicht geraten sein dürfte, und daß ihr deshalb die Vereinbarung ihrer religiösen Betätigung mit ihren ehelichen Pflichten erhebliche Schwierigkeiten bereitete.
Mitgeteilt von OLGR W. Dunz, Stuttgart.

Re: "Zeitschrift für das gesamte Familienrecht" 1963

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 23. Juli 2008 12:57

„Zeitschrift für das gesamte Familienrecht"
10. Jg. 1963 Heft 4; April 1963
S. 168f.
Gerichtsentscheidungen
IV. ZS. Urteil v. 24. 10. 1962 - NZR 81/62
1. Zur Frage, unter welchen Voraussetzungen ein Wechsel der Glaubensgemeinschaft - hier: Übertritt eines Ehegatten zur Organisation der Zeugen Jehovas - eine schwere Eheverfehlung darstellt.
(Ergänzung zu BGHZ 33, 145ff = FamRZ 1961, 21 ff.)
2. Das Grundrecht der Glaubens- und Gewissensfreiheit richtet sich nicht nur gegen die freie religiöse Entscheidung und Betätigung der Staatsbürger; es soll vielmehr diese Freiheit dem Staatsbürger auch im Verhältnis zu seinen Mitbürgern und damit grundsätzlich auch den Ehegatten in ihrem Verhältnis zueinander garantieren.
3. Zum Mißbrauch der Religionsfreiheit durch Verletzung der Personenwürde anderer.
4. In der Fortsetzung des ehelichen Verkehrs liegt nicht immer eine Verzeihung vorangegangener Eheverfehlungen.

Die Parteien haben 1948 miteinander die Ehe geschlossen. Der Kl. ist 1914 die Bekl. 1925 geboren. Beide Parteien gehörten zur Zeit der Eheschließung dem evangelisch-lutherischen Glaubensbekenntnis an. Die Bekl. hat sich 1953 der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas angeschlossen und ist 1956 aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Aus der Ehe sind die 1950 geborene Tochter Karin und die 1954 geborene Tochter Gabriele hervorgegangen.

Der Kl. macht der Bekl. zum Vorwurf, daß sie, ohne ihn vorher zu unterrichten, ihren Austritt aus der evang. Kirche erklärt habe und daß sie völlig der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas verfallen sei. Das habe dazu geführt, daß sie den Haushalt und die Kinder vernachlässigt, letztere auch im Sinne der Zeugen Jehovas beeinflußt und sie dadurch der evang. Kirche und ihm selbst entfremdet habe. Durch all das habe sie die eheliche Gemeinschaft schuldhaft zerstört.

Im Oktober 1960 ist es zum letzten ehelichen Verkehr der Parteien gekommen. Nachdem der Kl. am 5. 11. 1960 Briefe entdeckt hatte, die eine Freundin und Glaubensgenossin der Bekl. an diese geschrieben hatte und die u. a. Fragen der religiösen Erziehung der Kinder im Sinne der Zeugen Jehovas betrafen, ist es noch am gleichen Tage zu einer Aussprache zwischen den Parteien und gegen Ende des Monats November 1960 zum Auszug des Kl. aus der Ehewohnung gekommen. Seitdem wohnen die Parteien getrennt, der Kl. in einem mobilierten Zimmer.

Gleichfalls im November 1960 hat der Kl. Scheidungsklage aus § 43 EheG. gegen die Bekl. eingereicht, die er auf die erwähnten Vorwürfe gestützt hat. Die Bekl. hat beantragt, die Klage abzuweisen.

Das LG. hat nach einer Beweisaufnahme, in der die Bekl. als Partei vernommen worden ist, die Klage abgewiesen.
Auf die Berufung des Kl. hat das OLG Celle nach weiterer Beweiserhebung das Urteil des LG geändert und die Ehe gemäß dem Antrag des Kl. aus dem Verschulden der Bekl. geschieden.

Mit der Revision, die das OLG zugelassen hat, erstrebt die Bekl. die Wiederherstellung des LG-Urteils.
Der Kl. bittet, die Revision zurückzuweisen.

