"Blick"

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 15. Januar 2010 11:23

Ein Artikel in der Schweizer Zeitschrift "Blick".
Offenbar in eine größere Serie eingebettet mit dem Titel:
"Krieg ums Kind".
Darin eben auch einer mit offenkundigen Zeugen Jehovas-Bezug:

www.blick.ch/news/schweiz/aargau/meine-partnerin-schrieb-mir-eine-karte-als-sie-meine-zwillinge-bekam-138001

Re: "Blick"

geschrieben von:  Conzaliss

Datum: 15. Januar 2010 11:49

Die Erfahrung von Marco M. zeigt , wie brutal mit den Gefühlen von "Nichtzeugen" umgegangen wird, die sich nicht den "wahren Christen" anschließen...

Re: "Krieg ums Kind"

geschrieben von:  X ~ mysnip

Datum: 15. Januar 2010 18:14

2001 schreibt Rechtsanwalt G. H..., Vertreter einer Zeugin Jehovas, an die Gegenseite, ihr Mandant wirke äußerst negativ auf die Kinder ein. Er werte die Mutter und deren Religionsgemeinschaft ab. Er "indoktrinert die Kinder mit Hilfe von Dritten". Das Umgangsrecht nutze der Vater dazu, seine Kinder einer "von ihm entwickelten 'Gehirnwäsche'" zu unterziehen.

Das eigentümliche Vokabular H...s läßt mich aufhorchen.

,,Amtsgericht PFORZHEIM
- Familiengericht F 3 -
Beschluß vom 21. März 2001
In der selbständigen Familiensache wegen familiengerichtlicher Regelung der Befugnis des Kindesvaters zum persönlichen UMGANG mit den Kindern: ...

In Ergänzung der Ausführungen des Familienrechts in dem die Kindeseltern betreffenden Sorgerecht-Abänderung-Verfahren ... ist noch einmal klar festzuhalten, dass es dem allein-sorgeberechtigten Elternteil zwar obliegt, (auch) über die religiöse Erziehung zu bestimmen, dass daraus aber nicht die Befugnis erwächst, von Kindern jede andere Religion fernzuhalten bzw. sie insoweit vor jeder Religionskritik abzuschirmen.
Auch die genannte Befugnis kann nur zum Ziel haben, es einem Kind (später) zu ermöglichen, bei Eintritt des gesetzlich vorgesehenen Lebensalters eine verantwortliche Entscheidung über die von ihm selbst - unbeeinflußt - gewünschte Religion zu treffen.

Es ist keinesfalls gesetzlich verboten oder unerwünscht dass die Kinder auch die religiösen Vorstellungen des anderen Elternteils kennenlernen, da auch diese Vorstellungen zu dessen "Welt" gehören, deren Kenntnis die Umgang-Ausübung gerade ermöglichen soll."


www.kids-lev.com/urteile/index.html
Link > PFORZHEIM

Re: "Krieg ums Kind"

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 16. Januar 2010 00:57

Die Problematik solcher Sorgerechts-Entscheidungen liegt wohl darin.
Wie entscheiden letztendlich die angerufenen Gerichte?
Man wird nicht selten an den Spruch dabei erinnert.
Vor Gericht und auf hoher See sind vielerlei Überraschungen möglich.
Wer die im WTG-Sinne agierenden "Advokaten" unterschätzt, dürfte wohl nicht selten einem Trugschluss unterliegen.
Gibt es "Wässerchen" zur "Advokatenschläue"? Wohl kaum eines von dieser Zunft dann ungenutzt. ...

Re: "Krieg ums Kind"

geschrieben von:  X ~ mysnip

Datum: 16. Januar 2010 13:13

Drahbeck
Die Problematik solcher Sorgerechts-Entscheidungen liegt wohl darin.
Wie entscheiden letztendlich die angerufenen Gerichte?
Man wird nicht selten an den Spruch dabei erinnert.
Vor Gericht und auf hoher See sind vielerlei Überraschungen möglich.
Wer die im WTG-Sinne agierenden "Advokaten" unterschätzt, dürfte wohl nicht selten einem Trugschluss unterliegen.

