Aus erster Hand - ehemalige Zeugen Jehovas und Mitbetroffene berichten
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 14. Oktober 2014 13:40
Wohl erstmalig im Jahre 2014, ist die etablierte Print-Zeitschrift „Brücke zum Menschen", auch als eBook auf der kindle-Plattform von Amazon.de erhältlich. Sehe ich es richtig, betrifft dieses Angebot derzeit die Hefte 2/2014
3/2014 der „Brücke ..."
Hingewiesen sei auch darauf, damit gekoppelt ist auf der Amazon.de.Seite auch die „Blick ins Buch-Option". Man kann sich vor einem Kauf also informieren,. Was einem denn so erwartet.
Zudem sind über die kindle-Option, diese Angebote preisgünstiger, als etwa über ein Abonnement, der Print-Zeitschrift, welches zusätzlich, weiterhin im Angebot ist.
Bereits im genannten Heft 2/2014 gab es auf der Seite 5 einen „Aufruf zur Mitarbeit für ein neues Buchprojekt (betreffend) ehemalige Zeugen Jehovas, die einen Lebensbericht beitragen wollen"
Selbige Edition liegt nun vor (bei Amazon.de sowohl als Printausgabe, als auch bei kindle als eBook erhältlich
Titel:
„Aus erster Hand - ehemalige Zeugen Jehovas und Mitbetroffene berichten „."
Wiederum gekoppelt, mit der „Blick ins Buch-Option", was denn ausdrücklich mit erwähnt sei. Mittels dieser kann man sich schon mal „einlesen". Erst wenn Amazon.de der Meinung ist, nun sei aber „genug eingelesen", setzt ein Sperrmechanismus ein.
Sofern ich mich nicht verzählt habe, sind dort etwa zwanzig Autoren versammelt, nebst einigen editorischen Ergänzungen. Auf eine inhaltliche Beschreibung ihrer Ausführungen, sei allerdings an diesem Ort verzichtet.
Wiederum ist pauschal festzustellen. Die Preisgestaltung der kindle-Variante ist sicherlich günstiger, als die der auch erhältlichen Print-Ausgabe.
Wenn wir schon beim kindle-Programm sind, dann auch noch der Hinweis, eine thematischer Blog-Betreiber lässt für Ende Oktober in einem bekannten deutschen Verlag sein Buch voankündigen, mit dem Titel:
„Goodbye, Jehova!: Wie ich die bekannteste Sekte der Welt verließ".
Wiederum in einer Print-Ausgabe dann erhältlich als auch als eBook.
Er, respektive sein Verlag, sind offenbar der Ansicht, die eBook-Variante günstiger anzubieten? Haben sie nicht nötig.
Ob ihr Kalkül indes aufgeht, dürfte wohl noch auf einem anderen Blatt stehen.
„Scharfer Hund"
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 02. November 2014 01:56
In dem 2014er-Buch „Aus erster Hand ..." gibt es auch einen Beitrag von Lothar Stövesandt betitelt: „Glaube und Zweifel, zwei Seiten der Freiheit".
Nun ist es so, Individual-Biographien pflegen sehr unterschiedlich zu sein. Man kann das auch im genannten Buch feststellen. Daher ist eine Gesamtrezeption an diesem Ort auch nicht vorgesehen/möglich.
Als Stichprobe indes, sei auf vorgenannten Beitrag mal etwas eingegangen.
Eine Gesamtrezeption dieses Beitrages, ist ebenfalls nicht beabsichtigt. Es geht mir nur um die Herausstellung gewisser Aspekte, die mir (aus meiner Individualsicht) beachtlich erscheinen.

Auch Herr Stövesandt gehörte dann zu den von den Zeugen Jehovas „Gefischten", das heißt, er hatte keine bereits ZJ-Eltern, sondern war in seiner Familienlinie der erste, der diesen Weg betrat.
Nachdem er also sich im ZJ-Sinne einigermaßen „formen" ließ und damit letztendlich zu ihnen gehörte, notierte er rückblickend auch einige Episoden. Etwa die:
„Ein neuer Kreisaufseher wurde angekündigt, der den schon seit vielen Jahren dienenden Verkündigern wohl sehr vertraut war. Man konnte verbal Wogen der Begeisterung wahrnehmen, die Wissenswertes über seine Weisheit, Bibelkenntnis und Führungsqualitäten durch den Saal transportierten."

