geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 14. September 2014 06:47
Im Zeitspiegel
Ohne mich als „Fan" des Herrn Besier zu sehen, was ich garantiert nicht bin, muß ich einem seiner letzten Voten zustimmen.
Das „Janusgesicht" Besier täte gut daran dieselben Kriterien auch in Bezug auf seine Geschäftsbeziehung zu den Zeugen Jehovas anzuwenden.

www.idea.de/nachrichten/detail/thema-des-tages/artikel/kirchlicher-widerstand-gegen-sed-regime-uebertrieben-dargestellt-82893.html
Re: Janusgesicht
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 14. September 2014 15:42
Noch eine Anmerkung zu Besier.
Am 11. Februar 1985 führte der damalige DDR-Chef Honecker, auch ein Gespräch mit Kirchenfunktionären der Evang. Kirche in Ostdeutschland. Gesprächsführer auf kirchlicher Seite war dabei der Bischof der sächsischen Region jener Kirche.
Soweit es die Ostdeutsche Kirchenpolitik bewertende westliche Literatur anbelangt, wird in der Regel, jenem Bischof bezüglich jenes Gespräches mit Honecker kaum ein relevanter Vorwurf gemacht. Mit einer Ausnahme allerdings. Und diese Ausnahme hört auf den Namen Besier.
Wann attackierte Besier jenen Bischof? Jedenfalls nicht zu der Zeit, als der Ostdeutsche Staat noch aktiv war. Seine „Besser-Wessi-Qualitäten" Qualitäten, entwickelte Besier - auch in diesem Falle - erst als der Ostdeutsche Staat bereits Vergangenheit war.
Was wirft er jenem Bischof im besonderen nun vor? Offenbar dieses.

Auch die Ostdeutschen Kirchenpolitiker wussten und praktizierten es auch, mit gekauften Subjekten lässt sich leichter umspringen. Dieser „Kaufvorgang" indes spielte sich schon im Jahre 1982 ab. Dazu verpasste man - der selbst vielfach gekaufte Herr Besier könnte es eigentlich aus eigener Erfahrung auch wissen -. Jedenfalls verpasste man jenem Bischof im Jahre 1982 eine Ehrendokorwürde, ausgesprochen von der Leipziger Universität.
Es versteht sich, so etwas passiert „nicht über Nacht". Das hat einen zeitlichen Vorlauf. Und die Details dazu lassen sich auch heute noch in der Aktenhinterlassenschaft des Ostdeutschen Staates nachweisen. Da mussten im Vorfeld erst mal einige „Ja und Amen" sagen. Auch solche von der Ostdeutschen Staatssicherheit. Aber eben nicht nur der.
Nun meint Herr Besier in einem seiner Opusse, (1995 erschienen) dort die Seite 554 auch einen Brief zitieren zu sollen, der just an jenem Bischof gerichtet gewesen ist. Der Briefschreiber bemängelte:
„Erlauben Sie mir, daß ich mich zur Ehrendoktorwürde durch die KMU-Leipzig an Sie äußere. In einer Zeit angespannter Lage, wir sogenannten >Basis-Christen< merken das genauso wie Sie, vielleicht sogar noch stärker, finde ich so einen Akt überlegens - wenn nicht gar bedenklich. Die Friedensbewegung [...], die sich in unserer Kirche hat, wird angefeindet und sogar massiv behindert. Ich selbst habe wegen des Aufnähers Schwerter zu Pflugscharen über eine halbe Stunde bei der Polizei zubringen müssen, und dann wurde ich noch vom Kreisarzt, ich arbeite im staatlichen Gesundheitswesen, aufgefordert, den Aufnäher zu entfernen. [...] Ich [...] bin auch weiter für Gespräche zwischen Kirche und Staat, doch finde ich Ehrungen von staatlicher Seite für. Bischöfe und leitende Mitarbeiter der Kirche nicht angebracht."

Wie hätte nun jener Bischof reagieren sollen. Veröffentlicht war jener Brief zu der Zeit keinesfalls. Wenn also jener Bischof von einem Mitarbeiter des Gesundheitswesens einen Privatbrief erhält ist es unfair, jenem Schreiben im nachhinein eine überragende Bedeutung zuzumessen.
Genau dieser Unfairnes, hat sich Besier auch in diesem Falle schuldig gemacht.
Hätte jener Bischof auf die ihm zugedachte Kaufoption schroff ablehnend reagiert, hätte erst das wirkliche Auswirkungen gehabt. Futter für die kalten Krieger Made in Besier, schon zu Ostdeutschen Zeiten.

In seinem neuerlichen Auftritt - Schande über die - welche den Opportunisten Besier, noch heute einladen -, verbreitet sich Herr Besier auch mit dem Satz, laut einschlägigen Pressebericht:
„So habe ihn der damalige sächsische Landesbischof Johannes Hempel in Berlin besucht und erklärt: „Herr Professor, bevor Sie mich kaputt machen, mache ich Sie kaputt."

