Judaskuss
geschrieben von:  . +
Datum: 25. Juni 2008 10:57

Wenn man auf bemerkenswerte Ähnlichkeiten zwischen den Mythen hinweist könnte man genauso gut bemerkenswerte Unterschiede betonen.

Interessanterweise kann man Judas aber genauso einen positiven Beweggrund unterstellen wie es X mit Juda gerade tat.

http://forum.mysnip.de/read.php?27094,7146,7146#msg-7146

Trotzte Judas Gott?

Wir verwenden in Verbindung mit Judas Schlagwörter wie „Verräter“ „Judaslohn“ „Judaskuss“ „Judastaler“ etc.
Dies zeichnet sich aber genauso durch fehlen jeder Sachkenntnis aus wie die Aussage Judas hätte die Faust Richtung Gott gestreckt.

Was tat Judas?

Am Freitagabend des 14. Nissan im Jahre 33 u. Z. gab es in Jerusalem wenigstens vier Tote, die gewaltsam ums Leben gekommen waren.
Davon waren drei hingerichtet worden am Kreuz nach einem Prozess, der vierte hatte sich aufgehängt.

Ihre Schicksale waren miteinander verbunden, wenn auch zum Teil sehr oberflächlich.

- Da waren zwei Straßenräuber, Angehörige einer der vielen Räuberbanden, die seinerzeit Israel unsicher machten.
- Da war einer der vielen Wanderrabbinen, die landauf, landab zogen, verurteilt wegen angeblich politischer Machenschaften in Tateinheit mit gotteslästerlichen Umtrieben, jetzt gleichzeitig exekutiert, um vor den großen Sabbatfeierlichkeiten reinen Tisch zu machen.
- Und da war einer der engen Anhänger dieses Jesus von Nazareth, Judas mit Namen.

Diese beiden Menschen haben die Menschen nie losgelassen.
Zu allen Zeiten hat sich ihre Phantasie mit ihnen beschäftigt.

In immer helleres Licht rückte der eine auf, in abgrundtiefschwarzes Dunkel der andere mehr und mehr gedrängt.
Aber im Dunkeln ließ sich der eine genauso wenig vergessen wie der erste.
Im Neuen Testament finden wir ihn, in islamischen Legenden, bei Goethe genauso wie im Gebetbuch Hildegard von Bingen, im Skizzenbuch Leonardo da Vinci…

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ebenso wie auf der Leinwand Rembrandts…

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oder einer Kohlezeichnung Otto Pankoks…

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Wo man den einen in den Himmel hob, gellte diesem das ultimative Verdammungsurteil entgegen.

Doch wer war dieser Judas?

An 22 Stellen des NT wird er erwähnt.
Kein einziges Mal in den Briefen, einmal in der Apostelgeschichte des Lukas, ansonsten nur in den vier Evangelien.
Ziemlich im Dunkel bleibt Judas.
Sicher ist lediglich, dass er zum engsten Kreis der Anhänger Jesu gehörte, zu den Zwölfen.
Sicher ist weiter, dass er eine unheilvolle Rolle in den letzten Stunden des Lebens gespielt hat.
Aber welche?
Die spontane Antwort der meisten darauf würde lauten: er hat ihn verraten!

Doch so steht es nirgends in der Bibel.

Sein Tun wird im griechischen Original als paradidonai beschrieben.
Das bedeutet aber nicht verraten, sondern übergeben, überliefern, ausliefern.
Der gleiche Begriff wird auch verwandt, wenn vom handeln Gottes durch Jesus gesprochen wird: Wegen unserer Verfehlungen wurde er von Gott hingegeben, heißt es beispielsweise bei Paulus im Römerbrief.

Auch wenn es erschreckt, es ist nicht zu leugnen:
Judas tat etwas, das auch Gott getan hat im Einverständnis mit Jesus: er gab hin, er lieferte aus.

Aber über dieses Wort hinaus tappen wir bei Judas im Dunkeln.
Nichts wird erkennbar von den Motiven des Judas.

War es Habgier,
verschmähte Zuneigung,
wollte er Jesus zur Aufrichtung der von ihm wie von vielen anderen Zeitgenossen politisch missverstandenen Politischenherrschaft provozieren,
war er naiv und hat nicht mit dem Ausgang seiner Tat im Todesurteil gegen seinen Meister gerechnet?

