Annotationen zu den Zeugen Jehovas

Kommentare zu den eingesannten CV-Ausgaben

ab Nr. 32 bis 137

Kommentare zu den Nummern 1-31 siehe:Kommentar zu den eingescannten CV-Ausgaben

ab Nr. 138; siehe: Kommentare zu den eingscannten CV-Ausgaben ab Nr.138

Kommentare zu den eingescannten CV-Ausgaben

CV 137, 1980

Eine "in Watte verpackte Drohung", ist wieder einmal in dieser CV-Ausgabe zu registrieren. Worum geht es? Schlichtweg um die nüchterne Erkenntnis, dass bei Geld die Gemütlichkeit aufhört.

Ein beträchtlicher Teil der DDR-Spendengelder der Zeugen Jehovas, wurde sehr zum Mißfallen des DDR-Staates, außer Landes geschmuggelt; dann in Westdeutschland zum für die DDR äußerst ungünstigen Kurs umgetauscht.

Nun verlautbart sich die CV dazu mit den Worten:

"Aber Du müßtest noch mehr spenden, um ein gutes Schaf zu sein, denn vergiß nicht, daß doch viele Kuriere ihr Ziel nicht erreichen konnten. Soll die WTG den Schaden tragen?

Wußtest Du, daß Du mit Deinen Spenden den Schwindelkurs mit aufgebaut hast, und daß Du ihn durch weitere Spenden stützt? Wußtest Du, daß die WTG Dich zum Komplicen von kriminellen Elementen damit macht?"

Viele Kuriere erreichen nicht ihr Ziel las man hier eben. Wunsch der CV-Schreiber, oder Realität? Ich würde meinen, man kommt der tatsächlichen Sachlage näher wenn man davon sprechen würde: Einige erreichten nicht das Ziel. Das mit den "vielen" indes würde ich dem Bereich der Fabeln, dem Wunschdenken zuordnen.

CV 137

 

CV 136, 1980

Offenbar im Zusammenhang mit der Franz-Krise, notiert diese CV-Ausgabe als relative Frühmeldung:

"Sieger schließen mit den Unterlegenen faule Kompromisse

Tiefgreifende Machtkämpfe spielen sich zur Zeit in der sogenannten 'Leitenden Körperschaft' in Brooklyn ab.

Um Skandal und Unruhe zu vermeiden, erhielten die Ausgetretenen (Ausgeschlossenen, 'denn man darf nicht austreten, man muß hinausfliegen') die Erlaubnis, bis zu ihrem Übergang in ihr neues Leben im Bethel wohnen bleiben zu können.

Erst nach ihrem vollzogenen Auszug soll die Gemeinschaft von dem 'Ausschluß' erfahren.

Warum hat man Angst vor einem großen öffentlichen Krach?

CV 136

 

CV 135, 1980

In einem "eingesandten" Artikel in dieser Ausgabe (offenbar aus theologischen Kreisen), wird insbesondere auf das Zeugen-Selbstverständnis eingegangen, die "einzig wahren" Christen zu sein. Der Verfasser meint dazu:

Man kann heute nicht mehr so denken, wie der antike Mensch damals. Das ist einfach unmöglich. Die Führer der WTG wissen dies und wollen es auch gar nicht in Wirklichkeit. …Um die negativen Folgen der Isolation zu übertuschen, unterwerfen sich die Zeugen einer Lehre, um so vor der Umwelt aufzufallen. Unabhängig, welche Folgen dies für den einzelnen im Leben haben kann. Dies allein zeigt schon, daß Jehovas Zeugen eigentlich gar nicht den ""Urchristen" entsprechen können. (Welche ursprünglich noch stark sozial orientiert waren, siehe Apostelg. 5 - und die Gütergemeinschaft praktizierten, was man von der WTG auf keinen Fall sagen kann).

CV 135

 

CV 134 , 1980

In dieser Ausgabe unter anderem: Weiteres zu dem Selbstmord zweier Jugendlicher aus den Reihen der Zeugen Jehovas.

CV 134

 

CV 133 , 1980

Zitat aus einem in dieser Ausgabe veröffentlichten Erfahrungsbericht:

Ich habe selbst erlebt, wie man von Angstpsychose angesteckt wird. Einmal als ich meine Wohnung verließ, fühlte ich mich beobachtet - ein Mann ging hinter mir her. Ich machte einen langen Umweg, ehe ich zur Versammlung ging. Fünfmal wurde ich dann in der Zusammenkunft gefragt, ich hatte von der Sache erzählt: "Hast du auch wirklich keinen mehr gesehen? Wir dürfen Jehovas Werk nicht gefährden." - Später stellte ich fest, daß der "Verfolger" im Nachbarhaus wohnte.

Daß Jehovas Zeugen, verführt und angeführt durch die WTG, selbst an diesem "Illegalitätsrummel" schuld sind, ist ihnen nicht bewußt. Auch das ist nur eine Methode, eine Pseudo-Gemeinschaft zusammenzuschweißen, eine Gemeinschaft, die im eigenen Saft schmort. Ihre Methoden erweisen sich als fragwürdig, denn in der Tat ist der, der die Gemeinschaft verläßt oder verlassen muß, völlig einsam, fühlt sich fremd in einer normalen Umwelt. Verraten und verkauft, weil er ganz und gar auf eine weltfremde Glaubenshaltung programmiert wurde.

CV 133

 

CV 132 , 1980

Aus einem in dieser Nummer abgedruckten Erfahrungsbericht:

"Wirklich erschrocken war ich, als ich dann die Frau des Bruders, der mich den Zeugen Jehovas näherbrachte, kennenlernte. Mit ihr konnte man sich nicht unterhalten, nicht diskutieren. Mit fanatischem Gekreisch hämmerte sie sofort los:

'Nur Jehova hat recht. Nur die Brüder in der WTG haben recht. Alle Menschen, die Satan angehören, sind verdammt und werden vernichtet werden. Wer nicht für uns ist, ist ein Freund der Welt und des Teufels. Diese Leute kann man nicht bedauern. Sie sind ja selbst schuld, wenn sie elend krepieren.'

So erlebte ich die Kehrseite der Medaille zum erstenmal und es dauerte lange bis ich mich damit abgefunden hatte, daß es wohl überall solche Fanatiker gibt. Auf den Gedanken, daß ein solches Verhalten auch Angst und Abwehr sein könnte, weil man nicht sicher ist, ob das, was man vertritt, wirklich richtig ist, kam ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht."

Kritisch zu dieser CV-Ausgabe ist insbesondere ihr Abdruck (offenbar selbstfabrizierter) sogenannter "Leserbriefe" zu werten. Einer dieser Art vergisst Kübel voll Krokodilstränen, über den Fall des von der Stasi verhafteten Heilpraktikers mit Zeugen Jehovas Hintergrund, Albin K. Im wird Vergehen gegen die Steuergesetzgebung der DDR vorgehalten. Nun mag der K. durchaus vom "Stamme nimm" gewesen sein. Das sind andere auch, und keinesfalls "nur" Zeugen Jehovas. Entscheidend ist jedoch, dass dies ein gesuchter, ja geradezu fabrizierter Vorwand war, um letztendlich gegen die Zeugen Jehovas vorgehen zu können. Das ist zwischenzeitlich aus den Stasiakten eindeutig belegt. Wörtlich heisst es in der diesbezüglichen Stasiakte dazu:

"Diese Delikte der allgemeinen Kriminalität sollen den Vorwand bilden, um ohne gegen die Sekte ZJ selbst vorzugehen, den konspirativen Stützpunkt der illegalen Sekte ZJ zu liquidieren, ihre Konspiration und Tätigkeit zu verunsichern …"

Man vergleiche dazu

Heilpraktikerszene

CV Sonderdienst Nr. 1

CV 132

 

CV 131, 1980

In dieser Ausgabe gelesen;

"Nur wer Distanz hat zu den Lehren, zu den Dogmen der WTG, erkennt auch das ganze Ausmaß des Machtegoismus und der politischen Ränke der Brooklyner Leitung. Dieses ganze Gebäude der WTG erinnert an eine besonders geschickt installierte Zauberei, an den Medizinmann-Kult primitiver Völker. Denn nur durch Unwissenheit, durch Ablenkung, durch Angst vor der Zukunft und völlige Hörigkeit vermag ein Medizinmann zu herrschen. Was ist bei der WTG anders ? Sie läßt, … keine Wahl, sich für einen Weg zu entscheiden. Sie schreibt vor, befiehlt, ordnet an ! Und wehe dem, der sich als getaufter Zeuge nicht beugt. Er wird beiseitegeschoben, geschnitten, ausgeschlossen und mit späterer Vernichtung bedroht, kurz gesagt, psychologisch gefoltert."

CV 131

CV 130 ,1980
In dieser Ausgabe: Unter anderem eine Detailkritik an der Zeugen Jehovas-eigenen "Neuen Welt Übersetzung" der Bibel. Ferner auch ein in Faksimile wiedergegebener Artikelausriss, des Stasi-Publizisten Julius Mader, der eine Beziehung Zeugen Jehovas - CIA unterstellt.
Was ist zu dieser These zu sagen? In einem Forumsbeitrag wurde einmal versucht das etwas näher auszuleuchten. Wahrscheinlich dürfte über diese Bewertung aber weder Mader noch die WTG sonderlich "glücklich" sein. Man kann dazu vergleichen: ForumsarchivA4

CV 130

 

CV 129 , 1880

Auch in dieser Ausgabe findet sich wieder einmal eine Attacke in Sachen sogenannter Geldschmuggel; die nicht unkommentiert bleiben kann. Der Kommentar dazu ist in dem nachfolgenden Link enthalten. Der Fall Woldemar Boehme

CV 129

 

CV 128, 1980

1972 als "große Errungenschaft" bei den Zeugen Jehovas eingeführt, die Rotation der Funktionärsposten in den örtlichen Versammlungen, war diesem "Hit" nicht einmal ein volles Jahrzehnt vergönnt, um de facto, wieder aufs alte Eisen geworfen zu werden. Immerhin hatte diese Regelung schon einen gewissen Sinn. Sollte sie doch auch mit verhindern, dass bei der 1975-Krise vielleicht einzelne enttäuschte Funktionäre, eine starke Stellung hätten und andere hinter sich herzögen. Das wurde auch damit abgeblockt. Die Rotation machte es möglich, unsichere "Kantonisten" aufs Abstellgleis zu stellen.

Nun einige Jahre nach 1975 glaubt die WTG das ausgestanden zu haben. Und eine dieser Konsequenzen auch, die erneute Festigung der Funktionärposten in nahezu patriarchalischem Stile. Auch darauf geht diese CV-Ausgabe mit ein.

CV 128

 

CV 127, 1980

In dieser Ausgabe findet sich die reißerische Vorankündigung für die nächste CV-Ausgabe (Nr. 128):

Ein "M a n n der G e s e t z 1 o s i g k e i t" - doch als "Mann des Glaubens" wollte er gerne gesehen werden .... Über Jahrzehnte betrog er als Zeuge Jehovas Brüder und Schwestern, betrog mit seinen Praktiken in seiner "Praxis" Patienten und Staat um riesige Summen! … Eigennutz statt christlicher Bescheidenheit ! - CV prüft Briefe und Meinungen von Brüdern und Schwestern aus vielen Orten… "Entzieht dem 'stinkenden Bock' die Gemeinschaft", sagen sie."

Es handelt sich dabei um den Fall des Heilpraktikers Albin K., der auf keinem Fall unkommentiert bleiben kann. Dies ist bereits früher geschehen und ich bitte weiteres dazu zu entnehmen aus: Heilpraktikerszene

In der eigentlichen Nr. 128 ist dazu nichts enthalten. Man hatte die Sache offensichtlich so "gedeichselt", einen zweiseitigen sogenannten "Sonderdienst Nr. 1" dieser Ausgabe als Beilage beizulegen. Da dieser "Sonderdienst" vorliegt, wird am Ende dieser Internetausgabe der CV, ein entsprechender Link dazu geschaltet.

CV 127

 

CV 126, 1980

Optisch gibt es ab dieser Ausgabe einige Veränderungen zu registrieren.

Zum einem der Untertitel, der bis dato lautete:

"Informationen zu christlichem Wandel und vermehrtem Verständnisvermögen

- 1. Thess. 4:12, 1. Kor. 14:20 -" wurde weggelassen.

Dafür firmiert nun auch im Impressum das Blatt als "Monatsschrift der Studiengruppe Christliche Verantwortung". Allerdings nunmehr ohne Monatsangabe; nur mit der fortlaufenden Nummerierung

Zum zweiten ist die bisher ebenfalls immer mit abgedruckte "Zweckerklärung", aus der ein unvoreingenommener Beobachter den theoretischen Schluss ziehen konnte; die CV wolle wohl die historischen Splittergruppen der Bibelforscher auf ostdeutschem Territorium besonders protegieren. Auch diese (theoretische) Zweckerklärung ist ab dieser Ausgabe ersatzlos entfallen. Man vergleiche dazu auch die Einleitung zur CV106

Dies ist zugleich die erste Ausgabe des Jahres 1980. Eine weitere Veränderung, die am Ende des Jahres 1980 stattfand, sei hier schon mal vorab mit erwähnt. Dies ist zugleich auch der letzte Jahrgang der formal in der Redaktion des "Wolfgang Daum" erschien. Ab 1981 taucht dann ein neuer Herausgebername auf.

Was die Typografie des Schriftsatzes anbelangt, der sich ab dieser Ausgabe (nicht unbedingt zum besseren) auch mit verändert hat, so drängt sich der Eindruck auf. Die Ausgaben bis 1979 wurden jeweils von Schriftsetzern der Druckerei gesetzt.

Ab 1980 scheint es wohl so zu sein, dass die CV-Redaktion selbst den Schriftsatz per Computer gestaltet. Man beachte das Datum 1980. Windows XP und Textverarbeitungen mit Layout-Eigenschaften gab es damals in der Regel auch noch nicht. Entsprechend unprofessionell ist auch der optische Eindruck ab dieser Ausgabe der Druckschrift "Christliche Verantwortung". Erkennbar beispielsweise an unzähligen getrennten Wörtern usw. Diese getrennten Wörter werden allerdings für die Internetaufbereitung, so nicht mit übernommen.

CV126

 

CV 125 Dezember 1979

In zwölf Punkte aufgegliedert, versucht diese Ausgabe sich unter anderem mit dem Weihnachtsfest im Detail näher auseinanderzusetzen

CV 125

CV 124 November 1979

Im Jahre 1979 feierte die Wachtturmgesellschaft das hundertjährige Bestehen ihrer Zeitschrift "Der Wachtturm". Etwas "Salz" in die süße Jubelsuppe hineingestreut - in dieser CV-Ausgabe.

Wieder einmal (man kann es kaum anders bezeichnen), ein ausgesprochener Drohartikel in dieser Ausgabe zum Thema "Geldschmuggel". Formal gesehen mag die Sachlage eindeutig sein: Übertretung von Zollgesetzen der DDR durch die Zeugen Jehovas. Nur, wenn dieser Aspekt isoliert herausgepickt wird, ohne gleichzeitige Berücksichtigung der Gesamtverbotssituation, hinterlässt er einen faden Beigeschmack.

Wenn die DDR an den Zeugen Jehovas einiges zu kritisieren hat, dann kann man das durchaus nachvollziehen. Hier wird jedoch eine Folgewirkung ungebührlich und noch dazu in ausgesprochenem Drohton in den Vordergrund gestellt. Eine Folgewirkung die von rechts wegen in den Hintergrund gestellt gehörte.

Oder hat die DDR sich beispielsweise dazu bequemt, ihre diplomatischen Beziehungen zu China abzubrechen, nachdem deren Diplomaten, ihre Immunität ausnutzend, Millionenbeträge von Ostmark nach Westberlin geschafft hatten, um sie dort umzutauschen und sich "standesgemässe" PKW der Marke Mercedes Benz dafür anzuschaffen?

Da hat die DDR nichts getan. Da hat sie ihren Frust heruntergeschluckt. Hier aber bei den Kleinen, den religiös Verblendeten, will man Exempel statuieren!

CV124

 

CV 123 Oktober 1979

Bezüglich der in dieser Ausgabe wieder mit auftauchenden Meldung über einen angeblichen "Fernsehsender der WTG"; siehe das als Kommentar dazu angemerkte, bereits in der vorigen CV-Ausgabe.

Was soll man davon halten. Es liegt ein Wehrdienstverweigerungsfall vor. Der Betreffende als Zeuge Jehovas erzogen; aber zum Zeitpunkt der "Tat" volljährig und somit auch letztendlich für sich verantwortlich. Was soll man davon halten, wenn dessen Mutter, auch Zeugin Jehovas, Besuch von CV-Mitarbeitern erhält, mit dem offenkundigen Ziel, den "Täter" womöglich über die Mutter "umstimmen" zu können.

Mein Kommentar: Eine Unsensibilität sondergleichen. Und das alles dann noch in dem CV-Blatt veröffentlicht. Nein meine Herren, so nicht!

CV123

 

CV 122 September 1979

In dieser Ausgabe auch einige Angaben über einen "Fernsehsender der WTG". Da gibt es in der Tat einiges zurecht zurücken. Unkommentiert kann das jedenfalls nicht bleiben. Eine Kommentierung dazu in:

http://www.manfred-gebhard.de/Parsimony.5029.ht

Erneut zitiert sich die CV in dieser Ausgabe selbst. Peinlich noch dazu, dass die Nummern verwechselt werden, aus der das Zitat entnommen wurde. Darüber kann man hinwegsehen. Nicht hinwegsehen indes kann man über die Substanz des Zitates.

Erneut behauptet die CV, ohne authentische nachprüfbare Beweise; aus einer Stuttgarter Versammlung der Zeugen Jehovas sei "bekannt" geworden; es gäbe dort (oder insgesamt?) sieben Zeugen Jehovas, die zugleich Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutzes seien. Zu einer solchen Meldung muss klar Stellung bezogen werden, angesichts der Brisanz, sollte sie je zutreffend gewesen sein. Ich kann nur bewerten, was die CV als "Beweis" dafür vorbringt. Und da muss klar gesagt werden. Völlig unzulänglich!

Siehe dazu auch die Einleitung zu CV41

CV122

 

CV 121 August 1979

Ein Zitat aus dieser CV-Ausgabe:

"Natürlich schwiegen sie nicht immer. Die Situation nahm sogar sehr scharfe Formen an, als Schw. H. die von CV-Seite vorgelegte Kette der bisherigen Falschprophetie der WTG als 'olle Kamellen' unterbrach und abtun wollte. Was selbst hier Anwesende früher, als göttliche

Wahrheiten den Menschen verkünden mußten, sind 'olle Kamellen'? Was für eine moralische Verwahrlosung gegenüber einstmals verkündigten 'göttlichen Wahrheiten'! ... Vielleicht ist es so, daß man, ehe man einen gewählten Lebensweg wieder verläßt, schon einige Lügen dieses Weges schluckt und herunterzuwürgen versucht."

Diese Problemlage dürfte sich wohl in der Zwischenzeit nicht wesentlich oder grundsätzlich verändert haben.

CV121

 

CV 120 Juli 1979

Ein Zitat aus dieser Ausgabe, mehr von der charakteristischeren Art:

"Die Verantwortlichen wissen ganz genau, daß der Welt verkündigt wurde: 1975 beginnt die Tausendjahrherrschaft Christi und das Königreich Gottes auf Erden, womit zu diesem Zeitpunkt 1975 die Harmagedon-Weltvernichtung eine vollzogene Tatsache ist. Alle WTG-Verantwortlichen bzw. WT-Sudienleiter aus jener Zeit, die das heute bestreiten, lügen. Ihre eigenen Studienmaterialien von damals überführen sie. Es ist abstoßend, wie überall derartig gelogen wird, wobei sogar die Frechheit zu verzeichnen ist, daß die eigenen früheren Studienmaterialien vor anderen einfach als möglicherweise gefälscht bezeichnet werden, um einen Kritiker abzuwürgen. Wir wollen unserem Bruder ... jedoch gern unterstellen, daß er irgendwelche Einzelheiten nicht genügend kannte, bekannte er doch u. a. auch "leider kein leitender Zeuge Jehovas mehr zu sein". Wir möchten dieses "leider" in unserem Sinne positiv deuten. Denn die Organisation betreibt praktisch auch eine Art "Sippenhaft", wo es in der Familie, mit der Frau, mit dem Mann oder mit den Kindern nicht so verläuft, wie ihre "Ratschläge" verlangen."

Politische Apathie als systemerhaltende Stütze. Genau das ist ja der politische "Marktwert" der Zeugen Jehovas - die Förderung der politischen Apathie.

Darauf wird auch in dieser CV-Ausgabe eingegangen. Ein Zitat dazu:

"Es handelt sich um die vom amerikanischen Großbanken-Präsidenten M. D. Rockefeller gegründete Trilateral Commission zur Koordination der Wirtschaftspolitik der drei (tri) wichtigsten Zentren des entwickelten Kapitalismus, nämlich der USA, Westeuropas und Japans. In einem 1975 veröffentlichten Bericht "The Crisis of Democracy" (Die Krise der Demokratie), Bericht an die Trilaterale Kommission, New York University Press 1975, mit Namenlisten der amerikanischen, europäischen und japanischen Kommissionsmitglieder, wurden die Ziele und Strategien genannt, die insbesondere in geistiger oder ideologischer Hinsicht verfolgt werden.

Es geht um ein koordiniertes Auftreten gegen alle Linkstendenzen in der westlichen Welt wie auch in den Entwicklungsländern, in der "dritten Welt". Als ideal gilt der Trilateral Commission ein Zustand, in dem die Exekutive mit einer relativ kleinen Zahl von "Wall Street lowyers and bankers" regiert, ungestört von den großen Massen, deren politische Apathie durchaus als systemstabilisierend und daher erwünscht gilt. Weniger Subversive oder Rebellen seien hierfür die Gefahr. Bedrohlich sei in erster Linie dafür eine gut geschulte, informierte und daher ihrer Lage bewußt gewordene demokratische Mehrheit, die gar. nicht, erst zustande kommen dürfe. (S. 98, 182). Zu den aktivsten amerikanischen Mitgliedern der Trilateralen Commission gehören u. a. USA-Präsident Carter selbst, sowie sein Sicherheitsberater Brcezinski, vormals Direktor eines maßgeblichen USA-Instituts "zur Erforschung des Kommunismus". Im Interesse dieses "Idealzustandes" wurde mit besonderer Vehemenz u. a. den Intellektuellen der Kampf angesagt, die die erwünschte politische Apathie der Massen überwinden wollen. (Nach: Who's afraid of d'emocracy? Über Präsident Carters ideologischen Hintergrund. In: Reformatio, Ev. Zeitschr. f. Kultur und Politik, Febr. 1977 Bern/Schweiz).

