Re: Im "Goldenen Zeitalter" gelesen - Eine Zeitreise -
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 12. November 2009 00:19
Wieder einmal schwebte die Redaktion des "Goldenen Zeitalters" auf "Euphorie-Wolke 7".
Was sie im besonderen beflügelte war eine in der Schweizer Ausgabe bereits am 1. September 1924 beginnende Fortsetzungsserie, die sich bis einschließlich der Ausgabe vom 1. 11. 1924 hinzog
(in der Magdeburger Ausgabe zeitverzögert erst ab 15. 11. 1924 bis 15. 1. 1925)
Die markante Überschrift dieser Serie:

"Eine Bibel für Wissenschaftler". Was das sein sollte, wurde schon verschiedentlich kommentiert, nämlich die Große Pyramide zu Gizeh, die es schon Russell angetan hatte.

Als diesbezügliche Kommentare sei beispielsweise auf das Kapitel 6 in der
Geschichte der Zeugen Jehovas verwiesen.

Oder auch auf:
Bibel in Stein

Wenn dieses Thema jetzt aufgegriffen wird, ist sicherlich nichts grundsätzlich neues zu berichten.
Aber es mag doch einmal reizvoll sein, sich in die Befindlichkeit der zeitgenössischen Leser des "Goldenen Zeitalters" selbst hinein zu versetzen. Selbst die vorgetragenen Argumente auf sich einwirken zu lassen.

Dazu sei einmal diese Artikelserie vollständig und unkommentiert im Nachfolgenden zitiert. Ein Urteil dazu mag dann jeder für sich selbst finden:


Eine Bibel für Wissenschaftler
"Aus zweier oder dreier Zeugen Mund wird jede Sache bestätigt werden" schrieb der große Apostel Paulus an die Korinther-Gemeinde.

Es gibt heute viele, die die Bibel verwerfen und behaupten, es gäbe keine Beweise dafür, daß sie göttlichen Ursprungs ist. Sie reden sich selbst und anderen ein, daß die Bibel nur eine Sammlung von alten Fabeln und Überlieferungen ist, die im ersten Dämmerschein der Intelligenz zusammengetragen wurde, und daß sie darum für die sogenannte fortgeschrittene Weisheit unserer Tage nichts Anziehendes und Interessantes mehr biete.

Archäologische Funde beleuchten jedoch immer mehr bisher rätselhafte Schriftstellen, und regen zu erneutem Studium des geschichtlichen Teiles der Bibel an. Entdeckungen und Erfindungen auf technischem Gebiet bestätigen die Wahrhaftigkeit der Visionen der Propheten alter Zeit. Das Auto und die Eisenbahn können leicht als die "Wagen glänzend wie Stahl" erkannt werden, die der Prophet Nahum in einer Vision "auf den Straßen rasen" und "wie Blitze daherfahren" sah.

Die Leistungen auf dem Gebiet der Radiotechnik sind Wunder, die vor unseren Augen geschehen. Wenn der Mensch sich die Naturkräfte so zu Nutze machen kann, daß er den Herzschlag eines anderen in einer Entfernung von 1200 Meilen zu hören vermag, erscheint es da wirklich so unglaublich, daß Gott, der Urheber aller Naturgesetze, das Gebet seiner Kinder, die im Kämmerlein zu ihm rufen, hören kann? Beweist nicht auch der an der Ostküste von Florida im Jahre 1917 gefangene Riesenfisch, der mit einem Schwarzfisch von 1500 Pfund, einem kleineren von 400 Pfund, und mehr als 500 Korallen im Magen gefunden wurde, die Wahrscheinlichkeit der Erzählung Jonas? - Matthäus 12 : 40.

Es wird für die meisten unserer Leser interessant sein, zu hören, daß die uns allen bekannte Bibel in Wirklichkeit den zweiten Zeugen darstellt, der den Beweis ihrer göttlichen Inspiration erbringt; und daß Jehova überdies noch einen andern, noch älteren Zeugen seines göttlichen Vorherwissens und seiner Überwaltung der menschlichen Angelegenheiten auf den Schauplatz treten ließ. Als Moses die Kinder Israels aus Ägypten herausführte, stellte er nur einen Zug des göttlichen Planes, dessen Einzelheiten Gott vor vielen Jahrhunderten niederschreiben, versiegeln und aufbewahren ließ, im Vorbilde dar. Moses erklärte selbst, daß er nur das Schattenbild eines Größeren darstelle, der nach ihm kommen würde. - 5. Mose 18 ; 15.

Alle Propheten der Bibel erklärten, daß sie gesandt waren, Botschaften Jehovas zu überbringen, daß ihre Beschreibungen des kommenden goldenen Zeitalters auf göttlicher Inspiration beruhten. So unglaublich und unwahrscheinlich erschienen damals einige ihrer Weissagungen, daß dieselben vom Volk bezweifelt und verworfen und die Propheten zum Teil getötet wurden. - Hebräer 11 : 36-39.

Zuweilen wurden scheinbar ganz unbedeutende Einzelheiten erwähnt; zum Beispiel nannte der Prophet Micha (5 : 2) Bethlehem, die kleine Stadt als den Geburtsort des erwarteten Messias. Heute weiß man, daß der Prophet der Allgemeinheit den Ort nannte, der mehr als 1200 Jahre vor ihm, in der für die Gelehrten bestimmten ersten "Bibel" angegeben wurde.

Wenn der Apostel schreibt: "Der Tod herrschte von Adam bis auf Moses", so bezieht sich das auf die Gelegenheit der Errettung, die den Juden am Berg Sinai angeboten wurde, durch welche sie sich hätten ewiges Leben sichern können, wenn sie im Stande gewesen wären, das Gesetz zu halten (Lukas 10 : 18). Paulus erklärt, daß kein unvollkommener Jude dieses Gesetz halten konnte, und daß die Errettung für Juden sowohl wie für Heiden auf andere Weise kommen mußte (Römer 8:3). Dies alles fand man niedergeschrieben in der "Wissenschaftlichen Bibel". Sogar der Zeitpunkt, da Moses das Volk Israel aus Ägypten führte, wurde 400 Jahre vor seiner Geburt darin verzeichnet. Zahlreiche bedeutsame Geschichtsdaten finden wir dort angegeben, sogar den Beginn des Weltkrieges 1914; ebenso ist das Jahr 1925 besonders verzeichnet.

Petrus wurde verhaftet und gefangen genommen, weil er Jesus, den Gekreuzigten verkündigte. Er erklärte dem Synedrium: "Und es ist in keinem andern das Heil, denn auch kein anderer Name ist unter dem Himmel, der den Menschen gegeben ist, in welchem wir errettet werden müssen" (Apostelgeschichte 4: 12). So war es von Jehova beschlossen, und so war es schon 2000 Jahre, ehe Petrus es aussprach, niedergeschrieben in diesem ältesten Zeugen Gottes.

Beide Bibeln - die für das Volk und die für die Wissenschaftler erwähnen zwei von Gott dargebotene Errettungen; die eine bezieht sich auf den Christus, die Teilhaber der hohen, himmlischen Berufung einer kleinen Klasse, die ihrem Herrn und Meister, Jesus Christus, auf dem schmalen Wege der Schmach und der Leiden zu himmlischer Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit, d. h. Zur göttlichen Natur, nachfolgt. Sodann ergeht das zweite Angebot oder eine zweite Einladung an alle Geschlechter der Erde zur Vollkommenheit der menschlichen Natur, zu ewigem Leben in irdischer Paradiesesherrlichkeit. ,,Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen!"

Die Tatsache, daß diese beiden Angebote nicht von einander unterschieden wurden, verursachte große Verwirrung bei vielen Erforschern der Heiligen Schrift, Beide Bibeln zeigen ferner deutlich, daß Gott nicht der Urheber des Bösen oder des Leidens der Welt ist, daß dieses aber für eine bestimmte Zeit und zu einem gewissen Zweck zugelassen wurde, um den Menschen zu überzeugen, daß sie weder sich noch andere zu retten vermögen. Während Jehova die Menschenkinder diese Erfahrungen durchkosten ließ, führte er sein majestätisches Werk in aller Stille unbemerkt hinaus.

Die geschriebene Bibel kann fast in allen Sprachen gelesen werden; sie ist heute in so kleiner Buchform erhältlich, daß sie in der Tasche getragen werden kann. Die wissenschaftliche Bibel dagegen bedeckt einen großen Flächenraum und ihr Gewicht wird auf mehr als 6.000.000 Tonnen geschätzt. Sie ist in der Sprache der Wissenschaft, und doch ohne einen einzigen Hieroglyphen, und ohne einen einzigen Federstrich geschrieben. Außer der Darlegung desselben göttlichen Heilsplanes zur Errettung der Welt, wie ihn die geschriebene Bibel enthält, birgt sie reiche Minen wissenschaftlicher Erkenntnisse, Schätze, die unerschöpflich zu sein scheinen. Die Gelehrten bemühen sich aufs Eifrigste, dieselben zu heben.

Jedermann von durchschnittlicher Bildung und Befähigung könnte, falls ihm die nötigen Daten zur Verfügung stehen, einen Bericht über vergangene Weltereignisse schreiben. Das ist Geschichte. Doch einen solchen Bericht einige tausend Jahre im voraus zu schreiben, ist eine andere Sache, das ist Prophetie. Und diese gab uns Gott in seinen beiden Zeugen. Vieles von dieser Prophetie ist nun zur Geschichte geworden. Viele Geschichtsschreiber haben der Bibel nicht geglaubt. Einige haben sie nicht einmal gekannt und dennoch bestätigen ihre Aufzeichnungen die Wahrhaftigkeit der biblischen Prophetie. Die Genauigkeit, mit der die bereits fälligen Prophezeiungen sich erfüllt haben, beweist uns, daß sich die noch nicht erfüllten Weissagungen ebenso pünktlich erfüllen werden.

Der Umstand, daß sich so viele biblische Voraussagen so genau erfüllten, zeigt wie Jehova seinen vor langer Zeit beschlossenen Plan unaufhaltsam hinausführt. Er verwehrte niemandem die Freiheit des Willens, obwohl er oft die Freiheit des Handelns einschränkte. Seinen Plan konnte nichts durchkreuzen.

Die geschriebene Bibel
Welche Beweise haben wir für den göttlichen Ursprung der Bibel? Laßt uns einige betrachten. Dieses Buch ist eine Zusammenstellung der Schriften von etwa dreißig verschiedenen Verfassern, die sich auf einen Zeitraum von annähernd 1700 Jahren verteilen, von Moses bis zu Johannes, dem Offenbarer. Diese Schreiber gehörten den verschiedensten Ständen an; sie gingen aus Fischern, Ärzten, Hirten, Rechtsgelehrten, Priestern, Fürsten und Königen hervor. Alle ihre Schriften sind von einem Hauptgedanken getragen und durchzogen. Kein Buch auf der ganzen Erde hat einen so erhebenden Einfluß auf einzelne Menschen und auf ganze Völker ausgeübt, wie die Bibel. Sie appelliert an den Verstand sowie an das Gemüt des Menschen und zeigt ihm einen Gott der Liebe, Gerechtigkeit, Weisheit und Allmacht, der das Böse bestraft und das Gute belohnt.

Kein Buch wurde von seinen Freunden so geliebt und von seinen Feinden so gehaßt wie die Bibel. Zeitweise war sie in Acht und Bann getan, und wer im Besitz einer Bibel oder Teile derselben getroffen wurde, der kam in das Gefängnis oder an den Feuerpfahl, Kurz nach dem Tode der Apostel brach eine große Verfolgung über die Christen und die Bibel aus. Ganze Völker gerieten in der Folge in eine undurchdringliche Wolke von Vorurteil und Grausamkeit und fielen in Unwissenheit und Aberglauben, wovon sie noch nicht völlig befreit sind. Einige der Verfolger wüteten gleich Dämonen. Jene Zeitepoche wird mit Recht das ,,finstere Mittelalter" genannt. Die geschriebene Bibel erhebt nicht den Anspruch, eine wissenschaftliche Abhandlung zu sein. Sie ist eine Darlegung des göttlichen Planes und Gesetzes; sie ist eine Abhandlung über Gerechtigkeit und Sittlichkeit und ein Appell an das Gute im Menschen. Sie berichtet von Gottes Handlungsweise mit dem Volke Israel, mit dem er einen Bund geschlossen hatte und das er als Vorbild gebrauchte. Sie berichtet ohne Schönfärberei die Fehler dieses Volkes und zeigt nachsichtlos einzelne Persönlichkeiten in ihrem wahren Licht.

Zukünftige Weltreiche und große Männer erscheinen Jahrhunderte voraus als Schattenbilder auf der prophetischen Leinwand. Babylon, Medo-Persien, Griechenland und Rom werden uns sonnenklar als die vier großen Weltmächte gezeigt, auf die dann Gottes Königreich folgen soll. Der König Nebukadnezar sah diese Reiche im Traume als ein gewaltiges, wunderbares Standbild; das fünfte oder das Gotteskönigreich als einen durch die Luft sausenden Stein, der das prachtvolle Standbild zertrümmerte. Daniel schaute dieselben vier Weltmächte als vier nacheinander kommende wilde Tiere, und das Reich Gottes als großen Befreier. Die Geschichte hat die Richtigkeit dieser Vision bewiesen. Die vier Weltreiche gehören der Vergangenheit an und nun tritt das fünfte Universalreich in Erscheinung. Daniel 2,7,8.

Doch nicht nur Nationen werden vorbildlich dargestellt, sondern auch die Umrisse einzelner Persönlichkeiten zeigt uns die Bibel so deutlich, daß sie von Geschichtsforschern leicht erkannt werden müssen. Zum Beispiel ist Alexander der Große in Daniel 8 ; 21, 22 und 11:3, 4 mit Leichtigkeit zu erkennen. Sogar die Vierteilung seines Reiches finden wir da klar geschildert.

