Notizen aus „Unser Königreichsdienst" 1961
Zitat:
"Die Gesellschaft hat Vorkehrungen getroffen, daß jederzeit zusätzliche Exemplare der Zeitschrift geliefert werden können. Die Druckplatten werden griffbereit gehalten, so daß im Januar zusätzlich benötigte Ausgaben gedruckt werden können, wenn die Versammlungen kurzfristige Bestellungen aufgeben."
Als Vergleichszahlen werden genannt, Brooklyn druckte zu jener Zeit etwa
1.580.610 Exemplare pro "Erwachet!"-Ausgabe. Von jener Sonderausgabe indes
2.930.000 Stück, ergo
l.349.390 zusätzliche Exemplare.
Zahlen für England werden auch genannt. Dortige damalige "Erwachet!"-Durchschnittsauflage
340.000. Jene Sonderausgabe indes mit 674.500 Exemplaren.
Japan vielleicht dabei ein Shotingstar. Normale Auflage damals dort 180.000;
jene Sonderausgabe indes 408.500.
Angesichts dieser Zahlen, kann man unschwer erraten, was nun auch den
deutschen Zeugen Jehovas bevorstand. Und so ist denn jene KD-Ausgabe auch voll
von antreiberischen Sätzen. Zwar bei der WTG nichts neues, aber eben wieder
einmal einen Anlass gefunden habend, das erneut durchzuexerzieren.
Und so versäumt denn diese KD-Ausgabe auch nicht, ausdrücklich zu bemerken:
Pioniere sollen mindestens 75 Exemplare, die "einfachen"
Versammlungsverkündiger mindestens 10 Exemplare verbreiten.
In der "Königreichsdienst"-Ausgabe für April 1961, werden dann rückblickend
auch Zahlen für Deutschland genannt.
Zitat:
"In Deutschland wurden l 578 000 Exemplare der "Erwachet!"-Sonderausgabe über die katholische Kirche gedruckt. Das bedeutet die höchste Zahl, die hier je erreicht worden ist."
Bezüglich der nächsten darauf folgenden Antreiberaktion liest man im KD für Februar 1961.
Zitat:
"Welche Zeitschriftenquote werden wir uns für den April setzen? Versammlungsverkündiger ermuntern wir, jeden Tag mindestens l Zeitschrift, im Monat also 30 Zeitschriften, zu verbreiten. Pioniere streben eine tägliche Abgabe von 4 und eine Gesamtabgabe von 120 Exemplaren an, und Sonderpioniere setzen sich zum Ziel, jeden Tag 6 oder eine Gesamtzahl von 180 Zeitschriften zu verbreiten."
Selbstredend wie damals üblich gegen Vorkasse zu bezahlen. Die Kasse der
WTG stimmte also, ob der kleine Verkündiger, der sich da vielleicht unter dem
moralischen WTG-Druck dazu verleiten liess eben nicht nur 10 Exemplare,
sondern noch ein "paar" mehr zu bestellen, und die dann in der Praxis nicht
mehr los wurde (jedenfalls nicht als bezahlbare Exemplare). Ob dessen Kasse
"stimmte" dürften man wohl eher in Zweifel ziehen.
Dafür kann man als Beleg auch auf die KD-Ausgabe für Februar 1961 verweisen.
Eine WTG-Antreiberaktion löst nicht selten die andere ab. Und so war auch im
Jahre 1961 schon im April die nächste dieser Art auf der Tagesordnung.
Da meint die WTG in Form ihrer sattsam bekannten "Demonstrationen" auch
mitteilen zu können:
Zitat:
"Eine Schwester, die im vergangenen Jahr 132 Abonnements erlangte, sagte, daß sie zuerst die Abonnements auf beide Zeitschriften anbot und erst dann auf eines zurückging, wenn beide zusammen abgelehnt wurden. Sie fügte hinzu: "In vielen Fällen wurden beide angenommen ..."
Und noch mehr hat die WTG auf "dem Kasten". Im Bewusstsein dass eine
Ablehnungsreaktion in der Angabe bestehen könne, man habe kein Geld, versucht
sie in ihren Demonstrationen, auch noch die so gestimmten "auszutricksen".
Etwa mit der Angabe (wo andere Veranstalter von Vertreterschulungen sicherlich
vor Neid erblassen können):
Zitat:
"Der Wohnungsinhaber sagt, er würde (die WTG-Zeitschriftenabonnements) annehmen, habe aber jetzt kein Geld. "Vielleicht später." Der Verkündiger erwidert: "Wir finden oft Menschen, die wie Sie im Augenblick nicht das nötige Geld haben, aber wir werden zu einer günstigeren Zeit wieder vorsprechen, damit Ihnen nicht die Gelegenheit entgeht, diese ... Zeitschrift zu erhalten. Ich könnte schon jetzt den Abonnementszettel ausschreiben und später wieder vorsprechen, um den Betrag ... abzuholen." (Er nimmt den Abonnementszettel aus seiner Tasche.) Der Wohnungsinhaber stimmt zu, gibt seine Adresse an und schreibt seine Anfangsbuchstaben auf den Zettel. Der Verkündiger vereinbart einen festen Zeitpunkt, zu dem er wiederkommen möchte, und läßt die neueste Ausgabe der Zeitschrift zurück."
