Dr. Werner Hodler
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 12. März 2015 16:02
Auf eine im Gästebuch eingegangene Anfrage, möchte ich des Umfangs wegen, hier antworten. Für umfänglichere Antworten ist das Gästebuch nicht vorgesehen.
Der Fragesteller möchte wissen:

"In Ihrem Buch über die Geschichte der Zeugen Jehovas verbinden Sie auf Seite 169 den Sprachwissenschafter Werner Hodler mit dem Zeugen Jehovas Werner Hodler. Mich würde interessieren, ob Sie sicher sind, dass es sich dabei um dieselbe Person handelt – sowohl Werner als auch Hodler sind in der Schweiz häufige Namen.

Im Nachruf auf den Sprachwissenschafter Hodler findet sich jedenfalls keinerlei Hinweis auf eine jehovische Vergangenheit (was natürlich nicht bedeuten muss, dass es sie nie gegeben hat). Der Sprachwissenschafter Hodler war Lehrer und publizierte etliche sprachwissenschaftliche Werke, nicht nur diejenigen beide, das Sie nennen. Ganz abgesehen davon, handelt es sich bei seinem Werk von 1969 keineswegs um eine Neuauflage desjenigen von 1915 über die Wortbildung, sondern um ein völlig selbständiges, 800seitiges Werk über die Satzlehre.

Falls Sie mir nähere und sicherere Hinweise über die Identität oder die Identitäten dieser beider Hodler geben könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar. Dass der Katalog der deutschen Nationalbibliothek die beiden Hodler in einer Person verbindet, ist jedenfalls kein sicherer Nachweis – der Katalog der DNB wimmelt nur so von Fehlern....


Antwort:
Der für mich relevante Dr. Werner Hodler ist (man beachte auch ausdrücklich seinen akademischen Grad als Dr. . Sollte es einen zweiten Werner Hodler geben , dann ist die Frage, hat der auch einen Doktorgrad?)
Ich habe bedeutende Mengen an Zeugen Jehovas-spezifischer Literatur ausgewertet. Unter anderem eine (Selbstverlags) Broschüre mit dem Titel:
"Israel, ein auserwähltes Volk"
In ihr beispielhaft die Angabe:
"Diese Broschüre ist zum Preise von 50 Rp. erhältlich, (von 10 Ex. an
40 Rp.), beim Verfasser: Dr. Werner Hodler, Hallerstraße 28, Bern".
Dann gibt es beispielhaft (aus dem Englischsprachigen Raum) auch den Titel:
"(Werner Hodler)
A Voice from Switzerland
Translation of the Hodler Booklet
On Revelation 17 an 13
Das Tier
Hrsg. Von J. G. Kuehn
269 Washington Avenue
Rutherford, New Jersey, U.S.A.
Oktober 1932" (auch eingesehen).

Besagter Hodler war in der einschlägigen Szene auch international bekannt.
Dann gibt es eindeutig den ZJ-Splittergruppen zuortbar, eine relevante Zeitschrift mit dem Titel "Die brennende Lampe". Von mir auch aus dem Bestandsbereich in der Deutschen Bücherei Leipzig eingesehen (die auch mit der Schweizerischen Landesbibliothek Schriftenaustausch praktizierte).
In deren Nr. 26 April 1943 S. 8 liest man beispielhaft:
"S. 8
Empfehlenswerte Schriften
Was will Gott mit den Juden? Eine Betrachtung der Judenfrage 51 S. Von Werner Hodler
Bestellungen richte man an Dr. W. Hodler, Ziegelfeldstr. 4, Olten"
Die Nr. 60 (1945) der "Brennende Lampe" verweist unter Hinweis auf angepriesene einschlägige Literatur erneut:
"Man wende sich an Dr. W. Hodler, Ziegelfeldstr. 4, Olten."
Auch weitere Hinweise auf den fraglichen Hodler gibt es in jener Zeitschrift noch.
Dann sei noch der Satz zitiert:
Nr. 350, Juni/Juli 1971
S. 24
"Dr. Werner Hodler, der während vieler Jahren als Redaktor dieser Zeitschrift gewirkt hat, sah sich infolge zunehmender Altersbeschwerden veranlasst, sein Amt niederzulegen. Wir gedenken hier gerne und in dankbarer Erinnerung seiner segensreichen Tätigkeit." Offenbar hat danach diese Zeitschrift dann nicht mehr länger am Leben erhalten werden können.
Summa Summarum. Der für mich relevante Werner Hodler verfügt über einen Doktortitel. Seine Zuordnung zu einer Splittergruppe der ZJ ist eindeutig belegbar. Zwei seiner Wohnanschriften (Bern und zuletzt Olten) sind auch bekannt.
Sollte es einen weiteren "namenlosen" Werner Hodler geben, müsste er auch die genannten Kriterien erfüllen (Doktorgrad und genannte Wohnanschriften). Das er von seiner religiösen Überzeugung materiell nicht leben konnte, ist auch klar. Demzufolge passt seine Dissertation durchaus mit in das Personenprofil.
Auch das im Katalog der Deutschen Bücherei genannte Geburtsjahr 1887 würde, das ich so nicht bestätigen kann, im Prinzip durchaus in dieses Raster mit hineinpassen. Aus einer anderen Quelle entnehme ich noch sein Todesdatum:
"am 17. April 1974 im 87 Lebensjahr verstorben."

