Annotationen zu den Zeugen Jehovas
David Horowitz

"Pastor Charles Taze Russell. An Early American Zionist". Unter diesem Titel erschien im Jahre 1986 in New York ein Buch von David Horowitz. Es ist in Deutschland auch in der auf Theologie und Religionswissenschaft mit spezialisierten Universitätsbibliothek Tübingen vorhanden (dortige Signatur: 27 A 15640). Als "graue Literatur", auch als deutschsprachiger Computerausdruck beschaffbar.

Noch zwei andere Buchtitel von Horowitz sind in deutscher Übersetzung nachweisbar. Da wäre einmal sein 1976 in Berlin erschienenes Buch, an dem er Koautor war. Zusammen mit Peter Collier hatte er geschrieben über "Die Rockefellers. Eine amerikanische Dynastie". In ihm wird berichtet, wie es Rockefeller im Jahre 1870 gelang, einem Jahr der Wirtschaftsression, mit einem Kapital von einer Million Dollar, die "Standard Oil Company" zu gründen. Die Autoren merken weiter an (S. 31) "1877 gab es in den Region, in Philadelphia und Pittsburgh keine Konkurrenz mehr für die Standard". Bekanntlich hatte Russell zur selben Zeit in der selben Region, ebenfalls die Anfänge der heutigen Zeugen Jehovas gegründet.

Ein weiteres auch in deutscher Übersetzung vorliegendes Buch von Horowitz erschien 1976, gleichfalls in Berlin. "Kalter Krieg. Hintergründe der US-Außenpolitik von Jalta bis Vietnam" sein Titel. Eine Grundthese darin (S. 11).

"Während in Westeuropa die USA sich für den Wiederaufbau und die Verteidigung demokratischer Gesellschaftsformen einsetzen, stellten sie sich in den Unterentwickelten Ländern - von wenigen Ausnahmen abgesehen - mit ihrem ganzen Machteinfluß hinter rücksichtslose Diktaturen, die selbst gegen ein Mindestmaß an sozialem Fortschritt und gesellschaftlichen Veränderungen entschieden Front machten."

Nicht die politischen Thesen von Horowitz sollen hier in erster Linie interessieren. Sehr wohl aber seine Reflektionen über die Russellbewegung. Bekanntlich war es ihr "Markenzeichen", als religiöse Vertreter des Philosemitismus, der ideologischen Begünstigung des Judentums in Erscheinung zu treten. Rutherford seinerseits, hatte diese These mit dem Erstarken faschistischer Bewegungen, dann zu den Akten gelegt. Horowitz zeichnet die diesbezügliche Entwicklung nach.

Eines sei mir noch hinzuzufügen gestattet. Über die politischen Thesen des Horowitz wurde bereits gesprochen. Offenbar hat er aber noch eine zweite Facette in seinem Lebenslauf und das wäre die religiöse. Dem Judentum angehörend und für jüdische Publikationen schreibend findet die frühe Zionismusbegünstigung durch Russell auch sein besonderes Augenmerk. Auch ich persönlich habe mich mit diesem Komplex schon einmal näher auseinandersetzt; namentlich in Kapitel 7 "Man nannte sie Philosemiten" der "Geschichte der Zeugen Jehovas" (S. 120f.) Etwas anders als Horowitz sehe ich die Sachlage in der Tat.

Dieser Unterschied liegt in einer grundsätzlichen Frage begründet. Bei Horowitz kann man schon einleitend Thesen dergestalt lesen, wie sie auch aus dem "Bibelcode"-Buch von Drosin bekannt sind. Da wird sage und schreibe unterstellt, aus der Wortwahl von Bibeltexten noch zusätzliches "übersinnliches Wissen" herauskristallisieren zu können. Man kennt diese Tendenz ja auch aus der Russell'schen Pyramidenlehre. Hier trennt mich allerdings eine Kluft von den Vertretern solcher Thesen, wie sie tiefer kaum sein kann.

Horowitz, von dieser Grundhaltung ausgehend, registriert nun geradezu euphorisch, dass Russell solchem Gedankengut durchaus auch nahe stand. Noch mehr begeistert für Russell ist er dann noch dadurch, indem er registriert, zurecht registriert, dass Russell einer der wenigen frühzeitlichen Zionismusbegünstiger im christlichem Lager war. Die seinerzeitige Veranstaltung im New Yorker Hippodrom im Jahre 1910 mit Russell, ist ohne Zweifel der auch für Außenstehende sichtbare Fanalpunkt diesbezüglich.

