

Re: Noch was aus Rheinland-Pfalz
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 13. Mai 2009 13:04
Siehe auch:
Einer Meldung der "Rhein-Zeitung" zufolge gab es vor dem
Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz in Koblenz ein Verfahren. Thema:
Darf ein Bundesbeamter Sonderurlaub bekommen, wenn er an einem Kongress der Zeugen Jehovas
teilnimmt?
Die gerichtliche Vorinstanz hatte diese Frage erst mal bejaht und sie mit der
Sonderurlaubsregelung für Bundesbeamte zur Teilnahme am Deutschen Evangelischen
Kirchentag und am Deutschen Katholikentag verglichen.
Demnach hätte dieser in der Zollverwaltung arbeitende Bundesbeamte, unter Fortzahlung seiner Besoldung [Hervorhebung
redaktionell. Nicht in der Rhein-Zeitung] an einem Bezirkskongress der
Glaubensgemeinschaft teilnehmen können.
Dagegen wurde nun erstmal Berufung eingelegt..
rhein-zeitung.de/on/09/05/13/rlp/t/rzo568642.html
www.justiz.rlp.de/icc/justiz/nav/919/919c41fa-87e4-11d4-a735-0050045687ab&class=net.icteam.cms.utils.search.AttributeManager&class_uBasAttrDef=a001aaaa-aaaa-aaaa-eeee-000000000054.htm
Dann sehe man sich mal die angegebene Rechtsvertretung in dem Fall mit an:
Die Kanzlei der: Rechtsanwälte Moritz Pikl Winterlich, Unnau-Stangenrod
Namentlich zu dem darin mitgenannten Namen Pikl (bekannt auch aus anderen Verfahren mit
Zeugen Jehovas-Bezug) dürfte sich wohl ein weiterer Kommentar erübrigen ...
Das ist dann wohl so ein exemplarisches Beispiel der KdöR-Konsequenzen.
Für meine Person protestiere ich auf das
allerentschiedenste gegen die Gewährung solcher Privilegien.
Egal welcher Religion der jeweilige Nutznießer angehören mag.
Diese "Helm ab zum Gebet"-Staatskirchenverfilzung ist einfach unerträglich!



Dann vergleiche man mal eine politische Kontrastmeldung des heutigen Tages dazu. Nur
die Überschrift aus ihr sei zitiert:
Merkel will Steuersenkungen offenbar erst ab 2012
Wirtschaft müsse vorher angesprungen sein"
www.heute.de/ZDFheute/inhalt/20/0,3672,7587476,00.html
Etwas indes scheint schon heute zu boomen, und das ist erst der Anfang. Die da schon in
den Startlöchern stehenden, werden nachdem der Fisch Zeugen Jehovas in Sachen KdöR
gegessen ist", nicht lange auf sich warten lassen, und auch losstarten, mit ihrer
Forderung, für ihre Form von Religion auch die Staatskasse als Selbstbedienungsladen
nutzen zu können.
Man kann ja vielleicht die Gelder wieder bei den Hartz IV-Beglückten"
einsparen ???
Schande über diesen Kirchenfilzstaat!
Man vergleiche thematisch auch:
Suizid
Tonprobe zum Fall: Peter G.
Peter.G.mp3
Man vergleiche dazu auch: Im Zeitspiegel". Eintrag vom 15. 5. 2009 07:06
Re: Noch was aus Rheinland-Pfalz
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 19. Juni 2009 12:11
Wie man weis agierte in der Sache als Prozessvertreter ein Landesweit in Zeugen
Jehovas-Verfahren bekannter Anwalt.
Es wird mehr als aufschlußreich sein, den Fall weiter im Auge zu behalten.
Rechtskraft erlangen solche Urteile ja erst dann, wenn die für die Einleitung eines
Revisionsverfahrens gewährte Frist, ungenutzt verstreicht.
Wie bereits zitiert, ist eine Revisionsklage zulässig.
Nun wird es sich zeigen. Geht der Fall weiter?
Zieht ihn gar die WTG dergestalt an sich, den Kostenaufand ganz- oder teilweie zu
übernehmen, um einen Präzedenzfall unbedingt zu erstreiten?
Den dass der Fall als Präzedenzfall geeignet erscheint, dürfte wohl auf der Hand liegen.