Nachdem die Prophetie das Schicksal Griechenlands gezeigt hat, spricht sie von Ägypten als dem ,,König des Südens", und von Rom oder Teilen dieses Reiches als von dem "König des Nordens". Daniel 11 : 17-19 deutet auf Ereignisse, die während der Zeit des Markus Antonius und der Königin Kleopatra geschahen. Kaiser Augustus wird in Vers 20 als ein ,,Eintreiber der Abgaben" gezeigt und aus Lukas (2:1) erkennen wir ihn auch als einen solchen. Vers 21 nennt Kaiser Tiberius einen "Verachteten" oder "Verächtlichen", der sich durch Schmeicheleien des Königtums bemächtigt. Vers 25 erwähnt den zweiten Krieg zwischen Rom und Ägypten unter Aurelian und der Königin Zenobia.

In Daniel 11:29-45 finden wir unzweideutig Napoleons Laufbahn skizziert. In Vers 29 lesen wir: "Zur bestimmten Zeit wird er (Napoleon, von Frankreich als dem Königreich des Nordens) wiederkehren und gegen den Süden (Ägypten) ziehen, aber es wird nicht sein wie das frühere (der Krieg unter Markus Antonius) noch wie das spätere (unter Aurelian). Denn Schiffe von Kittim (England) werden wider ihn kommen und er wird verzagen und umkehren" (engl. Übers.).

Die von Admiral Nelson befehligte englische Flotte griff Napoleon in der Aboukir Bay im August 1798 "zur bestimmten Zeit" an und bereitete diesem Welteroberer eine große Niederlage, daß er, wie der Prophet voraussagt, bald darauf verzagte und wieder nach Frankreich zurückkehrte. Kein Geschichtsschreiber hätte Napoleon ferner charakteristischer beschreiben können, als es Daniel in den Versen 36-45 tat. Wie hätte Daniel diese Einzelheiten 2300 Jahre vor Napoleons Geburt vorauswissen können, wenn er nicht durch göttliche Weisheit inspiriert gewesen wäre? Die Bibel machte im Voraus genaue Angaben über die Daten der Geburt und des Todes Jesu, wie sie auch als den Beginn des Weltkrieges das Jahr 1914 genau bestimmte, sodaß Erforscher der Heiligen Schrift Jahrzehnte vor Ausbruch desselben ihn verkündigen und die Menschheit warnen konnten.

Die geschriebene Bibel gibt die klarste, bündigste Beschreibung von der Erschaffung der Erde, die je gegeben wurde. Professor Dana, ein hervorragender Geologe und bekannter naturgeschichtlicher Schriftsteller, sagt inbezug auf den Mosaischen Schöpfungsbericht:

"Das erste, was dem wissenschaftlich gebildeten Leser auffällt, ist das offenbar Göttliche nicht nur in den ersten Versen des Berichtes mit seinen aufeinander folgenden Machtsprüchen "Es werde", sondern auch in der ganzen Anordnung der Schöpfung. Es ist darin so vieles enthalten, was die Gelehrten nach den letzten Entdeckungen auf wissenschaftlichem Gebiet zum erstenmale zu der Erklärung veranlaßte, daß die Bibel unmöglich als Menschenwerk zu betrachten sei. Indem die Wissenschaft den Beweis der Wahrheit des Berichtes erbringt, erbringt sie auch den Beweis seiner Göttlichkeit; denn wer könnte die Geheimnisse der Ewigkeit so genau erzählen, wie Gott selbst? Das erhabene, alte Buch Gottes bleibt bestehen, und je mehr die Blätter der Geschichte unserer alten Erde gewendet und gelesen werden, umsomehr wird Gottes heiliges Wort bestätigt und beleuchtet."

Sicherlich ist es keine unberechtigte Erwartung, daß eines Tages die von dem großen Jehova bis zu seiner von ihm bestimmten Zeit verwahrten ursprünglichen Manuskripte des Alten und Neuen Testamentes zum Vorschein kommen werden. Viele haben die Bibel unter dem Vorwand verworfen, daß sie, wenn sie göttlichen Ursprungs wäre, Abhandlungen aller Wissenschaften enthalten müßte. Das ist aber ein großer Irrtum und wir werden in der Folge nun beweisen, daß der weise Gott aus guten Gründen die Sache trennte und für die Wissenschaft eine besondere Bibel schrieb. Wird übrigens einem Schriftsteller ein Vorwurf daraus gemacht, daß er nicht alles sagt, was er weiß?

Das gesamte Naturgeschehen im Weltall, sowie die Mannigfaltigkeit und Kompliziertheit der "Naturgesetze" legen beredtes Zeugnis davon ab, daß ihr Schöpfer und Lenker in seiner Weisheit so hoch erhaben ist, daß es Menschen nicht gut auszudenken vermögen. Schon unser kleiner, von uns bewohnter Planet, ist ein Wunderwerk und ein Zeugnis für die Weisheit seines Schöpfers und dessen liebende Fürsorge für seine Geschöpfe. Und wären die Menschen nur "menschlicher", so könnte die Erde leicht und bald in ein Paradies verwandelt werden, denn Gott hat reichlich Vorsorge für alle unsere Bedürfnisse in leiblicher und geistiger Hinsicht getroffen.

Die Riesen Luft, Wasser, Elektrizität und andere, die noch der Zügelung bedürfen, warten nur auf einen Wink des Menschen, um in seinen Dienst zu treten. Diese Diener vermögen weit größere und wertvollere Arbeit zu leisten, als menschliche Diener. Sie sind willig, die niedrigsten und schwierigsten Arbeiten zu verrichten, ohne Entgelt Wäsche zu waschen, Zimmer zu reinigen, sich in der Küche nützlich zu machen, Wohnungen zu beleuchten und zu erwärmen, uns über Land und Meer zu tragen, Botschaften gleichsam auf Ätherschwingen bis zu den äußersten Grenzen der Erde zu tragen und uns den Genuß zu verschaffen, daß wir Vorträge oder gute Musik in unserem Hause hören können, als ob wir in einer Entfernung von tausenden von Kilometern im Konzertsaal oder im Theater gegenwärtig wären.

Alle Diener bedürfen eines Herrn. Der Mensch besitzt die Fähigkeit, ihr Herr sein zu können. Er wurde als ein König der Erde erschaffen und nicht als ein Sklave, und ein ganzes Gefolge der treuesten Diener steht für ihn in Bereitschaft. Gott erschuf den Menschen und gab ihm die Erde, um sie zu beherrschen. Heute wird sich die Menschheit immer mehr dieser Tatsache bewußt. Noch reibt sie sich die Augen, als ob sie aus tausendjährigem Schlafe erwache wie Rip von Winkel, und es wird ihr schwer zu verstehen, was tatsächlich alles um sie her vorgeht. Das Wort Gottes liefert die Schlüssel zu diesem Geheimnis.

Beide Bibeln zeigen ferner ausdrücklich, daß der Mensch vollkommen, erschaffen wurde und ursprünglich in der Gunst seines Schöpfers stand; daß er aber kurz nachdem er erschaffen worden war, durch seinen Ungehorsam aus seiner Gnadenstellung fiel und von da an auf dem Weg der Sünde wandelte, der zum Tode führt. Beide Bibeln lehren auch, daß der Mensch nicht im Stande ist, sich selbst zu erretten, und die Tatsachen bestätigen dies. Die Menschheit bedarf der Hilfe von oben. Beide Bibeln lehren, daß eine solche Hilfe vorgesehen ist und daß, "wer da will", wiederhergestellt werden kann zu der ursprünglichen Vollkommenheit, die Adam verlor. "Der Sohn des Menschen kam, zu suchen, was verloren ist"; und "alle Propheten Gottes redeten von den Zeiten der Wiederherstellung" - von der Rückerstattung dessen, was der erste Mensch einstmals besaß, dann verlor, und was von einem ändern, zweiten Adam, Jesus Christus, wiedergefunden wurde. Das Reich Gottes bildet das Haupthema beider Bibeln.

Die wissenschaftliche Bibel
Der geschätzte Leser wird nun sicher wünschen, näheres über diese sonderbare Wissenschaftler-Bibel zu hören, von der bis jetzt anscheinend kein Mensch etwas wußte. Die wissenschaftliche Bibel darf mit Fug und Recht als die Bibel Nr. I oder die erste Bibel bezeichnet werden, da sie um einige hundert Jahre älter ist als die geschriebene. Es ist die große Pyramide von Gizeh in Ägypten, Sie ist die wunderbare Steinbibel der Wissenschaftler. Sie redet zu uns durch ihre geographische Lage, ihre innere Einrichtung, ihre Maße und ihre Neigungswinkel, durch ihre Gänge und Kammern und durch ihr Baumaterial, durch die granitenen Wände der Königskammer und die marmornen der Königinkammer, durch die besonderen Eingange zu beiden, durch die an verschiedenen Stellen eingefügten Steine, die so angebracht sind, daß sie Ereignisse und Daten bezeichnen. Jeder Fachkundige und Gelehrte bezeichnet diese Pyramide als ein Meisterwerk ohnegleichen, das heute mit all unseren Errungenschaften der Technik nicht hergestellt werden könnte.

Jeder Schriftsteller pflegt sein Werk mit dem Datum der Veröffentlichung zu versehen; auch die Steinbibel macht dabei keine Ausnahme. Wir finden das Datum des "Verlagsrechtes'', wenn wir so sagen wollen - zweimal angegeben in der Sprache ihres Erbauers: Einmal in der Astronomie-Sprache, sodann in ihrer Bauart an sich. Obwohl sie von Menschen erbaut ist, so liegt doch auf der Hand, daß kein menschliches Wesen ihr Entwerfer, ihr Baumeister sein konnte; denn kein Mensch konnte zu jener Zeit das gewußt haben, was durch sie demonstriert und gezeigt wird, es sei denn durch göttliche Inspiration. - Nachfolgend bringen wir nur einige der frappantesten Beweise, und es ist unser Bestreben, jedem aufrichtigen Forscher das Studium zu erleichtern und hoffen auch, daß jeder Wahrheitsliebende diese Beweise gründlich an Hand der hier gegebenen Grundlagen prüfen möchte.



Die Pyramide von Gizeh - die Stein-Bibel
Die Pyramide steht auf einem Felsplateau, westlich vom Nilufer, in einer Entfernung von annähernd acht Meilen von Kairo, in Ägypten und 110 Meilen vom Meere. Die alten Geschichtsschreiber Herodotus und Strabo schildern sie als ein prachtvolles, mit polierten Marmorsteinen bedecktes Bauwerk, das in den Strahlen der Sonne schimmert wie ein Berg von Glas. Alten Überlieferungen zufolge sollte diese Pyramide unermeßliche Schätze enthalten, die von früheren Königen darin verborgen wurden. In diesem himmelanstrebenden Bauwerk befand sich ein verborgener Eingang auf der Nordseite, der so geschickt angebracht war, daß derselbe vom Boden aus gar nicht wahrgenommen werden konnte. Man nannte die Große Pyramide an erster Stelle unter den sieben Weltwundem des Altertums.

In ihrer schlichten Einfachheit und Schönheit verblieb sie während nahezu 3000 Jahren so stumm wie die neben ihr stehende Sphinx, und anscheinend nutzlos. Etwa um das Jahr 820 n. Chr. beschloß ein arabischer Kalif, Al Mamoun, sich ihrer verborgenen Schätze zu bemächtigen. Er stellte eine große Zahl von Arbeitern an und versprach, die Schätze, die sie finden würden, mit ihnen zu teilen. Aber ihr Suchen nach dem verborgenen Eingang blieb vergeblich. So erzwangen sie sich einen Eingang, indem sie ein häßliches Loch in die schöne Oberfläche der Pyramide, dort wo sie den geheimen Eingang vermuteten, brachen. Durch das solide Bauwerk massiver Steine, die mit feinem Mörtel ganz unzertrennbar miteinander verbunden waren, erkämpfte man sich mühsam eine Öffnung von etwa 100 Fuß Tiefe, durch die man schließlich die inneren Gänge erreichte.



Man war tatsächlich in eine Schatzkammer gekommen, aber sie enthielt nichts von Gold und Edelsteinen, wie man gehofft hatte, sondern unergründliche Schätze der Weisheit. Aber weder AI Mamoun noch seine Arbeiter hatten Verwendung für das, was sie bot und verließen enttäuscht den Ort ihrer Forschungen. Sie glichen dem unwissenden Soldaten, der den Palast eines besiegten Königs durchsuchte; der König hatte in seiner überstürzten Flucht einen Beutel, der die königlichen Juwelen von größtem Wert enthielt, fallen lassen. Der Soldat fand und hob ihn auf. Er öffnete ihn und fand die kostbaren Steine. Verwundert fragte er sich, wozu denn ein König solch wertlose Steinchen brauche. Er warf sie weg und zeigte den leeren Beutel einem Kameraden, und sagte: Siehe, was für einen feinen Brotbeutel ich gefunden habe! AI Mamoun war nicht nur enttäuscht, sondern er mußte obendrein, um die Enttäuschung und den Zorn seiner Arbeiter zu beschwichtigen, eine Menge seines eigenen Goldes in der Pyramide verbergen und es von ihnen finden lassen.

Später wurden die prächtigen, weiß-schimmernden Decksteine entfernt, um dieselben bei ändern Bauwerken zu verwenden, bis beinahe alle von ihnen abgelöst und zum Schmuck für öffentliche Gebäude und Paläste verwendet waren. Gleich Dämonen, die einen Verwundeten ausrauben, setzten diese Vandalen ihr Zerstörungswerk fort, so daß die Große Pyramide heute ihres prächtigen schimmernden Kleides beraubt, einem gewaltigen, alten, völlig entblößten Riesen gleicht, der unverändert mit ungebrochener Kraft den Elementen trotzt und die ihm in Verwahrung gegebenen verborgenen wissenschaftlichen Schätze behütet, bis sie von denen gehoben sein werden, für die sie bestimmt sind.

