Notizen aus "Unser Königreichsdienst" 1960
Zitat:
Drahbeck
"Es dürfte in diesem Monat bei kaltem Wetter ratsam sein, eure Haus-zu-Haus-Tätigkeit mit einigen Nachbesuchen zu verbinden, so daß ihr euch von Zeit zu Zeit wieder durchwärmen und dadurch länger im Dienst arbeiten könnt."
Solche Ratschläge gibt es heute ja immer noch ...
Zitat:
km 1/96 S. 2
Bei unfreundlichem Wetter Zeugnis geben. In den Wintermonaten müssen viele mit strenger Kälte, heftigen Schneefällen oder Regen fertig werden. Eine Gruppe von drei oder vier Verkündigern bespricht, wie sie sich trotz schlechten Wetters gut am Dienst beteiligen können. Viele Versammlungen bearbeiten in den Sommermonaten Landgebiete und konzentrieren sich im Winter auf Stadtgebiete. Weiter treffen sie Vorkehrungen dafür, daß die Treffpunkte für den Dienst im Gebiet stattfinden, und vermeiden so lange Wegstrecken. Einige sparen sich Mehrfamilienhäuser für Tage mit schlechtem Wetter auf. Haltet die Autogruppen klein, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Unterbrecht den Haus-zu-Haus-Dienst mit einigen Rückbesuchen. Tragt passende Kleidung, die euch warm und trocken hält. Gebraucht das Telefon, doch nur bei Personen, die euch zuvor ihre Zustimmung gegeben haben, oder schreibt Briefe, wenn es nicht vernünftig ist, hinauszugehen.
Zitat:
Drahbeck
Der "Königreichsdienst für Deutschland" Ausgabe für März 1960 ...
"Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, daß außer allen Verkündigern in jeder Versammlung gemessen an der Verkündigerzahl, noch 30 bis 40 Prozent Freunde der Wahrheit zugegen sind."
UNSER KÖNIGREICHSDIENST
März 2010:
Dankbarkeit für
das größte Geschenk von Gott
___________________________
1 ... Vor
dem Gedächtnismahl nehmen wir uns besonders Zeit, um über dieses wertvolle
Geschenk nachzudenken.
2 ...
3
Dankbarkeit zeigen: Unsere Wertschätzung für das Lösegeld motiviert
uns, mit anderen über Jehova und die große Liebe zu sprechen, die er uns
dadurch gezeigt hat, dass er seinen Sohn sandte (...). Manche Familien planen
deshalb so, dass mindestens einer von ihnen in den Monaten März, April oder
Mai Hilfspionier sein kann. Geht das nicht, ist es vielleicht möglich,
seine Zeit so einzuteilen, dass man vermehrt im Dienst stehen kann
(...). Aus Dankbarkeit werden wir auch anderen
helfen, beim Gedächtnismahl dabei zu sein
(...). Schreiben wir erst einmal auf, wen wir einladen möchten -
Verwandte, Nachbarn, Arbeitskollegen, Personen,
mit denen wir die Bibel studieren, und andere, die wir regelmäßig
besuchen -, und setzen wir uns dann bei der Einladungsaktion zum
Gedächtnismahl voll ein.
4 ...
Zitat:
"Ihr könnt das 'Paradies'-Buch, kurz nachdem ihr mit der Predigt begonnen habt, schon herausnehmen und dem Wohnungsinhaber in die Hand geben, statt damit bis zum Schluß zu warten. Brüder, die beauftragt wurden, die neue Predigt und diese neue Methode auszuprobieren, berichten, daß sie damit gute Erfahrungen gemacht haben."
Aber, damit ja nun keine Mißverständnisse aufkommen können, versäumt der KD
es nicht, mit hinzuzufügen, dass der Abgabepreis für dieses Buch weiterhin
3,75 DM betragen würde.
Sollte also der so überrumpelte Wohnungsinhaber das eventuell mißverstehen,
nach dem Motto "die wollen mir was schenken?", wäre es also Aufgabe der
WTG-Betörten, den Betreffenden wieder auf den Boden der Realität
zurückzuholen. Nichts da, mit "schenken".
