Ein Bericht aus der Hartz IV Bundesrepublik

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 19. Januar 2010 03:12

Eine Meldung aus der Hartz IV-Bundesrepublik berichtet.
Ein Schulleiter fragte in Kreisen herum, wo er sich vorstellte - vielleicht - Hilfe zu bekommen,
"ob Erwachsene bereit wären, uns bei der Hausaufgabenhilfe zu unterstützen".
Wo fragte er?
Genannt werden Kirchengemeinden.
Das ist erst mal ein ziemlich allgemeiner, bzw. breit gefächerter Begriff.
In der Praxis kristallisierte sich dann heraus.
Wohl nur zwei "Typen" von Kirchengemeinden ließen eine Art von Resonanz auf jene Anfrage erkennen.
Eine von ihnen die Neuapostolische Kirche.

Tja, befand man in der NAK, beim Ursprungsanliegen jenes Schulleiters können wir eigentlich nicht viel helfen.
Aber wir machen ein anderes Angebot.
Wir - die NAK - unterhalten eine Suppenküche. In der wohl jeden Donnerstag Bedürftige eine kostenlose Mahlzeit erhalten können. Das aber wären dann in erster Linie Erwachsene.
Und so wie man den Bericht deuten kann, braucht sich die NAK über "mangelnde" Nachfrage dabei nicht zu beklagen.

Derart mit dem Kochen warmer Mahlzeiten beschäftigt, boten sie dem Schulleiter an.
Wir kochen an besagten Donnerstagen gleich ein paar Portionen mehr, die dann für die Schüler jener Schule bestimmt wären.
Und in Anbetracht der soziologischen Struktur seiner Schülerschaft, nahm jener Schulleiter dieses Angebot auch an.
Im hinzugefügten Bild zu jenem Bericht sieht man dann auch wohl einige solcher Art mit warmen Mittagessen versorgten Schüler.

Aber der Schulleiter hatte ja eigentlich eine andere Anfrage gestellt.

Und nun kommt die zweite Kirchengemeinde mit ins Spiel.
Der Ort des Geschehens Trappenkamp in Schleswig-Holstein.
Insider wissen, da haben auch die Zeugen Jehovas eines ihrer Kongreßzentren.
Insider wissen weiter, mit ZJ-Kongreßzentren pflegen auch eine Art "Dienstwohnung" für WTG-Funktionäre gekoppelt zu sein.
Dienstwohnungen pflegen zwar auch die Noch Großkirchen ihren Pfarrern zur Verfügung zu stellen. Aber wie man sieht, die Zeugen sind auch auf diesem Felde "lernfähig".

Nun ist ja nicht bekannt, wem der Schulleiter da bei den Zeugen angesprochen hat. Aber wahrscheinlich wird er schon die örtliche ZJ-Hierarchie nicht übergangen haben.
Dafür spricht dann wohl auch das Ergebnis, dass in jenem Bericht sich wie folgt liest:

"Allein die Zeugen Jehovas hätten sich (zum Ursprungsanliegen) gemeldet. Aus ihren Reihen hätten fünf Erwachsene die Aufgabe übernommen, den Erst- und Zweitklässlern bei den Hausaufgaben zu helfen. Den älteren Grundschulkindern stehen dagegen Schüler der benachbarten Integrierten Gesamtschule zur Seite, die sich für die Hausaufgabenhilfe als Wahlpflichtfach entschieden haben."

Tja, ob denn die Eltern der derart unterstützten Erst- und Zweitkläsler letztendlich über diese gefundene Lösung glücklich sind, oder sein können, erscheint wohl so ausgemacht noch nicht zu sein.

Der Bericht handelt ja nicht von einer bereits länger bestehenden Lösung, sondern erst von einer, die am Start, am Anfang sich befindet.
Es wäre jener Journalistin sehr zu empfehlen, in gebührendem zeitlichem Abstand, nochmals nach zu recherchieren, wie diese Variante sich denn in der Praxis bewährt hat.

www.ln-online.de/regional/2722767

Re: Ein Bericht aus der Hartz IV Bundesrepublik

geschrieben von:  Alphabethus

Datum: 19. Januar 2010 16:57

Ich jedefalls bekomme ziemliche Bauchschmerzen dabei, in Erinnerung an meine "Lernbereitschaft" im Alter von 8 bis 10 Jahren. Es ist nur zu hoffen, dass der Schulleiter und die betroffenen Eltern, sich der Tragweite bewußt werden bevor es zu spät ist.

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