Bemerkenswert an dieser Demonstration. Die auch denkbare Variante, der
"Geschenksweisen" Verbreitung von WTG-Schriften, als Reaktion auf den Einwand
"man habe kein Geld", kommt in ihr nicht vor.
Da herrschten zu Russell's Zeiten noch andere Konditionen. Da wurde Armen
ausdrücklich das WTG-Schrifttum auch "umsonst" angeboten, wenn sie darum
nachsuchen würden.
So ändern sich halt die Zeiten!
Aber die WTG intereressiert ohnehin nur ihre eigene Kasse.
Ersichtlich auch an den antreiberischen Vorankündigungen in dieser KD-Ausgabe,
bezüglich des Hamburger WTG-Kongresses 1961, wobei sich die WTG wieder einmal
entblödet auch mit anzumerken:
Zitat:
"Wir haben erfahren, daß selbst Kinder schon mit Hingabe für den bevorstehenden Kongreß sparen."
Zitat:
"Sendet keine Literatur nach Jugoslawien!
Ab sofort sollten keine Publikationen der Gesellschaft mehr nach Jugoslawien gesandt werden. Schon ein einziges Buch oder eine einzige Zeitschrift von uns, die aus dem Ausland kommt, kann dem Bruder, der als Empfänger angegeben wird, große Schwierigkeiten bereiten und sogar schlimme Folgen für das ganze Werk in Jugoslawien haben. Keiner von uns wünscht dies, weshalb wir von euch allen erwarten dürfen, daß ihr den obigen Hinweis strikt befolgt. Unsere Brüder in Jugoslawien danken euch dafür!"
Diese Meldung ist als durchaus interessant einstufbar.
Auch Jugoslawien verfolgte in den kommunistischen Anfangsjahren, eine durchaus
rabiate Zeugen Jehovas-Politik. Anfänglich sogar noch härter, als etwa in
anderen Ostblockstaaten. Sogar vor der Aussprechung von Todesurteilen
schreckte die dortige Justiz nicht zurück. Soweit gingen selbst andere rabiate
Ostblockstaaten nicht. Die liessen es fallweise bei der Verkündigung von
lebenslangen Zuchthausstrafen als Maximum bewenden.
Siehe dazu auch:
19482Jugoslawien
Dennoch war damit in der dortigen Zeugen Jehovas-Politik noch nicht das
"allerletzte Wörtlein" gesprochen.
Jugoslawien, bekannt (im Vergleich zu anderen Ostblockstaaten) für seine
relative Politikliberalisierung, machte das auch gegenüber den Zeugen Jehovas.
Und so hatten die dortigen, schon relative Freiheiten zu einem Zeitpunkt, wo
andere Ostblockstaaten noch die äußerst harte Linie fuhren.
Schon 1958 konnte "Erwachet!" erfreut notieren:
Zitat:
"Seit dem Jahre 1953 ist ein neues Gesetz in Kraft, welches allen Religionen Gleichberechtigung gewährt, und die christliche Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas in Jugoslawien übt seitdem ihren Predigtdienst frei aus."
Diese relative Freiheit wies aber doch wohl noch einige Einschränkungen
auf, wovon dann ja wohl auch die vorzitierte KD-Notiz spricht. Noch war ja
Jugoslawien immer noch ein Staat des Ostblocks.
Wie auch immer; die WTG empfahl also im Falle Jugoslawien "geschmeidiger" zu
agieren. Erkannte Zuspitzungen möglichst zu vermeiden. Sich also eher mit dem
bereits erreichten zufrieden zu geben, und für weitere Erleichterungen eben
auf eine spätere, günstigere Zeit zu hoffen.
Hat die WTG je eine ähnliche Warnung gegenüber Ostdeutschland ausgesprochen?
In dieser Deutlichkeit wohl nicht. Zwar forderte sie die einfachen Zeugen
Jehovas nicht dazu auf, WTG-Literatur in Massen, etwa auf den Postwege nach
Ostdeutschland zu senden. Da wusste auch sie nur zugut. Der allergrößte Teil
davon erreicht aufgrund der Ostdeutschen Totalitarismaßnahmen ohnehin nicht
die beabsichtigten Empfänger. Sie setzte also voll und ganz auf ihre eigenen
ausgeklügelten Untergrundmechanismen.
Zwar kann man die Jugoslawische und die Ostdeutsche Zeugen Jehovas-Politik im
genannten Zeitraum kaum vergleichen. Da bestanden in der Tat wesentliche
Unterschiede.
Aber das Beispiel zeigt wohl auch; es hätte auch anders ablaufen können.
Ob so mancher für die WTG als Kurier agierender Ostdeutscher (vor 1961) seinen
nicht selten hohen Preis, den er als Folge davon zu zahlen hatte (sei es, dass
sich die Ostdeutsche Justiz in ihrer sattsam bekannten Art seiner "annahm".
Sei es, auch das sei nicht vergessen, dass es der Ostdeutschen Stasi, in
einigen Fällen sogar gelang, erwischte Kuriere nunmehr "umzudrehen"). Wie auch
immer, einiges Leid wäre vermeidbar gewesen. Zu einer Zuspitzung gehören immer
noch zwei!