Weil wohl dieses Risiko besteht, dass ganze könne aber auch als "Geschenk"
mißverstanden werden, ist der KD bereit, auch auf dieses Risiko einzugehen.
Und so liest man dann in seinen jovialen Worten weiter:
Zitat:
"Wenn ihr jedoch nach einem Versuch das Empfinden habt, daß es euch besser liegt, die Literatur erst am Schluß anzubieten, dann tut dieses ruhig."
Allein im Dezember 1959, weis der KD weiter zu berichten, haben die WTG
Treppenterrier auf diese Art und Weise 70.000 Exemplare jenes Buches umsetzen
können.
Noch eine kleine Notiz in dieser KD-Ausgabe in der Rubrik "Bekanntmachungen".
Danach wird als "Jetzt erhältliche Veröffentlichungen" auch bezeichnet:
"Fragebroschüre für die Bücher:
'Die Wahrheit wird euch frei machen'
In Deutsch und in Polnisch, und dito
"Das Königreich ist herbeigekommen" in Deutsch.
Beide genannte Bücher repräsentieren ja den Übergang von der Rutherford zur
Knorr-Administration.
Rutherford lies alle Schriften mit seinem Namen versehen. Genannte Bücher
waren die ersten WTG-Bücher, eben ohne Namenskennzeichnung.
Praktisch "gelesen" haben die allerwenigsten Zeugen sie. Unmittelbar nach 1945
war das WTG-Buch "Gott bleibt wahrhaftig", "dass" dominierende WTG-Buch fürs
"Buchstudium", welches alles andere in die Bedeutungslosigkeit verdrängte.
Auch als "Gott bleibt wahrhaftig" dann durch andere WTG-Bücher abgelöst wurde,
blieben beide genannte Titel, weiterhin in der Versenkung.
Da fragt man sich, was soll denn nun das ganze? Und noch dazu erst im Jahre
1960?!
Die Übersetzerarbeit für diese Fragebroschüren wurde ja mal geleistet. Und so
ergibt sich der nicht zu verwischende Eindruck. Sie sollte halt eben noch in
klingende Münze umgesetzt werden. Dazu bestimmt, in den Bücherregalen der
Zeugen zu verstauben!
Zitat:
"Wie die Gesellschaft erfährt, nutzen einige Brüder ihre Verbindung mit der Neuen-Welt-Gesellschaft dazu aus, den Brüdern und Menschen guten Willens ihre Produkte zu verkaufen. Wie im 'Wachtturm' darauf hingewiesen wurde, geht es nicht an, daß Versammlungsglieder, Pioniere oder Verkündiger im Königreichssaal, in den Buchstudien oder auf größeren Versammlungen Verbindungen anknüpfen, um etwas zu verkaufen. Niemand sollte seine Stellung als Diener, Pionier oder Verkündiger dazu benutzen, um andere Brüder oder Menschen guten Willens aufzusuchen und ihnen seine Produkte zu verkaufen. ...
Mit dieser Mitteilung hoffen wir die VIELEN [Hervorhebung nicht im Original] Anfragen zu beantworten, die bei der Gesellschaft diesbezüglich eingegangen sind ..."
A ja, da haben nun die Betreffenden ihr "Donnerwetter" also weg.
Und was bewirkt's?
Vielleicht agieren einige nun zeitweise etwas vorsichtiger, bis der "Staub
sich wieder etwas gelegt hat".
Den so oft publizierte die WTG Warnungen dieser Art in ihrem Schrifttum wohl
kaum.
Weitaus öfter hingegen sind solche Praktiken bei den Zeugen Jehovas
(sicherlich nicht "nur" bei ihnen) gang und gäbe.
Und dann denke man doch mal insbesondere an das Heer der von der WTG für den
"Pionierdienst" Betörten. In materieller Hinsicht sind die doch in der Regel,
kaum "auf Rosen gebettet".
