Narrentum

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 04. Dezember 2008 12:28

Da las ich doch mal in einem Buch, dass inhaltlich von mir keineswegs „geschätzt" wurde: dass ich mir aber dennoch aus dem Grunde „angetan" hatte, weil in diesem Sammelband sich auch ein erklärter Zeuge Jehovas verbreitete.
Selbiger betrieb vor dem WTG-Ukas auch mal eine Webseite.
Nach dem WTG-Ukas dann nicht mehr.

Und in diesem Buch las ich auch den Satz (nicht von ihm, sondern von einem anderen der dort versammelten Verfasser)

Zitat:
"Nachdem ich in meiner vorigen Inkarnation noch nicht 17-jährig 1945 den Heldentod gefunden hatte (schuld daran war ein Oberleutnant Kunze, der einen Sturmlauf gegen eine feindliche Stellung befohlen hatte; vielleicht erinnert sich noch jemand daran), inkarnierte ich mich 1949 neu und wurde am 30. Juni in München als ältestes von drei Geschwistern geboren…"

Aua, da drehte sich mir doch der Magen um, bei solcherlei „Weisheiten".
Tja was soll man dazu nun sagen. Religionsfreiheit beinhaltet ohne Frage auch Narrenfreiheit.
Wie ich den eben zitierten einordne (Narr) sagte ich bereits.
Dieweil es Religions- und Narrenfreiheit als Verfassungsmäßiges Recht gibt, kann man dagegen eigentlich nichts machen. Das weis auch ich.
Beinhaltet nun diese Erkenntnis auch die Zwangsläufigkeit, sich bei solchen und ähnlichen Themen einen „Maulkorb" anzulegen?
Ich meine nicht.
Mich interessiert grundsätzlich nur was auf öffentlichen Plattformen, öffentlich zu lesen ist. Gibt es auf öffentlichen Plattformen, auch etwa Teilbereiche, die eben nicht für all und jeden lesbar sind, interessieren mich diese Teilbereiche schon nicht mehr.

Aber jetzt habe ich auf solch einer vorskizzierten öffentlichen Plattform einen Satz gelesen, den ich mir erlaube auch öffentlich zu kommentieren, als meiner Meinung nach Narrentum.

Und dieser dort lesbare Satz hat die Formulierung:
„Heute um 11:35:2
Re. Wie definiert ihr die Seele?
Meine letzte Inkarnation bzw. mein Tod lag im Jahre 1939"

Tja da kann ich wohl nur noch einmal zusätzlich anfügen.
Ich sehe meine Grundsatz-Entscheidung, Distanz zu diesen Gefilden zu wahren, einmal mehr bestätigt.

Re: Narrentum

geschrieben von: Maxi

Datum: 04. Dezember 2008 14:58

Lach doch einfach über solchen Schmarrn!
Schlimm ist nur, wenn solche Leute anderen gute Ratschläge erteilen!

Re: Narrentum

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 05. Dezember 2008 07:02

In der Esoterik-Szene geht es hüh und hott her. Und zur relativen Sorge der Großkirchen dabei gehört auch dass selbige wie man zu formulieren pflegt dem Bereich „vagabundierender Religiosität" zuzuordnen sind.

„Vagabunden" wollen sich organisatorisch nur selten vereinnahmen lassen. Will aber eine Funktionärsschicht die von ihr Betörten „nach Strich und Faden melken", sind halt feste organisatorische Strukturen vonnöten.
Nicht ausgesprochenes, aber faktisches Credo der „Großkirchen sind eben feste Strukturen als Dogma.

Woran der Einzelne dabei „glaubt" ist für die kirchlichen Apologeten eher zweitrangig, wenn das Kriterium fester Strukturen gegeben ist.
Und hat man solch einen „Verein" mal aufgegabelt, dann erst, als zweites zu „lösendes Problem", müht man sich ihn zu einer den Großkirchen doch möglichst freundlichen Haltung zu bringen.

Bei den sogenannnten „Landeskirchlichen Gemeinschaften" hatte diese Kalkül ja noch halbwegs geklappt. Bei der übrigen „Sektenszene" erheblich weniger.

Immerhin beobachten die Großkirchen sehr wohl die Sektenzene. Wo es sich halbwegs machen lässt, müht man sich auch „goldene Brücken" zu bauen. Zum Jammer der Großkirchen ist aber die „Nachfrage" nach selbigen, äußerst bescheiden.

