Ein Filmbericht
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 13. Mai 2008 10:49
über "einen großen Navigator"

www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0513/feuilleton/0038/index.html
Re: "Die Hochstapler "als DVD
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 13. Mai 2008 11:22
Zur Erinnerung:
Da gab es im Kinoprogramm auch mal einen Film mit dem Titel „Die Hochstapler".
Der Umstand dass er auch hier erwähnt wurde, bestand insbesondere darin, dass einer seiner „Hauptdarsteller" dem Zeugen Jehovas-Milieu zuzurechnen ist.

Jetzt ist zu vernehmen, selbigen Film soll es ab 20 Juni auch in einer DVD-Version zu kaufen geben.

Parsimony.22178

Parsimony.22382

Parsimony.22390

Unter anderem bei Amazon.de
Re: "Die Hochstapler "als DVD
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 20. Juni 2008 15:50
Wie bereits früher notiert, gibt es den Kinofilm „Die Hochstapler" jetzt auch als DVD (etwa bei Amazon.de).
Der Filmabspann weist selbigen als im Auftrage des Bayerischen Rundfunks gedreht 2006 aus. Ob selbiger je im Fernsehen lief, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich kenne nur die Kinovariante, respektive jetzt, die DVD.

Von den thematischen dort vorgestellten Beispielen, interessiert hier eigentlich nur im besonderen, der Fall des Peter G. (am Filmende, im Abspann, wird die Namensverkürzung übrigens aufgelöst. Da aber auch andernorts nur das Namenskürzel Verwendung findet, sei das hier beibehalten).
Auch einige andere Webseiten notierten dazu schon einiges. Etwa dieses:

Peter G (60)
Als Sohn von Zeugen Jehovas war Peter G. schon von klein auf an die Aquise gewöhnt. Doch er wollte nicht den Idealen dieser Sekte entsprechen, sondern sich eigenen Besitz anhäufen. Dabei geriet er schnell auf die falsche Seite des Gesetzes. Mit Scheckbetrug und Urkundenfälschungen brachte er auch Banken dazu, ihm auf den Leim zu gehen. Dafür hat er insgesamt 28 Jahre hinter Gittern gesessen.

Die Hochstapler

Seine Eltern waren Zeugen Jehovas, Weihnachten und Geburtstage wurden nicht gefeiert. Dafür hatten er und sein Bruder schon in frühen Jahren Kunden zu akquirieren.

Als er verkündete, dass er nicht, wie die Familientradition es vorsah, Heilpraktiker werden wollte, enttäuschte er seine Eltern über alle Maßen. Denn Peter G. wollte Geld verdienen und all das kaufen, was er nicht hatte: Autos, Kleidung, Freunde.

So entwickelte Peter G. jene Eigenschaften, die empfohlenermaßen einen Erfolgsmenschen ausmachen: Er wusste, wie man mit hohen Tieren umspringt, er gab niemals auf – selbst, wenn die Felle schon längst davongeschwommen waren.

Als Scheckbetrüger und Urkundenfälscher ist er durch Deutschland gezogen. Er lebte nach dem Motto „Lieber betrügen als betrogen werden". Mit dem Gesetz kam er so oft in Konflikt, dass die strafende Justiz über ihn verhängte, was sie normalerweise nur für Gewalttäter parat hat.

Vom eigenen Bruder verhaftet, kam Peter G. in Sicherungsverwahrung, um die Gesellschaft vor ihm zu schützen. ...

htp://www.flickr.com/photos/55391071@N00/374485133/

In seinem in diesem Film enthaltenem Statement, werden dem Sachkenner besonders zwei Aspekte ins Auge fallen.

1.) Sein familiäres Umfeld.
Sein familiäres Umfeld eine Familie aus dem Heilpraktiker-Mileu.
Vater und Großvater schon in diesem „Berufszweig" tätig, und auch der „hoffnungsvolle" Filius sollte diese Laufbahn einschlagen, was dann ja bekanntermaßen, grundlegend schief ging.