Gerade wie ein königlicher Gesandter strikten Befehl hat, seine Botschaft nur gewissen Persönlichkeiten und zur festgesetzten Zeit zu übergeben, so erfüllt dieser mächtige "Bote" des großen Gottes seinen Auftrag, seine Schätze den "Edlen des Geistes'' - zur festbestimmten Zeit als ein Zeugnis auszuhändigen. Diese Zeit ist herbeigekommen, und dieser unvergleichliche Gesandte Gottes enthüllt seine Schätze vor den erstaunten Blicken der Gelehrten. Gleich den Erfindungen dieser "Zeit der Wunder" scheinen seine Gaben unerschöpflich zu sein. Wir belächeln heute die Bemerkung, die der Präsident des Patentbureaus in Washington im Jahre 1844 gemacht haben soll, daß der Kongreß eigentlich das Patentbureau schließen könne, weil alles, was erfunden werden könnte, nun patentiert sei. In der Vergangenheit mögen es viele für eine Torheit gehalten haben, daß ein so mächtiges Bauwerk, wie die Pyramide, errichtet worden ist, was doch niemandem etwas nutzte.

Erst im 19, Jahrhundert kamen einige Gelehrte auf den Gedanken, daß die Große Pyramide wissenschaftliche Geheimnisse bergen könnte. Im Jahre 1799 begannen einige französische Forscher, die Napoleon auf der ägyptischen Expedition begleiteten, die Große Pyramide zu untersuchen. Sie ließen einige der den Boden bedeckenden Schuttmassen wegschaufeln, die sich bei dem Abbruch der mit Zement befestigten Decksteine abbröckelnden Splitter und durch den herangewehten Wüstensand angesammelt hatten. Bei dieser Gelegenheit fanden sie zwei der gewaltigen Grundpfeiler, viereckige große in den Felsen eingesenkte Steine, auf denen die Pyramide ruht.

Colonel Howard Vyse beschäftigte im Jahre 1837 mehrere hundert Arbeiter bei den Räumungsarbeiten an der Pyramide. Er ließ stellenweise fünfzig Fuß tief graben, um, wenn möglich, die ursprüngliche Grundlinie zu finden. Er erreichte, was er wollte und hatte außerdem noch das Glück, auf drei der noch in ihrer ursprünglichen Lage befindlichen Decksteine zu stoßen. Obwohl diese in ihrer Stärke verschieden sind, mißt jeder derselben 4 Fuß und 11 Zoll Höhe und alle weisen das gleiche Schrägmaß auf. Das Gewicht des einen dieser drei Steine wird auf 19 Tonnen geschätzt. Diese Decksteine sind so dicht zusammengefügt, daß man kaum mit einem Federmesser die Verbindungsstelle unterscheiden kann. Obwohl die Zementschicht kaum ein fünfzigstel Zoll stark ist, so halten doch die Steine so fest zusammen, daß sie eher beschädigt werden, als daß sie getrennt werden könnten, Angesichts dieser gewaltigen Oberfläche, die aus so mächtigen Steinblöcken so fein zusammengefügt ist, müssen wir die Meisterschaft und Geschicklichkeit der Erbauer bewundern, die alle heutigen Leistungen auf diesem Gebiet weit übertreffen. Durch diese Decksteine erhielt Colonel Vyse Aufschluß über die äußeren Größenverhältnisse und die Maße der Seiten dieses Monumentes. Er fand auch die von den französischen Forschern erwähnten Eckpfeiler; und kam zu der Annahme, daß sie in den Naturfelsen eingesenkt wurden, um bestimmte Anhaltspunkte bei Messungen zu geben. Spätere Entdeckungen bestätigten dies. Man entdeckte auf ihnen seltsame, feine Linien, die man später als mit anderen in dem Bau zusammenhängend fand. In keiner der andern Pyramiden befinden sich solche Eckpfeiler. Offenbar sind es diese, auf die Hiob (38:4-7) sich bezieht, wenn er sagt:
"In was wurden ihre Grundfesten eingesenkt? Oder wer hat ihren Eckstein gelegt?''



Der Grossen Pyramide wird mehr Beachtung geschenkt
Colonel Vysc veröffentlichte drei ziemlich umfangreiche Bände unter dem Titel:
,,Operations at thc Pyramids of Gizeh" (Arbeiten bei den Pyramiden von Gizeh); dieselben riefen großes Interesse hervor und regten andere zu weiteren Forschungen an. Im Jahre 1859 gab John Taylor ein Werk heraus unter dem Titel: ,,The Great Pyramid: why was it built? and wha built it ?" (Die Große Pyramide; warum und von wem wurde sie gebaut?) Er war der Erste, der den Gedanken aussprach, die Pyramide könne vielleicht göttlichen Ursprungs sein. Kurz vor seinem Tode vermochte er Professor C. Piazzi Smyth, Schottland, für dieses Bauwerk zu interessieren.

Im Jahre 1864-1865 brachte Professor Smyth mehrere Monate bei der Großen Pyramide zu. Er stellte zahlreiche Messungen und astronomische Berechnungen an, die er in drei Bänden mit dem Titel; ,,Life and Work at the Great Pyramid" (Leben und Arbeit bei der Großen Pyramide) veröffentlichte. Ferner schrieb er: "Our Inheritance in the Great Pyramid" (Unser Erbe in der Großen Pyramide). Auch später besuchte er die Pyramide noch öfters, um weitere Messungen anzustellen und sich von der Richtigkeit der frühern zu überzeugen; seine astronomischen Berechnungen erfuhren in der Folge in einigen Punkten kleine Verbesserungen.

William Petrie, der Vater von Professor Flinders Petrie, kam zuerst auf den Gedanken, daß der "Giebelstein", der an sich eine kleine Pyramide bildete, die Gestalt und Winkel für den Gesamtbau bestimmte, in gewissem Sinne Christus darstellen könne. In Hiob 38:4-7 ist der ,,Eckstein" erwähnt und Jesus sagte zu den Pharisäern: "Habt ihr nie in den Schriften gelesen; Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden" (Matthäus 21:42). Mit diesen Worten nahm Jesus offenbar auch Bezug auf Psalm 118:22 und Jesajas 28; 16. Es ist leicht ersichtlich, wie zutreffend diese Bemerkung auf den Giebelstein der Pyramide paßt. Dieser paßte während der Erbauung der Pyramide nirgends hin, aber als der Gipfel erreicht war, paßte kein anderer Stein als dieser und er wurde zum Haupt und Schlußstein.

Um das Jahr 1881 herum gab Professor Flinders Petrie, nachdem auch er die Pyramide erforscht und umfassende Messungen, vorwiegend der oberen Teile der Pyramide vorgenommen hatte, sein denkwürdiges Werk "Thc Pyramids and Temples of Gizeh" (Die Pyramiden und Tempel von Gizeh) heraus. Auch er schilderte voller Begeisterung den meisterhaften Bau, die Dichte der Verbindungen der Steine untereinander, die Genauigkeit der einzelnen Winkel, die in dem ganzen Bau zutage tritt. Obige Bücher sind nicht mehr erhältlich und sind leider nur noch in einigen Privatbibliotheken zu finden.

Im Jahre 1893 erschien ferner ein Buch des bekannten amerikanischen Schriftstellers C. T. Russell, unter dem Titel: "Dein Königreich komme". Professor P. Smyth's Werk "Unser Erbe in der Großen Pyramide" hatte einen derartig tiefen Eindruck auf ihn gemacht, daß er den theologischen Lehren, die in der Pyramide enthalten sind, ein Kapitel in seinem oben erwähnten Buche widmete. Ein Freund, der von dieser Absicht hörte, ersuchte ihn um die Erlaubnis, das Manuskript dieses Kapitels über die Große Pyramide vor seiner Drucklegung Professor Smyth zur Durchsicht vorlegen zu dürfen, was auch geschah. Professor Smyth sandte das Manuskript mit einem Brief zurück, aus dem wir folgendes hier anführen:

"Je mehr ich mich in diese Blätter vertiefte, kamen mir das Können und die Eigenart des Verfassers zum Bewußtsein und es gab nicht wenige Betrachtungen, von denen ich gern das Reproduktionsrecht hätte, um unter Namensangabe in meinem nächsten Werke über die Große Pyramide dieselben anzuführen ... Ich bemerke ferner noch, daß der Verfasser, was die chronologischen Ausführungen über die verschiedenen Teile der Pyramide anbetrifft, vorzügliche und neue Gedanken zum Ausdruck bringt; insonderheit gilt dies von der ersten aufwärtsführenden Passage mit dem granitenen Pflock, an der großen Gallerie, die das Leben Jesu darstellt, dem Parallelismus zwischen der Königskammer, die in Granit enthält, was in der Stiftshütte in Gold dargestellt ist und von der allgemeinen Bestätigung und wunderbaren Übereinstimmung der Bibel und der Großen Pyramide."

Das Buch "Dein Königreich komme" erregte in der Folge einerseits wiederum das lebhafteste Interesse von Professor Dr. med. John Edgar und seines Bruders Morton Edgar von Glasgow, Schottland. Diese beiden bedeutenden Forscher beschlossen, die von Pastor Russell aufgestellten Theorien an Ort und Stelle persönlich einer genauesten und kritischen Prüfung zu unterziehen. Mit den besten und modernsten wissenschaftlichen Instrumenten ausgerüstet besuchten sie die Pyramide im Jahre 1909 und brachten dann zusammen viele Monate dort zu, wo sie mit unermüdlichem Fleiß ihre Studien betrieben und Messungen vornahmen, sowie die Aufzeichnungen der vorgängigen Forscher Colonel Vyse, Professor Smyth und Petrie nachprüften.

Ueberdies ließen sie die unteren Gänge mit beträchtlichen Kosten selbst vom Schutt säubern und nahmen genaue Messungen von sämtlichen Gängen, Kammern und Winkeln vor, die sie in manchen Fällen dreimal überprüften, um ja jeden Irrtum zu vermeiden. Viele photographische Blitzlicht-Aufnahmen von allen Teilen der inneren Passage wurden gemacht, ebenso wurde das Äußere und die Umgebung der Pyramide auf das sorgfältigste gemessen und photographiert.



Mr. Morton Edgar besuchte in der Folge die Pyramide nochmals in den Jahren 1912 und 1914, um gewisse Züge, die nicht völlig klar waren, noch sorgfältiger zu prüfen. Die Ergebnisse dieser beiden aufopfernden Forscher sind in dem bedeutendsten Pyramidenwerk "Great Pyramid Passages" (Gänge der Großen Pyramide) in drei Bänden zusammengefaßt. Der erste enthält zahlreiche Photographien, Zeichnungen und Pläne und erklärt den Symbolismus der Pyramide; der zweite behandelt hauptsächlich die chronologischen Züge, und der dritte befaßt sich mit den in diesem Wunderbau verborgenen wissenschaftlichen Lehren.

Diese 3 Bücher müssen ohne weiteres zu den gründlichsten und hervorragendsten Abhandlungen gezählt werden, die jemals über die Große Pyramide geschrieben wurden.
Mit der gütigen Zustimmung und unter bester Verdankung an Herrn Morton Edgar sind wir in der glücklichen Lage, dem geschätzten Leser des "G. Z," einige dieser Illustrationen vorlegen zu können



Datum ihrer Erbauung
Professor Smyth war der erste, der auf den Gedanken kam, daß der Erbauer der Pyramide möglicherweise das Geheimnis des Datums ihrer Erbauung in ihrer geometrischen Lage und dem Neigungswinkel der Passagen niedergelegt haben könnte. Seine erste Berechnung ergab das Jahr 2170 v. Chr.; doch bei späterer Nachprüfung und Nachmessungen erwies sich das Jahr 2140 v. Chr. als das richtige Datum. Das Jahr 2140 v. Chr. war nur 332 Jahre später als die Sintflut und 18 Jahre nach dem Tode Noahs und zwanzig Jahre nach der Geburt Abrahams. Sem, der Sohn Noahs, wird von einigen Geschichtsforschern für den König Melchisedek von Salem, dem spätem Jeru-Salem, gehalten, der Abraham segnete, als dieser auf dem Rückweg in seine Heimat war, nachdem er die Könige, die den ersten "Völkerbund" gebildet hatten, geschlagen hatte (l. Mose 14). Es wird angenommen, daß Sem, der König Melchisedek, auch der Erbauer der Pyramide gewesen ist und diese Annahme ist in verschiedener Hinsicht nicht unbegründet.

Vor 4064 Jahren oder im Jahre 332 nach der großen Flut können sich die Grenzen der bewohnten Gegenden der Erde im Osten nicht weit über Mesopotamien, und im Norden vielleicht bis an die Küsten des Kaspischen- Schwarzen- und Mittelländischen Meeres, und im Süden bis nach Unterägypten ausgedehnt haben. Die Verkehrsmittel waren noch beschränkt und die Länder waren nicht dicht bevölkert. Was kann man damals von der Größe und Gestalt und der geographischen Einteilung der Erde gewußt haben?

Was wußte man von der Entfernung der Sonne von unserem Planeten, oder vom Vorrücken der Äquinoktien, von geographischen Breiten und Längen, von dem polarischen oder dem äquatorialen Durchmesser der Erde? Behalten wir diese Fragen im Sinn, wenn wir von den Geheimnissen der Großen Pyramide in der Folge mehr hören werden, denn sie sind in der Tat bedeutungsvoll zur Beantwortung der Frage über den Ursprung dieses unvergleichlichen Bauwerkes. - Zunächst wollen wir die auffallende Lage der ,,Bibel in Stein", wie Dr. Seiß die Pyramide so trefflich benennt, betrachten. Die hier beigegebene Illustration wird dabei hilfreich sein.