Kommt es zu einem (fallweise für die Zeugen günstigen Revisionsurteil) wären noch weit
mehr Personen aus dem Kreise der Zeugen Jehovas, Nutznießer eines solchen Urteils.
Und einmal mehr würde es sich zeigen, wie die "Beraubung der Ägypter" im Falle
der Zeugen Jehovas, in der Gegenwart, vonstatten geht!



Re: Noch was aus Rheinland-Pfalz
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 20. Juni 2009 06:55
Der Anwalt des Beamten, Armin Pikl, kündigte an, er werde voraussichtlich Revision
gegen das Urteil einlegen.... sagte der Jurist auf (Nachfrage einer Nachrichtenagentur)
....
www.jesus.de/blickpunkt/detailansicht/ansicht/kein-sonderurlaub-fuer-kongresse-der-zeugen-jehovas.html
Aus Wortmeldungen zu vorstehendem Link:
Wer bekommt denn noch alles Sonderurlaub, sollten die Scientologen das dann nicht auch
erhalten? Dann gibts da noch die Vereinstreffen.
Da sieht man wie weit es mit unseren christlichen Abendland gekommen ist, jeder hat das
Recht auf Sonderurlaub wenn es Kirchen sind, nun auch noch die Moslems?
Wenn das die erhalten und Kirchen keine Ausnahmen mehr sind, dann müssten es alle die
irgendeinem kleinen Fischzuchtverein wegen den Treffen Sonderurlaub erhalten.
Ich verstehe diese Politik nicht in unserem Land, da werden Ausgaben für Banken und
Firmenrettungen gemacht, danach die Steuern gesenkt, auch haben wir doppelt soviel
Politiker wie die USA Senatoren und nun auch noch Sonderurlaub, da sage ich doch Klasse.
Abtreibungsgegener sollten auch Sonderurlaub für ihre Demos beantragen, dass wäre doch
dann noch das Itüpfelchen dazu. ...
Meinung:
Bei Infolink" kann man das Votum eines CDU-Satrapen lesen.
Er meint sich (noch) damit beruhigen zu können.
So relevant - in politischer Dimension - seien die Zeugen ja nicht.
Ihm und namentlich seiner Partei, widerspreche ich aufs entschiedenste!
Die abschüssige Bahn in Sachen KdöR wurde beschritten, und sie wird ihre Folgewirkungen
haben.
Auch wenn für die CDU und ihre Satrapen, ein Karl Marx keine Autorität" ist,
sei daran erinnert, dass letzterer in seinem Kapital" auch das Bonmot bemühe.
Die englische Hofkirche z.B. verzeiht eher den Angriff auf 38. von ihren 39.
Glaubensartikeln als auf 1/39 ihres Geldeinkommens."
.
Das wird sich immer wieder aufs neue bestätigen.
Bürgerlich orientiert zu sein, ist heutzutage nicht mehr zwangsläufig damit verbunden
auch CDU/CSU-Wähler sein zu müssen.
Diese Kirchenfilzpartei muss man als allererstes als eigentliche Wurzel des Übels
benennen.
Es mag dort auch Bestrebungen geben die Kurve noch zu meistern".
Mich haben diese Bestrebungen bis heute, nicht überzeugt!
Re: Noch was aus Rheinland-Pfalz
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 25. Juni 2009 10:54
Eine Pressemeldung notiert:
Rheinland-Pfalz sträubt sich weiterhin gegen eine rechtliche Gleichstellung der Zeugen
Jehovas mit den großen Kirchen. Doch juristisch sieht es ganz schlecht aus für das Land.
Auch in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sei (doch eher verhaltener) Widerstand
zu registrieren.
Allen Wortgeklingel zum Trotz ist der entscheidende Satz dieser Meldung wohl der:
"Der Landtag muss zu dem Thema nicht angehört werden, eine Anerkennung würde per
Verordnung durch die Landesregierung erfolgen.
In elf von 16 Bundesländern sind Jehovas Zeugen mittlerweile anerkannt worden, zuletzt am
12. Juni in Sachsen-Anhalt."
www.allgemeine-zeitung.de/nachrichten/politik/deutschland/7020168.htm
Meine Meinung zu dem ganzen Trauerspiel tendiert ja in die Richtung.