Zitat:
"Bis jetzt haben sich über 30.000 Teilnehmer des Kongresses bereit erklärt, in den vorgesehenen Massenunterkünften zu schlafen."
Nun stellte sich dabei aber noch ein Problem heraus:
Zitat:
"Da aber in den Schulen kein Stroh verwendet werden darf, sind wir auf Luftmatratzen angewiesen, die durch die Vermittlung der Gesellschaft sehr günstig käuflich erworben werden können."
Und weiter erfolgt die Belehrung:
Zitat:
"Falls ihr eure Bestellung über den Versammlungsdiener noch nicht aufgegeben habt, so erledigt dies bitte umgehend. Das Stück wird etwa 18 DM kosten. Nachbestellungen — die grundsätzlich über die Gesellschaft gehen sollten — werden wir gern noch berücksichtigen, soweit es möglich ist."
Weiter geht es mit dem Hinweis:
Zitat:
"In den vergangenen Jahren konnten wir bei den Bezirksversammlungen auch Luftmatratzen ausleihen. Auf diese Möglichkeit sollte sich aber in Hamburg niemand verlassen, da uns zu diesem Zweck nur ganz wenige — im Verhältnis zur Teilnehmerzahl — zur Verfügung stehen werden. Wer sich bereits in früheren Jahren eine Luftmatratze gekauft hat, sollte sie unbedingt mit nach Hamburg bringen."
Und die WTG versäumt es auch nicht, noch mit hinzuzufügen, dass alles sei
eben bedeutend billiger, als wenn etwa auf Hotelunterkünfte orientiert werden
würde, was wohl war ist.
Da die WTG somit wieder mal beim Thema Geld angelangt ist, hat sie in
dergleichen KD-Ausgabe noch ein "Schmankerl" parat.
Bedauernd muss etwa notiert werden:
Zitat:
"Die Berichte aus dem Büro der Gesellschaft zeigen, daß 84 Prozent der Verkündiger Westdeutschlands getauft worden sind. Wir wissen, daß viele Verkündiger, die noch vor der Taufe stehen, regelmäßig sind, so daß wir erwarten müßten, daß mehr als 84 Prozent der Verkündiger regelmäßig im Dienst stehen.
Was zeigen aber die Tatsachen? Die Berichte lassen erkennen, daß nur 77 Prozent der Verkündiger regelmäßig sind. Ausgehend von dem Unterschied zwischen 84 und 77 Prozent, müssen wir also schlußfolgern, daß mindestens 7 Prozent oder mehr als 4170 getaufte Verkündiger unregelmäßig im Dienst stehen."
Und dies trotz des Umstandes, dass es an hochfliegenden WTG-Plänen nicht
mangelt.
Auch der nachfolgende Passus kündet davon:
Zitat:
"Während des Monats Dezember ging der Stundendurchschnitt der Verkündiger auf 8,8 zurück. Laßt uns unser Äußerstes tun, damit dieser Durchschnitt wenigstens auf 10 Stunden erhöht werden kann. ...
Fünf Monate des Dienstjahres 1961 sind vorüber. Welche Aussichten haben wir in unserem Lande bezüglich der angestrebten 10%igen Mehrung? Eine sachliche Prüfung zeigt, daß wir einen ungünstigen Start hatten, so daß wir bis jetzt nur auf ein 2,8-%iges Wachstum zurückblicken können. Es bedarf also noch großer Anstrengungen, wenn wir unser Ziel, 10% Zunahme an Verkündigern, erreichen wollen."
Da die WTG nun wähnt, der Massenumsatz ihrer Literatur wäre ein geeigneter
Hebel dabei, wurmte sie es besonders, dass die WTG-Hörigen bei ihren
Bemühungen nicht selten die Antwort zu hören bekamen: Man habe dafür kein
Geld.
Damit abzufinden, ist aber nicht die Intention der WTG. Und so hat sie denn in
der März-KD-Ausgabe auch noch einen "genialen" Vorschlag parat.
Das liest sich dann so.
Da soll also der ZJ-Verkündiger den das Argument kein Geld zu haben
vortragenden antworten:
Zitat:
"Viele Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind, haben uns gefragt, ob sie nicht mit landwirtschaftlichen Produkten den Abonnementspreis bezahlen könnten. Wenn auch Sie mit einer solchen Regelung einverstanden sind, nehme ich gern das. was ich sonst in einem Geschäft kaufen würde, von Ihnen entgegen und gebe Ihnen als Gegenwert dafür das Abonnement." (Dies könnte sich auf Geflügel, Früchte oder Gemüse beziehen.)"
Aber, auch das ist vergisst die WTG nicht, warnend noch mit hinzuzufügen:
Zitat:
"Doch ist es gut, in solchen Fällen Kenntnis von den gegenwärtigen Marktpreisen zu haben ..."
Da wird man doch unwillkürlich an den Bericht von Willam J. Schnell in
seinem Buch "Dreissig Jahre Sklave des Wachtturms" wieder erinnert, der
schildert, wie zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise in den USA vorgegangen
wurde.
Da wurden selbst alte Autokühler und Autobatterien im Tausch gegen das
WTG-Schrifttum entgegen genommen!
