Richard Rudolph

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 28. Oktober 2008 12:11

Nun also vernimmt man, dass im Rahmen einer der sogenannten „Standhaft-Veranstaltungen", auch der Herr Richard Rudolph als Zeitzeuge wieder mal mit vorgestellt wird. Sicherlich für ihn garantiert nicht das „erste" Mal.

Da gab es (oder vielleicht gibt es noch) eine den Zeugen Jehovas zuzuordnende Videofirma, welche über diverse frühere „Standhaft"-Veranstaltungen Video-Aufzeichnungen machte, diese dann auch käuflich anbot.
Und just in dieser Kollektion taucht auch Herr Rudolph diverse male mit auf.

Rein vom optischen her beurteilt, ein in seinen besseren Tagen sicherlich vor Gesundheit strotzender Mann, was man ja etwa von Herrn Leopold Engleitner, wohl verallgemeinernd nicht so sagen kann.

Beide Herren aber, und das haben sie wohl gemeinsam, sind auf dem besten Wege, ein „biblisches Alter" zu erreichen.

Hat (und das ist jetzt mein Kommentar), in der Substanz Herr Engleitner nichts sonderlich relevantes (außerhalb der auch andernorts zu registrierenden „Dutzendware") mitzuteilen. Wobei er allerdings das Glück hat, einen cleveren Biographen zur Seite stehend zu haben, der wahrlich alle Finessen des Marketings grandios beherrscht.

So scheint Herrn Rudolph, von diesem Glück jedenfalls, nicht sonderlich gesegnet zu sein.

Dabei könnte man doch meinen, dass gerade die Story des Herrn Rudolph viel mehr Brisanz aufweist, als die im Vergleich dazu „langweile" Geschichte des Herrn Engleitner.

Nun ist ja Herr Engleitner in der Zwischenzeit, mit diversen Orden behängt worden. Ein Ordensüberbringer reichte praktisch dem anderen Ordensüberbringer die Klinke in die Hand.

Es hat halt etwas für sich, kann man die 100 als Lebensjahre überschreiten. Herr Engleitner wird's sicherlich bestätigen können.

So gesehen, muss Herr Rudolf vielleicht nur noch wenige Jahre warten. Vielleicht, vielleicht auch nicht.

Denn der Unterschied zwischen beiden besteht wohl auch darin, dass Herr Engleitner schon weit vor seinen 100. einen cleveren Marketing-Mann (sprich Biograph) zur Seite hatte.

Zwar vernahm man erst vor so noch nicht übermäßig langer Zeit, via „Hamburger Morgenpost", dass auf einem dortigen ZJ-Kongress auch der Herr Rudolph für die Journalisten in Reserve gehalten wurde.
archiv.mopo.de/archiv/2008/20080721/hamburg/panorama/wie_harmlos_sind_die_zeugen_jehovas.html
So richtig „angebissen" indes scheint auf diesem Kongress keiner von der Journalistensparte zu haben.

Dabei wäre eine objektive Darstellung seines Schicksales durchaus interessant (meiner Meinung nach).
Stichwort:
Im Naziregime zum Tode verurteilt.
Trotzdem überlebt habend.
Stichwort: Doppelverfolgter (Naziregime und Ostdeutschland).

Allerdings, nehmen sich nur die WTG-Strategen seines Falles an. Was dabei herauskommt, kann man „bis zum kotzen", innerhalb der seinerzeitigen WT-Serie „Mein Lebensziel verfolgend" studieren.

Es wäre schon notwendig, dass ein externer Journalist sich seiner Thematik annähme, der es auch versteht, notwendige „Zwischentöne" nicht unter den Teppich zu kehren, sondern mit zum tragen zu bringen.

Ein älterer Zeitungstext (aus dem Jahre 2005) erweckte den Eindruck, als wolle ein Herr Thomas Malessa, selbiger wohl offensichtlich den Zeugen Jehovas zuzuordnen, seine Biographie mal näher aufarbeiten.

Vorübergehend noch im Google-Cache erreichbar. Nicht jedoch mehr die eigentliche Seite. Und was das heißt ist auch klar. Die Tage, wenn nicht gar Stunden, der Erreichbarkeit jenes seinerzeitigen Artikels, sind gezählt.