Eine intensive Vertreterschulung erhalten sie ja allwöchentlich von der WTG.
Da auch für diese die Zwangsläufigkeit besteht, dass "der Schornstein von
irgend etwas rauchen müsse", braucht man sich eigentlich nicht zu wundern,
namentlich in diesen Kreisen (aber eben nicht nur dort) besonderen "Blüten" im
Sinne des Vorgenannten zu begegnen.
Und dann geben wohl auch ansonsten die hauptamtlichen WTG-"Bettelmönche", die
eine besondere Schnorrermentalität, nicht selten in nahezu
beängstigend-perfekter Weise entwickelt haben, wohl kaum das "rechte" Vorbild
für die da Attackierten, sofern es sich um "kleine Pioniere" handelt
Zitat:
"Immerhin schien mir der Name «Bibelstudenten» noch einigermassen verheissungsvoll. Ich überlegte, dass diese Leute vielleicht so etwas ähnliches seien wie Theologiestudenten, die sich auf der Universität mit tiefschürfender Bibelforschung beschäftigten. Jedenfalls hatte ich den Namen noch nie unter den verschiedenen Sektenbezeichnungen gehört. Es war also anzunehmen, dass diese Bibelstudenten irgend einem Zweig der Kirche angehörten, wie die freie evangelische Gemeinde auch, die sich als lebendiger Zweig der halbtoten Kirche betrachtete. Es soll ja vorkommen, dass an halbverdorrten Baumstämmen noch muntere Zweiglein grünen. Und doch müsste man bei näherer Überlegung zugeben, dass noch Lebenssaft im Stamm sein muss, wie hätte denn sonst aus ihm noch ein Zweiglein sprossen können?"
Also das wäre dann so ein Veranschaulichungsbeispiel wie das in der Praxis
ablief.
Als sie dann selbst schon fest an der "Angel" der Zeugen Jehovas hing,
berichtet sie dann weiter an anderer Stelle etwa die Episode:
Zitat:
"Am nächsten Tag nahm mich der Kreisdiener wieder mit zum Predigtdienst. ... Wir gelangten schliesslich vor eine Haustür, wo uns eine ältere Frau öffnete. Sie blickte uns misstrauisch an und fragte nach des Kreisdieners Predigt, ob wir etwa Bibelforscher seien. Er verneinte es seelenruhig, und gab ihr die Literatur in die Hand, bevor sie sie zurückweisen konnte.
«Die Bibelforscher sind nämlich eine ganz schlimme Sekte, mit denen möchte ich nichts zu tun haben», fuhr die Frau fort.
Der Kreisdiener schüttelte den Kopf und sagte:
«Nein, die Sekte ist mir nicht bekannt.»
Ich stand wie auf Nadeln und meinte, sie müsse doch merken, dass Bibelforscher und Zeuge Jehovas ein und dasselbe sei. Aber sie merkte nichts und wurde zusehends freundlicher. Wir verabschiedeten uns und ich kniff mich in den Arm um zu sehen, ob ich das alles nicht geträumt habe. Aber da ging ich und neben mir der Kreisdiener, als wäre nichts geschehen.
«Warum hast du zu der Frau gesagt, die Bibelforscher seien dir nicht bekannt? Das ist doch nicht wahr!»
«Ja siehst du, wenn ich der guten Frau zugegeben hätte, dass wir Bibelforscher sind, dann hätte sie weder die Literatur angenommen, noch auf uns gehört. Also handelte ich in ihrem eigenen Interesse, wenn ich das tat. ..."
Zitat:
Die Cleverness des Bruders, das er gegenüber dem anderen verhehlte wer er ist, wurde von den 1000 Anwesenden aus den Versammlungen Regensburg und Straubing lachend beklatscht.
Genauso kenne ich es !
Wie ich auch neulich geschrieben habe :
Wie oft hörte ich bei Versammlungen, dass wenn Menschen aus der "Welt"
etwas passiert ist, egal in welcher Form, was die Zeugen in ihrer Ansicht
bestätigt :
Das -Geschmunzele und Gelächter und wohlwolliges Grunzen - , man muss wirklich
sagen, in erster Linie wohlwolliges Grunzen.
