Hans Wöltje

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 03. September 2010 07:14

Nun also, gibt es eine wenig "appetitliche" Kontroverse um eine geplante Stolperstein-Verlegung für den am 12. 2. 1942 im KZ umgekommenen Zeugen Jehovas Hans Wöltje.
Aus einem diesbezüglichen Pressebericht sei der Satz zitiert:

"Die Zeugen Jehovas hatten den Stolperstein beim Bürgermeister beantragt. Sie übernehmen die Kosten. Die Volksbank, vor deren Gebäude in der Hindenburgstraße der Gedenkstein platziert werden soll, hat keine Einwände. Also gab der Verwaltungs-Chef sein Okay. Dr. Z... vereinbarte einen Ortstermin mit Günter Demnig. Alles schien perfekt, bis die CDU auf den Plan trat."

Letztere lies dann vorstehendes Vorhaben einstweilen platzen:
Auch der Satz steht dafür:

"Amtierender Bürgermeister ist dieser Tage der CDU Fraktions-Chef Horst M..., und der hat gestern sofort eine Entscheidung gefällt: "Der Termin wird abgesagt. Das Thema kommt noch mal in den Ausschuss und die Stadtverordnetenversammlung." Warum das nötig ist, wo doch alle beteuern, es gehe nicht um die Sache, sondern lediglich ums Verfahren, bleibt offen."

Siehe
www.shz.de/nachrichten/lokales/stormarner-tageblatt/artikeldetails/article/217/cdu-kippt-stolperstein.html
Und auch
www.ln-online.de/regional/stormarn/index.php/2844983

In einigen Publikationen ist der Fall Wöltje näher beschrieben. Die wichtigste wohl die von Johannes Spallek, seines Zeichens Archivar, welche im Jahre 2000 erschien, auf welche auch hier Bezug genommen sei. Ihr zufolge war Wöltje bereits seit 1924 Bibelforscher. Das selbige dann im Naziregime Gefahr liefen, schon bei relativ geringen Anlässen, in die Mühlen der Nazijustiz zu gelangen, ist nur zu gut bekannt.
Ein Aspekt indes, welcher die Nazibehörden besonders "auf die Palme brachte", war die organisierte Verbreitung einer Protest-Resolution im Dezember 1936 durch die Zeugen Jehovas.
Möglicherweise geriet (auch) wegen der, besagter Wöltje schon ein erstes Mal in die Mühlen der Nazijustiz, welche ihn als besonders "eifrigen und aktiven Anhänger" der WTG-Lehre bezeichnet. Dennoch scheint ein Nachweis durch die Nazibehörden, er sei bereits bei der ersten Flugblattaktion daran mit beteiligt gewesen, wohl nicht möglich gewesen zu sein. Daher "beschränkte" sich seine erste Verurteilung in der Strafhöhe auf

"zwei Monate Gefängnis ... Die erlittene Untersuchungshaft wird auf die erkannte Strafe angerechnet. Die beschlagnahmten verbotenen Druckschriften werden eingezogen."

In jenem eben zitierten Urteilstext ist bezüglich eines Nachweises an der Beteiligung an der "Resolutions"-Verbreitung wohl noch keine Rede. Deshalb das im Vergleich zu anderen ähnlich gelagerten Fällen, noch relativ "moderate" Urteil.

Was war ursächlich für die erste Verhaftung des Wöltje?
Folgt man einer Studie von Frank Omland; insbesondere die Nichtbeteiligung an den "Wahlen" der Nazis. Selbiger Umstand führte zugleich zur Entlassung aus dem Arbeitsverhältnis
Dazu liest man bei Omland:

"Herr Wöltje ist am 27. November 1933 aus unseren Diensten entlassen worden
(der Landwirtschaftskammer für die er als Außendienstmitarbeiter tätig war)
weil er der Wahl zum Reichstage und zur Volksabstimmung ferngeblieben und sich dadurch in den Gegensatz zu der Volksgemeinschaft gestellt hat."

http://books.google.de/books?id=vV1Tk83eRW0C&pg=PA60&lpg=PA60&dq=W%C3%B6ltje+Jehovas&source=bl&ots=8jsYZUTu67&sig=lhxB-WWbL3Oh19hTNfKld0l7wA4&hl=de&ei=J7KBTLi8FcWCOJzx4IkO&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=4&ved=0CCEQ6AEwAw#v=onepage&q=W%C3%B6ltje%20Jehovas&f=false
Siehe auch:
www.akens.org/akens/texte/info/39/3.html