Ja, jedoch nicht zwangsläufig.

Gibt es "Wässerchen" zur "Advokatenschläue"? Wohl kaum eines von dieser Zunft dann ungenutzt. ..

Dem darf man wohl zustimmen.

Die offizielle Website der ZJ in Deutschland Jehovas Zeugen ONLINE veröffentlicht die "Gutachtliche Stellungnahme" von BESIER:

"Zeugen Jehovas/Wachtturm-Gesellschaft: Eine 'vor-moderne' religiöse Gemeinschaft in der 'modernen' Gesellschaft?".

Unter der Überschrift "Vorurteile und ihre Konsequenzen" [Seite 50] schreibt:

BESIER
,,Ralf Abel, Professor für Wirtschaftsrecht an der Fachhochschule Schmalkalden, berichtete, das AG-FamG-Passau habe einer Mutter das Sorgerecht für ihr Kind entzogen, weil sie dieses grundlos und heftig zu schlagen pflegte; die Mutter begründete ihr Züchtigungs-Verhalten mit dem Hinweis, sie folge nur den Erziehungsmaximen ihrer Glaubensgemeinschaft, den Zeugen Jehovas. 'Das Gericht', so Abel, 'berücksichtigte den Umstand, daß die Mutter den Zeugen Jehovas angehörte, und die von ihr für richtig gehaltene Züchtigung des Kleinkindes auf Glaubensregeln und Erziehhungsmethoden dieser Gemeinschaft zurückzuführen wären.'"

BESIER fährt fort:

BESIER
,,RA Gerhard Hessler korrigierte den Bericht Abels: Er vermittele 'einen falschen Eindruck über die aktuelle Rechtssprechung ... Unerwähnt blieb, daß die Entscheidung des AG Passau vor dem OLG München keinen Bestand hatte ... "
www.jehovaszeugen.de/rec/ues/default.htm

So bestätigt sich: "Vor Gericht und auf hoher See sind vielerlei Überraschungen möglich."

Re: "Krieg ums Kind"

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 16. Januar 2010 14:55

Hinweis zum zugehörigen Link

www.jehovaszeugen.de/0/pdf/rec/ues/1998/1998-12-22-a.pdf (Teil I)

In der Buch-Ausgabe "Die neuen Inquisitoren" Teil II, befinden sich die zitierten Passagen auf Seite 191 (Der eigentliche Aufsatz beginnt in der Buch-Ausgabe auf Seite 95)
In der Buch-Ausgabe sind die Fußnoten auch am Ende des Textes gesammelt angeordnet.
In der Variante auf der ZJ-Webseite hingegen nicht.
Dort sind demzufolge auch ganz andere Seitenangaben (im Vergleich zur Buch-Ausgabe)
Jene WTG-Online-Variante, endet für mein Empfinden, völlig willkürlich (sogar mit Textabbruch) mit einer Seite 31 (der Online-Variante).Diese entspricht in der Buchausgabe der Seite 154.
Jedoch in der Buchausgabe geht der in Rede stehende Text noch bis zur Seite 210 weiter.
Das Rätsel löst sich dann so. Jener Text wurde in zwei Teile aufgeteilt.
Diese Aufteilung in zwei Teile ist nicht gerade "deutlich" gekennzeichnet.
Der Zweite Teil dann unter der URL:

www.jehovaszeugen.de/0/pdf/rec/ues/1998/1998-12-22-b.pdf (Teil II)

Der Abschnitt "Vorurteile ..." beginnt dann auf der Seite 30 nach der Zählung der Online-Variante. Diese ist jedoch die Seite 20 der pdf-Datei.

Ergo, die WTG sorgt für einige Unübersichtlichkeit bei ihren eigenen Texten!

Hinweis:
Das Direkt anklickbar machen der genannten WTG-URL habe ich jetzt noch verändert.
Ergo im Bedarfsfall die URL in die Browserzeile kopieren und das noch notwendige http davor hinzufügen.

