Geschrieben von Drahbeck am 09. April 2003 19:13:27:

Subjektive Impressionen. Weshalb ich den Amerikanern nicht zujuble.
Die 1950er Jahre habe ich als Kind in der sogenannten "DDR" miterlebt. Ich hatte keinen Einfluss darauf, in jenem Teil Deutschlands aufgewachsen zu sein. Das hat sich so ergeben. Das war keine "eigene" Entscheidung. Meine Mutter suchte in den Nachkriegswirren Halt bei den ZJ und ist diesen Rattenfängern erlegen. Damit wurde dann auch der eigene Lebensweg vorentschieden. Den "Geschichtsmantelträger" wie der Herr Kohl und seine Vorgänger war der östliche Staat ein Dorn im Auge; und sie setzten alles daran, ihn wieder von der politischen Landkarte verschwinden zu lassen. Vielfältig die Methoden dabei. Ein Destabilisierungswerkzeug dabei auch die ZJ.

Ich überspringe mal jetzt einige Stationen und "lande" beim November 89. Der "Geschichtsmantelträger" Herr Kohl stand kurz vor der Abwahl. Seine politische Karriere schien beendet. Der Fall des Ostens war für ihn auch ein persönlicher Glücksfall. Die "Jubler" aus dem tiefsten Sachsen und Thüringen (bedeutender Stasihochburgen) verschafften ihm weitere politische Überlebensjahre. "Blühende Landschaften" versprach er. Noch heute kann ich auf dem Weg zu dem nächst gelegenen Berliner S-Bahnhof, eine solche "blühende Landschaft" alltäglich bewundern. Früher ein umfängliches Industriegelände, heute schon etwas geschrumpft. Aktive Industrie gibt es dort schon lange nicht mehr. Ein Aldi-Markt hat sich dafür mit größzügigem Parkplatz breit gemacht. Ach ja. Eine Tankstelle gibt es dort auch und auch ein McDonalds-Laden. Das Hauptgebäude jenes Industriegeländes steht noch heute. Ursprünglich mal mit großen Fassadenverglasungen versehen. Vandalismus sorgte dafür dass von diesen Glaselementen nicht ein einziges mehr Heil ist. Der gegenwärtige Zustand jenes Gebäudes ist wohl so einzuschätzen. Es hat nur noch eine Perspektive: Den Totalabriß. Der kostet aber eben auch Geld und so dumpelt auch jene Ruine vor sich hin.

Detailaufnahme via Google Street view

Zu DDR-Zeiten ein funktionsfähiges Industriegelände, welches auch einigen Arbeit und Brot verschaffte.

20 Jahre nach dem Ende der DDR hat man es immer noch nicht geschafft, wenn es schon keine Industrie dort mehr gibt, eine akzeptable "Lösung" jene Ruine betreffend herbeizuführen.

Vor dem Mauerfall zahlte der westdeutsche Staat fast 50 Prozent des Westberliner Haushalts. Man wusste, dass man sich das Schaufenster für den Osten einiges kosten lassen musste.
Nachdem die "blühenden Landschaften" des Herrn Kohl zusehends verwelkten, wurden auch diese Subventionen wegrationalisiert. Der wirtschaftliche Niedergang tat sein übriges und heute ist Berlin (Ost und West zusammen) mit eine der höchstverschuldeten deutschen Städte.

Beruflich hatte ich die DDR-Jahre (im Rückblick gesehen) eigentlich ein beschauliches Leben. Planwirtschaft hieß die Devise. Und so war ich denn mit in einer "Taktstrasse" eingetaktet, die einen Kindergarten nach dem anderen und in späteren Jahren ein Altersheim nach dem anderen erstellte. Die wurden zwar zum Teil inzwischen auch schon wieder abgerissen. Weil a) nicht genügend Kinder dafür mehr vorhanden. Oder b) die Altersheime nicht westlichen Komfortansprüchen genügten. Ich konnte in ganz normaler Zivilkleidung zu meinen Arbeitsstellen fahren und mich dort in eigens dafür vorgesehenen Baracken früh und abends umkleiden. Das war schon mal das erste was unter westlichen Verhältnissen dann dauerhaft wegrationalisiert wurde. Wie ein "Penner" musste man fortan in Arbeitsklamotten zur Arbeitsstelle fahren. Umkleidemöglichkeiten gab es generell nicht mehr. Besonders schlimm dran die, die nicht per eigenem PKW zur Arbeit fahren konnten.

Noch so eine persönliche Impression. Nach dem November 89 sprossen die Bankinstitute auf östlichem Gebiet, förmlich wie Pilze in die Höhe. Der Ostler bekam vor Staunen den Mund nicht mehr zu. Wurden doch dort anfänglich gar Zinssätze von 8% offeriert. Auch diese Sätze wurden in den nachfolgenden Jahren immer geringer. Das tangierte aber etliche Ostler nicht sonderlich; dieweil ihr vorher Erspartes, abgesehen von einem geringen Sockelbetrag, der Halbierung anheimfiel. Den großen Reibach bei genannten Zinssätzen haben ohnehin die Westler gemacht, oder auch die Stasiclique der DDR mit ihren gegenüber dem Durchschnittsbürger überhöhten Gehältern.
Dann gab es allerdings noch eine weitere Nutznießerklasse. Diejenigen die unter den Schwarzmarktverhältnissen der DDR ihr Schäfchen ins Trockene gebracht hatten. Die soll man natürlich nicht vergessen. Als ZJ aber auch als Ex-ZJ gehörte man allerdings in der Regel nicht zu diesen Nutznießern.

Inzwischen geht es wirtschaftlich weiter bergab. Man registriere nur was da so derzeit alles in der diesbezüglichen Diskussion ist und man weiss was die Glocke geschlagen hat. Auch dabei gilt der uramerikanische Grundsatz. Man nehme von denen die ohnehin wenig haben und gebe es denen die bereits fiel haben.