Zur Frage der Zerrüttung hat das OLG auf Grund einer eingehenden Vernehmung beider Parteien festgestellt, daß es zwischen den Parteien seit dem Anschluß der Bekl. an die Organisation der Zeugen Jehovas zu einer im Laufe der Jahre sich vertiefenden geistigen Entfremdung gekommen und daß der Kl. jetzt unter keinen Umständen, selbst nicht im Interesse der beiden Kinder, mehr bereit ist zu versuchen, die eheliche Gemeinschaft wieder aufzunehmen, weil er nach langjähriger Erfahrung einen solchen Versuch für völlig aussichtslos hält und auch meint, ihn gesundheitlich nicht durchstehen zu können.

Das OLG ist auf Grund der Beweisaufnahme zu der Überzeugung gelangt, daß die Bekl. im Zusammenhang mit ihrem Übertritt und ihrer Zugehörigkeit zu den Zeugen Jehovas Jahre hindurch ein Verhalten gezeigt habe, das ihr in mehrfacher Hinsicht als schwere Eheverfehlung vorzuwerfen sei und das schließlich die völlige Zerrüttung der ehelichen Gesinnung des Kl. zur Folge gehabt habe.

Die Ausführungen, mit denen das OLG diese seine Überzeugung im einzelnen begründet, sind zum größten Teil rechtlich unangreifbar.
In einem Punkt läßt sich freilich ein Rechtsverstoß nicht ausschließen.
In der Tatsache als solchen, daß ein Ehegatte gegen den Willen des anderen zu einer anderen als der bisher beiden Ehegatten gemeinsamen Glaubensgemeinschaft übertritt, ist, wie das OLG in Übereinstimmung mit der BGHZ 33,145ff. = FamRZ 1961, 21 ff. veröffentlichten Entscheidung des Senats angenommen hat, in der Regel noch keine Eheverfehlung zu erblicken. Denn das grundsätzliche Recht, einen solchen Schritt mit den daraus für das weitere Leben, insbesondere für die künftige religiöse Betätigung, des übertretenden Ehegatten sich ergebenden Folgerungen zu tun, ist ein Ausfluß der durch Art. 4 GG. geschützten Glaubens- und Gewissensfreiheit, sowie der Freiheit des religiösen Bekenntnisses und der ungestörten Religionsausübung.
Wie der Senat in seinem vorerwähnten Urteil näher dargelegt hat, richtet sich dieses Grundrecht nicht nur gegen Übergriffe des Staates gegen die freie religiöse Entscheidung und Betätigung der Staatsbürger; es soll vielmehr diese Freiheit dem Staatsbürger auch im Verhältnis zu seinen Mitbürgern und damit grundsätzlich auch den Ehegatten in ihrem Verhältnis zueinander garantieren.

Die Verabsolutierung eines einzelnen Grundrechts im Sinne einer schrankenlosen Ausweitung der aus ihm hergeleiteten Befugnisse müßte notwendig zur Auflösung der Gesamtordnung führen. Das gilt auch für das Grundrecht der Religionsfreiheit. Nicht jede Handlung, die im Namen eines religiösen Glaubens oder unter Berufung auf eine religiöse Autorität vorgenommen wird, ist schon um deswillen erlaubt und sittlich gerechtfertigt. Wie das BVerfG. in seinem Beschluß vom 8. 11. 1960 - NJW 1961, 211 - ausgesprochen hat, hat das Grundgesetz nicht irgendeine, wie auch immer geartete freie Betätigung des Glaubens schützen wollen, sondern nur diejenige, die sich bei den heutigen Kulturvölkern auf dem Boden gewisser übereinstimmender sittlicher Grundanschauungen im Laufe der geschichtlichen Entwicklung herausgebildet hat.