Re: Dr. Werner Hodler
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 12. März 2015 18:11
Wenn schon das Thema des „Dr. Werner Hodler angerissen wurde, dann vielleicht noch ein paar thematische Ergänzungen, bzw. Hinweise was zu ihm noch zu beachten ist.
Wie man weis war der Philosemitismus (Judenbegünstigung) der frühen WTG eines ihre Markenzeichen, worin sie sich von ihrer sonstigen religiösen Konkurrenz unterschied.
Beispielhaft ablesbar an den WTG-Schriften „Die nahe Wiederherstellung Israels", oder auch „Trost für die Juden", oder auch die in jiddischer Sprache gedrückte Werbeschrift „Die Stimme" und anderes mehr. Etwa Russells Auftritt vor Juden im New York Hippodrom.

Was unter den gesellschaftspolitischen Umstanden der USA, für die WTG hilfreich war, musste es nicht zwangsläufig auch im alten Europa sein, namentlich auch nicht in Deutschland. Bis die WTG diesen Umstand dann „verdaut" vergingen allerdings einige Jahre. Jedenfalls musste die WTG in Deutschland erfahren, dass antisemitische Kreise, mit und ohne kirchliche Schminke, in den 1920er Jahren, ihre relevantesten Gegner zu der Zeit waren. Weitaus relevanter als wie die „nur kirchlich sein wollenden" Gegner. Die Antisemiten, dann besonders noch in der NSDAP vorfindlich (aber eben nicht nur dort) wurden immer stärker und zwangen schließlich auch die WTG zum Handeln. Aufgabe des Philosemitismus, dann Anfang der dreißiger Jahre, und miteinstimmen in den antisemitischen Haßgesang, unter religiösem Vorzeichen die Folge. Nicht aber unter dem Vorzeichen des Rassenantisemismus, welchen es besonders in den Nazikreisen gab.
Die Splittergruppen aus dem Zeugen Jehovas-Bereich machten diesen Schwenk zum religiösen Antisemitismus so nicht mit, und verblieben auf der Position des Philosemismus, welchen sie lediglich modifizierten, aber nicht grundsätzlich aufgaben.
Auch in der Publizistik des Dr. Hodler kann man diese Tendenz nachweisen.
In der April-Ausgabe 1943 der „Brennenden Lampe" kommentierte besagter Dr. Hodler beispielhaft:
„Wie die Tageszeitungen berichten, soll sich der deutsche Minister Dr. Ley im „Angriff" folgenderweise geäußert haben:
'Werdet fanatische Hasser gegenüber den Juden, die den Bolschewismus geboren, die die wilde bolschewistische Bestie gezüchtet und sie jetzt auf die europäische Kultur losgelassen haben! Reißt jedes Mitleid und jede falsche Barmherzigkeit diesem Otterngezücht gegenüber aus euren Herzen! Brandmarkt und vernichtet jeden, der den Juden und seine Helfershelfer in Schutz nimmt oder gar vom Juden als auserwähltem Volk redet."