In Wirklichkeit wir wissen es nicht.

Unsicher ist auch das Ende.

Nach Matthäus hat er sich erhängt, die Apostelgeschichte spricht von einem Unfall.
Jedenfalls erwähnen die Evangelien den Judas nach der Auslieferung nicht mehr.
Allerdings malen sie ihn im Verlauf der Jahre immer düsterer.
Markus beschränkt sich in seinem Bericht nüchtern und sachlich auf die Rolle Judas.
Matthäus schildert ihn als Außenseiter im Kreis der Zwölf.
Lukas nennt ihn erstmals Verräter und führt sein Tun auf satanischen Einfluss zurück.
Höhepunkt der Schwarzfärbung ist Johannes, der Judas Dieb Betrüger, Verkörperung des Bösen nennt.
Dieses letzte Bild hat die Christenheit geprägt für Jahrhunderte.
Denn die Christenheit kam nicht los von Judas.

Das Abendmahl ist untrennbar mit Judas verbunden.

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Es ist um so erstaunlicher, als das, was Judas getan hat im Gesamtbild dieser letzten Tage Jesu eher bescheiden ist.
Das gilt für seine Aktionen wie für seinen Schuldanteil.
Die staatlichen Autoritäten waren sicher nicht auf seine Dienste angewiesen, um des Wanderrabbiners Jesus habhaft zu werden.

Und wer sich den Ablauf des Geschehens anschaut, bemerkt sehr schnell, dass Judas eigentlich nur ein Glied in einer langen Kette mit manchen Vorgänger und vielen Nachfolgern ist.

Jesus ausliefern, letztlich in den Tod, das hatten sein Gegner schon lange ins Auge gefasst.

Ihn der Vernichtung ausliefern, das tun die jüdischen Machthaber, der jüdische König Herodes, der Statthalter der Römer, Pontius Pilatus, die Kreuzige-ihn!-Schreier vor dessen Amtssitz und die Jünger, einer nach dem anderen, indem sie sich aus dem Staub machen und verleugnen, Petrus als letzter.

Am Ende steht das Kreuz, Jesus vollkommener Einsamkeit preisgegeben.

Kein Freund ist mehr da, nur gaffende Gegner und vielleicht ein paar hilflose und machtlose Leute wie der Knabe Johannes und seine Mutter.

Erschütternd:
Wie lange ist das eigentlich her, dass sich im galiläischen Frühling die Massen um Jesus gedrängt haben?
Ein paar Monate höchstens.

Wann war der triumphale Einzug in die Stadt?
Keine acht Tage sind verstrichen.

Und ein paar Stunden ist es gerade her, seit Petrus ihm Treue bis zum Tode geschworen hat.
Jetzt ist niemand mehr da.

Selbst vom Vater fühlt er sich verlassen.

Der Gekreuzigte ist wahrhaftig der Ausgelieferteste.

Der Einsamkeit ausgeliefert ist aber auch Judas.
Der Verzweiflung ausgeliefert.
Wo die Sünde ist, da ist einsame Nacht.
Schuld führt ins Dunkel.

Aber:
Ist dann nicht jeder Sünder ein Judas und Genosse seines Schicksals?
Und ist nicht jeder von uns ein Sünder?
Dann ist freilich auch jeder von uns Judas.
Das älteste Evangelium legt größten Wert auf die Zugehörigkeit des Judas zu den Zwölfen.
Beim Abendmahl erklärt Jesus:
„einer von euch wird mich überliefern“.
Und alle fragen sich:
Bin ich´s doch nicht Herr?
Und seine Antwort:
„einer von den Zwölfen“.
Jemand aus dem engsten Jüngerkreis.

Was Judas tut, hätte jeder tun können, jeder der Jünger, jeder der Anhänger Jesu, jeder Christ.
Denn die Möglichkeit, zum Judas zu werden, ist ständig gegeben.
Im Nachhinein will es dann keiner gewesen sein.

Es war nur allzu bequem die ganze Schuld auf die Schultern eines zu laden, der sein Leben aufgrund seines Schuldbewusstseins selber ein Ende bereitet hat.
So erklärt sich der finstere Hass der Christen auf Judas.
Wir lasten ihm auf, was wir uns selbst nicht eingestehen wollen oder können.