Horowitz registriert weiter, auch zu recht, dass Rutherford noch in seinem 1929-er Buch "Leben" die Fahne des Zionismus hochhielt, dann aber in "Rechtfertigung" (1931) in eher antisemitische Gefilde abglitt. Diese Sachlage ist auch meinerseits unbestritten. Den entscheidenden Knackpunkt sehe ich allerdings darin, dass Horowitz, im Sinne des "Bibelcode" dem Judentum eine biblisch und endzeitgeschichtlich bedeutende Stellung zumessen will. (Man vergleiche hierzu in etwa seine Kapitelüberschrift "Der Jude ist Gottes Chronometer" S. 62).

Hier mag ich nicht mehr zu folgen. Damit mache ich mir keineswegs die Thesen der heutigen Antisemiten zu eigen, für die das offenbar "Wasser auf die Mühlen" ist.

Ich sehe in der Tat den Grunddissenz auf den sich alles zurückführt, in der Frage: Ist eine Bewertung der Bibel im Sinne des "Bibelcode" zulässig oder nicht? Meinerseits habe ich das klar beantwortet. Sie ist in meiner Sicht nicht zulässig. Damit setze ich mich zwar in Gegensatz zu gläubigen Kreisen, für die das "prophezeien" nach wie vor ein Grundbedürfnis ist. Nun so ist das Leben. Man kann nicht nur "Freunde" haben.

Um noch etwas positives zu nennen. Horowitz hatte auch engen Kontakt zu Vertretern von Organisationen, die schon in der Frühzeit von der WTG abgesplittert sind; dieweil sie sich eben immer noch der "reinen" Russelllehre verpflichtet fühlen. In diesem Zusammenhang nennt er auch einen interessanten Namen. Olin R. Moyle, seines Zeichens von 1935 bis 1939 WTG-Rechtsberater, dann in Konflikt zu Rutherford gekommen und von diesem "achtkantig" aus der WTG-Zentrale herausgeworfen. Der Sohn des Moyle berichtet nun etwas ausführlicher über diese damaligen Vorgänge; nachlesbar bei Horowitz. Unter anderem findet man in diesem Bericht auch den Satz (S. 33): "Es ist, wenn auch sorgfältig 'verdeckt', bekannt geworden, dass Rutherford Frauen und Whisky mochte." Abgesehen von dieser doch wohl eher etwas marginalen These, möchte ich im Hinblick auf die Hauptthese von Horowitz sagen: Mit gemischten Gefühlen habe ich diese Schrift gelesen. Euphorie ist jedenfalls bei mir, bei der Lektüre nicht eingetreten.

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Exkurs:

In den geschichtlichen Splittergruppen aus dem Umfeld der WTG-Religion lebt die von Russell eingeführte Zionismusbegünstigung noch vielfach ungebrochen fort. Horowitz, dem jüdischen Spektrum zugehörig, konferierte auch mit solchen Splittergruppen, worüber er in seinem genannten Buch auch mit berichtet. Die Sympathie für den Zionismus auf Seiten Horowitz und der Splittergruppen teile ich so nicht. Insoweit ist schon mal eine gewisse Trennungslínie vorhanden. Andererseits anerkenne ich durchaus das Existenzrecht des politischen Staates Israel, was ausdrücklich hinzugefügt sei. Was ich kritisch zu hinterfragen hätte, wäre die Realpolitik des Staates Israel, in Sonderheit seine Siedlungspolitik.

Eine metaphysische Verklärung, was immer jener Staat tut oder lässt, ist meines Erachtens so überflüssig wie ein Kropf. Auf jener Welle indes schwimmt sowohl Horowitz, als auch die von ihm bemühten Splittergruppen der WTG-Religion.

