„Sicherlich stehen der Erde und der Menschheit noch weit größere Überraschungen bevor, wenn im nahen Königreiche Gottes der neue König der Erde der Menschheit vermehrte Weisheit und Intelligenz geben wird, sodaß durch ihre Arbeit die ganze Erde ein weltenweites Paradies werden soll, wenn Gottes Gunst ihre Arbeit segnen wird."

Diese euphorische, das „Goldene Zeitalter" wieder einmal beschwingende Aussage, kann man als Schlusssatz eines Artikels in der Magdeburger Ausgabe des GZ vom 15. 2. 1924 (Berner Ausgabe bereits am 15. 11. 1923) lesen.
Was ist es was das GZ da so beflügelt? Nun es ist der Bericht über eine „neue Frucht" Loganbeere genannt.

An Details berichtet das GZ dazu:

„Wenn man uns an der Küste des Stillen Ozeans von der Loganbeere als von einer neuen Frucht reden hören würde, so stellt man uns unbedingt mit einem Schläfer auf eine Stufe und könnte denken, daß wir mindestens vierzig Jahre verschlafen haben. In jenen sich so riesenhaft entwickelnden Gegenden ist alles, was zehn Jahre alt ist, alt, was zwanzig Jahre alt ist, sehr alt, was dreißig Jahre alt ist, altertümlich und was vierzig Jahre alt ist, vorzeitlich.

Ungewollt und durch Zufall züchtete im Sommer 1884 der Richter J. H. Logan in Santa Cruz, in Californien, in seinem Garten durch eine Kreuzung zwischen der roten Antwerpener Himbeere und der dürftigen schwarzen wilden Brombeere, die Loganbeere, die er nach sich selbst benannte. Farbe und Äußeres der Frucht sind wie bei der Himbeere und ihr Geschmack ist wie bei der Himbeere und Brombeere gemischt und viel pikanter, auch die Farbe ist viel leuchtender als wie bei den Elternfrüchten. Die Frucht ist manchmal 1 ½ Zoll lang und hat die Form der Brombeere. Der Geschmack ist ganz ausgezeichnet.

Die Loganbeere kann, wie die Kalifornier selbst, einen Winter, wie wir ihn gewohnt sind, nicht aushalten. Sie gedeiht besonders gut in Kalifornien, in Teilen von Washington und Britisch Columbia westlich des Caskadischen Gebirges ebenso in den wärmeren Tälern von Luano, nicht aber in anderen Gegenden der Vereinigten Staaten. Die Pflanze ist sehr empfindlich gegen rasche Übergänge von Wärme zur Kälte. Seit 1885 hat sich die Frucht sehr verbreitet und viele befassen sich mit ihrer Aufzucht."


In dem eben zitierten Artikel wurde der Geschmack dieser Frucht als „pikant" und „ausgezeichnet" definiert. Was das „Pikante" anbelangt, mag man sogar zustimmen wollen. Allerdings in einem etwas anderem Sinne als die GZ-Verfasser es taten.

Diese „Pikanterie" eröffnet sich dann, versucht man sich etwa andernorts etwas weiter sachkundig zu machen. Und da wird diese „Pikanterie" etwas anders definiert, mit säuerlich!

Wenn das mal nicht ein grundsätzlicher Fingerzeig zur GZ-Berichterstattung ist!

 

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