Siehe auch
Sie nahmen Konserven
Zitat:
"Sobald in den Versammlungsbuchstudien das Buch "Dein Wille geschehe auf Erden" zu Ende studiert worden ist, beginnen wir der Wichtigkeit wegen nochmals von vorn. Erst nach Abschluß der zweiten Betrachtung gehen wir zu einem Studium des Buches "Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben" über."
Das muss man sich dann wohl "nochmals auf der Zunge zergehen lassen". Zwar
nicht das gesamte genannte Buch, wohl aber dessen zwei ersten Kapitel sollen
also nochmals durchgeackert werden "wegen der Wichtigkeit", wie man wähnt.
Was war denn da so besonders "wichtig"?
Offenbar wohl die WTG-Antwort auf das angebrochene Weltraumzeitalter. Just in
den ersten beiden Kapiteln dieses Buches, findet man dazu in der Tat einige
bemerkenswerte Sätze.
So etwa den sorgenvollen Satz:
Zitat:
"Zufolge der Fortschritte der weltlichen Wissenschaft ist für die Menschheit plötzlich das Atom - und Raumfahrtzeitalter angebrochen."
Nun hatte der Beginn des Weltraumzeitalters, auch noch andere Teile der
Religionsindustrie aufgeschreckt. Wie auf vielen Feldern des Lebens kann man
auf neu entstandene Herausforderungen, sicherlich unterschiedlich reagieren.
Wie es denn die religiöse Konkurrenz dabei so hält, beschreibt jenes Buch
selbst mit den Worten:
Zitat:
"Auch die Religion hat sich in die Auseinandersetzung hinsichtlich der Möglichkeiten und Gefahren des menschlichen Raumfahrtzeitalters eingeschaltet. Nachdem die Sowjetunion ihren ersten Satelliten, Sputnik I. abgeschossen hatte und dieser um unseren Planeten kreiste, befürwortete eine Woche später die Zeitung des Vatikans, der ,,Römische Beobachter", die Weltraumforschung. Unter dem Datum des 11. Oktober 1957 stand darin folgendes zu lesen: ,,Gott hat nicht die Absicht, den Bemühungen des Menschen, den Weltraum zu erobern, eine Grenze zu setzen."
Diese Variante des "taufens" der in der Regieplanung der Religionsindustrie
eigentlich so nicht vorgesehener Vorgänge, mag sich die WTG ihrerseits so
nicht anzuschliessen.
Zwar hatte sie in früheren Jahrzehnten auch und besonders die Technikeuphorie
metaphysisch verklärt. Aber mit der Weltraumfahrt war doch nun ein
qualitativer Sprung erreicht. Ein "Hineinpfuschen in Gottes Plan". Und wenn es
denn um den vermeintlichen "Plan Gottes" geht, verstehen
Religionsindustriefunktionäre, selten bis nie Spass.
Eine Ausnahme war dann vielleicht der Theologe Rudolf Bultmann, der da in
einer "schwachen Stunde" auch mal einräumte, man könne nicht elektrisches
Licht benutzen, und zeitgleich eine metaphysisches Weltbild vor sich her
tragen.
Nur, Bultmann war da wohl in seinen Kreisen eher eine Außenseiterstimme,
vielfach auch angefeindet.
Und das die WTG mit einem Bultmann nichts "am Hut haben würde", ist ja mit
Händen zu greifen.
Ergo, da wie bei allen technischen Entwicklungen, auch im Falle Weltraumfahrt,
gefahrvolle Nebenwirkungen, respektive auch Katastrophen verbunden sein
können, zog es die WTG doch lieber vor, diese Aspekte zu betonen, und
namentlich für ihr allgemeines Weltendeszenario nutzbar zu machen.
Einem diesbezüglichen Paradebeispiel, wie die WTG das diesbezügliche Klavier
zu spielen gedachte, kann man - etwas weiter zugespitzt - noch Jahre danach,
in dem Vortrag eines WTG-Funktionärs begegnen.
Siehe dazu auch:
Wie der Herr Kretschmer bezüglich "1975" "tickte"
Das alles eignet sich somit in WTG-Sicht als Instrumentarium zur Angstmache.
Und bieten sich Ansatzpunkte dazu an, versäumt es die WTG selten bis nie, die
dann auch auszunutzen.
Natürlich in kanalisierter Form, zur Anpeitschung der Anhängerschaft zu neuen
"Höchstleistungen".
Vielleicht kann man die Kretschmar'schen Kaffeegrund-Weisheiten auch als eine
Reaktion auf gewisse östliche Propagandaschriften deuten.
Etwa diese
Wenn die östliche Propaganda im Sinne Ihrer Inspiratoren, ihr Ziel dennoch
nicht errreichte, so aus einem anderen wesentlichen Grund.
In östlicher Lesart hatte das östliche System identisch mit einem "Paradies"
zu sein.
Der Unterschied dabei ist nur der, und den beachteten die östlichen
"1984-Paradiesverkündiger" nicht, dass etlichen Insassen eines solchen
"Paradieses", dieses im Alltag alles andere, nur eben nicht "paradiesisch"
erschien.
Und in dieser Gemengelage, waren die östlichen Propagandaaktionen, zu
Luftschlägen gegen Windmühlenflügel, von vornherein verurteilt.