Für dieses sittliche Bewußtsein kann es keinem Zweifel unterliegen, daß es Formen der religiösen Betätigung oder - allgemeiner - eines religiös motivierten Verhaltens gegeben hat und auch heute noch gibt, die einen werteverneinenden Eingriff in schutzwürdige Rechtsgüter enthalten und deshalb auch durch das Grundrecht der Religionsfreiheit nicht gerechtfertigt werden können. Es handelt sich dabei nicht nur um die bekannten groben Verirrungen eines religiösen Aberglaubens, wie etwa Menschenopfer, Witwenverbrennung, Hexenverfolgung und dergleichen, sondern auch um heute noch vorkommende weniger auffallende Formen religiös motivierter Eingriffe in die Lebenssphäre oder in das sittliche Empfinden anderer, wie beispielsweise:
Fernhaltung ärztlicher Hilfe von einem lebensgefährlich verletzten oder erkrankten Schutzbefohlenen, Polygamie (bei den Mormonen), Diskriminierung religiös anders Denkender, insbesondere deren Benachteiligung in ihrem beruflichen oder wirtschaftlichen Fortkommen durch Mißbrauch privater oder öffentlicher Machtbefugnisse und dergleichen. Derartige Erscheinungen des religiösen Denkens oder Verhaltens widerstreben dem sittlichen Grundgehalt der Grundsatznormen und damit auch dem Wesen- und Wertgehalt des durch das Grundrecht der Religionsfreiheit zu schützenden Rechtsgutes selbst.

Es läßt sich nicht verkennen, daß ein Ehegatte, der die bisher gemeinsame religiöse Grundlage seiner Ehe um des eigenen religiösen Weges willen aufgibt, damit häufig dem anderen Ehegatten und vor allem sich selbst die Erfüllung der ehelichen Pflichten in dem hier dargelegten Sinne und die Bewahrung der ehelichen Gesinnung erheblich erschwert. Der Übertritt kann also eine ernste Gefährdung der Ehe bedeuten. Das gilt naturgemäß im verstärkten Maße, wenn der Glaubenswechsel des einen Ehegatten sich in der Weise vollzieht, daß er aus der bisher beiden gemeinsamen kirchlichen Gemeinschaft aus- und zu einer Sekte übertritt.

Keine der großen christlichen Kirchen maßt sich auf Grund ihrer Lehre ein Urteil darüber an, ob der Weg einzelner außerhalb ihrer Gemeinschaft lebender Menschen oder bestimmter Menschengruppen für sie schließlich zum Heil führt oder nicht.
(vgl. dazu den Aufsatz von Karl Rahner, „Der Christ und seine Ungläubigen Verwandten" in: „Schriften zur Theologie", 2. Aufl., Bd. III, S. 419 ff., insbes. S. 426 ff., Benzinger Verlag 1957.
Ferner: Lexikon für Theologie und Kirche, 2. Aufl. (kath.) Die Abhandlungen unter den Stichworten: „Heilswille Gottes"; „extra ecclesium", IV; „Atheismus", III,1; „Heidentum", II, 1; „Begierdetaufe" und „Kirchenmitgliedschaft" II,1; ferner:
„Die Religion in Geschichte und Gegenwart", 3. Aufl. (evang.), unter: „Prädestination", IV, 2; „Erwählung", III, 6; ferner
„Evangelisches Kirchenlexikon, Kirchlich-theologisches Handwörterbuch, unter: „Erlösung", III C 3; „Heilsgewißheit" und „Prädestination" IV, 3. Dasselbst bei den Abhandlungen weitere Literaturnachweise).

Anders manche Sekten, insbesondere auch die Zeugen Jehovas.
Nach ihrer Lehre soll, wie im Berufungsrechtszuge näher erörtert, nur eine beschränkte Anzahl von Menschen durch die - immer als nahe bevorstehend gedachte - Katastrophe der „Schlacht von Harmagedon" (Off. 16, 16; 19, 11 ff.) Hindurch gerettet und lebend in die „neue Welt der Gerechtigkeit" eingehen. Diese Aussicht besteht nur für die Anhänger dieser Organisation, die deren Lehren und Anordnungen streng befolgen, während ihre Gegner im kommenden Gericht für immer den Tod finden (vgl. Hutten, Das Buch der Sekten, 6. Aufl. S. 101 ff; ders. „Die Sekten in Deutschland", Lutherische Monatshefte 1962, S. 312f.; „Religion in Geschichte und Gegenwart" a. a. O. unter „Kirche" VII (Kirche und Sekte); Evang. Kirchenlexikon a. a. O. unter „Sekte";
Vgl. auch das soziologische Wesen der (religiösen) Sekte überhaupt:
Max Weber, Gesellschaft und Wirtschaft, 4. Aufl., 2. Halbband, S. 729f.)