Im Jahre 1868 sandten die Vereinigten Staaten Amerikas Mr. Henry Mitchell, Chef des Küstenvermessungsamtes, nach Ägypten, um über die Arbeiten am Suezkanal Bericht zu erstatten. Bei dieser Gelegenheit nahm er eine Vermessung, der Küste Ägyptens vor und war überrascht von der kreisförmigen Gestalt der Küstenlinie des Nildeltas. Er stellte eine sorgfältige Untersuchung an und fand einen beinahe vollkommenen Viertelkreis, dessen Abschluß die das Unterland einsäumenden Hügelketten bildeten und in der Nähe von Kairo zusammen trafen. Bei genauer Messung fand er, daß die Große Pyramide genau die Spitze dieses natürlichen Winkels bildete. Seine Überraschung war nicht gering und mit Recht fragte er sich, wer der Schöpfer dieser erstaunlichen Anlage sei. Dieses majestätische Bauwerk steht auf einer felsigen Hochebene und überblickt ganz Unterägypten. Mitchell war über diese Entdeckung so erstaunt, daß er erklärte; ,,Diese Denksäule befindet sich in einer wichtigeren geographischen Lage als irgend ein anderes von Menschen errichtetes Bauwerk". Man kann sagen, daß es im Mittelpunkt und gleichzeitig an der Grenze Ägyptens steht. Vor 2500 Jahren schrieb der Prophet Jesaja: "An jenem Tage wird inmitten des Landes Ägypten ein Altar dem Herrn Jehova geweiht sein, und eine Denksäule nahe an seiner Grenze dem Jehova; und das wird zu einem Denkzeichen und zu einem Zeugnis sein dem Jehova der Heerscharen im Lande Ägypten." - Jesaja 19:19, 20.



Professor Smyth machte die Beobachtung, daß, eine Längengradlinie durch die Große Pyramide gezogen, mehr Land der Erdoberfläche durchschneiden würde als irgend eine andere solche Linie, während ihr Antipode, mit Ausnahme des westlichen Teiles von Alaska, sehr wenig Land berührt. Er erklärte darum, daß dieser Zentralpunkt für alle Nationen der geeignetste sei als der Mittelpunkt der Welt bezeichnet zu werden, denn auch eine die Pyramide durchschneidende Breitengradlinic würde mehr Land berühren als irgend eine andere. Was wußte wohl Sem von einer so wichtigen geographischen Lage, und wie konnte er sie beim damaligen Stand der Wissenschaft herausfinden?

 
Quadratur des Kreises und Maß-System
Einer der ersten wissenschaftlichen Züge, der in der Großen Pyramide entdeckt wurde, war, daß sich ihre Höhe zu der Länge von zwei ihrer Seiten an der Grundlinie (Basis), wie l zu 3.14159 verhält, oder mit andern Worten; die zwiefache Höhe als Durchmesser eines Kreises betrachtet, verhält sich zur ganzen Basis wie der Durchmesser des Kreises zum Kreisumfang. So wurde also tatsächlich vor 4000 Jahren das Problem der Quadratur des Kreises gelöst und dort niedergelegt. Wer kannte in jener Zeit das Problem der Quadratur des Kreises? Die Wissenschaft beweist uns, daß nicht einmal die griechischen Naturphilosophen, noch auch die griechischen Mathematiker die Lösung kannten, und dennoch finden wir sie in diesem Wunderbau.

Erst anfangs des sechzehnten Jahrhunderts fand Rudolf von Ceulen, daß sich das Verhältnis des Durchmessers eines Kreises zu seinem Umfang wie l zu 3,14159 verhält. Diese Entdeckung erschien ihm so bedeutsam, daß er sie auf seinem Grabstein in der St. Peterkirche in Leyden geschrieben haben wollte. Aber sie - war bereits 3800 Jahre vor seiner Geburt in dem gewaltigen Steinzeugen niedergelegt worden.

Lange Zeit haben die Mathematiker versucht, ein Maßsystem zu finden, das von allen Völkern angenommen werden könnte. In der Annahme, dasselbe müsse in gewissem Zusammenhange mit der Erde stehen, nahm man schließlich die Entfernung des Erdquadranten (vom Pol zum Äquator) und dividierte sie mit 10 000 000. Das Ergebnis 39.37 Zoll wurde als Grundlage für eine allgemeine Elle angenommen. Dieses Maß wurde im Jahre 1799 von Frankreich angewendet und später auch noch von ändern Staaten. Dieses System ist als das metrische System zur Längenmessung bekannt.

Nach sorgfältigen, gründlichen Berechnungen, die auf Vergleiche und von zahlreichen Messungen begründet waren, entdeckte Professor Smyth, daß die Große Pyramide ihr eigenes Längen- und Ellenmaß besaß. Er fand, daß ihre Elle 25 Zoll mißt und nannte sie Pyramidalelle. Der Pyramidalzoll ist ein Tausendstel länger als der britische Zoll; mit ändern Worten: tausend brit. Zoll ergeben 999 Pyramidalzoll. Bei der Anwendung dieses Maßes war er erstaunt über die Fülle der Erkenntnis, die es erschloß. Der Polardurchmesser der Erde war nach britischen Meilen berechnet, als 78.993 Meilen oder 500.500.500 Zoll befunden worden. Ohne hier auf nähere Einzelheiten eingehen zu wollen, möchten wir sagen, daß die Große Pyramide die Länge der Erdachse als 500.000.000 Pyramidalzoll angibt, was fast genau 500.500.500 brit. Zoll beträgt. Indem wir dies durch 2 teilen, um den Polarradius kennen zu lernen, erhalten wir 250.000.000 Pyramidalzoll als Basis, Diese Zahl durch 10.000.000 dividiert, erhalten wir 25 Pyramidalzoll oder eine Pyramidalelle. Dies ergibt einen besseren Maßstab als der auf den Erdquadraten gegründete. Die Pyramidalelle spielt überhaupt eine bedeutsame Rolle in den mathematischen und astronomischen Zügen der Großen Pyramide.

Zahl der Tage eines Sonnenjahres
Die genaue Länge des Sonnenjahres beträgt 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden, oder als Dezimalbruch ausgedrückt; 365.242 Tage, Gewöhnlich rechnet man das Jahr zu 365 Tagen, in Wirklichkeit aber ist es um einen Vierteltag länger. Deshalb wird jedem vierten Jahr, dem sogenannten Schaltjahr, ein Tag hinzugefügt. Dies ist aber wiederum ein kleiner Bruchteil zu viel, da ein Jahr nicht ganz um einen Vierteltag länger ist. Um dies wiederum auszugleichen, werden nur solche Jahrhundertjahre als Schaltjahr betrachtet, die durch 400 teilbar sind. Wir erinnern uns vielleicht, daß das Jahr 1900 kein Schaltjahr war; die Zahl 1900 ist wohl durch 4 teilbar, aber nicht durch 400.

Die Länge jeder Seite der Großen Pyramide beträgt an ihrer Basis 761 Fuß, 8 Zoll oder 9.140 brit. Zoll. In Pyramidalzoll umgerechnet (von jedem 1000 ein Zoll abgezogen) ergibt 9.131. Diese Zahl durch 25 geteilt, um Pyramidalellen zu bekommen, ergibt 365,24, Die vier Seiten nach Ellen berechnet, ergeben genau die Zahl der Tage von vier Jahren einschließlich des einen Tages für das Schaltjahr.

Entfernung der Erde von der Sonne
Die Astronomen haben die Entfernung der Erde von der Sonne auf 91.000.000 bis 93.000.000 Meilen berechnet. Wir zitieren hier eine Stelle "aus "Pyramid Passages", Vol. I., p. 22:

"Die Tatsache überdenkend, daß die Große Pyramide die genaue Länge des Sonnenjahres angibt, verband William Petrie, der Vater von Prof. Flinders Petrie dies mit John Taylors Entdeckung, daß die Scheitelhöhe der Pyramide gleich der Länge des Radius eines Kreises ist, dessen Umfang dem Gesamtmaß der Grundfläche der Pyramide gleich kommt. Er kam dabei zu dem Schlüsse, daß, wenn der Gibelstein der Pyramide von diesem Gesichtspunkt aus die Sonne darstellt, ihre Scheitelhöhe irgendwie die mittlere Entfernung der Sonne von der Erde angeben müsse.

Die Aufgabe war nun, den Maßstab zu finden. Er nahm an, daß derselbe 10 zu neun sei (oder mathematisch ausgedrückt 10"), da die Pyramide dieses Maß selbst anzeigt. Denn wenn von einem der Eckpfeiler bis zur senkrechten Zentralachse dieses Bauwerkes gemessen wird, und für jede 10 Längenfuß horizontal nach innen, 9 Längenfuß vertikal nach oben gemessen werden, so wird schließlich, genau gemessen, der ursprüngliche Scheitelpunkt der Pyramide bis auf 2 Zoll innerhalb erreicht. Das heißt; die horizontale Länge von einem der Eckpfeiler bis zum Mittelpunkt verhält sich zur senkrechten Höhe der Pyramide wie 10 zu 9 (6.456,61 Pyramidalzoll zu 5.813,01 P.Z.= 10:9). Nachdem das Maßverhältnis gefunden war, war es ein einfaches Rechenexempel, auszurechnen, wieviele Meilen in der senkrechten Höhe der Pyramide dargestellt sind.

,,Indem er die 5.813,01 Pyramidalzoll durch Dividieren mit 999 in brit. Zoll umrechnete und mit 10° (d. i. l.000.000.000) multiplizierte und das Ergebnis in brit. Meilen umwandelte, erhielt er 91.837.578 Meilen als mittlere Entfernung der Sonne von der Erde; was mit den neuesten Berechnungen der Astronomen in vollkommener Übereinstimmung ist."

Das gleiche Ergebnis wurde auch mit andern Berechnungen erzielt.

Das Vorrücken der Äquinoktien
Schon seit langem haben die Astronomen erkannt, daß sich unser Sonnensystem im Kreislaut durch das Universum befindet; Jehova fragte Hiob; "Kannst du die Bilder des Tierkreises hervortreten lassen zu ihrer Zeit?" (Hiob 38 : 32) Dieser Lauf durch den Weltenraum wird als das Vorrücken der Äquinoktien oder Tag- und Nachtgleichen bezeichnet. Man nimmt an, daß die Länge dieses Kreislaufes 25.694 Jahre ist. Auch das fand Prof. P. Smyth in der Pyramide angegeben. Die Längen der beiden Diagonalen der Pyramide auf der Basis, auf der die Decksteine ruhen, betragen 25.697 Pyramidalzoll - ein Zoll für ein Jahr gerechnet, ergeben 25.697 Jahre.

Die Theologie der Großen Pyramide
Wir möchten die Aufmerksamkeit all derer, die die Inspiration der Bibel nicht anerkennen, auf einige beachtenswerte Züge der Großen Pyramide und ihrer Lehren auf theologischem Gebiete lenken. Diese werden allen denen, die die Überwaltung der menschlichen Angelegenheiten durch einen persönlichen Gott bezweifeln, interessant sein. Dem demütigen Christen, der im Glauben wandelt und um vermehrtes Licht für seinen Pfad bittet, werden sie zur Ermunterung gereichen. Suchende und verzagte Herzen werden mit neuer Hoffnung erfüllt werden, wenn sie hören, daß der, der einst in Galiläa dem Sturm und den Wellen Stille gebot und mit seinem Wort die Naturgewalten bezwang, bald mit derselben Autorität den jetzt über den Erdkreis daherfegenden Sturmwettem ein "Friede! Sei stille!" zurufen wird. Dann werden sich die wilden Leidenschaften bebend vor dem gebieterischen Zuruf legen und gehorchen. - Psalm 46 : 10.

Damit der geschätzte Leser sieht, daß die hierin gegebenen Darlegungen und Messungen nicht auf bloßen Vermutungen beruhen, führen wir nachfolgend noch einen Abschnitt aus dem Werk "Pyramid Passages" an:

"Die auf der Pyramidenkarte angegebenen Maße sind in der Hauptsache den Werken von Prul P. Smyth und Flinders Petrie entnommen; ,,Life and Works at the Great Pyramid" und "The Pyramids and Temples of Gizeh". Wenn wir bedenken, unter welchen Schwierigkeiten in den engen, dunkeln, schlüpfrigen Gängen der Pyramide; die Messungen gemacht werden mußten, können wir wohl verstehen, daß, wie sorgfältig und genau diese Forscher auch bei ihrer Arbeit zuwege gingen, ihre Ergebnisse doch da oder dort geringfügige Abweichungen aufweisen können . . Wenn wir die Maße dieser beiden hervorragenden Gelehrten miteinander vergleichen, finden wir, daß die meisten ihrer Messungen des oberen Teiles des Innern der Pyramide ganz unbedeutende Unterschiede aufweisen und auch die Ergebnisse unserer eigenen Messungen stimmen ziemlich genau mit den ihrigen überein. Deshalb sind wir gewiss, daß die Berechnungen so genau sind, wie es nur möglich ist. Sie bringen Übereinstimmung in alle Lehren der Pyramide und werden wieder und wieder durch die zahlreichen Zeitangaben bestätigt, die auf die biblische Chronologie gegründet sind; sowohl durch die innere Einrichtung wie durch die äußere Gestalt offenbart dieser Wunderbau einen großartigen Plan. Sämtliche Maße sind in brit. Zoll angegeben."

Alle unsere Meßinstrumente sind nach dem britischen Maß-System geeicht; aber diese können leicht in Pyramidalzoll umgerechnet werden, indem, wie vorerwähnt, 999 Pyramidalzoll für 1.000 brit. Zoll gerechnet werden, oder mit andern Worten: Ziehe von jedem 1.000 brit. Zoll einen ab, dann hast du die Zahl der Pyramidalzoll.

