Notizen aus "Unser Königreichsdienst" 1960
Zitat:
Drahbeck
"Es dürfte in diesem Monat bei kaltem Wetter ratsam sein, eure Haus-zu-Haus-Tätigkeit mit einigen Nachbesuchen zu verbinden, so daß ihr euch von Zeit zu Zeit wieder durchwärmen und dadurch länger im Dienst arbeiten könnt."
Solche Ratschläge gibt es heute ja immer noch ...
Zitat:
km 1/96 S. 2
Bei unfreundlichem Wetter Zeugnis geben. In den Wintermonaten müssen viele mit strenger Kälte, heftigen Schneefällen oder Regen fertig werden. Eine Gruppe von drei oder vier Verkündigern bespricht, wie sie sich trotz schlechten Wetters gut am Dienst beteiligen können. Viele Versammlungen bearbeiten in den Sommermonaten Landgebiete und konzentrieren sich im Winter auf Stadtgebiete. Weiter treffen sie Vorkehrungen dafür, daß die Treffpunkte für den Dienst im Gebiet stattfinden, und vermeiden so lange Wegstrecken. Einige sparen sich Mehrfamilienhäuser für Tage mit schlechtem Wetter auf. Haltet die Autogruppen klein, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Unterbrecht den Haus-zu-Haus-Dienst mit einigen Rückbesuchen. Tragt passende Kleidung, die euch warm und trocken hält. Gebraucht das Telefon, doch nur bei Personen, die euch zuvor ihre Zustimmung gegeben haben, oder schreibt Briefe, wenn es nicht vernünftig ist, hinauszugehen.
Zitat:
Drahbeck
Der "Königreichsdienst für Deutschland" Ausgabe für März 1960 ...
"Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, daß außer allen Verkündigern in jeder Versammlung gemessen an der Verkündigerzahl, noch 30 bis 40 Prozent Freunde der Wahrheit zugegen sind."
UNSER KÖNIGREICHSDIENST
März 2010:
Dankbarkeit für
das größte Geschenk von Gott
___________________________
1 ... Vor
dem Gedächtnismahl nehmen wir uns besonders Zeit, um über dieses wertvolle
Geschenk nachzudenken.
2 ...
3
Dankbarkeit zeigen: Unsere Wertschätzung für das Lösegeld motiviert
uns, mit anderen über Jehova und die große Liebe zu sprechen, die er uns
dadurch gezeigt hat, dass er seinen Sohn sandte (...). Manche Familien planen
deshalb so, dass mindestens einer von ihnen in den Monaten März, April oder
Mai Hilfspionier sein kann. Geht das nicht, ist es vielleicht möglich,
seine Zeit so einzuteilen, dass man vermehrt im Dienst stehen kann
(...). Aus Dankbarkeit werden wir auch anderen
helfen, beim Gedächtnismahl dabei zu sein
(...). Schreiben wir erst einmal auf, wen wir einladen möchten -
Verwandte, Nachbarn, Arbeitskollegen, Personen,
mit denen wir die Bibel studieren, und andere, die wir regelmäßig
besuchen -, und setzen wir uns dann bei der Einladungsaktion zum
Gedächtnismahl voll ein.
4 ...
Zitat:
"Ihr könnt das 'Paradies'-Buch, kurz nachdem ihr mit der Predigt begonnen habt, schon herausnehmen und dem Wohnungsinhaber in die Hand geben, statt damit bis zum Schluß zu warten. Brüder, die beauftragt wurden, die neue Predigt und diese neue Methode auszuprobieren, berichten, daß sie damit gute Erfahrungen gemacht haben."
Aber, damit ja nun keine Mißverständnisse aufkommen können, versäumt der KD
es nicht, mit hinzuzufügen, dass der Abgabepreis für dieses Buch weiterhin
3,75 DM betragen würde.
Sollte also der so überrumpelte Wohnungsinhaber das eventuell mißverstehen,
nach dem Motto "die wollen mir was schenken?", wäre es also Aufgabe der
WTG-Betörten, den Betreffenden wieder auf den Boden der Realität
zurückzuholen. Nichts da, mit "schenken".
Weil wohl dieses Risiko besteht, dass ganze könne aber auch als "Geschenk"
mißverstanden werden, ist der KD bereit, auch auf dieses Risiko einzugehen.
