Berlin-Marzahn

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 09. September 2008 14:31

Info-Stand von Religionsgemeinschaft beschädigt
... Ein betrunkener Mann hat in Berlin-Marzahn einen Informationsstand der Religionsgemeinschaft Zeugen Jehovas beschädigt und die beiden Standbetreuer antisemitisch beschimpft. Auf dem Vorplatz der Havemannstraße trat er am Montag gegen den Stand und beleidigte die beiden 28 und 70 Jahre alten Männer, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Der 30-Jährige wurde festgenommen und musste zunächst ausnüchtern. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen

newsticker.welt.de/index.php?channel=ver&module=dpa&id=18886758

Re: Berlin-Marzahn

geschrieben von: Maxi

Datum: 09. September 2008 18:08

Diese Sache hat zwei Gesichtspunkte:

1. man pöbelt nicht an und beschimpft auch nicht unsachlich
2.da die Zeugen in Berlin die Anerkennung als KdöR bereits besitzten sind sie schnell bei der Hand den Staat anzurufen und um entsprechenden Schutz zu bitten

Re: Berlin-Marzahn

geschrieben von:  Stefan75

Datum: 09. September 2008 18:18

Es ist natürlich von der Gemeinde der Zeugen auch verantwortungslos, so ein Stand in einen Stadtteil zu plazieren, wo so etwas öfter vorkommt.

Ich erinnere mich an eine Zeitungsmeldung vor einigen Jahren, wo rechtsextreme einen Infostand der NPD in HH-Altona aufbauten (Ein Stadtteil, wo sehr viele Linke und Ausländer wohnen.)
Der Stand stand dort ca. 10 minuten, dann brannte er.

Der Mut der Zeugen ist natürlich zu loben, aber es sieht eher nach Aufmerksamkeit erhalten aus.

Re: Berlin-Marzahn

geschrieben von:  Drahbeck

Datum: 09. September 2008 18:4

An eine Pöbelszene kann ich mich auch noch erinnern.
Als etwa Zwölfjähriger (ich damals) war eine damalige „Schwester Linientreu" zu Besuch.
Die hiess nicht so, dass ist nur der Spitzname den ich ihr rückblickend geben würde.
Und irgendwie hatte sie meine Mutter dazu überredet, dass ich sie zu begleiten hätte. Die „Sightseeing-Tour" die sie denn mit mir veranstaltete, führte erst mal (das war noch vor dem DDR-Mauerbau) von Ostberlin nach Westberlin.

Dort besuchte sie eine andere Schwester der Sorte „Linientreu". Da gab es dann erst mal ein relativ fürstliches Mittagessen.
Tja da ich ja dafür nichts zu bezahlen hatte war wohl eine andere Form der Bezahlung angedacht.

Als nächstes ging es dann in Richtung des Berliner S-Bahnhof Wollankstr. Das war faktisch so eine Art „Grenzbahnhof". Die Bahnanlagen gehörten zu Ostberlin. Indem Moment aber wo man das Bahnhofsgebäude verliess, befand man sich in Westberlin.

Und „Vorsorglich" hatte Sie sich mit „WT" und „Erwachet!" eingedeckt, und stand da nun in Zeugenmanier, wie ein Ölgötze mit den WT-Schriften vor besagtem Bahnhof. Und auch mir war denn ein analoges Rollenspiel zugedacht.
Das kannte ich ja so, als in Ostberlin lebend nicht. Na ja, was neu ist, macht man halt mit,

Und etwa - na vielleicht waren es 20 Minuten - kam da ein Passant, und fing an, auf mich zeigend, lauthals Zeter und Mordio zu schreien. Das gab einen richtigen Auflauf.
Angesichts dieser Erfahrung, wurde dann doch der Zeitschriftendienst wieder abgeblasen.

Am selben Tage lernte ich dann noch, in Begleitung von besagter Schwester „Linientreu", einen Westberliner Königreichssall von innen kennen. Auch die Erfahrung war für mich neu.

So schwach in Erinnerung ist mir noch die dortige Schlussansprache. Da wurde nämlich kräftig um Geld „gebettelt". Es wurde von der Bühne herab verkündet. Es seien zwei Artten von Spendenkästen im Saat aufgestellt.

Der eine der reguläre, und der andere für irgend ein Bauvorhaben.
Und den Anwesenden wurde massiv nahegelegt, doch bitte schön beide Sorten von Spendenkästen, kräftigst aufzufüllen.
Mich betraf das zwar nicht im engeren Sinne. Gleichwohl habe ich an diese Episode auch später noch denken müssen.


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