Stell dir vor es ist Versammlungsbuchstudium und keiner geht hin...
geschrieben von:  . +
Datum: 26. April 2008 00:32
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An die Versammlungen

Absatz 1.
Biblischer Klumperkquatsch.

Absatz 2.
Die leitende Körperschaft ist sich der Dringlichkeit der Zeit bewusst.
Der Ablauf der wöchentlichen Versammlungen wird geändert.

Absatz 3.
Ab dem 1.1.2009 wird das Buchstudium mit der Theokratischen Predigdienstschule zusammengelegt.
Es wird in Versammlungsbibelstudium umbenannt.

Nach dem Lied und Gebet dauert das Buchstudium 25 Minuten.
Die Theokratische Predigdienstschule wird 30 Minuten lang dauern und genauso abgehalten wie schon unter der Dienstwoche.
Die zweite Stunde wird auf 30 Minuten verkürzt.

Insgesamt 1 Stunde 45 Minuten mit Lied und Gebet.

Absatz 4
Treffpunkte können weiter in kleinen Gruppen stadtfinden.

Absatz 5.
Die Neuerung bringt den Vorteil das man mehr Zeit für das persönliche Bibelstudium und die Familie hat.
Ledige Personen können die gewonnene Zeit für den Predigdienst nutzen.
und diverser biblischer Klumperkquatsch.

Absatz 6.
Wir sollen diese Änderungen positiv annehmen und Jehova in diesen schweren Zeiten dienen.

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Nur für den Vorsitzführenden Aufseher oder Sekretär (A los Superintendentes Presidentes):

1 Absatz.
Ab dem 1. Januar 2009 wird der Versammlungsablauf Modifiziert.

2 Absatz.
Der Brief soll in der Woche vom 21 zum 27 April an dem Wachtturmstudium vorgelesen werden.
Oder danach so bald wie möglich.

3. Absatz.
Spezielle Anweisung wie es vorgetragen werden soll.
Am Tag des öffentlichen Vortrags soll es VOR dem Öffentlichen Vortrages bekannt gegeben werden.
So bekommt es jeder mit.
Die Bibeltexte sollen vorgelesen werden.
Wenn in der Woche Kongress ist, soll die Bekanntmachung zeitnah vorgelesen werden.

Re: Stell dir vor es ist Versammlungsbuchstudium und keiner geht hin...
geschrieben von:  Frau von x
Datum: 26. April 2008 19:54
Auszug aus dem Buch 'Auf der Suche nach christlicher Freiheit.' (Erstausgabe Oktober 1991) von Raymond Franz S.210:

"Die Glieder der leitenden Körperschaft sind sich bestimmt im Klaren darüber, daß der Umfang, in dem sich die Mitglieder der Organisation weltweit an der Tätigkeit von Tür zu Tür beteiligen, in großem Maße auf den ständigen Druck in den Zeitschriften, den wöchentlichen Zusammenkünften und den Ansprachen der reisenden Aufseher zurüchzuführen ist. Obwohl sie selbst aufgrund ihrer Vorrangstellung nicht so sehr unter diesem Druck stehen, kennen sie ihn doch aus der Vergangenheit, ehe sie zur Führung kamen, und wissen, daß er real ist. Ihre eigenen Äußerungen, ..., lassen eine echte Furcht davor erkennen, daß nachlassender Druck zu weniger Tätigkeit führt. Die Bemerkung von Leo Greenlees, die meisten Brüder hätten "kein System" und benötigten die Vorkehrungen der Gesellschaft, damit sie das Werk verrichteten, ist charakteristisch für die bevormundende Haltung, die so oft in Sitzungen der leitenden Körperschaft gezeigt wird. Ein ganz ähnlicher Kommentar, obwohl er von einem anderen Aspekt des Programms der Organisation handelte - es war der Vorschlag, die Dauer der wöchentlichen Zusammenkünfte zu verkürzen -, kam von Milton Henschel. Er sagte: 'Und was werden die Brüder dann mit mehr Freizeit anfangen? Wahrscheinlich werden sie fernsehen.' "

[Hervorhebung von mir]
Re: Stell dir vor es ist Versammlungsbuchstudium und keiner geht hin...
geschrieben von:  Drahbeck
Datum: 27. April 2008 06:24
Zum Vergleich dazu. Er gab mal eine Zeit, wo sich die WTG erdreistete, von dem einfachen Versammlungsverkündiger, gar sechzig Stunden „Predigtdienst" zu verlangen („Pioniere" noch mehr). Das ganze abgedruckt im „Wachtturm" vom 1. 1. 1939.