Mag Dr. Ley seinen Deutschen unter Androhung von Brandmarkung und Vernichtung verbieten, von den Juden als vom auserwählten Volk Gottes zu reden, einem Gott- und bibelgläubigen Menschen soll er es nicht verbieten dürfen. Denn es sind ja nicht die Deutschen, welche den Juden diese Bezeichnung verliehen haben, es ist der ewige und lebendige Gott selber, der die Juden anredet als: „Der Same Abrahams, seines Knechtes, ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten." (Ps. 105:6) und der erklärt:
'Nur euch habe ich von allen Geschlechtern der Erde erkannt." (Amos 3.2) und der im Hinblick auf eine ferne Zukunft wiederum verheißt:
'Jehova wird Juda als sein Erbteil besitzen in dem heiligen Lande und wird Jerusalem auch erwählen." (Sach. 2.12).
Wir glauben nicht, daß Gott sich von seinem Vorsatz durch die Drohung des Dr. Ley wird abwendig machen lassen. Vielmehr gelten einem so derben Einschüchterungsversuch Gottes (denn er ist mitbetroffen von Aussprüchen, wie sie ein Dr. Ley meint wagen zu dürfen)
Die Worte des Psalmisten:
'Der im Himmel thront, lacht, der Herr spottet ihrer. Dann wird er zu ihnen reden in seiner Zornglut wird er sie schrecken." (Ps. 2: 4.5).
Sie wissen es nicht, diese Vermessenen, daß sie, so oft sie dem auserwählten Volke Gottes fluchen, sich selbst verfluchen. Denn es steht geschrieben: „Die dich verfluchen, sind verflucht" (4. Mose 24:99 und „Wer euch antastet, tastet seinen (Jehovas) Augapfel an" (Sach. 2:8).
Viel mehr, daß sie fluchen, ist ja wohl schon ein Zeichen dafür, daß sie von Gott verhärtet sind zu ihrem Untergang, wie Gott jenen ägyptischen Pharao verhärtet hat, der sein auserwähltes Volk bedrückte. ...

In diesem Stil geht es weiter.
Die „Brennende Lampe" hatte das Glück in der Schweiz zu publizieren. Sie mußte dem Nazi-Zeitgeist also keine unzumutbaren Zugeständnisse machen. Andere aus dem Splittergruppen-Umfeld in Deutschland, etwa der Friedrich Bösenberg, machten diese Zugeständnisse an den Zeitgeist sehr wohl. '* (Siehe dazu auch den Exkurs).
Auch die WTG selber hat sich in dieser Zeit kaum mir „Ruhm bekleckert."
Siehe dazu auch die Auseinandersetzung mit der famosen Gefälligkeits-Publizistin
Eva Kuhn
Dortselbst auch weiterführende Links.

Vor fünfzig Jahren
Der erhobene Zeigefinger der WTG teilt im „Wachtturm" vom 15. 3. 1965 mit:

Das Vatikanische Konzil bestätigt erneut 'die Tatsächlichkeit der Hölle'"

Re: Alles nur eine Kopfsache

geschrieben von:  Drahbeck (

Datum: 14. März 2015 11:55

Wenn ausgerechnet katholische Kreise als Eideshelfer bemüht werden, dann bekomme ich mit Verlaub gesagt einen „dicken Hals".
Die Tagesaktuellen Meldungen eine Religionsrichtung, geographisch in Syrien/Irak lokalisierbar, sprechen nicht unbedingt dafür, das religiös geprägte - ausgerechnet die - nun die „besseren Menschen" wären.

Im übrigen fängt der „Fisch am Kopf an zu stinken".
Papst Urban VIII, in dem unter seiner persönlichen Leitung durchgeführten Prozess gegen Gallilei

„So sprechen wir auf, entschieden richterlich und erklären, daß du Gallilei, dich für dieses Heilige Offizium aufs schärfste der Häresie verdächtig gemacht hast, insofern du eine falsche, den heiligen und göttlichen Schriften widersprechende Lehre geglaubt und aufrechterhalten hast, nämlich: daß die Sonne das Zentrum des Erdkreise sei, daß dieselbe sich nicht vom Aufgange zum Untergang bewege; daß die Erde sich bewege und nicht das Zentrum der Welt sei; und daß diese Ansicht aufrechterhalten und verteidigt werden könne als wahrscheinlich, nachdem dieselbe doch als der Heiligen Schrift entgegengesetzt erklärt und bestimmt worden ist."

Die Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Urban_VIII.
notiert über diesen Herrn Papst desweiteren noch:

„Als Theologie- und kirchengeschichtlich bedeutsam erwies sich, dass Urban VIII. mit der Bulle „In eminenti" 1643 die erste päpstliche Verurteilung des Jansenismus veröffentlichte und damit einen langanhaltenden Konflikt auslöste.

