Re: Fernsehtipp

geschrieben von: Frau von x

Datum: 27. Juni 2008 12:42

Heute 19.00 Uhr auf arte:
Zoom Europa
Sekten in Europa, welche Strategien? Frankreich/Deutschland 2008

"(1): Reportage: Spanien. Scientoloy: Eine Kirche wie jede andere?
Die sozialistische Regierung Zapatero beantwortet diese Frage mit 'ja'. Vielleicht im Zuge ihrer Konfrontation mit der mächtigen katholischen Kirche? Inzwischen ist die Sekte in Spanien eine anerkannte Kirche, während sie in Deutschland und Frankreich weiterhin als gefährlich gilt. Welche Folgen hat das?
(2): Reportage: Wellness-Angebote, Verhaltenstherapien
Neue Anhänger finden die Sekten durch ihr Vordringen in jenes Marktsegment, in dem es um die Verbesserung des körperlich-seelischen Wohlbefindens geht. Auch hier ist die Grenze zwischen Gedankenfreiheit und geistiger Manipulation fließend. 'Zoom' erforscht die verschiedenen Ansätze und Strategien.
(3): Rückspiegel
1961 versammelten sich 80.000 Zeugen Jehovas im Hamburger Stadtpark zu ihrem ersten internationalen Kongress.
(4): ...
(5): ...
(6): ...
(7): ... "

(Quelle TVinfo.de - Magazin) [Hervorhebung von mir]

Re: Hamburger Matschkongress

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 27. Juni 2008 13:45

Wenn also in einem Rückblick, auch des Hamburger „Matschkongesses" von 1961 gedacht wird, dann ergeben sich da so einige Gedankenassoziationen für mich.

Bekanntlich machte Ostdeutschland im Jahre 1961 auch „seinen Laden dicht". Jener Hamburger Kongress war kurz davor.

Zu seinen geschichtlichen Besonderheiten gehört es auch, dass auf ihm schon die Weichen gestellt wurden.
Die Jahre davor erfolgte die Anleitung der Ostdeutschen Zeugen, von Westberlin aus.
Geheimdienstkreise wussten (bzw. ahnten) den DDR-Mauerbau schon im voraus.
Just auf jenem Kongress wurde für den „Tag X" (der dann rasend schnell auch eintrat) eine Zeugen Jehovas-Leitung unter Liebig in Ostdeutschland installiert.
Liebig wurde dann zwar 1965 auch verhaftet. Aber die Organisationsstrukturen in Ostdeutschland hatten sich stabilisiert.
Der DDR-Mauerbau war (für die ZJ-Organisation) insofern keine wesentliche Zäsur.

Ich erinnere mich sehr wohl. Schon ganz kurze Zeit nach dem 13. 8. 1961 setzte die Versorgung mit WT-Studienartikeln ein. Jetzt eben bedingt durch die Umstände. einstweilen in hektographierter Form.

Dann verbindet sich mit dem Hamburger „Matschkongress" für mich noch eine andere Assoziation. Obwohl zu dem Zeitpunkt noch nicht getauft, habe ich hautnah den massiven Druck seitens der WTG-Organisation erlebt, möglichst viele sollten zum Hamburger Kongress, auch aus Ostdeutschland anreisen. Das war wirklich massiver Nötigungsdruck, der selbst in meinem Fall, vor Ungetauften (damals) nicht halt machte.

Dritte Assoziation. Auch Presseorgane, so der „Spiegel" registrierten diesen Kongress sehr wohl. Besonders der Rechtfertigungsartikel im „Wachtturm" vom 1. 7. 1961, termingrecht zum Kongress zelebriert, brachte eine bemerkenswerte Gegenreaktion zustande.

Die WTG-Apologeten können sich nicht genug daran tun, dass die DDR-Stasi da auch ihre Finger im Spiel mit hatte. Und selbst wenn es so ist, entfaltete der Spiegel-Artikel über „Väterchen Frost" sehr wohl seine Langzeitwirkung. Und weil das so ist, sucht ihn die WTG nach Kräften zu desavoieren.

Nun muss man wohl differenzieren zwischen denen im WTG-Sog befindlichen. Bei denen ist nicht selten auf der argumentativen Ebene „Hopfen im Malz" verloren. Egal welche Argumente auch immer kommen. Bis der eine oder andere von ihnen vielleicht noch sein individuelles „Damaskuserlebnis" bekommt.
Und dann sind diejenigen, die sich in vielleicht begrenzten Umfange, auch für das ZJ-Thema mal interessieren. Bei denen indes wirkt das WTG-Abwehrfeuer durchaus nicht so, wie von Brooklyn, oder seinen Satrapen gewünscht. Und die haben zu dem, was der „Spiegel" damals schon ausführte in Sachen Frost, in der Tat eine andere Meinung als wie Selters sie sich wünscht.

Fernsehberichten haftet nicht selten das Odium an: Oberflächlich zu sein. Das wird wohl auch diesmal nicht viel anders sein. Immerhin, dass jener Fernsehsender nun just jenen Hamburger Matschkongress heraus gebuddelt hat, ist schon bemerkenswert.


wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=43365083&top=SPIEGEL

wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=43365083&aref=image035/0548/cqsp196130038-P2P-039.pdf&thumb=false

Teil 2 Hamburger Matschkongress unter der URL:
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,7479,7479#msg-7479

Re: Hamburger Matschkongress

geschrieben von:  . +

Datum: 28. Juni 2008 11:05

X bat mich folgenden Originaltext hier einzustellen.
Der Bitte komme ich gerne nach.