Nun wird ein weiteres Land diese "glorreichen" Grundsätze kennen lernen (der Irak). Davor war das schon dem Ostblock beschert, nicht zuletzt auch der ehemaligen Sowjetunion mit ihren Mafiastrukturen (gegenüber denen die italienische Mafia inzwischen wohl ein Waisenknabe ist.) In ihrer Hilflosigkeit geraten dabei auch ganze Heerscharen einfacher Menschen in den Sog der religiösen Mafia namens Zeugen Jehovas.
In den 50er Jahren habe ich das als Kind in der DDR schon einmal hautnah erlebt. Danach in den 90er Jahren aus der Sicht des Außenstehenden Beobachters erneut in der Sowjetunion.

Vielleicht muss man eine Einschränkung aber doch noch machen. Bislang fiel es der Zeugen-Mafia äußerst schwer in islamisch geprägten Gebieten Fuß zu fassen. Das dies nunmehr grundlegend anders werden sollen; dass haben sich die Bush und Co als einen geplanten "Nebeneffekt" auch auf ihre Fahnen geschrieben.

Auch dort werden jetzt blühende Landschaften versprochen. Es fragt sich bloß für wen.

Geschrieben von Drahbeck am 13. April 2003 11:31:04:

Als Antwort auf: Re: Weshalb ich den Amerikanern nicht zujuble geschrieben von Hans Werner am 13. April 2003 10:22:24:

>>Subjektive Impressionen. ...
Gerd meinte mich aus Nostalgiker einzustufen. Seine persönliche Meinung bleibt ihm unbenommen. Sehe ich mir etliche bei Infolink vertretene an (mit Ausnahme vielleicht des Bernd und vielleicht noch einiger anderer); so drängt sich mir jedenfalls der Eindruck auf . Der Mittelstand, sei es in der (alten) BRD oder in Österreich, ist dort besonders vertreten. Freiberufler etliche usw.

Wie hingegen war die Situation in der "DDR". Wer dort aktiver ZJ war, hatte allergrößte Schwierigkeiten, überhaupt einen Beruf erlernen zu dürfen. Etliche mussten als Ungelernte ins Berufsleben eintreten (mit den selbstredend damit verbundenen finanziellen Einbußen. Denn Ungelernte wurden auch in der "DDR" nicht gerade "fürstlich" bezahlt). An eine Universitätslaufbahn erst recht nicht zu denken. Dies alles aus politischen Gründen. Nicht aus Gründen individuellem Ungeeignetsein. Persönlich hatte ich vielleicht noch dahingehend Glück. Wie ich in dem Alter war wo es galt einen Beruf zu erlernen; da gab es neben den Staatsbetrieben auch noch einige kleinere Privatbetriebe mit Ausbildungserlaubnis. Auch das sollte sich in späteren Jahren noch ändern. Ich hatte also die Chance einen Handwerksberuf zu erlernen und brauchte mich nicht in das Heer der Ungelernten einzureihen.

Szenenwechsel: Fahre ich heutzutage mit dem Verkehrsmittel Berliner U-Bahn, könnte ich fast vorher eine Wette abschließen. Über was? Über das auftreten von Bettlern, die da ihr Sprüchlein heruntersagen: Sie seien obdachlos und man möge sie doch bitte unterstützen. Das ist kein "seltener" Vorgang. Das ist fast schon ein Standardereignis.
Obdachlos. Das jedenfalls wäre zu DDR-Zeiten kaum denkbar gewesen.

Ein Vergleichsbeispiel. Meine Wohnung ist zu DDR-Zeiten und auch heute unverändert die gleiche. Damals zahlte ich 55,50 DDR-Mark Miete. Heute rund 400 Euro (800 DM) runde Summen jetzt mal. Mein DDR-Einkommen lag damals vielleicht so um die 700 Ostmark Netto. Heute habe ich auch ein 700-Euro Einkommen dieweil mich die Arbeitslosigkeit zwischenzeitlich auch erwischt hat. Ich komme zwar über die Runden, dieweil ich in den Jahren davor sparsam war. Ohnedem würde ich es kaum können. Was hat sich in bezug Wohnqualität verändert? Sicherlich, das Haus wurde saniert. Ofenheizung gibt es nicht mehr. Jetzt Zentralheizung. Indes hatte mich das zu DDR-Zeiten auch nicht so übermäßig berührt; dieweil auf eigene Kosten installiert eine Gasheizung bestand (nicht von der Wohnungsgesellschaft bezahlt).

Die stinkenden "Trabants" hatten es Gerd auch angetan. Sicherlich der diesbezügliche Qualitätsschub ist unübersehbar. Nur die Kosten eben auch so ihren Preis. Den ersten "Trabant" den ich mal hatte bekam ich für rund 8000 Ostmark (Theoeretisch 1:1 wie beim geringen Sockelbetrag des 1990 Geldumtausches wären dies immerhin noch rund 4.000 Westmark). Der zweite "Trabant" kostete dann schon rund 12 000 Ostmark (6.000 Westmark nach der Milchmädchenrechnung).
Eine einfache Fahrt mit der Berliner S-Bahn (ohne Frage staatlich subventioniert) kostete damals 0,20 Ostmark. Heute zahle ich dafür 2,10 Euro (4,20 Westmark). Sicherlich dafür verlangte der DDR-Staat für einen Farbfernseher auch 6000 Ostmark. Heute kann ich denselben bei Aldi im Aktionsangebot für einen vergleichsweisen Spottpreis erwerben.
Ich frage mich nur, was nützt dem Obdachlosen es, dass er bei Aldi theoretisch einen billigen Farbfernseher kaufen könnte, wenn er denn etwas kaufen kann.

Diese Schere zwischen den die haben und denen die nicht, breitet sich unter den "glorreichen" Zuständen der US-Ägide weiter aus. Sie wird nicht geringer. Dieweil sie zum Grundprinzip jenes Systems gehört.

Allerdings kann ich mich wohl zum Schluss hier nur noch einmal wiederholen. Wenn man allerdings zum wirtschaftlichen Mittelstand gehört, dann kann man solches natürlich verächtlich beiseite tun. Es tangiert ja einem nicht direkt.