Langanhaltender Konflikt; warun „langanhaltend".
Dieweil es um die glasharte Durchsetzung von Machtansprüchen der Firma des Herrn Papstes ging und geht. Die außeren Umstände spielten dabei eher eine untergeordnete Rolle. Und Jahrhunderte später, musste die Firma des Herrn Papstes, widerwillig (aber nicht freiwillig) das mea culpa auch im Falle Galilei ausrufen.
Wenn solch bornierte Machtansprüche eben nicht nur bei der Papstfirma nachweisbar sind, was sicherlich richtig ist, ist das alles noch lange kein Glorienschein für besagte Papstkirche und ihre zweifelhaften Verteidiger

Und, wäre dazu die Rückfrage: Der Jenseitsverkauf gehört zur Geschäftsgrundlage der Religionsindustrie, egal welcher Ausprägung.
Ohne „Jenseits" und Abwandlungen dieser These, und fallweise eben auch einer Hölle, sind die Herrschaften der Religionsindustrie doch wie der „Fisch ohne Wasser".
Ohne Zweifel eignet sich besagte Höllenlehre auch vorzüglich, um die Betörten in das Angst-Boxhorn zu jagen. Und je „besser" das im Einzelfall gelingt, um so „besser" können die Herrschaften der Religionsindustrie, ihre derart betörten Opfer, auch finanziell nach Strich und Faden schröpfen.
Das aber ist eben nicht erst seit heute so, sondern schon seit undenklichen Zeiten.
Wer sich nicht zu der Erkenntnis eines Ludwig Feuerbach beispielsweise durchringen kann:

"Die Christen wollen sogut glückselig sein als die Heiden. Der Unterschied ist nur, daß die Heiden den Himmel auf die Erde, die Christen die Erde in den Himmel versetzten."

Oder auch der Feststellung, und andere mehr.

"Mir war es und ist es vor allem darum zu tun, das dunkle Wesen der Religion mit der Fackel der Vernunft zu beleuchten, damit der Mensch endlich aufhöre, eine Beute, ein Spielball aller jener menschenfeindlichen Mächte zu sein, die sich von jeher, die sich noch heute des Dunkels der Religion zur Unterdrückung des Menschen bedienen."

Der wird in der Tat immer leichtes Opfer vielerlei „Rattenfänger" sein, von denen die Verfechter der Höllenlehre ohne Frage, eine Variante (von mehreren) sind.
Es wurde ja der Angstmechanismus betont, der mit solcherlei Lehren verbunden ist.
Auch die WTG spielt „virtuos" variiert auf diesem Klavier etwa mit ihrer Harmagedonlehre.
Insoweit ist das ganze „gehupft wie gesprungen".
Auch die WTG gehört zur Gilde der Jenseitsverkäufer.
Ob einer da nun „Scheisse der Farbe braun", der andere denselben Gegenstand in der Farbe lila offeriert, ist in der Tat kein wesentlicher Unterschied! Das gilt dann auch für solche Exemplare, die sich um eine einst von einem Wim Malgo gegründete Zeitschrift sammeln, (alias „Mitternachsruf") und zu deren Abonnenten (versteht sich bezahlbares Abonnement) auch solche gehören, die es eigentlich von ihrer ZJ-Vergangenheit „besser" wissen könnten, indes nur die Farbe ihrer Sch... die sie da so konsumieren geändert haben, sonst aber nicht viel.
Jene könnten auch wissen das Franz Graf-Stuhlhofer in seinem einschlägigen Buch (das es auch im Internet gibt) sich auch kritisch mit dem soggenannten „Mitternachtsruf" auseinandersetzt hat (Kurzzitat von Stuhlhofer, weiteres kann man in seinem Buch nachlesen;
„Hal Lindsey, David Wilkerson, Wim Malgo und einige weitere. (Diese drei Autoren habe ich auszugsweise von Juli bis Nov. 1991 bereits in der Jugend-Zeitschrift PUNKT [heute dran] behandelt.)"
Wie jubelte einst ein Herr Wolfgang Kühne in „Wenn die Zeugen Jehovas an der Haustür klingeln":
„Besonders durch den "Mitternachtsruf" erfuhr ich immer mehr über die Bedeutung Israels ... Und "idea Spektrum" brachte mir Nachrichten nahe, die ich sonst nie gelesen hätte. ... Das war für mich wie eine Offenbarung. Ich fiel auf meine Knie und dankte Jesus Christus."
Solche „gestrickt" wie Kühne gibt es noch ein paar mehr. Das ein Stafettenwechel in der ideologischen Begünstigung Israels stattgefunden hat, ist nur zu gut bekannt. Die Thesen die da einst Russell schon verkündigt hatte, dann von Rutherford beerdigt wurden, leben fort. Nicht unbedingt im Hauptstrom, wohl aber in Nebenzweigen der Religionsindustrie, von der ein (von mehreren) Namen hier genannt wurde.
Pech Schwefel und Kolophonium