Wenn innerhalb einer Ehe einer der Ehegatten sich diese Auffassung konsequent zu eigen macht, während der andere sie ablehnt oder bekämpft, so ist es kaum vermeidbar, daß der der Sekte ergebene Ehegatte den anderen alsbald als einen Menschen ansieht, der schuldhaft sein Heil und seine menschliche Bestimmung verfehlt und damit auch seine Würde als Mensch verwirkt hat. Für ihn ist der andere dann praktisch schon jetzt ein „Verlorener" und „Verworfener", an dem binnen kurzem und zwar verdientermaßen, das über alle Gegner der Zeugen Jehovas verhängte Verdammungsurteil vollstreckt wird. Es bedarf keiner näheren Darlegung, daß ein Ehegatte, der sich in seiner Einstellung und seinem Verhalten zu dem anderen Gatten praktisch durch solche Vorstellungen bestimmen läßt, auf die Dauer nicht in der Lage ist, dem anderen, der diese Vorstellungen ablehnt, mit der Achtung und Liebe zu begegnen, wie sie Ehegatten einander schulden.
Er wird eher geneigt sein, in ihm ein Hindernis auf seinem Heilsweg, wenn nicht gar eine ernste Gefahr für die Erzielung des vorgestellten Zieles zu erblicken.

Auch dem anderen, in der kirchlichen Gemeinschaft verbleibenden Ehegatten muß es in aller Regel schwerfallen, für eine so verändert religiöse Dank- und Handlungsweise seines Ehepartners Verständnis aufzubringen. ...

Daß das OLG ein schuldhaftes ehewidriges und ehezerstörendes Verhalten der Bekl. zunächst darin erblickt hat, daß sie ihren Austritt aus der evangelischen Kirche im Jahre 1956 dem Kl. nicht vorher mitteilte.
Es möge der Bekl., so hatte das OLG hierzu ausgeführt, zugegeben werden, daß sie eine Besprechung dieses Schrittes mit dem Kl. nicht mehr für sinnvoll gehalten habe, weil sie fest entschlossen gewesen sei, ihn zu vollziehen, und weil sie die jahrelange, ablehnende Haltung des Kl. gekannt und gewußt habe, daß er gegen den Austritt war. Aber dieser Schritt, mit dem die Bekl. vollends alle Brücken zu dem Glauben ihres Mannes abgebrochen habe, sei so bedeutungsvoll gewesen, daß sie den Kl. wenigstens vorher davon habe unterrichten müssen. Daß sie den Kl. durch das Verschweigen in die peinliche Lage gebracht habe, von diesem ihrem Schritt zuerst aus dem Munde von Kollegen auf der Stadtverwaltung Kenntnis zu erhalten.

Nachdem sie 3 Jahre lang vergeblich versucht hatte, den Kl. für ihre religiösen Anschauungen und für die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas zu werben, ihn dadurch aber in seiner ablehnenden Haltung nur mehr und mehr bestärkt hatte, mußte ihr bewußt sein, daß es dem Kl. innerlich unmöglich war, ihr auf dem von ihr eingeschlagenen Wege zu folgen, und daß jeder Schritt, den sie auf diesem Wege weiter ging, eine weitere Belastung und Gefährdung der ehelichen Gemeinschaft bedeutete ...
Sie sich gegen den ihr bekannten Willen des KL. in erheblichem Maße der Arbeit im Dienste der Organisation der Zeugen Jehovas gewidmet hat; das habe den für die Ehe- und Familienleben noch tragbaren Rahmen weit überschritten.

Re: Der Fall Gerhard Peters und ähnliche Fälle

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 26. Juli 2008 12:34

Zwar werden Berichte mit DDR.Background hierzulande nicht sonderlich geschätzt.
Indes dass es solche Falle auch mal gab, auch solche der „Wanderer zwischen Ost und West", kann nicht strittig sein.