Dann, wenn wieder jemand übers Ohr gehauen wurde.
Am kommenden Wochenende ist ja in München Kongress, wie auch sonst
überall, bin ja gespannt !
Conorr
Zitat:
Drahbeck
Josy Doyon (ihr Buch "Hirten ohne Erbarmen") etwa, berichtet über ihre eigene seinerzeitige Anwerbung durch die Zeugen Jehovas:
Immerhin schien mir der Name «Bibelstudenten» noch einigermassen verheissungsvoll. Ich überlegte, dass diese Leute vielleicht so etwas ähnliches seien wie Theologiestudenten, die sich auf der Universität mit tiefschürfender Bibelforschung beschäftigten. Jedenfalls hatte ich den Namen noch nie unter den verschiedenen Sektenbezeichnungen gehört. Es war also anzunehmen, dass diese Bibelstudenten irgend einem Zweig der Kirche angehörten, ...
Erwachet! für JULI 2010 S.26/27:
... Jehovas Zeugen organisieren jedes Jahr auf der ganzen Erde Kongresse, um
die Gemeinschaft mit ihren Glaubensbrüdern zu genießen und sich besser mit der
bibel vertraut zu machen. ...
Zu der Zeit, als der Kongress in Prag stattfand, nahmen dort etwa 30 Gehörlose
bei Jehovas Zeugen Bibelunterricht. ...
Erwachet! für JUNI 2010 S.24/25:
... Lorena gab mir eine Bibel und versprach mir, ihren
Bibellehrer, einen Zeugen Jehovas
vorbeizuschicken. ...
Der WACHTTURM für JULI 2010 S.21:
...
:::
Auch Sie, lieber Leser, können beim Bibellesen noch mehr profitieren, wenn Sie
sich Unterstützung suchen. Erkundigen Sie sich doch bei einem Zeugen Jehovas
nach einem kostenlosen Bibelkurs, der bei
Ihnen zu Hause stattfinden kann.
Margaret Thaler Singer meint in ihrem
Buch 'Sekten':
Nicht alle, aber viele dieser Gruppen täuschen in der Anwerbungsphase falsche
Tatsachen vor. Und samt und sonders verbergen sie alle das eigentliche Ziel.
Dem kann ich nur zustimmen. Oder wissen
Menschen, die sich auf so einen Bibelkurs einlassen, daß gar nicht die Bibel,
sondern ein Buch, herausgegeben von der Wachtturm-Bibel-und
Traktatgesellschaft Hauptlehrbuch bei diesem Kurs ist und die Bibel nur
schmückendes Beiwerk? Oder, daß das Ziel darin besteht, sie zu ZJ zu machen,
die später ebenfalls andere werben?
(Wissen ZJ eigentlich, daß bei dem Versammlungsbibelstudium,
welches sie wöchentlich besuchen, gar nicht die Bibel "studiert" wird?)
Zitat:
"In der letzten Zeit kam es wiederholt vor, daß sich Personen an Glieder der Neuen-Welt-Gesellschaft wandten, um von ihnen Geld zu erhalten. In verschiedenen Fällen gelang es ihnen, sich mehrere hundert DM zu erschwindeln. Diese Personen erzählen meist, daß sie unter schwierigen Verhältnissen leben oder aus der Ostzone kommen, um Mitleid zu erregen. Einige sind im Besitz von "Wachtturm"-, "Königreichsdienst"-Ausgaben usw. Und nennen auch die Namen bekannter Brüder, um auf diese Weise vorzutäuschen, daß sie Zeugen Jehovas sind. Die Gesellschaft warnt vor solchen Personen, da es sich hierbei nicht um Zeugen Jehovas handelt."
Solcherlei Warnungen haben ja bei der WTG bereits Tradition.