Aus den Ausführungen von Horowitz seien als Details noch (unkommentiert) die nachfolgenden Passagen zitiert:

Offenbar von Raymond G. Jolly stammt die nachfolgende Aussage:

"Pastor Russell gebrauchte die Bezeichnung “Laymen’s Home Missionary Movement“, wenn er seine biblischen Botschaften an die Juden und die Christen veröffentlichte. Nach seinem Tode am 31. Oktober 1916 wandten sich Paul S. L. Johnson, R. H. Hirsch und besonders ich gegen die juristischen Tricksereien und die vielen radikalen Irrtümer, die J. F. Rutherford, der Nachfolger als Präsident der Wachtturm-Gesellschaft, einführte; und wir spalteten uns ab, um Pastor Russells edles Werk unter demselben Namen, “Laymen’s Home Missionary Movement“, fortzuführen. Viele umsichtige und treue Bibelforscher haben sich uns in diesem Werk angeschlossen."

Weiter dieses Zitat noch:

"Peter-Shimon Olin Moyle war mitwirkender Redakteur für das UIB (United Israel Bulletin). Er war viele Jahre lang mit der United Israel World Union verbunden gewesen, und er war der Sohn von Olin R. Moyle, dem ehemaligen Rechtsberater der Wachtturm-Gesellschaft. In dem folgenden Artikel gab Moyle jun. Einzelheiten über die Probleme seines Vaters mit der Wachtturm-Gesellschaft preis und lieferte interessante Einsichten in die Tätigkeiten von “Richter“ Rutherford, der die Lehren Pastor Russells durch seine eigenen ersetzte.

Kurz gesagt, war [Olin R.] Moyle von 1935 bis 1939 der Rechtberater der WachtturmOrganisation im Brooklyner Hauptquartier. Am 21. Juli 1939 reichte er einen Rücktrittsbrief wegen einer Anzahl interner Organisationsangelegenheiten ein, hauptsächlich wegen der Diskriminierung und schlechten Behandlung des Personals im Hauptquartier. Aber der Rücktritt wurde dann in eine fristlose Entlassung innerhalb von zwölf Stunden umgewandelt.

[Einfügung: Siehe dazu auch: 19392Moyle]

Weil die Sache in den Wachtturm-Zeitschriften vom 15. Oktober und 15. November 1939 veröffentlicht wurde, reiche Moyle Klage auf $100.000 Schadensersatz ein. Am 27. Mai 1943 sprach eine Jury Moyle $30.000 zu, die in der Berufung auf $15.000 und die Gerichtskosten reduziert wurden. Die Wachtturm-Organisation zahlte. (Diese letzte Aussage wird gemacht, weil einige Mitglieder der Organisation die Sache später verdreht darstellten.) Die Ereignisse um den Prozess und die darin vorgebrachten Zeugenaussagen liefern reichlich Information darüber, was die so genannte “Theokratie“ des Wachtturms wirklich ist. Zum einen ist sie derselben Sünden schuldig, die zu begehen und zu unterlassen sie andere Religionsgemeinschaften so eifrig beschuldigt. Obwohl sie für sich selbst die Begriffe “Theokratie“ und “Gottes Organisation“ in Beschlag nimmt, ist es eine Organisation, die nur aus Menschen mit der Fähigkeit zum Bösen wie zum Guten besteht. “Richter“ Rutherford war jeder Zoll ein Hitler oder ein katholischer Papst, zwei seiner Lieblingssymbole für das Böse. Er konnte so leicht wie Ludwig XIV. gesagt haben “l’état c’est moi“.

Die Zeugenaussagen bei dem Prozess offenbarten, dass das Personal im Hauptquartier immer auf der Hut vor den Folgen von beifälligen Bemerkungen oder aus dem Stegreif geäußerten Meinungen sein musste. Wer Freund oder Feind war, war ein wichtiger Faktor in den persönlichen Beziehungen im “Bethel“, wie die Wohngebäude in der 124 Columbia Heights und die Fabrik in der 117 Adams Steet, beide in Brooklyn, N. Y., genannt werden. Aus den Aussagen im Fall Moyle gegen Franz wurde auch überdeutlich, dass sich eine sehr reale “Gedankenkontrolle“ auf die Mitgliederschaft als Ganze, und das bedeutet weltweit, erstreckte. Moyle war auf die Tatsachen dieser Kontrolle gestoßen, als er versuchte, sein Leben und seinen Beruf in seinem Heimatstaat Wisconsin neu aufzubauen, nachdem er das Bethel im Juli 1939 verließ. Sie bestärkte seinen Entschluss, einen Prozess zu führen, und die Jury, die bei dem Prozess die indoktrinierten Zeugen sah, kam ebenfalls zu dem Schluss, dass es einen beunruhigenden Plan gab, den Ruf Moyles zu verunglimpfen.