Ein solcher ist fraglos der des Gerhard Peters.
Und vertieft man sich weiter in seinem Fall, wird man auch etwas von seinen Eheproblemen erfahren. Mehr noch, selbige sind durchaus mit dem Zeugen Jehovas-Background zuzuordnen..
Gerhard Peters

Zu den „Gescheiterten" mit Zeugen Jehovas-Background in der vormaligen DDR, gehört sicherlich auch der Horst Kuehn.
Er hatte vielleicht auch mal den Traum, ein ruhiges, bürgerliches Leben zu führen, vielleicht auch als Familienvater.
Es war ihm nicht vergönnt, vielleicht auch, weil da mehrere ungünstige Komponenten zusammentrafen.
Immerhin beklagt sich Kühn auch über den Umstand, dass die Zeugen Jehovas mit seine Ehepläne „hineinregierrten".
Man sollte sich, sofern man nicht total abgestumpft im WTG-Sinne ist, sich auch mal mit seinem Fall, in aller Ruhe auseinandersetzen.
Horst Kühn

Dicke Bücher laufen Gefahr, nicht gelesen zu werden.
Das gilt dann wohl im übertragenen Sinne auch auf lange Internettexte.
Einer der sich dieser Gefahr ausgesetzt hat, ist höchstwahrscheinlich auch der Herr Phelan aus Grossbritannien.
Da ja nur wenige, seinen Bericht, langsam und mit Bedacht, wirklich in allen Einzelheiten, bis zum Schlusse gelesen haben, sei es doch empfohlen, auch dieses Versäumnis einmal zu beenden.

Wer es wirklich schafft, seinen Bericht in aller Ruhe bis zum Ende zu lesen, wird daran, auch bezüglich der „Familienpolitik" der Zeugen Jehovas, einiges erhellendes vorfinden:
Der Phelan-Bericht

Nun setzt wohl eine gescheiterte Ehe voraus, dass es überhaupt erst mal zu einem Eheschluss gekommen ist.
Zwar nicht im engeren Sinne, gleichwohl im thematisch damit zusammenhängendem Sinne, kann man auch solche Fälle bezeichnen, die zwar nicht zur Eheschliessung als solche führten. Wo aber die Gescheiterten dennoch dem Zeugen Jehovas Einfluss ausgeliefert waren, mit Resultaten, die man keineswegs als „positiv" bezeichnen kann.
Ein solches Fallbeispiel unter:

Mysnip.10080

Re: Nochmals grundsätzlich festgestellt

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 27. Juli 2008 13:59

Völlig sachfremd - für mein Empfinden - ist im Hamburger Tjaden-Prozess, im Text des Verhandlungsprotokolls, auch eine umfängliche Zitierung aus dem Körperschafts-Prozess der Zeugen Jehovas vor dem Oberverwaltungsgericht in Berlin enthalten.

Genanntes Gericht hatte unter der Vokabel „typisierende Betrachtung", dem Berliner Senat anheimgestellt, Fälle zu benennen (rechtskräftiger Urteile) welche seine Versagungsgründe (als KdöR) stützen würden.
Im Urteil des OVG spiegelt sich diese Sachlage sehr wohl wieder, dass da einige Urteile (und ihre Nachweise in der Juristischen Literatur) genannt werden.

Die aber, sieht man sie sich näher an, entpuppen sich nicht selten als Urteile in Sorgerechtsfällen.

Herr Tjaden hat in seiner Replik keineswegs Sorgerechtsfälle und ihre Wertung, im besonderen herausgestellt. Wenn also nachgewiesen wird, Sorgerechtsfälle sind im Sinne der Zeugen Jehovas entschieden worden (soweit selbige sich im Urteilstext des OVG auch wiederspiegeln), dann ist damit im Falle Tjaden, überhaupt noch nichts bewiesen.

Nochmals wiederholt. Herr Tjaden hat ein Fremdzitat benutzt (aus dem „Deutschen Ärtzteblatt") welches von den Zeugen Jehovas angefochten wird.