"Der allerneuste Schrei"

http://www.sermon-online.de/search.pl?lang=de&id=4021&title=&biblevers=&searchstring=&author=0&language=0&category=0&play=0&tm=3
Hermann Samuel Reimarus (1694 – 1768) in:
"Apologie: oder, Schutzschrift für die vernünftigen Verehrer Gottes"

Derselbe Autor:
Wie? Wenn sie (die Apostel) gesagt hätten: es kann noch wohl siebzehn, achtzehn und mehr Jahrhunderte wehren, ehe Jesus zu seinem Reiche aus den Wolken wiederkommt, und die Freude derselben angeht: würde man sich nicht mit solcher Verheissung ausgelacht haben?
Würde wohl ein einziger Mensch sich zur Entäusserung alles Vermögens entschlossen haben, um seine übrige Lebenszeit in Hunger und Kummer zuzubringen, und seine eigene Nothdurft nunmehr andern aus den Händen zu sehen? Ja, würde man nicht die an sich schlecht bewehrte Auferstehung Jesu desto mehr für eine Erfindung gehalten haben, weil die Bestätigung derselben durch die Wiederkunft von Himmel, über 40, 50 Generationen oder Menschenleben, ins unendliche hinausgesetzt würde.

Hintergründe zum Thema Zionismus

geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 16. März 2015 09:26
Wie man weiß, ging die Stafette der Zionsmusbegünstigung, von der frühen Russell-Anhängerschaft, auf die evangelikale Szene über in der Gegenwart. Dort wiederum besonders auf die Kreise, die beim Thema Endzeitlehren, besonders betont, mit dem "Brettt vor dem Kopf" durch die Weltgeschichte zu marschieren pflegen.
In extremer Parteilichkeit praktiziert, und an die Folgewirkungen auch nicht im entferntesten denkend, und dann "aufschreiend" wenn diese Folgewirkungen trotzdem mal sichtbar werden, lassen es auch die Evangelikalen sicherlich nicht mangeln.
Das auch die Folgewirkungen nicht gutgeheißen werden können, liegt offen zutage. Aber letztendlich überziehen auch die Evangelikalen mit ihrer zu extremen Parteilichkeit.

„Aufbruch am Nil" so der Titel eines 1976 in Ostdeutschland erschienenen Buches. Auch wenn man beim Hintergrund Ostdeutschland eher mit der Nase rümpft, hat dennoch die darin dargebotene Analyse meiner Meinung nach, einiges für sich.
Nachstehend ein entsprechendes Zitat:
"Der politische Zionismus. Er war von Anfang an
Reaktionär ... denn er forderte die jüdischen Werktätigen auf, nicht im Kampf gegen ... Unterdrücker, sondern in der Auswanderung ihr Heil zu suchen.
Zweitens wandten sich seine Führer an Kololonialmächte, um mit ihrer Hilfe gegen den Willen der Araber, die Palästina besiedelten, ihr Ziel durchzusetzen; das verlieh den Zionismus selbst kolonialistische Züge. Nachdem sich die Zionistenführer vergebens an den türkischen Sultan, den deutschen Kaiser und den russischen Zaren gewandt hatten, schenkte ihnen Großbritannien schließlich Gehör.
Am 14. Mai 1948 legte Großbritannien sein Mandat nieder. Am gleichen Tag proklamierten die Zionisten den Staat Israel. Die inneren Auseinandersetzungen in Palästina, die Bürgerkriegsähnlicne Züge angenommen hatten, wuchsen in einen Krieg zwischen dem neuen Staat und seinen arabischen Nachbarn hinüber.
Bis Ende 1948 hatte sich die Zahl der im Gebiet Israels lebenden Araber von 700.000 bis 750.000 auf 167.000 vermindert. Der Besitz der Flüchtlinge wurde durch Ausnahmegesetze beschlagnahmt. So enteignete die israelische Regierung 70.000 ha Land von den ungefähr 110.000 ha, die 1947 noch arabischen Eigentümern gehört hatten. Um den Krieg und den Landraub fortsetzen zu können, ermordeten jüdische Terroristen den schwedischen Grafen Folke Bernadotte,
http://de.wikipedia.org/wiki/Folke_Bernadotte
den Vermittler der Vereinten Nationen, der sich um eine Beilegung des Konflikts bemüht hatte.
Der Krieg wurde dann 1949 durch zweiseitige Waffenstillstands-Abkommen beendet, die durch Vermittlung der UNO von Februar bis Juli zwischen Israel und den beteiligten arabischen Staaten abgeschlossen wurden.