Geschrieben von Gerd am 13. April 2003 18:55:02:

Als Antwort auf: Re: Weshalb ich den Amerikanern nicht zujuble geschrieben von Drahbeck am 13. April 2003 11:31:04:

Lieber Drahbeck,

gäbe es Deine kapitalistischen westlichen Landsleute nicht, was wäre denn aus dem glorreichen Arbeiter- und Bauernstaat geworden? Haben die Leute in Leipzig damals aus Jux und Tollerei die Straßen zertrampelt? Ich sehe noch die jubelnden DDR-Bilder im Herbst 1989, lauter Verblendete die heute durchwegs schöne Viertackter fahren? Wieso geht/ging dies: Weil die blöden Westdeutschen MILLIARDEN ihres wohlerworbenen GUTEN Geldes in ein marodes System hineinbutterten, das zeitweilig nicht mal in der Lage war, die Butter aufs Brot zu liefern. Ich weiß zum letzten Gedanken ein pers. Erlebnis zu berichten. Da sagte man mir in Leipzig in den 1960er Jahren, es gäbe deswegen keine Butter, weil die DDR "der größte Butterverbraucher Europas sei". Ich glaube, mein lieber Drahbeck, du wünscht dir diese Zeiten zurück, wohlan, zertrampelt demonstrativ die Straßen um aus der verklärten Nostalgie wieder Realität werden zu lassen!

Dein geschmähter Kohl, wäre vielleicht noch Bundeskanzler, hätte er sich nicht auf dieses bankrotte Land eingelassen, dann wäre ein Teil des Reichtums noch im kapitalistischen Westdeutschland und auch Schröder hätte finanziell weniger Sorgen.

Aber meine Frage hast du noch nicht beantwortet: Warum hat F.J.Strauss ins untergehende DDR-Regime, knapp vor dessen Ende, 2 Milliarden DM gepumpt und wieviel hast Du von diesen Schulden dem Westen zurückgezahlt?

Vielleicht kannst es nun beantworten - Danke und Grüße, eines Ausbeuters (?), so wurde ich jedenfalls in den von mir viel besuchten sozialistischen Ländern taxiert. Aber mein gutes Geld nahmen sie willig per Zwangsumtausch gegen ein Geld, nach dem heute kein Hahn mehr kräht, außer von Leuten mit gefiltertem Erinnerungsvermögen.

Gerd

Geschrieben von Drahbeck am 13. April 2003 19:04:41:

Als Antwort auf: Re: Weshalb ich den Amerikanern nicht zujuble geschrieben von Gerd am 13. April 2003 18:55:02:

Es ist offensichtlich, dass da unterschiedliche Sichtweisen bestehen, die letztendlich zu keinen Konsens führen.

Geschrieben von D. am 13. April 2003 19:33:56:

Als Antwort auf: Re: Weshalb ich den Amerikanern nicht zujuble geschrieben von Drahbeck am 13. April 2003 19:04:41:

Ein Lesetipp für Gerd noch

Bernt Engelmann Schwarzbuch Franz Josef Strauß

Ein paar Kapitelüberschriften daraus:
Lebenslauf des Kanzlerkandidaten bis 1945
Wie man Minister wird
Strauß als Bundesverteidigungsminister "auf den Grundlagen von Sitte und Recht"
Die "Spiegel"-Affäre oder Amtsanmaßung zum Zwecke persönlicher Rache
Wir können garnicht genug Konfrontierung schaffen

Geschrieben von Gerd am 13. April 2003 20:27:43:

Als Antwort auf: Re: Weshalb ich den Amerikanern nicht zujuble geschrieben von D. am 13. April 2003 19:33:56:

Soll damit meine Frage an DICH beantwortet sein?

Zahlst Du nie Deine Schulden zurück und wenn es gleich an den Klassenfeind ginge?

Aber, ich hab das Thema nicht begonnen, sei froh, will´s auch nicht fortsetzen.

Wem jubelst Du zu, wenn schon nicht den bösen Amis, vielleicht kann ich mich anschließen - danke!
Gerd

PS.: Gibts hier eigentlich keine westdeutschen ZAHLER, die in Richtung Osten ihre Milliarden "angekommen" sehen, und die sich bei solchen Fragen nur noch bescheiden und verschämt verstecken?

Geschrieben von Drahbeck am 13. April 2003 22:55:21:

Als Antwort auf: Re: Weshalb ich den Amerikanern nicht zujuble geschrieben von Gerd am 13. April 2003 20:27:43:

Mal sehen ob im derzeitigen Anarchiestaat Irak die heutigen Jubler auch noch in zehn Jahren zu Jublerkaste gehören.

Jubelbeispiel Sowjetunion (ehemalige). Ein wahres Fischzugsreservoir auch für die ZJ. Wer landet dort bei den ZJs? Die Putins usw. wohl nicht. Doch eher die, deren wirtschaftliche Existenz sich erheblich von den Putins unterscheidet.

Menschenrechte definieren die USA grundsätzlich als Freiheitsrechte. Die Freiheit Geschäfte machen zu dürfen. Nicht jedoch auch als soziale Rechte. Beispiel Microsoft. Nagt sicher nicht am "Hungertuch". Hat mit Einführung der XP-Software technisch eingeführt, nur noch auf einen Rechner zu verwenden. War vorher so nicht. Hat natürlich für Microsoft den Vorteil, dass die Kassen noch mehr klimpern.

Der November 89 war zugleich ein gigantisches Arbeitsbeschaffungsprogramm für den westlichen Überbau an den ehemaligen DDR-Universitäten. Man sehe sich mal im Detail an, wer da auf den Professorenstühlen jetzt sitzt.

Beispiel Hannah Arendt Institut Dresden. Herr Vollnhals = Westler. Demnächst (am 15. 4) noch durch einen weiteren Westler (B...) "unterstützt".

Ehemalige DDR-Staatsbetriebe verschleudert für Appel und Ei. Auch der VEB wo ich mal gearbeitet hatte. Sicher Angebot und Nachfrage bestimmen die Preise. Bei ebay kann ich auch wenn ich Glück habe ein Buch dass im Buchhandel 30 Euro kostet, unter Umständen für ein Euro ergattern. Genau das gleiche taten auch die Westaufkäufer der VEB-Betriebe.