Dieses Fremdzitat indes nimmt in keiner Weise auf bemühte Sorgerechtsfälle bezug, sondern stellte nur in einer verallgemeinernden Form, unzulässigerweise, den Fortbestand von Zeugen Jehovas-Ehen in Frage, für den Fall, dass die Zeugen Jehovas Ehe, durch unterschiedliche Entwicklungen der Ehepartner in Glaubenssachen, in eine Krise gerät.

Das bemühen, in diesem Kontext, Sorgerechtsfälle als Präzendenzfälle zu bemühen, würde ich als nicht sachlich gerechtfertigte Verschiebung der Ebenen bezeichnen.

Im Übrigen ist das inkriminierte Zitat aus dem „Deutschen Ärzteblatt" das schon früher an diesem Ort dokumentiert wurde, nach wie vor (per Aufruf am heutigen Tage) im Netz.

www.aerzteblatt.de/V4/archiv/artikel.asp?id=30076

Nochmals der entsprechende Bildausriß:

 

Re: Nochmals grundsätzlich festgestellt

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 28. Juli 2008 07:57

Was haben nachfolgende im Tjaden-Prozess bemühte, dem Berliner KdöR-Prozess entlehnte Gerichtsfälle - sachlich - für eine Berechtigung im Tjaden-Prozess?

Nochmals festgestellt. Herrn Tjaden wird vorgehalten (als Fremdzitat) eines der Art verwandt zu haben, welches den Fortbestand von Ehen in Frage stellt.

Sorgerechtsfälle hingegen, sind in diesem Kontext, eine völlig andere Materie.
Aus dem Berliner KdöR-Prozess wurden nachfolgende Beispiele entlehnt:


(Gekürztes Zitat wie es im Protokoll des Hamburger Tjaden-Prozesses mit auftaucht)

Nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts.

[Einfügung: Bundesverwaltungsgericht. Das war die 1997er Verhandlung, in welcher der Jurist Christoph Link ein Gutachten vortrug

Weiter in der Zitierung]


stellte es schließlich ... einen die Versagung der Körperschaftsrechte rechtfertigenden Grund dar, wenn durch das Verhalten der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas, insbesondere durch verbindliche Vorgaben an die Eltern zur Erziehung, die Entwicklung von Kindern zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten innerhalb der Gesellschaft in einem Maße beeinträchtigt würde, dass eine Gefährdung des Kindeswohls zu besorgen wäre (vgl. Urteil vom 17. Mai 2001, NVwZ 2001, 924 <926>
...
Der Beklagte wirft der Klägerin vor,

[Einfügung: von welchem Beklagten redet der Kontext? Er redet vom Berliner Senat im 1997er Verfahren. Das nur zur ausdrücklichen Klarstellung. Weiter im Zitat ]


dass Kinder, die in ihrer Gemeinschaft aufwachsen, nicht nur durch körperliche Zuchtmittel zu Disziplin und Gehorsam angehalten, sondern auch durch zahlreiche Verbote und die ständige Furcht vor Harmagedon der totalen sozialen Isolation anheim gegeben würden, dass ihre Chancen, sich schulisch wie beruflich zu bilden, "gleich Null" seien und dass die Einbeziehung selbst kleiner Kinder in die Pflicht zur Teilnahme an den wöchentlichen Versammlungen und am Missionsdienst zu einer körperlichen und seelischen Überbeanspruchung führe. ... Zum anderen ist augenfällig, dass die in Sorgerechtsprozessen gegenüber dem der Gemeinschaft der Klägerin angehörenden Elternteil regelmäßig erhobenen Vorwürfe mit dem Vorbringen des Beklagten deckungsgleich sind:

So in den Verfahren OLG Düsseldorf, Beschluss vom 1. Februar 1995 - 3 UF 1/95 - FamRZ 1995, 1511: Abdrängen in eine Außenseiterrolle; Hanseatisches OLG, Beschluss vom 21. Juni 1995 - 15 UF 215/94 - : Sektiererischer Charakter der Zeugen Jehovas, Erziehung zur Lebensuntüchtigkeit, Entfremdung von der Umwelt; OLG Celle, Beschluss vom 22. Oktober 1996 - 17 UF 177/95 - : Einfluss und repressiver Erziehungsstil der Glaubensgemeinschaft setzen das Kind Belastungen und Verboten aus, die gegen sein Wohl wirken, es isolieren und zum Außenseiter machen; OLG Köln, Beschluss vom 25. März 1999 - 21 WF 45/99 - FamRZ 2000, 1390: Das Kind wird im Rahmen der vorgelebten Religionslehre in eine Außenseiterrolle gedrängt; OLG Karlsruhe, Beschluss vom 15. März 2002 - 2 (20) UF 106/01 - FÜR 2002, 662: Ausgrenzung der Kinder im schulischen und vorschulischen Umfeld durch aufgezwungene Verhaltensmaßregeln, Teilnahme an nicht kindgerecht gestalteten Gottesdiensten der Zeugen Jehovas; verbale "Dämonisierung" des anderen Elternteils mit Loyalitätskonflikt.
Dass es ungeachtet dessen - mit einer Ausnahme - einhelliger obergerichtlicher Rechtsprechung in Sorge- Umgangsrechtsstreitigkeiten entspricht, dass durch die Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas allein die Erziehungseignung nicht beeinträchtigt wird, ist eine Tatsache, die für sich spricht.
Bei der erwähnten Ausnahme handelt es sich um das Urteil OLG Frankfurt/Main vom 2. Dezember 1993 - 6 UF 105/93 - (FamRZ 1994,920), durch das sich der Beklagte nachhaltig bestätigt fühlt, ...

Alle anderen Familiengerichte vertreten demgegenüber die Auffassung, dass sich nur im Einzelfall, gegebenenfalls nach Anhörung des Kindes und/oder durch Einholung eines Sachverständigengutachtens, beurteilen lässt, ob und in welchem Ausmaß die Religionslehre der Zeugen Jehovas notwendig Einfluss auf die Entwicklung der Persönlichkeit eines Kindes nimmt. Soweit dem Senat in Sorgerechtsprozessen erstattete kinderpsychologische Gutachten zugänglich gemacht worden sind oder deren Inhalt bzw. das Ergebnis von Anhörungen betroffener Kinder in veröffentlichten Entscheidungen wiedergegeben sind, vermitteln sie ein gänzlich anderes Bild von den "Erziehungsresultaten" bei Kindern, die in der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas aufwachsen, als es vom Beklagten [Berliner Senat] aufgezeigt wird...


[Redaktionelle Feststellung. Bis hierher ist also eindeutig nur von Sorgegerechtsfällen die Rede.
Nicht ein einziger im 1997erVerfahren bemühter Fall nimmt auf eine Sachlage Bezug, wie sie Herrn Tjaden im konkreten vorgehalten wird. Weiter geht es dann etwa mit der Detailaussage]


Die Zugehörigkeit zu den Zeugen Jehovas hat im vorliegenden Fall sogar auf das psychische Wohl der Kinder positive Auswirkungen, da sie positive Veränderungen im Verhalten der Kindesmutter zu den Kindern bewirkt haben. Die Kindesmutter ist nunmehr in der Lage, losgelöst von dem Spannungsverhältnis der früheren Ehe und damit für sie erlebten Konflikts, kindgemäßer mit D... und H.... umzugehen."
Das gleiche Bild vermittelt die bereits erwähnte Entscheidung des OLG Celle vom 22. Oktober 1996 - 17 UF 177/95 -......
Nach Anhörung des Kindes wies das OLG sämtliche Vorwürfe als haltlos zurück. Der Junge habe, anders als vom Vater beschrieben, einen fröhlichen und unbeschwerten Eindruck gemacht, ...

Zwar gibt es Berichte von fünf Berliner Jugendämtern aus den Jahren 1997 (vgl. Anlage RKL 2 [Ordner Anlagen zum Schriftsatz vom 7. Mai 2001 an das Bundesverwaltungsgericht]) und 2001 (Anlagen BB 6a und 9 zum Schriftsatz vom 8. Oktober 2001, GA Bd. 6, Bl. 282, 288), in denen von Erziehungsdefiziten in Form von "hohem moralischem Druck", rigiden und einengenden Erziehungsvorstellungen sowie sozialer "Aussperrung" die Rede ist. Schon der Anzahl nach, aber auch mit Blick auf ihren Inhalt geben diese Berichte jedoch keinen Anlass, an dem durch die familiengerichtliche Rechtsprechung vermittelten Bild zu zweifeln, geschweige denn von den geschilderten, in ihrer Wertigkeit kaum greifbaren Unzulänglichkeiten in der Kindererziehung auf ein den Lehren der Klägerin entsprechendes typisches Erziehungsgebaren zu schließen.