Die Zeugen Jehovas indes ließen es nicht bei dieser ersten Resolutionsverbreitungs-Aktion bewenden.
Ihr folgte im Juni 1937 eine weitere Verteilaktion, diesmal ein als "Offener Brief an das Bibelgläubige und Christus liebende Volk Deutschlands" überschriebenes Schriftstück.
Der bereits seit der Dezember-Aktion 1936 genervten Gestapo, gelang es offenbar, im Zuge ihrer Ermittlungen, auch den Wöltje als an der zweiten Aktion mit beteiligt, zu ermitteln. Aktenkundig war er ohnehin schon.
Darüber existiert dann ein vom 15. 11. 1937 datiertes Gestapo-Vernehmungsprotokoll, welches auch mit dem Satz endet:

"Als Nachricht zum Aktenz.-Gs.491/37- des Amtsgerichts Lübeck in der Sache gegen den Bibelforscher Hans Wöltje nachgereicht.".

Die Gestapo brachte also seine erneute Verhaftung, ausdrücklich in Zusammenhang mit der bereits ersten Verhaftung. Er Wöltje, war somit in deren Augen ein Wiederholungstäter. Mit letzteren pflegte sie dann allerdings wohl kaum "sanft" umzugehen, was schon in der Einleitung des Vernehmungsprotokolles vom 15. 11. 37 zum Ausdruck kommt. Es beginnt mit dem Satz:

"Es tritt vor der Untersuchungsgefangene Hans Wöltje, um gehört zu werden. Er sagt, nachdem er ernstlich zur Wahrheit ermahnt ist folgendes aus ..."

Jene eben zitierte Floskel von dem "ernstlich zur Wahrheit ermahnen", wird als allgemeiner Konsens in heutigen Historikerkreisen dahingehend interpretiert. Das kann dann fallweise auch ausgesprochene Foltermaßnahmen mit beinhalten. Da war die Gestapo mit Sicherheit nicht fein. Da wurden ihre Opfer mit allen Mitteln "weichgekocht" um die erwarteten Aussagen auch tatsächlich zu erhalten. Man wird einzuräumen haben, dass dies auch in diesem Falle so ablief.
Im weiteren Verlauf seines Vernehmungsprotokolls, das mit der ebenfalls üblichen Floskel endet:

"Selbst gelesen und unterschrieben", erfährt man dann:

"Im März und April 1936 erhielt ich aus der Schweiz den 'Wachtturm' per Post zugeschickt. Die Übersendungen hörten im April 1936 auf."

Das die Nazis Postzensur ausübten, ist ebenfalls bekannt. Genannte Übersendungen konnten somit bewirken, dass er schon mal bei den Nazibehörden Aktenkundig wurde.
Gemäss seinem Protokoll habe dann Wöltje den Kontakt zu einem Glaubensbruder Namens Böttcher in Lübeck-Karlshof gesucht und weiter praktiziert, der ihn dann in der Folge, mit weiteren "Wachtturm"-Ausgaben versorgte.
Im Vernehmungsprotokoll gibt es dann die weitere Angabe, er Wöltje habe dann etwa nach Pfingsten 1936 mit einer Frau, (um die heutige WTG-Terminologie zu verwenden) eine Art Zeugentypisches "Heimbibelstudium" getätigt.
Er räumte also in seinem Vernehmungsprotokoll ein, schon mal im Zeugentypischen Sinne missionarisch sich betätigt zu haben. Damit indes, hatte er sich aber auch die Option selbst abgesprochen, vielleicht nur als "Mitläufer" klassifiziert zu werden.
Drei "Wachtturm"-Exemplare erhielt Wöltje von dem bereits genannten Böttcher, pro Ausgabe.
Laut Vernehmungsprotokoll leitete er dann ein Exemplar davon, an seine bereits genannte Interessierte weiter, und ein weiteres Exemplar erhielt dann von ihm - Wöltje - ein Wilhelm Rudolph, den er bereits früher als Bibelforscher/Zeugen Jehovas kannte.
Somit nahm Wöltje nicht nur eine "Endkonsumentenfunktion" bei der "Wachtturm"-Verbreitung war, sondern war schon eine Stufe höher "angesiedelt".
Zu dem mit genannten Wilhelm Rudolph kann man etwa bei Herrberger die Angabe entnehmen:

"Rudolf (Rudolph), Wilhelm; geb.: 23.1.1900 in Liebert-Wolkwitz (Sachsen), wohnhaft: Hochdonn (Schleswig); am 12.10.1939 vom R(eichs)K(riegs)G(ericht) zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt; in der Haft verstorben."