Damals tönte man:
„Wie viele Stunden im Monat sollte jeder Gruppenarbeiter dem Felddienste widmen? Ein Monat hat 720 Stunden. ... Das bedeutete sechzig Stunden im Monat für jeden Gruppenarbeiter, was etwa viermal die Stundenzahl ist, die viele Gruppenarbeiter bis jetzt dem Königreichswerk gewidmet haben."

Die relativ wenigen Zeugen in der Schweiz zu der Zeit, bekamen das zwar zu lesen. Weitere Teile Europas zu der Zeit wohl eher weniger (bedingt durch die politischen Rahmenbedingungen).
Gleichwohl kann man sagen. Jenes Antreiberklima setzte sich auch nach 1945 fort.

Und nun, ein allmähliches „Zurückfahren". Man muss ja auch in den Kontext setzen, dass die neueren WTG-Bücher vom Umfang her (und wohl auch vom „Inhalt") schon seit geraumer Zeit reduzierter sind, im Vergleich zu jenen Büchern wie sie noch bis in die 80er Jahre gang und gäbe waren. „Erwachet!" wurde inhaltlich halbiert. Auch die „Wachtturm"-Auflage mit den beiden jetzigen zwei Ausgaben unterschiedlicher Art pro Monat, (faktisch) erheblich reduziert.

Das aber ist nur die „Hälfte" der Bestandsaufnahme.
Die andere „Hälfte" heisst dann wohl „Königreichssaalbau und Kongresssaalbau-Programm.
Da begnügt man sich in letzter Zeit durchaus nicht mehr mit den „Einfachsälen" früherer Zeit. Zunehmend werden Immobilien geschaffen mit drei Sälen in einem Haus, nebst Wohnungen in denselbigen auch noch. Da werden Werte geschaffen. Und die vorherigen Säle (zum Nutzen der WTG-Kasse) verscherbelt.

Es ist also eine Akzentverschiebung zu registrieren. Das wiederum bedeutet nicht, dass der Ausbeutungsmechanismus als solcher, sich „gemildert" hätte.
Er kommt nur in einem anderen Gesichte daher.

Damals wurden sechzig Stunden verlangt
Re: Stell dir vor es ist Versammlungsbuchstudium und keiner geht hin...
geschrieben von:  rhemus
Datum: 27. April 2008 12:30
Ich kann mir gut vorstellen, dass die WTG nicht erst seit Gestern erkannt hat, dass man mit Immobilien (also mit der Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft nicht im Felddienst sondern im Bauwesen) wesentlich mehr Umsatz machen kann, als mit den Spenden durch steigende Verkündigerzahlen, die hauptsächlich in ärmeren Ländern stattfinden. Zehn Afrikaner können wohl kaum soviel spenden, wie ein Deutscher. Jedoch kann man ihre Arbeitskraft im Bauwesen genausogut ausbeuten, wie bei einem Deutschen, da die Arbeitskraft der WTG keinen einzigen Cent kostet. Die WTG verkörpert somit den idealen Kapitalismus: menschliche Arbeitskraft, die nichts kostet (keinerlei Sozialabgaben, keinerlei Versicherungsschutz, keinerlei Arbeitskosten) produziert Vermögenswerte in Milliardenhöhe. Dazu kommt noch, dass die WTG nicht einmal das Material bezahlen muss, da es ebenfalls durch Spenden gedeckt wird. Sie "verdient" praktisch doppelt. Das hat nicht einmal der Kommunismus geschafft, was die WTG bei fast 10 Millionen Menschen geschafft hat und somit schon über die Einwohnerzahl von einigen, kleineren Ländern verfügt. Jedes kapitalistische Unternehmen würde sich nach dieser Arbeitswelt die Finger lecken und in Freudentränen ausbrechen (dies würde natürlich auch gleichzeitig das Ende des Kapitalismus bedeuten, da kein Geld mehr verdient würde).

