Gläubige oder Spinner

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 18. Mai 2012 18:19

Ein Hans Meiser-Video, etwa aus dem Jahre 1993/94.
Thematisch überwiegend gesamte Sendung nur das Thema Zeugen Jehovas behandelnd.
Persönlich kannte ich diese Sendung noch nicht (zumal RTL nicht zu meinen bevorzugten Fernsehsendern gehört, was jetzt aber nicht das Thema sein kann).
Jedenfalls sei auf dieses Video ausdrücklich hingewiesen.

Bemerkenswert empfand ich in der Moderation von Meiser auch die Angabe.
Auch die Zeugen Jehovas wurden zu dieser Sendung eingeladen, lehnten aber ab.
Selbst das Angebot, noch ein externes Interview mit ihnen zu führen, das dann in jene Sendung mit eingespielt hätte werden können, lehnten sie ab.

Da sind andere Hans Meiser Videos bekannt, etwa den Bereich Neuapostolische Kirche betreffend, wo diese mehr Courage hatte, und einzelne Mitglieder sich auch dieser Sendung zur Verfügung stellten, wohl wissend sie werden innerhalb der Sendung noch einiges zu hören bekommen, was nicht unbedingt „lieblich" in ihren Ohren klingt.

Unter anderem in dieser Sendung, mit im Interview Frau Jutta Birlenberg. Und auch Helga und Olaf Fichtner (Namen welche durch Internetpublizistik bereits bekannt sind) nebst zwei anderen Aussteigern, und auch der Günther Pape.

Mehr zum Schluss der Sendung wird ein vermeintlicher Sektenexperte vorgestellt. Den muss ich zumindest meinerseits kritisch bewerten.
Er lässt es sich angelegen sein, aus der Berlin-Wilmersdorfer „Erklärung" vom Juni 1933 zu zitieren. Soweit noch akzeptabel. In etwas zu vereinfachender Weise legt Meiser dem nach diesem Zitat den Satz in den Mund „damit seien die Zeugen Jehovas Nazis", und jener vermeintliche „Sektenexperte" bestätigt das mit dem Kurzsatz „Absolut".
Lässt man die zitierte Meinung so durchgehen, könnte man ebenso pauschal behaupten, 95 % der übrigen zeitgenössischen Religionsindustrie „waren auch Nazis".

Re: Gläubige oder Spinner

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 19. Mai 2012 06:54

Zum Thema der Hans Meiser Sendungen bei RTL siehe auch:
Hans Meiser
Dort besonders thematisiert eine Hans Meiser-Sendung vom 27. 9. 2000.
Dann wäre hinzuweisen auf NAK-Video
wo besonders die Thematik der Neuapostolischen Kirche angesprochen wurde.
Weiter wurde das Thema aufgegriffen in Parsimony.17507
Dort wird auch mit angerissen. Die juristischen Kontroversen die es im Kontext einer die Zeugen Jehovas thematisierenden Hans Meiser Sendung aus dem Jahre 1997 gab.
Entscheidend ist, die eigentliche Sendung indes wurde ausgestrahlt. Lediglich beim Vorankündigungstext zu dieser Sendung, auf der RTL-Webseite, musste der Sender partiell zurückstecken.
Eine eher subjektive Reminiszenz, bei der gleichwohl eine der Hans Meiser-Sendungen mit hineinspielte, in:
Parsimony.3364
Eine externe Bewertung von Hans Meiser Sendungen in einer Hochschulschrift
Wenderoth2

Ich hatte schon mal früher verlautbart, weiterhin würden thematische Hans Meiser-Sendungen gesucht. Zwar ist damit jetzt eine davon aufgetaucht, welche diesem Kriterium zuzuordnen ist. Aber nach Sichtung des Materials in Sachen Meiser bleibt weiter der Umstand bestehen, weiterhin gesucht ist die thematische Hans Meister-Sendung mit Zeugen Jehovas-Bezug vom Anfang des Jahres 1997. Die ist weiterhin - auch bei Youtube - nicht erreichbar.
Was nun jene jetzt aufgetauchte Sendung aus dem Jahre 1993 anbelangt, lässt sich deren Sendetermin weiter lokalisieren. Gesendet am 4. Februar 1993.
In dem von Hans Hesse herausgegebenen Buch „Am mutigsten ..." gibt es ab etwa Seite 318f. auch einen Aufsatz des WTG-Funktionärs Slupina. Letzterer hat dann ja derzeit seinen damaligen Mit-Kollegen Wrobel beerbt, für den der Manchesterkapitalismus der WTG keinen Platz mehr in deren deutscher WTG-Zentrale übrig hat.
Eine Erfahrung die vor Wrobel schon ein Herr Erich Frost sammeln durfte (musste). Erweist es sich, auf Grund individueller Umstände, es könnte für die WTG ein größerer Kostenaufwand entstehen (etwa beispielhaft wegen gesundheitlicher Probleme davon Tangierter), dann ist der Manchesterkapitalismus der WTG sich nicht zu Schade, die davon Betroffenen umgehend „hinauszukomplementieren". Nichts da dann mehr mit „lebenslanger Versorgung" dieser vormaligen WTG-Mitarbeiter. Allenfalls wäre zu fragen, ob die denn wenigstens eine Art Abfindung erhalten haben.