Gleichwohl war eben genannter Umstand nicht damit identisch, dass die WTG sich
nun ihrerseits "entspannt" zurücklehnen konnte. Denn auch sie hatte und hat
nur ein "Georges Orwell 1984-Paradies" anzubieten.
In dieser Konsequenz kann man auch in dieser KD-Ausgabe wieder die
WTG-antreiberischen Sätze lesen:
Zitat:
"Im Monat Dezember hatten wir einen Durchschnitt von 8,8 Stunden je Versammlungsverkündiger. Im Januar war unser Durchschnitt 9,5 und im Februar 8,5 Stunden. Können wir nicht unsere Leistung im Monat April verbessern?"
Und an WTG-Vorgaben dazu mangelt es ja nicht. So auch ersichtlich an einer Detailüberschrift in dieser KD-Ausgabe die da titelt:
Zitat:
"Arbeitet an einer 20%igen Zunahme".
Man entblödet sich desweiteren in einem
Zitat:
"Schult Kinder zu tüchtigen Dienern Gottes"
überschriebenen Abschnitt auch die sattsam bekannte WTG-Forderung zu wiederholen:
Zitat:
"Regt sie (die eigenen Kinder) an, jedes Jahr in den Schulferien im Ferienpionierdienst zu stehen."
Ein geeignetes Instrumentarium dazu erscheint der WTG auch ein hoher
Zeitschriftenumsatz, den sie ja nach Kräften zu befördern sich bemüht. Und
dazu gibt es dann von Zeit zu Zeit auch mal sogenannte Sonderausgaben. So in
diesem Zeitraum auch eine "Erwachet!"-Sonderausgabe.
Und genüsslich zitiert die KD-Ausgabe, was denn so alles an "überaus
wichtigen" Artikeln in dieser "Erwachet!"-Sonderausgabe enthalten sei.
Unter anderem
Zitat:
"Eine weitere Abhandlung geht auf die Frage ein, ob es sich bei der sogenannten kommunistischen Gehirnwäsche um ein Schreckgespenst oder um eine Tatsache handele."
Nun was denn den Aspekt einer "Gehirnwäsche" anbelangt, muss man da wohl
kaum auf kommunistische Kreise hinschielen.
Die WTG selbst betreibt das ja schon mit erschreckender Perfektion, bei ihrer
eigenen Anhängerschaft!
Zitat:
"Die Zeitschriften in Wohnungen zurückzulassen, ohne mit den Menschen persönlich gesprochen zu haben, oder sie wahllos ohne Bezahlung zu verteilen kann Probleme mit sich bringen. So sollte also das Zurücklassen von Zeitschriften in Wohnungen, wo niemand zu Hause ist, eine Ausnahme sein und nicht die Regel."
Das darf man als Motivation durchaus auch so deuten. Es geht um Money.
Würde eine kostenlose Abgabe von WTG-Schriften in größerem Ausmaße einreißen,
klappte es wohl nicht so recht mit der "Beraubung der Ägypter". Ergo die WTG
wähnt, auf finanzielle Beiträge von Außenstehenden, durchaus nicht verzichten
zu können.
Wenn sich dieser Aspekt Jahrzehnte später dann noch variiert hat, so deshalb
weil die WTG in Gefahr stand, steuerlich als Wirtschaftsunternehmen behandelt
zu werden.
Da die Gestehungskosten für die WTG-Literatur ohnehin relativ gering sind, zog
man es dann vor - um dem Damoklesschwert der steuerlichen Bewertung als
Wirtschaftsunternehmen zu entgehen - eben auf feste Preisangaben nunmehr zu
verzichten.
Gleichwohl sagt man keineswegs nein, kann man auch von Außenstehenden
finanzielle Beträge einkassieren, nunmehr als "Spenden" deklariert.
Die Angabe; "das Zurücklassen von Zeitschriften in Wohnungen, wo niemand zu
Hause ist, (sollte) eine Ausnahme sein und nicht die Regel", ist so gesehen
nach wie vor, eine aktuelle Angabe.
Heutzutage erlebt man es ja fast wöchentlich, dass die Briefkästen
überquellen, von Werbefinanzierten Gratiszeitungen. Da wird der
Wohnungsinhaber nicht extra gefragt. Sofern er nicht einen Warnhinweis auf
seinen Briefkasten angebracht hat, dass er keine Werbung wünscht, bleibt ergo
sein Briefkasten vor der Verstopfung mit Werbemüll nicht verschont.
Die diesbezügliche Palette jener, die da diesen Werbemüll verteilen, ist
mittlerweile ziemlich groß.
Nicht zu ihnen gehören jedoch nach wie vor die Zeugen Jehovas, was auch ein
Beleg für vorstehende Zustandsbeschreibung ist.
Die gleiche KD-Ausgabe meint auch Grund zum jubeln zu haben.
Das liest sich dann so:
Zitat:
"Erstmalig überschritten wir (in Westdeutschland) damit die 70 000-Grenze (Verkündigerzahlen). Dieses Ergebnis bedeutet eine Zunahme um 8,4 Prozent gegenüber dem Durchschnitt des Vorjahres. Obwohl wir unser Ziel — 20 Prozent — nicht erreichten."