Aber auch in den vermeintlich reicheren Ländern geht es wohl, was Spendengelder anbelangt, abwärts. Da die WTG hauptsächlich Leute aus der Unter- und Mittelschicht "rekrutiert" und Menschen aus der Mittelschicht anhält, nicht nach "Karierre" zu streben, rutscht wohl nicht ein gerade unerheblicher Teil gerade dieser "Mittelschicht Zeugen Jehovas" in die Unterschicht ab. Schön nachzulesen im Armutsbericht Deutschlands. Nicht zu vergessen ist, dass auch in Deutschland das Verkündigerwachstum immer mehr durch die fremdsprachigen Versammlungen generiert wird - also auch hier meistens neue Verkündiger und damit potentielle Spender eher aus den ärmeren Gefilden kommen.

Ich möchte nicht wissen, welche Vermögenswerte allein an die WTG übertragen wurden, als Zeugen Jehovas in Deutschland als KdöR anerkannt wurden. Alle Versammlungsgebäude gehören ja seitdem der WTG und somit fand wohl eine nicht unerhebliche Aufwertung des Firmenvermögens seitens der WTG statt.

Diese ganze Handlungsweise strotzt nur so vor christlichen Eigenschaften: Jesus und seine Apostel als Immobilienmanager - immer geil auf noch mehr Vermögenswerte und immer geil darauf, vor weltlichen Gerichten ihre Rechte durchzusetzen. Wie riet doch Jesus gleich dem reichen Mann, was er mit seinem Vermögen machen sollte, wenn er ihm nachfolgen will: "Da blickte ihn Jesus an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eins fehlt dir! Geh hin, verkauf alles was du hast und gib es mir und spende. Ich muss für meinen Vater noch eine Wachtturmdruckerei bauen und ein paar Königreichstempel, in denen sich meine Nachfolger versammeln müssen, damit sie meinen Vater auch standesgemäß anbeten können. Vergiss auch nicht den von mir eingesetzten 'treuen und verständigen Sklave', meine 12 Apostel, damit sie von dem Geld ein schönes Leben führen können. Sie brauchen nämlich unbedingt standesgemäße Immobilien um das weltweite Werk betreuen zu können."

(Frei übersetzt und WTG konform ausgelegt nach Makus 10.21: "Da blickte ihn Jesus an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eins fehlt dir! Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben;" Johannes 4.21: "Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berge, noch zu Jerusalem den Vater anbeten werdet." Apostelgeschichte 4.32-35: "32Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, daß etwas von seinen Gütern sein eigen sei, sondern alles war ihnen gemeinsam. 33Und mit großer Kraft legten die Apostel das Zeugnis ab von der Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war auf ihnen allen. 34Es litt auch niemand unter ihnen Mangel; denn die, welche Besitzer von Äckern oder Häusern waren, verkauften sie und brachten den Erlös des Verkauften 35und legten ihn den Aposteln zu Füßen; und man teilte einem jeglichen aus, je nachdem einer es bedurfte.")
Re: Besuchen sie das Studium solange es noch geht
geschrieben von:  . +
Datum: 28. April 2008 19:07
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Re: "Versammlungsbibelstudium"
geschrieben von:  X ~ mysnip
Datum: 29. April 2008 19:38
--->http://forum.sektenausstieg.net/index.php?topic=14533.msg327127#msg327127

Dank an "siis" von infolink und viele Grüße
Re: Besuchen sie das Studium solange es noch geht
geschrieben von:  . +
Datum: 23. Mai 2008 22:35

Ermuntere alle regelmäßig zum Buchstudium zu kommen…

…solange es das Buchstudium noch gibt…

Bei dem Druck des Königreichsdienstes vom Juli 2008 wurde die Änderung bezüglich der Zusammenlegung des Buchstudiums mit der Theokratischen Predigdienstschule noch nicht berücksichtigt.

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Seite 1

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Furcht einflößend ist wohl eher der dröge Möchtegerninhalt des Buches.

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So nahe kann der Tag ja wohl nicht sein wenn man das „leben mit dem Tag Jehovas vor Augen“ zusammenkürzt und den Termin für das extra Buchstudium abschafft.

Seite 2

Auch hier kein Wort von dem Abschaffen des Buchstudiumtermins.

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„Ermuntere alle zu dem Buchstudium zu kommen…“

Ein Bruder erzählte mir auf die Frage wie denn die Nachricht in seiner Versammlung aufgenommen wurde dass er zu seinem Buchstudienleiter nach der Versammlung meinte:

„Jetzt besuchen dann sogar wir wieder das Buchstudium“
Der Buchstudienleiter erwiderte darauf:
„Soll ich jetzt darauf Antworten?“

Auch in dem Programm ist die verkürzte Zeit nicht festzustellen:

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