De politische Zionismus wer zweifellos Reaktion auch auf den Antisemitismus, doch innerhalb einer grundsätzlich gleichen Geisteshaltung, des Rassismus. Darin treffen sich beide, Ihnen liegt gleichermaßen die Überzeugung zugrunde: Juden sind in Ländern mit vorliegend nicht jüdischer Bevölkerung eine Art Fremdkörper. ...
Die Zionisten brauchen die Mystifizierung der Geschichte.
Denn angenommen, die Juden wären ein Volk wie jedes andere: Hätten
dann nicht mit denselben Recht Ägypter, Griechen, Perser und Italiener ihren Anspruch auf Palästina anmelden können? Schließlich
haben auch sie zeitweise dort gelebt. Konnten dann nicht die
Spanier große Teile Amerikas und die Araber Spanien beanspruchen?
Um dieser Logik zu entgehen, die die Welt zum Schlachtfeld anachronistischer Forderungen machen müßte, lassen die Zionisten
normale geschichtliche Maßstäbe für das Judentum nicht gelten.
Um ihren Anspruch auf Palästina, d. h, auf arabisches Territorium
zu begründen, verweisen die Zionisten auch gern und pauschal auf die Rückständigkeit der Araber, sie betrachten diese geradezu
als minderwertige Menschen....

Ähnliches taten unter umgekehrten Vorzeichen, bekanntermaßen auch die Nazis!

Ein Zeitschriftenartikel aus dem Jahre 1971 von David (Uzi) Burstein in dem zwar kommunistisch redigierten Blatt „Probleme des Friedens und der Sozialismus" (Nr. 5/1971) liegt in seiner Diktion auf ähnlicher Linie wie das bereits zitierte Buch „Aufbruch am Nil". Unter Ausblendung einiger der in ihm auch enthaltenen Propagandathesen kommunistischer Art, die hier nicht mit übernommen werden, teilt er auf der Faktenebene und nur um die kann es gehen, auch einiges Bemerkenswertes mit. Auch Burstein rekapituliert zur Rolle von Theodor Herzl:

„Anfang des 20. Jahrhunderts besuchte er mehrere Male die Türkei und hatte Begegnungen mit dem Sultan. Herzl und andere zionistische Führer waren der Ansicht, daß sich unter der Schirmherrschaft des damaligen türkischen Reiches ein jüdisches Zentrum in Palästina schaffen ließe. Gleichzeitig suchten sie auch Kontakte zu französischen Kreisen und gedachten deren starkes Interesse am Suezkanal auszunutzen. Um diese Verbindungen besonders bemüht war der jüdisch-französische Finanzmagnat Rothschild, der das Eindringen französischen Kapitals und französischen Einflusses nach Palästina förderte."

Weiter:

Der Begründer des Zionismus wollte auch vom Deutschen Reich, daß es die Besiedlung Palästinas mit Juden unterstütze. Ebensowenig wurde das zaristische Rußland von den zionistischen Führern nicht übergangen. Davon zeugt die bekannte Begegnung zwischen Herzl und dem Innenminister Plehwe. Gerade nach den von Plehwe organisierten furchtbaren Judenpogrom in Kischinjow (1903) hielt es Herzl für angebracht, mit diesem notorischen Antisemiten und Pogromführer zusammenzukommen und Gespräche zu führen."

In späteren Jahren aktivierte Israel auch Politkexperimente im Interesse der USA. So gibt es die Behauptung, hinter einem Putsch im afrikanischen Land Uganda, stände besonders Israel.

„Die israelische Zeitung "Haaretz" schrieb am 27. Januar 1973: "Israelische Spezialisten unterstützten Ugandas Entwicklung, während israelische Offiziere dessen Luftstreitkräfte ausbildeten (und General Idi Amin, der an der Spitze des Putsches stand, hatte sich in Israel die Flügel des Fallschirmjägers erworben)."