CV120

 

CV 119 Juni 1979

Man kann und sollte es den scheinheiligen Scharlatanen, deren Devise da heißt: "Volle Kraft voraus - auf das nächst beste Riff". Man kann und sollte es den Scharlatanen im Gewande der Religion nicht ersparen, gewisse Dinge mal gelegentlich zu wiederholen. So auch geschehen in dieser CV-Ausgabe. Ein Zitat daraus:

"In Erwachet vom 22. 8. 1969 rief der 'kluge Knecht' die Jugendlichen auf: 'Wenn du ein junger Mensch bist, so mußt du dir auch über die T a t s a c h e im klaren sein, daß du in diesem gegenwärtigen System der Dinge nie alt werden wirst. Wieso nicht? Weil alle B e w e i s e in Erfüllung biblischer Prophezeiungen anzeigen, daß dieses verderbte System i n e i n i g e n J a h r e n enden soll. Als junger Mensch wirst du daher nie das Ende einer Laufbahn erreichen, die dir dieses System bietet. Wenn du zum Beispiel zur Mittelschule gehst und eine Hochschulbildung in Erwägung ziehst, so bedeutet das wenigstens vier, vielleicht auch sechs oder acht weitere Jahre bis zum Abschluß in einem besonderen Fach. Aber wo wird sich dieses System der Dinge dann befinden? Es wird auf dem Wege zu seinem Ende weit vorangeschritten sein, wenn es nicht sogar schon verschwunden sein wird.'"

 

Das Thema "Wahlen" oder vielleicht sollte man doch lieber sagen: Volkszählungen Made in DDR, findet auch in dieser CV-Ausgabe ihren Niederschlag. Meine Meinung dazu ist klar. Die Wahlverweigerung der Zeugen ist unter den gegebenen Umständen auch als ein Akt politischen Protestes zu sehen. Sie findet auch unter anderen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen statt. Im Gesamturteil kann ich die CV-"Argumentation" daher nur äußerst befremdlich zur Kenntnis nehmen.

Man ist geneigt zu antworten: "Hättet ihr geschwiegen, hätte man euch als weise angesehen. Aber ihr habt nicht geschwiegen …"

In dieser CV-Ausgabe las man zum Thema Wahl:

"Habt ihr schon einmal nachgeprüft, wo ihr da wohl steckt? Es gibt zwei Rubriken, wo ihr mit drinsteckt. Das ist die sich ergebende Prozentzahl der Nichtwähler von 1,72 Prozent oder ausgezählt 212 151, und die Rubrik Gegenstimmen, also der Gegner und Feinde, von 20 990 oder 0,17 Prozent. (Nach: Ergebnisse der Wahlen vom 20. Mai 1979, ND 23. 5. 1979)

Ja, ihr, liebe Zeugen, seid einer der treibenden Keile unter der Gruppe der Nichtwähler, die ihr durch die WT-Verkündigung nach besten Kräften mit vermehrt. Und gar mancher ist auch unter den Gegnern, weil er unter dem WT-Einfluß meint, sich 'als Feind dieser Welt' bei der Wahl anonym zum 'christlichen Vorbild' machen zu müssen. Erstaunlich, was so mancher hinterher erzählte, was er alles auf den Wahlzettel geschrieben hatte. Bis hin zu solchen religiös-politischen Verirrungen und Verwirrungen, Jesus Christus selbst als größten 'Feind dieser Welt' und 'allein rechtmäßigen Herrscher aller Nationen seit 1914 im Himmel' als Gegenkandidaten auf den Wahlzettel zu setzen.

In anderen Fällen jedoch schien ihnen das wohl selbst 'reichlich komisch' zu sein, und sie bemühten sich gar nicht mehr, WT-Argumente vorzubringen. Feindselig griffen sie vielmehr Mängel und Unzulänglichkeiten in Verwaltung und Wirtschaft an mit der gehässigen und höhnischen Frage: 'Und die soll man auch noch wählen?'. Immerhin wurde hier offenbar, wohin der WT führt: Nicht zu hilfreicher Kritik, sondern zu destruktiver politischer Feindschaft."

CV119

 

CV 118 Mai 1979

Bezüglich der sich anbahnenden Neubaupläne für das Objekt Selters kommentiert diese Ausgabe:

"Die jetzigen neuen Bau- und Ausdehnungspläne - es war zur Zeit des falschen Weltende von 1925 z. B. das gleiche, damals in Magdeburg - zeigen, daß sie in Brooklyn selbst nie an die von ihnen verkündigten Weltenden geglaubt haben. Es bestätigt sich immer wieder, daß das Auf und Ab mit den endzeitlichen Erwartungen die ständige 'Kurbel' ist, um das Werk in Schwung zu halten, ein Riesenbetrug an denen, die aufrichtig daran glauben und es immer wieder anderen predigen. Die Aufnahme von Krediten mit einer Laufzeit von 10 Jahren jetzt am Ende des Jahrzehnts der 70er Jahre, wo alles ganz bestimmt zu Ende sein sollte, ist der i-Punkt auf diesem Endzeitschwindel. Zugleich aber bedeutet er noch etwas ganz anders. Die WTG macht hiermit auch einen Test um zu prüfen, mit wem sie noch weiter rechnen kann. Denn wer die 15 Millionen mitfinanziert, ist weiter 'ihr Mann'".

CV118

 

CV 117 April 1979

Wenn man den nachfolgenden Satz aus dieser CV-Ausgabe liest, dann kann man sich des Eindruckes nicht erwehren. Etliche w o l l e n bewusst belogen werden.

Die CV schrieb:

"Nach 1975 unterhielten wir uns mit Brüdern und Schwestern über das Hinterunsliegende. Oftmals erlebten wir es, wie sonst redegewandte Geschwister in Schweigen hüllten, um sich mit uns nicht ins Gespräch einzulassen. Wenn es bei anderen möglich war, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, hörten sie zwar zu und zeigten auch oftmals ein gewisses Interesse für das Beweismaterial. Aber an einer ernsthaften Prüfung waren die wenigsten interessiert. Ja, wir erlebten sogar, daß die original angeführten Beweise als glatte Lügen abgestempelt wurden."

CV117

 

CV 116 März 1979

In dieser Ausgabe unter anderem: Zitierung der berühmt-berüchtigten 1975-Ansprache des Konrad Franke am 20. 1. 1968 in Hamburg.

CV116

CV 115 Februar 1979

Bei der Analyse einer neu formulierten Zweckbestimmung im Impressum der Wachtturm-Ausgaben, meint die CV einen Unterschied zwischen den englischsprachigen und den des deutschen Sprachraumes wahrzunehmen. Er wird von ihr dahingehend interpretiert. Im englischsprachigen sei die "Neutralitätserklärung" de facto gestrichen; während in Europa, im Hinblick auf den Ostblock, die Farce der "Neutralität" in Worten (kaum aber in Taten), weiter aufrecht erhalten würde.

CV115

CV 114 Januar 1979

In dieser Ausgabe. Bericht und Kommentierung über das Massenmorddrama vom November 1978 im südamerikanischen Staat Guayana (Volkstempelsekte des Jim Jones), dass zeitgenössisch einiges Erschrecken bewirkte und als Nachwirkung (zumindest für einige wenige Jahre) zur Folge hatte; dass auch anderen Sekten ein rauherer publizistischer Wind ins Gesicht wehte. Jener "Wind" gehört zwischenzeitlich auch schon wieder der Vergangenheit an.

CV114



CV 113 Dezember 1978

Unter Bezugnahme auf den 40. Jahrestag des faschistischen Judenprogrom vom 9. 11. 1938 (verharmlosend auch als "Kristallnacht") bezeichnet, zitiert diese CV-Ausgabe:

"Am Vorabend der faschistischen November-Verbrechen von 1938, der 'Kristallnacht', veröffentlichte die WTG am 15. Juni 1938 in ihrer Zeitschrift "Trost" (heute Erwachet) eine öffentliche Erklärung 'Die Juden', die international verbreitet wurde. Darin wurden die Juden als "Bundesgenossen in des Teufels Organisation" diffamiert, die selber Schuld hätten, wenn sie nun in der faschistischen Verfolgung 'Sturm ernten', hätten sie doch selbst 'den Wind gesät'".

Die Tendenz dieses Zitates ist klar. Die Zeugen Jehovas sollen damit in eine bestimmte Ecke gestellt werden. Ist dieses Zitat indes sachgemäß? Aus heutiger Sicht hat man zu sagen; es ist mit eines der anfechtbarsten Zitate, die seitens der WTG je in Sachen Judentum abgegeben wurden. Die verwendeten Vokabeln können und müssen kritisch bewertet werden. Die Floskel "von dem Sturm ernten" ist eine Wertung, die keinerlei Distanz zu den diesen Sturm verursachenden erkennen lässt. Alles akzeptiert. Dennoch ist es meines Erachtens zu weitgehend, dieses Zitat in direkter Beziehung zur "Kristallnacht" zu setzen. Im Juni 38 war jenes Ereignis überhaupt noch nicht k o n k r e t voraussehbar. Das etwas "in der Luft lag"; das war für jeden Sehenden klar. Nicht aber wie die konkrete "Entladung" stattfinden und was die Initialzündung war. Bekanntlich nutzten die Nazis einen Mordanschlag auf einen ihrer Diplomaten dazu rücksichtslos aus. Gäbe es dieses Attentat nicht, wäre der Vorwand auch so nicht frei Haus geliefert worden. Das es zu dem auslösenden Attentat kommen würde, konnte aus der Sicht des Juni 38 noch nicht gesehen und vorausgesagt werden.

Dieses Zitat ist daher in der Form, direkt eine Verbindungslinie zum 9. 11. 38 herzustellen, eine Konstruktion. Vielleicht muss man sogar einräumen: Eine bösartige Konstruktion. Auch dies gilt es beim Namen zu benennen.

CV113

CV 112 November 1978

Die Zeugen Jehovas-Kongresse des Jahres 1978 einschätzend, führt die CV in dieser Ausgabe als besonders bemerkenswert aus:

"Die WTG weiß, daß ihre erneute endzeitliche Unglaubwürdigkeit mit 1975 keineswegs überwunden ist, und daß diese Unglaubwürdigkeit für sie tödliche Folgen haben kann, wo sie zum Bewußtsein kommt. Um das zu verdrängen, kommt sie nun mit einem Angebot, das man zunächst schwerlich zurückweisen kann, das zunächst jeden interessiert: Wie man das Familienleben glücklich gestalten kann. Bis ins Intimleben hinein reicht das so dargebotene Glücksrezept. Jede Endzeitorientierung ist dabei weit weggeschoben, wieder bis an den Horizont. Mit diesem Familienthema will sich die WTG jetzt tief in die persönlichen und familiären Bedürfnisse und Angelegenheiten eines jeden einschalten und durch praktischen Rat unbemerkt unentbehrlich machen, völlig ungetrübt von ihrer endzeitlichen Unglaubwürdigkeit. Gerade diese gilt es jetzt mit allen Mitteln zu verdrängen und aus der Erinnerung zu schaffen! So packt sie jeden bei seinen ureigensten Familieninteressen."

CV112

 

CV 111 Oktober 1978

Eine Einschätzung der Zeugen Jehovas-Organisation, und insbesondere ihrer straffen USA-Anbindung in dieser Ausgabe mit den Worten:

"Doch einen solchen internationalen Publikations-Apparat läßt man auch bei solchem Bankrott nicht fallen oder anhalten. Er hat inzwischen nicht nur eine Eigengesetzlichkeit erhalten derart, daß die teuren Druck- und anderen technischen Anlasen nicht einfach gestoppt und, geschleift werden können, sondern weiterarbeiten müssen. Da die Organisation für alle, die sie hauptamtlich betreiben, auch die eigene Existenz bedeutet, geht es auch aus diesen Gründen weiter. Und in den USA wird die WT-Organisation mit ihrem internationalen Einfluß unter vielen Millionen einfacher, geistig wie sozial notleidender und ständig am Rande des Aufbegehrens lebender Menschen als äußerst nützliche konservative Organisation betrachtet, die mit ihrem Antikommunismus und ihrer Bekämpfung jedes sozialpolitischen Aufbegehrens hilft, jede revolutionäre Bewegung in den untersten Volksschichten schon im Keim zu ersticken."

CV111

 

CV 110 September 1978

Mit dieser Ausgabe begann die CV einen Bericht über den Kreisdiener Heinrich Ditschi. In der Hitlerzeit der dritte Landesleiter der Zeugen Jehovas in Deutschland. Über 25 Fortsetzungen sollte sich dieser weitschweifig aufgezogene Bericht erstrecken. Er wurde daher separat zusammengefasst, um einen besseren Überblick zu ermöglichen. Der Fall des Kreisdieners Heinrich Ditschi

In Zusammenfassung einiger Berichte über Afrika, auch ein kritischer Rückblick auf die Rolle des hohen WTG-Funktionär Milton G. Henschel, im Jahre 1963 im afrikanischen Land Liberia, in dieser Ausgabe.

CV110

 

CV 109 August 1978

Zitat aus dieser CV-Ausgabe: "Die WTG war sich völlig bewußt, daß ihre Behauptung politischer Neutralität eine öffentliche Lüge war. WTG-Zweigdiener Erich Frost, Wiesbaden, machte in internen Kreisen nie ein Hehl daraus, daß die WTG "gegen den Staat im Osten" kämpfe." Genannte These wird versucht, wieder einmal zu belegen. Mit gemischten Gefühlen liest man das. Dieweil es wohl stimmt. Das mit der "Neutralität" ist eine Farce. Indes will die CV und ihre Hintermänner mehr. Sie möchten suggerieren: Nur ein himmelwärts gerichtetes Christentum, dass sich aus allen politischen Tagesfragen heraushält, devot den kommunistischen Machthabern gegenübertritt, wäre für sie akzeptabel.

Im Falle der Zeugen Jehovas haben die kommunistischen Regime jedenfalls nicht ihre "Wunschpartner" gefunden. Wenn sie letztendlich eine US-imperialistische Politik dahinter wähnten, haben sie gar nicht mal so unrecht. Politische Zielsetzungen (Destabilisierung kommunistischer Regime) durch jene durchsetzen lassen, die genügend einfältig sind, um tatsächliche politische Hintergründe nicht wahrzunehmen. Das ist in der Tat gelungen, mittels der Zeugen Jehovas!

CV109

CV 108 Juli 1978

In dieser Ausgabe wird einleitend darauf eingegangen, dass seitens der WTG nunmehr ein Copyrigth-Vermerk in ihrer Literatur angebracht ist, den es früher so nicht gab. Zuzustimmen ist der Interpretation, dass eine komplette Wiederveröffentlichung solcher Texte, juristische Komplikationen heraufbeschwören kann, wie immer man die auch moralisch bewerten mag. Überziehen allerdings tut die CV mit ihrer unsachlichen Behauptung, damit wäre nunmehr auch kein zitieren der WTG-Literatur möglich. Falsch. Solange Zitatverwendungen nicht den Charakter eines eigenständigen, selbstständigen Werkes verwässern, sind Zitate nach wie vor möglich. Daran ändert auch ein bestehendes Copyright nichts.

Hervorhebenswert noch in dieser Ausgabe, die leider etwas tendenziös kommentierte Wiedergabe eines "Memorandums" anlässlich des "Auszuges" der Zeugen Jehovas aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen, im Jahre 1945. Auch einige Erläuterungen zur Namensform "Jehova"

CV108

CV 107 Juni 1978

Über die Präambel-Veränderung der CV wurde bereits im Kommentar zur vorigen CV-Ausgabe berichtet. Zielstellung der CV war es auch "organisatorische Strukturen" zu schaffen, so denn möglich. Im Verfolg dieser Politik wurden zu "Tagungen" auch Vertreter der historischen Splittergruppen der WTG eingeladen, die seitens der CV auch ansonsten einigermaßen hofiert wurden. Diesen Kreisen geht es eigentlich mehr um "Erbauung". Die CV-Konzeption der "Abrechnung" mit der WTG ist nicht unbedingt das was ihnen so vorschwebte. Ergo kam letztendlich ein "ungenießbarer Kompromiss" heraus.

Von der Grundkonzeption politischer Kritik an der WTG wurde auch weiterhin nicht abgewichen. Aber man suchte schon, diesen Splittergruppen etwas entgegenzukommen.

Deutlich wird dies auch in dieser CV-Ausgabe. Da meint man doch allen Ernstes, beim kommentieren eines Wachtturmartikels wahrgenommen zu haben. Zitat:

"In dieser 'biblischen Antwort' auf die Ursachen des Bösen ist nicht der geringste Hinweis mehr auf den Teufel vorhanden Es wird alles rein rational, im Menschen selbst liegend, in seiner natürlichen Lust und Begierde liegend erklärt. Man traut seinen Augen nicht, wenn man das liest. Aber, der Teufel ist weg! Nicht einmal einen indirekten Hinweis auf ihn gibt es."

Vorstehendes ist ja nun wahrhaftig eine Sicht die von extremer oder gar gewollter Kurzsichtigkeit zeugt. Letztendlich ist es eine "Morgengabe" an die historischen Splittergruppen, für die der Teufel selbstredend eine unverzichtbare Konstante ihres Weltbildes ist. Aber letztendlich nicht "nur" für sie. Die hier genannte Zweckerklärung seitens der CV ist in der Tat nicht ernst zu nehmen.

Wieder einmal (wen wunderts?) wird auch in dieser Ausgabe das Thema Antikommunismus hochgekocht. Als inkriminierend werden aus der WTG-Literatur nach 1945 Sätze wie diese zitiert:

"Zwar existieren die Konzentrationslager der Gestapo nicht mehr, doch fühlt sich die breite Volksmasse in der östlichen Zone im allgemeinen nicht viel freier als zur Nazi-Zeit." Die angewandten Methoden „ähneln oft den nazistischen". Die Meinung sei „vorherrschend, daß die Russen unbedingt verschwinden müssen".... „Was den Sowjetkoloß für seine Gegner so furchterregend macht, ist das Ansteigen des Kommunismus in Europa und anderen Erdteilen. Mindestens 11 Millionen organisierte Kommunisten in Frankreich und Italien! Machtübernahme durch die Kommunisten in Rumänien, Ungarn der Tschechoslowakei! Kommunistische Regierungen auch in Polen, Jugoslawien, Bulgarien und Albanien! Werden diese für den Bestand der anderen lebensgefährlichen Manöver nicht alle von der Moskauer Sowjetzentrale aus gelenkt? Welche Mittel könnten die anderen gefräßigen Reiche dieser Welt anwenden, um dem knurrenden russischen Bären kräftig auf die ausgestreckten Tatzen zu klopfen?"

Was ist dazu zu sagen. Zum einem. Genannte Zitate lassen sich in der Tat in der WTG-Literatur nachweisen. Desweiteren. Erklärte USA-Politik in den fraglichen Jahren war die der Zurückdrängung des Kommunismus (Roll back). Die offiziellen Zeugen Jehovas befanden sich, mit den genannten Zitaten, in inhaltlicher Übereinstimmung mit dieser USA-Politik. Genauer. Sie waren sogar eines ihrer Werkzeuge zur Umsetzung dieser Zielstellung. Dies alles ist einzuräumen. Der Farce, der Propagandabehauptung der WTG man sei doch "neutral" ist daher mit Entschiedenheit zu widersprechen. Ihre vorgebliche "Neutralität" erweist sich in der Praxis als Versagung der Erfüllung staatsbürgerlicher Ansprüche, die auch die kommunistischen Regime, nicht zu knapp, stellten.

Dies ist das Eine. Das andere ist. Wie ist der Wahrheitsgehalt jener hier inkriminiert zitierten Aussagen zu bewerten. Und da sage ich ebenso klar. Es ist die tatsächliche Stimmung breiter Volksschichten, sachgerecht reflektiert. Genau diese Feststellung passt natürlich den kommunistisch Gläubigen nicht. Sie werden damit leben müssen, zumindest heutzutage, dass es trotzdem so gewesen ist. Die WTG hat da nichts sachlich Falsches gesagt. Das einzigste was man ihr berechtigt vorhalten kann, vorhalten muss ist dies, dass es bei ihr keine "Neutralität" gibt, sondern nur die handfeste Mitdurchsetzung der jeweiligen USA-Politik. Dies allerdings auch, ziemlich oft auf der "verdeckten Ebene". Eine maßgebende Behörde in den USA für die "verdeckte Ebene" hört auf den Namen CIA. Hier begegnet einem ein indirekter Ableger derselben!

Noch so ein bezeichnender Satz in dieser CV-Ausgabe

Da liest man, und traut seinen Augen nicht, auch als Zwischenüberschrift den Satz: "Das von der WTG nie veröffentlichte Eingeständniss des Leiters des Bibelhauses Paul Großmann". Vollmundig meint die CV verkünden zu können, Großmann hätte schon zeitgenössisch die ostzonalen Vorhalte gegen die Zeugen Jehovas als "relativ wahr" bezeichnet. Dazu mag man nur eines sagen. Jeder andere möge, wenn denn möglich, als "Kronzeuge" genannt werden. Nur einer nicht. Eben besagter Paul Großmann. Warum? Weil er bereits vor dem DDR-Verbot in einer heimtückischen Aktion von den Sowjets verhaftet und danach nie wieder die Freiheit erlangt hat. Im Gegenteil. Er ist dann in den ostdeutschen Zuchthäusern buchstäblich noch umgekommen. Die CV nennt keine Quellen. Sollte sie aber auf irgendwelche erzwungene Verhörprotokolle abstellen, bedarf dies der ausdrücklichen Hinzufügung. Erpresste Voten, müssen auch als solche bezeichnet werden. Egal ob die Gestapo einen Erich Frost oder Konrad Franke erpresste Protokolle unterschreiben ließ, oder ob ihr institutioneller Nachfolger, landläufig als Stasi bezeichnet, sich kaum anderer Methoden bediente.

CV107

CV 106 Mai 1978

Eine kosmetische Veränderung ist ab dieser Ausgabe zu registrieren. Die Präambel wurde umformuliert. Nun liest man darin auch Sätze wie: "Diese Mission geht aus von Tradition und Bedeutung der internationalen Bibelforscherbewegung und dient der Hinführung in die Nachfolge Jesu, der Bildung und Tätigkeit freier christlicher Gemeinden."

Genau dieses Ziel hat aber unterm Strich, die CV n i c h t erreicht. Ohnehin war diese Präambeländerung nur Kosmetik. Schon rund anderthalb Jahre später, war dies dann auch optisch offenkundig. Auch diese Präambel verschwand in der Versenkung. Sie wurde aber nicht mehr durch eine neue ersetzt, sondern schlichtweg ersatzlos gestrichen.