Das sind die glorreichen USA Grundsätze die jetzt noch globaler, noch umfassender durchgesetzt werden. Nutznießer dessen stört es nicht. Stören tut sie bloß wohl das, dass die Nichtnutznießer da teilweise sagen. Ich bejuble das nicht. Damit werden die Nutznießer aber auch leben müssen

Geschrieben von Drahbeck am 24. April 2003 10:15:52:

Als Antwort auf: Re: Weshalb ich den Amerikanern nicht zujuble geschrieben von Drahbeck am 13. April 2003 22:55:21:

Eine "tolle Errungenschaft", die da der Herr Bush aus selbstsüchtigen Motiven (nicht etwa aus "Menschenfreundlichkeit") im Irak freigesetzt hat, kann man jetzt auch via Bildmaterial über die internationalen Agenturen bewundern. Irgendwie erinnert das an den "Aufbruch" des Khomeni in Iran (Persien). Das von ihm gestürzte Schah-Regime war korrupt ohne Zweifel. Ob das was danach kam, so viel "besser" war? Spätestens nach der Stürmung der US-Botschaft im Iran, hatten die CIA-Strippenzieher zu erkennen, dass sie sich wieder einmal verkalkuliert hatten.
Noch sonnt sich Mister Bush in der Glorie des großen Befreiers. Befreit hat er in der Tat etwas. Einen "Flaschengeist" von dem es fraglich erscheint, ob der noch je unter Kontrolle zu bringen ist.

Geschrieben von Gerd am 10. April 2003 11:11:21:

Als Antwort auf: Weshalb ich den Amerikanern nicht zujuble geschrieben von Drahbeck am 09. April 2003 19:13:27:

Hallo Drahbeck, bist heute ein Nostalgiker mit verklärter Vergangenheitsbrille - ha?

War etwa 25 Jahre lang immer wieder geschäftlich in der "Hauptstadt der DDR". Mal kam ich von Ost "Schönefeld", oder West Check Point Charly. Als "amerikanisierter" Privilegierter hatte ich eine schöne Vergleichsmöglichkeit, gleich an der Grenze (pardon: "Kontrollpunkt") begann es schon. Das lange Untersuchungsprozedere erlebte ich manchmal garnicht ungern, denn da wurde mir der Begriff FREIHEIT so richtig bewußt! Wohlan Drahbeck erzähl mal Deine Erlebnisse in der Zeit des Arbeiter- und Bauernstaates, wie ging es denn Dir an der Zonengrenze, bin echt neugierig!

Meine Eindrücke (Bedrückungen) im USA-freien Raum. Ging ich die Friedrichstraße Richtung Unter d. Linden, dann begeisterte mich gleich der Gestank der 2-Takter Autos (Made in DDR), dann die dreckigen Häuser und der Dreck auf der Straße. Ich kam aus Westberlin, ich konnte vergleichen, im Gegensatz zu den Bürgern des Arbeiterparadieses. Dann war ich Ecke Friedrichstr/Linden immer Gast in einem Westhotel, es hieß "Merkur" oder so ähnlich. Einmal hatte ich einen alten Mantel an, da hielt mich der Türsteher für einen seiner Bürger und wollte mich derb abweisen, schnell mußte ich ihm mit meinem Dialekt klar machen, dass ich ein so verkommener Westkapitalist bin und wurde dann sehr devot zur Rezeption geführt.

Vom Fenster des Hotels beobachtete ich die Scharen von Rentnern am Bahnhof Friedrichstraße, die alle sehr erwünscht in den Westen reisen durften. Mit der Hoffnung des Regimes, dass sie nie wiederkehren und nur dem verhassten Westregime auf dem Säckel liegen und nicht die total marode DDR belasten, ich höre auf, es fiele mir noch einiges ein...

Warum hat eigentlich Franz Josef Strauss der DDR immer wieder Geld in den A geschoben, in den 1980er Jahren wo die schon am Zahnfleisch robbten, gab er ihnen ihnen noch auf die Schnelle 2 Milliarden DM, warum eigentlich (frage ich ehrlich)? Haben die ehemaligen DDR-Bürger dieses Geld jemals zurückgezahlt?

Habe das Sowjetimperium mit dem grauslichen USA-Imperium (auch dort in Übersee) vergleichen dürfen, soll ich Dich kränken? Daher teile ich meine pers. Eindrücke hier nicht mit.

Gibt es gegenüber dem "Roten Rathaus" noch das "Gastmahl des Meeres", das habe ich in guter Erinnerung, na, ist doch auch was, oder?

Grüße von Wien nach Berlin!
Gerd

Geschrieben von Drahbeck am 10. April 2003 11:43:22:

Als Antwort auf: Re: Weshalb ich die Amerikaner für das geringste Übel halte geschrieben von Gerd am 10. April 2003 11:11:21:

Es liegt mir fern, dass östliche Regime schönreden zu wollen. Seine Schattenseiten habe ich sehr wohl auch kennengelernt. Und ich gehörte (zu Ostzeiten auch wie viele andere zu denjenigen) die eigentlich eine Ermässigung von der Fernsehgebühr hätten beantragen sollen, wegen Nichtnutzung des Kanal 5 (Ostfernsehen). Die Lektüre der Ost-Tageszeitung ersetzte das vollkommen und man war aus dieser Richtung restlos "bedient".
Ich akzeptiere auch, dass das Wirtschaftssystem "Planwirtschaft" im internationalen Vergleich gescheitert ist. Dies alles lässt mich allerdings nicht in das andere Verklärungssyndrom abdriften.
Der wirtschaftliche Niedergang dieses Landes ist real. Die genannte Industrieruinen ebenfalls. Und das der Umverteilungsprozess, man gebe denen die schon viel haben und nehme es von denen die wenig haben, neue gigantische Ausmaße annimmt ebenfalls. Ist man davon persönlich nicht mit betroffen - dann lässt sich's allerdings leicht schwätzen.

Geschrieben von Drahbeck am 31. März 2003 11:23:10:

Beim lesen notiert.

Da gibt es in der breitgefächerten Verlagslandschaft der Bundesrepublik Deutschland auch einen, der auf den Namen "Antita Tykve Verlag" hört. Ursprünglich mal im Baden-Württembergischen Böblingen ansässig; derzeit in Berlin. Bei meinen relativ regelmäßigen "durchforsten" von preisgünstigen Buchangeboten via der Plattform ebay, ist mir diverse male schon ein Anbieter aufgefallen, der unter dem Oberbegriff "Stasi" etliche Bücher aus genau diesem Verlag anbietet. Angesichts der dafür verlangten ebay-Preise kann man finanziell eigentlich nicht allzuviel falsch machen. Selbst wenn man diese Bücher anschließend selbst nicht mehr los wird und somit nur die Alternative hat - ab ins Altpapier.