Hat man nicht die Kraft, wirkliche Trennung von Staat und Kirche herbeizuführen, und das
ist wohl weniger eine Frage der Kraft, sondern des Wollens.
Und CDU/CSU wollen eben nicht, aber nicht nur eben sie. Wenn das also so ist, kann man
sich - eigentlich - die Flüsse von Krokodilstränen, die da zu registrieren sind, auch
ersparen.
Nun mag ja mancher sich erst dann wohl fühlen, vermag er in einem Bad von
Krokodilstränen zu baden ( Normales Badewasser tut es offenbar für diejenigen nicht).
Anstatt den Krokodilstränenbach immer weiter anschwellen zu lassen, sollte man sich mal
lieber für das noch machbare interessieren.
Vorerst - aber wirklich nur vorerst - hat das Oberverwaltungsanspruch in Koblenz den
Anspruch (auch) der Zeugen gestoppt, den Besuch von ZJ-Kongressveranstaltungen als bezahltem Urlaub für Beamte gewährt zu bekommen.
Weis man nicht, was jetzt folgt?
Oder besser will man es nicht wissen!
Es wäre in der Tat eine mehr als merkwürdige Ausnahme von der Regel, würde der Fall
nicht als nächsten an Höchstrichterlicher Stelle in Leipzig anhängig sein.
Und muss man Prophet" sein um prognostizieren zu können. Die
Ungleichbehandlung vor dem Gesetz dürfte wohl kaum Bestand haben.
Dazu braucht man nicht unbedingt Prophet" zu sein.
Warum geht man diese Ungleichbehandlung nicht schon im Vorfeld an?
Warum beschneidet man nicht der Beamtenkaste schon jetzt dieses Privileg, und nimmt damit
als Folgewirkung, auch den Zeugen den Wind aus den Segeln?!
Man tut es deshalb nicht, weil man den politischen Willen dazu nicht hat (auch in
SPD-Kreisen).
Hingegen wozu man offenbar sehr wohl den politischen Willen hat, ist zum Beispiel, die
Mehrwertsteuer für Lebensmittel von 7 auf 19% hochzuschrauben.
Das tut dann ja nicht unbedingt den Krodilstränen-Vergisser weh. Wohl aber weh tun
dürfte es mit Sicherheit, zum Beispiel den von Hartz IV"
Beglückten".
Mittlerweile gehöre ich (persönlich) ja nicht mehr der Rubrik jener an, welche am
Wahltage nicht wählen (und das aus grundsätzlicher Einsicht).
Aber immer mehr kommt auch mir das Gefühl hoch, dass etwa in der Nazizeit (teilweise) in
Form von Flugblättern verteilt wurde.
Euch zu wählen - ist mir ein Greuel!
Den Richtern in Mainz ins "Stammbuch" geschrieben
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 28. Januar 2012 14:42
Den die Schlange am Busen nährenden Richtern ins Stammbuch" geschrieben

Redaktioneller Hinweis: Der mit angesprochene religiöse Antisemitsmus, von Rutherford eingeleitet ist für die 1930 und 40er Jahre zutreffend. Nicht hingegen von Kater reflektiert ist, dass zuvor in der Ära Russell - kontrastierend - dazu ein nahezu glühender Philosemitismus bestand. Aber das gewissen Herrschaften ihr Gewäsch von gestern" nicht mehr passt, weis man sicherlich nicht erst seit heute".

Ein (vielleicht) abschließender Kommentar
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 30. Januar 2012 11:02
Schweden
Vor fünfzig Jahren
In einem Bericht aus Schweden in der Erwachet!"-Ausgabe vom 8. 2. 1962 liest
man unter anderem:
Zitat
Jeder Schwede muß, ob er der Staatskirche
angehört oder nicht, wenn er einen Personalausweis braucht, auf das Büro des Geistlichen
gehen. Jede Eheschließung, jede Geburt und jeder Sterbefall muß bei dem Ortsgeistlichen
registriert werden."
Kommentar von Erwachet!" dazu:
Zitat
Das ist keine ideale Einrichtung"
was dann nur zu bestätigen wäre.