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CV 105 April 1978

"Die WTG spekuliert jetzt eindeutig auf die Opfer der 'Industriegesellschaft' und ihrer Krisen, auf die, die da 'abschalten', weil sie nichts mehr mitkommen. Sie gilt es aufzufangen, unter ihnen soll 'gefischt' und 'gejagt' werden, um neue Generation Gutgläubiger zu gewinnen, wenn das Ende nun weiter verschoben wird. Unverschuldete und durch äußere Verhältnisse verursachte Unwissenheit oder mangelhafte Bildung ist keine Schande, sondern eher ein Ansporn, dies zu überwinden. Die WTG aber hält durch ihre Predigten gegen jede höhere Bildung bewußt und absichtlich auf einem mangelhaft gebildeten Niveau. Ihre Endzeitverkündigung gehört genau in diese Welt der Vereinfachung, des Naiven, ja Primitiven, der Flucht aus der Verantwortung in Scheinlösungen einer 'heilen Welt'".

Mit diesen Worten versucht die CV in dieser Ausgabe den Tatbestand zu kommentieren, dass trotz dem 1975-Desaster, diese Organisation weiterbesteht. Ein seltener Lichtblick mag man dazu nur sagen. Dennoch nur der halbe Schritt. Vorstehend gesagtes sollte ja nur für die westlichen Länder zutreffend sein. Im "heiligen Osten" hätte die Religion angeblich keine sozialen Wurzeln mehr.

Wer's "glaubt" wird selig!

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CV 104 März 1978

Bezüglich einer Imagekampgagne der Zeugen Jehovas in Sachen Bluttransfusion wird in dieser Ausgabe aus einem einschlägigen Gutachten zitiert, indem man auch lesen kann:

"Jehovas Zeugen werden im Zuge einer von oben angeordneten Informations-Aktion dazu gebracht, sich schon heute für den künftigen Ernstfall festzulegen. Sie sollen eine Entscheidung treffen, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt und in der augenblicklichen Situation überhaupt nicht angemessen, getroffen werden kann. Denn jetzt betrachten die Zeugen Jehovas den Fragenkomplex 'Bluttransfusion' so, wie ihn ihre Körperschaft auch sieht .... noch ohne die letzte persönliche Betroffenheit. Sie können sich der Aktion also schwerlich entziehen ... Tritt dann der Ernstfall ein, befindet sich der Zeuge Jehovas in einer Zwangslage: Seine Glaubenshaltung liegt bereits schriftlich fixiert und unterschrieben beim Arzt vor. Er müßte also wortbrüchig werden ...

Dies ist also die verborgene Kehrseite des so harmlos aussehenden 'Feldzuges mit der 'Blut-Broschüre'". Er ist weit eher eine verborgene Maßnahme des Gewissenszwanges gegenüber den Zeugen Jehovas als eine Aktion zur Sicherung der Gewissensfreiheit oder der Hilfe für den Arzt und Rechtsanwalt."

CV104

 

CV 103 Februar 1978

Als "Augurenlächeln" bezeichnet die CV in dieser Ausgabe die Reaktion der Zeugen Jehovas, auf den Vorhalt sie seien "antkommunistisch". Mit der Wahl dieser Vokabel verdeutlicht man selbst, dass dieser vermeintliche "Trumpf" bei den Zeugen Jehovas nicht so richtig sticht. Warum ist das so?

Zum einen. Ein Politologe der den politischen Substanzkern der Zeugen Jehovas herausarbeitet, würde wahrscheinlich auch sagen. Sie gehen nicht konform mit den "Wertvorstellungen" Systeme kommunistischer Art. Dieses nicht konform gehen, wird dann aber gleichzeitig maßlos überhöht, indem es von Seiten der hinter der CV stehenden Kräfte als "militanter Antikommunismus" hochgejubelt wird. Die Geschichte kennt militante Antikommunisten. Die Zeugen Jehovas gehören mit Sicherheit nicht zu ihnen.

Dies alles ist für sie noch lange kein "Freibrief". Jeder aktiven politischen Tätigkeit sind die Zeugen Jehovas durch ihre Leitung entfremdet. Ganz gleich welche "Farbe" diese politische Richtung nun hat. Mehr noch. Sie sind bewusst auf dass Niveau von politischen Analphabeten zurechtgestutzt, durch ihre Leitung. Auch das kann man als Politik bewerten. Auch der Analphabet wirkt indirekt politisch. Aber nicht in dem Sinne wie kommunistische und analoge Regime ihn sich wünschten. Der Vorwurf die Zeugen Jehovas seien "Antikommunisten", reduziert sich in der Praxis darauf, dass es lediglich politische Analphabeten sind.

Mit Analphabeten zusammen leben zu müssen, kann durchaus Stress erzeugend sein. Das ist alles nachvollziehbar. Wenn jene Regime allerdings meinen diesen Stress grundsätzlich nicht ertragen zu können, ist dies letztendlich auch eine kritische Rückfrage an diese Systeme. In letzterem Sinne sehe auch ich mich dann letztendlich als Antikommunist. Nicht aus der Motivation eines Analphabeten heraus, sehr wohl aber aus politischer Erkenntnis!

CV103

 

CV 102 Januar 1978

Kurt und Maria Pape, Eltern der in weiten Kreisen bekannten Gebrüder Dieter und Günther Pape. Kurt Pape im KZ umgekommen, Maria daselbst fast auch. Zum Tode war sie schon verurteilt. Lediglich dass die Tage des Hitlerregimes im Jahre 1945 endeten, verhinderte in ihrem Falle das allerschlimmste. In dieser Ausgabe wird der Versuch unternommen, ihre Biographie in groben Zügen nachzuzeichnen.

Noch ein Name taucht in dieser Ausgabe auf. Der des Martin Pötzinger. Über ihn war zu registrieren, dass er 1977 in die "Leitende Körperschaft" der Zeugen Jehovas berufen wurde.

Über ihn meinte man nun ausführen zu können:

"Wie wir aus München erfahren, ist M. Pötzinger Ende 1936 besonders aktiv gewesen, die Resolutionen des WTG-Kongresses 1936 in Luzern/Schweiz verbreiten zu lassen. ... Damit hat er die Verhaftung einer ganzen Reihe von Geschwistern durch die Gestapo veranlaßt."

Wie ist die tatsächliche Sachlage. Erst einmal kommt Pötzinger in seinem im Wachtturm vom 1. 3. 1970 veröffentlichten Bericht auf die fraglichen Details mit keiner Silbe zu sprechen. Nun, Marion Detjen ist in ihrem Buch "Zum Staatsfeind ernannt... "wo auch Pötzinger mit erwähnt wird, etwas deutlicher. Über ihn führt auch sie aus:

"Die IBV setzte nun im Herbst 1936 als neuen Bezirksdiener für Bayern den aus Sachsen stammenden Karl Siebeneichler ein, der ohne festen Wohnsitz mit äußerstem Einsatz die Münchner Organisation völlig umstrukturierte. Er bestimmte Martin Pötzinger als Gruppendiener für München und die Untergruppendiener für die einzelnen Stadtteile. ...

So gelang es, daß ganz München am 12. Dezember mit den 'Resolutionen' überschwemmt wurde. Beim Verteilen erwischt wurde allein Martin Pötzinger. Da dieser - obwohl er wahrscheinlich gefoltert wurde - keine anderen Namen preisgab, führte die alarmierte Gestapo bei allen ihr bekannten 'Bibelforschern' - etwa 160 Familien - Hausdurchsuchungen durch. Schließlich nahm sie sich wahllos fünf Personen vor, die sich auf andere Weise bereits verdächtig gemacht hatten, und vernahm sie unter 'verschärften' Verhörmethoden. Als eine Frau nach mehrstündiger Vernehmung gestand, konnte die Gestapo die Untergruppe rechts der Isar, circa 60 Personen, aufrollen Auch einige andere Gruppen konnten verhaftet werden."

CV 102

 

CV 101 Dezember 1977

Im Jahre 1977 startete die WTG eine Publicity-Aktion in Sachen Bluttransfusion. Medizinisches Personal, Juristen und andere Vertreter der Öffentlichkeit wurden in diesem Zusammenhang gezielt angesprochen. Aktionen der vorgenannten Art, gab es in den Jahren davor, so noch nicht. Dazu versucht die CV eine Bewertung vorzunehmen. Ob man sie als überzeugend ansehen kann? Möge der Leser versuchen selbst seine Antwort auf diese Frage zu geben.

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CV 100 November 1977

Sozusagen eine "Jubiläumsausgabe"; wenn man runde Zahlen als Kriterium anlegt. Es war durchaus nicht vorhersehbar, als im Oktober 1965 die erste CV-Ausgabe erschien, dass es deren mal 100 und mehr werden würden. Es hätte ebenso auch ein abruptes Ende geben können. Das "Vorgängerblatt" von dem ehemaligen Zweigdiener Balzereit anfänglich gestaltet, namens "Nachdenkliches aus Leben und Christentum", brachte es nur auf 23 Ausgaben.

Schwerpunkt dieser Ausgabe: Das 1975-Thema.

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CV 99 Oktober 1977

Die Fälle waren zwar nicht "reichlich"; aber es gab sie auch in der DDR, dass selbst vormalige WTG-Kreisdiener der WTG ade sagten. Selbstredend hielt sich die CV solche Erfolgsmeldungen besonders zugute. Einer von ihnen wird nun in dieser Ausgabe mit einer Episode geschildert. Danach hatte er im Jahre 1974 einen Disput mit einem WTG-Funktionär aus einer Nachbarversammlung. Nach der CV-Darstellung soll sich das folgendermaßen abgespielt haben. Es wurde mit Bezug auf die WTG-Thesen gefragt:

"Was meinst du, wann kann der Sturz, der Hure beginnen, sagte der auswärtige Diener: Nach dem WT zu urteilen, können wir in diesem Jahr damit rechnen, das heißt 1974. Damit war natürlich der ehemalige Kreisdiener nicht einverstanden. Er sagte zu dem Diener: 'Daran glaube ich nicht, dafür gibt es momentan nicht genügend Anzeichen.' Der Diener antwortete darauf: 'Sag mal, liest du denn gar nicht den Wachtturm? Darin wird doch ganz klar gesagt, daß es 'jeden Moment' losgehen kann.'

Der ehemalige Kreisdiener versuchte, ihm seine Argumente zu widerlegen. Aber es war zwecklos, wie er sagte. Diese zwei trennten sich mit gegensätzlichen Meinungen. Der ehemalige Kreisdiener sagte noch abschließend zu ihm: 'Wollen wir abwarten bis Dezember, und dann werde ich dich wieder besuchen. Dann werden wir sehen, wer Recht hatte.' Aus Vernunftgründen besuchte er diesen Diener im Dezember nicht wieder. Es wäre sinnlos gewesen. Er hätte sich wieder etwas Neues einfallen lassen, 'um mich zum Schweigen zu bewegen', meinte abschließend der ehemalige Kreisdiener. Wir haben hier wieder einmal einen Beweis mehr wie hartnäckig und engstirrnig manche Diener, die 1975-These verteidigten."

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CV 98 Oktober 1977

Wladimir Kurojedow, seines Zeichens oberster Repräsentant der sowjetischen Kirchenpolitik, wird in dieser Ausgabe, mit seinem auf die Zeugen Jehovas bezogenen Ausspruch zitiert:

"In einer Reihe von Fällen versuchen die Führer der Sektierergruppen die Gläubigen zu zwingen, an den Wahlen der Organe der Sowjetmacht nicht teilzunehmen, offizielle Dokumente nicht entgegenzunehmen oder zu vernichten, darunter auch den Paß, den Dienst in der Sowjetarmee mit der Motivierung zu verweigern, daß sie angeblich alle den 'christlichen Heerscharen' angehörten und die Fahnenflucht aus diesen 'Heerscharen' die Strafe Gottes nach sich ziehen werde.

Gerade solche 'Persönlichkeiten' sind es. die die reaktionäre Propaganda über den grünen Klee lobt...".

Damit wird deutlich wo "der Schuh drückt". Dort nämlich, wo eine religiöse Weltsicht zugleich politische Außenwirkungen zeitigt. Liberale Staaten pflegen solche Klippen manchmal (nicht immer) mit eben liberalen Reaktionen darauf zu umschiffen.

Staaten denen innenpolitische Liberalität fremd ist, hingegen nicht.

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CV 97 August 1977

Äußerst dürr, so muss man es schon nennen, sind die offiziellen WTG-Verlautbarungen anlässlich des Todes von WTG-Präsident N. H. Knorr gewesen. Sie bestanden lediglich mehr oder weniger nur in der These: "Der König ist tot, es lebe der neue König!"

Diese CV-Ausgabe versuchte einigen Details dazu nachzugehen.

Der Spiritus rector der "Christlichen Verantwortung", Dieter Pape, nahm unter anderem im Jahre 1977 an einer staatlich inszenierten, zumindest protegierten, "Weltkonferenz religiöser Kräfte" in Moskau teil. (Siehe dazu "Geschichte der Zeugen Jehovas" S. 499).

Pflichtgemäß lieferte Pape dann noch seinen Auftraggebern, die auch diese Reise bezahlt hatten, eine entsprechende "Erfolgsmeldung" ab. Sie wird in dieser CV-Ausgabe zitiert und liest sich so:

"Es war u. a. während des Empfanges für die Teilnehmer der Weltkonferenz beim Patriarchen von Moskau und ganz Rußland, Pimen. Zur Diskussion stand die Zukunft der Zeugen Jehovas in Afrika angesichts der zunehmenden Verbote dieser Gemeinschaft in den afrikanischen Entwicklungsländern. Unter Hinweis auf diese Vorgänge sagte ein Vertreter aus Sambia, Jason C. Mfula, Direktor der Ökumenischen Stiftung Mindolo, Sambia, daß die Aktivität der Zeugen Jehovas nicht unbeachtet bleiben könne. Sie werfen ein Problem auf, das keine religiöse Frage, sondern eine eminent soziale, d. h. politische sei. Die Zeugen Jehovas würden sich mit Ihrer Verkündigung oder Anleitung zum Handeln an das ganze Volk wenden. Nun ist diese Massenanleitung aber in ihrem politischen Inhalt darauf ausgerichtet, das Volk zu lehren, nicht mehr zu wählen, keinerlei demokratische, soziale und politische Verantwortung oder Mitverantwortung mehr im Lande zu übernehmen, davon Abstand zu nehmen, die Verhältnisse zu verbessern und Rückständigkeit und Ungerechtigkeit überwinden zu helfen. Das sei insbesondere für die Entwicklungsländer eine unerträgliche Volksbeeinflussung und Einmischung in den für alle notwendigen sozialen und positiven Entwicklungsprozeß. Wollten alle den Zeugen Jehovas folgen, so gäbe es keinerlei sozialen Fortschritt. Auch in den afrikanischen Entwicklungsländern, in denen die Zeugen Jehovas wegen dieser politischen Volksbeeinflussung noch nicht verboten sind, stellen viele Menschen die Frage, was die Zeugen Jehovas für eine Politik betreiben. Sie sei in höchstem Grade verantwortungslos. Man könne nicht unter Berufung auf Religionsfreiheit soziale und politische Verantwortungslosigkeit lehren und verbreiten. Das ist ein Mißbrauch der Religionsfreiheit. So seien die Zeugen Jehovas mit dieser Massenbeeinflussung in Wirklichkeit eine soziale Frage."

CV97

 

CV 96 Juli 1977

Zitat aus dem in dieser Ausgabe aufgelisteten "Sündenregister" der Zeugen Jehovas:

"Deutsch-sowjetische Freundschaft wird durch eine Feindschaft gegenüber der Sowjetunion ersetzt, die kaum ihresgleichen findet. Es gibt erschreckende Beispiele, wie junge Menschen in unserem Lande auf diese Weise zu Feinden der Sowjetunion gemacht und soweit gebracht wurden, daß sie erklärten, der Begriff deutsch-sowjetische Freundschaft widere sie derart an, daß es ihnen 'schon zum Halse heraushänge'."

Dazu darf man anmerken: Jene eben zitierte Äußerung ist in der zitierten Form nirgends in der WTG-Literatur enthalten. Es handelt sich bei diesem Zitat um eine eindeutige Privatmeinung. Sicherlich kann man an der Wortwahl Anstoß nehmen. Sicherlich kann man weiter sagen, die tiefere Ursache dafür liegt in der WTG-These sich nicht an der Politik beteiligen zu wollen.

Etwas indes "vergaß" diese CV-Ausgabe mit hinzuzufügen. Wenn sich jemand tatsächlich zum aussprechen jener inkriminierten Meinung hat hinreißen lassen, dann ergibt dies zugleich Spiegelhaft ein Bild des Klimas in der DDR. Da wurde nämlich versucht zwangsfreiwillig Mitglieder unter anderem für die DDR-Organisation "Deutsch-Sowjetische Freundschaft" zu rekrutieren. Theoretisch war vieles in der DDR "freiwillig". In der Praxis indes jedoch war das Gegenteil der Fall. Es wurde sehr wohl massiver Druck ausgeübt. Sollte daher jemand als Ventilfunktion auf diesen Druck, sich zu jener Äußerung hinreißen lassen, schlägt dies letztendlich auf die Urheber dieses Druckes zurück.

CV96

 

CV 95 Juni 1977

Zwei Gerichtsberichte bezüglich Jehovas Zeugen; unter anderem in dieser Ausgabe.

CV95

 

CV 94 Mai 1977

In dieser Ausgabe. Über die Konfrontation von Mitarbeitern der CV mit Zeugen Jehovas aus Dresden. Ein Ingenieur musste erleben, dass seine Frau und Tochter sich den Zeugen zuwandten. Da es ihm nicht so ohne weiteres möglich war, die dargebotenen Zeugenthesen herunterzuschlucken, spielte sich das mehr oder weniger hinter seinem Rücken ab. Einmal kommt jedoch auch in solchen Familien die "Stunde der Wahrheit". Letztendlich ist ja dadurch das Familienleben in erheblichem Maße tangiert. Es ist schon verständlich, dass er in dieser Situation nach Hilfe Ausschau hielt.

Mehr als erläutern, versuchen aufzuklären und Hintergründe deutlicher werden zu lassen, konnten die CV-Mitarbeiter dabei allerdings auch nicht tun. Es ist schon ein Trauerspiel zu registrieren, wie die WTG über die ihnen hörig gewordenen, Familien zerstört; namentlich wenn der "ungläubige" Teil einer solchen Familie sich außerstande sieht, die WTG-Kröten herunterzuschlucken.

Jene höheren WTG-Funktionäre auch in der DDR, die die sogenannte "Königreichsdienstschule" absolviert hatten, wussten wie sie auf den Vorhalt zu reagieren haben, ihre Organisation sei antikommunistisch. Entsprechende Passagen aus der WTG-Literatur kommentierten sie bestenfalls dahingehend: "Das sei eine Betrachtung zur Sache. Da man den Wachtturm nicht selbst geschrieben habe, könne und wolle man dazu nicht weiter Stellung nehmen."

Im vorliegenden Fall handelte es sich um eine Zeugin Jehovas. Die "höhere Schulung" war ihr somit verwehrt. Auch sie wurde nun mit dem Standardvorwurf konfrontiert, die Zeugen Jehovas-Organisation sei antikommunistisch. Besonders festgemacht an der auch in der WTG-Literatur nachweisbaren Vokabel "rote Faschisten".

Hier zeigt sich das Dilemma der DDR-Propagandisten. Sie führten Schaukämpfe um Vokabeln auf, die seitens der Geschickteren unter den Zeugen Jehovas mit Schweigen beantwortet wurden. Die Ungeschickteren ließen sich vielleicht mit Wortklaubereien ins Boxhorn jagen. Beide indes waren in ihrem tiefsten Innersten fest davon überzeugt, dass der DDR-Staat auch eine Variante "roter Faschisten" repräsentiere, allein schon durch das Zeugen Jehovasverbot. Noch so geschliffene Rhetorik der DDR-Verteidiger, mochte diese simple Tatsache nicht aus der Welt zu schaffen!

CV94

 

CV 93 April 1977

In dieser Ausgabe zwei geschichtlich durchaus bedeutsame Berichte. Einmal über den Fall des afrikanischen Landes Liberia und die Rolle die der WTG-Funktionär Milton G. Henschel diesbezüglich spielte.

Zum anderen über den politischen Putsch in den 1970-er Jahren im südamerikanischen Staat Chile und die politische Rolle, die die Zeugen Jehovas während dieser Vorgänge faktisch wahrnahmen. Es gibt Leute die die Auffassung vertreten, was sich damals in Chile abspielte, hatte auch einen Strippenzieher in den USA namens CIA. Um so gravierender die Unterstützung dieser CIA inspirierten Aktion durch die flankierende Unterstützung speziell der Zeugen Jehovas.

CV93

 

CV 92 März 1977

In dieser Ausgabe ein Erlebnisbericht von Helmut Senger. Letzterer hatte schon Anfang der 1950-er Jahre ersten Kontakt mit den Zeugen Jehovas. Plastisch schildert er, was für Thesen damals in Zeugenkreisen umliefen:

"Die damalige politische Allianz De Gaulle - de Gasperi - Adenauer unter "Rom" waren die Wiederherstellung der Macht "Babylons". Auch sollten "drei unreine Geister" wie Frösche ausgehen und quaken. Das sind die, welche viel über Verständigung und Frieden reden mit dem Stockholmer Appell zur Achtung der Atomwaffen. Und Politik, Kapital und Religion sind die Pfeiler, auf die sich das Gebäude der UN stützt, worin auch Rußland sitzt. Ein Pfeiler, die Religion, wird in Kürze stürzen und damit kommt Harmagedon, das Weltende. Das kommt ganz unmittelbar. Das ist ganz nahe. Man hatte da gleich an einen neuen Weltkrieg gedacht, weil das doch praktisch vor sich gehen muß, wie sollte sonst der Weltuntergang praktisch kommen. Rußland würde den religiösen Pfeiler stürzen, damit es losgeht. … 1955 bezeugte mir … ein Verkündiger, …daß ein Feuerring um die Erde sei, der sich bis 1972 nähert. Er führt Harmagedon herbei wie einst der Wasserring die Sintflut."

Der Beachtung wert. Auch die Exkommunzierungspraxis der Zeugen Jehovas, die sich auch am Fall Senger deutlich ablesen lässt.

CV92

 

CV 91 Februar 1977

Diese Ausgabe zitiert aus einigen Ausgaben des "Untergrund-Königreichsdienstes". Die Zeitschrift "Unser Königreichsdienst" gilt bei den Zeugen Jehovas als intern. Außenstehenden soll sie nicht zugänglich gemacht werden. Im Widerstreit der Gefühle hatte sich die WTG zwar entschlossen sie auch mit auf die CD-ROM-Ausgaben ihrer Literatur aufzunehmen, was denn in der Praxis ein weiterer Grund dafür war, ihrer Anhängerschaft einzubläuen. Kein Außenstehender soll die WTG CD-ROM erhalten. Gilt schon die Westausgabe des "Königreichsdienstes" als intern, um so mehr noch die spezielle Ausgabe für die DDR.

Die Stasi der DDR wäre nicht die Stasi gewesen, hätte sie nicht auch dazu Zugang gehabt. Ihre Leute (die "Hans Voss" und Co) saßen ja ohnehin mit an den führenden Stellen. Also ist es für das Stasiblatt CV ein leichtes gewesen, gegebenenfalls auch daraus zu zitieren. So in dieser Ausgabe.