D. D. J. Seiss weist in seinem Werk "Miracle in Stone' (Das Wunder in Stein) viel auf den in der Pyramide zum Ausdruck gebrachten biblischen Symbolismus hin. Und der bekannte Schriftsteller C. T. Russell widmet in seinem Buche "Dem Königreich komme" der wunderbaren Harmonie zwischen der Bibel und. der Großen Pyramide in theologischer wie in chronologischer Beziehung ein ganzes umfangreiches Kapitel. Wir bringen hier eine Skizze des Innern der Pyramide im Durchschnitt und eine Vergrößerung der Passagen oder Gänge mit einigen Maßangaben der drei erwähnten Gelehrten.

Die Gänge im Innern der Pyramide stellen in symbolischer Sprache die Geschichte der Menschheit von Adam an dar. Ein Blick auf den Abriß ... zeigt, daß sich der einzige Eingang auf der Nordseite etwa 70 Fuß über der Grundfläche befindet. Die Eingangspassage ist 42 Zoll breit und 48 Zoll hoch und führt südwärts mit einer Neigung von 26° 18' 10" abwärts,

Der Abstieg in diesem schmalen Gang ist schwierig und gefährlich. So waren auch die Erfahrungen, die die Menschheit seit dem Verlust des Paradieses durchkosten mußte. Adam besaß vollkommene Lebenskraft und stand in der Gunst seines Schöpfers. Diese Gunst verlor er in dem Augenblick seiner Gesetzesübertretung, denn nun wurde das Urteil über ihn verhängt: ,,Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zur Erde". Das wird hier durch den schmalen, mühseligen, abwärtsführenden Gang trefflich dargestellt und auf diese Weise der abwärtsführende Lauf des Menschengeschlechtes dargestellt.

Ungefähr an dem Punkte, wo der abwärtsführende Gang in den Naturfelsen einmündet, beginnt die erste aufwärtsführende Passage, die im gleichen Neigungswinkel nach oben steigt, wie der abwärtsführende Gang nach unten führt.



Das stellt eine Gelegenheit dar, den abwärtsführenden Pfad des Todes zu verlassen und wieder zum Leben und zur Gnade bei Gott emporklimmen zu können. Wir wissen, daß Gott die Kinder Israel aus allen Völkern auserwählte und am Berge Sinai einen Bund mit ihnen schloß, daß sie ewiges Leben erhalten sollten, wenn sie sein Gesetz halten würden (Lukas 10:28). Wenige Fuß weiter oben ist dieser Weg durch einen granitenen Pflock vollständig gesperrt. Dieser ist so genau und dicht in den Gang eingerammt, daß es unmöglich ist, ihn zu entfernen. Dieser Steinblock ist als der ,,granitene Pflock" bekannt. In der Stiftshütte in der Wüste und im Tempel in Jerusalem wurden die göttlichen Dinge durch Gold dargestellt. In der Pyramide stellt Granitstein die göttlichen Dinge dar. Den unvollkommenen Juden war es unmöglich, das vollkommene göttliche Gesetz zu halten, darum konnten sie die durch das Gesetz gebotene Gelegenheit zu ihrer Errettung nicht ergreifen. Dieser Bund "war durch das Fleisch kraftlos" (Römer 8:3). Das ist in der Absperrung des ersten aufwärtsführenden Ganges durch den "Granitpflock" dargestellt. Der Granitpflock stellt das göttliche Gesetz dar. Durch seine Lage in dem Gange bezeichnet er das genaue Jahr, wo Moses die Kinder Israel aus Ägyptenland führte und sie zu einem von allen übrigen Nationen abgesonderten Volk organisierte. Wir kommen später noch darauf zurück.

Der abwärtsführende Lauf der Menschheit
Die Juden bewegten sich ebenso auf dem abwärtsführenden Gang wie die übrigen der Menschheit (Römer 3:20), Der enge, schlüpfrige, in den Felsen eingehauene und pfeilgerade Pfad führt 228 Fuß weit abwärts. An diesem Punkt befindet sich rechts eine kleine Öffnung, der sogenannte "Brunnenschacht", der zunächst ein wenig westwärts, dann aber in beinahe rechtem Winkel ungefähr 200 Fuß weit aufwärts führt und sich an seinem oberen Ende mit dem Knotenpunkt der drei aufwärtsführenden Gänge verbindet. Dieser "Schacht" ist sehr unregelmäßig und führt stellenweise fast senkrecht in die Höhe, so daß es unmöglich ist, ohne Hilfe darin hinaufzusteigen. Ursprünglich bildete er den einzigen Aufstieg zu dem oberen Teil der Pyramide. Hiermit ist offenbar eine Gelegenheit dargestellt, dem abwärtsführenden Weg des Todes zu entrinnen. Das kann nur ein Bild oder eine Darstellung von dem Erlösungsopfer Christi sein.

Unterhalb dieses Brunnenschachtes führt die abwärtsführende Passage in gerader Richtung noch etwa 30 Fuß weiter abwärts, dann macht sie eine Biegung und führt horizontal weiter. Dieser Richtungswechsel ist so gelegen, daß er die Zeit der großen Reformation durch Luther angibt. Die horizontale Strecke führt ungefähr 20 Fuß weit bis zu einer kleinen in den Felsen gehauenen "Nische" von sechs Qf. Größe und 50 Zoll Höhe. Dies bezeichnet, in Pyramidalzoll gemessen, genau das Jahr 1789 und stellt die französische Revolution dar.

Von dieser "Nische" aus führt der Gang wieder vier Fuß weiter und mündet in den sogenannten "Abgrund", dem größten Raum in der Pyramide. Derselbe mißt auf der Ost- und Westseite annähernd 46 Fuß, dagegen auf der Nord- und Südseite nur 27 Fuß, und seine Höhe beträgt vom Boden bis zur Decke 1-17 Fuß, sofern man überhaupt von einem Fußboden reden kann, denn derselbe ist rauh und uneben und bildet ein wirres Durcheinander. Im Westen mißt der Raum zwischen Fußboden und Decke kaum einen Fuß; auf der Ostseite hingegen senkt sich der Boden und bildet einen unheimlichen Schacht von unbekannter Tiefe. Dieser war beinahe ganz mit Schutt angefüllt. Die Pyramidenforscher Edgar ließen ihn bis in etwa 40 Fuß räumen, sie fanden jedoch nichts, was der Kosten und der Mühe wert gewesen wäre, weiter zu graben. Die Bezeichnung "bodenloser Abgrund" für diesen Schacht scheint sehr passend zu sein. Die Nordseite des Abgrundes bezeichnet das Jahr 1914, in dem die ganze Welt in einen "Abgrund'' hineintaumelte, in dem sie sich jetzt noch befindet.

Alle durch die Bohrarbeiten dieses mehr als 280 Fuß langen, abwärtsführenden Ganges, sowie durch die Ausgrabung der "Nische" und des "Abgrundes" erzeugten Schuttmassen mußten durch den engen aufwärtsführenden Gang befördert werden. Wie mühsam und langwierig muß diese Arbeit in den engen Räumen gewesen sein. Es konnte nur ein Mann auf einmal arbeiten und in den Felsen bohren, und es erfordert außerordentliche Geschicklichkeit und präzise Arbeit zur Innehaltung so gerader Linien.



Zweifellos sind diese unterirdischen Ausgrabungen vollendet worden, ehe der Oberbau begonnen wurde. Der "Abgrund" befindet sich ungefähr 100 Fuß unter der Oberfläche des Felsens, auf dem die Pyramide ruht.



Versuchen wir einmal, uns in die Pyramide hineinzudenken, so wie sie ursprünglich von ihren Erbauern verlassen worden war. Wir befinden uns auf dem zum Tod hinführenden Weg und können nicht mehr rückwärts, denn die Nachkommenden drängen vor. Nun erreichen wir die untere Mündung des "Brunnenschachtes" und treten zur Seite.


Wir ergreifen die uns dargebotene Hilfe von oben, und klimmen mit ihrem Beistand in die Höhe. Sowie wir am obern Ende angelangt sind, gelangen wir vom Westen her in den großen Gang der Pyramide, in die sogenannte Große Gallerie. Wir blicken nach Osten. Die Große Gallerie führt aufwärts in scheinbar unbekannte Höhen; ein anderer Gang führt unmittelbar unter der Großen Gallerie in horizontaler Richtung nach Süden,


und zu unserer Linken ist das obere Ende des ersten aufwärtssteigenden Ganges, der unten durch den Granitpflock versperrt ist. Alle drei Gänge treffen bei dem "Brunnenschacht" zusammen. Aufmerksam Umschau haltend, gewahren will, daß die Große Gallerie etwa 150 Fuß steil emporsteigt, und .zwar im gleichen Neigungswinkel wie die erste aufwärtsführende Passage. Die Breite dieses Ganges (der Gr. Gallerie) ist am Fußboden 42 Zoll, erweitert sich aber oberhalb der "Rampe" bis auf sieben Fuß; aber dann verengen sich die Wände wieder durch siebenmaliges Übereinandergreifen der Steine, bis in einer Höhe von 28 Fuß die Decke wieder 42 Zoll breit ist. Am Südende schließt die Gallerie jäh ab, aber nicht senkrecht, da an ihren beiden Enden die Wände siebenmal übereinandergreifen. Bekanntlich spielt die Zahl Sieben in der Bibel eine bedeutsame Rolle; dasselbe ist in der Pyramide der Fall.

Werfen wir nun einen Blick auf die Mündung des "Brunnenschachtes". Es sieht gerade so aus, als ob hier einmal eine Explosion stattgefunden hätte, als ob diese Öffnung gewaltsam gemacht worden wäre. Das erinnert uns an das Wort des Apostels Petrus; "Den hat Gott aufgeweckt, nachdem er die Wehen des Todes aufgelöst hatte, wie es, denn nicht möglich war, daß er von demselben behalten würde." - Apostelgeschichte 2 : 24.

Christus brachte Leben und Unvergänglichkeit ans Licht (2. Timotheus 1:10). Er eröffnete einen Weg, auf dem einige zu unsterblichem Leben im Himmel gelangen können, und andere eine Gelegenheit zu ewigem Leben auf Erden als menschliche Wesen geboten wird. Die Große Gallerie stellt den Pfad des Christen zu Unsterblichkeit, himmlischer Herrlichkeit und Ehre dar. Der Weg dahin ist schmal, steil und mühselig, und doch hoch, d. h. voller Freude und Hoffnung.

Wunderbarerweise bezeichnet die Länge der Großen Gallerie die Zeit zwischen dem ersten und zweiten Advent Christi.
Die Illustration ... wird uns zu einem bessern Verständnis verhelfen. Am obern Ende grenzt der steile Boden plötzlich an einen drei Fuß hohen Tritt und führt in einen kurzen, horizontalen Gang. Fünf Fuß von dem Südende der Großen Gallerie entfernt erweitert sich dieser zu dem sogenannten "Vorzimmer". Hier ist wiederum das Jahr 1914 klar angedeutet und in Verbindung damit das Jahr 1925, auch ein von der Bibel als bedeutsam, angegebenes Jahr.

Die Königs- und die Königinkammer
der Durchgang vom südlichen obern Ende der Großen Gallerie ist 42 Zoll breit und 48 Zoll hoch, und das "Vorzimmer" ist um ein weniges breiter als der Gang, etwa 10 Fuß lang, 12 ½ Fuß hoch und ist in zwei ungleiche Abteilungen geteilt. Um durch den Gang in dieses Vorzimmer eintreten zu können, muß man sich tief bücken. Aber unmittelbar nach dem Eintritt steht der Besucher unter granitner Decke. Das bedeutet, daß jeder, der in den Dienst Gottes eintritt, sich ihm weiht, sich zuerst unterwerfen, beugen muß unter die mächtige Hand Gottes, dann aber des besonderen göttlichen Schutzes teilhaftig wird.

Aber nun kann er scheinbar nicht weiter; denn er steht vor einem großen granitnen Block. Um weiter zu kommen, muß man sich nochmals tief bücken. Dies illustriert trefflich die Nachfolge Christi; "Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, kann nicht mein Jünger sein" (Lukas 14 ; 27). So wie man sich bückt, um das Kreuz aufzunehmen, das heißt: unter diesem herabhängenden granitnen Block durchzugehen, tritt man auf granitnen Fußboden. (Siehe Illustration.) Nun hat man einen göttlichen Stand, einen festen Grund, sowie eine göttliche Bedeckung. "Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Schöpfung", diese Tatsache wird hier schon dargestellt. Dieses "Vorzimmer" kann auch als "Schulzimmer" bezeichnet werden, in dem sich der Christ auf die zukünftige Herrschaft mit Christo vorzubereiten hat (Offenbarung 3:21); denn wahrend des Restes seines Lebens befindet er sich nun in der Schule Christi.

Das nochmalige tiefe Niederbücken stellt den Tod der menschlichen Natur dar, denn "Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht ererben." Dieser zweite niedrige Gang führt in die Königskammer, ein prächtiger Raum, der trefflich den Thronsaal - die göttliche Natur und Unsterblichkeit - darstellt. Es ist dies der schönste Raum in der Pyramide. Auf der Nord- und Südseite mißt er annähernd 17 Fuß, auf der West- und Ostseite 34 und seine Höhe beträgt 19 Fuß. Der Fußboden, die Wände und die Decke sind ganz aus poliertem Granit.

Von der Nord- und der Südwand aus führen zwei Luftkanäle, die schräg nach oben bis an die Außenseite des Raumes des Baues laufen; durch sie wird frische Luft in das Innere geleitet. Damit wird auf eine Wohnmöglichkeit hingewiesen, ein schönes Symbol der Stätte, die Christus für seine Herauswahl zubereiten verhieß; "Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten"; und "wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Throne zu sitzen" (Johannes 14:l-3; Offenbarung 3;21). So drückt die Pyramide in ihrer symbolischen Sprache die Worte des Apostels Paulus aus, da er sagt; " ... zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christo Jesu." - Philipper 3:14.