Und so liest man dann in seinen jovialen Worten weiter:
Zitat:
"Wenn ihr jedoch nach einem Versuch das Empfinden habt, daß es euch besser liegt, die Literatur erst am Schluß anzubieten, dann tut dieses ruhig."
Allein im Dezember 1959, weis der KD weiter zu berichten, haben die WTG
Treppenterrier auf diese Art und Weise 70.000 Exemplare jenes Buches umsetzen
können.
Noch eine kleine Notiz in dieser KD-Ausgabe in der Rubrik "Bekanntmachungen".
Danach wird als "Jetzt erhältliche Veröffentlichungen" auch bezeichnet:
"Fragebroschüre für die Bücher:
'Die Wahrheit wird euch frei machen'
In Deutsch und in Polnisch, und dito
"Das Königreich ist herbeigekommen" in Deutsch.
Beide genannte Bücher repräsentieren ja den Übergang von der Rutherford zur
Knorr-Administration.
Rutherford lies alle Schriften mit seinem Namen versehen. Genannte Bücher
waren die ersten WTG-Bücher, eben ohne Namenskennzeichnung.
Praktisch "gelesen" haben die allerwenigsten Zeugen sie. Unmittelbar nach 1945
war das WTG-Buch "Gott bleibt wahrhaftig", "dass" dominierende WTG-Buch fürs
"Buchstudium", welches alles andere in die Bedeutungslosigkeit verdrängte.
Auch als "Gott bleibt wahrhaftig" dann durch andere WTG-Bücher abgelöst wurde,
blieben beide genannte Titel, weiterhin in der Versenkung.
Da fragt man sich, was soll denn nun das ganze? Und noch dazu erst im Jahre
1960?!
Die Übersetzerarbeit für diese Fragebroschüren wurde ja mal geleistet. Und so
ergibt sich der nicht zu verwischende Eindruck. Sie sollte halt eben noch in
klingende Münze umgesetzt werden. Dazu bestimmt, in den Bücherregalen der
Zeugen zu verstauben!
Zitat:
"Wie die Gesellschaft erfährt, nutzen einige Brüder ihre Verbindung mit der Neuen-Welt-Gesellschaft dazu aus, den Brüdern und Menschen guten Willens ihre Produkte zu verkaufen. Wie im 'Wachtturm' darauf hingewiesen wurde, geht es nicht an, daß Versammlungsglieder, Pioniere oder Verkündiger im Königreichssaal, in den Buchstudien oder auf größeren Versammlungen Verbindungen anknüpfen, um etwas zu verkaufen. Niemand sollte seine Stellung als Diener, Pionier oder Verkündiger dazu benutzen, um andere Brüder oder Menschen guten Willens aufzusuchen und ihnen seine Produkte zu verkaufen. ...
Mit dieser Mitteilung hoffen wir die VIELEN [Hervorhebung nicht im Original] Anfragen zu beantworten, die bei der Gesellschaft diesbezüglich eingegangen sind ..."
A ja, da haben nun die Betreffenden ihr "Donnerwetter" also weg.
Und was bewirkt's?
Vielleicht agieren einige nun zeitweise etwas vorsichtiger, bis der "Staub
sich wieder etwas gelegt hat".
Den so oft publizierte die WTG Warnungen dieser Art in ihrem Schrifttum wohl
kaum.
Weitaus öfter hingegen sind solche Praktiken bei den Zeugen Jehovas
(sicherlich nicht "nur" bei ihnen) gang und gäbe.
Und dann denke man doch mal insbesondere an das Heer der von der WTG für den
"Pionierdienst" Betörten. In materieller Hinsicht sind die doch in der Regel,
kaum "auf Rosen gebettet".
Eine intensive Vertreterschulung erhalten sie ja allwöchentlich von der WTG.
Da auch für diese die Zwangsläufigkeit besteht, dass "der Schornstein von
irgend etwas rauchen müsse", braucht man sich eigentlich nicht zu wundern,
namentlich in diesen Kreisen (aber eben nicht nur dort) besonderen "Blüten" im
Sinne des Vorgenannten zu begegnen.
Und dann geben wohl auch ansonsten die hauptamtlichen WTG-"Bettelmönche", die
eine besondere Schnorrermentalität, nicht selten in nahezu
beängstigend-perfekter Weise entwickelt haben, wohl kaum das "rechte" Vorbild
für die da Attackierten, sofern es sich um "kleine Pioniere" handelt