Tendenz der Jahre 1975/76 war selbstredend das lavieren bezüglich des 1975-Datums. Der Anhängerschaft wurde weiter auf der "internen Schiene" suggeriert, die hochgestochenen Erwartungen werden sich allen Unkenrufen zum trotz schon "bald" erfüllen. Das ist es denn auch gewesen was so mancher am liebsten hören w o l l t e.

Die Betreffenden wurden denn auch mit solchen Angeboten via "Königreichsdienst" bedient wie den flotten Spruch:

"Dieses Einsammlungswerk ist also noch nicht abgeschlossen. Könnt ihr euch den Schock vorstellen für alle Anhänger der falschen Religion, wenn wir in eine Zeit der Religionslosigkeit eintreten, in der nur noch die wahren Anbeter ihren Dienst verrichten? Die Ereignisse werden spannungsgeladen sein." -

Aha, so deren Reaktion. Die Zeit der Religionslosigkeit haben wir ja in der DDR schon. So sorgten also "selbsterfüllende Prophezeiungen" weiter für die nötige "Stimmung" bei den Zeugen Jehovas!

CV91

 

CV 90 Januar 1977

Relativ still ist es heutzutage in WTG-Kreisen um die "Nord" und "Südkönig"-Theorie. Das war nicht immer so. Zum Ausklang des "Kalten Krieges", etwa in dem WTG-Buch von 1958 "Dein Wille geschehe", feierte diese These wahre Triumphe bei den Zeugen Jehovas. Meinte man doch jetzt in dem kommunistischen System den "Nordkönig" wahrzunehmen und gar noch prophezeien zu können, er werde "demnächst" noch mit dem "Südkönig" militärisch zusammenstoßen und diesergestalt sein Ende finden, wobei "Jehova" dann noch in entscheidender Weise beim Todesstoß mithelfen würde.

Die sich solchergestalt als Vertreter des "Nordkönigs" apostrophierten Kommunisten waren denn ob solcher These nicht sonderlich "erfreut". Allerdings auch nicht übermäßig "verwundert". Für sie gehörten zu allen Zeiten die Zeugen Jehovas zum Lager der strammen Antikommunisten in religiöser Verbrämung. Auch die 1958-er These war für sie nur eine Bestätigung dessen.

Wie man zwischenzeitlich weiss, ist mit der Auflösung der Sowjetunion der WTG der "Nordkönig" für's erste abhanden gekommen. Möglicherweise ist seine Neu-Wiederauferstehung nur eine Frage der Zeit; denn es gab für die WTG schon ein paar andere "Nordkönige" davor. Die diesbezüglich Entwicklung wird in dieser CV-Ausgabe im groben Umrissen skizziert.

CV90

 

CV 89 Dezember 1976

Das "lavieren" nach 1975 nimmt diese CV-Ausgabe ins besondere Augenmerk.

Mit in dieser Ausgabe ein darstellender und wertender Bericht in Sachen der Funkanlagenaffäre der WTG im Ersten Weltkrieg. Siehe ergänzend dazu auch: Mysteriöse Funkanlage Es ist einzuräumen, dass Jehovas Zeugen, aufgrund ihrer religiösen Sozialisation, diesem Aspekt keine sonderliche Beachtung schenken. Erheblich anders sieht es allerdings bei jenen aus, für die die Frage einer religiösen Sozialisation nicht das "A und O" ist, die vielmehr gewohnt und vielleicht auch geschult sind, politische Tatbestände herauszukristallisieren. Und selbige dann auch politisch zu werten. Das trifft offensichtlich auf die Ausführungen in Sachen Funkaffärenanlage zu. Wer sie aufmerksam liest, wird am Schluss mehr als nur nachdenklich sein!

CV89

 

CV 88 November 1976

In dieser Ausgabe, basierend auf der Berichterstattung der Zeitschrift "Stern" Details zu einem Todesfall mit Bezug zum Thema Bluttransfusion; sowie einige weitere, über den "Stern"-Artikel hinausgehende Ergänzungen dazu.

CV88

 

CV 87 Oktober 1976

Eine große Aufgabe versucht diese CV-Ausgabe in Angriff zu nehmen. Um es gleich vorweg zu sagen. Beim anpacken des Problems hat man sich kräftigst "verhoben". Von Problemlösung keine Spur. Man versucht in dieser Ausgabe den Satz zu "entkräften":

"CV im 'Staatsdienst' und ein 'Organ des Feindes'?" Viele Worte werden diesbezüglich gewechselt. Jedoch keines dabei das "überzeugt". So liest man in diesem Artikel als Argument unter anderem:

"Zum Beispiel arbeiteten diese Verantwortlichen u. a. in Dresden jüngst mit der 'gedruckten Predigt' der WTG (Tarn-Nr. 876), in der gleich einleitend in Absatz 2 mit Christus gegen "Moskau" gehetzt wird, das auch kein 'Welterlöser' sei."

Damit haben die Hintermänner der CV zwar ihr Ego gestreichelt. Indes "überzeugt" haben sie gerade mit diesem Argument ihre potentiellen "Ansprechpartner" in keiner Weise.

CV87

 

CV 86

Ein Rückblick auf Geschehnisse in Halle/S. Im Jahre 1925, in dieser CV-Ausgabe.

CV86

 

CV 85

Folgt man der Darstellung in dieser CV-Ausgabe, dann gab es da bei den Zeugen Jehovas in der DDR, sogar ein paar Übereifrige, die das Ende der 60-er Jahre aufgekommene 1975-Thema, sogar mittels großformatiger Schautafeln zu illustrieren beliebten. So wie seinerzeit Russell seine "Karte der drei Weltzeiten" einsetzte. Nur mit dem Unterschied das jetzt das ganze auf den 1975-Bezug zugeschnitten war. Genüsslich wird kommentiert, dass diese Übereifrigen doch wohl als Heuchler anzusprechen seien, da sie nach 1975 ihre Schautafeln wohl kaum weiter verwendet haben. Gab es diesen so geschilderten Sachverhalt? Oder wurde er aus den Fingern gesogen? Die Frage muss offenbleiben. Immerhin: 1975-Gläubige gab es sehr wohl. Ob sie sich auch als Schautafelhersteller betätigten?

"War das politische Neutralität?" fragt auch diese CV-Ausgabe (nicht zum ersten mal). Sieht man sich ihre auf diese Fragestellung folgende Argumentation an, wird man objektiv betrachtet zugeben müssen, es war keine politische Neutralität. Dennoch bleibt ein fader Nachgeschmack. Politische Neutralität auch in Religionsgemeinschaften, wird es wohl nur dann geben, so selbige sich primär als "weltentrückter Halleluja-Verein" gebärden. Soweit diese Grenze überschritten wird, ist es schon aus mit der "politischen Neutralität". Es ist der CV wohl dahingehend zuzustimmen, dass auch Jehovas Zeugen zu k e i n e m Zeitpunkt je politisch neutral waren. Das ihre diesbezügliche Behauptung eine glatte, bewusste Desinformation der eigenen Anhängerschaft ist.

Jetzt kommt aber der schon angedeutete "fade Beigeschmack" bei der diesbezüglichen Beurteilung. Und den kann ich nur so formulieren. Die zeitgenössische politische Parteinahme der Zeugen Jehovas ist sachlich zutreffend. Indem sie seitens der CV bekämpft wird, gleicht dies dem "Sisyphus" aus der Fabelwelt, der da einen schweren Stein bis an die Bergspitze hochschleppt und anschließend wieder in die Tiefe zurückgerissen wird.

Nur so kann ich die nachfolgende CV-Ausführung bewerten:

Frühere Leiter des Ostbüros der WTG in Westberlin wie Werner Geyer oder Willi Pohl haben in ihren internen Gesprächen über die allerersten CV-Briefe (des CV-Begründers Willi Müller, Gera) nicht das geringste Hehl daraus gemacht, daß die Organisation auch politisch wirkt, was man öffentlich jedoch niemals so zugeben könne und werde. Schalten wir 25 Jahre, ein Vierteljahrhundert zurück. Im Hochjahr des antikommunistischen kalten Krieges auf allen Ebenen, im Jahre 1951, als die WTG-Führung mit so vielen anderen hoffte, die "Ostzone" würde binnen kurzem "befreit" sein, bekannte sie sich offen zu ihrem politischen Anteil an dieser erwarteten "Befreiung", um danach entsprechend auftreten zu können. In der Erwachet-Ausgabe vom 22. April 1951, S. 4 (deutsch) prangerte sie u. a. hemmungslos "die Religionspriester" in den USA und anderen westlichen Länden an. Auf "Ostdeutschland" verweisend, tönte die WTG: "Wären sie gewillt, ihr Leben niederzulegen, indem sie (wie Jehovas Zeugen) den Kommunismus öffentlich anprangern?". Die in Verfolg dieses "Anprangerns". betriebene antikommunistische politische Hetze in den "gedruckten Predigten" der WTG, die Jehovas Zeugen verbreiteten, konnten kaum noch von jemandem überboten werden. "Unheilkündender Schatten des Kreml", "rote Totalitäre", "kommunistische Flut aus dem Osten", "kommunistische Fronvögte", "falsche rote Religion", "rote Faschisten", "befremdender unsinniger Wahn", "die teuflischste Religion von allen", "ungezügelte wilde Tiere hinter dem Eisernen Vorhang "kommunistenverseucht" u. a. m. war der politische Hetzjargon, der die "gedruckten Predigten" der Zeugen Jehovas kennzeichnete. War das politische Neutralität?

Es kann nicht angehen, die CV-Ausgaben unkommentiert neu zu veröffentlichen. Es besteht durchaus berechtigter Anlass, kritische Anmerkungen dazu hinzuzufügen. Dies soll hiermit geschehen:

CV85

 

CV 84

Die Fluktuation bei den Zeugen Jehovas einschätzend, fragt diese CV-Ausgabe in ihrem Leitartikel: "Wo ist eine Religionsgemeinschaft, die einen solchen laufenden Aderlaß aufweist?"

Bereits seit geraumer Zeit verwies die CV in ihren Ausgaben auch auf die Zusammenkünfte "freier Gemeinden", die historisch gesehen aus der Bibelforscherbewegung entstanden sind. Sie hatten keinen "leichten" Start. Erst spät, zu spät, entschloss sich der DDR-Staat sie im Hinblick auf die unbotmäßigen Zeugen Jehovas auch zu dulden. In dieser Ausgabe nun, referiert der CV-Mitarbeiter Pape über drei solcher Gemeinden, die sich in Leipzig befanden. Nebulos wurden immer die betreffenden Zusammenkunftsorte als "Raumgemeinschaft" umschrieben. Im Falle Leipzig beschreibt Pape diese "Raumgemeinschaft" näher. Es war das Gastrecht das seitens der katholischen, der evangelisch-methodistischen Kirche und einer dritten religiösen Gruppe, gewährt wurde. Diese dritte Gruppe (im Falle Maurice Thorez-Str.) nennt Pape bemerkenswerterweise nicht beim Namen. Man darf spekulieren: Adventisten oder Mormonen?

Bemerkenswert in diesem Bericht auch, der Hinweis auf eine 90-jährige Besucherin einer solchen Versammlung. Damit ist schon einiges über deren "Ausstrahlungskraft" ausgesagt!

CV 84

 

CV 83

In dieser Ausgabe: Ein (parteischer) Kommentar der CV zum Fall Ernst Seliger, ein WTG-Funktionär auch mit Bezug zur Problematik. Zeugen Jehovas/DDR.

CV83

 

CV 82

Kommentierend wird zu der WTG-Publikation von 1975 "Eine sichere Zukunft - wie zu erlangen" in dieser CV-Ausgabe angemerkt:

"Die Broschüre enthält dazu die bekannte 'leichte Speise' für Außenstehende, wieso diese Zeit herbeigekommen sei, im Grunde nur zeitangepaßte Wiederholungen dessen, was seit 1874 von der WTG schon jeder Generation verkündet worden ist." Also das spielen auf dem "Endzeitklavier" mit oder ohne Daten. Und was noch wesentlicher ist: Bewusst im Sinne als geistiges Opium konzipiert.

CV82

 

CV 81

Ein kommentierender Pressebericht "nach Tisch"; will sagen nach 1975, mit Bezug auf dieses Datum, in dieser Ausgabe.

Zwar tendenziös kommentiert, dennoch der Erwähnung wert. Ein Artikel in dieser Ausgabe, der auf die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit (KSZE) 1975 in Helsinki (Finnland) mit Bezug nimmt Zeitgenössisch konnte man es damals noch nicht so sehen. Im Rückblick erwies sich diese Konferenz als ein wesentlicher "Weichensteller", der dann Anfang der 90-er Jahre auch das Ende der DDR bewirkte. Demgegenüber wirken die seinerzeitigen Kommentare zu dieser Konferenz seitens der WTG (und auch der CV) geradezu grotesk.

CV81

 

CV 80

Diese CV-Ausgabe zitiert:

"Das WTG-Ostbüro in Wiesbaden, BRD, ist nunmehr offen dazu übergegangen, für die Untergrundtätigkeit in der DDR derartige Anordnungen zu geben. Es heißt in XI/75-2 für alle Untergrundaufseher: 'Dieser Grundsatz, nicht mit einem solchen zu sprechen, gilt auch, wenn. Personen, die Spaltungen verursachen wollen, uns Lesestoff senden oder überreichen würden. Ihre Mitteilungen zu lesen wäre das gleiche, wie ihnen unser Ohr zu leihen. Wenn wir solche Personen nicht in unser Haus aufnehmen und sie auch nicht grüßen, wie könnten wir ihre schriftlichen Äußerungen zur Kenntnis nehmen wollen, auch nur informationshalber? Wie wir solche Personen abweisen, ohne mit ihnen zu sprechen, so vernichten wir auch ihre schriftlichen Äußerungen ungelesen, um nicht teilzuhaben an ihren bösen Werken. Auf sie trifft 2. Joh. 9-11 zu."

Anweisungen dieser Art sind in der Tat die Waffe der WTG. In Ermanglung des Instrumentariums staatlicher Diktaturstaaten, muß sie sich vorstehendem bedienen. Hätte die WTG Zugriff auf das Instrumentarium staatlicher Diktaturstaaten. Es bestände kein Zweifel wie das in der Praxis aussähe: Zensur und Geheimpolizei würden eine nie geahnte Blüte unter WTG-Regie erreichen.

Ungeachtet dessen, verstummt die Kritik an der WTG nicht. Sie kann und wird schon aus dem Grunde nicht verstummen, weil ihr Anliegen berechtigt ist.

Bezüglich der Auseinandersetzung mit einem weiteren Artikel dieser CV-Ausgabe, siehe auch:

Politische DDR-Kritik an den Zeugen Jehovas

CV80

 

CV 79

Ein Artikel in dieser Ausgabe bezieht sich auch auf die Tragödien der Zeugen Jehovas, im afrikanischen Land Malawi.

"In einsamer Nacht - auf weiter Flur, weit und breit keine andere Seele", da hilft wohl nur lauter Gesang, zur eigenen moralischen Stabilisierung. Dies war so meine Gedankenassoziation, bei Lektüre des nachfolgenden Satzes aus dieser CV-Ausgabe:

"Die aus den kapitalistischen Krisenverhältnissen, aus ihrem Elend, aus ihrer Misere und aus ihren sozialen Widersprüchen konstruierten und von einer Generation auf die nächsten verschobenen 'Zeichen' einer 'Zeit des Endes' passen für die sozialistischen Länder nicht, sind hier nicht übertragbar, und deshalb zum Scheitern verurteilt.".

So, so. An anderer Stelle habe ich solch eine These auch schon mal kommentiert. Man kann beispielsweise dazu vergleichen: "Geschichte der ZJ" S. 659, Anmerkungsnummer 28.

CV79

 

CV 78

Zitat aus dieser Ausgabe:

"Als die 20-jährige Verschiebung von Harmagedon nach 1945 Mitte der 60-er Jahre ablief, war es u. a. der ehemalige Leiter der Untergrundorganisation Werner Liebig, Dresden, der in internem Kreise Betrachtungen anstellte, die antikommunistische "Kampfstellung gegen den Staat" (Zweigdiener E. Frost) aufzugeben und einen völlig neuen Weg zu beginnen."

Mein Kommentar dazu: Angesichts der Unverfrorenheit dieser CV-These, kann man eigentlich gar nicht soviel essen, wie "man diesbezüglich kotzen möchte".

Man muss wissen, dass Liebig bereits in der 1950-er Verhaftungsaktion zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt wurde. Seine "Führung" im Gefängnis war korrekt. "Faulheit" bezüglich der den Gefangenen auferlegten Arbeiten, konnte man ihm nicht nachsagen. So gewährte ihm der DDR-Staat - mehr widerwillig - eine "vorzeitige" Haftentlassung.

Nach dem DDR-Mauerbau avancierte Liebig zum obersten DDR-Zeugen Jehovas in der Untergrundorganisation. Dies blieb der Stasi nicht verborgen, die ihn 1965 erneut verhaftete.

Selbst im Gefängnis wurden Stasi-Zuträger auf ihn gezielt angesetzt. Einer von diesen Mitgefangenen im Stasidienste spielte seine Verräterdienste besonders perfide. In den Stasiakten ist der Fall dieses "Friseurs" und seiner Auskundschaftung von Liebig's Meinung, unter den Gefängnisbedingungen überliefert.

Dies alles gilt es hinzuzufügen, wenn es die oben zitierte Auslassung der CV zu bewerten gilt. Sie stellt für meine Begriffe eine Verhöhnung sondergleichen dar!

CV78

 

CV 77

Ein Bericht über den Auftritt des damaligen WTG-Chefideologen, F. W. Franz am 29. 8. 1975 in Westberlin. Zwar emotional durch den Berichterstatter gewürzt, dennoch aufschlussreich, wie die WTG die 1975-These in ihrer Akutphase "managte".

In dieser Ausgabe.

Bis heute taucht in den WTG-Jahrbuchberichten, das Land Vietnam nicht mehr selbstständig auf. Offenbar kann es bestenfalls der Sammelrubrik Verbotsländer zugeordnet werden. Den Hintergrund verdeutlicht auch eine polemische Notiz in dieser CV-Ausgabe in der zu lesen war:

Im Leitartikel des "Köngreichsdienst" Nr. 6/1975, Wiesbaden, "Liebe Königreichsverkündiger", berichtet die WTG über ihre Rückschläge in Vietnam, nachdem dort die US-Aggressoren vertrieben sind und die siegreichen vietnamesischen Volksbefreiungskräfte … regieren. Etwa 100 vietnamesische Verkündiger seien in Saigon zurückgeblieben. Die WTG: "Nichts, was nicht kommunistisch ist, kann jetzt dort gedruckt werden. Deshalb wird der Wachtturm vorerst nicht in vietnamesisch erhältlich sein". Nicht gesagt wird, wie die WTG selbst gegen die "Roten" in Vietnam gehetzt hat (Jahrbuchbericht 1965). Nicht gesagt wird, wie die WTG; international gegen die "Ausbreitung des Kommunismus" in Vietnam als "wirkliche Bedrohung" zu hetzen (Erwachet 22. Sept. 1965) anleitete. Nicht gesagt wird, daß deswegen die WTG-Missionare rechtzeitig vor den sie beschützenden US-Aggressoren Vietnam verließen, um sich in Sicherheit zu bringen.

Aus der redaktionellen Anmerkung dieser CV-Ausgabe:

"Ja, es ist nicht einfach, von der WTG zu lassen, wenn man ihr bedingungslos als 'Gottes Organisation' folgte. Doch man muß erkennen, daß man in Wirklichkeit einem gigantischen Mißbrauch des Glaubens gefolgt ist. '1975' beweist es. Dieser Konflikt kann niemandem erspart bleiben. Wir haben doch Verantwortung für unsere Nächsten, für unsere Familie, für die Zukunft unserer Kinder.

Die WTG weiß, was auf ihren Endzeitbankrott kommen muß. Darum jetzt u. a. jene Artikel …um die anderen Gemeinschaften herabzusetzen, zu verteufeln, von ihnen abzuschrecken. Doch man muß, den WTG-1975-Bankrott vor Augen, endlich begreifen! Besucht doch einmal andere Gemeinschaften, ehe der Stab gebrochen wird! Geht in die Neinstedter Anstalten für Hirngeschädigte. Sprecht mit den evangelischen Schwestern, die sich dort aufopfern! Geht in die Christliche Pflegeanstalt der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinden in Schmalkalden-Aue! Geht in das Kinderkrankenhaus 'Martha Maria' der Evangelisch-Methodistischen Kirche in Halle! Geht in das katholische Pflegeheim 'Maria Frieden' in Berlin! Wo sich andere Christen um Schicksale kümmern, an denen die WTG wie der Levit vorbeigeht! Lukas 10:32. Oder sollten sie besser diese Pflegebedürftigen im Glauben an das 1975 der WTG auf die Straße gesetzt haben? Sollten sie das hierfür verbrauchte Geld lieber der WTG für die Verkündigung ihres 1975-Bankrotts-überwiesen haben? Kommt doch endlich auf den Boden der Tatsachen und Realitäten zurück! Die WTG-Führung hat nicht im Entferntesten solche praktischen Werke der Nächstenliebe ohne nach dem Glauben zu fragen, aufzuweisen! Ja, sie schiebt ihre eigenen Alten, Gebrechlichen, Kranken, Hirngeschädigten, Krüppel und Siechen nach Möglichkeit an jene anderen, an die christliche oder staatliche Fürsorge ab! … Es gibt es eine hohe staatliche Anerkennung für diese kirchlichen Pflege-Werke. Die WTG läßt sie dafür als 'Hure Babylons', Heuchler und Teufelsdiener von Haus zu Haus verleumden! Mit dem WTG-1975-Bankrott sollte auch hier das Maß voll sein!"

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CV 76

In dieser Ausgabe gelesen:

"Sofort 1967, als das Jahr 1975 in die Welt posaunt wurde, wurde über CV Verbindung aufgenommen mit "Überrestgliedern" im Sonderdienst des WTG-Zweigbüros Wiesbaden, um ihre Ansicht zu erfahren und sie zu bewegen, als "Überrest" gegen diese weltweite 1975-Irreführung aufzutreten. Vielleicht wird aus der entsprechenden Korrespondenz in CV nachgedruckt. Doch alles war vergebens."

Das WTG-Buch "Vergewissert euch über alle Dinge", wird in dieser Ausgabe kommentiert. Eine Stellungnahme meinerseits dazu unter: Buch Vergewissert euch über alle Dinge

CV76

 

CV 75

Ein Zitat aus dieser Ausgabe, bezugnehmend auf die 1975-er Kongresse in der BRD und einigen dorthin angereisten Besuchern aus der DDR (in der Regel im Rentneralter) sei hier kommentarlos wiedergegeben:

"Ein mit äußerster Aufmerksamkeit von der WTG behandeltes Detail waren die Besucher der Kongresse aus der DDR, für die jedesmal eine Art 'Ostabteilungen' eingerichtet wurden. Sie sind mit einem besonderen Absicherungssystem umgeben. Aufpasser achten hier auf jedes Fotografieren, auf jeden, der ihnen 'verdächtig' erscheint, auf alles, was diese Besucher vor und noch ihren 'Besuchen' dort äußern. Wie berichtet wird. werden Gespräche in den 'Abteilungen' auch geheim auf Tonband aufgezeichnet."