Und den Kommentaren, die da anlässlich dieses Anlasses auch sein Ohr erreichten, war auch der:
„Das ist ein ganz scharfer Hund. Der lässt nichts durchgehen. Ich werde auf keinen Fall mit ihm in den Dienst gehen."
Klare Verweigerungshaltung also."

Indes sein Kommentar dazu:
„Da wollte ich nicht mitziehen. Nein, ich würde mir mein eigenes Bild machen, wie bei seinen Vorgängern auch.
Er war der vierte, den ich kennenlernen durfte. Heute darf ich's ja sagen: bis auf einen empfand ich diese Typen schon als etwas seltsame Gestalten. Ist natürlich extrem subjektiv..."

Diese seine subjektive Meinung beschreibt er weiter dann so:
„Nun suchte uns also Bruder K. heim. Mein erster Eindruck bei seiner Begrüßungsansprache: gruselig. Kalte stahlgraue Augen mit leicht stechendem Ausdruck (oder Eindruck; weiß nicht genau, ist halt nur mein persönliches Empfinden), die jeden zu durchbohren schienen, der sich auf einen Blickkontakt einließ. ... Ich konnte noch nicht wissen, dass ich diesem sympathischen Herrn (abgesehen von weiteren Dienstwochen und einigen Kongressen) ca. dreißig Jahre später unter ganz anderen Bedingungen wieder begegnen sollte."

Zu seinen weiteren Erinnerungen an diesen „scharfen Hund" gehört dann auch die:
„All seine Ausführungen wiederzugeben ist hier weder nötig noch mir möglich. Aber sein Hauptgedanke, der, auf den alles hinauslief, betraf den Missbrauch, den manche unreifen Verkündiger mit dieser göttlichen Einrichtung (der Kreisaufseher) betrieben. Es käme immer wieder vor, dass Männer und Frauen der Versammlung die Ältesten, die doch mit der verantwortungsvollen betraut waren, die Aufsicht über das Predigtwerk und die Reinheit der Versammlung zu führen, mit ihren persönlichen Problemen behelligten ihnen so die Kraft raubten. Mein individueller Höhepunkt dieser göttlichen Belehrung fand sich in der ausgewogenen Bezeichnung, die er diesen Querulanten zumaß: es seien Schmarotzer. Wörtliche Erinnerung aus meinem sonst fragmentarischen Gedächtnisprotokoll. Und was ich noch schlimmer fand: alle nickten beifällig."

Am Rande vermerkt, gewisse Details in diesem Bericht, erinnern mich an einen Text, der bei Amazon als Buch und als kindle-Text (jetzt wohl nicht mehr) im Jahre 2012 auch angeboten wurde. Dortiger Titel
Sven-Thore Ostadal „Eugen"
Alternativ anzusehen ist derzeit wohl dafür

http://books.google.de/books?id=142rBAAAQBAJ&printsec=frontcover&dq=Der+sein+Verlies+verlie%C3%9Fund+sich+im+Nebel+fand&hl=de&sa=X&ei=TOtUVIkzgvU47ZeByA8&ved=0CBYQ6AEwAA#v=onepage&q=Der%20sein%20Verlies%20verlie%C3%9Fund%20sich%20im%20Nebel%20fand&f=false

Genannt sei aus dem Stöversandt'schen Bericht zum Beispiel auch der Passus:
„Vorher sorgte meine Frau als die beruflich Qualifiziertere von uns beiden für unseren Lebensunterhalt, während ich daran arbeitete, meinen Stundeneinsatz zu erhöhen. Ich wollte gern Pionier werden.
Mit Nachwuchs gesegnet, wollte meine Frau nunmehr Kind und den Haushalt schmeißen, was mich in die biblisch legitimierte Rolle des Broterwerbers schlüpfen ließ; als Ungelernter mit neuen Herausforderungen... „

Es würde mich keineswegs wundern, erwiese sich da eine Personengleichheit, was jetzt aber hier nicht weiter das Thema ist.
Siehe auch:
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,121032,129752#msg-129752