Tja und weil wir schon bei den hochgesteckten Zielen sind, dann noch die weitere Angabe in dieser KD-Ausgabe:
Zitat:
"Die Vereinigten Staaten von Amerika erreichten im Monat April mit 273.131 Verkündigern eine neue Höchstzahl und ein Wachstum um 17,4 Prozent."
Das hätte man auch gerne so in Westdeutschland gehabt. Allein die Umstände
waren so nicht.
Noch spielte in Westdeutschland der Aspekt der sogenannten "Gastarbeiter"
keine Rolle. Noch ... das sollte dann erst nach dem bald bevorstehenden
DDR-Mauerbau auch noch anders werden.
Dagegen muss die WTG durchaus "etwas Salz in ihrer Euphoriesuppe"
registrieren.
Dafür steht dann wohl auch die Angabe in dieser KD-Ausgabe:
Zitat:
Es "zeigen die Zahlen unserer Zusammenstellung über untätige Verkündiger. So sind allein in Westdeutschland im vergangenen Jahr 2.026 getaufte Verkündiger untätig geworden. In den beiden letzten Jahren waren es insgesamt 3.732, und während der letzten fünf Jahre stellten 13.641 getaufte und nichtgetaufte Verkündiger den Predigtdienst ein."
Zitat:
Alphabethus
Wenn es allein in West-Deutschland ein Minus der Aktiven von 13.000 in 5 Jahren gab, war das natürlich ein alarmierendes Zeichen für die Leitung. So gesehen war die Berechnung der 6 000 Jahre Menschheitsgeschichte ein Geniestreich. Nachdem die Veröffentlichungen dazu erstmal auf dem "Markt" waren gabe es in der Zeit von 1968 bis 1975 eine Zunahme von Aktiven Zeitschriftenvertretern um mehr als 1 000 000.
So möchte es die WTG unfraglich, auch in der Gegenwart noch haben.
("Königreichsdienst" Februar 1968)
Zum weiterlesen für einige, welche dem Grundsatz des vorsätzlichen Vergessens huldigen.
Zitat:
"Im Sommer vergangenen Jahres ging unser Stundendurchschnitt in den Monaten Juli, August und September auf 8,7 Stunden je Verkündiger zurück. Im Jahre 1959 betrug der Durchschnitt in der gleichen Zeit 9,2 Stunden je Verkündiger. Wenn die Verkündiger während dieser drei Monate des Jahres 1960 einen Durchschnitt von 9,2 Stunden erreicht hätten, wären fast 100.000 Stunden mehr im Predigtdienst eingesetzt worden."
Wenn wenn, nun aber hatten es die "Treppenterrier" vorgezogen, etwas
weniger als im Vorjahr sich die Hacken abzurennen. O welcher Graus (für die
WTG). Und als einen "Übeltäter" wähnt sie dabei eben auch den Sommer
wahrzunehmen.
Deshalb ihre Predigt, ja nicht nachzulassen im "Treppenterierdasein". Auch
nicht in einem mit Ach und Krach, gerade mal noch zugestandenen Urlaub.
Und so wird denn den WTG-Hörigen in dieser KD-Ausgabe weiter eingebläut. Das
Ziel des letzten Monats des WTG-Dienstjahres, müsse eine 10% Zunahme sein.
So übermäßig lange war es dann wohl noch nicht her, dass dieselbe WTG von
einer 20% Zunahme träumte; inzwischen aber selbst erkennen musste, dieser
Traum wird ein Schaum bleiben!
Zitat:
"Auf der Festwiese in Hamburg werden wir eine Rasenfläche vor uns haben, die bei feuchtem Wetter ziemlich weich werden kann. Es ist hier angebracht, auf Schuhe mit hohen Absätzen zu verzichten, da diese unter solchen Umständen weder der Schwester, die sie trägt, noch dem Rasen besonders dienlich sind."
Wie wahr, mag man dazu nur sagen.
Weiter geht es auch mit dem Rat:
Zitat:
"Wir versammeln uns auf der großen Festwiese im Hamburger Stadtpark. Eure Sitzplätze sind somit nicht überdacht, und ihr solltet dies bei euren Reisevorbereitungen mit berücksichtigen. ... Berücksichtigt dabei eine eventuelle kühle Witterung ...
Vergeßt auch nicht euren Regenschirm oder den Regenmantel ..."
Wer dann vorgenannte Ratschläge auch befolgt hat, war sicherlich gut
beraten; denn wie man den weiteren Kongressberichten entnehmen konnte, sahen
jene die das so nicht befolgten, dann "ziemlich alt aus". Es sei denn, sie
entschlossen sich aus der Situation heraus, Kongress dann Kongress sein zu
lassen.
Das aber kann für einen betört-überzeugten Zeugen kein Thema sein. Ergo
bewaffneten sich viele von außerhalb Anreisende mit einem Gepäckumfang, als
wenn es gälte, einmal zum Nordpol und zurück zu reisen.
Wieder einmal offeriert die gleiche KD-Ausgabe, auch einen vorab
einzustudierenden Predigttext, der dann dem (nicht selten ungeneigten) Opfer
roboterhaft herunterzurattern sei.
Insofern nichts neues, das gab es auch schon davor.