CV75

 

CV 74

Die "Bauchschmerzen" der CV und der hinter ihr stehenden DDR-Kreise, kommen markant auch in dieser Ausgabe zum Ausdruck. Und man wird hinzufügen müssen. Trotz aller Anstrengungen, ist die DDR bis zum Ende ihrer Existenz diese "Bauchschmerzen" nie los geworden. Andernorts, beispielsweise in Rumänien gelang es, was auch der DDR vorschwebte. Die "Lokalisierung" der dortigen Zeugen Jehovas. Nicht jedoch in der DDR.

Die CV beklagt, in Zitierung einer WTG-Passage:

"… um die Zeugen gleichsam zu verschlingen, sie zu assimilieren und zu einer nationalen religiösen Einrichtung zu machen, wodurch sie von der weltweiten theokratischen Organisation der Zeugen Jehovas getrennt worden wären. Loyale Zeugen Jehovas haben eine solche von einem totalitären Staat kontrollierte Einrichtung abgelehnt". (WT 15. März 1975, S. 187, Abs. 18, dt.) Diese jüngste Auslassung der WTG soll die gesellschaftspolitische Richtlinie für Jehovas Zeugen auch nach "1975" in den sozialistischen Ländern wie wir sehen sein. Es ist die alte staatsfeindliche Grundlinie "Religion oder der totalitäre Staat" bzw. "Christentum oder Kommunismus". Die WTG hat also bis zur Stunde die Positionen des antikommunistischen kalten Krieges der 1940er und 1950er Jahre nicht verlassen, wie sie u. a. in "Erwachet" vom 8. Juni 1955 dt. mit dem Beitrag "Kommunismus oder Christentum . . . Beseitigung der roten Gefahr" dokumentiert und dem Verkündiger-zur Pflicht gemacht wurden. Die Untergrundtätigkeit soll also auch noch "1975" weitergehen."

CV74

 

CV 73

Es sei in Erinnerung gebracht, dass einscannen der CV-Ausgaben ist kein "Zuckerschlecken". Schlechtes, inzwischen gebräuntes Papier, wo zu allem Überfluss der Text der Rückseiten teilweise mit durchscheint, ein kleines Schriftbild und anderes mehr, behindern die Arbeit. Bei der hier vorliegenden Nr. 73 kommen noch weitere Schwierigkeiten hinzu. Konzipiert als "Sonderausgabe" enthält sie 14, anstatt der sonst üblichen 8 Seiten Text. Diesmal auch gespickt mit diversen Faksimile-Zitaten aus der WTG-Literatur. Letztere verwandte bis weit in die dreißiger Jahre noch die früher vielfach verwandten alten Schrifttypen. Herbert Raab kann auch ein "Lied davon singen". Sein Projekt, elektronische Zugänglichmachung der Russell'schen Schriftstudien, beinhaltete für ihn auch, dass er aus den vorgenannten Gründen den gesamten Text mühsam neu abschreiben musste. Bei der CV 73 erging es mir ähnlich. Was der Scanner "akzeptierte" war diesmal das wenigste. Mühsames abschreiben war angesagt.

Inhaltlich versucht diese Ausgabe eine Tour de Räson der WTG-Geschichte; unter reichlicher Verwendung von WTG-Zitaten. Sicherlich mag sie für den einen oder anderen interessant sein. Indes vielleicht inhaltlich doch nicht genug gestrafft. Jedenfalls ist dies meine Meinung. Obwohl es sich hierbei um eine durchaus herausragende CV-Ausgabe handelt, verzichte ich dennoch sie auch als Sonderdruck zu verwerten. Man sagt : "In der Kürze liegt die Würze". Ich glaube nicht, dass diese Ausgabe diesem Kriterium entspricht.

CV73

 

CV 72
Ausgehend von einer laufenden Beobachtung der WTG-Veröffentlichungen, notiert diese CV-Ausgabe auch:
"
Für die Abergläubischen unter den Zeugen. Obendrein sich selbst widersprechend. Eine Zeugin in New York litt unter 'gelegentlichen Anfällen von Lähmungserscheinungen'. WTG-Älteste stellten fest, daß sie irgendwann von einer Spiritistin 'ein Paar Handschuhe und eine Perlenkette' geschenkt bekam. 'Diese wurden dann ausfindig gemacht und in den Ofen geworfen. Die Frau erholte sich sofort und hat seitdem keinen solchen Anfall mehr erlebt.' Andererseits hätten Zauberfetische, bei Zeugen aufgestellt, um sie zu bannen, 'zur Bestürzung der Medizinmänner ihnen kein Leid' antun können. Der WT verneint, daß diese Ältesten hier als 'Exorzisten dienen'. Aber so etwas ist natürlich Exorzismus."

Aus der polnischen Bibelforscherzeitschrift "Swit" zitiert diese CV-Ausgabe eine Episode, die mit einem Fragesatz endet, auf den allerdings keine Antwort folgt. Die Frage ist demzufolge offen. Auch die WTG ist bis heute eine plausible Erklärung dazu schuldig geblieben. Offenbar schwebte ihr nach dem Vorbild von Lenin und Stalin eine Einbalsamierung ihres großen Führers Rutherford vor. Pech für sie, dass die "satanischen amerikanischen Behörden" diesen Plan vereitelten.

Swit notiert nach der Wiedergabe von CV:
"
Rutherford starb am 8. Januar 1942, wurde aber erst am 25. April 1942 beerdigt, also erst nach 3 Monaten und 17 Tagen. Ist das für normale Verhältnisse nicht sonderbar? Ein Vierteljahr lang kommt die Leiche nicht unter die Erde? Was war da los? Wie hat er den Tod gefunden? Was ging da in der WTG-Führung vor?"
 CV72

 

CV 71

Er ist nicht "neu", der Grundsatz "Trenne und herrsche", den auch die CV nach Kräften (mehr schlecht als recht) anzuwenden versucht. Namentlich beim Thema des sogenannten "Antikommunismus" der Zeugen Jehovas, wie dies auch ihr Drohsatz in dieser Ausgabe verdeutlicht:

"Wollen sie (die Ältesten) weiter die 'Seelen' so führen, wie es die WTG in dieser Hinsicht verlangt? Es wird von ihnen Rechenschaft gefordert werden."

Die Geschichte hat diese Frage eindeutig beantwortet. Die CV-Propagandisten und ihre Hintermänner haben "gegen die Wand geredet". Sie wollten etwas erzwingen, was nicht erzwingbar ist. Dieweil die Alltagserfahrungen in der DDR keineswegs dazu angetan waren, mit "fliegenden Fahnen", das Lager der Antikommunisten zu verlassen.

CV71

 

CV 70

Wieder einmal zitiert die CV (unter anderem) das Rutherford-Buch "Regierung" aus dem Jahre 1928 und dort insbesondere jene sich kritisch zur Sowjetunion äußernden Passagen. Abgesehen davon, dass (außer den Kommunisten) noch etliche andere Zeitgenossen, die Entwicklung in der Sowjetunion kritisch bewerteten, die WTG also bestenfalls nur eine allgemeine Meinung wiedergab, ist Desweiteren festzuhalten, dass im gleichen Rutherford-Buch auch kritische Passagen über das politische System in den USA nachweisbar sind. Die allerdings, werden von der CV geflissentlich nicht mit genannt. Damit wird bewusst ein Zerrbild geschaffen und das gilt es auch so festzuhalten.

Man kann auch noch ein neueres Beispiel aus der gleichen CV-Ausgabe zitieren. In einer sophistischen Wortwahl, die man sich mal auf der Zunge zergehen lassen sollte, liest man dort unter anderem auch:

"Bekanntlich wurden am 13. August 1961 zur Gewährleistung einer friedlichen ökonomischen und politischen Entwicklung der DDR besondere Sicherungen an der DDR-Westgrenze geschaffen. Natürlich traf das auch die Ostarbeit der WTG. Prompt reihte sie sich sogleich in die auflodernde internationale 'Mauer'-Hetze ein, ihre eigene antikommunistische Untergrundarbeit herausstreichend: '...auch die Mauern die der russische Kommunismus errichtete', könnten sie .nicht . 'hindern', solchen 'Feinden' werde 'unteridisch' entgegengetreten. (WT 1. 3. 62, S. 147 dt.)....

Mit einer jüngsten 'Erfahrung' dokumentiert sie das. Diese 'Erfahrung' besage, daß die Berliner Mauer in Ostdeutschland die Sinnlosigkeit des ganzen (kommunistischen) Systems zum Bewußtsein' bringe, (Erwachet 22. 3. 75, S. 18 dt.). Wieder eine abgefeimte rein politische Demagogie, die mit der Evangeliumsverkündigung überhaupt nichts zu tun hat."

Ich erspare es mir, dass hier weiter zu kommentieren. Einen Kommentar allerdings kann ich mir doch nicht "verkneifen". Und der besteht in der Feststellung, dass es kaum Unterschiede in der Verlogenheit der Propaganda gibt. Möge diese ihre Urheber nun in den WTG-Zentralen, oder wie hier zitiert, eben in der CV von Stasi Gnaden haben!

Auch an handfesten Drohungen spart diese CV-Ausgabe nicht (ebenfalls nicht das "erstemal"). Vorgeblich bei den Zeugen Jehovas in der DDR diskutiert, behauptet die CV dazu. Die tatsächlichen Diskutierer dürften indes in den Dienststellen der Stasi zu lokalisieren gewesen sein, die denn auch prompt durch die CV verkünden lässt:

"Die Treffen in den Autobahnraststätten mit Kurieren des Ostbüros. Die Geldschmuggelei. Die Täuschungsmanöver bei den Grenzkontrollen und der ganze damit verbundene Trug und Schwindel und die lebensgefährlichen Herzanfälle der älteren Brüder und Schwestern, wenn sie dabei 'hochgehen', weil eben kein Gott etwas 'überwaltet'"

CV70

 

CV 69

Diese CV-Ausgabe wäre möglicherweise in besonderem Ausmaß geeignet, den WTG-Apologeten "den Kamm anschwellen zu lassen". Wird in ihr doch detailliert darüber berichtet, wie die CV und das Uraniabuch in beachtlichem Umfang auch in Polen Verbreitung gefunden hat.

Liest man den diesbezüglichen Text aufmerksam, so kann man unschwer erkennen, dass die CV ihrerseits einen wesentlichen Anteil an der polnischen Verbreitung hatte. Nun, Lobbyistenarbeit wird auch andernorts gepflegt. Es ist nicht erkennbar, weshalb dies im Falle von CV anders bewertet werden sollte. Des einen Leid, des anderen Freud!

Eine These aus dieser CV-Ausgabe sei noch zitiert. Zitiert aus dem Grund, weil sie vielleicht mit am deutlichsten im diesbezüglichen CV-Wust formuliert ist. Ich füge noch hinzu. In der zitierten Form mache ich mir diese These n i c h t zu eigen. Das einzigste was ich diesbezüglich anerkennen würde, wäre. Das sie die Ausgangsbasis für eine Diskussion den Sachverhalt betreffend sein könnte. Allerdings eine detaillierte und vor allem glaubwürdige Diskussion dazu, sucht man in der CV vergebens. Sie schrieb, und nun folgt das angekündigte Zitat:

"Die gegenwärtige WTG Führung gehört neben einigen anderen Kräften in den USA, wie den Führungskraften der "John Birch Society, dem Christlichen Antikommunistischen Kreuzzug, dem Evangelismus von Billy Graham, der Weltweiten Kirche der Armstrong-Brüder, und der Mormonen-Kirche" in der Tat zum "rechten Flügel des amerikanischen Konservatismus". Die antikommunistische politische WTG-Propaganda gleicht fast aufs Wort der politischen Propaganda der John Birch Society, die der amerikanischen Mormonen-Führer Ezra T. Benson "in unserem Kampf gegen den schleichenden Sozialismus und den gottlosen Kommunismus" für das wirksamste hält, was es gebe. Es ist bemerkenswert, daß diese religiös-politischen rechtsextremen antikommunistischen Kreise in den USA als ein Nachwuchsreservoir für die amerikanischen Nachrichten bzw. Geheimdienste FBI und CIA dargestellt werden. (Süddeutsche Zeitung 11. 9. 74 München, Wochenpost 13. 12. 74 Berlin). In der Frage des politischen Antikommunismus steht die Watch Tower Society direkt neben der John Birch Society."

Vorstehendes steht in der Kontinuität der CV-Bemühung, die WTG in die antikommunistische Ecke zu stellen. Ein "Bonbon" ihrer diesbezüglichen Argumentation ist auch ihre nachfolgende Aussage:

"Es gibt Orts-, Kreis- und Bezirksaufseher der WTG in der BRD z. B., die schreiben ihre "Felddienststunden" als Verkündiger zusammen, indem sie eine Flut von Briefen an andere schreiben. Das enthebt sie vom undankbaren Haus-zu-Haus-Dienst, und doch haben sie einen "großen Felddienstbericht".

In solchen "Missionsbriefen" hat man das dann u. a. vor sich. Wenn es zum Thema passt, wimmelt es dann von solchen Ausdrücken wie, "schandliche Kommunisten, Satans Mistwelt, Mistherrschaft, Vollidioten des Teufels, die gottlose rote Religion voll schlechter Früchte, die Teufelsreligionisten Marx, Engels und Lenin, Schwachköpfe, die uns religiös-politischen Propaganda-Käse vorkauen" u. a. m. Es ist unglaublich, von was für einem primitiv-ordinären antikommunistischen Geist solche Personen beherrscht sind, die dann auf Einladungszetteln öffentlich als, "Beauftragter der Wachtturm-Gesellschaft" angekündigt werden."

CV69

 

CV 68

Der "Eiertanz" um das Jahr "1975". Ein Thema dieser Ausgabe; ergänzt mit den seinerzeitigen ihm zugrunde liegenden WTG-Aussagen.

Schicksale der Zeugen Jehovas in der Sowjetunion. Ausgehend von einem Bericht in der sowjetischen Zeitschrift "Wissenschaft und Religion" aus dem Jahre 1974, wird dieser in dieser CV-Ausgabe zitiert. In der "Geschichte der ZJ. Mit Schwerpunkt der deutschen Geschichte" (S. 512f.) wird er ebenfalls zitiert; dort aber auch in den dazu notwendigen geistesgeschichtlichen Rahmen mit eingeordnet.

CV68

 

CV 67

Schwerpunkt auch dieser Ausgabe, das 1975-Endzeitthema. Dazu ein Zitat:

"Dieses "Zeichen" soll sich doch aus den heutigen 'Erfüllungen' zusammensetzen. Was haben wir da inzwischen mit der WTG erlebt? Drei Endzeitbeginne: 1799, 1874, 1914. Zwei Wiederkünfte Christi: 1874, 1914. Drei Obrigkeitsdeutungen. Mehrere Fürstenauferstehungen, Offenbarungsdeutungen, Elia/ Elisa-Vorgänge, Drangsalsdeutungen, Offenbarungspferde und schon vier Harmagedonverschiebungen. Was ist das für ein 'umfassender und ausreichender Beweis'?"

Das "Jahrbuch 1972" der Zeugen Jehovas war insofern herausragend, dass in ihm erstmals ein umfassender Bericht über ein Ostblockland - die Tschechoslowakei - enthalten war. In ihm konnte man auch den Satz lesen:

"Die Verhältnisse besserten sich beträchtlich im Jahre 1960, als eine Generalamnestie den meisten Brüdern, die im Gefängnis waren, die Freiheit brachte. Von da an ist die Polizei hier und da gegen einzelne Verkündiger vorgegangen, aber obwohl das Verbot immer noch in Kraft ist, haben wir bis zu diesem Jahr, dem Jahr 1971, keine ernsthaften Schwierigkeiten gehabt."

Weiter wurde darin berichtet, dass eine höherer WTG-Funktionär aus jenem Lande im Jahre 1969 in den USA an einer Kreisdienerschulung teilnehmen konnte.

Wie gesagt, diese Publizierung erfolgte 1972/73. Erst im Jahre 1975 ging die CV in einem relativ nichtssagenden kleinen Satz, darauf mal beiläufig mit ein.

Sie vermerkte:

"Das Beispiel Br. Müller/Prag zeigt, daß unterschiedliche Wege möglich sind."

Meine Anmerkung dazu: Zu wenig, zu "billig" diese CV-Reminiszenz.

CV67

 

CV 66

Dies ist die erste CV-Ausgabe des Jahres 1975. Verständlich, dass in ihr mit das Thema des dubiosen 1975-Datum abgehandelt wird.

Auch ein kirchenpolitischer Artikel ist in jener Ausgabe enthalten. Auszugsweise konnte man in ihm u. a. auch lesen:

"Einer von. denen die empfanden, daß hier etwas auf. Seiten der WTG nicht in Ordnung ist, daß es gar nicht darum geht, den Zeugen Jehovas den Glauben zu nehmen, daß man vielmehr der WTG in der Obrigkeitsfrage einiges vorhalten muß, war ein Bezirksdiener im Bez. Frankfurt. Er hatte das Problem angepackt, "mit den Nachbarn zurecht zu kommen" und "das Verhältnis zu ihnen. besser zu gestalten", d. h., er hatte die Frage durchdacht, wie die antisoziale und antikommunistische Politik aus der Verkündigung entfernt werden könnte. Das WTG-Ostbüro in Wiesbaden ordnete daraufhin an, daß er unverzüglich "die Sachen zu übergeben" habe. Er schwäche die Widerstandskraft gegen die Kommunisten, die vielmehr noch mit "harten Botschaften aus Osten und Norden in großen Grimm versetzt" werden müßten, wie es noch nie der Fall gewesen sei. Zu gut deutsch, die Zeugen Jehovas sollen weiter eine herausfordernde Rolle in antikommunistischer Hinsicht spielen. Schließlich schüchterte man den Bezirksdiener ein mit der grotesken Erklärung: ..Wir haben seit 1957 offiziell erklärt, bereit zu sein, mit ihnen die Schwierigkeiten zu besprechen, die unsere Verwandten haben, und sogar bis nach Moskau zu fahren." Wer die "Beweise" dafür in die Hand nimmt (WT 15. 4. 57, Erw. 22. 4. 57). sieht in Wahrheit ein provokatorisches Doppelspiel aus Verhandlungsangebot und frechster antisowjetischer und antikommunistischer Hetze, wie die beigefügten Karikaturen eines zähnefletschenden und bluttriefenden "russischen Bären" und des zertrümmerten Symbols von "Hammer und Sichel" veranschaulichen, ein bewußtes Scheinangebot."

Soweit die CV-Darstellung. Da ich in den Anfangsjahren auch mal partiell für die CV mitgearbeitet hatte, sind mir (ausgehend von den jetzigen erweiterten Kenntnissen) noch ein paar zusätzliche Details dazu bekannt.

Ganz offensichtlich handelte es sich hierbei um den Fall Harry Bock aus Finow-Eisenspalterei (wie richtig festgestellt im damaligen DDR-Bezirk, Franfurt/Oder gelegen). Auch Herr Bock hatte (als höherer WTG-Funktionär) das zweifelhafte Vergnügen, wie auch die allermeisten seiner Amtskollegen, ungebetenen "Zersetzungsgesprächen" der Stasi ausgeliefert gewesen sein. Bei den meisten prallte die Stasi mit ihrem Ansinnen resonanzlos ab. Das Standardrepertoir der Stasi (mit individuellen Variationen) war vermeintlich antikommunistische Aussagen in der WTG-Literatur vorzulegen, und den Betreffenden vorzugaukeln, "alles würde gut", gäbe es diese antikommunistischen Artikel nicht. Wie gesagt. Bei anderen, beispielsweise dem WTG-Funktionär Egon R..., stieß die Stasi vielfach auf Granit. Das Zersetzungsgespräch der Stasi mit Herrn Bock hatte aber doch wohl das Ergebnis, dass er etwas schwankte und von sich aus auch Meldung nach Wiesbaden machte, was durchaus nicht alle Betroffenen taten. Das Ergebnis nannte die CV. Amtsenthebung.

CV66

 

CV 65

"Jeder Monat kann sich als der letzte für uns erweisen" so tönte die WTG Ende 1974 Anfang 1975. In dieser Ausgabe dokumentiert.

CV65

 

CV 64

Diese Ausgabe fragt auch:

"Muß da unsere Verkündigung nicht für jeden Verantwortungsbewußten unannehmbar sein? Sind wir nicht wie eine Opposition ohne glaubwürdige und ernstzunehmende Alternative? Müssen andere das alles nicht so sehen? Was nützt bloßes Predigen? Schieben wir nicht das Ende immer wieder in die Zukunft? Muß man uns nicht als sozialpolitisch verantwortungslose Christen betrachten?"

Bedauerlicherweise verdrängen Jehovas Zeugen diese wesentliche Fragestellung. Grund genug, sie dennoch von Zeit zu Zeit immer wieder mal zu stellen.

CV64

 

CV 63

"Was sagt die Schrift nun zur Verantwortung weltlicher Regierungen für Frieden und Glück ihrer Bürger? Haben Christen hierzu ein 'Niemals!' zu verkündigen?" fragt diese CV-Ausgabe. In der Tat, damit ist ein kardinaler Kritikpunkt an den Zeugen Jehovas angesprochen.

Mit in dieser Ausgabe: Einige Auswahlzitate auch "Wachttürmen" von 1906 - 1916.

Darin auch der "klassische" Satz (die Pythia lässt grüßen). In der Mehrdeutigkeit nicht zu überbieten:

"Wir müssen die Möglichkeit zugeben, daß uns in bezug auf die Chronologie ein Fehler unterlaufen sein kann . . . Wir müssen zugeben, daß die Zeichen der Zeit, wie wir sie lesen, klar andeuten, daß der Meister n a h e ist, ja, daß er vor der Tür steht, und daß sein Königreich bald die Herrschaft übernehmen wird. Das bedeutet, daß die Dinge, die wir erwarten. gewißlich vollendet werden, einerlei, ob darüber noch ein Jahr, zehn oder zwanzig Jahre vergehen werden."

CV63

 

CV 62

Zu den besonders anfechtbaren Thesen der Zeugen Jehovas gehört auch ihre sogenannte "theokratische Kriegslist". Anfechtbar, auch aus dem Grunde ersichtlich, weil die WTG beispielsweise (wieder besseres Wissen) diesen ihren Grundsatz, durch den Mund des Theologieprofessors B... verleugnen lässt (was nicht gerade für dessen Reputation spricht) und deutlich macht, wie es um den diesbezüglichen Erkenntnisstand von B... bestellt ist.