Jedenfalls war auch im Falle des Herrn Stövesandt noch nicht aller Tage Abend. Will sagen, auch sein verbleiben in der WTG-Hürde war nicht von Dauer. Und da dies vielfach mit den WTG-Gemeinschaftsentzügen verbunden ist, so lernte er auch diese „Errungenschaft" dann noch näher kennen.
Und in diesem Kontext gibt es dann auch noch den Satz:
„Ich betrat den heiligen Sitzungsraum der Ältestenschaft und blickte in dieselben kalten stahlgrauen Augen, die schon vor fast 30 Jahren mein Blut gefrieren lassen hatten: Bruder K. war jetzt Ältester in dieser Versammlung, der er damals als Kreisaufseher gedient."

Noch ein Veranschaulichungsbeispiel.

Heinz Rudolph und andere

Ein seine Einsichten in Sachen Zeugen Jehovas, nur über das Medium Youtube Video verbreitender, verlautbarte einmal, auf seinem Kanal gehe es nicht vordergründig um Mission. Aber trotzdem sei seine Meinung anstelle der Zeugen Jehovas-Literatur, solle das Bibellesen die Ultima ratio sein.
Nun steht es jedem frei zu lesen was er mag, ergo auch diese Lesevariante.
Wer indes - das ist meine Meinung - nur im Bibellesen sein „Heil" sieht, der läuft hohe Gefahr „braune" durch „lila" Sch... auszutauschen. Wirklich voranbringen wird ihn diese Art von Lesegewohnheit nicht.
Exemplarisch auch studierbar, im Buch des vormaligen Zeugen Jehovas Josef Wilting mit dem Titel "Herr zu wem sollen wir gehen?"
Mein Kommentar dazu, der hat da die tiefste Verstrickung, in die er sich ohne Zweifel schon als ZJ befand, man sollte es nicht meinen. Es ist aber so, durch noch ein paar Stufen tiefer liegende ausgetauscht.
Andere etwa, einer der unter dem Namen "All" schrieb, tauschte ebenfalls den Regen durch die Traufe aus. Und vor allem, nirgends war seines Bleibens für längere Zeit. Das alles weil sie dem Dogma huldigten, es müsse nach dem "Regen" nunmehr das "Paradies" kommen. Tatsächlich kommt für die so Gestrickten nur die Traufe, weil sie einen verkehrten Ansatz für die "Lebensreise" als Ausgangsbasis nutzen.

Im Gegensatz zu vorgenannten, würde ich eher empfehlen, lest auch was die Kirchengeschichte (auch die der Zeugen Jehovas) zu berichten weis!

In dem 2014er Buch „Aus erster Hand" mit vertreten, der Verfasser Heinz Rudolph mit einem Votum. Selbiger meint auch die Kritik anbringen zu können:
„Gegen eine in manchen heutigen Foren beschriebene Methode: Nach dem Zeugenglauben kannst du logischerweise nur Atheist werden."

Mit diesem Votum fällt da so manchen Vertreter der Religionsindustrie, namentlich derjenigen, die von selber auch materiell leben, bzw. leben möchten ein „riesengroßer Stein vom Herzen" und sie wünschen sich, es gäbe noch mehr solche Rudolphs in der Ex-ZJ-Szene.
Dieses Votum sei erst mal wertfrei zur Kenntnis genommen.
Die „Tücke des Objekts" offenbart sich dann wohl auch bei Rudolph bei einigen seiner weiteren Sätze. So etwa wenn er von einem irrtümlichen Ausflug in die charismatische Szene redet, denn er aber wieder beendet habe.
Wenn Rudolph zwar nur von der charismatischen Szene redet, erscheint es mir jedenfalls angebracht, diese zu ergänzen, auch die evangelikale Szene.
Womit man wieder bei meiner These angelangt wäre, des Austausches „brauner" doch lila „Sch...".
Ungewöhnlicherweise empfiehlt Rudolph dann noch ein Buch zur Lektüre. Selbiges habe ich zwar nicht selber gelesen, kann also nur vom Titel her und ein paar Google-Kostproben urteilen.
Und zwar das Buch, Siegfried Zimmer
„Schadet die Bibelwissenschaft dem biblischer Glauben?"
Rudolph charakterisiert selbiges als für ihn den Rang eines Quantensprunges erreichend.
Für mich hingegen würde ich charakterisieren, haben einige Bücher die in Aus dem Spektrum der Religionskritik mit genannt sind, den Rang eines Quantensprungs, und das vielleicht schon vor dem Buch des Herrn Zimmer, dieweil schon davor erschienen.
Jener Herr Zimmer beklagt unter anderem:
„Viele Christen wollen aber keine Bibel, in der es auch Schwachheiten und Unscheinbares gibt. Das entspricht nicht ihren Vorstellungen und Bedürfnissen. Sie wollen eine Imponierbibel."