Der Prozess dauerte etwa drei Wochen, und der gedruckte Bericht darüber beläuft sich auf fast 2.000 Seiten in drei Bänden. Beträchtliche Belanglosigkeiten waren enthalten, und, falsche Hoffnungen weckend, viele äußerst interessante Themen wurden ausgelassen.

Viele Leser des United Israel Bulletin sind sich der Änderungen in der Watchtower Bible and Tract Society bewusst, nachdem ihr Gründer, “Pastor“ Charles T. Russell, starb und “Richter“ Joseph F. Rutherford ihr Chef wurde. Die Zeugenaussagen bei dem Prozess räumen genug Tatsachen ein, die zeigen, dass alles nicht gerade “gottgleich“ oder “theokratisch“oder auch nur demokratisch in den Methoden war, die Rutherford benutzte, um seine Stellung zu sichern. Wir erfahren, dass Rutherford erstmals im Jahre 1909 Mitglied der Wachtturm-Bewegung und damit tätig wurde. Im Jahre 1915 zog sich Rutherford, der Mitglied der Direktoriums war, aus dem aktiven Dienst zurück und die Gesellschaft lieh ihm $1.000, damit er ein Geschäft in Los Angeles aufmachen konnte. (Obwohl das in der Zeugenaussage nicht deutlich wurde, haben mir mehrere Leute erzählt, Russell habe das Geld bezahlt, um Rutherford aus dem Hauptquartier wegzubekommen, da er ein gefährlicher Mann war.) Sobald Russell im Oktober 1916 starb, interessierte sich Rutherford brennend für die Wachtturm-Sache, wurde Kandidat für die Präsidentschaft und wurde 1917 gewählt.

Obwohl Pastor Russell in seinem Testament angeordnet hatte, dass das Direktorium die Organisation kontrollieren sollte, und nicht ein Mann,

[Einfügung: Siehe auch Russell Testament bezüglich der dabei bemühten Grundlage des "Wachtturms vom Februar 1917 auch:

http://wtarchive.svhelden.info/archive/de/Wachtturm/wt-X_1917e.pdf (extern)]

verstieß Richter Rutherford sofort dagegen, in dem er eine Verordnung vorbereitete und in Kraft setzte, die ihm die völlige Gewalt in Organisationsangelegenheiten gab. Es war die erste jemals durch eine Verordnung getroffene Änderung, und sie verursachte erheblichen Aufruhr. Es wurde eine Untersuchung gefordert und der Versuch gemacht, sie rückgängig zu machen. Rutherford hatte Erfolg damit, alle Direktoren, die anderer Meinung waren, aus dem Bethel zu werfen und seine Position in der Organisation zu befestigen.

Die neuen Verordnungen und die Charta der Gesellschaft sicherten Rutherford und seinen “treuen“ Direktoren eine lebenslange Amtszeit, und diese wurden praktisch zu einer sich selbst erhaltenden Körperschaft.

Olin R. Moyle, der in Wisconsin lebte, war sich einiger Meinungsverschiedenheiten im Bethel im Jahre 1917 bewusst, aber er tat sich mit der dominierenden Gruppe zusammen. Sein religiöser Hang machte ihn recht anfällig für die unterschwellige Gedankenkontrolle aus dem Bethel in Brooklyn, bis er 1935 freudig den Ruf annahm, in seinem gewählten Beruf als Anwalt der “Organisation Gottes“ zu dienen. Schon bald nach seiner Übersiedelung ins Bethel begann seine Ernüchterung, aber er war kein Mensch, der schnell handelte. Die Eröffnungssalve der Schlacht wurde im Oktober 1940 mit der Aufgabe einer Vorladung auf Rutherford und die Gesellschaft abgefeuert.

Rutherford starb am 8. Januar 1942, und ich glaube, Molye war über den Verlust einer Gelegenheit enttäuscht, sich dem Pseudomessias entgegenzustellen.