Diese CV-Ausgabe setzt sich u. a. auch mit dem Thema "theokratische Kriegslist" auseinander.

CV62

 

CV 61

Ein geschichtlicher Rückblick auf die Anfangsjahre des "kalten Krieges" in dieser Ausgabe beinhaltet auch die Aussage:

"Zur Zeit gipfelt das in dem Bocksprung von Selbstdarstellung vor aller Welt, das Werk der WTG sei völlig 'unpolitisch' und habe mit keiner 'politischen Ideologie' etwas zu tun.... Dabei könnte man Bücher füllen mit den Äußerungen der WTG, die beweisen, daß sie unter den Religionsgemeinschaften diejenige ist, welche die politische Ideologie des Antikommunismus und Antisowjetismus im Interesse fremder Auftraggeber am schärfsten verbreitet."

1947 wird als das Jahr bezeichnet, wo die westliche Politik der "Zurückdrängung des Kommunismus", nach der zeitweiligen Interessenkoaltion im Kampf gegen Hitlerdeutschland, handfeste Formen annahm. Führende politische Kraft dieser Politik war und ist die United States of America. Es ist offensichtlich, dass die Zeugen Jehovas, die ihre Brunnenstube gleichfalls in den USA haben, mit auf diesen Kurs eingeschwenkt sind. Besonders heimtückisch dergestalt, unter der These angeblichem "Unpolitischseins" aus Endzeitgeschichtlicher Motivation. Man kann es keinem verdenken, wenn die pseudoreligiöse Staffage beiseitegeschoben wird, diesen Kern der Problemlage dann herauszuarbeiten.

Das hatten zeitgenössisch schon die Kommunisten getan. Nur, sie befanden sich in der Defensivposition. "Abgeklärt und ruhig" die Dinge anzugehen, war ihnen nicht vergönnt. Heute besteht jedoch - zumindest in der rückblickenden Betrachtung - diese Möglichkeit. Die WTG-geleiteten Zeugen kommen dabei keineswegs "gut" bei weg.

Diese CV-Ausgabe versucht analoges zu tun. Ob sie dabei wirklich die "Befindlichkeit" der Zeugen erreichte, deren Denken keineswegs von den Grundsätzen der Ratio geprägt ist, kann und muss bezweifelt werden.

CV61

 

CV 60

Der "Wachtturm" vom 1. 3. 74 wird in dieser CV-Ausgabe mit dem dortigen Satz zitiert:

"Überrascht es dich, daß sich die Religion um Frieden mit dem Kommunismus bemüht? Hast du die Kirchen bis jetzt als Bollwerk gegen den Kommunismus betrachtet?"

Eindeutig, kann man dazu nur sagen. Man muss kein "Freund" des kommunistischen Systems sein. Trotzdem kann man daraus erkennen, dass dies sehr wohl eine politische Aussage ist. Keinen Frieden mit dem Kommunismus. Dies war und ist offizielle USA-Politik. Dies war und ist zugleich auch Programm der Zeugen Jehovas. In der Regel nicht so deutlich formuliert. Hier aber wurde einmal die "Katze aus dem Sack gelassen"!

CV60

 

CV 59

"Für die WTG hier in 'Deutschlandbericht 1974' geht es nur darum, um jeden Preis zu verschweigen, daß sie schon immer, in jeder Situation, wie so landläufig gesagt wird, mit 'gezinkten Karten' die ihr anvertrauten Menschen begaukelt hat."

Mit diesen Worten wird in der CV 59 die Rolle der führenden ZJ Balzereit und Harbeck im Krisenjahr 1933 eingeschätzt. Die diesbezügliche Auseinandersetzung mit dem Deutschlandbericht der WTG in ihrem Jahrbuch 1974 ist die Grundlage dafür. Wie man weiß sind WTG-Geschichtsklitterungen (respektive solche von Autoren die der WTG nahestehen) bis in die Gegenwart zu beklagen. Ein solches Beispiel nimmt diese CV-Ausgabe mit aufs Korn.

Zeugen Jehovas kann man offenbar in zwei Klassen einteilen. 1. in die aktiv Endzeitgläubigen und zweitens in deren Kinder und Kindeskinder. Letztere nehmen es denn schon mal nicht so wörtlich mit solchen Thesen. Vielfach anders hingegen die Situation bei gewissen Neuangeworbenen. Ein Familien-Erlebnisbericht in dieser Ausgabe belegt das auch.

CV59

 

CV 58

Auch diese Folge enthält wieder die obligate Verbeugung vor den Geldgebern der CV, unter der wenig überzeugenden Überschrift: "Die antikommunistische und antisowjetische Tätigkeit der WTG im Jahre 1973". Trotz dieser Einschränkung, sei doch ein Satz aus jenem Artikel zustimmend zitiert, und zwar der nachfolgende:

"Im WT vom 15. 1. 73 wird die 'Menschenherrschaft im Lichte der Tatsachen' völlig durch die Brille amerikanischer Zeitungen, Publizisten und Politiker und am Beispiel amerikanischer bzw. kapitalistischer Verhältnisse mit Bezug auf Krieg, Verschmutzung, Kriminalität, Drogensucht, Unterernährung. Armut usw. angeprangert."

Da haben wir des Pudels Kern. Amerikanische Weltsicht, amerikanische Hegemonievorstellungen sind auch die Substanz der Publizistik der Wachtturmgesellschaft. Zugeschnitten auf ihre Klientel.

Ich gehöre wahrhaftig nicht zu den "Standardkonsumenten" auch deutscher Fernsehprogramme der Vor-Abend-Zeit. Aber soviel ist auch mir klar. Sie sind bis zum Überdruss von amerikanischen "Seifenopern" dominiert. Das ist das - ich formuliere es mal krass - Verblödungsangebot für die Säkularisierten.

Zeugen Jehovas sind nicht "sakularisiert". Aber auch sie bekommen laufend entsprechende Angebote. Auf ihrem religiösem Level serviert. Damit ist allerdings noch nicht die eingangs genannte weitergehende seinerseitige DDR-Interpretation, meines Erachtens abgedeckt.

CV58

 

CV 57

"'Mag der Feigenbaum selbst nicht blühen - dennoch will ich frohlocken in Jehova'." - Hab. 3:17, 18.

Nicht ohne Bedacht würde gerade dieser Text als Jahresmotto der Zeugen Jehovas für 1974 ausgewählt. Darauf nimmt der einleitende Artikel dieser CV-Ausgabe bezug.

"Wann immer sie Friede und Sicherheit ausrufen, wird sie ein plötzliches Verderben ereilen."

Eine kritische Auseinandersetzung auch mit diesem Lieblingsbibelspruch der Zeugen Jehovas, auch in dieser Ausgabe.

Noch ein Zitat aus dieser CV-Ausgabe:

"Zum Deutschland-Bericht im Jahrbuch 1974

Mit einer Höchstzahl von 93 178 Verkündigern im Dienstjahr 1973 in der BRD verwaltet das Zweigbüro in Wiesbaden den zweitgrößten Zweig der WTG-Weltorganisation. Doch nur noch wenige im Zweigbüro berauschen sich an dieser Höchstzahl."

In der Tat, der Grund zum "berauschen" hat sich verflüchtigt. Das mit dem "zweiten Platz" ist schon seit geraumer Zeit "Schnee von gestern". Sowohl in absoluten Zahlen, als auch in der Zahl Verhältnis Zeugen Jehovas zur jeweiligen Gesamtbevölkerung, ist Deutschland zwischenzeitlich weit abgeschlagen, mit zunehmender Tendenz.

In einer ersten Einschätzung des Deutschland-Berichtes im 1974-er Jahrbuch kommt die CV zu dem Resultat, dass er in hohem Maße auch eine indirekte WTG-Reaktion auf die DDR-Veröffentlichung von 1970 (Uraniabuch) über die Zeugen Jehovas darstellt. Selbstredend im apologetischem Sinne. Vermag ich dieses Urteil noch mit zu teilen, so jedoch nicht mehr das nachfolgende. Die CV behauptet auch:

"Die WTG hat sich in der ganzen Periode des Kalten Krieges seit 1947 … von niemandem antikommunistisch übertrumpfen lassen."

Richtig ist, die WTG hat auch ihren Part im Kalten Krieg mit gespielt. Jedoch die Behauptung, sie sei diesbezüglich von "niemand" übertrumpft worden, geht meines Erachtens zu weit. Sie ist tendenziös. Die These die Kommunisten (jener Zeit), seien nur "rotlackierte Faschisten" ist auch andernorts nachweisbar. Im Falle der WTG kam und kommt besonders ihre bewußte Negierung gesellschaftspolitischer Notwendigkeiten (Stichwort Politik"verzicht") als besonders heimtückische Waffe im Kalten Krieg zum tragen. Nur, das war schon im Konfliktfeld Hitlerregime so. Und das ist auch andernorts nachweisbar.

CV57

 

CV56

"Erwachet" vom 8. 9. 1973 ist in dieser CV-Ausgabe das "gefundene Fressen", um in tendenziöser Weise zu polemisieren. Worum ging es dabei. Es ging dabei um die Frage "Wie erfolgreich die Sowjetunion in ihrem Kampfe gegen die Religion gewesen sei". So der Titel des entsprechenden "Erwachet!"-Artikels. War die Sowjetunion diesbezüglich "erfolgreich". Objektiv betrachtet sicherlich nicht und dies klingt auch im entsprechenden "Erwachet!"-Artikel mit an. Nun mag man als "gläubiger Verfechter" des sowjetischen Systems das vielleicht anders sehen. Solche Gläubige belieben auch nicht über den nachweisbaren Terror in der Sowjetunion zu reden. Wenn sie reden, dann ist ihr Ziel nur "schönzureden". Eine Kostprobe der diesbezüglichen CV-Argumentation:

"Ist es Absicht oder Unwissenheit, daß der WTG-Schreiber nicht unterscheidet zwischen dem 'Verhältnis der Arbeiterpartei zur Religion' (S. 5) und dem Verhältnis des Staates, der Regierung, zur Religion? Lenin sagte - zum Nachlesen für jedermann - daß Staat und Regierung 'die Religion nichts angeht', anders jedoch die Arbeiterpartei. Die WTG wirft hier alles durcheinander. Absichtlich? Was sollte man anders annehmen? Wir können hier nicht seitenlang Lenin zitieren, obwohl man es wegen der Entstellung von Lenin-Zitaten seitens der WTG müßte. Wer verantwortungsbewußt ist, wird selbst nachlesen. was die Unterschiede sind (Lenin, Werke Bd. 10 'Sozialismus und Religion', und Bd. 15 'Über das Verhältnis der Arbeiterpartei zur Religion'). Wie könntest du diese WTG-Entstellung von Staatslehren bedenkenlos bejahen und verbreiten? Gott verurteilt jedes falsche Zeugnis.

Eine andere Attacke richtet sich gegen 'Priestervereinigunqen' in der Sowjetunion, 'die nur Moskau treu' waren. (S. 6)"

Es wäre müßig diesen Streit jetzt hier zu vertiefen. Meine Meinung dazu habe ich schon einleitend gesagt. Nur etwas anderes erscheint mir signifikant. An sonstiger (berechtigter) Kritik an der Zeugen Jehovas-Führung spart die CV sicherlich nicht. Wer kritisiert, der muss auch selbst Kritik einstecken können. Das genannte Beispiel wäre ein solcher Fall, wo das zuträfe. Nichts von alledem. Stattdessen nur Verteidigung und billige Polemik. Zu billig, wäre dazu der abschließende Kommentar!

CV56

 

CV 55

Es ist schon bald nicht mehr zählbar, wie oft in der CV das Problem Geldtransfer durch Jehovas Zeugen, angesprochen wurde. Will man den Grundsatz, dass der "Ton die Musik" macht, dabei noch mit zur Anwendung bringen, dann ergibt sich ein düsteres Szenario. Handfeste Drohungen direkter und indirekter Art. Das ist die Substanz der diesbezüglichen Ausführungen. Der DDR-Staat muss es offenbar nötig gehabt haben. Seine Schergen in seinem Dienst, wollten gut leben. Also brauchten sie Buhmänner. Das Thema Geldtransfer war für sie ein solch ergiebiges, bis zum Überdruss ergiebiges Thema.

"Diplomatie oder Konfrontation"? das ist auch im Falle der zeitgenössischen Einschätzung von CV die Frage.

Leute, die die "Weisheit mit Löffel gegessen" haben, wie der Heidelberger Theologieprofessor B..., möchten es aus heutiger Sicht gerne so interpretieren, dass es im Falle CV, und genauer, überhaupt im Falle "DDR", nur eines hätte geben dürfen: Konfrontation und nochmals Konfrontation. Wie man weiß war die Wirklichkeit etwas differenzierter. Jene Möchtegerne-Konfrontäre waren zur fraglichen Zeit nicht immer die "gefragtesten". Auch die evangelische Kirche in der alten Bundesrepublik stand schon zeitgenössisch vor der Frage. Wie soll sie die CV einschätzen. Wichtiger noch. Wie soll sie diese ihre Einschätzung in der Öffentlichkeit artikulieren. Ihr damals zuständiger Referent, Dr. Hans-Diether Reimer entschied sich offenbar für den Weg der "Diplomatie", für das "durch die Blume durchblicken lassen", des zu kritisierenden. In Heft 5/73 des "Materialdienstes" war sein diesbezügliches Statement abgedruckt, dass in dieser CV-Ausgabe genüsslich zitiert wird.

Die Konfrontäre hatten und haben sicherlich keine "Freude" an dieser Stellungnahme. Indes auch das sei noch gesagt. Zeitgenössisch schwiegen die Zeugen Jehovas und ihre genannten Hilfstruppen dazu. Ergo haben sie sich selbst des Rechtes beraubt, heute nun diesbezüglich groß in "Entrüstung" sich zu produzieren.

CV55

 

CV 54

Ein Kommentar zu den 1973-Kongressen der Zeugen Jehovas in dieser CV-Ausgabe:

"Mit Spannung wurden die Kongreßvorträge von allen verfolgt, die sich dieser Situation bewußt sind, und das sind nicht wenige.

Das auf den Kongressen 1966 (WT 1. 1. 67, S. 22f dt.) verkündigte Endjahr 1975 wurde völlig übergangen und verdrängt. Alle wurden auf eine unbestimmte und unbegrenzte Zeit des Wartens orientiert, die gemäß dem Schlüsselvortrag von WTG-Präsident N. H. Knorr (27. 7. Düsseldorf) mit 'Nacht und Tag arbeiten, um Jünger zu machen' auszufüllen ist.

Mit anderen Worten, es kommt jetzt nichts, stattdessen Dienst und nochmals Dienst,

'Tag und Nacht', damit darob niemand zu Innehalten und Besinnung kommen kann,

und die WTG sich mit möglichst wenig Schwierigkeiten in eine neue Zeitperiode retten kann, ohne viele zu verlieren. Das war der tiefere Sinn und Zweck der Kongresse."

CV54

 

CV 53

Wieder einmal veröffentlicht diese CV-Ausgabe, sogenannte "Leserbriefe". Also ich kann es nicht verhehlen. Es ist ein ungutes Gefühl, das mich bei deren Lektüre beschleicht. Wenn man da z. B. lesen kann, dass einer dieser "Leserbriefe" zugleich in 83 facher Ausfertigung im Raum Leipzig verbreitet wurde. Dann ist es doch sehr die Frage, um was für "Briefe schreibende Leser" es sich da handeln soll. Der Pferdefuß ist allzu deutlich. Damit entwertet er zugleich auch eventuell tatsächlich vorhandene Fakten, die kritisch bewertet werden können. Aber wenn ich da ich in einem Kommentar zu diesen vorgeblichen "Leserbriefen" auch den Satz lese:

"Andere leitende Brüder, wir denken an Berlin, Dresden, Zwickau usw., stehen unter dem dringenden Verdacht, teilweise sehr hohe Geldbetrage aus der 'Guten Hoffnung' für rein private Dinge zu verwenden. Aber eine weitere Zahl von Brüdern und Schwestern sind kriminell im Auftrage der Organisation. Solche z. B.. die das Geld nach der BRD/Westberlin ausschleusen oder diejenigen, die mit eingeschleusten Vervielfältigungsmaschinen massenweise 'WT' vervielfältigen."

Dann drängt sich mir mit Macht der Eindruck auf: Tatsächliche Schreiber dieser "Leserbriefe" waren die Herrschaften in den Stasi-Zentralen!

In dieser Ausgabe ist auch der Satz zu lesen:

"Gar mancher wandelt da auf sehr gefährlichen Pfaden. Es sind oft Brüder und Schwestern im Rentenalter oder andere aus bestimmten Versammlungen, die in die BRD zu Besuch fahren. Oft sind es auch Körperbehinderte, Erblindete, ja sogar auch Kinder, die benutzt werden." Isoliert betrachtet, stellt diese auf den Geldtransfer durch Jehovas Zeugen, von Ost nach West, bezügliche Passage, eine knallharte Drohung dar.

Fakt ist, dass gerade die Frage Geldtransfer eines der wichtigsten Elemente im kalten Krieg zwischen Ost und West darstellte. Die DDR-Oberen, stellten sich analog zum Hitlerregime, auf den Standpunkt. Geldtransfer darf nur über ihre offiziellen Finanzinstitute und nur in vom Staat anerkannten Fällen, durchgeführt werden. Praktisch waren die Hürden dabei so hochgesetzt, dass für Jehovas Zeugen kaum eine Chance diesbezüglich bestand. Wie auch andere Bevölkerungsgruppen, umgingen auch sie die diesbezügliche DDR-Gesetzgebung. Letzterer klassifizierte ihr diesbezügliches tun, als "Schmuggel" und ging in seiner Bewertung soweit, die WTG-Finanzabteilung als mit der Unterwelt engagiert zu bezeichnen.

Wie immer man zu diesem Vorrwurf auch stehen mag. Das Jehovas Zeugen hierbei auch ihren wesentlichen Part im kalten Krieg mit spielten, kann meines Erachtens nicht stichhaltig bestritten werden.

Ich "verteidige" die DDR-Politik nicht. Unabhängig von persönlichen Antipathien ist meines Erachtens der vorbeschriebene Sachverhalt auch ein Beleg für die These: Das es eine "politische Neutralität" der Zeugen Jehovas noch nie gegeben hat und nie geben wird.

Das Thema "Geldschmuggel" wurde von der CV schon diverse male aufgegriffen. Die diesbezüglichen DDR-Argumente erscheinen mir in dieser Ausgabe noch mit am besten zusammengefaßt.

CV53

CV 52

Wie bei Jehovas Zeugen aus "Dienern" "Aufseher" wurden. Ein Thema dieser CV-Ausgabe.

CV52

 

CV 51

Ein bemerkenswerter Satz aus dieser Ausgabe, ohne weiteren Kommentar:
"Weshalb arbeitet man mit Geheimziffern, Funkgeräten usw.? Gehört dies zum christlichen Glauben? Ich (Müller) kenne z. B. den Bruder sehr gut, der half, die Funkgeräte zu bauen. Die Haupträdelsführer waren dann natürlich rechtzeitig abgerückt, die Kleinen mußten es wieder ausbaden." Pikanterweise bietet diese CV-Ausgabe auch noch eine geschichtliche Replik, bezugnehmend auf eine Funkanlagen-Affäre des Ersten Weltkrieges, die Müller aber mit seiner Aussage nicht meinte. Müller nimmt bezug auf die Praktiken, die Jehovas Zeugen zu ihrem "Überleben unter DDR-Verbotsbedingungen", offenbar als "notwendig" ansahen und auf die seitens der DDR-Stasi entsprechend "reagiert" wurde.

Noch ein weiterer kommentarlos wiedergegebener Satz aus dieser CV-Folge:

Es "gehört die WTG immer noch für den Bereich der Religionsgemeinschaften zu den reaktionärsten und entspannungsfeindlichen 'kalten Kriegern', die nichts von friedlicher Koexistenz wissen wollen, die nach wie vor und bisher unwiderrufen ganz konkret gar 'auf das Ende der kommunistischen Regierung in Ostdeutschland warten', wie es in gehässigem, antikommunistischem und antisowjetistischem Jargon im WT vom 15. 2. 65, S. 110 für alle Zeugen Jehovas formuliert ist."

CV51

 

CV 50

Unter Bezugnahme auf in Kreisen der Zeugen Jehovas zirkulierende Tonbänder, polemisiert diese CV-Ausgabe:

"Wir fragen E. Seliger, einst hauptverantwortlich mit E. Frost, E. Wauer, K. Franke, W. Heinicke, F. Adler und andere.

Ihr habt z. B. unter dem Datum vom 8. Nov. 1949 seinerzeit auch gegen die DDR-Regierung jene 'Erwachet'-Ausgabe herausgebracht: 'GANGSTER IN AMT UND WÜRDEN'. Überzeugender Beweis dafür, daß Politiker nicht die 'von Gott verordneten obrigkeitlichen Gewalten' sind. Das wurde in Bethel produziert, unter Leitung Gottes, wie Ihr damals mit dem Schwerte des Gemeinschaftsentzuges und zweiten Todes - wenn jemand rebellierte - durchgesetzt habt."

Sicherlich macht sich dieser Vorwurf gut. Allein seine Formulierung ist linguistisch ungenau.

"Erwachet!" erschien in Deutschland erst ab 1953. Dies hing auch damit zusammen, dass in den ersten Nachkriegsjahren in Deutschland Papier kontingentiert war. Also nicht jeder, noch dazu in unbegrenzter Auflage, konnte alles drucken was er wollte.

In der Nachfolge vom "Goldenen Zeitalter", respektive "Trost", erschien "Erwachet!" in der Schweiz dagegen ununterbrochen. So auch jene inkriminierte Nummer aus dem Jahre 1949.

Die Frage ist: Wer verantwortete ihren Inhalt? Theoretisch einmal zuerst die verantwortlichen WTG-Redakteure in der Schweiz. Praktisch jedoch in höchstem Maße die Zentralredaktion in Brooklyn (USA). Sowohl die Schweizer als auch die deutschen WTG-Funktionäre waren, was den Inhalt der Zeugen Jehovas-Literatur anbelangt letztendlich nur Statisten. Bestenfalls waren sie als Zulieferer tätig. Das war's dann aber auch schon.

Wenn hier also (in der Sache zurecht) deutsche WTG-Funktionäre für anfechtbare Thesen angegriffen werden. Dann kann man dies bestenfalls als Stellvertreterangriff bewerten. Dieweil man den tatsächlichen Urhebern in den USA, nicht habhaft werden konnte.

Anfang der 80-er Jahre machte sich in der Brooklyner WTG-Zentrale die Franzkrise bemerkbar. Nachdem Franz ausgestiegen war, wurde eine "Säuberung" inszeniert, dem weitere seiner potentiellen Sympathisanten zum Opfer fielen.

In dieser CV-Ausgabe, will dieses Blatt, über seine untergründigen Stasikontakte bis in die USA reichend, wissen, dass davor schon einmal 312 Hauptamtliche, Anfang der 70-er Jahre das Hauptbüro verließen oder verlassen mussten.