Re: "Krieg ums Kind"

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 16. Januar 2010 16:26

Der Herr Papst in Rom verlautbart sich durch seine Sprachrohre wieder mal.
Er sagt in der Sache diesmal nichts falsches.
Damit ist dann allerdings noch lange nicht das Glaubwürdigkeitsproblem von Verlautbarungen aus dieser Ecke im positivem Sinne geklärt.
Wie gesagt, nochmals wiederholt.
In der Sache, sagt er diesmal nichts falsches!

www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=349791

Re: Kinder

geschrieben von:  X ~ mysnip

Datum: 17. Januar 2010 15:25

X ~ mysnip
Die offizielle Website der ZJ in Deutschland Jehovas Zeugen ONLINE veröffentlicht die "Gutachtliche Stellungnahme" von BESIER:

"Zeugen Jehovas/Wachtturm-Gesellschaft: Eine 'vor-moderne' religiöse Gemeinschaft in der 'modernen' Gesellschaft?".

Unter der Überschrift "Vorurteile und ihre Konsequenzen" [Seite 50, 51/pdf 20, 21] schreibt:

BESIER
,Ralf Abel, Professor für Wirtschaftsrecht an der Fachhochschule Schmalkalden, berichtete, das AG-FamG-Passau habe einer Mutter das Sorgerecht für ihr Kind entzogen, weil sie dieses grundlos und heftig zu schlagen pflegte; die Mutter begründete ihr Züchtigungs-Verhalten mit dem Hinweis, sie folge nur den Erziehungsmaximen ihrer Glaubensgemeinschaft, den Zeugen Jehovas. 'Das Gericht', so Abel, 'berücksichtigte den Umstand, daß die Mutter den Zeugen Jehovas angehörte, und die von ihr für richtig gehaltene Züchtigung des Kleinkindes auf Glaubensregeln und Erziehhungsmethoden dieser Gemeinschaft zurückzuführen wären.'"

Re: Muß eine K. d. ö. R. zum geltenden Recht klar Stellung beziehen?

geschrieben von:  X ~ mysnip

Datum: 23. Januar 2010 14:12

dejure.org - Bürgerliches Gesetzbuch § 1631(2)

,,Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig"
http://dejure.org/gesetze/BGB/1631.html

X ~ mysnip
Die offizielle Website der ZJ in Deutschland Jehovas Zeugen ONLINE veröffentlicht die "Gutachtliche Stellungnahme" von BESIER:

"Zeugen Jehovas/Wachtturm-Gesellschaft: Eine 'vor-moderne' religiöse Gemeinschaft in der 'modernen' Gesellschaft?".

Unter der Überschrift "Vorurteile und ihre Konsequenzen" [Seite 50, 51/pdf 20, 21] schreibt:

Zitat:

BESIER
,,Ralf Abel, Professor für Wirtschaftsrecht an der Fachhochschule Schmalkalden, berichtete, das AG-FamG-Passau habe einer Mutter das Sorgerecht für ihr Kind entzogen, weil sie dieses grundlos und heftig zu schlagen pflegte; die Mutter begründete ihr Züchtigungs-Verhalten mit dem Hinweis, sie folge nur den Erziehungsmaximen ihrer Glaubensgemeinschaft, den Zeugen Jehovas. 'Das Gericht', so Abel, 'berücksichtigte den Umstand, daß die Mutter den Zeugen Jehovas angehörte, und die von ihr für richtig gehaltene Züchtigung des Kleinkindes auf Glaubensregeln und Erziehhungsmethoden dieser Gemeinschaft zurückzuführen wären.'"

BESIER
,,RA Gerhard Hessler korrigierte den Bericht Abels: Er vermittele 'einen falschen Eindruck über die aktuelle Rechtssprechung ... Unerwähnt blieb, daß die Entscheidung des AG Passau vor dem OLG München keinen Bestand hatte ... "
www.jehovaszeugen.de/rec/ues/default.htm
www.jehovaszeugen.de/0/pdf/rec/ues/1998/1998-12-22-b.pdf

BESIER führt die ZJ-Loseblattsammlung "'Schutz der Familie', die auch Leitlinien für das Familienleben enthält" an und schreibt: BESIER
,Von Prügelstrafen ist hier nicht die Rede"

Eventuell aber andernorts?
Das interne Mitteilungsblatt der ZJ, UNSER KÖNIGREICHSDIENST vom Januar 2010 Seite 2:

UNSER KÖNIGREICHSDIENST
,,15 Min Fragekasten. Besprechung mit den Zuhörern. Lies und besprich die angegebenen Bibeltexte.