Weiter räumt Wöltje in seinem Protokoll ein, an organisierten Versammlungen von Zeugen Jehovas, zu der Zeit teilgenommen zu haben.
Im Zuge dieses an organisierten Versammlungen teilnehmen, wurde er dann offenbar mit in die Verteilaktion für beide Flugblattverteil-Aktionen einbezogen.
Dazu gibt es in seinem Protokoll die Angabe:

"Im Dezember 1936 wurde mir von van Loo gesagt, daß ich am 12. 12. 1936 nach Lübeck kommen müsse, weil an diesem Tage Flugblätter der IBV. verteilt werden sollten."

35 Exemplare solcher Flugblätter habe er dann entgegengenommen und Anweisungsgemäß in den Häusern "in der Fackenburger- und Schwartauer-Allee" verteilt.
Auch für die Juni 37 Verteilaktion, wurde er dann ausdrücklich mit eingeplant

"Am 18. 6. 1937 erschien in meiner Wohnung in Bad Oldesloe die Frau van Loo in meiner Wohnung und erklärte, daß ich am Sonntag, dem 20. 6. 1937, in Lübeck in der Moislinger-Allee Flugblätter verteilen müsse."

Wiederum ist von 35 so verteilten Exemplaren die Rede.
Die Gestapo, welche ihre Protokolle dann an die zuständige Staatsanwaltschaft weiter leitete, lies es sich auch angelegen, selbige noch mit einem besonderen Schriftstück zu schmücken. Und zwar ein Zirkular, welches Rutherford höchstpersönlich

"An Jehovas Zeugen in Deutschland"´adressierte.
Darin wusste Herr Rutherford unter anderem zu tönen;

"Ihr habt bereits einen Bund geschlossen, den Willen Gottes zu tun. Gott hat Euch darauf bei Eurem Wort genommen ...
Kein Mensch hat das Recht Euch Befehle zu erteilen bezüglich Eures Gottesdienstes. ...
Jede Gruppe der Zeugen Jehovas in Deutschland versammle sich ... Sonntag morgen, den 7. Okt. 1934 ... Dann sollt Ihr unmittelbar darauf an die Regierungsbeamten Deutschlands einen Brief senden ... Dann sollt Ihr die Versammlung beschliessen und hinausgehen zu Euren Nachbarn und ihnen Zeugnis geben ..."

Es dürfte wohl unschwer erkennbar sein, wie die Gestapo ihrerseits diese Rutherford'sche Anweisung bewertete.
Herr Rutherford konnte ja billig schwätzen, im fernen Amerika. Er wanderte dafür ja nicht in den Knast. Dieses "Vorrecht", überliess er dann großzügigerweise lieber anderen, namentlich seinen Betörten, in Deutschland.

Zurückkehrend zum einleitend genannten Agieren der politischen Partei CDU.
Selbige praktiziert ja im besonderen Maße die Verfilzung mit relevanten Teilen der Religionsindustrie, und bringt diesen Aspekt ja schon in ihrem Parteinahmen zum Ausdruck.
Nun vernimmt man, insonderheit aus Baden-Württemberg die eher erstaunliche Kunde, das besagte Filzpartei CDU, sich dort mit den Zeugen Jehovas eher schwer tut.
Und analysiert man den Dissens der Baden Württembergischen CDU mit den Zeugen Jehovas näher, kristallisieren sich besonders zwei Aspekte heraus.
Weite Teile der übrigen Religionsindustrie, haben überhaupt keinerlei Berührungsängste zur Sozialdarwinistischen Partei CDU, und unterstreichen dies Fallweise auch durch eine Mitgliedschaft in selbiger.
Nun ist aber den CDU-Granden auch aufgegangen (mit Ausnahme einiger aus dem Ex-Zeugen Jehovas-Bereich), gibt es in ihrem Mitgliederbestand nicht einen einzigen Zeugen Jehovas. Dieser Umstand trägt dann schon mal zu einer gewissen "Entfremdung" bei.
Weiter ist diesen CDU-Granden auch nicht entgangen (wiederum mit der Einschränkung, Ex-ZJ müssen da anders gewertet werden), dass an Wahltagen, besagte CDU aus Zeugen Jehovas-Kreisen, nicht eine einzige Wahlstimme erhält.
In Baden-Würrtemberg (und auch wohl Rheinland-Pfalz) hat man sich aufgrund dieser Sachlage dazu entschlossen, sich in die Kontinuitätslinie Hitlerdeutschland und DDR einzureihen, denen ja - nachgewiesenermaßen - das Nichtwählen der Zeugen Jehovas, auch "mächtig auf den Keks" ging.
Ob nun eine "Nordlicht-Variante" dieser Partei, sich dem anschließen will?
Die Zukunft mag dann ja diese Frage beantworten.