Wer etwas weiter zurück in die deutsche Geschichte schaut, dem kann es nicht entgehen.
Auch hierzulande gab es mal ähnliche Verhältnisse. Zwar nicht in der Neuzeit, wohl aber
in der Geschichte.
Beleg dafür nur der berüchtigte Arier"kult der Nazis (mit absichtlich
antisemitischer Komponente), zu dessen Nachweis auch alte Kirchenbücher gewälzt werden
mussten. Und die Kirchen stellten sich dem auch zur Verfügung. Kein Ruhmesblatt für
letztere. Sicherlich nicht nur bei diesem Bespiel.
Dann kam der betont nationalistisch orientierte deutsche Bundeskanzler Bismarck, an das
Ruder der politischen Macht. Im Zuge seines übersteigerten Nationalismus, wurde ihm die
katholische Kirche, mit ihrem Machtzentrum in Rom, zunehmend zum Dorn im Auge. Er leitete
in der Folge, darauf eine aggressive Politik gegenüber letzterer in der Form von
Ausnahmegesetzen ein. In die Geschichte unter dem Begriff Kulturkampf"
eingegangen. Je länger je mehr indes musste Bismarck, der da auch mal tönte Nach
Canossa gehen wir nicht", letztendlich einen Rückzieher machen. Zwar wurde sein
Kultusminister Falk als erstes Bauernopfer diesbezüglich geopfert, aber auch Bismarcks
politische Tage, waren wegen seiner verfehlten Politik letztendlich gezählt, insbesondere
eben als Folge besagten Kulturkampfes".
Bismarck hatte sich da auf eine Kraftprobe gemäß dem späteren Motto eines Hitlers
Er spiele immer nur Vabanque" eingelassen, und hat diesen Kampf letztendlich
verloren.
Stück für Stück, wurden die aggressivsten Sondergesetze des Kulturkampfes"
wieder demontiert. Sogar die mal aus Deutschland ausgewiesenen Jesuiten, konnten
letztendlich wieder zurückkehren.
Vor Bismarcks Kulturkampf" sah die politische Landschaft weitgehend so aus,
dass eine spezielle klerikale Partei nicht vorhanden war.
Nach Bismarcks Kulturkampf" gab es dann die relativ starke katholische
Zentrumspartei, zu deren Gründung es möglicherweise nicht gekommen wäre, hätte
Bismarck mit seinem Kulturkampf" nicht den Bogen überspannt.
In rückblickender Wertung, ist der Kulturkampf" auf breitester Ebene
gescheitert. Viel ist von seinen Prämissen nicht übrig geblieben.
Eine einsame Ausnahme dieser Bilanz stellen lediglich die mit eingeführten staatlichen
Standesämter dar.
Seit dem es diese gibt, ist für Eheschließungen usw. im juristischen Sinne, die Kirche
nicht mehr allein zuständig.
Offenbar ist man in Schweden, diesbezüglich soweit noch nicht gekommen, wovon das
vorgenannte Zitat dann ja auch kündet.
Auch die WTG meinte sich durch die schwedischen Verhältnisse unangenehm berührt. Dafür
steht das weitere Zitat in der Erwachet!"-Ausgabe:
Zitat
In Schweden werden alle kirchlichen
Angelegenheiten, wie Bischofs- und Geistlichenernennungen von dem Kultusministerium
geregelt, und die Kirche wird aus Steuergeldern unterhalten. Wenn man aus der Staatskirche
austritt, werden einem 40% von der Kirchensteuer, die man bisher bezahlt hat, erlassen,
die 60%, die man weiter bezahlen muß, sind für die zivilen" Dienste der
Kirche. Von diesem Geld werden unter anderem die Geistlichen bezahlt, die die
Personenstandsbücher führen. Ferner werden mit diesem Geld die Friedhofskapellen und die
Friedhöfe unterhalten.
Seit dem Jahre 1927 sind nichtkirchliche Totenbestattungen erlaubt, nur der Platz für das
Grab wird einem zugeteilt.
Dennoch wurde Jehovas Zeugen nicht erlaubt, die Friedhofskapellen zu benutzen, obschon sie
Steuern für deren Unterhalt zahlen."