Ich werde im Rahmen der Referierung der „Goldenen Zeitalter"-Ausgaben, noch diverse male (im laufe der Zeit), auf das Thema Heilpraktikermileu mit zu sprechen kommen. Und ich nehme mir - partiell - auch die Freiheit, für einzelne diesbezügliche Fälle, eine deutliche Vokabel zu verwenden. Ein Wort nur, aber zu dem stehe ich auch. Und dieses Wort heisst:
Quacksalber.
Es ist durchaus kein weiter Schritt von religiösen, auch zum medizinischen Quacksalbertum.

Letztendlich ordnet der Fall Peter G. sich auch in diesem Kontext mit ein.

Der 2) Aspekt lässt sich mit einem Statement von ihm selbst verdeutlichen. Bezüglich seiner Kinder- und Jugendjahre meinte er selbige durch zwei Aspekten kennzeichenen zu können.

Aspekt 1) Es gab keine Liebe.

Aspekt 2) statt dessen gab es
die Bibel und Hiebe.


Sicherlich gerät nicht jeder der denn eine WTG-gesteuerte Erziehung erdulden musste, dann auf die schiefe Laufbahn als Hochstapler (für welches das Fallbeispiel ja von 1972 ab, mit 28 Jahren Haft bezahlen musste). Aber so abwegig sind die Konsequenzen, die sich in diesem Fall zeigen, auch nicht wieder.
Dazu ist die gesamte WTG-Erziehung zu extrem Organisations-Egoistisch ausgerichtet. Was gesät wird, das wird fallweise auch geerntet.

Der Fall „Peter G." interessierte letztendlich ja auch noch einen Filmemacher (der aber nicht Fritz Poppenberg hieß). Was wiederum auch kein Zufall ist. Hätte Herr Poppenberg auch je solche Fälle wie den Fall Peter G. aufgenommen, könnte er in meiner Achtung vielleicht etwas steigen. Da selbiger just jenes eben nicht tut (weder in Vergangenheit noch Gegenwart) habe ich für selbigen auch nur das Gegenteil von „Achtung" übrig.

Erinnert sei an den Selbstmordfall Vjekoslav Marinic. Im Vorfeld berichtete selbiger auch von Fällen, wo welche aus dem Zeugen Jehovas-Milieu in der buchstäblichen Gosse gelandet sind (abgesehen von seinem eigenen Fall). Auch das ist Resultat des extremen Organisations-Egoismus der WTG-Religion

Eine Tonprobe zum Fall Peter G.

Die Hochstapler

http://www.youtube.com/watch?v=DuWpCQgVZss

Re: Musskriterium
geschrieben von:  . +
Datum: 21. Juni 2008 02:19

"Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt"

Kap. 2 Seite 15 Abs. 10

picture: http://www.manfred-gebhard.de/ReFile0007-20.jpg

Die wahre Religion muß bewirken, daß die Menschen besser werden —
Sie muß bewirken, daß die Menschen, die ihr anhängen, ehrlich sind,
daß sie durch ihr rechtes Handeln von ihren Mitmenschen abstechen.
Würdest du das von einer Religion, durch die der Mensch in ein enges Verhältnis zu Gott gelangt, nicht erwarten?
Auch Gott sieht auf diese Dinge,
und sie sind entscheidend dafür , ob eine Religion von Gott gebilligt wird oder nicht.

Erfüllt die Wachtturm Gesellschaft dieses Musskriterium?

Re: "Die Hochstapler "als DVD
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 21. Juni 2008 06:48
Detail-Zitat aus dem seinerzeitigen Bericht des Vjekoslav Marinic (Marinic 1972 geb.):

Das Ehepaar, das mit meinen Eltern die Wachtturmschriften studierte, Zdenka und Dario Serazin, waren Sonderpioniere, wie Sondervollzeitverkündiger genannt wurden.