Also habe ich mir mal einige dieser "Stasi"-Bücher kommen lassen.

Bei deren Lektüre wird schon nach kurzer Zeit klar. Die "Anita Tykve" ist wohl eher als eine Art "Geschäftsführerin nach deutschem juristischem Recht anzusprechen. Der "Spiritus rector" des ganzen Unternehmens hingegen ist wohl ihr Ehemann.

Ein wie er sich selbst bezeichnet, "Asylant" nach bundesdeutscher Gesetzgebung.

Der "Asylant "Xing-Hu Kuo" hat in der Tat eine bemerkenswerte Biographie hinter sich. Wer genannten Namen als chinesisch bezeichnet, hat in der Tat recht.

Der Asylant Kuo entstammt einem wohlhabenden Elternhaus. Seine Eltern lebten zwar nicht mehr in China, dafür in Indonesien. Finanziell gutsituiert ermöglichten sie ihren Kindern auch eine Universitätsausbildung. Besagten Herrn Kuo verschlug es auf diese Weise in der DDR, wo er an der Universität Leipzig Journalistik studierte. Böse Zungen reden nicht zu unrecht davon, wer an DDR-Universitäten Journalistik studierte, der ist damit faktisch in ein "rotes Kloster" eingetreten. Fügte sich der "Novize" Kuo den an ihn gestellten Forderungen des DDR-Staates? Offenbar wohl nicht. Eine wohlbehütete, materiell gut situierte Kindheit hinter sich habend, erlebte er nun in der "DDR" deren Mauerbau, deren Konsumgüter-Mangelwirtschaft und anderes mehr. Er hatte aber einen entscheidenden Vorteil. Er konnte als Ausländer auch nach dem DDR-Mauerbau jederzeit nach Westberlin fahren und er nutzte diese Möglichkeit auch gründlichst aus.

Eigentlich war es vorgesehen, dass Kuo seine Universitätszeit mit einer Dissertation zum Abschluss bringen sollte. Die wurde von ihm auch eingereicht, aber nicht angenommen. Dem roten Kloster war ihr Inhalt nicht rot genug.

Für Kuo tat sich alsbald ein neues Betätigungsfeld auf. In diesem Zusammenhang siedelte er dann nach Ostberlin um. Die dortige chinesische Botschaft hatte einige bei ihr mit DDR-Pass arbeitende Übersetzer kurzerhand auf die Straße gesetzt; weil sie wohl nicht zu unrecht das Gefühl hatte, diese Übersetzer haben noch einen nicht deklarierten Nebenjob. Als Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Die Botschaft benötigte aber weiterhin für die aus China eingehenden "meterlangen Fernschreiben" einen Übersetzer. Und sie stellte auf Honorarbasis dafür Herrn Kuo ein. Der wurde nach übersetzten Zeilen bezahlt. Je länger die Fernschreiben, um so mehr klingelte auch seine Kasse. Kuo lässt durchblicken, dass dies für ihn ein äußerst finanziell lukrativer Job war.

Die Ostberliner chinesische Botschaft fiel auch noch anderweitig auf. Ursprünglich war ihr Dienst-PKW-Park mit Fahrzeugen sowjetischer Produktion bestückt. Im Zeichen des nicht gerade als "freundschaftlich" zu bezeichnenden Verhältnisses China-Sowjetunion starteten die Chinesen nun einen Coup. Ihre diplomatischen Rechte sicherten ihnen bei der Einreise nach Westberlin zu, nicht kontrolliert zu werden. Und so füllten sie eines Tages den Koffer eines ihrer Diplomaten mit einem Millionenbetrag an Ostmark. Auch wenn der Kurs Ost zu Westmark nicht gerade einladend war (1 zu 5) störte das die Chinesen nicht weiter. Ziel des Geldtransportes war eine Westberliner Wechselstube am Bahnhof Zoo. Dort wurde aus dem Ostgeld dann Westgeld. Offenbar war die erhaltene Summe Westgeld ausreichend genug, um damit bei Westberliner Autovertragshäusern der Marke Mercedes Benz, für die Ostberliner Botschaft neue Autos anschaffen zu können. Sah man zukünftig auf Ostberliner Strassen Mercedes mit Diplomatennummern fahren, konnte man fast sicher sein, die gehören den Chinesen.

Auch der relative Gutverdiener Kuo partizipierte davon. Auch er bekam via Chinesische Botschaft einen Mercedes als Privatwagen. Wie schon in seiner Studentenzeit gehörten regelmäßige Westberlin-Besuche (nunmehr via Mercedes) weiter zu seinem Programm. Östliche Mangelwaren usw. besorgte er sich dann eben im westlichen Teil von Berlin. Konsumgüter können manchmal ziemlich kurzlebig sein. Schon ist der neueste Schrei auf dem Markt. Für Kuo kein Problem offenbar. Wird gekauft. Was nun mit den veralteten Sachen? Nun, einfach in Ostberliner Zeitungen inseriert. Käufer finden sich mit Sicherheit. Auch diese Rechnung von Kuo ging auf. Allerdings diese Zeitungsinserate wurden nicht nur von Otto Normalverbraucher registriert. Auch die Stasi registrierte sie. Zwar hatten die Stasi-Herren selbst auch keinerlei Skrupel westliche PKW allerdings nur beispielsweise der Marke Fiat und anderes mehr zu fahren. Aber das da ein "kleiner Chinese" auch so sein Geschäftchen machte, wurde ihnen offenbar zusehends zum Dorn im Auge. Und sie handelten nun.

Als eines Tages Herr Kuo wieder einmal via Mercedes einen Westberlin-Besuch absolvieren wollte, sah er sich plötzlich kurz vor erreichen des Zieles von Stasifahrzeugen umringt und konnte seine Fahrt nicht weiter fortsetzen. Besagte Herren kamen auch schnell zur Sache und sorgten dafür, dass die Fahrt nunmehr als Mitfahrer in ihren Fahrzeugen fortgesetzt wurde.