Wieder mal war der Umstand zu beobachten, dass die WTG in dieser in ihrer
Sicht misslichen Lage juristisch dagegen vorging. Letzteres kennt man auch aus
vergleichsweisen Problemlagen hierzulande.
Besonders beachtlich erscheinen mir die Schlusssätze in jenem
Erwachet!"-Artikel.
Da schrieb man:
Zitat
Man mag die Aufrechterhaltung dieser peinlichen
Verbindung so oder so begründen, doch sollte erwogen werden, wieviel Unannehmlichkeiten
und Freiheitsbeschränkungen die Verbindung zwischen Kirche und Staat zur Folge hat. Die
Trennung zwischen Kirche und Staat würde offensichtlich viele Probleme lösen."
Im Gegensatz zu Schweden ist die hiesige WTG-Oligarchie, mittlerweile
selbst auf dem Level der aktiven Staat-Kirche-Verfilzer angelangt.
Der Bismarck'sche Kulturkampf" ist meines Erachtens auch am niedrigen
Bildungsniveau des deutschen Volkes zu jener Zeit, gescheitert. Je niedriger das
Bildungsniveau, um so besser blüht der Weizen der Religionsindustrie in Vergangenheit und
Gegenwart.
Ich stehe nicht an, zu behaupten, das Bildungsniveau hierzulande, befände sich noch auf
dem gleich niedrigen Niveau wie zu Bismarcks Zeiten. Das es besser geworden wäre, will
ich zumindest hoffen. Sicher wäre ich mir da allerdings keinesfalls, zumindest in Teilen
der hiesigen Bevölkerung.
Ein Beispiel für letztere These.
Da gab es vor einiger Zeit die Meldung über eine Brandstiftung (betroffen ein
Königreichssaal der Zeugen Jehovas). Und es gelang nach einiger Zeit sogar, den Täter zu
ermitteln und vor Gericht zu stellen. Und dabei ergab die Verhandlung ein weiteres
makabres Detail. Der Täter wird als Analphabet bezeichnet. Wenn so etwas in diesem Lande
möglich ist (Analphabetismus). Wie steht es dann wohl um das Bildungsniveau dieses
Volkes?
Insoweit gibt es auch in diesem Lande eine nicht zu unterschätzende Klientel, wo die
Apostel der religiösen Verdummungsindustrie weiter fündig werden können.
Insoweit geht mir der Optimismus ab, ein heutiger Kulturkampf" konnte andere
Ergebnisse zeitigen, als etwa zu Bismarcks Zeiten.
Ganz abgesehen, dass es keine politisch relevanten Kräfte gibt, die zu führen ihn
gewillt wären.
Diese nüchterne Bilanz ändert nichts an der nochmaligen Unterstreichung des Satzes:
Zitat
Die Trennung zwischen Kirche und Staat würde
offensichtlich viele Probleme lösen."
Exkurs:
Ein geographisch anderes Beispiel.
Der katholisch orientierte "Johanesbund in Leutesdorf am Rhein",
veröffentlichte in den 1920er Jahren auch eine apologetische Schriftenreihe die er
"Rufe im Sturm" betitelte. Vielerlei Themen sind in ihr abgehandelt;
"Querbeet". Unter anderem als Nummer 12 dieser Reihe, auch ein die Bibelforscher
betreffendes Heft, das hier und jetzt, aber nicht weiter interessieren soll.
Angesprochen werden soll jetzt lediglich das Heft 2 dieser Serie, das da titelte
"Weltuntergang - Weltrettung!"
Es behandelte als exemplarisches Beispiel die Katholiken in Holland. Und man meinte in ihm
jubeln zu können:
Zitat
"Als 1918 die rote revolutionäre Flut Thron und Altar und Autorität stürzen wollte, da waren vor allem die katholischen Arbeiter der katholischen Provinzen (Hollands) der starke Damm, an dem die Wogen sich brachen; sie vereitelten den Umsturz."
Das dies dann keine leeren Worte waren, wird allein an dem Umstand
deutlich, dass der abgehalfterte deutsche Kaiser, sich just Holland als Exilland aussuchte
und auch bewilligt bekam.