[Auch vorstehender Text redet nur von Wertungen im Kontext Sorgerechts-Streitfälle.
Nicht jedoch von Fallbeispielen des Scheiterns einer Ehe auf Grund des Zeugen Jehovas-Einflusses]

Und dann gibt es im Text noch weiter den charakteristischen Satz:

„Was für den Senat an Erkenntnismöglichkeiten in Bezug auf die Vorwürfe des Beklagten [Berliner Senat] übrig bleibt, sind nach alledem wiederum ausschließlich die Schilderungen von Aussteigern, von betroffenen Familienangehörigen und Selbsthilfeinitiativen

Die jedoch will das urteilende Gericht nicht als Versagungsgründe in der KdöR-Angelegenheit gelten lassen. Auch der weitere zitierte Gerichtstext, stellt einzig und allein auf en Aspekt Kindeswohlbeeinträchtigung ab.

Es gibt im Gerichtsurteil [KdöR-Verfahren] auch noch den wertenden Satz:
Insbesondere sei es [Sorgerechtsvergehen] nicht schon dann erfüllt, wenn eine Hochschulausbildung als nicht erstrebenswert bezeichnet werde, da dann konsequenter- wie unsinnigerweise Gesellschaftsgruppen, deren Kinder ebenfalls einen niedrigen Anteil am akademischen Nachwuchs stellten, ein ähnliches "Fehlverhalten" angelastet werden müsse.

Diese Sachlage führte also dazu, dass in Berlin die Zeugen Jehovas den KdöR-Status bekamen.
Die bemühten Fälle aus dem diesbezüglichen Schriftsatz belegen aber zugleich. Nicht ein einziger Fall liegt auf jener Ebene, wie sie Herrn Tjaden angelastet wird.

Alle Fälle thematisieren nur Sorgerechtsfälle und ihre Implikationen.

Re: Re:Teil XII der Verlautbarung von Herrn Tjaden

geschrieben von:  . +

Datum: 28. Juli 2008 22:35

Heinz-Peter Tjaden
www.readers-edition.de/2008/07/24/thema-ehe-zeugen-jehovas-beschreiten-den-klageweg-xii

hilfreich wäre für mich jeder erfahrungsbericht, der mit dem satz endet
"sollte das gericht es für erforderlich erachten, stelle ich mich als zeugin/als zeuge zur verfügung"

Vielen Dank an alle die sich bei mir jetzt schon gemeldet haben.

Zeuge sein ist Bürgerpflicht.
Und der Staat lässt sich nicht lumpen wenn jemand seiner Bürgerpflicht nachkommt.
Jeder der vom Gericht als Zeuge geladen wird bekommt seine Unkosten (z.B. für die Anfahrt) an der Gerichtskasse ersetzt.
Er bekommt vom Arbeitgeber frei und vom Gericht seinen Verdienstausfall ersetzt.

Wendet euch bitte direkt an Herrn Tjaden:

Heinz-Peter Tjaden
Krumme Straße 1
26384 Wilhelmshaven

heinzpetertjaden@arcor.de

Telefon 04421/809286
Handy 0170/333 1845

„als ich ausstieg und als Abtrünniger gebrandmarkt wurde, war das eine große Belastung für meine Ehe mit einer Zeugin.
Wir lebten noch ein Jahr zusammen nebeneinander her, bevor die Ehe dann endgültig zerbrach.
Aus der Ehe davor habe ich eine inzwischen fast 18jährige Tochter, die mir geschrieben hat, dass sie mir nicht verzeihen könne, ihren besten Freund Jehova verlassen zu haben.
Ich habe sie seit meinem Ausstieg nicht gesehen!“

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