Herr Kuo's Lebensweg sollte in der Folge nicht mehr der eines Übersetzers sein. Für einige Jahre dürfte er nun Gefängnisübliche Arbeiten im Stasigefängnis Bautzen ausüben.

Auch während seiner Ost-Berlin-Zeit hatte Herr Kuo zu keinem Zeitpunkt die DDR-Staatsbürgerschaft angenommen. Als der marode DDR-Staat zunehmend die Handelsware einsetze: Politische Gefangene zu verkaufen gegen harte West-Devisen, sollte auch Herr Kuo nach vielen bitteren Bautzen-Jahren davon noch profitieren. Und so verschlug es ihn denn wohl ins Baden-württembergische Balingen.

Kuo besaß auch für den Westen, namentlich für die Hugenberg-Presse des Hauses Springer, einen Marktwert. Und so konnte er sich als Journalist im Dienste des Hauses Springer, beruflich und finanziell wieder hocharbeiten. Offenbar reichte das dabei erreichte auch aus, um sich perspektivisch als Verleger selbstständig machen zu können. Seine Thematik war klar. Die Stasi bestimmte auch fortan sein Leben dergestalt, dass da alles Gegen-Stasi gerichtete, in seinem Verlag hochwillkommen war. Darunter befinden sich auch Autoren wie ein gewisser Herr Oertel, bei dem man (wenn man auch zwischen den Zeilen liest) unschwer erkennen kann, dass sich da etliche westlicherseits hochgelobte "Freiheitskämpfer", die sie da aus den DDR-Klauen freigekauft hatten; unterm Strich durchaus dem Korrupten-Milieu zuzuordnen sind. Aber lassen wir den Herrn Oertel mal beiseite, der kam ohnehin schon nur noch als körperliches Wrack in den Westen. Er hat mit seiner verlorenen Gesundheit teuer bezahlt. Was nicht ausschließen kann, seine vorhergehende Rolle ebenfalls kritisch zu werten. Auch Herr Kuo sollte noch mit schweren gesundheitlichen Schäden zahlen müssen. Zerfressen vom Hass gegen den Osten, der ihm persönlich so bitter mitgespielt hatte, erkannte er nach 1989 seine "Chance". Seine Devise war nun. Der Osten, genauer das was er als dessen juristischen Nachfolger ansah (die Partei PDS) habe ihm einen in Millionenhöhe zu beziffernden Schadensersatz zu zahlen. Was nun sagte sich die PDS. Kommen wir dem nach sind auch wir bankrott. Also werden wir mal etwas Geld in die Sache investieren, indem wir geviewte Anwälte mit der Abwehr der Forderung beauftragen. Herr Kuo musste erfahren, dass er in der Anwaltsschlacht den kürzeren zog. Und musste bitter registrieren. Außer Spesen (Anwaltshonarare) nichts gewesen.

Immerhin Herr Kuo besaß einen Namen. Schon aus Springer-Tagen. Jetzt war er erneut in den Schlagzeilen. Und wie die Motten das Licht umschwirren, wurde er erneut hofiert. Kam er gerichtlich auch nicht durch, so gewann er doch viele neue persönliche "Freunde". Sie wussten ihm so recht Honig ums Maul zu schmieren. Einer seiner neuen "Freunde" unterbreitete ihm ein wie es schien lukratives Angebot. Kuo solle doch nun Immobilienbesitzer werden. Nicht bloß im kleinen Rahmen. Nein, wenn schon, denn schon. Es sollten "richtige Brötchen" gebacken werden. Dazu gehörte auch, dass Kuo einen leerstehenden Supermarkt in Baden-Württemberg gleich mitkauft. Ein "1A Schnäppchen" wie ihm hoch und heilig von seinen neuen "Freunden" versichert wurde.

Das geht doch nicht, so Kuo. Wie soll ich denn das bezahlen? Kein Problem so seine "Freunde". Einem Mann ihrer Reputation werden natürlich die notwendigen Kredite zur Verfügung gestellt. Und wir als ihre "Freunde" werden dass schon richten. Wir werden uns bei unseren anderen Freunden in der Bayerischen Hypobank verwenden. Und im übrigen ist das ganze doch eine "todsichere" Sache.

Kuo wurde schwach und wurde wie empfohlen Immobilienbesitzer. Seitens der Hypobank wurde ihm ein Kredit gewährt, so dass er faktisch ohne eingebrachtes Eigenkapital die Immobilien übernahm. Seine neuen "Freunde" hatten nur aus "versehen" "vergessen" hinzuzufügen, dass der Leerstand des Supermarktes einen tieferen Grund hatte. Da bestand nämlich noch ein Vertrag mit dem Vorbesitzer, der Edeka-Gruppe, der Konkurrenzschutz für fünf Jahre beinhaltete. Es dürften in diesen fünf Jahren kein anderer Lebensmittelhändler das Objekt betreiben. Andere Branchen wohl, nur eben kein Lebensmittelhändler. Damit erwies sich der Supermarkt in der Praxis als nicht kommerziell verwertbar.

Seine monatlich zu zahlenden Kredittilgungsraten (für die er in der Tat einen Millionenbetrag hätte gebrauchen können), berührte dies in keiner Weise. In den nachfolgenden Auseinandersetzungen erwies sich vor allem eines. Kuo war erneut der Unterlegene. Kämpfte der juristisch. So hatten seine nun nicht mehr "Freunde" offenbar den besseren juristischen Winkelzug-Rat an der Hand.

Sein Verlag stand angesichts dessen kurz vor dem Aus. Eine Eigentumsimmobilie, offenbar aus dem Besitz seiner Ehefrau, musste veräußert werden. Kuo sah sich nunmehr genötigt einen wie er betont schlechtbezahlten (nach Osttarif) Job als Bibliothekar einer Bibliothek des Vereines ehemals Stalinistisch Verfolgter in Berlin anzunehmen. Daher dann der Verlagswechsel auch nach Berlin. Immerhin hatte er noch eine Waffe. Das war sein journalistisches Talent. Er registrierte aufmerksam, dass es da noch mehr gab, denen die Hypobank unseriöse Kredite über Strukturvertríebe aufgeschwatzt hat. Und er setzte nun seine journalistischen Waffen ein. So permanent in den Schlagzeilen sich zu befinden, dass behagte wohl den Herrschaften in München nicht. Also entschlossen sie sich zu einem Vergleichsangebot. Der marode Supermarkt wurde spät - ziemlich spät - wieder zurückgenommen. Kuo damit entschuldet. Seine indes bereits geleisteten Tilgungsraten muss er weiterhin als dauerhaften Verlust in den Rauch schreiben.