Den Sieg den die Catholica da wähnte eingefahren zu haben, begründet sie insbesondere
dann noch mit ihren "Exerzitienhäusern". Das war dann quasi eine katholische
Variante des wöchentlichen "Wachtturm-Studiums" der Zeugen Jehovas. Was beide
Varianten eint, ist die massive Indoktrinierung weltfremder Thesen. Gleichwohl
wirkungsvoll indoktriniert. Und welchen Erfolg die Catholica sich in Folge davon
zuzuschreiben wähnt, wurde bereits genannt.
Den Faden etwas weiter ausspinnend.
Ab etwa den 1970er Jahren machten in der Bundesdeutschen Publizistik sogenannte
"Jugendsekten" von sich reden.
Kritiker zu denen ich mich in diesem Falle auch zähle, bemängeln das die Fixierung auf
"Jugend" völlig schief ist. Natürlich nahmen diese Sekten auch Jugendliche mit
"Kusshand" so sie ihrer habhaft werden konnten. Aber eben nicht "nur"
Jugendliche.
Jene die da jenen Begriff kreiert hatten, hatten für ihre Kreation auch eine spezielle
Motivation.
In den Jahrzehnten davor schockte die Religionsindustrie auch solche Begriffe wie
"Entmythologisieriumg" und ähnliches (zudem sich selbst einzelne Vertreter der
Religionsindustri - Bultmann etwa - durchrangen).
Mit dem Aufkommen solch neuer Sekten (die hierzulande vordem so nicht bekannt waren)
wähnten nun andere Vertreter der Religionsindustrie wieder "Morgenluft" zu
wittern. Umkehrung der Säkularisation. Sie hofften und lassen es in ihre Interpretation
vorsätzlich mit hinein, jene neueren Sekten könnten ja nun gar die Säkularisierung
"kippen", die ihnen ohnehin nicht behagte. Ihr Geschäft des Dummheitsverkaufs
läuft unter einer dominierenden säkularen Gesamtlage, sicherlich ungünstiger (abgesehen
von einigen weiter bestehenden "Heiligenclubs") die aber eben nicht dem
Kriterium entsprachen, wirklich breite Volksmassen erfassen zu können.
Letztendlich sind auch die Zeugen Jehovas diesem Bereich partieller
"Heiligenclubs" zuortbar. Außer ihrer Reproduktion aus den eigenen Kindern und
Jugendlichen, basiert ihr zweites wesentliches Standbein an Neukonvertierungen, in der
Hauptsache auf soziale Unterklassen. Damit ist ja nicht gesagt "einmal soziale
Unterklasse - immer soziale Unterklasse". Namentlich schon nicht mehr für die
zweiten und dritten Generationen usw. selbiger. Aber für die erste Generation ist der
Anteil der sozialen Unterklassen nicht zu übersehen.
Natürlich gibt es auch die "Ausgeflippten", die als erste Generation auch bei
den Zeugen landen. Die würden - fallweise - aber auch ebensogut etwa bei
Scientology" und ähnliches landen. Es kommt also in der Praxis darauf an, wer die
"Ausgeflippten" zuerst wirkungsvoll, werbend anspricht. Und da haben halt die
Zeugen, nach wie vor "die Nase vorn".
Für breite eher säkularisierte Volksschichten, besitzt die Zeugen Jehovas-Religion
hierzulande, kaum nennenswertes Interesse. Eher ist das Gegenteil der Fall, man wertet sie
als lästig, was sich dann in Extremfällen auch in solchen Beispielen nierderschlägt,
wie die im nachfolgenden Link genannten
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,121527,122439#msg-122439
In den USA macht derzeit ein Präsidentschaftskandidat und Mormone namens Mitt Romney
besonders von sich reden. Sollte jener Herr ans tatsächliche Ruder kommen, stehen wohl
auch Scientology und Zeugen Jehovas, weitere "goldene Zeiten" bevor. Mit dem
Namen Romney verbindet sich beispielsweise auch der Begriff aggressiver Hedgefonds.
Ein "Spiegel"-Artikel kündet weiteres über diesen Super-Apostel des
Manchester-Kapitalismus.
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,121948,121959#msg-121959
23. Januar 2012 14:37
Mögen Tausende, infolge seiner Politik weiter krepieren, Hauptsache die Apostel der
Hedgefonds haben ihren Nutzen davon.
Dafür steht im besonderen jener Herr auch.
