Herr Willi Pohl
geschrieben von: Drahbeck
Datum: 05. März 2008 07:09

Der Weg allen Irdischen, hat nun am 22. 2. 2008, dem Vernehmen nach nun auch Herrn Pohl erwischt. Es ist eigentlich relativ still um diesen Umstand. Da gibt es ja einige Zeugen, die „füttern" einschlägige im Internet vertretene Pressedienste, selbst mit den allerbanalsten Meldungen. So kürzlich mal wieder die Mitteilung über einen Kreisaufseher, welcher nach dreijähriger Tätigkeit ein neues Tätigkeitsfeld von der WTG zugewiesen bekam. Oder die obligaten Reklame-Meldungen für den 22. 3. („Gedächtnismahl") Aus derselben Ecke, oder von der WTG auf ihrer Webseite oder ähnliches, indes vernimmt man in Sachen Herrn Pohl nichts.

Man braucht sicherlich kein Prophet zu sein um vorauszuahnen, dass wenn es im Falle des zwischenzeitlich mit vielen Orden behängten Herrn Leopold Engleitner, ein ähnliches Ereignis eintreten mag (irgendwann in der Zukunft nach menschlichem Ermessen beurteilt), dass dann wieder mal die Reklametrommel gerührt wird.

Mit dem Namen Pohl verbindet sich wohl zugleich auch das Ende einer Ära. Als noch Jugendlicher unmittelbar nach 1945, als mit einer der ersten aus Deutschland, zur WTG-Schule „Gilead" beordert, damit dann für höhere Weihen im Deutschsprachigem Gebiet vorgesehen, kann man ihn in einem Bild zusammen mit den anderen einschlägigen Koryphäen Erich Frost und Konrad Franke „bewundern".
http://www.manfred-gebhard.de/Frost.jpg

Beide Vorgenannten hat Pohl in der Tat in Amt und Würden überlebt. Beide Vorgenannten mussten indes zum Ende ihrer WTG-Karriere einen empfindlichen Knick hinnehmen. Nicht so Herr Pohl.

Bezüglich seiner Person hatte ich mal die Frage gestellt, ob er denn wohl auch wie der Herr Friedrich Adler, (nach dessen Entlassung aus langjähriger DDR-Haft) für den Erhalt seines mageren Gnadenbrotes im „Bethel", eine Schreddermaschine betätigen müsse, da die WTG ja grundsätzlich keine vermeintlich „unnützen Esser" „durchfüttert". So wie es aussieht ist Herrn Pohl wohl das Adler'sche Schicksal erspart geblieben. Und das im durchaus doppelten Sinne. Herr Pohl „beorderte" zwar durch sein verantwortliches Agieren, etliche Zeugen Jehovas mit in die DDR-Gefängnisse hinein. Womit der Schuldanteil der sogenannten „DDR" bei dieser Sachlage mitnichten in Abrede gestellt wird. Aber ergänzend eben auch festgestellt wird. Auch auf WTG-Seite gibt es dabei Schuldige. Mit an aller Erste Stelle zu nennen: Herr Pohl. Für sich selbst indes hat er es sehr wohl verstanden, den Grundsatz anzuwenden: „Hannemann, geh du mal voran. Nur ich nicht". „Kluge" Empfehlungen über das „rechte Verhalten" bei Verhaftungen, verbinden sich wohl auch mit seinem Namen.

Dies alles ist sicherlich keine „Laudatio"; sollte es auch gar nicht sein. Auch für einen Bin Ladin würde ich wohl kaum eine „Laudatio" schreiben. ... Den Rest des gedachten Satzes äußere ich dann nicht in Schriftform. Den mag der geneigte oder nicht geneigte Leser, denn so er mag, für sich selber noch hinzufügen.

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