Judas wird für die Christen zum Sündenbock (4. Mose 29:5), der entlasten soll von der eigenen Schuld.
Judas wird darum in dem christlichen Selbstverständnis vom Verräter zum Typ jedweden Bösen.

Vielleicht war Judas am Ende ein Feind Jesu –
vielleicht,
vielleicht aber auch nur verblendet und hat sich völlig verspekuliert.

Kein "vielleicht" ist vor den Satz zu setzen, dass die Christen aus Judas ein Feindbild gemacht haben.
Und aus diesem einfachen Strickmuster wurde in der weiteren Geschichte aus Judas schnell Juda und die Juden wurden zu Teufelskindern erklärt, ein Feindbild.

Und Feinde sind böse, ganz sicher, aber Feindbilder sind nicht weniger unheilvoll.
Denn aus ihnen und durch sie entsteht der Hass, der zur Vernichtung antriebt und sie am Schluss auch noch legitimiert.
Genau dies haben z.B. in furchtbarer Weise wir als Nazis getan.
In einem seinerzeit weit bekannten Pamphlet hieß es:

"Deutschland erwache!
Läutet,
daß Funken zu sprühen beginnen,
Judas erscheint,
das Reich zu gewinnen,
läutet,
daß blutig die Seile sich röten,
rings lauter Brennen und Martern und Töten."

Wie viele Menschen haben ihr Leben verloren, wie viele sind zerbrochen worden, wie viele tödlich verwundet worden, weil man sie verteufelt hatte wie Judas.

War Judas nicht auch ein Mann der Gottes Königreich schneller herbeirufen wollte als Gott selber.
Der meinte in der Weltgeschichte ein bisschen zündeln zu dürfen um den Gott, der in seinen Augen zu langsam handelt, ein bisschen auf die Sprünge zu helfen.

Wachtturm Januar 1912

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Seite 3

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Wenn Gott so schnell gehandelt hätte wie Judas sich das erhoffte wäre er zu einem Fürsten auf der Erde geworden.
Hierin liegt der Grund für die verfrühten Endzeiterwartungen der Wachtturmkirche.

Seite 4

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Mit anderen Worten – Judas glaubte fest daran das Jesus Engelscharen rufen würde um sich zu verteidigen.
Keinen Augenblick kam ihm in den Sinn das Jesus leiden würde.

Als er seinen fatalen Irrtum erkannte erhängte er sich.

Noch einmal zeigt sich die Gestalt dieses Mannes als Bild der Sünde, die mit ihm alle zusammenbindet, auch die, die sich durch Judas zu entlasten zu versuchen.

In Gleicherweise Menschen wie auch Organisationen.

Doch weil der Einsame am Kreuz die Einsamkeit der Sünde schlechthin, auch der größten, aufgebrochen hat, können wir alle begründete, feste und starke Hoffnung auf sein Loskaufsopfer hegen.

Die Sünde des Judas war groß, aber nicht größer als die Sünde anderer.

Wenn Gott aber Rettung einem Petrus, einem Saulus und wie vielen anderen schenkt, kann er sie dann nicht allen gewähren, auch dem Dunkelsten aus den Zwölfen?
Und wenn wir jetzt empört aufschreien wollen: allen, nur dem nicht!, sollten wir uns dann nicht fragen, ob wir dann immer noch nicht einsehen wollen, dass wir mit dem, was wir in unserem Leben so anfangen und anstellen, nicht besser da stehen als Judas und ihn noch immer als Sündenbock für unsere Fehler und Schuld missbrauchen, um die Last der eigenen Fehler erträglicher zu machen?

Wenn wir gerne und dankbar die Vergebung in Anspruch nehmen, sollten wir sie dann nicht auch von ganzem Herzen dem gönnen, der Jesus überliefert hat und mit seinem Leben danach nicht mehr zurecht kam?

Jesus jedenfalls schließt Judas nicht vom Abendmahl aus und so hört auch Judas die Worte:
Das ist mein Blut, für eure Sünden vergossen.

Was haben die Menschen die anfingen zu Behaupten das Wasser gesundheitsschädliche Tiere enthalten unter dem Hohn uns Spott ihrer Zeitgenossen leiden müssen.
Oder die die sagten: „Händewaschen rettet leben!“
Was mussten diese doch für Widerstand von Seiten der gesamten Fachwelt überwinden.
Solange bis man erstmals diese Dinge sichtbar machen konnte.