Und in der Folge, um auf das Beispiel Holland zurückzukommen.
Die heutigen Schützer (neuzeitlicher) "Monarchien", eben der
"Hedgefonds" und verwandtes, sind die Romney, sind die Scientology, sind die
Moonies, sind die Zeugen Jehovas (und sei es nur in indirekter Form).
Kirchliche Verlautbarungen nach dem kürzlichen Mainzer KdöR-Urteil besagen.
Jenen Herrschaften stört jenes Urteil nicht. Sie sind ja auf dem gleichen Level wie
weiland jene, die neuere Sekten als "Jugend"sekten titulierten.
Kann man schon einige Volksteile für die eigenen Verdummungsangebote nicht (mehr)
errreichen, so gilt dennoch. Eine Krähe der Verdummungsindustrie hackt der anderen
selbiger, nicht die Augen aus.
Und folgerichtig ruft man als Kommentar zu jenem Mainzer Urteil nur:
Willkommen im Club.
Was nun politische Kräfte anbelangt, so habe ich zu denen weder Vertrauen noch Hoffnung.
Gravierende Menschenrechtsverletzungen seitens der Zeugen Jehovas, interessieren die nicht
sonderlich.
Das es das Spektakel in Rheinland-Pfalz überhaupt gegeben hat, ist einzig und allein dem
Umstand zuzuschreiben, dass auch einem Herrn Beck der Zeugen Jehovas-Grundsatz (aufgrund
ihrer vermeintlichen "spirituellen Staatenlosigkeit") des Nichtwählens sauer
aufstieß.
Da er und seinesgleichen, sich indes nie mit der ZJ-Thematik näher beschäftigt haben,
ist es ihm vielleicht sogar entgangen, das schon die Nazis, und auch die Ostdeutschen
Machthaber, diesbezüglich auch auf die "höchste Wutpalme" stiegen.
Hätte er sich mit diesem Umstand schon vorher etwas näher beschäftigt, hätte er sich
infolge dessen, eher beispielsweise seinen bayrischen Kollegen angeschlossen. die das
Problem, per Federstrich in einer "Nacht und Nebel-Aktion" lösten. Oder auch
dem Herrn Oetttinger aus Baden Württemberg, der es ähnlich handhaben wollte, dann aber
von einem Herrn Mappus "hinauskomplementiert" wurde, der um des eigenen Profiles
willen, eben einem anderen Kurs einschlug.
Wer indes zu der jetzt in Baden-Württemberg von den "Grünen" geführten
Regierung sonderliche Hoffnungen hegt, der möge sich lieber früher als später über den
Erfahrungssatz belehren lassen.
Hoffen und Harren, hält manchem zum Narren!
Bliebe allenfalls noch auf den Sonderfall Bremen hinzuweisen.
Ob der indes sich dauerhaft als standhaft erweist? Dafür würde ich jedenfalls meine Hand
nichts ins Feuer legen.
Es soll schon Pferde gegeben haben, die vor der Apotheke gekotzt haben.
Und auch in Bremen gibt es die Federstrich-Befürworter, beispielsweise den
Bürgerschafts-Präsidenten Weber.
Es reduziert sich alles auf den Faktor des nicht vorhandenen politischen Willens der
Oppportunistenparteien
CDU/CSU, der Opportunistenpartei SPD und noch einiger weiterer Opportunistenparteien,
Verletzung von Menschenrechten wirklich mit Konsequenzen zu bedenken.
Auch die sogenannten "Linken" denke ich beispielsweise an die in Sachsen, mit
ihrem trojanischen Pferd Besier, nehme ich keineswegs von dem Votum Opportunistenpartei
aus.
Und wer da auf Richter hofft, der möge sich auch darüber belehren lassen.
Richter pflegen fallweise auch die NPD zu begünstigen, selbst wenn andere politische
Kräfte das auch als nicht gerade schön" ansehen.
Wer die Geschäfte der NPD begünstigt, der ist von seinem Level dann nicht weit entfernt,
es bei Menschentrechtsverletzenden Zeugen Jehovas, ähnlich zu handhaben.
Abstrakte Freiheitsvorstellungen, nicht gekoppelt mit politischem Gespür,
tun das ihrige.