Re: Hans Wöltje

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 04. September 2010 07:12

Nun gibt es einen weiteren Pressebericht zum Thema.

www.abendblatt.de/region/stormarn/article1621154/Der-Stein-des-Anstosses.html

In selbigem wird ein anderer befragter Politiker mit der Aussage zitiert:

"Da wird offenbar irgendein Streit mit dem Bürgermeister ausgetragen".

Den die Absage der bereits organisierten Stolperstein-Verlegung erfolgte ja durch den Stellverteter des Bürgermeisters, während eines Zeitraumes, wo er dessen offizielle Vertretung wahrnahm.
Da wiederum bemerkenswert. Er machte sich zum Vollstrecker einer anderen Politkerin, die mit der Aussage zitiert wird:

"Es ist ja vielleicht bei dem einen oder anderen nicht ganz unstrittig, ob das mit dem Stein so gemacht werden soll. Außerdem sagte mir der Name Hans Wöltje nichts".

Und weiter als Ergebnis der gegenwärtigen Kontroverse, sie wolle

"sich nun erst einmal informieren - über Hans Wöltje und über die Aktion Stolpersteine."

Tja kann ich da meinerseits nur zu kommentieren.
Hätte jene Stolperstein-Verlagung etwa einen Kontext zum 20. Juli 1944 oder ähnliches, wäre diese Panne wohl nicht passiert.
Es sagt dann wohl einiges aus, über die Kompetenz einer Partei, welche da auch die Vokabel "Christlich" in ihrem Namen zu verwenden beliebt.
Gleichwohl gebe ich jener Aussage auch recht

"Es ist ja vielleicht bei dem einen oder anderen nicht ganz unstrittig".

Und da scheint mir hat Herr Dr. Detlef Garbe den dabei relevanten Aspekt einmal zutreffend in die Worte zusammengefasst.

Gleichwohl gilt es auch zu sehen, und da verweise ich auch besonders auf die Studie von Elke Imberger
http://books.google.de/books?id=iB8EAQAAIAAJ&q=Elke+Imberger&dq=Elke+Imberger&hl=de&ei=KM6BTOjtDoTn4AaxgqSoAQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CCkQ6AEwAA
Jene Region war in Kirchenpolitischer Hinsicht zu Nazizeiten, eine besondere Bastion der "Deutschen Christen" (jener Nazipartei mit kirchlichem Anstrich).
Vielleicht stärker ausgeprägt, als in anderen Teilen dieses Landes.
Ob es dort nach 1945 eine echte "Entnazifizierung" gegeben, darf wohl sehr gemischt bewertet werden.
Siehe etwa die Auseinandersetzung mit dem Hamburger Bischof Tügel
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,53397,69736#msg-69736

Dort Eintrag vom
25. Juni 2010 02:38

Und nun stellt die Enkelgeneration ihren eigenen "Analphabetismus" vorgenannte Aspekte betreffend auf ziemlich handgreifliche Weise fest.
Man kann - und sollte - einiges an der WTG-Religion kritisieren.
Dies aber ausgerechnet, an einem Fallbeispiel, eines im KZ umgekommenen zu demonstrieren, ist sicherlich der verkehrte Weg!

Re: Hans Wöltje

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 29. September 2010 03:04

Notiert im Umfeld der jetzt erfolgten Stolperstein-Verlegung.
45 Jahre alt nur wurde das Opfer.
Das Schicksal nahm mit der Wahlverweigerung im Naziregime seinen unheilvollen Anfang.
Weder "Wähler" noch "Nichtwähler" konnten zu jener Zeit - welche Entscheidung sie auch immer den Vorzug gaben, damit das Naziregime "aus den Angeln heben".
In der Sicht der Nazis (und wohl nicht nur in deren Sicht), kam das Nichtwählen einer Demonstration gleich.
Hätten sie sich da mit Plakaten behängt auf die Straße gestellt (auf denen Antinazistische Parolen) zu lesen, es wäre in Nazisicht der gleiche sie provozierende Tatbestand erfüllt gewesen.
Und mit Provokateuren gleich welcher Art, pflegten die Nazis kurzen Prozess zu machen.
Bis Mitte 1933 gaben die letzten bis dahin bestehenden politischen Parteien, die alle schon eine Tradition, einen Funktionärsapparat bereits zu Weimarer Republikzeiten hatten, entnervt auf.
Schon Monate vorher hatten die Nazis etwa in der Köpenicker Blutwoche demonstriert. Wer sich ihnen in den Weg stellt, findet sich anschliessend als Leiche in einen Sack gesteckt, als namenloses Opfer ins Wasser geschmissen, wieder.
Das konnte jeder mitbekommen haben, der da sehen wollte.
In dieser Gemengelage kam die Verweigerung bei der Volkszählung vom November 1933 mitgezählt zu werden (die sich wohl "Wahlen" zu betiteln pflegten) einem bewussten Selbstmord gleich.
Nur Narren konnten so sehenden Auges in ihr Unglück hineinrennen.
Wo war da der Grundsatz vom "Klug wie die Schlangen sein ...."?