CV50

 

CV 49

Diese CV-Ausgabe zitiert und kommentiert auch den "Wachtturm"-Satz:

"Da die Christenheit den Gott der Bibel falsch dargestellt hat und da sie unchristlich gehandelt hat, ist dem Kommunismus ein fruchtbarer Nährboden bereitet worden".

Damit will der "Wachtturm" doch unter anderem auch suggerieren, dass er "den Gott der Bibel" richtig darstelle. Angefangen von der Endzeitdatierung 1799 bis 1975, respektive des unmittelbaren "Demnächst". Es gehört schon eine ganze Menge von intellektueller Unredlichkeit dazu, um solcher Art Thesen noch "ernst" nehmen zu können. Zumal sie bewusst nicht auch mit der geschichtlichen Erkenntnis gekoppelt sind: "Und wenn morgen der 'Jüngste Tag' anbricht, so will ich heute dennoch ein Apfelbäumchen pflanzen."

Dies negiert die Zeugen Jehovas-Religion; und ihre Behauptung, qualitativ über andere Religionen zu stehen, erweist sich als Farce.

Mich wundert es nicht, wenn einige daher dem Christentum generell ade! sagen. Mich wundert es nicht, dass dies auch für solche mit einer Sozialisation aus dem Zeugen Jehovas-Milieu zutreffend ist. Damit ist nicht automatisch eine "Akklamation" für das politische System "Kommunismus" verbunden. In seiner diktatorischen Struktur und seiner Uneffizienz, im Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln, nehmen sich Kommunismus und Zeugen Jehovas nichts.

Es trifft sicherlich nicht auf alle zu, sich von diesen Systemen aktiv zu distanzieren. Etliche suchen nach Nischen, wo sie trotz allem in ihnen "überwintern" können. Manche finden sie, manche nicht. Allerdings sind es nicht die "in den Nischen verkrochenen", die das Rad der Geschichte weitergedreht haben. Gerade dort wo der Konservatismus pur gelehrt wird (wiederum zugleich bei Kommunisten und Zeugen Jehovas zu beobachten) formiert sich auch die entschiedenste Opposition zu ihm. Höchstwahrscheinlich, in Prozentzahlen ausgedrückt, wohl auch nur auf eine Minderheit. Aber das sind dann diejenigen, die sich das eigene Denken noch nicht durch den Vorbeter WTG haben austreiben laßen!

In Polen gab es die Bibelforscher-Zeitschrift "Swit". Eine Gruppierung aus der Russellbewegung entstanden, aber dem WTG-Zentralismus nicht gehorsam. Mit Befremden hatte ich es schon zeitgenössisch zur Kenntnis genommen, dass diese Gruppe auch ein eigenes Endzeitdatum publizierte - 1984.

"Eine gewisse Klasse der Menschen kann diese Zeichen lesen. Denn sie hat die Versicherung der Heiligen Schrift, daß noch dieser Zeit der Drangsal noch 1980 die Sonne der Gerechtigkeit aufgeht …"so lautete ihre These. Eine knappe Info dazu auch in dieser CV-Ausgabe.

CV49

 

CV 48

Da konnte sich also der Dr. Reinhold Pietz, von der Evangelischen Kirche, der die CV auch beobachtete, freuen. Ab dieser Ausgabe wurde die Präambel, an die er Anstoß genommen hatte, wieder geändert. Nun konnte er als Untertitel gar lesen: "Informationen zu christlichem Wandel und vermehrten Verständnisvermögen". Ein Wisch-waschi-Satz, der alles und zugleich nichts aussagte. Sollte er jedoch der Meinung gehuldigt haben, mit dieser kosmetischen Veränderung, würde die CV als ein vom DDR-Staat ausgehaltenes Blatt, ihren eigentlichen Charakter auch geändert haben. Sollte diese Meinung je bei ihm vorhanden gewesen sein, so dürfte er spätestens bei der weiteren Lektüre eines anderen belehrt worden sein. Nichts ist billiger als wie eine nur kosmetische Veränderung!

Ein 13 Positionen enthaltender Artikel beschreibt, was man aus DDR-Sicht alles an antikommunistischen Aussagen im Jahre 1972 glaubt wahrnehmen zu können. Diese Argumentation ist nicht unbedingt das, was ich als notwendige Basis für die Auseinandersetzung mit der WTG angesehen habe und ansehe. Etliche der dortigen Argumentationsfetzen würde ich eher "mit spitzen Fingern anfassen." Indes soviel sei jedoch eingeräumt, dass man die WTG-Publizistik wohl kaum als "fünfte Kolonne der Kommunisten", sondern eher als das glatte Gegenteil davon bewerten kann. Ausgehend von dieser Einschätzung erweist sich die Zeugen Jehovas-Behauptung, man sei politisch "neutral", in der Praxis als unglaubwürdig!

CV48

 

CV 47

Das soll also einleitend ein den verstorbenen Willy Müller "würdigender" Artikel sein. Aus meiner Sicht "würdigt" dieser Artikel nur eines, die CV-Organisation, nicht jedoch ihren "vielgepriesenen" Gründer.

Ein meines Erachtens durchaus bemerkenswerter Satz sei aus dieser CV-Folge, auch an dieser Stelle zitiert. Er behandelt das leidige Thema der Erziehungspraxis bei Jehovas Zeugen. Meines Erachtens sollte man über den nachfolgenden Satz durchaus einmal tiefer nachdenken:

"Es ist erstaunlich, mit welcher patriarchalischen Strenge viele Diener zu Hause zu herrschen versuchen. Sie haben selbst nur bedenkenloses Gehorchen gelernt, ohne fragen zu dürfen, ob der WT nicht doch dieses und jenes falsch lehre, und wenn es ihnen Kopf und Kragen kostet. Automatisch wenden sie diese Methoden auch in der Familie an."

Heute weiß man es. Die Stasi hatte ihre IMs auch unter den führenden DDR-Zeugen Jehovas. Diesbezügliche Namen sind zwischenzeitlich zum Teil bekannt. Sarkastisch spricht schon diese CV-Ausgabe diesen Sachverhalt mit an. Da ist von "U-Booten" die Rede, um deren Enttarnung sich die Zeugenorganisation bemühe. Und dieser CV-Kommentar schließt mit dem Satz:

"Noch soll kein solches 'U-Boot' aufgetaucht sein. Es wird vermutet, daß, auch einige bekannte Diener heimlich 'U-Boot'fahren."

CV47

 

CV 46

Was soll man dazu sagen? Es ist sicherlich auch andernorts gang und gebe, über Verstorbene nur wohlgesetzte Worte zu verlieren. So auch im Falle Willy Müller, dessen Tod in dieser CV-Ausgabe bekannt gegeben wird. Es ist davon die Rede, dass "eine ausführliche Würdigung des Lebenswerkes von Bruder Willy Müller" noch folgen solle. Nun soviel kann man schon vorab sagen: Um diese "Ausführlichkeit" ist es nicht sonderlich gut bestellt. Mehr oder weniger beschränkt sich diese "Ausführlichkeit" darauf, dass ab der Nummer 44 (Oktober 1972) im Impressum die Angabe mit auftaucht: "Gegründet 1959 von Willy Müller, GD, Gera/Thür.DDR". Böse Zungen wissen dazu nur eines als Kommentar zu sagen: Ein billiges Alibi!

Unter der harmlosen Überschrift "Mitteilung", verbreitet auch diese CV-Ausgabe wieder eine handfeste Drohung. Namentlich an die Adresse von Zeugen Jehovas in der DDR, die sich im Rentneralter befinden, gerichtet. Der Anlass ist simpel. Da nur sie auch zu Besuchsreisen in Richtung Westdeutschland fahren durften, und da die berechtigte Vermutung bestand, sie würden bei der Rückkehr auch WTG-Literatur mitbringen, droht man ganz unverhohlen. Originalton CV:

"Bei dieser 'deutschen Gründlichkeit' wird es nicht lange dauern - wir warnen vor diesem Weg der 'Schafe zur Schlachtbank' für Auftraggeber, die sich lieber in westlicher Sicherheit halten… Daß durch diesen … Mißbrauch die Besuchsreisemöglichkeiten in Gefahr geraten, darf dann nicht verwundern, auch über die Folgen bei Besuchern und Besuchten nicht."

Damit stellte sich der DDR-Staat in Wahrheit ein Armutszeugnis aus, wenn er glaubte schon solchen Tatbestand kriminalisieren zu müßen.

CV46

 

CV 45

Nebulös reden Jehovas Zeugen von einer "Leitenden Körperschaft", die da ihre Geschäfte besorgt. Sieht man die sich näher an stellt man eine Personengleichheit mit der Verlagsfirma der WTG fest. Dies ist Hauptthema dieser CV-Ausgabe

Ein Satz aus dieser CV-Ausgabe muß noch kritisch kommentiert werden. Da konnte man auch, übrigens nicht zum "ersten" mal lesen, dass der "Nazikollaborateur Erich Frost, auch 'Überrest'Glied, ... das ganze Werk in der Nazizeit aus Rache an anderen Brüdern 'hochgehen'" ließ.

So einfach ist die Sachlage nicht. Es ist bekannt, das Frost ihn belastende Gestapoprotokolle unterschrieb. Ob diese Sachlage allerdings schon ausreicht, um die Vokabel vom "Kollaborateur" in den Mund zu nehmen, stelle ich in Frage. Mit Sicherheit war Frost kein "Superheld". Er hat unter Druck, wie man so im Jargon sagt "gesungen". Das ist unbestreitbar. Die Geschichte kennt tatsächliche Kollaborateure. Aus dem politischen Bereich sei einmal der Name Quisling genannt. Das war ein norwegischer Politiker, der an der Spitze einer von den Nazis eingesetzten Marionettenregierung stand.

Frost hingegen saß seit seiner Verhaftung ununterbrochen im Naziregime ein. Die tatsächlichen Kriterien eines "Kollaborateurs" sind in seinem Falle nicht erfüllt. Und was die bosartige Unterstellung anbelangt, er habe aus "Rache" andere "hochgehen" laßen, so ist auch dies zurückzuweisen. Der Fall Frost reduziert sich auf menschliches Versagen in einer Drucksituation. Es wäre zu schön um wahr zu sein, hätte Frost diese Prüfung anders gemeistert. Wäre es so, hätte er höchstwahrscheinlich auch zu denen gehört, die das Naziregime nicht überlebt haben

Das Thema Uraniabuch, über das an anderer Stelle dieser Webseite schon einiges gesagt wurde, findet auch in dieser CV-Ausgabe seinen Niederschlag. Diesmal in der Form eines Votums des Dr. Reinhold Pietz (zeitgenössisch kompetenter Beobachter kleinerer Religionsgemeinschaften, aus der Sicht der Evangelischen Kirche in der DDR). Zitat aus der diesbezüglichen Wiedergabe in der CV:

"Ebenfalls (bewertet er) die Darstellung von Schicksalen der Zeugen Jehovas im 'Dritten Reich' als zu einseitig, wobei er aber auch einräumt, daß es verdienstlich sei, wenn auf diese Weise der Mythenbildung entgegengetreten wird, die sich die Sekte in ihrem Schrifttum angelegen sein läßt".

A ha: Mythenbildung. Jenes Wort müsste noch heute einigen in den Ohren schrillen!

CV45

 

CV 44

"Mit diesen Äußerungen steht die WTG in einer Reihe mit den schärfsten politisch-antikommunistischen Organisationen und Bewegungen, die es je gegeben hat", wird wieder einmal auch in dieser Ausgabe behauptet. In dieser kategorischen Form mache ich mir diese Aussage n i c h t zu eigen. Es gilt hierbei den Einzelfall zu sehen. Glühende Antikommunisten gab es auch andernorts. Man sehe sich z. B. die erste Politikergeneration des Nachkriegsdeutschland an. Kurt Schumacher, Konrad Adenauer und andere. Das waren in Wort und Tat Antikommunisten. Isolierte Passagen aus der WTG-Literatur können meines Erachtens nur eines beweisen: Die WTG ist auch ein Kind ihrer Zeit. Auch sie "heult mit den Wölfen".

Sicherlich ist die WTG den Kommunisten unbequem gewesen und in diesem Sinne auch als antikommunistisch orientiert zu bewerten. Indes dies war und ist nicht ihre Hauptessenz. Die Wertung dieses DDR-Blattes überzeichnet und ist Interessegeleitet.

Allerdings eines sei auch noch gesagt. Auch in dieser CV-Ausgabe wird er zitiert, jener Satz aus der (westlichen) Zeitschrift "Außenpolitik". Nicht zum "erstenmal" zitiert (also ein Art Standardzitat). Das kann jedoch hierbei nicht das Kriterium sein. Jener Satz lautete:

"Die westliche Politik gegenüber den sozialistischen Ländern werde auch 'unter Ausnutzung religiöser Überlieferungen' geführt mit dem Ziel, 'Abneigung gegen das kommunistische System zu schaffen und die Autorität der dort Regierenden zu untergraben"! Und die CV kommentiert dazu: "Der WT-Kampf … liegt auf genau dieser Linie!"

Da hatte die CV, in diesem Punkt, allerdings einmal recht.

Es war ein dürrer Satz, den man da im Jahrgang 1972 des "Wachtturms" auch lesen konnte:

"Ein den Bestimmungen des C ä s a r s entsprechendes religiöses Rechtsinstrument sollte nicht versuchen, seinen Urheber zu beaufsichtigen und zu leiten, sondern es sollte von seinem Urheber beaufsichtigt und geleitet werden."

Damit wurde wieder einmal dokumentiert, wie es um die innere Struktur der Zeugen Jehovas bestellt ist. Selbst die auf maximal 500 Mitglieder beschränkte Zahl der USA-WTG, wurden damit in die Schranken verwiesen. Faktisch wurde ihnen damit gesagt, sie haben lediglich als Akklamationsgremium zu dienen. Alle Entscheidungen trifft nur die Handvoll, die zum Präsidium gehören (zum damaligen Zeitpunkt 11 Personen).

Ob der Papst in Rom wohl auch nur 11 Kardinäle zulässt? Meines Wissens gibt es auf dieser vergleichbaren Ebene dort ein paar mehr Personen. Aber die Tendenz ist in beiden Systemen identisch. Die Diktatur einer Oligarchie!

CV44

 

CV 43

Es versteht sich selbstredend für ein vom DDR-Staat ausgehaltenes Blatt, dass jene Aspekte die ihm besonders schwer im Magen liegen, auch die gebührende Würdigung finden. Und in der Tat, da hatte die WTG wieder einmal frei Haus, entsprechende Angriffsflächen geliefert.

"Im radikalen Lager hätten (angeblich) die kommunistischen Führer verlautbart - bis 1975 die Welt kommunistisch gemacht haben zu wollen."

Diese von der WTG genüsslich kolportierte Milchmädchenthese ist natürlich das gefundene Fressen für die entsprechende Gegenpolemik.

Welche kommunistische Führer denn je eine solche These verlautbart haben, die Antwort darauf ist die WTG bis zum heutigen Tage schuldig geblieben. Und diese Antwort wird sie auch wohl nie dokumentarisch erbringen können.

"Haltet den Dieb" - schreit der Dieb! mag man dazu nur als Kommentar sagen. Die Geschichte hat indes sehr wohl gelehrt, dass es "radikale Führer" gab, die das Jahr 1975 proklamierten - als Sensationsdatum! Der feine Unterschied dabei ist nur der, sie saßen nicht in Moskau, sondern in Brooklyn-New York!

CV43

CV 42
Ein Satz aus dieser Ausgabe:
"Volksverdummung nach 55 Jahren betreibt auch, wer uns einreden will - der I. Weltkrieg sei ein Konkurrenz-Krieg gegenüber dem Herrschaftsanspruch von Jehova Gott gewesen."
In der Tat dem ist so. Damit ist die richtige Vokabel für das WTG-Ideologiegeflecht gewählt worden: Volksverdummung!

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CV 41

Diese Ausgabe macht erstmals mit einer neuen Präambel auf. Die alte, in der noch von dem "anleiten zum rechten Forschen in der Heiligen Schrift" die Rede war, wurde damit auch formal zu den Akten gelegt. Indes diese Formulierung, die in der Tat den Intentionen von Müller entsprochen haben dürfte, die auch mit einigen "bibelauslegerischen" Artikeln in früheren Ausgaben manifestiert wurde, würde bei konsequenter Weiterentwicklung auf eine neue Sekte, auf einen Ersatz durch vermeintlich besseres hinlaufen. Offensive Auseinandersetzung mit der WTG hätte da in der Tat keinen Platz.

Zu konstatieren ist, dass die Müllerlinie sich keineswegs dauerhaft durchsetzen konnte. Nicht zuletzt seine eigene Absetzung als Herausgeber der CV hatte dies dokumentiert.

Dennoch, auch der neuen Präambel war keine längere Dauer beschieden. Schon nach rund einem Jahr, war auch sie von der Bildfläche wieder verschwunden.

Wie dies? Nun eine kirchliche Intervention ist hierbei beim Namen zu benennen. Der Herausgeber der kirchlichen "Sektenkundlichen Miteilungen", Dr. Reinhold Pietz hatte an der Formalie neue Präambel Anstoß genommen. Und ein Zeichen, wie machtvoll solche Interventionen auch zu DDR-Zeiten sein konnten. Er hatte Erfolg.

In der Folge 15 seiner "Sektenkundlichen Mitteilungen" schrieb er zum Beispiel unter der Überschrift: "Wandlungen der Christlichen Verantwortung"

"Kaum merklich hat 'Christliche Verantwortung' … in diesem Jahr sein Äußeres verändert. … Ohne Vorankündigung oder Hinweis erschien in Nr. 41 plötzlich eine neue Formel … Ein Vergleich macht deutlich, daß die bewusst biblische Fundierung des Blattes ('Anleitung zu rechtem Forschen in der Heiligen Schrift', die seit dem Wechsel in der Schriftleitung 1970 offensichtlich preisgegeben war, nun auch programmatisch fallen gelassen wurde."

Sollte Dr. Pietz, in lebhafter Erinnerung an frühere Atheismuskampagnen in der DDR, befürchtet haben, dass sich nun auch auf diesem speziellen Gebiet ähnliches zutragen könnte, so hat seine Intervention dies mit Sicherheit abgeblockt. Indes ob Pietz, außer dem Sieg über eine Formalie, in der Sache auch einen Sieg errungen hat, erscheint mir mehr als zweifelhaft. Gerade die "nichtbiblische Argumentation" dominierte in der CV, auch nach seiner Intervention, ungebrochen weiter. Im Jahre 1976 verstarb Pietz. Es blieb ihm somit erspart, das erneut kommentieren zu wollen oder zu müssen.

Eine kleine Meldung aus dieser CV-Ausgabe erscheint mir noch der besonderen Notierung wert .Sie behauptet: "Aus einer Teilversammlung in Stuttgart erfuhr CV, daß dort 1967 nicht weniger als 7 Zeugen Jehovas als Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz bekannt geworden seien."

Ross und Reiter zu dieser Meldung werden nicht genannt. Nähere Belege auch nicht. Sollte sie je zutreffend gewesen sein, wäre es in der Tat ein Politikum hoch 10. Angesichts fehlender Beweise indes besteht der dingliche Verdacht, dass sie im "Ententeich" der CV und ihrer Hintermänner, selbst fabriziert wurde. Sie wurde im Zusammenhang mit dem authentischen Fall eines Zeugen Jehovas genannt, der im Polizeidienst tätig war und dessen Fall auch durch die juristischen Zeitschriften ging.

Dazu wäre hinzuzufügen, dass es selbst im Naziregime in den Anfangsjahren noch Zeugen Jehovas gab, die auch dort im Polizeidienst tätig waren. In der Regel handelte es sich dabei um solche Fälle, die schon vor ihrer "Zeugenkarriere" dort tätig waren. Jedoch Polizist zu sein oder gar Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz, bedeutet sehr wohl einen qualitativen Unterschied, dieweil man bei letzteren in der Regel eine politische Bildung und Bewusstheit voraussetzen kann. Eigenschaften, die gerade von der Zeugenorganisation negiert werden.

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CV 40

Diese Ausgabe vom Mai 1972, geht erstmals nach seiner Absetzung auf den Fall Willi Müller ein. Zweierlei ist zu diesem offenbar von Pape verfassten Leitartikel anzumerken.

1.) Y..., H... und einige andere Halbinformierte dieses Schlages behaupten, Müller wäre erst 1946 Zeuge Jehovas geworden. Dies habe ich schon früher bestritten und als Beleg dafür, auf einem im "Wachtturm" 1919 veröffentlichten Leserbrief von Müller verwiesen. Pape, der den Müller ja erheblich besser kennt, und schon vor "meiner Zeit" Kontakt mit ihm hatte, erwähnt nun, dass Müller 1912/13 zur Bibelforscherbewegung gekommen sei. Damit ist die Fehlinformation der Halbinformierten, auch auf diesem Wege widerlegt.

2.) Es ist richtig, daß zwischen Müller und Gebhard Spannungen bestanden, die sich als ein Gemisch aus sachlichen Differenzen, die auch ins persönliche umschlugen, erwiesen. Nachdem Müller 1973 verstarb, meint Y... nun sarkastisch konstatieren zu sollen:

"Ironischerweise (war es) Manfred Gebhard, der den Auftrag erhielt, einen Nachruf zu schreiben." Auch das ist sachlich falsch. Da gab es keinen "Auftrag" zu. Das war meine eigenverantwortete Entscheidung diesbezüglich. Überdies. Die "Christliche Verantwortung" hatte einen längeren Vorlauf. Sie musste als Formalie, erst im Ministerium für Kultur zur Genehmigung eingereicht werden. Danach, erst wenn von dort genehmigt und zurückgeschickt, konnte die Druckerei beauftragt werden. Letztere "warteten" unter DDR-Verhältnissen nicht gerade auf neue Aufträge. Das bewirkte, dass dort nochmals ein erheblicher Verzögerungsschub eintrat, bis zu dem Zeitpunkt, wo die Ausgabe dann tatsächlich gedruckt vorlag. Mit meiner Vervielfältigung "Gespräche und Kommentare" war diese bürokratische Prozedur keinesfalls so ausgefeilt. Das erklärt auch, weshalb mein Nachruf eher vorlag, als der von der "Christlichen Verantwortung".

Dies alles wäre bei vernünftiger Recherche ermittelbar gewesen. Indem diese Fakten verschlammt wurden, sagt dies einiges über ihre Autoren aus.

Ein kleiner sachlicher Fehler in dieser CV-Ausgabe ist zu korrigieren. Es wird unterstellt, dass die Zeitschrift aus der frühen Bibelforscherbewegung in der Schweiz, namens "Die Aussicht", später dann noch die Namen von WTG-Zeitschriften angenommen habe. Dies ist sachlich falsch. "Die Aussicht" blieb zeit ihrer Existenz in organisatorischer Hinsicht, von der WTG unabhängig. Gleichwohl waren besonders in der Frühzeit, "Wachtturm"leser auch Leser der "Aussicht", wie auch umgekehrt.