Weiter:

Einer der Führer der extrem-zionistischen Liberalen Partei in Israel, Sch. Abramow, erklärte am 13. Mai 1970 in der Zeitung "Haaretz": "Israel führt den Kampf nicht nur zu seiner Verteidigung, sondern auch zur Verteidigung der Lebensinteressen des Westens... die israelischen Soldaten am Suezkanal befreien die USA von der notwendigikeit, eigene Truppen in diesen Raum zu entsenden."

Weiter werden Zahlen genannt, bezüglich finanzieller Unterstütung durch die USA, und deren Ausrüstung Israels mit modernster Waffentechnik, so das man sagen kann, hinter weiteren Waffengängen Israels, wovon die Geschichte auch kündet, stehen letztendlich die USA, die Israel als ihre Speerspitze nutzen!

* Exkurs:

Zeitgenössische Sowjetunion
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 20. März 2015 00:06
Im „Goldenen Zeitalter" gelesen - Eine Zeitreise
Im „Goldenen Zeitalter" (Schweizer Ausgabe) vom 1. 3. 1930, konnte man die nachfolgende Kurznotiz lesen (mehr als eine Kurznotiz war das Thema dem GZ offenbar nicht wert).

„Rußland schließt sämtliche Kirchen-Einrichtungen von Geistlichen.
In Sowjetrußland soll, wie das „Berliner Tageblatt" zu berichten weiß, bis 1935 die Schließung aller Gotteshäuser durchgeführt werden. Allein in den Monaten November und Dezember des vergangenen Jahres wurden nach amtlichen Angaben geschlossen: 540 orthodoxe und 11 protestantische Kirchen, 63 Synagogen und 18 Museen. Sie wurden in Kinos, Museen, Klubs, Speicher und Anderes umgewandelt. Im Jahre 1929 wurden rund 1200 Kirchen der verschiedenen christlichen Konfessionen, sowie 646 Synagogen geschlossen. Zugleich mit der Schließung der Kirchen habe sich der Kampf gegen die Geistlichen der verschiedenen Konfessionen außerordentlich verschärft. Zahlreiche Geistliche wurden in der letzten Zeit erschossen, ohne daß man ihnen vorher den Prozeß gemacht habe. Nach offiziellen Mitteilungen seien in den Monaten November und Dezember allein 19 Geistliche hingerichtet worden. Nach einer Mitteilung des von der Regierung protegierten Bundes der Gottlosen sollen bis zum Jahre 1935 sämtliche Gotteshäuser in ganz Sowjetrußland geschlossen werden."

Zu dieser Meldung muss man dann wohl noch hinzufügen. Meldungen dieser Art, lösten zeitgenössisch, andernorts (keineswegs „nur" in kirchlich orientierten Kreisen) wahre Entrüstungsstürme gegen das sowjetische Regime aus.
Das GZ hingegen meint das ganze mit einer Kurznotiz abtun zu können.
Das selbigen dieses Thema nur eine Kurznotiz wert war, wurde selbstredend auch in kirchlichen Kreisen aufmerksam registriert.
Wenn sich die damaligen Bibelforscher (zu Recht) darüber beschwerten, von ihren kirchlichen Gegnern immer wieder in die kommunistische Ecke gestellt zu werden, dann müssen sie sich auch sagen lassen. Durch ihr eigenes agieren begünstigten sie das.
Klammheimlich stand bei den WTG-Hörigen die Illusion Pate, die „falsche" Religion würde vernichtet, und sie würden dabei „übrig" bleiben.
Man wagte es zwar auf WTG-Seite - in diesem Fall - nicht so deutlich auszusprechen. Aber glauben tat man es durchaus. Die Sowjetunion sei halt in dieser Angelegenheit „Gottes ausführendes Werkzeug".
Man wird sagen müssen. Solcherlei Geisteshaltung, welche politische Mächte und ihr agieren als „Gottes Werkzeug" interpretiert, ist keineswegs nur auf die WTG-Religion beschränkt. Man begegnet ihr - in Vergangenheit und Gegenwart - (etwa im Bereich der sogenannten Evangelikalen) ein mas.
Ein besonders übles Beispiel lässt sich auch im Umfeld der Bibelforscher namhaft machen.
Der gläubige Russell-Jünger Friedrich Bösenberg, separierte sich zwar von der WTG, machte quasi seinen eigenen „Laden" auf, in Gestalt der Zeitschrift „Botschafter für den Haushalt des Glaubens".
Gleichwohl blieb er auch nach seiner Separation, den Russell'schen Grundgedanken treu. Und wie auch die Bibelforscher, verklärte er Israel zu Weimarer Republik-Zeiten.
Er hatte aber keinerlei Skrupel, als der Naziideologe Alfred Rosenberg, Ende der 1930er Jahre auch publizistisch Thesen ventilierte. Etwa der Art.
Alle Juden sollten nach Madagaskar deportiert werden (wenn die Westmächte dabei mitspielen würden. Was sie nicht taten). Und dieweil diese Pläne so nicht aufgingen, fanden sie ihre Fortsetzung in den Krematoriumsöfen von Auschwitz.
Besagter Bösenberg hatte in seiner unheiligen Einfalt (womit er was die Einfalt anbelangt wahrlich nicht allein steht), besagte - der Presse entnommene Madagaskarpläne ausdrücklich aufgegriffen; und das agieren des Hitlerregimes dabei als „Werkzeug Gottes" verklärt. Im Sinne der „Fischer-Jäger"-These. Wobei die Nazi-Gewaltpolitik den Juden gegenüber, den ominösen „Jägern" entspräche, da die Juden in nicht genügender Anzahl, „freiwillig" in das ihnen „zugedachte" Land ausgewandert wären. Weil dies „freiwillig" nicht so geschehen sei, müsse es jetzt gewaltsam geschehen, damit „Gottes Plan" erfüllt werde. Besagter „Gott" ist sich nicht zu schade, für seinen „Plan" sich dann auch der anrüchigen Nazipolitik zu bedienen.
Übrigens beliebte ein religiöser Narr namens Emil Meyer, aus dem Bereich der „Pfingstkirchen" zu Nazizeiten, in das gleiche Horn mit zu blasen.
Siehe auch:
Mysnip.131905
Übrigens war bei einer USA-Politikerin, die da gerne Vizepräsidentin der USA geworden wäre, eine ähnliche Tendenz (eben in der Zeit nach 1945) feststellbar.
Dazu nochmals ein thematisches Zitat:
 