Zeitwechsel
Herr Werner Liebig, bereits in der ersten Verhaftungswelle, Zeugen Jehovas bezüglich, um 1950 mit zu einer hohen Strafe verurteilt. Dann doch nach langen Jahren, die Gefängnismauern hinter sich lassen könnend.
Just besagten Herrn Liebig erkor die WTG zum Kopf der ab 1962 installierten regionalen Leitung der Zeugen Jehovas in der DDR.
Nüchtern muss man sagen, da ging man ein vorsätzliches Risiko ein, denn das der weiter unter Beobachtung stehen würde, konnte man sich an den zehn Fingern ausrechnen.

Die CV unterstellte besagtem Liebig (und ich habe keinen Grund diese Detailaussage anzuzweifeln), er hätte aus theokratischer Kriegslist - eben um nicht aufzufallen - nach seiner Freilassung, dann an DDR-"Wahlen" teilgenommen.

Den "Oberen" billigte somit die WTG taktieren zu.
Das betörte Fussvolk indes wurde dem Mob zum Fraße vorgeworfen ...

www.ln-online.de/regional/stormarn/index.php/2858752

"Köpfe werden rollen"; mit dieser seiner eigenen Aussage, wurde Hitler bereits im Jahre 1930 in der öffentlichen Presse zitiert.
Das unheilvolle Geschehen trat somit keineswegs, ohne Vorankündigung ein!
Im Rahmen der Serie „Im Zeitspiegel" komme ich auf obiges Zitat am 2. 10. nochmals zurück.

Re: Hans Wöltje

geschrieben von:  Frau von x

Datum: 29. September 2010 17:25

Drahbeck
www.ln-online.de/regional/stormarn/index.php/2858752

... Jörn Puttkammer von den Zeugen Jehovas dankte der Familie dafür, dass sie Dokumente zur Verfügung gestellt hatte. Darunter waren Briefe Wöltjes an seinen Bruder und seine Sterbeurkunde. ...
1939 schrieb er aus dem Strafgefängnis Lübeck-Lauerhof an seinen Bruder: "Lieber Fritz, Deine Hoffnung mußt du aufgeben, daß ich nach Hause komme, darum ist aber meine Zuversicht und Hoffnung nicht erschüttert, sondern im Gegenteil! Auch dann, wenn es mich das Leben kostet." In seinem letzten Brief vor Sachsenhausen schrieb er im Dezember 1939: ". . . so ist heute meine Überzeugung, daß bald die Freiheit wieder kommt".

Da er wußte, nicht nach Hause zu kommen und auch bereit war sein Leben zu geben. Von welcher Freiheit war er da überzeugt, von dieser hier?:

WT vom 1.SEPTEMBER 2010 S.9
...
Die Zeit kommt, wo niemand mehr böse handeln wird, weil alle, die dann leben, sich zum Guten verändert haben. Bald wird Jehova den Anstifter aller Untaten aus dem Weg räumen: Satan, den Teufel, der hinter den Kulissen die Fäden zieht und das Weltgeschehen steuert. ... Aber ihm wird in Kürze das Handwerk gelegt! ...
... Was wird in naher Zukunft weltweit für solche Veränderungen sorgen? Es ist "die Erkenntnis Jehovas". Wer sich also - ... - intensiv mit der Bibel beschäftigt und nach dem lebt, was er daraus lernt, der kann sich darauf freuen, bald in einer Welt zu leben, in der "Gerechtigkeit wohnen" wird (2.Petrus 3:13). ...


Erwachet! SEPTEMBER 2010 S.25:
... Mut macht jedoch der Gedanke, dass unser Schöpfer in seiner Liebe bald die verderben wird, "die die erde verderben", und dass zwischen Mensch und Tier einmal der Frieden herrschen wird, den Gott ursprünglich wollte (Offenbarung 11:18; ...).

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