Später bekamen sie Kinder, die sie als Hindernis für ihren Gottesdienst betrachteten. Einen der Söhne Daniel, behandelte die Mutter besonders schlecht

Daniel, in der erfahrenen Ablehnung seiner Person, ist heute ein Krimineller und war schon wiederholt im Gefängnis u.a. Wegen Banküberfalls. Die Ehe von Dario und Zdenka scheiterte. So viel zum Thema Wirksamkeit der Wachtturmlehre.

Eine weitere Folge einer lieblosen, lebensverachtenden Behandlung durch Zeugen Jehovas, resultierte im Fall des ältesten Bruders von Judith Wolschner damit, dass auch er heute ein heimloser Stadtstreicher ist
.


Über sich selbst schrieb Mariinic unter anderem noch:

„Was bedeutete das für ein kleines Kind wie mich? Meine Bedürfnisse wurden verleugnet und ich wurde völlig überfordert: ständige Gehirnwäsche durch unverständliche Wachtturmdoktrin, der Zwang erwachsen, geistig und ernst sein zu müssen, den ganzen Tag ruhig sitzen, keine Ruhepausen, kein Spielen, keine Gemeinschaft mit Kindern.
Die psychische Überforderung, Nichtbeachtung von Bedürfnissen und ein maßlos übertriebener Ernst im Leben wurden ein unauslöschlicher Teil von mir....

Fazit für mein späteres Leben: Permanente Selbstüberlastung durch wahnhaften Perfektionismus und religiöser Fanatismus. Die wöchentlichen Zusammenkünfte waren eine Qual. Doch jeglicher Widerstand war zwecklos. ......

Als Folge davon bin heute ich ein ausgegliederter,unsozialer Einzelgänger, der sich nicht liebenswert fühlt, voller Schuldgefühle und Lebensangst. ...

Fernsehen war ein Werkzeug Satans. Selbst harmlose Filme wie "Pipi Langstrumpf" waren verboten wegen ihres unchristlichen Inhalts. Bei Fußballübertragungen durfte ich mich für keinen Verein begeistern, denn der Sport sei zersetzt von teuflischem Geist des Wetteifers. Sportvereine waren tabu, da man dort der vergifteten Atmosphäre der Welt ausgeliefert sei. Beim Spiel auf dem Hof mit den anderen Kindern aus der Straße war ich Außenseiter. .... Alles was Spaß machte,war verboten.


Jeder Fall ist selbstredend individuell. Und das es mit der Erziehung nicht so recht klappt, soll es auch andernorts geben. Indes jenes „andernorts" ist in diesem Kontext nicht das relevante Thema.

Ich sehe zwar einen Unterschied noch.
Die Eltern des Peter.G. sind soziologisch dem Mittelstand zurechenbar.
Marinic, und die von ihm geschilderten Fallbeispiele, soziolgisch eben nicht zum Mittelstand gehörend.

Und nun kann man „philosophieren", was den schwerer wiegt.
28 Jahre Haft in Folge der missratenen Erziehung, oder Selbstmord, wie im Fall Marinic.

Stinkend an allem ist vor allem die WTG mit ihren permanenten Überforderungen des Einzelnen, ohne wirklich deren Bedürfnisse echt zu berücksichtigen.
Ergo verdienen die WTG-Technokraten als die eigentlich Verantwortlich-Schuldigen bezeichnet zu werden!


Nachtrag:
Nun mögen sich einige damit „trösten". Das ganze sei ja der Knorr-Ära zuzuordnen, und die sei jetzt nicht mehr.


Falsch, grundlegend falsch!

Als solch einen WTG-Technokraten, der auch in der Gegenwart, Schuld - persönliche Schuld auf sich geladen hat, bezeichne ich, - namentlich -
beispielsweise den Herrn


Gerrit Lösch.

Schade nur, dass die Zeugen die Lehre einer Feuerhölle ablehnen.
Wäre es nicht so, würde ich nur eines wünschen, dass Herr Gerrit Lösch, in einer Feuerhölle, seine individuelle Schuld noch „abschmoren" muss!


Parsimony.23752

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