So konnte man bereits im "Informator" (Vorläufer des "Königreichsdienstes")
vom Januar 1954 lesen:
Zitat:
"Es gehen immer wieder Berichte ein, wonach sich gewisse Leute als "Verfolgte aus dem Osten ausgeben" und dabei mit mehr oder weniger, großen Kenntnissen über die Organisation oder bekannte Brüder Geld für die Reise oder andere Zwecke erbitten. In allen bekannten Fällen handelt es sich nicht um Zeugen Jehovas. Diese Bekanntmachung ergeht damit Brüder vor solchen Personen auf der Hut sein möchten."
Zitat:
"Anläßlich der diesjährigen Bezirksversammlungen erfolgte die Freigabe der Broschüre "In Frieden und Einheit predigen und lehren" in Deutsch.
Selbige enthalte etwas modifiziert, die grundlegenden Richtlinien, die es
analog schon in einer ähnlichen Broschüre aus dem Jahre 1956 gab.
Und weiter:
Zitat:
"Der Versammlungsdiener
[Ja richtig gelesen, damals nannte sich die "Aufseher", "Koordinator"-Kaste noch "Diener". Weiter im Zitat]
Zitat:
sollte darauf achten, daß jede getaufte Person
[Ja ebenfalls richtig gelesen. Von "Geschwistern" ect. ist nicht die Rede. Die WTG-Hierarchie kennt also nur "Personen". Weiter im Zitat]
Zitat:
ihr Exemplar erhält. Name und Adresse des betreffenden Verkündigers sollten in die dafür vorgesehene Spalte geschrieben werden, und der Versammlungsdiener wird die Broschüre mit seiner Unterschrift versehen, bevor er sie dem Verkündiger aushändigt. ..."
Irgendwie erscheint mir dieser geschraubte Titel dieser WTG-Schrift als
etwas vernebelnd. In meiner Sicht wäre ein kürzerer Titel bestehend aus nur
einem Wort, angemessener. Und dieser Titel würde lauten:
"Pflichtenheft".
Von Pflichten ist viel darin die Rede. Von "Rechten" wohl eher nicht.
Beispiel:
Zitat:
"Eltern können ihre Kinder in den Felddienst mitnehmen, doch wenn die Kinder am Predigen der Botschaft kein Interesse haben, sondern einfach mitgehen, weil sie müssen, sollte man sie nicht als Verkündiger melden."
Die Vokabel "müssen" ist zwar in normaler, nicht hervorgehobener Schrift
gedruckt. Indes scheint mir. Auch das ist eine maßlose Untertreibung. Sie in
riesengroßen Lettern zu drucken, wäre wohl angesichts der Alltagspraxis, um
einiges sachgerechter. Und ob die Einlassung, deren Berichtszahlen nicht zu
zählen, wohl eine sonderliche "Wohltat" ist, erscheint auch eher zweifelhaft.
Den "Pionieren" wird weiter ins "Stammbuch" geschrieben. (Das sind ja jene
Betörten, die für ihren eigenen Lebensunterhalt selbst aufzukommen haben.
Gleichwohl einen wesentlichen Teil ihres Zeitvolumens der WTG zu opfern haben.
Glück für sie, sollten sie etwa unterstützende Angehörige haben. Pech für sie,
sind diese Voraussetzungen nicht gegeben. Das sind dann wohl eher die
klassischen "Hungerkünstler-Kandidaten". Denen bescheinigt die WTG):
Zitat:
"Wenn ein Pionier wegen Krankheit oder anderer unvermeidlicher Umstände die Pionier-Mindestquote in einem Monat nicht erreichen konnte, sollte er den Grund für die fehlende Stundenzahl unten auf der Pionierberichtskarte angeben. Er sollte bestrebt sein, die verlorene Zeit nachzuholen, um im Jahr auf mindestens 1200 Stunden oder einen Monatsdurchschnitt von 100 Stunden zu kommen. Ein Pionier muß jeden Monat Bericht erstatten, ungeachtet der Zahl der im Felddienste verbrachten Stunden. Er sollte seine Wochen-Berichtsbogen mindestens ein Jahr aufbewahren und sie dem Kreisdiener jeweils bei dessen Besuchen zur Verfügung halten."