Und in diesem Predigttext findet sich dann auch der Passus:
Zitat:
Man besuche "Mitmenschen ... um eine der wichtigsten Fragen in bezug auf Gott zu beantworten. Menschen, welche die krebsartige Ausdehnung des Kommunismus sowie die ansteigende Zahl der Verbrechen und Gewalttätigkeiten beobachten ..."
Tja, das ist dann wohl wieder mal ein Beispiel der gepriesenen, angeblichen
"Neutralität" der WTG.
Ob man denn, kurz vor dem Ostdeutschen Mauerbau, noch zu recht von einer
"krebsartigen Ausdehnung des Kommunismus" reden kann, erscheint wohl etwas
zweifelhaft.
Immerhin dürften die da als "Krebs" bezeichneten, das auch zur Kenntnis
genommen haben; und wie sie denn darauf zu reagieren pflegten, bedarf hier und
jetzt keiner näheren Erläuterung.
Beklagt sich also die WTG in die "Krebszangen der Kommunisten" geraten zu
sein, darf sich sich durchaus den Orden an die Brust heften, ihrerseits
einiges dazu beigetragen zu haben, dass es so kam!
Zitat:
"In Hamburg lagern noch viele wertvolle Fundsachen. Bitte beschreibt den verlorenen Gegenstand so genau auf einem besonderen Bogen, daß die Brüder auch in der Lage sind, das gewünschte Stück herauszufinden. Sendet eure Briefe nach Wiesbaden an das Zweigbüro zur Weiterleitung."
Zitat:
"Im Monat November werden wir das Buch ",Die Wahrheit wird euch frei machen'" mit der Broschüre "Die Heilung der Nationen näher gerückt" für 2,50 DM anbieten."
So so, dass muss man dann wohl zweimal lesen.
Zitat:
"Eine hervorragende Hilfe zum Verständnis für Gottes Wort ist das Buch "Die Wahrheit wird euch frei machen"
tönt nachlegend, auch die November-Ausgabe des "Königreichsdienstes".
Jenes Buch "Die Wahrheit wird euch frei machen" erschien zuerst im Jahre 1943.
Unmittelbar nach 1945 landeten ganze Schiffsladungen deutschsprachiger
Ausgaben davon, dann auch in deutschen Häfen.
Immer noch nicht ist also dieser alte WTG-Schrott der schon zum Zeitpunkt der
Erstverbreitung im Deutschsprachigem Raum veraltet war, vollständig abgesetzt
worden.
Das war jenes Buch, welches die Russell'sche Theorie kippte, die ominösen 6000
Jahre Menschheitsgeschichte seien "1872" beendet, und 1872 durch 1972
ersetzte. (S. 152f.)
In seinem 28. Kapitel wusste es unter anderem mit der Aussage zu "glänzen".
Zitat:
"Einige Bibelaussagen und prophetische Dramen deuten an, dass sie (die sogenannten "Alttestamentlichen Überwinder") noch vor der Schlacht von Harmagedon zum Leben erweckt werden, mit dem treuen geistlichen Überrest zusammentreffen und mit ihm die gewaltige Schlacht und den herrlichen Sieg sehen, wovon sie weissagten."
Schon auf dem New Yorker ZJ-Kongress von 1950, gab der damalige
WTG-Chefideologe F. W. Franz jener These den Laufpass, indem er die
rhetorische Frage stellte, ob jener Kongress sich freuen würde, zu erfahren,
dass die "Fürsten der neuen Welt" bereits unter ihnen weilen.
Kraft seiner Wassersuppe wusste Herr Franz dann als Antwort auf seine
selbstgestellte Frage mitzuteilen.
Ja, die gegenwärtigen WTG-Funktionäre seien diese erwarteten Fürsten, und
erntete von der blöckenden Horde, dafür gar noch frenetischen Beifall!
Siehe unter anderem auch noch:
19462Zahl
Jenes Buch glänzte auch noch mit der 1929er Obrigkeitsthese, wenn es dort
weiter heisst (S. 312f.)
Zitat:
"Solche ('irdischen Könige, Fürsten und Mächtige') sind nicht die 'von Gott verordneten obrigkeitlichen Gewalten', wie die religiöse Geistlichkeit dies behauptet."
Schon ein Jahr später, gab auch die WTG dann noch dieser These den
Laufpass.
Von solchen Details wie etwa, dass der Vatikanstaat zu der Zeit als "König des
Nordens" definiert wurde, erst gar nicht zu reden.
Auch wenn die "Nord- Südkönig"-Theorie, zu der Zeit in dem parallelen WTG-Buch
"Die neue Welt" detaillierter dargestellt ist, setzt auch "Die Wahrheit wird
euch frei machen" diese Aussagen voraus.
Zitat:
"Eine Analyse unseres Zeiteinsatzes zeigt einen ständigen Rückgang. Im Jahre 1948 leisteten wir (in Westdeutschland) mit einem monatlichen Durchschnitt von 16 Stunden je Verkündiger gute Arbeit."
Und nun, im Jahre 1961, sei der durchschnittliche monatliche
Predigtdienststundeneinsatz auf 8,9 Stunden abgesackt.
Damit indes will sich die WTG nicht abfinden.
Wohl wissend, dass trotz ihrer 20% Mehrung-Parolen, in den Jahren 1960 und
1961 nur eine solche von 4% erreicht wurde, stellt sie weiterhin unverdrossen
die Forderung nach einer 10% Mehrung.