Diese Kreisen gegenüber, vielfach in der Fundamentalistenzene besonders ausgeprägt, sucht er nun eine „Brücke" zu bauen.
Die „Erfolgscanchen" dieses Brückenbaues indes, muss er selbst (unfreiwilligerweise) in die Worte zusammenfassen:
„Durch die Christenheit geht ein Riss
Der Grund für diesen Riss ist der wissenschaftliche Umgang mit der Bibel
Diese beiden Lager grenzen sich voneinander ab und leben größtenteils nebeneinander her. Das führt unter den Christen zu Entfremdungen, Vorbehalten und Feindbildern."

Eigentlich sehe ich damit keinen prinzipiellen Dissenz zu dem Votum jenes Herrn Rudolph, wobei letzterer sich nicht unbedingt dieses Umstandes bewusst sein mag.
http://books.google.de/books?id=5lujm_JppKYC&printsec=frontcover&dq=Siegfried+Zimmer&hl=de&sa=X&ei=9aVTVPW2NoH0PPnygbAM&ved=0CBQQ6AEwAA#v=onepage&q=Siegfried%20Zimmer&f=false

Systematische Entfremdung

In seiner Ausgabe vom 1. 10. 1967 meint der „Wachtturm" auch die Story offerieren zu sollen.

„So kündigte ein Mann in Deutschland eines Tages seinen vier Kindern an, daß er sich nach einer anderen Mutter für sie umschauen werde, weil ihre Mutter mit Jehovas Zeugen studiere. Sein jüngstes Kind, ein achtjähriges Mädchen, erhob Einspruch und sagte: 'Vati, das darfst du nicht tun! Weißt du nicht, daß du dann Ehebruch begehen würdest?' Der Vater war verblüfft ..."

Was ist dazu ergänzend anzumerken? Einerseits sind auch Kinder die Leidtragenden kriselnder Ehen. Dennoch reißt die WTG bei dieser Thematik nur die symbolische Hälfte der dahinter stehenden Problematik an. Das der Einfluß der Zeugen Jehovas durchaus Ehezerstörerisch ist, ist zur genüge bekannt. Hingewiesen sei auch auf das 2014er Buch „Aus erster Hand. Ehemalige Zeugen Jehovas und Mitbetroffene berichten". Darin auch der Bericht über einen Fall. Hinter dem Rücken eines Mannes, begannen Zeugen Jehovas, bei dessen Lebensgefährtin, die dem Fremdsprachigen Bereich entstammt, eine systematische Entfremdungspolitik. Auch bei deren gemeinsamen Kind. Die Entfremdung war , das muss man bestätigen, wirkungsvoll. Motivation der agierenden Zeugen Jehovas, Strandgut zu fischen. Die Konstellation, nur eine Lebensgemeinschaft (hierzulande wohl so selten nicht) und die fremdsprachigen Wurzeln der Frau), ermöglicht es den ZJ, auch das Kind gegen den Vater aufzuhetzen. Den Aspekt einer nicht de jure geschlossenen Ehe mal ausblendend, erwiesen sich da die Zeugen aus ihren Organisationsegoistischen Gründen, als die treibende Keile, welche die Entfremdung weiter voran trieben. Die ZJ somit waren die eigentlichen Ehebrecher, in dem Fall.
Man vergleiche thematisch auch:

/Mysnip.152739

 Eheprobleme

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