A propos "Kreisdiener". Auch die kommen in dieser Broschüre mit vor. Und zwar mit der Wortwendung, dass es ein
Zitat:
"Vorrecht (sei), den Kreisdiener (und seine Frau, wenn er verheiratet ist) während seines Besuches zu beherbergen. Wenn ihn niemand aufnehmen kann, wird er selbst für seine Unterkunft sorgen. Der Kreisdiener und seine Frau werden für irgendwelche getroffenen Vorkehrungen Wertschätzung bekunden und den Brüdern, die sie beherbergen, geistig und, so wie es ihnen möglich ist, auch anderswie eine Hilfe zu sein suchen."
Auch das ist dann ja wohl eine beschönigende Umschreibung. In etwas
drastischere Worte übersetzt.
Diese Schnorrerkaste wird es schätzen, wenn sie die geeignete Opfer findet.
Und da es in Zeugenkreisen (derzeit noch) auch durchaus beachtliche
Mittelstandsphänome gibt, sind die dann bevorzugtes Objekt für solche
"Vorrechte".
Und haben sich dann die Erwartungen der Schnorrerkaste auch erfüllt, sind sie
nicht selten dann die "Guten". Ihr Weg in der WTG-Hierarchie nach oben wird
von der Schnorrerkaste nach Kräften unterstützt.
Weiter weis jene Broschüre noch zu vermelden:
Zitat:
"Jede Versammlung sollte die vernünftige Hoffnung hegen, die Zahl ihrer Verkündiger, die im Felde die gute Botschaft predigen,
jährliche um 10 % zu erhöhen."
Wobei auch diese Aussage bestätigt. Die Gier der WTG-Hierarchie kennt keine
Grenzen!
Weiter liest man:
Zitat:
"Im Juli erscheint im 'Wachtturm' jeweils eine Mitteilung über "Eure voraussichtlichen Beiträge", worauf dann viele der Gesellschaft brieflich mitteilen, was sie ihr im Laufe des kommenden Jahres für das Königreichsdienstwerk einzusenden hoffen."
Das dürfte dann ja wohl eine besonders subtile Art des Geldeintreibens
sein.
Die WTG muss sich ja vorerst mit dem Umstand abfinden, keine reguläre
Kirchensteuern, eingetrieben durch staatliche Steuerbehörden zu erheben.
Primär eher aus Imagegründen. Sollte sich letztere Sachlage noch relevant
verändern, braucht man über eine entsprechende "Anpassung" diesen Umstand
betreffend, dann wohl auch nicht mehr überrascht zu sein.
Nun mag man der Kirchensteuer noch "zugute" halten, die ist ja weitgehend aus
dem aktuellen Bewusstsein der Zahler verdrängt. Allenfalls kommt sie beim
"brüten" über die Jahressteuererklärung wieder ins Bewusstsein.
Wer sich dazu betören lässt, der WTG solch einen zitierten "Spendenbrief" zu
schreiben. Auf was für einem psychologischen Level der sich wohl befindet?!
Da nimmt ja wohl die theoretische "Freiwilligkeit", in der Praxis verdächtige
Zwangsmerkmale an.
Man vergleiche in diesem Lichte auch das Fallbeispiel "Strassenfeger"
http://forum.mysnip.de/read.php?27094,80131,80131#msg-80131
Oder auch das Fallbeispiel
Geschichten aus dem "Wienerwald"
Zitat:
Drahbeck
Oder auch das Fallbeispiel
Geschichten aus dem "Wienerwald"
Die Sache um Peter Go... und seine Frau Trude, bekam ich bei deren Ausstieg
live mit. Der Wienerwald ist zwar etwa 35 km nördlicher, aber das tolle Haus
mit Indoorpool, in der Garage ein dicker Mercedes - das war für die einfachen
"Verkündiger" vor etwa 40 Jahren meist Indiz dafür, dass solche Besitzer ihr
Vermögen nur auf unredliche Weise erlangen können.
