Blankoscheck

geschrieben von: Drahbeck

Datum: 04. Oktober 2008 04:23

Ein Blankoscheck ist ein „feine Sache". Namentlich für den, der sich seiner bedienen kann.
Steht es doch in seinem freiem Belieben, großzügig das Konto seines Ausstellers um jene Summe zu „erleichtern", die ihm da angemessen erscheint.

Sollten sich Aussteller und Nutzer jenes Scheck's näher stehen, mag sich das alles ja noch in halbwegs „zivilisierten" Bahnen bewegen.
Wehe aber der Fall, jene zivilisierten Rahmenbedingungen sind nicht gegeben.
Dann „gnade Gott" dem leichtfertigen Aussteller eines Blankoschecks!

Der Scheckaussteller mag ja auch noch nähere Angehörige haben. Und sollten die dann erfahren, was da vorgefallen. Ob deren Kommentare in den Ohren des „Scheckausstellers" wie „Musik" klingen. Das würde ich doch eher bezweifeln.

Nun ist die katholische Kirche für ihre „Einkaufspolitik" ja nicht unbekannt. Bekannt ist auch. Die Totalitarismus-Religion der Zeugen Jehovas hat schon einige produziert, die selbst nach vielen langen Jahren ihr noch Ade! sagten.

Und ergibt sich dann vielleicht örtlich die Situation, dass die Einkäufer der Catholica ihr Geschäft wittern, dann braucht man sich über das Resultat wohl nicht zu verwundern.

Nun befinde ich mich nicht in der Situation eines „näheren" Angehörigen des „Blanko-Scheckausstellers" Aber als in weitläufigem Kontext dazu stehend, kann man sicherlich auch meine Person bewerten.
Und da ergibt es sich, dass ich mir sehr gut vorstellen kann, wie denn andere Angehörige über solch einen Blanko-Scheckaussteller denken mögen!
Und ich sage wohl nichts falsches, rekapituliere ich.
Die Mehrheit jener Angehörigen wird kommentieren.
O je, ausgerechnet die Catholica!
Jede andere (meinetwegen auch exotische) Sekte, notfalls „ja".
Aber doch um Himmelswillen nicht in den Verein des Herrn Papstes!

Nun ist wieder mal zu registrieren. Der Verein des Herrn Papstes, hat einen Überläufer aus dem vormaligen Zeugen Jehovas-Milieu „aufgekauft". Das ist nicht seine Formulierung; zur vorbeugenden Feststellung. Es ist meine Formulierung auf Meinungsebene.

So oft kommt das wohl selbst im Verein des Herrn Papstes nicht vor. Und weil nun solch ein relativ seltener Fall vorliegt, nutzen die Einkäufer des Herrn Papstes auch gleich die Chance, das „kunstgerecht" zu vermarkten.

Ergo will das im konkreten Fall sagen. Man bot ihm Chance zu einer Buchveröffentlichung.

Nun haben die Einkäufer des Herrn Papstes dabei allerdings ein gewisses Manko. Keine reguläre Buchhandlung interessiert sich für dieses Buch. Es ist schon eine Direktbestellung beim Verlag vonnöten.

Aber irgend was muss ich ja zu dem Buch nun doch noch sagen.
Sein Autor heißt Manfred Blank. Und sein Familienname war mir „Inspiration" zu vorstehender Einleitung.
Wer darüber nicht erfreut sein sollte (was ja durchaus nachvollziehbar wäre) der sei daran erinnert, dass mich auch das Buch des Herrn Raimund Kurz zu einer ähnlichen Persiflage veranlasste („Zu kurz gegriffen") Worüber ja bekanntermaßen, auch Herr Kurz nicht erfreut war.
Siehe dazu:
Parsimony.20131

Wie weis schon der Volksmund zu berichten:
„Ist der Ruf erst ruiniert - lebt es sich ganz ungeniert".
Ergo habe ich jedenfalls keine „Bauchschmerzen" das nun im Fall Blank zu wiederholen.
Der Titel seiner Schrift;
„Zeugen Jehovas und ihre Botschaft - Wie kann man ihnen als katholischer Christ begegnen?"

22 Jahre sei der Autor Zeuge Jehovas gewesen. Nun ja, andere brachten es auf eine noch höhere Jahreszahl, vor ihrem letztendlichem WTG-Ausstieg.

So meint der Autor etwa:

„Die Ablehnung der katholischen Tradition durch die Zeugen Jehovas, macht es zwar Katholiken schwerer, ihnen das eigene Glaubensverständnis und die Schätze des katholischen Glaubens nahe zu bringen, aber es ist nicht unmöglich."

Nun ja, im einsamen Wald gibt kräftiges Singen wohl auch Kraft, wäre mein Kommentar dazu.

Unvermeidlich, bietet auch dieser Autor erst mal einen allgemein gehaltenen Geschichtsabriss.
Wer dabei neues mitgeteilt zu bekommen erhoffen sollte, täte gut daran, seinen Erwartungshorizont zurückzuschrauben.