Zitat
„Selbst bei der unterlegenen Vizepräsidentschafts-Kandidatin in den USA, Sarah Palin, gab es eine ähnliche Tendenz,
Siehe
sueddeutsche.de/politik/537/309473/text/
Das sie denn Pro Israel eingestellt ist bestreitet ja niemand. Der Knackpunkt liegt eben in dem Dunstkreis in dem sie sich bewegt.
Nochmals das Detailzitat

„ , dass die terroristischen Angriffe auf Israel "Gottes Urteil" für Juden war, die nicht den christlichen Glauben annehmen wollen ..."

Da ist in der Neuzeit also nicht mehr vom Holocaust (direkt oder indirekt) die Rede, Den Platz nehmen jetzt also „terroristischen Angriffe auf Israel" wahr, die in der Lesart jener Pfingstlerischen Gruppen, der die Palin zuortbar ist, „Werkzeuge Gottes" darstellen.
Greift nun die Tagespresse solche Ausrutscher auf, ist es schon nachvollziehbar, in ihrer Position, dass ihr dann etwas unheimlich wird, und formale Dementis erfolgen.
Über die "Glaubwürdigkeit" solcher Dementis kann man allerdings durchaus anderer Meinung als besagte Palin sein.

Den Zeugen Jehovas wird man nicht nachweisen können, dass auch sie denn die Nazi Madagaskarpläne aufgegriffen hätten. Das ist richtig. Das ist aber nur deshalb richtig, dieweil ihre Lehraufsätze des „Wachtturms" in den USA konzipiert werden. Während Bösenberg sich auch durch die Nazipresse „inspirieren" lies. Und die Presse der USA verbreitete zu der Zeit solcherlei Thesen nicht.
Es ist also lediglich die „Gunst der Umstände" die sie vor solcherlei skizzierten Entgleisungen bewahrte. Religiöse Antisemiten waren auch sie, zu der Zeit, gleichermaßen.
Womit sich der Kreis wieder schließt.

Zurückkehrend zur zeitgenössischen Sowjetunion.
Estland (auch eine wechselvolle Geschichte habend), war zu der Zeit, von der Sowjetunion unabhängig. Offenbar gab es auch dort Antiklerikale Strömungen, die prompt auch vom GZ mit aufgegriffen wurden.
Man vergleiche dazu etwa den Bildtext, den die Schweizer Ausgabe des „Goldenen Zeitalters" in ihrer Ausgabe vom 15. 2. 1930 einem entsprechendem Pressephoto beifügte.

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