Rutherford war auch ein Pseudorichter. In der Zeugenaussage vor Gericht wurde erklärt, dass er zwar nie in ein Amt als Richter gewählt oder ernannt worden war, aber doch als solcher angekündigt wurde, weil ihn irgendwann vor 1917 die anwesenden Anwälte in einem Gericht in Booneville, Missouri, einmal für eine Zeit von bloßen vier Tagen zum Ersatzrichter gewählt hatten.

Nach dem erfolgreichen Ende von Moyles persönlichem Harmagedon erreichten ihn weiterhin Beweise über den bösen und unversöhnlichen Gebrauch der Macht, die Rutherford als Kopf einer Körperschaft von frommen, aber irregeführten Märtyrern (Zeugen) der “Theokratie“ genossen hatte. Jedoch nicht alle waren irregeführt. Die Topebene der Oganisation war (und ist sich wahrscheinlich heute noch) des Fehlens der Göttlichkeit und der Anwesenheit von Niederträchtigkeit in der Wachtturm-Theokratie bewusst.

Olin R. Moyle starb am 26. November 1966. Der Verfasser dieses Artikels, Peter O. Moyle, beabsichtigt, die Dokumente seines Vaters als Quellenmaterial zu benutzen, um weiteres Licht in einige dunkle Winkel eines gewissen nordamerikanischen Phänomens, der Zeugen Jehovas, zu bringen.

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7 Aufruhr im Bethelhauptquartier; die Sache geht vor Gericht

Im Dezember 1972 fuhr Peter-Shimon Olin Moyle mit seinem Blick auf das interne Wirken der Zeugen Jehovas fort. Sein Artikel im United Israel Bulletin trug die Schlagzeile “Weiteres Licht auf die Abweichungen des Wachtturms.“

Der Artikel in der Ausgabe des United Israel Bulletin von Februar 1972 über Olin R. Moyles Verleumdungsklage gegen die Muttergesellschaft der Zeugen Jehovas, die Watchtower Bible and Tract Society, schloss mit dem Versprechen, weiteres Licht auf die Aktivitäten der Bewegung zu werfen. Viele zur Verfügung stehende Briefe und Dokumente sind zu untersuchen und die Ziele und Absichten des United Israel Bulletin zu bedenken; alles, um zu erwägen, was passend für eine Veröffentlichung ist und was nicht."

Weiter kann man in der Horowitz-Schrift auch die durchaus beachtliche Angabe mit lesen:

"Anton Koerber strengte einen Prozess an, um etwa §25.000 zurückzuerhalten, die er Richter Rutherford geliehen hatte. Beteiligt waren der Verkauf einer Radiostation und eine Diebstahlsaktion von Rutherfords Handlangern, um schriftliche Beweise in Koebers Büro in Washington, D. C., zu vernichten. Der Fall musste nach Rutherfords Tod eingestellt werden, da die meisten Beweise sich auf mündliche Aussagen gestützt hätten. Obwohl es 1935 die TV-Serie Mission Impossible noch nicht gab, waren die vom Wachtturm verwendeten Methoden fast prophetisch ähnlich.

Einem weiteren jungen Mann, der die Möglichkeit einer guten Anstellung bei NBC hatte, wurde von Rutherford aus Groll oder Neid ein Strich durch die Rechnung gemacht. Dieser Mann litt im Stillen, doch der Wachtturm wollte mit seinen verleumderischen Anspielungen nicht aufhören, bis er schließlich (unter diesem Druck) alle Brücken zur Bewegung abbrach.

Es ist, wenn auch sorgfältig “verdeckt“, bekannt geworden, dass Rutherford Frauen und Whiskey mochte. Abgesehen von seiner Moral oder Unmoral in diesen Vorlieben ist es vielleicht nicht sehr passend für einen Führer einer christlichen Religion, solch ein Beispiel abzugeben, und viele seiner Anhänger hätten nie geglaubt, dass das die Wahrheit ist."

Was nun den mit genannten Fall Koerber anbelangt, gab es für diesen Koerber dann noch auf der Simonie-Ebene ein Happyend" Koerber kaufte sich den N.H. Knorr, indem er diesem auf seine Kosten als Geschenk, einen PKW der Nobelklasse "vor die Tür stellte". Und fortan war Korbers weitere Karriere in den WTG Gefilden so gut wie beschlossene Sache.

Siehe dazu auch: Die Ueberlebenskuenstler unter den Hauptamtlichen

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