Jene Formulierung „Allgemein gehalten" scheint mir das Charakteristikum des ganzen Buches zu sein.
Sein Verfasser hat zwar 230 Buchseiten „gefüllt", ist aber dabei kaum über Allgemein-gehaltenes hinausgelangt. Zumindest in der Sicht jener, die vordem schon einiges thematisches gelesen haben.
So ortet er etwa Rutherford's Beth Sarim schon dem Jahre 1925 zu. Sachlich falsch. Jener Coup fand erst ein paar Jahre später statt.

Da er ja nun speziell Katholiken ansprechen will, kann es ja sein gemäß dem Weisheitsspruch, dass „unter Blinden der Einäugige König ist", dass dieser Leserklientel vielleicht der eine oder andere Aha-Ausruf entfährt.

Ich kann auch nicht erkennen, dass er nun spezifisch Kontroversen zwischen Zeugen Jehovas und der katholischen Kirche aufgearbeitet hätte.
Sein Buch hätte, fast ohne wesentliche inhaltliche Abstriche, ebensogut etwa in einem evangelikalen Verlag erscheinen können.

Der Knackpunkt dürfte allerdings dann der sein, dass letztgenannte Verlage dem Autor unmissverständlich zu verstehen geben würden. Wenn er denn seine Ausführungen in konventioneller Form gedruckt lesen möchte, müsse er halt auch in finanzielle Vorleistung dafür treten, was heutzutage in der Verlagslandschaft, gar kein so seltener Fall mehr ist.

Ein evangelikaler Verlag würde jedenfalls nach meiner Einschätzung, nicht das finanzielle Risiko zu eigenem Lasten, in diesem Falle übernehmen.

Da hat der Autor, dieweil er wohl doch noch einigen Katholiken eine gewissen „Aha-Ausruf" abzutrotzen vermag, eben in dieser Klientel etwas mehr Glück.

Aber auch das sage ich. Etwa der renommierte katholische Herder-Verlag würde sein Buch wohl kaum herausgebracht haben. Da müssen halt schon „Nischenverlage" gesucht und gefunden werden.

Man liest in diesem Buch auch weiter etwa den Satz:

„Es ist sicher keine Überraschung, dass im Lehrgebäude der Zeugen Jehovas für die, in der katholischen Kirche gebräuchliche Verehrung der Gottesmutter Maria und der Anrufung von Heiligen kein Platz ist."

Ja und? Wäre meine Rückfrage dazu. Muss ich erst 230 Seiten durchlesen, um das zu erfahren?
Den Aufwand kann man sich doch sicher sparen. Man weis es auch schon vorher.

Nun werden die Katholiken bei ihrer genannten Verehrung bleiben, und die Zeugen Jehovas bei der Ablehnung selbiger.
Was hat der Autor in der Substanz also „bewegt"?
Meines Erachtens hat er nichts „bewegt".
Die Katholiken bleiben bei ihrer Auffassung „wie recht sie denn hätten"; und die Zeugen bei ihrer Ablehnung. Also hat er um des Kaisers Bart herumgeredet.
Man kann seine Zeit wahrlich auch sinnvoller verwenden!

Zu seinen Allerwelts-Weisheiten zähle ich auch die Aussage:

„In vielen Pfarrgemeinden sind diejenigen, die Gottesdienste besuchen und die Aktivitäten der Gemeinde unterstützen, sehr gut bekannt. Meistens gibt es da einen festen Kreis von Mitarbeitern, wo jeder jeden kennt und jeder vom anderen weiß, wo er sich engagiert und auf welchem Gebiet man ihn zur Mitarbeit motivieren kann. Taucht jemand Neues im Gottesdienst oder bei irgendwelchen Veranstaltungen auf, ist man leider oft sehr zurückhaltend. Es findet zwar noch die obligatorische Begrüßung statt, aber Fragen nach der Person oder dem Grund seines Kommens werden in unserer, auf Distanz bedachten Gesellschaft, kaum gestellt. Man möchte einem Fremden auf keinen Fall zu nahe treten. Das hat dann allerdings zur Folge, dass jemand eine Veranstaltung zum letzten Mal besucht hat."

Ja und, wieder die Rückfrage an Herrn Blank.
Glaubt er im Ernst, weil nun auch er darauf hinweist, dass sich deswegen die eingeschliffen Stukturen in der katholischen Kirche wirklich ändern?

Das erscheint mir dann doch wohl eine zu starke Portion von unberechtigtem Optimismus zu sein.

Damit mag denn mein Urteil seinen Abschluss gefunden haben. Eine Leseprobe des Buches gibt es auf der Verlagsseite auch im Internet.


http://www.bernardus-verlag.de/product_info.php/info/p1485_Zeugen-Jehovas-und-ihre-Botschaft.html

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