Ich sagte es schon mal früher
Ich hatte da mal zwei Richter verglichen.
Der eine hieß Rolf Stoedter, der publizierte zu Nazizeiten, einen noch heute beachtlichen
Artikel über die Zeugen Jehovas in einer juristischen Zeitschrift (nach 1945 brauchte
sich besagter Richter Stoedter, um die Fortsetzung seiner Karriere in der Bundesrepublik
Deutschland auch keine Sorgen machen. Das lief für ihn wie geschmiert").
Und besagtem Richter habe ich in Vergleich gesetzt zu einem Richter in der DDR, der Zeugen
Jehovas-Unrechtsurteile unterschrieben hatte. Und dieweil er sie unterschrieben hatte,
bekam er zu Zeiten, wo es keine DDR mehr gab, dann noch ein zünftiges
Rechtsbeugungsverfahren an den Hals. Letzteres lief allerdings aus, wie das
Hornberger Schießen". Viel Rauch und Nebel - und das war es dann auch.
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,42474,84937#msg-84937
12. November 2010 01:08
Meine Wertung den Fall beider Richter betreffend ist die. Die sind kompatibel. Der
DDR-Richter hätte (wäre er nicht ein zeitlich Spätgeborener"), ebensogut die
Rolle des Stoedter in der Nazizeit wahrnehmen können, und der Stoedter seinerseits
wiederum die Rolle des DDR-Richters.
Das also als meine Meinung, und ich wende diese Meinung auch auf die Richter an, die da
vorangegangene ZJ-KdöR-Urteile, auch im Sinne der Zeugen entschieden.
Jene Herrschaften mit ihrer typisierenden Betrachtungsweise", interessierte nur
Kiloweise zu benennende Gerichtakten, als Versagungsgrund. Nicht einen einzigen
Zeitzeugen, etwa im Sinne der Bremer Anhörung, haben auch sie angehört.
Mysnip.98731
Über diese Paragraphenreiter, kann ich nur meine tiefste Verachtung artikulieren!
Letztendlich kann man wohl nur sagen:
Es ist nur die Abstimmung mit den Füßen möglich, dass heißt den Zeugen Ade zu sagen.
Wer das wähnt nicht zu können, darf sich nicht allzuviel Hoffnung machen, etwa von
Opportunistenpartei "Hilfe" zu bekommen.
Etliche im Bereich der Zeugen Jehovas wollen Hilfe" auch gar nicht. Wenn sie
sich in ihrem Mief wohlfühlen, dann mögen sie dort so lange verbleiben, wie es ihnen da
gefällt. Die Religionsfreiheit soll und wird als solche, keineswegs angetastet.
Aber, es gibt auch die "negative Religionsfreiheit". Und wer die nutzt bekommt
seitens der Zeugen Jehovas, nicht selten massive Menschenrechtsverletzungen zu spüren.
Und diese seitens des Staates noch zu belohnen. Das ist der eigentliche Skandal !
Wer dennoch diese Hoffnung nicht aufgeben will auf die Justiz, braucht sich nicht zu
wundern, steht am Ende seiner Bilanz wieder einmal das
"Hoffen und Harren - hält manchem zum Narren!".
Aus Verfolgten werden selber Verfolger
Die Zeiten wandeln sich. Weniger indes die Motivation der Akteure.
Aus Verfolgten werden selber Verfolger.
Das hat man schon mal kurz nach 1945 erlebt, als die Kommunisten ans Ruder der politischen Macht gelangten.
Noch ist im Falle der Zeugen Jehovas der Status tatsächlicher politischer Macht, in direkter Form, nicht gegeben.
Unterhalb dieser Schwelle indes sind in einer Organisation die für Demokratie keinerlei Verwendung hat, die gleichen totalitären Gesinnungen feststellbar. "Vorerst" "nur" auf der Ebene etwa von Familienzerstörungen, zur vermeintlichen "höheren Ehre Gottes".




Zum thematischen Weiterlesen unter anderem
Der Kommentar in Sachen Bundesverfassungsgericht ist in erweiterter Form auch enthalten in
Siehe auch:
"Der Mullahstaat hat entschieden" in:
http://27093.foren.mysnip.de/read.php?27094,119682,119682#msg-119682
(und dortige Folgepostings)