Peter war Verkäufer von Fleischwaren, besonders die Würste waren
Verkaufsschlager. Man muss also nicht intellektuell überbegabt sein, um zu
reichlichem Verdienst zu gelangen.
Eines wurde dem Ehepaar Go... damals klar, die ungerechtfertigte Entfernung
aus der ZJ-"Hürde", hatte nichts mit einer angeblichen Mitwirkung des
"heiligen Geistes" zu tun...
Zitat:
"Bringt eine Tabelle im Königreichssaal an, um die Versammlung über die gesteckten Quoten und die Anzahl der aufgenommenen Abonnements auf dem laufenden zu halten. Legt bei den Diensttreffpunkten besonderen Nachdruck darauf, daß jeder Verkündiger seine persönliche Abonnementsquote erreicht. Die Studienleiter werden die Brüder, die im ersten Teil des Monats kein Abonnement aufnehmen konnten, ermuntern und ihnen praktische Hilfe leisten ..."
Wäre in vorstehendem Zitat aus dem "Königreichsdienst für Deutschland"
Ausgabe Oktober 1960, nicht auch die Vokabel enthalten "Königreichssaal",
könnte man ohne Zweifel auch sagen.
Halt eine der üblichen Vertreter Vergatterungen. Dem Konzern sind eben die
erreichten Ergebnisse nicht gut genug.
Und so muss dieselbe KD-Ausgabe auch einräumen, die von ihr vorgegebenen
Quoten von 20 % mehr Umsatz für den Monat April, seien nicht erreicht worden.
Zwar habe die Anfeuerung zu Höchstleistungen in jenem Monat höhere Ergebnisse
eingefahren als in den sonstigen Monaten. Aber der Konzern befindet; halt
nicht genug.
Und in dieser Konsequenz wird dann mal wieder, eine neue
Hochstleistungs-Aufforderungs-Aktion für den Monat Oktober ausgerufen.
Vor lauter "Höchstleistungen" kommen die so Betörten, kaum noch zum Luftholen.
Und das fast im buchstäblichem Sinne.
Dann hat die WTG-Hierarchie in dieser KD-Ausgabe noch ein "Hühnchen zu
rupfen". Adressat die örtlichen Versammlungsleiter.
Da es in der WTG-Hierarchie Usus ist, dass die Hierarchie alles Korrespondenz
für örtliche Versammlungen, nur dem Versammlungsleiter zustellt, nicht aber
sonstigen Individualpersonen, bemängelt die Hierarchie.
Einige dieser Versammlungsleiter, würden nicht alle dafür vorgesehenen Briefe
der Hierarchie, auch öffentlich vorlesen.
Und die Versammlungsleiter werden nochmals vergattert. Briefe, die sie
erhalten und die sie nicht vorlesen sollen, seien auch so gekennzeichnet.
Aber die Briefe die eben diese Kennzeichnung nicht enthalten, sollen und
müssen öffentlich vorgelesen werden.
Sollte also solch ein Versammlungsleiter meinen. So wichtig sei das
Mitgeteilte nicht und erspart sich aus dem Grunde das öffentliche Vorlesen,
dann ist die WTG-Hierarchie damit nicht einverstanden!
Wörtlich heisst es da in dem Rüffel der da verteilt wird:
Zitat:
"Die Gesellschaft hat erfahren, daß einige Briefe an die Versammlung adressiert waren und dort nicht vorgelesen worden sind, wie zum Beispiel Briefe über Spenden der Versammlung."
Dieser Wink mit dem Zaunpfahl dürfte dann wohl deutlich genug sein.
Auch diesbezüglich kennt die WTG-Hierarchie nie ein "genug"!
Zitat:
"Eine Versammlung in New York hat zum Beispiel Dienstzentren, von denen jedes nur ein Gebiet hat, dass sich auf ein Gebäude mit 14 Stockwerken (jede Etage 10 Familien) beschränkt.
In dieser und anderen Versammlungen werden die Menschen am Dienstagabend, am Sonnabend und am Sonntag ... besucht."