Zu dem untern Ende der Gallerie zurückkehrend, gelangen wir zu der südwärts laufenden horizontalen Passage, die unmittelbar unter dem Boden der Großen Gallerie beginnt. Auch dieser Gang ist 42 Zoll breit und 48 Zoll hoch und scheint die eigentliche Fortsetzung des ersten aufwärtsführenden Ganges zu sein, und die Große Gallerie scheint gewissermaßen ein zwischen hinein geschobenes Werk darzustellen. Wir denken daran, daß Gott den Juden mit dem Gesetz eine Gelegenheit zur Erlangung des Lebens anbot, die sie nicht ergreifen konnten, und in der Zwischenzeit ein anderes Werk an der Herauswahl aus allen Nationen hinausführte. Wenn später das Volk Israel durch den "Brunnenschacht" emporklimmen wird, d. h. in der Auferstehung eine neue Gelegenheit des Lebens erhalten wird, wird Gott ein Werk der Wiederherstellung an ihnen tun und durch sie an allen übrigen Nationen. Paulus sagt in seinem Briefe an die Römer gerade das, was die Pyramide in symbolischer Sprache verkündet: "Denn ich will nicht, Brüder, daß euch dieses Geheimnis unbekannt sei... Daß Verstockung Israel zum Teil widerfahren ist, bis daß die Vollzahl der Nationen (die bestimmte Zahl der zu himmlischer Herrlichkeit Berufenen) eingegangen sein wird; und also wird ganz Israel (von seiner Verstocktheit und Blindheit) gerettet werden, wie geschrieben steht; Es wird aus Zion der Erretter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden; und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde." - Römer 11 :25-27

Dieser Gang ist in seinen ersten sechs Siebenteln, also etwa in einer Länge von 108 Fuß gleichmäßig 48 Zoll hoch; bei dem letzten Siebentel des Ganges senkt sich plötzlich der Fußboden um 21 Zoll, sodaß man durch dieses letzte Stück des zur Königinkammer führenden Ganges bequem aufrecht gehen kann. Die Königinkammer ist ein eigenartiger siebenseitiger Raum, an der Nord- und Südwand 17 Fuß und an der Ost- und Westwand 18 Fuß lang;

Von den senkrechten, fünfzehn Fuß hohen Nord- und Südseiten erhebt sich ein Giebeldach, unter dessen Spitze der Raum eine Höhe von 20 Fuß mißt. Auch dieser Raum ist mit Luftkanälen versehen, womit gleicherweise auf eine Wohnstätte hingedeutet ist. Die Wände sind mit Marmor bekleidet, ein schönes Symbol der vollkommenen menschlichen Natur. "Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land ererben!" (Luth. Übers: "das Erdreich besitzen".)

Der Apostel Petrus, der in seiner großen Pfingstpredigt den Plan Gottes erklärt, sagt; " . .. welchen freilich der Himmel aufnehmen muß bis zu den Zeiten der Wiederherstellung den Mund 'seiner heiligen Propheten (und durch die Große Pyramide) von jeher geredet hat" (Apostelgeschichte 3:21). Es ist bedeutsam, daß der Boden der Königinkammer nur um ein Weniges höher ist als der Eingang zur Pyramide, und sich in gleicher Höhe mit dem Punkte auf dem Fußboden des ersten aufwärtsführenden Ganges befindet, der die Geburt Jesu anzeigt, der als vollkommener Mensch geboren wurde. Man beachte auch den Zusammenhang zwischen den drei ersten Kapiteln des I. Buches Mose und den drei letzten Kapiteln der Offenbarung.

Adam verlor die Vollkommenheit der menschlichen Natur, vollkommenes menschliches Leben, und eine irdische Herrschaft. Er verlor nichts Himmlisches. Folglich können ihm keine himmlischen Zustände, Leben oder Herrschaft in himmlischen Örtern wiederhergestellt werden.

In dem in sieben Siebentel geteilten, zur Königinkammer führenden Gang ist der ganze Lauf der Menschheit, während ihrer großen "Woche der Zulassung der Sünde" dargestellt, - sechs Tage der Mühe und Arbeit, und darauffolgend ein Tag der Ruhe und Wiederherstellung, wie uns das Gesetz Moses lehrt. Diese Tage des Menschengeschlechtes bestehen nicht aus 24 Stunden, sondern umfassen je tausend Jahre. Sechs Tage sind 6000 Jahre der Sünde und des Todes; ein Tag, 1000 Jahre ist der Tag der Wiederherstellung und Befreiung von Tod und Unvollkommenheit. Dies lehrt sowohl die geschriebene Bibel, wie die Große Pyramide. Beide erzählen von einer Zeit, wo die Sünde noch nicht gekannt war; beide zeigen, daß wiederum eine Zeit kommen wird, wo man keine Sünde kennen wird, außer daß man sich ihrer erinnert, wie eines schrecklichen Alpdrückens der Vergangenheit. Beide lehren, daß des Menschen Erfahrung mit der Sünde und dem Tode, so furchtbar sie auch war, unter Gottes Überwaltung ihm doch zum höchsten, zukünftigen Wohl dienen soll, und daß jeder, der nur will, in die Gunststellung Gottes zurückkehren kann. Bibel und Pyramide sind in so vollkommener Übereinstimmung miteinander, daß kein vernünftiger Mensch daran zweifeln kann, daß der Geist, der den einen Plan erdachte, auch der Urheber des anderen sein muß, denn beide bezeugen dasselbe.

Prophetische Chronologie der Großen Pyramide
In einem Brief an Professor Smyth erklärte Mr. Robert Menzies, ein junger Schottländer, der zuerst auf die biblischen Züge der Pyramide aufmerksam machte, folgendes;

"Vom Anfang der Großen Gallerie im Norden, nach oben zu gemessen, beginnen die Jahre des Lebens Jesu - je ein Zoll für ein Jahr; 33 Zolljahre führen daher gerade zur Mündung des "Brunnenschachtes".

Dieser Gedanke führt zu der weiteren Annahme, daß, wenn die nördliche Wand der Großen Gallerie die Geburt Christi, und die Mündung des "Brunnenschachtes'' seinen Tod darstellen, die Maße, die nördlich von der senkrechten Nordwand festzustellen sind, die Jahre, die vor Christi liegen, darstellen, und die Maße südlich dieser Linie die Jahre nach Christi. Professor Smyth entschloß sich, diese Behauptung einer kritischen Untersuchung zu unterziehen.

Damit die Übereinstimmung zwischen den biblischen Daten und den Maßen der Pyramide mit einem Blick übersehen werden kann, geben wir hier einen kurzen Auszug chronologischer Daten aus der Bibel. Die Bibel enthält einen zusammenhängenden Bericht von Adam bis zum ersten Jahre des Cyrus, des Königs von Persien. Von diesem Datum an ist der biblische Bericht nicht mehr chronologisch zusammenhängend. Das "erste Jahr des Cyrus" war das Jahr 536 v. Chr. Das ist in Übereinstimmung mit dem Bericht der Weltgeschichte, die von da an zuverlässig wird. Die Tatsache, daß der biblische Bericht vollständig ist, bis er sich mit dem weltgeschichtlichen vereinigt, ist ein Beweis der göttlichen Überwaltung.

Indem wir also mit dem ersten Jahre des Cyrus, als dem Jahre 536 v.Chr. beginnen, verfolgen wir den biblischen Bericht zurück bis auf Adam. Im 2. Buche der Chronika, 36:20-22 heißt es: "Und die vom Schwerte Übriggebliebenen führte er (Nebukadnezar) nach Babel hinweg; und sie wurden ihm und seinen Söhnen zu Knechten, bis das Königreich der Perser zur Herrschaft kam; damit erfüllt würde das Wort Jehovas durch den Mund Jeremias, bis das Land seine Sabbathe genossen hätte. Alle die Tage seiner Verwüstung hatte es Ruhe, bis siebzig Jahre voll waren. Und im ersten Jahre Cyrus, des Königs von Persien, damit das Wort Jehovas durch den Mund Jeremias erfüllt würde, erweckte Jehova den Geist Cyrus, des Königs von Persien; und er ließ. einen Ruf ergehen durch sein ganzes Königreich, und zwar auch schriftlich, indem er sprach .. ." Hier folgt der Erlaß, der den Juden die Erlaubnis erteilte, nach Jerusalem zurückzukehren. Das Land hatte seine siebenzig Jahre Verwüstung hinter sich, und die Zeit war herbeigekommen, da sie Gott wieder heimkehren ließ, wie er verheißen hatte, "wenn siebenzig Jahre voll sind" (Jeremia 25:11-12). Diese siebenzig Jahre der Verödung sind nicht mit der "Gefangenschaft" der Juden zu verwechseln. Jüdische Gefangene waren von 617 bis zu 454 v. Chr. In Babylon, also mindestens während 150 Jahren.

Die biblische Chronologie
Das erste Jahr des Cyrus, das Ende der 70 Jahre der Verödung des Landes . . . 536 v. Chr.
Anfang der 70 Jahre der Verödung des Landes 606"
(Dies war das 19. Jahr der Regierung Nebukadnezars; - Jeremia 51:12, 13.)
Zedekias Regierung begann 11 Jahre früher, (2. Chronika 36 : 11) oder . ..... 617 "
Jojakim (2. Chron. 36;5) 11 Jahre früher, oder 628"
Josia (2. Chronika 34:1) 31 Jahre früher, oder 659 "
Amon (2. Chronika 33:21) 2 Jahre früher, oder 661 "
Manasse (2. Chron. 33;l) 55 Jahre früher, oder 716"
Jehiskia (2. Chron. 29;l) 29 Jahre früher, oder 745 "
Ahas (2. Chronika 28: l) 16 Jahre früher, oder 761 "
Jotham (2. Cronika 27 ; l) 16 Jahre früher, od, 777 "
Ussija (2. Chronika 26; l) 52 Jahre früher, od. 829 "
Mamzja (2. Chronika 25:1) 29 Jahre früher, od, 858"
Joas (2. Chronika 24:1) 40 Jahre früher, oder 898 "
Athalja (2. Chronika 22:12) 6 Jahre früher, od. 904 "
Ahasja (2, Chronika 22:2) l Jahr früher, oder 905 "
Joram (2. Chronika 21:20) 8 Jahre früher, od, 913 "
Josaphat (2. Chron. 20;31) 25 Jahre früher, od. 938"
Asa (2. Chronika 16:13) 41 Jahre früher, oder 979 "
Abija (2. Chronika 13:2) 3 Jahre früher, oder 982 "
Rehabeam (2. Chron. 2:13) 17 Jahre früher, od. 999"
Salomo (2. Chronika 9:30) 40 Jahre früher, od. 1039 "
David (l. Chronika 29:27) 40 Jahre früher, od. 1079 "
Saul (Apostelgesch. 13:21) 40 Jahre früher, öd, 1119"
Die Periode der Richter begann 450 Jahre früher (Apostelgeschichte 13:20), oder 1569"
Die Eroberung des Landes begann 6 Jahre früher, oder 1575 "
(Diese Periode finden wir, wenn wir 4. Mose 33:3; 9:1; 10:11; 13:1-3, 25, 26; 32:8; Josua 14:5-7, 10 miteinander vergleichen.)
Die Eroberung des Landes begann mit dem Übergang des Jordan 1575 "
(Von diesem Jahre an begannen die Juden ihre Jubeljahre zu zählen; jedes 50. war ein Jubeljahr. - 3. Mose 25 : 1-30.)
Die Juden zogen aus dem Land Ägypten 40 Jahre früher, oder 1615 "
(5. Mose 8 ; 2. Dieses Datum ist in der Pyramide besonders hervorgehoben.)
Gott schloß einen Bund mit Abraham 430 Jahre früher, oder 2045 "
(2. Mose 12 ; 40-42; Galater 3 : 17. Abraham war 75 Jahre alt, als er nach Kanaan kam; im gleichen Jahre wurde der Bund mit ihm geschlossen (1. Mose 12:4-7; Apostelgeschichte 7:4). Abrahams Geburtsjahr wäre somit 75 Jahre früher, also 2120 v. Chr. - 20 Jahre nach der Erbauung der Pyramide.)
Unmittelbar nach dem Tode seines Vaters zog Abraham nach Kanaan, oder 2045 "
Das Jahr der Sintflut 2472 v. Chr.
(427 Jahre vor dem Tode Tarahs, des Vaters Abrahams. - l. Mose 11; 10-32.)
Von der Flut bis zur Erschaffung Adams waren 1656 Jahre, oder 4128 "
(l. Mose 5; 1-29; 7:6; 8: 13.)
Von Adam bis einschließlich dem ersten Jahre des Cyrus verflossen 3592 Jahre. Mit andern Worten; Das erste Jahr des Cyrus war das Jahr 3592 nach Adam.
3592 plus
536 v. Chr.
plus 1924 n. Chr.
sind gleich 6052 Jahre von Adams Erschaffung bis heute. Wenn Adam dem göttlichen Gesetz gegenüber gehorsam geblieben wäre, so würde er heute noch als kräftiger, gesunder Mann von 6052 Jahren leben, mit der verlockenden Aussicht auf zukünftige herrliche Zeitalter, die er, als ein in jeder Hinsicht vollkommener, ewig junger Mensch durchleben würde.

Unser Gregorianischer Kalender stimmt, wie zugegeben wird, um 15 Monate nicht. Jesu wurde ungefähr am l. Oktober 2 v, Chr. geboren, also 1 ½ Jahr vor dem Zeitpunkt, den unser Kalender dafür angibt. Der Januar 1924 sollte also eigentlich der fünfte Monat von 1925 sein. Die Alten begannen das Jahr im Herbst, wie denn auch die Juden heute noch ihr Neujahr in dieser Jahreszeit Feiern.