Über solcherlei Voten, wenn sie sich denn so abgespielt haben, wie geschildert, kann unsereins, vertraut mit der Diktatur-Geschichte der Zeugen Jehovas, als deren „wohltönenender" Verkäufer sich auch der Herr Besier betätigt, nur milde lächeln. Etwa beispielhaft als Vergleich nur jene Passage Rutherford betreffend im Cole-Buch:
Der WTG-nahe Autor Marley Cole verwandte in seine Beschreibung dafür auch den blumigen Vergleich:
„Als sie Rutherford stürzen wollten, mußten die vier Direktoriumsmitglieder die Erfahrung machen, daß sie vier Flaschenkorken glichen, die gegen den Felsen von Gibraltar sprangen. Rutherford war ein Mann von gefürchteter persönlicher Macht. Gegen seine kraftvolle Persönlichkeit vermochten sich nur wenige Menschen zu behaupten. Er war auch klug. Doch sie hatten es so gewollt, und nun würde er den unglücklichen Beschwerdeführern ein oder zwei Dinge zeigen, von denen sie nicht geträumt hatten."
Warum ausgerechnet sollen nun kirchliche Kreise andernorts „besser" gewesen sein?

Und warum - zu allen Überfluss, spielen evangelikale Kreise dieses miese Spiel als Publizierer, noch mit
Schande auch über die!

Exkurs:

Zuvor war jener Bischof auch verschiedentlich in dem 1992 erschienenen (2. Auflage) von Besier herausgegebenen Buch „Pfarrer, Christen und Katholiken" mit erwähnt worden.

Laut dortigem Personenregister (S. 905), wenn ich richtig gezählt habe an insgesamt 31 Stellen.

Davon wiederum sind vier Stellen mit einem f. bezeichnet. Als besonders relevant, und zwar die Seiten: 48f.; 340f.; 724f.; 732f.

Soweit es lediglich Hinweise auf Einzelseiten anbelangt, seien die hier übersprungen.

Erwähnt seien lediglich noch die mehrere Seiten umfassenden Passagen und zwar die Seiten:

717 - 719;

742 - 745;

807 - 809.

Auf der Seite 340f. wird eine Stasi-"Information Nr. 173/82" zitiert.

Darin tun die Stasiisten ihre „Bauchschmerzen" über die kirchlichen Aktionen „Schwerter zu Pflugscharen" kund.

Verschiedentlich hätten mit der SED-Kirchenpolitik befasste Apparatschicks, dies auch Kirchenleitenden Personen kundgetan, unter anderem auch jenem Dr. Hempel.

Zu ihrem Bedauern muss die Stasi aber konstatieren (S. 342) auf einer Konferenz der Kirchenleitungen in Buckow habe es eine Abstimmung dazu gegeben mit dem Ergebnis:

„Die evangelischen Kirchen in der DDR stünden hinter dem Symbol „Schwerter zu Pflugscharen". Keiner der Einflußagenten der Stasi habe indes jenes für die Stasi mißliches Abstimmungsergebnis verhindert.

Ergo kann man aus diesem Umstand dem Bischof Hempel wohl kaum einen relevanten Vorhalt machen.

Allerdings meint die Seite 732 doch noch einen relevanten Vorhalt anbieten zu können. Und zwar nach dem Ende des Ostdeutschen Staates. Da wurden die Kirchenleitenden Herrschaften über die Stasi-IM in ihrem Bereich informiert, eben auch jener Bischof Hempel. Der indes habe dazu nur geschwiegen, weiter nichts.

Ein Aspekt auf der Seite 732 notiert auch, ein Leipziger Theologieprofessor habe beispielsweise eine „Auszeichnung für 25jährige treue Mitarbeit im Ministerium für Staatssicherheit" erhalten. Leipzig gehöre eben auch zum Bereich jenes Bischofs, der da offenbar das Schweigen dazu, als die ihm gemäße Reaktion ansah.

Auf der Seite 718 jenes Buches, wird jener Bischof auch mit seinem Votum vom April 1990 zitiert:

„Disziplinarisches Vorgehen gen dem ‘Stasi’ verpflichtet gewesene kirchliche Mitarbeiter halte ich nur in sehr harten Fällen für angemessen."

Da wäre allerdings noch die Rückfrage zu stellen. Und wie verhielt es sich mit den Schreibtischmördern zu Nazizeiten? Einige von denen waren und blieben auch Kirchenmitgliedern.

Wenn ausgerechnet ein die Geschäfte von Scientology und Zeugen Jehovas Betreibender, sich da zum Ankläger berufen fühlt, dann hinterläßt das wohl einen „Beigeschmack".

 

Der Herr B ... und der "Kriegsdienstverweigerer Karl Barth"

Ein skrupelloser Herr - der "schön" redet, was nicht schön ist!

Detailkommentar zu B ....

http://www.agpf.de/Besier.htm (extern)

Sage mir, wer deine Freunde sind - und ich sage dir wer du bist

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