Er wollte etwas dazu schreiben…

Wachtturm 1.Juli 1961

Seite 409 - 415

picture: http://www.manfred-gebhard.de/ReFile0002-58.jpg

picture: http://www.manfred-gebhard.de/ReFile0003-55.jpg

picture: http://www.manfred-gebhard.de/ReFile0004-49.jpg

picture: http://www.manfred-gebhard.de/ReFile0005-46.jpg

picture: http://www.manfred-gebhard.de/ReFile0006-43.jpg

picture: http://www.manfred-gebhard.de/ReFile0007-37.jpg

picture: http://www.manfred-gebhard.de/ReFile0008-31.jpg
 

Re: Erich Frost / SWR "Folterexperten - Die geheimen Methoden der CIA"

geschrieben von:  X ~ mysnip

Datum: 28. Juni 2008 14:21

Zitat:

. +
picture: http://www.manfred-gebhard.de/ReFile0004-49.jpg

ZITAT Wachtturm Erich Frost 1.Juli 1961 S.411
,,Von Freitag bis Montag aß und trank ich kaum etwas, rief aber unablässig Jehova um Hilfe an, damit ich um der Brüder willen schweigen könnte. Als ich wieder vor die Gestapo-Meute geführt wurde, dachte ich an Daniel in der Löwengrube. Ihr zorniger Wortschwall verriet mir, was ich hören wollte: Die Brüder waren nicht in das Netz geraten, das die Polizei gelegt hatte. Meine Freude war unbeschreiblich."

ZITAT Spiegel 19.07.1961 S.38 >http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=43365083&top=SPIEGEL
,,Frost schilderte - laut Verhör- Protokoll - detailliert die Tätigkeit seiner Organisation und verriet auch zwei Treffpunkte seiner Funktionäre:
"der (Berliner) Stadbahnsteig Alexanderplatz" und "bei Reiche in Zeuthen -Niersdorf, Lange Straße 5".

Schließlich nannte er - laut Verhör -Protokoll - den Gestapo-Leuten auch noch die Namen seiner Bezirksdiener

- Artur Nawroth (Westschlesien, Grenzmark),
- August Fehst (Westschlesien, Teile Sachsens),
- Otto Dauth (Berlin, Mark Brandenburg),
- Fred Meier (Westsachsen, Anhalt),
- Walter Friese (Thüringen, Harzgebiet, Hannover),
- Heinrich Ditschi (Schleswig-Holstein, Oldenburg, Westfalen, Ruhrgebiet),
- Albert Wandres (Rheinland, Baden und Würtemberg) und
- Karl Siebeneichler (Bayern)"


Ist es glaubhaft, daß Erich Frost schwieg?

SWR : Folterexperten - Die geheimen Methoden der CIA
http://vodpod.com/watch/4801779-folterexperten-die-geheimen-methoden-der-cia

 
ZITAT Folterexperten - Die geheimen Methoden der CIA
ca.5.05min CIA-Studie 1956: ,,In den letzten zehn Jahren sind in unserer Regierung Methoden erforscht worden, mit denen sich völlige Kontrolle über Menschen gewinnen läßt . . . Das Ergebnis ist furchterregend!"

Der Film ist besonders interessant und zum Thema passend ab der 30. Minute.
Harvard, Henry.K. Beecher, Dr. Fischer (Prof. Walter Schreiber) - einer der schlimmsten KZ- Ärzte - sind wichtige Anhaltspunkte.

Re: Erich Frost / SWR "Folterexperten - Die geheimen Methoden der CIA"

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 28. Juni 2008 15:42

Dann muss man wohl in der Tat, den 1961er „Erwachet!"-Artikel zum Thema „Gehirnwäsche" in den Kontext dazu setzen.

Was die WTG da über kommunistische Kreise ausführt, die sich selbiger bedient hätten, erinnert verdächtig daran, wie der Film ausführt, an die eigenen CIA-Praktiken.

http://forum.mysnip.de/read.php?27094,7481,7502#msg-7502

Gelehrige Schüler halt.
Im Falle Mormonen sind defintive Unterstellungen bekannt, wie die mit der CIA kooperieren. Nicht in Gesamtheit. Wohl aber via Einzelpersonen, welche den Mormonen zuzuordnen sind.

Vielleicht hatte der DDR-CIA-Experte Julius Mader nicht so unrecht, als er in seiner „Yellow List", auch ausdrücklich die WTG mit eingliederte, als auch im Dienste der CIA stehend. Auch hier muss man dann wohl die ausdrückliche Einschränkung machen. Nicht in Gesamtheit. Aber auf der Ebene relvanter Einzelpersonen.

Mader plakatierte:
Die CIA macht auch nicht vor der Kirchentüre halt.
Er wird Grund genug zu diesem Urteil gehabt haben.
Parsimony.25718

/Parsimony.5015

CV130

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