Im Rahmen der diesbezüglichen Sondierung, hatte mal ein kirchlicher Funktionär, Matthias Pöhlmann von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, in der Zeitschrift seiner Institution (Materialdienst der EZW im Jahre 2001 Heft 5/2001) einen Artikel publiziert mit der Überschrift:

„"Sie haben eben mit Jesaja gesprochen!"
Zu Besuch beim Lichtkreis Christi in Berlin"

Nun kennt in der breiteren Öffentlichkeit, außer ein paar rar gesäten Spezialisten, kaum einer den besagten „Lichtkreis Christi".

Das ist dann das exotische Beispiel wie diese Thesen des Narrentums auch schon in organisierter Form existieren.
Denn auch das kennt man ja. Wo drei Deutsche leben, da müssen unbedingt zwei Vereine im Vereinsregister angemeldet werden. Klappt es, die dann gar noch als „Gemeinnützig" deklarieren zu können, lassen sich dann ja perspektvisch für den Vereinsvorstand auch noch „Aufwandsentschädigungen" und ähnliches abzweigen.

Zum Thema „Lichtkreis" begrenzt auf Internet-Quellen (und die sind rarer als etwaige fallweise noch heranzuziehende Print-Quellen) noch

gott-ist-meine-kraft.info/4-Dateien/Kurt_Hutten_ueber_den_Lichtkreis_christi.htm

www.ekd.de/ezw/246DEA267DE64548B646FBF4B66E519D_stichwort_neuoffenbarer.php

Re: Narrentum

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 06. Dezember 2008 20:17

Noch ein Beispiel.
Gelesen in dem 1925 in St. Gallen (Schweiz) erschienenen Buch von J. Böni mit dem Titel „Moderne Schwarmgeister".
Und dort wiederum im Abschnitt über Rudolf Steiner. Letzterer besitzt noch heute eine gewisse Relevanz, etwa in der „Waldorf"-Schulbewegung, die maßgeblich von ihm inspiriert ist.
Und des weiteren in der sogenannten „Anthroposophie" (von ihm begründet).
Nun aber noch der entsprechende Auszug aus den Ausführungen von Böni (S. 83f.)

„Zwei angesehene Lehrerinnen, beide Schülerinnen von Dr. Steiner, die Schwestern Frls. Brandt, beschlossen ihr junges Leben im Irrenhaus und durch Selbstmord. In Dornach-Arlesheim wurde ein Frl. Stock, die Tochter eines Fabrikanten aus Krefeld, wegen anthroposophischer Übungen geistesgestört und mußte versorgt werden, ebenso eine dritte. Frls. Brand, die dieser Übungen wegen in einem Irrenhaus in München verbleiben muß. Nervosität und Hysterie werden in der Steinerschen Schule vielfach gezüchtet.

Steiner dagegen lehrt ausgesprochen die Wiederverkörperung des Menschen.

In seiner esoterischen Lehre sagt Steiner Seite 28 daß er in etwa 2100 Jahren einmal als Mann und einmal als Frau wieder zur Welt komme, bis er die ganze Welt und mit ihr unsere Bestimmung erreiche. Steiner behauptete anno 1898, er sei sich klar bewußt in einer früheren Existenz Brahmane von Allahabad gewesen zu sein.
In Steiners Umgebung sollen sich, wie ausgetretene Schüler bemerken, der wiederverkörperte Salomon und die Königin von Saba, Paulus und etliche zwanzig Magdalenen aufgehalten haben. Johannes der Täufer soll als Raffael und als der Dichter Novalis wiedergekommen sein."

Re: Narrentum

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 09. Dezember 2008 06:09

„Hochzeit mit der Astralgattin“, betitelte die „Freiburger Zeitung“ vom 9. 12. 1928 einen Bericht. Und zu den Skurillitäten des Berichts gehört auch wie da ein reicher, älterer Gutsbesitzer, nach Strich und Faden ausgenommen wurde. Der Spiritistenzirkel, in den er da hinein geriet suggerierte ihm (den 75jährigen) er werde mit dem Geiste einer Dame bekanntgemacht, „die in ihrem früheren Leben seine Gattin gewesen sei“ ...
Wie es so weiterging kann man dann ja bei Interesse in dem Artikel selbst nachlesen.

http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=09r6&year=1928&month=12&project=3&anzahl=4


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