Ich unterstelle mal - bis zum Beweis des Gegenteils (die Abfindung die ein Raymond Franz in den USA WTG-seitig erhielt, erwies sich gemessen an sonstigen dortigen Abfindungsfällen in der „freien Wirtschaft", eher als unbedeutend in ihrer „Größen"ordnung). Was denn nach meiner Einschätzung die Herren Frost und Wrobel ähnlich auskosten durften.
Aber da Herr Wrobel offenbar mit seinem derzeitigen Status „sehr zufrieden ist", wird man doch immer wieder aufs neue an den Spruch erinnert, dass die dümmsten Schweine sich ihren Metzger selber suchen, und das wem nicht zu raten, dem auch nicht zu helfen sei.

Wie auch immer. In genanntem Hesse-Buch, kommt Herr Slupina in einer unscheinbaren Fußnote (77) auch auf jene Hans Meister-Sendung aus dem Jahre 1993 zu sprechen.
Bei Slupina (S. 326) liest sich das dann so:

„Auf der Eingangstür des Königreichssaals der Gemeinde in Saarlouis wurde ein Hakenkreuz und „1933" aufgesprüht. Das geschah nach einer Fernsehsendung, die am 4. Februar 1993 ausgestrahlt wurde."

Nun gilt es solcherlei Schmierereien keineswegs zu entschuldigen. Da gibt es nichts zu entschuldigen. Indes ist zumindest meiner Meinung nach, der Kontext einen Zusammenhang zwischen jener Hans Meiser-Sendung und jener Nazi-Schmiererei herzustellen, ziemlich weit hergeholt.
Und wenn es bei den tatsächlichen Tätern, solch einen Zusammenhang gegeben haben sollte, dann ist diesen Tätern ausdrücklich das Gehirn eines Spatzen zu attestieren.
Und leider gibt es nun mal Dumme und Super-Dumme auch in diesem Lande. Was für die jeweilige Initialzündung ist, ihre Super-Dummheit unter Beweis zu stellen, kann sehr wohl verschiedene Ursachen haben.
Anhand der Kommentierung eines Königreichssaal-Brandes, der seinen Niederschlag sogar in einem im Buchhandel erhältlich gewesenen Buch gefunden hat, werde ich auf diese These nochmals zurückkommen. Kommentierung dazu, nach bisheriger Konzeption, voraussichtlich etwa am 29. Juli.
Herr Slupina fühlt sich in seinem Aufsatz auch noch bemüßigt, diesen und ähnliche Vorfälle seinerseits zu instrumentalisieren.
Dazu verweist er auch auf die Urteilsbegründung des Bundesverwaltungsgerichtes (vom 26. 6. 1997) mit dem darin enthaltenen Detailsatz:

„Die Klägerin bringt dem demokratisch verfaßten Staat nicht die für eine dauerhafte Zusammenarbeit unerläßliche Loyalität entgegen."

Nun weis man zwar, das war noch nicht, das letzte gerichtliche Wort in der Angelegenheit. Gleichwohl, wurde es so schon mal im Jahre 1997 ausgesprochen. Und die nachfolgende Entwicklung konnte daher in dem 1998 erstmals erschienenen Hesse-Buch, noch nicht berücksichtigt sein.
Und nachdem Herr Slupina weinerlich vorgenannten Gerichtssatz zitiert hatte, verweist er auf das Naziregime und Ostdeutschland, und deren Zeugen Jehovas-Politik, um dazu zu kommentieren.

„Es fragt sich, ob diese historischen Fakten bei der Urteilsbegründung vergessen worden sind."

Also spielt Herr Slupina „gekonnt" auf der Klaviatur des Lobbyismus.
Herrn Slupina ist zu entgegnen. Im Falle des Ostdeutschen Regimes, war die WTG nur Trittbrettfahrer. Nicht ein erklärter Zeuge Jehovas, nahm etwa an den Leipziger Montagsdemonstrationen des Jahres 1989 teil.
Aber ihren Lobbyismus in politische Münze umzusetzen, dazu waren und sind sich auch Trittbrettfahrer noch nie zu schade gewesen!

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