Und man meint sagen zu können:
Zitat:
"Diese Versammlungen überschreiten in den Monaten Dezember und April die Quoten von 10% und 20 %"
des Umsatzes an WTG-Literatur.
Nun kann man ja rätseln, warum das so ist. Dann müsste man beispielsweise auch
wissen, wie denn die soziologische Struktur in jenem Wohnblock ist.
Vielleicht Familien, die es nicht nötig haben, unbedingt auf den Cent zu
achten.
Um des lieben Friedens willen, wird da halt der WTG-Ramsch abgenommen und in
den Papierkorb befördert.
Ob denn solcherlei Umstände wirklich für die WTG-Tätigkeit sprechen, erscheint
wohl eher zweifelhaft.
Zitat:
"nach jeder Woche dem Studienleitern eine Liste mit den Namen der Verkündiger aushändigen ... die bis dahin noch nicht berichtet haben."
Und Aufgabe besagter Studienleiter sei es dann, besagte "Säumige"
entsprechend de facto, unter Druck zu setzen.
Weiter wird das Termin-Ultimatum des 20. Dezember genannt. Wer bis dahin immer
noch nicht den heiß ersehnten Bericht abgegeben hat, darf sich einer
Sonderbehandlung "erfreuen". Er wird gezielt bearbeitet.


Die Vokabel "unter Druck setzen" verwendet der KD selbstredend nicht. All
seinem Wortgeklingel zum Trotz ist es aber genau das, was da ablaufen soll und
auch ablief.
In ihrer besonderen "Sensibilität" welche die WTG von jeher "auszeichnete",
wird dann noch der 24. Dezember zum besonderen Zeitschriftentag erklärt. Ergo
sollen die WTG-Schafe just an diesem Tage besondere Verkaufsanstrengungen für
das WTG-Schrifttum tätigen!
Sinnigerweise weis der KD als anspornendes Beispiel noch zu berichten:
Zitat:
"Ein Bruder, der nur noch geringe körperliche Kräfte besitzt verbringt im Monat an so vielen Tagen wie möglich je 15 Minuten im Felddienst".
Man weis angesichts dessen eigentlich nicht so recht, soll man nun über
dieses anspornende Beispiel weinen oder lachen?
Wenn es also so ist, dass der Betreffende nur noch über "geringe körperliche
Kräfte" verfügt, mag das ja - günstigenfalls für die WTG gewertet - eine Art
"Förderung" seines Selbstwertgefühles darstellen.
Indes könnte man sich in dem Falle durchaus auch andere Formen der Stärkung
des Selbstwertgefühles vorstellen.
Nur halt eben nicht in der Ausbeuterorganisation WTG!
Weiter jammert diese KD-Ausgabe:
Zitat:
"Im Jahre 1950 verwandten die Versammlungsverkündiger durchschnittlich 12,9 Stunden im Monat für die Verkündigung ... Bis zum Jahre 1955 ging der Zeiteinsatz auf monatlich 10 Stunden zurück, und im vergangenen Jahr (1959) erreichten wir mit 9,2 Stunden den niedrigsten Stand seit 1945."
Wie die WTG diesbezüglich gegensteuern will, siehe vorstehendes. Weiter
wird nach wie vor den "Versammlungsverkündigern" eine Quote von 12 Stunden
monatlich vorgegeben. Der faktische Rückgang kann also die WTG noch nicht dazu
bewegen, auch mit ihren Forderungen zurückzustecken.
Sinnigerweise weis die WTG nur zu empfehlen:
Zitat:
"In Städten, in denen die Brüder schon jahrelang an dieselben Türen kommen, mag es sich als gut erweisen, innerhalb der Versammlung eine Änderung der Gebietszuteilung vorzunehmen. Neue Häuser und neue Gesichter geben oft einen Ansporn ..."
Auch das vergisst diese KD-Ausgabe nicht mit hinzuzufügen:
Zitat:
"Eltern sollten darauf achten, daß ihre Kinder jede Woche eine bestimmte Zeit für den Felddienst reserviert haben."