Mr. Menzies kam daher der Wahrheit sehr nahe, wenn er die Mündung des "Brunnenschachtes" als den Tod Christi bezeichnend annahm. Insbesondere stellt diese die Auferstehung Jesu dar. Obwohl sein Tod und die Auferstehung im gleichen Jahre stattfanden, finden wir, daß manchmal der ,,Brunnenschacht" und manchmal die Nordwand der Großen Gallerie das Jahr 33 n, Chr. bezeichnet. Da Jesus im Frühjahr starb, beträgt seine Lebenszeit nach dem Kalender nur 32 ¼ Jahre; zählt man aber 15 Monate hinzu, so sehen wir, daß sein Alter 33 ½ Jahre war

Die Pyramide im Jahre 2140 v. Chr. erbaut
Wie bereits erwähnt, haben die genauesten, astronomischen Berechnungen ergeben, daß die Lage der Großen Pyramide in Verbindung mit dem Neigungswinkel der abwärtsführenden Passage das Jahr 2140 v. Chr. als das Jahr der Erbauung angeben. Die Pyramide bestätigt selbst dieses Datum. Siehe Abbildung.



Indem wir die senkrechte Linie der Nordwand der Großen Gallerie als den Tod Christi im Jahre 32 ½ n. Chr. darstellend annehmen, messen wir zurück, durch die erste aufwärtsführende Passage bis hin zu dem Punkte, wo ihr Fußboden den Fußboden des abwärtsführenden Ganges schneidet. Die Entfernung beträgt 1545 britische oder 1543,50 Pyramidalzoll, Wenn wir davon 32,25 (Jahre n. Chr.) abziehen, kommen wir auf 1511,25 (Jahre vor Chr.). Der Schneidepunkt der beiden Fußböden stellt somit das Jahr 1511,25 v. Chr. dar. Wenn wir die abwärtsführende Passage nach aufwärts messen, bemerken wir zwei feine Linien, auf jeder Seite der Mauer eine der andern genau gegenüber und im rechten Winkel zum Fußboden. Die Entfernung bis dahin mißt 628,75 britische oder 628,25 Pyramidalzoll. Diese Zahl zu den 1511,25 zugezählt, erhalten wir 2139,50 Pyramidalzoll als Entfernung von dem Punkt, der die Geburt Christi markiert bis zu diesen feinen Linien. In Jahren ausgedrückt, bedeutet dies die Mitte des Jahres 2140 vor Christi. Es ist interessant, daß um Mitternacht der Herbst- Tag- und Nachtgleiche des Jahres 2140 v. Chr. diese beiden Linien direkt auf die Plejaden hinwiesen, die von einigen Astronomen, besonders von dem berühmten v. Mädler, als Zentralpunkt des ganzen Universums, also als den Thron Gottes, betrachtet werden, während gleichzeitig in jener Nacht das Drachengestirn, das Symbol Satans, in die abwärtsführende Passage hinunterblickte. So hat der Erbauer der Pyramide die Zeit ihrer Errichtung unwiderleglich angegeben.

Auszug der Juden aus Ägypten im Jahre 1615 v. Chr.
Die erste aufwärtsführende Passage bezieht sich fast ausschließlich auf die Juden und Gottes Handlungsweise mit ihnen als Volk. Wir können sie darum das "jüdische Zeitalter" nennen. Die Große Gallerie hingegen befaßt sich ausschließlich mit der Herauswahl und kann darum das "Evangelium-Zeitalter" genannt werden. Beide haben ihre bestimmten Anfänge und Enden. Der "Granitptlock" am untern Ende des "jüdischen Zeitalters" bezeichnet, daß es den Juden unmöglich war, das Gesetz zu halten und seine Länge in Verbindung mit diesem Gange zeigt die genaue Zahl der Jahre, in denen Gott mit diesem Volke handelte.



Vorstehende Illustration hilft zu einem besseren Verständnis, Die Entfernung von der Nordwand der Großen Gallerie bis zum untern Ende des Granitptlockes beträgt 1470,75 britische Zoll. Der Pflock allein ist 178 Zoll lang. Wenn man den Pflock herausziehen könnte, so daß sein oberes Ende dort zu liegen käme, wo jetzt das untere ist, so erhielte man eine Gesamtlänge von 1648,75 britischen oder 1647,25 Pyramidalzoll; davon die 32,25 Jahre n. Chr. abgezogen, erhalten wir das Jahr 1615 v. Chr., wo Gott begann, mit den Juden zu handeln und sich ihrer, als eines Volkes, annahm. Es ist, wie wir aus der im ... ,,G. Z," gebrachten Chronologie gesehen haben, das Jahr, da Moses die Kinder Israel aus Ägyptenland führte und sie zu einem Volk organisierte. Am Berg Sinai schloß er einen Bund mit ihnen - "durch die Hand Moses" (3. Mose 26:45, 46). Durch ihren Führer, Moses, ließ er ihnen sagen: "Denn ein heiliges Volk bist du Jehova, deinem Gott; und dich hat Jehova erwählt, ihm ein Eigentumsvolk zu sein, aus allen Völkern, die auf dem Erdboden sind." - 5. Mose 14:2.

Kurz vor der Kreuzigung Jesu wurde das Volk Israel aus der Gunst Gottes verworfen (Matthäus 23:38-39); und einmal aus der göttlichen Gnade gefallen, ging das jüdische Staatswesen bald zugrunde. Eusebius "Ecclesiastical History" sagt hierzu:

"Es gebührt sich auch auf alle die Begebenheiten hinzuweisen, die dank einer gütigen Vorsehung ihre Zerstörung um 40 Jahre nach dem an Christus begangenen Verbrechen hinausschob."

Und in Cornils "History of the Poeple of Israel" lesen wir;

"Am 15. Nisan, also im April des Jahres 73 n.Chr., am ersten Tage des Osterfestes, an dem Tage, da nach der Überlieferung der Gott Israels sein Volk aus der Knechtschaft Ägyptens in die Freiheit führte, fiel das letzte Bollwerk der Freiheit dieses Volkes, das nun neuerdings der Knechtschaft zum Opfer fiel."

Diese Tatsache wird in der Großen Pyramide durch die erste aufwärtsführende Passage dargestellt. Überhaupt zeigt dieser Gang zahlreiche Begebenheiten aus der Geschichte des Volkes Israels; doch fehlt es uns an Raum, sie hier alle aufzuzählen.

Wie wir bereits gesehen haben, deutet der Punkt, wo die beiden Gänge sich schneiden, das Jahr 1511,25 v.Chr. an. Wir messen nun in dem abwärtsführenden Gang von diesem Punkte an nach abwärts. Nach 3037,50 Zoll hört die abwärtsführende Richtung dieser Passage auf und der Weg wird eben, was auf einen Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit hindeutet. Der Fußboden dieser horizontalen Strecke trifft nicht genau mit dem Boden des abwärtsführenden Ganges zusammen; denn der letztere hört 2,75 Zoll unter der Fläche des horizontalen Fußbodens auf. Der Schneidepunkt befindet sich somit um 2,75 Zoll höher, als das unterste Ende der Passage. Wenn wir diese 2,75 Zoll abziehen, (3037,50-2,75) erhalten wir 3034,75 brit. oder 3031,75 Pyramidalzoll. 3031,75 Jahre weniger 1511,25 (v. Chr.) führt zu 1520,50 n. Chr. Wir wissen, daß im Mai 1521 n.Chr., also in Wirklichkeit 1520,50, Martin Luther vor dem Reichstag in Worms erschien; und im selben Jahre wurde der päpstliche Bann gegen Luther erklärt. Dies war die Ursache, daß sich das Christentum in zwei Teile - Katholiken und Protestanten - teilte. Hier - hundert Fuß unter der Oberfläche des Grundfelsens für mehr als 3600 Jahre verborgen - wurde in Stein geschrieben die große Spaltung der Christenheit mit genauer Zeitangabe, wann sie geschehen würde, niedergelegt, Wie konnte Sem wissen, was im Jahre ) 520 n. Chr. geschehen würde?

Die letztvergangenen 50 Jahre werden oft das "Zeitalter der Wunder" genannt. Innerhalb dieses Zeitraumes haben die Völker auf allen wissenschaftlichen Gebieten mehr Erleuchtung empfangen, sind mehr Erfindungen und Verbesserungen auf technischem Gebiet gemacht worden als je zuvor in der ganzen Menschheitsgeschichte. Noch niemals hat es solche Gelegenheiten zur allgemeinen Bildung und Schulung für das allgemeine Volk gegeben, wie wir sie heute haben, und die Menschen erfreuen sich größerer Annehmlichkeiten des Lebens, ja haben auch weit größeren Luxus als je zuvor. Und fast alle diese Dinge sind Errungenschaften der letzten fünfzig Jahre. Woher kommt das wohl? Hören wir ein kleines Geschichtchen als Beispiel:

Die Mutter mußte auf unbestimmte Zeit verreisen und ließ ihre beiden Kinder von 10 und 12 Jahren zurück; sie hatten ihr versprochen, in der Zeit ihrer Abwesenheit den Haushalt so gut wie möglich zu besorgen. Aber es dauerte nicht lange, so sah man überall, daß die Mutterhand fehlte. Ach, wie ersehnten die Kinder doch die Rückkehr der Mutter!

Eines Tages, als die Kinder in der Schule waren, kam sie zurück und begann sogleich, die gute Ordnung und Behaglichkeit in ihrem Heim wiederherzustellen. Dann ging sie aus, um einiges zu besorgen. Währenddem kehrten die Kinder heim und nachdem sie einen Blick in die Küche getan hatten, jubelten sie: "Die Mutter ist wieder da!" Wie konnten sie dieses wissen? Sie hatten sie ja noch gar nicht erblickt. Sie erkannten überall die Hand ihrer Mutter, die wie "ein Dieb in der Nacht" zurückgekehrt war und deren Gegenwart nun deutlich zu erkennen war. Genau so sehen wir heute die Dinge in der Welt. Der große Wiederhersteller ist gegenwärtig und bereitet nun die verheißenen Segnungen vor, die über alle Geschlechter der Erde kommen sollen. Seine Getreuen, sie erkennen ihn mit dem Geistesauge an den wunderbaren Geschehnissen und Veränderungen der Gegenwart.

Christi Wiederkunft im Jahre 1874
Die Prophetie der Heiligen Schrift beweist, daß Jesus im Jahre 1874 "wie ein Dieb" zurückkehren würde. Obwohl die Welt seit jener Zeit ihren gewohnten Lauf weiter ging, haben seitdem doch bemerkenswerte Veränderungen stattgefunden. Die Jünger fragten ihren Meister; "Was ist das Zeichen deiner Gegenwart (in der gewöhnlichen Übersetzung fälschlich mit Ankunft übersetzt) und der Vollendung des Zeitalters?" (Matthäus 24:3.) Darauf antwortete er ihnen und gab ihnen weitere Beweise seiner Gegenwart. Es werden sein Kriege, Pestilenz, Hungersnöte, Erdbeben, Bedrängnis der Nationen, allgemeine Ratlosigkeit und Furcht vor bevorstehenden Dingen. Die mächtigen Reiche der Welt, das große Bild, von dem Daniel in Daniel 2 : 44-45 berichtet, würden in Stücke zerschlagen werden und es würde eine Zeit der Verwüstung sein. - Jesaja 13:4-13. Dieselbe Prophezeiung ist in der Pyramide zu finden und sogar der Zeitpunkt angegeben. (Siehe Illustration.)

Laßt uns wieder sehen, was die Pyramide dazu sagt. Vom obern Schneidepunkt bis zum äußersten Ende der abwärtsführenden Passage sind 3037,50 Zoll. Die Länge der horizontalen Strecke bis zum "Abgrund" mißt 350,75 Zoll, das sind zusammen 3388,25 britische oder 3384,75 Pyramidalzoll. Ziehen wir davon die 1511,25 v.Chr. Jahre ab, so erhalten wir 1873,50 oder in gerader Zahl ausgedrückt; 1874 Jahre. Wieviel leichter kann man sich in einem Räume wie dem genannten "Abgrund" bewegen, als in dem dahinführenden engen Gange. Man kann dies mit dem Anfang des "Zeitalters der Wunder" vergleichen, wo so große Veränderungen in den Verhältnissen der ganzen Welt eintraten. Wer über fünfzig Jahre alt ist, vergleiche einmal die Verhältnisse seiner Kindheitstage mit denen unserer Zeit.

Alle diese großen Veränderungen, dieses Hindrängen nach günstigeren Lebensverhältnissen sind Beweise dafür, daß der Herr in die Angelegenheiten der Erde eingegriffen hat. Es sind "die Zeichen seiner Gegenwart."

Der Weltkrieg im Jahre 1914
Der "Abgrund" stellt eine große Veränderung der Angelegenheiten der Welt in verschiedener Hinsicht dar. Was man auch über das Zeugnis der Großen Pyramide denken mag, diesen Umschwung der Dinge in den letzten fünfzig Jahren muß jedermann wahrnehmen und zugeben. Angenommen, die abwärtsführende Passage hätte ihre Richtung nicht verändert, sondern wäre in gerader Linie bis zur Nordkante des ,,Abgrundes" weitergegangen, so müßten wir von dem Punkte der Biegung an, zu den 3037,50 Zoll noch 391,25 Zoll dazumessen, erhielten also die Summe von 3428,75 britische oder 3425,25 Pyramidalzoll; die 1511,25 Jahre v Chr. abgezogen ergeben 1914 n Chr., das Jahr, an dem der große Weltkrieg seinen Anfang nahm. Hier taumelten die Nationen in den "bodenlosen Abgrund" hinein, aus dem zu entrinnen die Aussichten täglich geringer werden.