"Logos Dulos" (ein offensichtliches Pseudonym) nannte sich jener Rezensent, noch heute zum Umkreis der "Brücke zum Menschen" gehörend und selbst Verfasser einer Dissertation über die Zeugen Jehovas, der mit die erste westliche Besprechung zum DDR-Buch von 1970 publizierte. Sehr zum Missfallen der heutigen WTG-Apologeten, hält sich seine damals ausgesprochene Kritik an jenem Buch, in Grenzen. Danach noch eine Referierung des Inhaltes jenes Buches, verfasst vom geographischem Standort DDR aus. Wenn zwei ein gleiches Thema behandeln, so muss das noch lange nicht dasselbe sein. Man kann den Schwerpunkt legen z. B. auf solche Aspekte, wie den Kampf eines zum Tode im NS-Regime verurteilten Zeugen Jehovas um sein Leben (so geschehen in einer früheren CV-Ausgabe). Man kann diesen Zynismus aber auch geflissentlich übersehen (und sei es nur, durch nicht ansprechen) dieser wahrhaft unglückseligen Passagen.

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CV 39

Das Thema des bei den Zeugen Jehovas neu wieder eingerichteten Ältestenamtes, beschäftigt auch diese Ausgabe.

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CV 38

1924 erschien unter anderem eine Broschüre von Rudolf Fisch über die "Ernsten Bibelforscher". Schon in ihr wurde zeitgenössisch die Unglaubwürdigkeit ihrer Thesen herausgearbeitet. Einige Kernsätze aus dieser Darstellung werden in dieser Ausgabe referiert.

1972 war das Jahr, wo bei den Zeugen Jehovas eine organisatorische Veränderung in ihren einzelnen Versammlungen wirksam wurde. Ein erster Vorabkommentar zu dieser damals neuen Veränderung, auch in dieser CV-Folge.

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CV 37

Als "Sonderausgabe" macht diese Ausgabe auf. Vermeintlicherweise glaubt man ein "Jubiläum" feiern zu dürfen. Von "12 Jahre CV" ist die Rede. Gemäß dieser Rechnung "bereits seit 1959". Nun mag es so sein, dass Müller seinen Briefversand 1959 begonnen hat. Indes in der hier vorliegenden Form und in der fortlaufenden Zählung, die in jeder CV-Ausgabe enthalten ist, existierte sie erst seit Oktober 1965. Es hätte sich angeboten, dass mit zu erwähnen. Nichts von alledem. Also ein ziemlich unseriöses "Jubiläum"

Dann noch gleich einleitend mit der Satz: "Jehova hat unser Werk in liebevoller und wunderbarer Weise unterstützt." Es soll Leute gegeben haben, ich nehme mich da nicht aus; die bei der Lektüre dieses Satzes nur eine Gedankenassoziation hatten: "Man kann gar nicht so viel essen, wie man angesichts dessen kotzen möchte!"

Vorgegeben wurde in dieser Ausgabe auch, dass man in einem relativ umfänglichen Artikel "Leserfragen" beantworten wolle. Also mein Eindruck dazu ist jedoch der, dass es sich da um selbst fabrizierte "Leserfragen" handelte. Erstmals wird in dieser CV-Ausgabe auch auf das DDR-Buch zu den Zeugen Jehovas von 1970/71 hingewiesen. Scheinheilig behauptet man, ein "Leser" habe angefragt, ob es stimme, daß Johann Hörstgen ein Gnadengesuch an die Nazis gestellt habe.

Abgesehen davon, dass keiner der einfachen Zeugen Jehovas, vor diesem Buch je etwas von Johann Hörstgen gehört hat, meint man nun genüsslich zitieren zu sollen, wie er um sein Leben kämpfte. Dies ist die Information, die diese CV-Ausgabe zum Uraniabuch herüberbrachte.

In der Tat, ich kann heute noch nicht soviel essen, wie ich angesichts dessen kotzen möchte!

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CV 36

In dieser Ausgabe endet der sich über diverse Fortsetzungsfolgen hinziehende Bericht von Gerhard Peters "Zwölf Jahre meines Lebens". Um einen besseren Überblick zu ermöglichen, habe ich ihn auch noch als Separatdatei konzentriert (unter Ausmerzung einiger Wiederholungen). Jedoch den in CV 36 enthaltenen Schlussteil habe ich dabei bewusst nicht mit eingefügt. Warum?

Mir ist bekannt, dass Peters in den Jahren nach dem DDR-Mauerbau versucht hat, selbige zu verlassen. Und zwar wollte er dazu mit einem Taucheranzug ausgerüstet, die Elbe durchschwimmen. Offensichtlich ging sein Vorhaben nicht so auf, wie er das geplant hatte. Man kann es sich schon plastisch vorstellen, dass die DDR-Behörden diesen geschnappten "Republikflüchtling", anschließend entsprechend ausgequetscht haben und dabei auch auf seinen Zeugen Jehovas-Background gestoßen sind. Peters beschreibt in der CV 36, wie er sich auch mit dem örtlichen Funktionär der Zeugen Jehovas überworfen hat. Diese Schilderung erscheint mir durchaus glaubwürdig. Vielleicht war sie auch mit motivbildend für seinen Fluchtversuch. Da letzterer jedoch, als wesentlicher Bestandteil seiner Biographie, in dem veröffentlichten CV-Text in keiner Weise erwähnt wurde, deshalb erscheint es mir durchaus angebracht, die Ausführungen in der CV 36 mit der gebotenen kritischen Distanz zu bewerten.

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CV 35

Erneut ist in dieser Ausgabe ein weiterer Bericht der Fortsetzungsserie von Gerhard Peters enthalten. Wer seine Tragödie im Detail verfolgt hat, der wird wissen, dass bei ihm eine ganze Reihe Faktoren zur gleichen Zeit zur Wirkung kamen, die sein Leiden potenzierten. Einmal seine Eheverhältnisse. Seine durchaus anspruchsvolle Frau erachtete es als nicht notwendig, selbst eine Berufstätigkeit auszuüben und hatte für diese Position die volle Rückendeckung der Zeugenorganisation. Dieweil ja auf diesem Wege auch weitere Zeit für den Predigtdienst zur Verfügung stand.

Ihr Ehemann in der permanenten Überlastung. Streßvoller Beruf + Ansprüche der Zeugenorganisation, zuzüglich vielleicht noch gepaart mit einer gewissen Hitzköpfigkeit in Krisensituationen, vermasselt sich seine weiteren beruflichen Perspektiven selbst. Am Boden zerstört, glaubt er nur durch einen Ortswechsel von West- nach Ostdeutschland eine neue berufliche Perspektive zu finden. Seine schon vorher angeschlagene Ehe geht darüber endgültig zu Bruch.

Als Ausgeschlossener verfemt, bemüht wenigstens dieses Manko wieder zu beseitigen, erreicht er eine Aussprache beim damals höchsten Zeugenfunktionär Konrad Franke. Auch die geht für ihn ungünstig aus. Dazu Peters:

"Ich traf auch den Versammlungsdiener von Hamborn, Bruder Kolpatzek. Ich trug meinen Wunsch vor. Er sagte, er wolle mit Bruder Franke sprechen und mir Bescheid geben, ob er sich von mir sprechen lassen will. Ich demütigte mich auch unter diese Überheblichkeit.

Schließlich erhielt ich Bescheid, ich sollte sofort zu Bruder Franke kommen, er habe sich bereit erklärt, mein Anliegen anzuhören. … In einem Vorzimmer mußte ich warten. Welche Distanz. Nach einer halben Stunde öffnete sich die Tür, ein Bruder kam heraus und sagte, bitte schön. Ich folgte ihm ins "Allerheiligste."

Bruder Franke saß am Schreibtisch. Neben ihm 'stand für mich völlig unerwartet - meine Frau. Kein brüderlicher Gruß. Nichts. Sie sind Herr Peters? Ja, sagte ich. Und was wünschen Sie? Ich erklärte ihm nun kurz, daß ich möchte, daß meine Angelegenheit nochmals überprüft wird, weil ich der festen Überzeugung sei, mir ist Unrecht widerfahren. Ich sei extra deswegen aus der DDR auch zu diesem Kongress hergekommen, um ihn sprechen zu können. Ich hatte tatsächlich DDR gesagt, und er hatte das deutlich registriert. Damit hatte ich schon politisch alles verdorben und verloren. Für die Organisation gab es nur eine "Ostzone". Dann sagte Franke: Ich habe Ihren Fall genauestens überprüft, und wenn ich sehe, wie Sie hier sprechen, so erkenne ich, daß Sie nicht die geringste Demut zeigen und noch nicht das mindeste bereut haben. Es ist unmöglich, Sie jemals wieder in die Gemeinschaft Gottes aufzunehmen. Bitte verlassen Sie sofort das Zimmer. Ich wollte noch etwas sagen, aber er schnitt mir jedes weitere Wort ab mit der nochmaligen Aufforderung: Bitte verlassen Sie sofort das Zimmer. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich umzudrehen und zu gehen."

Erneut am Boden zerstört, absolviert Peters ein Jahr später (1958) die von den Zeugen Jehovas erwartete Mutprobe, über die er in der vorigen Ausgabe bereits berichtet hat. Wahrhafttig eine tragische Geschichte. Und einmal mehr der Beleg dafür, dass für die Zeugenorganisation der Einzelne nur Manövriermasse ist. Bestimmt dazu, gegebenenfalls auch "verheizt" zu werden!

Ein polemischer Kommentar in dieser Ausgabe befaßt sich auch mit der bundesrepublikanischen Liberalisierung in Sachen Wehrersatzdienst, die bewirkte, dass der Staat zukünftig von Mehrfachverurteilungen für den gleichen Tatbestand absehen wolle.

Dazu behauptet die CV:

"Man vergleiche nun. In den USA gibt es überhaupt keine Möglichkeit des Wehrersatzdienstes. Wer dort als Wehrpflichtiger den Wehrdienst verweigert, erhält bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Das Gewissen interessiert die USA-Regierung auch in dieser Frage überhaupt nicht."

Zu dieser Aussage möchte ich doch ein Fragezeichen hinzufügen. Dies mag Ende der 1940-er Jahre in der Tat so dort gewesen sein. Ohne jetzt die USA-Rechtslage im Detail darlegen zu können, erscheint mir die Generalisierung als dortiger "Dauerzustand", nicht nachweisbar. Wäre es so, wäre die einschlägige Literatur auch voll von entsprechenden Berichten, die aber nicht vorliegen. Daher ist meines Erachtens auch diese CV-Aussage als nicht sachgerechte Polemik zu klassifizieren.

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CV 34

Es ist offensichtlich, dass auch der SED-Staat (wie übrigens auch andere Staaten), gewisse kirchenpolitische Eckdaten setzte. Der Unterschied besteht meines Erachtens lediglich darin, dass die Substanz dieser "Eckdaten" in anderen Staaten eine andere Gestalt hat. Die SED-Eckdaten in Sachen Kirchenpolitik wurden in dieser CV-Ausgabe mit den Worten angesprochen, dass "besonders von den Diener verlangt werden (muss), das sie sich hierin allseitig informieren, auch darüber, was die andere Seite sagt. Hierzu gehört jetzt unbedingt auch folgendes. 1969 erschien im Union-Verlag Berlin die Broschüre "Unser gemeinsamer Weg zur sozialistischen Menschengemeinschaft" ein Referat von Hermann Matern, Mitglied des Politbüros der SED, zur Frage Christen in der sozialistischen Gesellschaft. Auf Seite 26 dieser Broschüre wird u. a. auch die von der WTG propagierte Fragestellung "Christentum oder Kommunismus/Marxismus" grundsätzlich behandelt und als Mißbrauch des Glaubens für politische Zwecke zurückgewiesen."

Dies ist das Dilemma im Falle der Zeugen Jehovas. Entscheidungsbefugnisse über ihren Kurs haben sie nicht (mit Ausnahme einiger Weniger in Brooklyn). Also verpuffte vorgenannte Forderung im luftleeren Raum. Dennoch hat man zu konstatieren; dass der Zeugen Jehovas-Kurs "Christentum oder Kommunismus" in dieser kategorischen Form nicht notwendig gewesen wäre. Indem Brooklyn ihn (in religiöser Phraseologie) dennoch durchsetzte, erfüllte es einmal mehr seine Stellvertreterfunktion für die Durchsetzung amerikanischer politischer Prämissen. Man muß sich dabei keineswegs der kommunistisch geprägten Vokabel "Globalstrategie" bedienen, um dies erkennen zu können.

Charakteristisch kommt diese Sachlage (auch wenn sie den einfachen Zeugen so nicht bewusst ist; weil sie politischen Fragestellungen durch die WTG bewusst entfremdet werden). Trotz dieser Einschränkung kommt die eigentliche Problemlage durchaus zutreffend in dem Satz zum Ausdruck:

"Die Organisation ist verboten worden, weil sie … zu einem Werkzeug der westlichen antikommunistischen psychologischen Kriegführung unter den Christen geworden ist. Sie ist nicht verboten worden, weil sie eine neue Welt oder ein Reich Gottes usw. verkündigt, sondern weil sie Glauben, und Verkündigung für politische Zwecke mißbraucht."

Der 8. Teil der Fortsetzungsserie "12 Jahre meines Leben" von Gerhard Peters ist in dieser Ausgabe abgedruckt. Der besprochene Zeitabschnitt umfaßt die Jahre 1956-58. Peters, durch seine Ehescheidung aus der Bahn geworfen, hatte eine folgenschwere Entscheidung realisiert. Er hatte Westdeutschland verlassen und war in die DDR übergesiedelt wo seine Eltern wohnten. Sein Versuch, die Wiederaufnahme bei den Zeugen Jehovas zu erreichen, blieb jahrelang ohne Erfolg. Nun im Jahre 1958 bot sich die Möglichkeit seine "Standhaftigkeit" unter Beweis zu stellen.

Als gebürtiger DDR-Bürger registriert man es durchaus, dass Peters, vom DDR-Staat, drastisch formuliert "Zucker in den Allerwertesten geblasen bekommen hat". Es waren zu jener Zeit mit Sicherheit nicht viele, die diesen Weg von West nach Ost beschritten hatten. Das war dem DDR-Staat schon mal was wert. Und so fand sich auch Peters alsbald auf einem Drückerposten, ausgestattet mit eigenem Dienstwagen, wieder. Dieser Glückseligkeitstraum sollte allerdings für Peters nicht allzu lange vorhalten. Da war noch die "Standhaftigkeitsprobe", die seitens der Zeugen Jehovas erwartet wurde und die er auch in ihrem Sinne absolvierte. Fast überflüssig anzumerken - nicht ohne Folgen. Peters dazu: "Wie zu erwarten, kommen am Abend die Wahlhelfer mit der Urne zu mir in die Wohnung, um mir eventuell den Weg zum Wahllokal abzunehmen. 'Jetzt hast, du Gelegenheit, dachte ich, jetzt wirst du beweisen, dar du noch ein Zeuge bist!'. Gefragt nach den Gründen meines Verhaltens sage ich ihnen nun meine Meinung als Zeuge! Politik - Satanswerk! Staat - Werkzeug des Teufels. Sozialismus - Vom Teufel gezeugt, und zur Reife gebracht! Hochempört verlassen die Wahlhelfer meine Wohnung."

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CV 33

Er hat sich nicht näher vorgestellt, jener Herr, der sich "Wolfgang Daum" nennt, und der ab dieser CV-Ausgabe in Nachfolge des Willy Müller, nunmehr als formaler Herausgeber jenes Blattes fungierte. Hatte es Müller immerhin geschafft, das Blatt im Zwei bis Drei-Monatsrythmus herauszubringen, so trat nunmehr erstmal eine größere Pause ein. Die letzte noch von Müller redigierte Ausgabe datierte vom Mai 1970. "Daum" hingegen konnte erst im Oktober 1970 seine erste Ausgabe vorlegen. Wenn man selbst von Kindheitstagen im Sinne der Zeugen Jehovas erzogen wurde, dann bildet man sich ja auch so seine Meinung über neue Bekanntschaften in diesem Kontext. Als ich den Herrn "Daum" kennenlernte, blieb bei mir nur ein kopfschüttelndes Staunen übrig, wieso ausgerechnet der, nunmehr Herausgeber der CV wurde.

Mir hat keiner diese Frage in einer für mich verstehbaren Form beantwortet. Weder zu DDR-Zeiten, noch in den ersten Jahren danach. So habe ich denn auch alsbald mit dem Kapitel "Daum" Schluss gemacht, und Ende 1972 meine bis dato partiell gegebene Mitarbeit an der Geraer CV, offiziell für beendet erklärt und auch nie wieder aufgenommen; obwohl es danach noch Versuche gab, mich dazu zu bewegen. Entweder mit Zuckerbrot oder mit der Peitsche.

Dirksen hat vor einiger Zeit, in einer WTG-nahen Publikation ein paar Hinweise veröffentlicht, die es nun auch mir im Nachhinein erklärbar machen, weshalb gerade dieser Herr "Daum" CV-Herausgeber wurde. Danach ist er, der ursprünglich mal Karlheinz Simdorn hieß, zur Infiltration der Zeugen Jehovas, von der Stasi bei Westberliner Zeugen Jehovas eingeschmuggelt worden. Er ließ sich dort taufen und galt nunmehr als Zeuge Jehovas. Die Stasi hatte weitergehende Pläne. Am 20. 12. 1958 erfolgte im Westberliner Büro der Zeugen ein Einbruch, und das dazu benutzte Werkzeug der Stasi, war besagter Herr Simdorn.

Glaubt man Dirksen, war die Beute dieses Einbruches nicht sonderlich von Gewicht. Vielleicht sah die Stasi das ähnlich, denn ihren Agenten zog sie nun aus Westberlin zurück und verfrachtete ihn in die DDR nach Gera. Immerhin bekam er für seine "Verdienste" von der Stasi auch mal einen Orden verpasst. Hierbei widerspricht sich Dirksen allerdings. Einmal sagt er, dies sei 1964 und zum anderen behauptet er, für den gleichen Fakt, es sei 1968 gewesen.

Wie auch immer. Sonderlich in Sachen Zeugen Jehovas ist Herr Simdorn in diesen Jahren wohl nicht in Erscheinung getreten. Seine Stunde diesbezüglich schlug erst wieder, als seine Hintermänner ihn zum Herausgeber der CV avancierten. Für diesen Rollenwechsel bekam er dann auch noch gleich einen neuen Namen, als "Wolfgang Daum". Sehe ich mir den Leitartikel in dieser CV-Ausgabe, der mit Wolfgang Daum gezeichnet ist, näher an, dann finde ich darin auch einen Satz wie den:

"Bekanntlich gehört es zur internationalen US-amerikanischen Politik der Globalstrategie, gegen die sozialistische bzw. kommunistische Staats- und Gesellschaftsordnung soweit wie möglich auch Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften einzuspannen, wie der USA-Bankier und Berater der USA-Regierung J. P. Warburg in seinem Buch "Deutschland - Brücke oder Schlachtfeld", S. 159 (Stuttgart 1949) offen darlegt."

Damit steht für mich fest, dass Daum diesen Artikel überhaupt nicht selbst verfasst hat. Genau dass ist doch die primäre Stasithese, die Pape in deren Auftrag formuliert. Hier haben wir wieder einmal ein weiteres Beispiel für das Marionettentheater auch in der CV.

Allerdings füge ich hinzu, der Substanzkern jenes Warburg-Zitates ist real. Nur - er erreicht nicht die "Antennenlänge", auf der die Zeugen Jehovas zu schweben belieben. Man kann etwas sachlich richtiges sagen, und trotzdem kommt es nicht an. Weil es die Befindlichkeit des Ansprechpartners nicht genügend berücksichtigt. Vorgenanntes ist auch ein Beispiel dafür.

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CV 32
Die wenigsten werden darauf geachtet haben. Ohne Erläuterung weist die CV ab dieser Ausgabe eine neue Kontonummer auf. Der Leitartikel ist (zum letzten Mal) noch mit Willy Müller gezeichnet. Am Ende dieser CV-Ausgabe taucht ein neuer Hinweis auf, über ein Büro der Studiengruppe "Christliche Verantwortung". Das war's dann aber auch schon. Keine näheren Erläuterungen. Auch in den nachfolgenden Ausgaben nicht. Man erinnert sich: Über den Personalwechsel bei der WTG von Franke zu Kelsey hatte die CV halb im Nebel herumstochernd, dennoch mit "großartigen" Schlagzeilen aufgemacht. Man ist geneigt ihre eigene Schlagzeile auch auf sie selbst anzuwenden. Die müsste dann (leicht abgewandelt) lauten: "Willy Müller, Begründer der CV, wegen Differenzen mit DDR-Bürokraten, seines Amtes enthoben!"
In dieser CV-Ausgabe wird auch kommentiert:
In "Erwachet" Nr. 16 vom 22. 8. 69, werden die jungen Bruder und Schwestern daran erinnert, "daß dieses verderbte System in einigen wenigen Jahren enden wird" und daß sie deshalb in diesem System "nie alt werden". Sie werden also auch nie das Ende einer beruflichen Laufbahn erreichen, wenn diese viele Jahre erfordert, die ihnen dieses System in dieser Endzeit bietet.
Dazu vermerkt der Artikelschreiber ergänzend:
Im Jahre 1924 gab man den Brüdern und Schwestern den gleichen Rat, weil 1925 dieses System enden sollte. Man gab sogar noch den Rat, keine Versicherungsbeiträge, wie Altersrente usw. mehr zu zahlen. da dies zwecklos sei. Diese Brüder hatten dann nach 1925 den Schaden, den sie erlitten, selbst zu tragen. Trotzdem sie den Rat der WTG-Leitung befolgten, entschädigte man sie nicht und hatten im Rentenalter dann den Schaden bis an ihr Lebensende zu spüren. Mir persönlich sind solche geschädigten Brüder bekannt geworden. Weil man ihre Briefe nicht beantwortete, fuhr man persönlich nach Magdeburg in das Zweigbüro und trug ihnen dort die Notlage, in die sie geraten waren, vor. Die Antwort war: "Es tut uns leid, lieber Bruder, aber wir glaubten, euch damit zu helfen, daß es anders kam, ist der Wille des Herrn, das System sollte eben noch nicht zu Ende sein. Leider können wir dir hier auch nicht helfen. Übrigens hättest du es ja auch nicht tun brauchen, unseren Rat zu befolgen, es war ja unser Rat und nicht der Rat des Herrn. Vielleicht kann euch die Gruppe eurer Stadt ab und zu etwas geben, es darf aber nicht aus der "Guten Hoffnungskasse" genommen werden, sondern muß gesondert gesammelt werden. Dies ist der Rat, den wir dir erteilen können. Wir hoffen, daß du dort Erfolg haben wirst.
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Ostdeutschland

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