Als flankierende Maßnahme wird mitgeteilt, man habe nun in Westdeutschland
eine neue Kreiseinteilung in Kraft gesetzt.
Zitat:
"Anstelle von 48 Kreisen und 6 Bezirken werden wir künftig 79 Kreise und 7 Bezirke haben. Durch diese Neuorganisierung wird der Kreisdiener jede Versammlung alle vier Monate, also dreimal im Jahr besuchen. In dieses Programm sind auch die alleinstehenden Verkündigergruppen und die Sonderpioniergebiete eingeschlossen."
Und auch das vergisst der KD nicht mit hinzuzufügen:
Zitat:
"Bereitet euch persönlich gut auf den Besuch des Kreisdieners vor. Teilt eure Zeit gut ein und regelt eure beruflichen Verpflichtungen so, daß ihr während der Dienstwoche viel Zeit zur Verfügung habt. ..."
Ein besonderes "Event" hat diese KD-Ausgabe dann noch in der Form einer
einstudierten Demonstration auf Lager. In ihr werden (faktisch) typologisch
sortiert, von der WTG einige an den öffentlichen Pranger gestellt, die in
WTG-Sicht, nicht genügend leisten.
Fünf "Typen" meinen die KD-Schreiber da ausgemacht zu haben:
1. Bruder "Überarbeitet"
2. Schwester "Überarbeitet"
3. Bruder "Entspannung"
4. Bruder "Ausflugsfieber"
5. Schwester "Kinderreich"
Wie man unschwer erraten kann, wird allen fünf "Typen" dann in der
Demonstration nichts erspart.
Stellvertretend sei nur das Fallbeispiel "Schwester Kinderreich" genannt.
Fünf Kinder und einen ungläubigen Mann dazu habe sie, so die Mitteilung in der
auf 10 Minuten angesetzten Anprangerungs-Demonstration zu ihrem Fall.
Da in WTG-Sicht nicht sein kann was nicht sein soll, gibt es selbstredend ein
vermeintliches "Happy End" dazu.
Das liest sich in diesem Falle so:
Zitat:
"Eine Schwester bietet sich der Schwester "Kinderreich" dazu an, wöchentlich drei Stunden deren Kinder zu beaufsichtigen. Schwester "Kinderreich" freut sich, bedankt sich und meint, daß ihre 13jährige Tochter auch auf die Kinder aufpassen könne. Sie faßt den Vorsatz, jede Woche in den Dienst zu gehen."
Da weis man nach der Lektüre solcher Beispiele in der Tat nicht so recht,
was denn nun angesagt ist.
Das Lachen oder das Weinen!
Ich fürchte eher das letztere!
Zitat:
"Der Hilfsversammlungsdiener wird den Studienleitern jede Woche eine Liste mit den Namen der Verkündiger aushändigen, die, im Dezember noch nicht berichtet haben"
teilt der "Königreichsdienst" für Dezember 1961 mit.
Was das dann in der Praxis bedeutet, ist unschwer zu erraten.
Was, du hast diesen Monat noch nicht genügend Treppenterierdienst
geleistet?! Dann werden wir dir mal den Allerwertesten so heiß machen, dass du
schon von allein losrennst, weil Du selber einsiehst. Das ist wohl das
kleinere Übel für dich.
Solltest du wieder erwarten dich dennoch störrig erweisen, dann werden wir
dich lehren, was ein Spießrutenlauf ist. Und hast du das dann mal mitgemacht,
wirst du schon von ganz alleine um Gnade winseln, und all das tun was wir dir
zu tun heißen.
Zum Beispiel im Monat Dezember 61 möglichst vielen Leuten für 3,75 DM pro
Stück das WTG-Buch "Vom verlorenen zum wiedererlangten Paradies"
aufzuschwatzen.
In unserer großen "Gnade" erkennen wir, dass es in der Tat "Böcke" geben mag,
die partout jenes Buch nicht abkaufen wollen. Dann ist es trotzdem deine
Pflicht (Zitat KD Dezember 61):
Zitat:
"Wenn dieses Angebot abgelehnt wird, sind wir vorbereitet, zwei Zeitschriften zurückzulassen, damit der Wohnungsinhaber erkennt, wie notwendig es ist, sich mit Jehovas Wort
(Einfügung: sollte wohl besser heißen WTG-Wort)
Zitat:
zu beschäftigen."
Der vorstehende "Dialog" (besser wohl Monolog), wird in der geschilderten
drastischen Art, so nicht stattgefunden haben. Dazu ist die WTG zu klug, um
nicht auch zu wissen, die harte Faust wird in "Watte verpackt".
Die derart Besuchten werden selbstredend mit salbungsvollen Worten
"eingeseift". Mit soviel "Seifenschaum", dass ihnen gleich die Augen tränen,
wegen dieses aggressiven "Seifenschaums".
Also an "Watte" als Verpackung, wird sicherlich nicht gespart, darüber kann
kein Zweifel bestehen. Entfernt man diese Verpackung indes, zeigt sich sehr
wohl, die vorgeschilderte ungeschminkte Fratze!
http://www.youtube.com/watch?v=isXsbCvpmfM&feature=related