Heute ist dies Sichtbar.

Jeder der will kann sich selbst davon überzeugen.
Genauso auch über den Inhalt so genannter „Wasser der Wahrheit“.

• Hat dieses Wissen jedoch zur Folge, das die Menschen nun aufhören heiliges verunreinigtes Oberflächen-Ganges-Wasser zu trinken?

Nein – Millionen Inder trinken dieses Wasser.

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Und es ist jedes Mal tatsächlich ein Wunder wenn jemand dies unbeschadet überlebt.

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• Wird dieses Wissen bewirken das Menschen aufhören werden die verunreinigte Botschaft der Wachtturm Gesellschaft zu konsumieren?

Nein – Millionen werden weiter dieses gesundheitsschädliche Wasser zu sich nehmen.

• Heißt das nun dass man Wasser im Ganzen meiden sollte.

Nein – wenn man weiß wie man Wasser reinigt oder zumindest regeln beachtet, wie einfaches Abkochen, das erste Folgeschäden vermindern kann, ist Wasser nach wie vor Lebensnotwendig.
Wenn wir also Jahrelang verseuchtes Wasser der Wahrheit konsumiert haben gilt es zu lernen wie man damit umgeht um weitere Schäden zu vermeiden.

• Ist es zwangsläufig gefährlich sich für den Glauben der Inder zu interessieren?
Heißt es, weil man Ganges-Wasser nicht trinken sollte, das alles an den Ideen der Hindus verkehrt sind?

Nein – wenn man gelernt hat und es sich zutraut mit der Funktionsweise der Religionen umzugehen, steht es einem doch frei sich damit offen auseinanderzusetzen.
Das Gute nimmt man mit, das schlechte ignoriert man.

Wenn einem Religionisten etwas geben, warum sollte man nicht das ein oder andere Mal im Jahr in die Kirche gehen?
Ein Ritt auf der Rasierklinge aber was geht uns denn das schwarzweiß Denken der Wachtturm Gesellschaft an.
Warum muss ich mich denn diesem denken beugen indem ich den Wachtturm-Zeugen alles überlasse.

Ich verstehe aber wenn der eine oder andere jetzt warnend den Finger hebt und sagt dass der Kontakt mit dieser Sekte genauso gefährlich ist wie das probieren von Drogen.
Mag sein das diese Recht haben.
Ich bin Sucht geschädigt, noch lange nicht clean, noch lange nicht entgiftet und auch mein Herz ist verräterisch.
Wie also soll ich da ausschließen das ich mich irre.

Wir sagen das Händewaschen leben rettet.
Wir sagen dass die Botschaft der Wachtturm-Zeugen sogar mit bloßem Auge sichtbare gesundheitsschädliche Verunreinigungen mit sich führt.

Wenn man dies aus Tradition – trotz deutlicher Warnung – konsumieren mag, sei dies jedem unbenommen.

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Man kann jedem positive oder negative Beweggründe unterstellen.

Re: Judaskuss
geschrieben von:  . +
Datum: 25. Juni 2008 11:06
„Der Judaskuss“ ist jetzt hier eingebunden:

http://blog.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendID=160443710&blogID=300582621
Re: Judaskuss
geschrieben von:  Gerd B.
Datum: 25. Juni 2008 16:53
Ist nicht alles Tun auf Erden für den Ursprung alles Seins bereits wie ein vorausgesehenes Drehbuch vor dessen Augen?

Joh. 6 NWÜ, 64 Aber es gibt einige unter euch, die nicht glauben.“ Jesus wußte nämlich von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und w e r der war, der ihn verraten würde. 65 So sagte er weiter: „Darum habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, es werde ihm vom Vater gewährt.

Das vorausgesagte Gewitter von heute Abend kommt nicht, weil es der Wetterfrosch voraussieht, es m u s s einfach kommen.

Wenn es den + dazu treibt hier seine akribische Aufklärung durchzuführen, dann hat der Erhabene dies längst voraus gewusst, aber nicht deswegen tut + das, er muss es so einfach tun.
Er ist vielleicht auch ein Werkzeug, ein Getriebener (des Herrn?).

Dafür   sei ihm DANK gesagt!

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