Ach ja, ich kann es nicht verhehlen. Die Lektüre hat mich sicherlich nicht unberührt gelassen. Da drängte sich mir nur noch eine Gedankenassoziation auf. Das ist also das "Paradies", dass beispielsweise die Gerds aus Österreich so vehement befürworten. Und sei es nur in der indirekten Form der Unterstützung des Herrn Bush!

Geschrieben von Drahbeck am 02. Juni 2003 13:46:06:

Er hat den Verdrängungswettbewerb auf den ostdeutschen Professorenstellen, beruflich auch nicht überlebt. Der im Jahre 1934 geborene Karl Heinz Jahnke. Zu DDR-Zeiten Geschichtsprofessor an den Universitäten Greifswald und Rostock tätig, wurde ihm am 1. Oktober 1991 die "Entlassung wegen mangelnden Bedarfs" verkündet. "Mangelnder Bedarf?" Diese Vokabel sollte man sich zweimal auf der Zunge zergehen lassen. Was so formuliert ist, erweist sich in der Praxis als ein Vorgang des "Hauen und Stechens".

Um das mal an einem anderen Beispiel zu verdeutlichen:

Im Jahre 1995 formulierte der nicht unbekannte Detlef G. einmal den Klagesatz. Zitat: "Die Freie und Hansestadt Hamburg subventioniert beispielsweise einen Besuch im Museum für Vor- und Frühgeschichte oder im Norddeutschen Landesmuseum mit einem Zwei- bis Dreifachen von dem, was für einen Besucher aufgewendet wird, der sich in der Gedenkstätte Neuengamme über die Geschichte dieses Konzentrationslagers und den Herrschaftsvollzug des Nationalsozialismus informieren will."

Und ein anderer Autor (Thomas Lutz) beklagt in demselben Band, wo jenes Zitat entnommen wurde:

"Während die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Verfolgung der NS-Verbrechen in Ludwigsburg in der Hochzeit ihrer Tätigkeit etwa 70 Mitarbeiter hatte, arbeiten heute beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR circa 3.000 Angestellte."

G. hat offenbar größeren Rückhalt für die Durchsetzung seiner Interessen, als etwa der besagte Karl Heinz Jahnke. Denn im Gegensatz zu Jahnke, wurde G.'s Dienstelle nicht "abgewickelt" "wegen mangelnden Bedarfs". Eher hat man den Eindruck; es geht im Falle G., wenn auch vielleicht etwas schleppend, immer noch voran.

Bei Jahnke ging es ab 1991 keineswegs mehr "voran"; obwohl sowohl G. als auch Jahnke, im weiterem Sinne auf einem ähnlichem Forschungsgebiet tätig sind; dem des antifaschistischem Widerstand.

Allerdings hat G. gegenüber Jahnke zwei entscheidende Vorteile. Erstmal ist er Alt-Bundesrepublikaner und zweitens auch noch rund zwei Jahrzehnte jünger als Jahnke. Letzterer auch schon zu DDR-Zeiten thematisch publizierend; hat aber den aus heutiger Sicht in diesem Lande "unverzeihlichen" Fehler begangen, den kommunistischen Widerstand besonders herauszuheben. Da kann die Konsequenz für den "Geschichtsmantelträger Kohl" und seine ausführenden Satrapen wohl nur heißen: "Abwickeln". Neues muss her. Beispielsweise das Dresdner Totalitarismusinstitut. Da aber nicht alles "bezahlbar" ist; muss es eben im Gegenzug auch ein paar "Abwicklungen" geben. Und vor allem. Auch das Dresdner Institut ist fest in Alt-Bundesrepublikanischer Hand. Vollnhals dort - Alt-Bundesrepublikaner. B. dort - Alt-Bundesrepublikaner. So, nur so, ist in diesem Lande die "Welt noch in Ordnung".

Der abgewickelte Karl Heinz Jahnke ist auch in den nachfolgenden Jahren seinem Forschungsgegenstand treu geblieben, nunmehr ohne universitären Rückhalt Es hat ihn allerdings zusätzlich hart getroffen, dass über einen kommunistischen Spanienkämpfer, namens Otto Volckmann, über den er schon zu DDR-Zeiten publizierte. Das besagter 1936 umgekommenene Volckmann; der in der DDR auch dadurch geehrt wurde dass eine Schule und eine Straße in Parchim nach seinem Namen benannt wurden. Das besagte Namensgebungen nach 1990 auch der Abwicklung anheim fielen und der Name getilgt wurde.

So ist das nun mal mit den "Geschichtsmantelträgern". Die sortieren auch beim Thema Antifaschistischer Widerstand. "Die Guten ins Töpfchen - die Schlechten ins Tröpfchen". Da hatte sich also Jahnke wohl für einen der "minderen" Sorte stark gemacht; für die seitens der "Geschichtsmantelträger" kein Bedarf besteht. Und die damit verbundene Rechnung bekam er denn auch gleich mit präsentiert, wie weiter oben schon ausgeführt.

Offenbar erweist sich Jahnke, spät (für ihn persönlich zu spät) aber doch noch als lernfähig. Was die "Geschichtsmantelträger" auch als wichtig ansehen, dass bemüht sich nun Jahnke auch noch geflissentlich nachzuholen. So in einem von ihm im Jahre 2000 veröffentlichten Buch mit dem Titel: "Gegen Hitler. Gegner und Verfolgte des NS-Regimes in Mecklenburg 1933-1945". Seinen von ihm schon früher vorgestellten Fall Volckmann stellt er darin wieder mit vor. Pech für Jahnke. Die Namensgebungslöschung wurde deswegen keineswegs zurückgenommen.