74.125.39.104/search?q=cache:vgaQsbzIKicJ:www.kn-online.de/news/archiv/print.php%3Fid%3D1579512%26dbci%3D1+Richard+Rudolph+Jehovas&hl=de&ct=clnk&cd=1&gl=de

Beschränkt man sich auf das, was den öffentlich zugänglich ist. (Sprich: Buchhandel und Internet) scheint da wohl bei Herrn Malessa nicht viel mehr als wie „heisse Luft" zustande gekommen zu sein. Er sollte sich mal ein Beispiel an dem Österreichischen Engleitner-Biographen nehmen.

Was den Herrn Malessa anbelangt, ist sicherlich auch der nachfolgende Link aufschlußreich:

www.wdr.de/themen/panorama/9/zeugen_jehovas/070624.jhtml

Vielleicht ist aber das schon aus Zeitgründen kaum möglich. Wie man ja nicht erst seit heute weis, vereinnahmt die WTG, die ihr Hörigen zeitlich so sehr, das kaum noch für etwas anderes Zeit übrigbleibt.

Links im Bilde, Rudolph auf einer der seinerzeitigen „Standhaft"-Veranstaltungen.


Man vergleiche auch

http://forum.mysnip.de/read.php?27094,639,3713#msg-3713

Re: Richard Rudolph / - Kobe -

geschrieben von:  X ~ mysnip

Datum: 29. Oktober 2008 23:04

Annemarie Heckmann
,,Schwabstedt - Richard Rudolph ist 93 Jahre alt. . . .
Als Zeuge Jehovas verbrachte er Jahre hinter Gefängnismauern. . . .
Drei Wochen im November verbrachte Rudolph in Begleitung von dem Historiker Thomas Malessa in Japan - eine Reise, die unter anderem auf Einladungen der Universitäten in Kobe, Kioto und Osaka beruht.
"Gerade dass junge Menschen zuhören ist wichtig", sagt Rudolph, der trotz seines Alters und außergewöhnlich vital wirkt."

>>> 74.125.39.104/search?q=cache:vgaQsbzIKicJ:www.kn-online.de/news/archiv/print.php%3Fid%3D1579512%26dbci%3D1+Richard+Rudolph+Jehovas&hl=de&ct=clnk&cd=1&gl=de

Für junge Menschen die zuhören; nicht nur in Kobe!
>>> http://forum.mysnip.de/read.php?27094,10612,10638#msg-10638

Re: Der 9. November wirft seine Schatten voraus

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 04. November 2008 05:46

Jener Tag im Jahre 1938, unrühmlich in die Geschichte eingegangen, mit dem verharmlosenden Begriff „Reichskristallnacht" .

Das solcherlei Daten dann als Grundlage für Gedenkveranstaltungen dienen, ist ja nachvollziehbar und legitim.

So vernimmt man etwa in einem Hamburg bezüglichen Text auch den Satz:
Das „Schicksal des am 6. November 1890 in Harburg geborene Karl Reese dokumentiert, der im August 1937 zusammen mit 14 weiteren Angeklagten vom Hanseatischen Sondergericht zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt wurde, weil er sich für die verbotene ... ... "Internationale Bibelforscher-Vereinigung" betätigt hatte.
Im Oktober 1937 wurde er in das KZ Sachsenhausen in Oranienburg bei Berlin überführt. Zweieinhalb Jahre später war er tot.
Nach ihm wurde 1987 eine Straße in Harburg benannt."

www.die-harburger.de/Szene-Kultur/Gedenken-an-NS-Opfer-im-Harburger-Rathaus.html

www.han-online.de/HANArticlePool/0000011d68e28c290057006a000a005243488086

Sein Todesdatum ist an anderer Stelle genauer Spezifizierbar.
Der 4. 1. 1940 im KZ Sachsenhausen.

Bei aller Tragik die sich diesbezüglioch offenbart, wird der Kritiker es sich nicht versagen könne, etwas Salz in die WTG-Beweihräucherungssuppe mit hinein zustreuen.
Bezüglich einer anderen Gedenkveranstaltung, jener in Bernburg , gibt es dann morgen noch an dieser Stelle, solch eine „Prise Salz".


www.abendblatt.de/daten/2008/11/04/965122.html

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