Eine Textpassage aus dem Fragekasten:

UNSER KÖNIGREICHSDIENST
,,(Sprüche 22:6, 15). Familien mit kleinen Kindern sollten normalerweise nicht in einem Nebenraum sitzen, denn die Kinder könnten denken, sie dürften dort lärmen. Müssen Elten ihre Kinder versorgen oder zurechtweisen, ist es in der Regel am besten, wenn sie den Hauptsaal verlassen und anschließend dorthin zurückkehren."

Besprochen wurde u.a. der Bibeltext aus Sprüche 22:6, 15.
Was lesen ZJ im Vers 15?

SPRÜCHE
,,Torheit ist an das Herz eines Knaben geküpft; die Rute der Zucht ist das, was sie von ihm entfernen wird."

Was lehrt die Leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas in ihrem "Bibellexikon"

WTG- Buch 1992 EINSICHTEN ÜBER DIE HEILIGE SCHRIFT S. 1012
,Elterliche Gewalt. Die ,,Rute" versinnbildet auch die elterliche Gewalt. Im Buch der Sprüche gibt es viele Hinweise auf diese Gewalt, und die Rute symbolisiert alle Formen der Zucht, auch das buchstäbliche Züchtigungsmittel. Die Eltern sind Gott gegenüber verpflichtet, die Rute zu gebrauchen, indem sie das Kind in Zucht nehmen. Eltern, die das nicht tun, sind nicht nur verantwortlich dafür, wenn ihr Kind eine Beute des Verderbens und des Todes wird, sondern sie bringen auch Schande über sich und ziehen sich Gottes Mißbilligung zu ... ,,Torheit ist an das Herz eines Knaben geknüpft; die Rute der Zucht ist das, was sie von ihm entfernen wird." ,,Enthalte doch dem, der noch ein Knabe ist, die Zucht nicht vor. Falls du ihn mit der Rute schlägst, wird er nicht sterben. Du sollst ihn mit der Rute schlagen ... " (Spr. 22:15; 23:13, 14)"

Ist das Argument der Zeugin Jehovas, ihr Züchtigungsverhalten (körperliche Bestrafung) entspreche den Erziehungsmaximen der ZJ, nachvollziehbar?
RA A. P. und Betriebswirt G. G. veröffentlichen in ihrer Stellungnahme zu Jehovas Zeugen und Körperschaftsstatus von Ch. Link:

,,Rechtsanwalt Armin Pikl und Gajus Glockentin, Betriebswirt (VWA) JEHOVAS ZEUGEN ALS KÖRPERSCHAFT DES ÖFFENTLICHEN RECHTS S. 39
Selbst wenn es im Einzelfall zu Überreaktionen der Eltern kommen sollte, ist dies nicht auf die von der Religionsgemeinschaft vertretenen Lehren oder die von ihr zur Verfügung gestellte Literatur zurückzuführen, da dort keinesfalls das Schlagen von Kindern als ein Gebot Gottes ausgegeben und von ihren Mitgliedern als Erziehungsmaßnahme verlangt wird. Die Religionsgemeinschaft bezieht dazu gegenüber ihren Glaubensanghörigen eine eindeutige Stellung:

,Körperliche Gewaltanwendung hat in einer Familie, die nach der Bibel lebt, keinen Platz. (Ps. 11:9).'"

www.wachtturm.de/0/pdf/rec/ues/1998/1998-09-01.pdf

,,Körperliche Gewaltanwendung hat in einer Familie, die nach der Bibel lebt, keinen Platz.", so A. P. und G. G.

Wird diese klare und eindeutige Position auch in den Zusammenkünften der ZJ, z.B. in der vom Januar 2010, sowie in allen Publikationen der WTG gelehrt?
Eine Frage an die "Rechtliche Vertretung der Religionsgemeinschaft".
www.jehovaszeugen.de/rec/rvs/02.pdf

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