Die senkrechte Linie der Nordkante des Abgrundes, die sich in gleicher senkrechter Linie mit der Südwand der Großen Gallerie befindet, zeigt das Jahr 1914 an. Wenn wir die ganze, etwa 200 Fuß lange senkrechte Linie (siehe Abbildung) als das Jahr 1914 bedeutend betrachten und dann wieder von der Nordwand des Abgrundes den horizontalen Gang bis zur Nordseite des Gelasses messen, erhalten wir 126,75 Zoll oder Jahre. 126 Jahre vor 1914 ist 1788. Wir erinnern uns, daß die französische Revolution im Jahre 1789 ausbrach, obwohl sie wie ein heraufziehendes Gewitter schon vorher bemerkbar war.

Doch wenden wir unsere Aufmerksamkeit wieder den oberen Teilen der Pyramide zu. Wir haben hier einen Abriß der Großen Gallerie und der "Stufe" an ihrem obern Ende.



Wir beginnen bei der senkrechten Linie des Nordendes der Großen Gallerie, denn das Evangelium-Zeitalter nahm seinen Anfang erst nach dem Tod und der Auferstehung Christi - zu Pfingsten des Jahres 32,25 n. Chr. Die Länge der Großen Gallerie bis zur senkrechten Linie der Südwand gradeaus durch die "Stufe" oder den Tritt gemessen beträgt 1883,25 britische oder 1881,25 Pyramidalzoll. Zu dieser Zahl die 32,25 Jahre zugezählt, bringt uns zu 1913,50 oder 1914 n. Chr. Im August dieses Jahres brach der Weltkrieg aus. Wir haben oben schon gesehen, daß eine senkrechte Linie von der Nordwand des Abgrundes, die ebenfalls das Jahr 1914 darstellt, gezogen, genau die Südwand der Großen Gallerie schneidet, die wiederum das Jahr 1914 darstellt. Das schroffe Aufhören der Großen Gallerie deutet auf einen plötzlichen Umschwung in den Erfahrungen der Kirche sowohl als der Angelegenheiten der Welt. Vergleiche Offenbarung 3:14-18.

Das letzte jüdische Jubeljahr im Jahre 1925 n. Chr.
Um die Bedeutung, die die Heilige Schrift dem Jahre 1925 beimißt, verstehen zu können, müssen wir noch kurz das jüdische Gesetz betreffs des Jubeljahres betrachten. In 3. Mose 25 finden wir dieses Gesetz, das das Volk Israel zu halten verpflichtet war, ausführlich dargelegt. Diese Gesetze waren Vorbilder von bessern, zukünftigen Dingen, wie der Apostel in l. Korinther 10:11 erklärt. Das Gegenbild muß darum einen viel höheren Sinn haben als das Vorbild und dort beginnen, wo sein Vorbild aufhört. Kurz zusammengefaßt war das Jubeljahrgesetz folgendes: Von der Zeit an, da die Kinder Israel das Land Kanaan betraten, mußten sie die Jahre zählen; und jedes siebente Jahr sollte ein Sabbat- oder Ruhejahr sein, jedes fünfzigste Jahr ein Jubeljahr. Während des Jubeljahres mußte jeder jüdische Sklave freigegeben, jedes Stück Land seinem vorigen Besitzer oder dessen Erben zurückerstattet werden. In jedem fünfzigsten Jahre wurde das ganze Volk frei und alle kamen wieder in gleichen Besitz - ein Vorbild der ..Wiederherstellung aller Dinge", von der Petrus geredet hatte. - Apostelgeschichte 3:21.

Weil die Juden ihre verordneten Sabbate nicht gehalten hatten, wurden sie in die Gefangenschaft nach Babylon geführt, und ihr Land verödete; "alle die Tage seiner Verwüstung wird es ruhen, was es nicht geruht hat in euren Sabbaten, als ihr darin wohntet" (3. Mose 26 : 35). Mit anderen Worten, weil die Juden das Jubeljahrgesetz nicht gehalten hatten. Gott hatte eine bestimmte Anzahl vorbildlicher Jubeljahre festgesetzt, die vergehen mußten, ehe das Gegenbild eintrat; und diese Zahl ist siebzig. (Siehe 2. Chronika 36; 21; Jeremia 25:11-12, 29:10; Daniel 9:2.) Jeder Jubeljahrzyklus umfaßte fünfzig Jahre. 70X50 =-3500. 3500 Jahre mußten also von dem Eintritt in das Land Kanaan bis zur Erreichung des Gegenbildes vergehen. Im Frühling des Jahres 1575 v, Chr. überschritten die Kinder Israel den Jordan, und von diesem Zeitpunkte an begann ihre Zählung. Wenn also die 3500 Jahre im Jahre 1575 vor Christi zu zählen begannen, müssen sie im Jahre 1925 n. Chr. zu Ende sein. Somit wäre dieses Jahr das fünfzigste Jahr oder das letzte Jubeljahr des siebzigsten Zyklusses. Das Vorbild gelangt hier zum Abschluß.

Demzufolge sollten wir erwarten, daß mit dem Jahr 1926 das Gegenbild beginnt, daß dieses Jahr der Anfang des großen Jubeljahres der Erde sein wird, in dem jeder Nachkomme Adams, der da will, ein freier Mensch werden, in sein Erbteil, die Erde und zu der geistigen und körperlichen Vollkommenheit, die Adam besaß, allmählich zurückkehren kann. Dieses Gegenbild umfaßt nicht nur die Zeit von einem Jahre, wie das Vorbild, sondern wird tausend Jahre umfassen, während denen Christus das ihm übertragene, große Werk an der Menschheit hinausführen wird. Wenn dieses in der Großen Pyramide bestätigt ist, sollten wir es in Verbindung mit der Auferstehung, Himmelfahrt und Rückkehr Jesu zur Aufrichtung seines Reiches zu finden erwarten, auch nach Vollendung seines besonderen Werkes mit seiner Herauswahl, das durch den schroffen Abschluß der Großen Gallerie am Südende angedeutet ist.

Das Nordende der Großen Gallerie stellt den Tod Christi und das Ende des Gesetzesbundes im Jahre 32.25 n. Chr. dar (Kolosser 2:14-15). Der "Brunnen" stellt die Auferstehung Jesu dar, die am dritten Tage nach seiner Kreuzigung erfolgte. Die Wiederherstellungssegnungen stehen in engem Zusammenhang mit der Auferstehung Jesu Christi. Darum muß das Jahr 32,25 n. Chr., was durch die Lage des "Brunnens" angedeutet ist, den richtigen Ausgangspunkt für Zeitberechnungen bilden.

Die Messungen der Gänge sind immer in der Mitte der Fußböden vorgenommen, außer, wo dies besonders angegeben ist. Der ,,Brunnen" endet an der Seitenwand der Gallerie und befindet sich daher 21 Zoll von der Bodenmitte der Großen Gallerie entfernt. Die Mündung desselben ist rauh und uneben und etwa 26 Zoll weit; somit wäre die Mitte der Öffnung der rechtmäßige Ausgangspunkt für die Messungen. Diese Mitte ist 39 Zoll von der senkrechten Linie der Nordwand entfernt. Während die ganze Länge der Gallerie 1815,25 Zoll beträgt, zählen wir hier nur 1776,25 Zoll und zwar vom Nordende bis zur ,,Stufe". Die Mitte des "Brunnens" stellt also das Jahr 32,25 n. Chr. Dar, dazu rechnen wir die 21 Zoll bis zur Fußbodenmitte hinzu, dann die 1776,25 Zoll bis zur Stufe am obern Ende des steilen Bodens, sodann 36 Zoll an diesem Tritt empor, und schließlich die horizontale Fläche der "Stufe", 61 Zoll vom Rand derselben bis zur Südwand der Gallerte; also 32,25 + 21 + 1776,25 + 36 + 61 = 1926,50 britische oder 1924,50 Pyramidalzoll, oder 1924 ½ Jahre oder Mitte 1925 n. Chr.

Dies dürfte dahin gedeutet werden, daß bis zu diesem Zeitpunkt das besondere Werk des Evangelium-Zeitalters, die Herauswahl seines Eigentumsvolkes aus den Nationen, seinen Abschluß finden wird, und anschließend daran ein neues Werk für die Welt seinen Anfang nehmen wird. - Apostelgeschichte 15:14-17; Römer 11:25-26.

Um noch kurz die Genauigkeit der einzelnen Züge zu zeigen, erwähnen wir eine scheinbar ganz nebensächliche Begebenheit: Der Prophet Micha (5:2), bezeichnete Bethlehem als Geburtsort des Messias. Auf diese Weissagung wurde Herodes aufmerksam gemacht, als er sich nach dem Geburtsort Christi erkundigte (Matthäus 2 : 4-6). Doch schon lange vorher, ehe sich dort Menschen angesiedelt haben, hat die Große Pyramide auf die Stelle hingewiesen. Wenn wir die Breitengradlinie der Pyramide als Grundlinie betrachten und nach Nordosten zu eine Diagonale in derselben Schräge, wie der Neigungswinkel der Gänge ziehen (26 " X 18' 10"), so führt diese Diagonale direkt durch die Stadt Bethlehem hindurch. (Siehe Abriß.)



Die Entfernung von der Pyramide bis Bethlehem ist 233 Meilen. Auch diese Maßangabe finden wir im Innern der Pyramide bestätigt.

Wir müssen es hiermit genügen lassen, obwohl wir noch manch interessanten Zug der Großen Pyramide, der Bibel in Stein, anführen könnten. Es ist wahrlich, wie unser Meister sagte: "Wenn diese schweigen (oder zum Schweigen gebracht werden), so werden die Steine schreien!" (Lukas 19:40) und sie werden so laut und eindringlich schreien, daß auch das verhärtetste Gelehrtenherz schließlich ihre Sprache hören muß und es lernen wird, sich in Demut vor der Majestät und Weisheit eines Höheren zu beugen.

Als Antwort auf: Re: 8. 7. 1956 (Vor fünfzig Jahren) geschrieben von Drahbeck am 08. Juli 2006 03:34:06:

"Diese logischste aller Erklärungen des Grundes für den Bau der großen Pyramide von Gizeh würde also zeigen, daß sie gewiß nicht von denen errichtet wurde, die die wahre Anbetung Gottes, Jehovas, pflegten, sondern von Leuten, die der Astrologie, einer Kundgebung der Teufelsreligion, ergeben waren, und daß ihr Bau der Förderung dieser Religion diente."

Mit diesem Satz lässt der "Wachtturm" vom 15. 7. 1956 einen Artikel ausklingen.

Etwas weiter vor liest man im selben Artikel:
"Haben andere angenommen": hier schon mal einen Gedankenstrich machend. Diese "andere" bleiben im WT-Artikel, ziemlich bewusst, im Nebulösen. Lediglich in einer unscheinbaren Fußnote wird zugegeben. Bis zum Jahre 1928 gehörten auch die Bibelforscher zu diesen "anderen". Wollte man noch etwas genauer sein, müsste man sogar sagen; sie waren " d i e " "anderen".-

Wieder zum WT-Satz zurückkehrend:
"Haben andere angenommen, daß sie unter göttlicher Inspiration gebaut worden sei, ferner, daß vielleicht Melchisedek ihr Erbauer war und daß Gott sie als einen Steinzeugen zur Bestätigung der Bibel beschaffte. Männer wie John Taylor aus London, Professor Smyth und Dr. Edgar von Schottland vertraten die Ansicht, daß besonders die Maße der großen Pyramide und besonders die Maße ihrer inneren Gänge und Kammern von vielfacher biblischer Bedeutung waren."

Auch bei dieser Namensaufzählung ist auffällig, dass ein besonders wichtiger Name, auf dem das auch zutraf, der des Charles T. Russell, nicht genannt wird. Noch heute kann man im Band 3 der Russell'schen "Schriftstudien" seine diesbezügliche Pyramideneuphorie nachlesen. Der mit genannte John Edgar, kam erst nach Russell, und suchte durch allerlei Detailaufwand, letzteren zu bestätigen.

Und was den genannten Melchisedek anbelangt; so las man es im seinerzeitigen WTG-Buche "Der Weg zum Paradiese" etwas anders. Nach den dortigen Ausführungen sollte gar Sem der Sohn Noah's schon "Erbauer" jener wundersamen Pyramide gewesen sein.
Man vergleiche dazu mal eben genanntes Buch Seite 147 (oben)

Nun also mutierte die einst wundersame Pyramiden-Weisheit zur "Teufelsreligion". Diese Wandlung ist durchaus Exemplarisch zu nennen. Von den einst "wundersamen Wahrheiten" der Bibelforscher-Religion blieb auch auf anderen Feldern nur eine faktische "Teufelsreligion" übrig. Die WTG spricht sich mit dieser Vokabel ihr eigenes Urteil.

In der Tat hatte Rutherford in seinem Buch "Rüstung" (S. 235) den markigen Satz zu Protokoll gegeben :
"(Es) müssen weggeschafft werden, ebenfalls der Götzendienst der Anbetung von Geschöpfen, wie die Verehrung eines gestorbenen Führers, von hervorragenden Brüdern, Geistlichen oder 'erwählten Ältesten' oder Führer; ferner alle Götzen der 'Charakterentwicklung' und törichter Steckenpferde, wie die Pyramide in Ägypten, Chronologie die Kreuz-und-Kronen Abzeichen und ähnliche Dinge müssen ausgerottet und weggetan werden."

Um diese "Ausrottung" hat er sich dann tatkräftig bemüht. Das alles ändert indes nichts an dem Umstand, dass gerade in dieser Organisation (und in ihren Splittergruppen noch heute), auch die Pyramidologie fröhlichen Urstand feierte.

Zum weiterlesen zum Thema Pyramide:

Pyramidenthema

Ihre Zugrabetragung

Sie war durchaus mal ein wichtiges Werbemittel

Nochmals das Pyramidenthma

Ein Spinner vor dem Herrn

Ein Text der Frühzeit, der mehr zum Textende auch darauf mit eingeht

 

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