Um aber dem "Zeitgeist" etwas mehr zu entsprechen, erwähnt er nunmehr auch erstmals Fälle von Zeugen Jehovas. So führt er etwa auf Seite 168f. Ein "Verzeichnis der Namen ermorderter Gegner des NS-Regimes in Mecklenburg (1933-1945)." Akribisch bemüht er sich alle ihm diesbezüglich bekannt gewordenen Namen dazu zu erfassen. Unter den 146 so von ihm erfassten Namen befinden sich auch sieben, die den Zeugen Jehovas zugeordnet werden. Als da sind:

Bärsch, Harry, Schwerin, 30. 05. 1940

Gasteiger, Alois, Güstrow, Elektriker, 18. 01. 1942

Klein, Kurt, Boizenburg, Glaser, 13. 10. 1939

Kohl, Hans, Dassow, Maurer, 14. 12. 1939

Linardt, Franz, Waren, Arbeiter, 07. 12. 1939

Woest, Heinrich, Wismar, Schumacher, 08. 02. 1939

Wohler, Wilhelm, Wismar, Stellmacher, 05. 04. 1940.

Einen von Ihnen, den Kurt Klein, stellt er in seinem eigentlichen Buchtext etwas detaillierter vor. Ohne Zweifel hat Klein eine völlig andere Biographie als Volckmann. Ob sie jedoch geeignet ist, antifaschistischen Widerstand der heutigen Generation transparent zu machen? Ich habe da so meine Zweifel. Und ich würde weiter gehen und sagen: Als Veranschaulichungsbeispiel wirklichen antifaschistischen Widerstandes, für die heutige Generation, wäre der Otto Volckmann viel aussagekräftiger.

Ach ja, ich habe dabei wohl bloß vergessen zu berücksichtigen; dass Volckmann in diesem Lande auch zu den Abgewickelten zählt! So kann man sich halt irren

Geschrieben von Drahbeck am 06. April 2003 11:57:50:

Die Pharisäer die sich da auf den Standpunkt stellen, "nur" die Zeugen Jehovas seien wüste Endzeitspekulanten, irren grundsätzlich. Dasselbe gibt es unter anderem Firmenschild auch andernorts. Besonders beliebt dabei der Staat Israel als vermeintliches Gotteszeichen. Markant zum Ausdruck kommend auch in einem in der evangelikalen Zeitschrift IDEA veröffentlichten Leserbrief im Jahre 1999. Liest man den nachfolgenden Text könnte man in der Tat den Eindruck haben, die Zeugen Jehovas haben da Pate gestanden. Ist aber in direkter Form nicht der Fall. Indes eine gewisse Geistesverwandschaft ist nicht zu übersehen. Der Spekulant, Scharlatan den genannte Zeitschrift das Wort gab äußerte:

"Israel ist in der Tat der Zeiger an der Weltenuhr Gottes! Über 40 Prophezeiungen der Rückkehr der Juden nach Israel im AT sprechen eine deutliche Sprache! Die Wiederherstellung des Staates Israel im Jahre 1948 ist das .Zeichen der (End)Zeit«! Denn 1948 sind die »7 Zeiten der Nationen« (Dan 4/ Luk 21,22), die »Heidenzeiten«, die 609 v.Chr. mit dem Toddes letzten unabhängigen Königs Josia 12 bei der Schlacht von Megiddo (Harmagedon) begonnen haben, abgelaufen. Diese 7 Zeiten dauerten 2.557 Jahre, denn nach Hes 4,6 gilt 1 Tag = 1 Jahr; 7 Zeiten sind also 7 x 365,2422 Jahre (genaue astronomische Jahreslänge) = 2.557 Jahre. 609 v.Chr. verlor Israel seine staatliche Souveränität und Unabhängigkeit, seitdem hatten fremde Herrscher die Oberhoheit über Israel (2. Kön 23,33-35 + 24,1/2. Chr 36,3f + 10). Erst nach 2.557 Jahren wurde Israel am 14. Mai 1948 wieder neu geboren, womit sich alle Vorhersagen des AT bzgl. Israel (= der Feigenbaum lt. Luk 21,29f) erfüllten! (z.B. Jes 66,8/ Hes 37,12 -14; 21) Auch Jerusalems Befreiung am 7. Juni 1967 passierte 2.557 Jahre nach der Belagerung Nebukadnezars im Jahre 590 v.Chr. Damit steht fest: Mit der Staatsgründung Israels 1948 begann die eigentliche Endzeit!!! Wie lange sollte die »letzte Zeit« vor dein Kommen Jesu sein? Der Herr gibt dazu selbst in Luk 21,32 die Antwort: »Dies Geschlecht/diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles geschieht.« 1 Generation ist 1 Menschenalter und dürfte wohl zwischen 70-80 Jahre (gem. ist Psalm 90,1) dauern. Die Generation, die Jesus gemeint hat, ist die, welche die Wiedererstehung Israels erlebte! Somit steht fest: Unser Herr kommt bald!"

Hier hat man ein exemplarisches Beispiel wie bis in die Unendlichkeit weiter spekuliert wird. Weltgeschichtliche Ereignisse wird es auch weiterhin geben; und die Spekulanten-Scharlatane der vor zitierten Art werden es nicht versäumen sie in das Prokrustesbett ihres Wunschdenkens einzuordnen. Und vor allem. Die derzeitigen Zeugen Jehovas lassen ihren Endzeitkalender bei 1914 beginnen. Hier aber sagt man 1948. Man hat also erst mal Zeit gewonnen fürs weitere spekulieren. Selbstverständlich immer so, als träfe alles nur für die eigene Generation zu.

Ist die Generation dann "vergangen", veranstalten nachfolgende dass wieder für die ihrige.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann spekulieren sie noch übermorgen!

Auch so ein Prophet - der Herr Kueppers

Geschrieben von Merlin am 08. April 2003 15:16:49:

Als Antwort auf: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann spekulieren sie noch bermorgen geschrieben von Drahbeck am 06. April 2003 11:57:50:

In der tat lieber Drahbeck gibt es diese Endzeitprophten auch anderswo. Es wügt einen, wenn man diese Tiraden der selbsternannten Propheten liest. Da ist kein großer Unterschied zur WTG. Mal sehen was anhand der Ereignisse vom Irak jetzt alles wieder herausgelesen wird und führ wahr propagiert wird.
Die Zeugen sehen allwerdings bei ihren Endzeittheorien alt aus wenn cih so an die UN denke und den Kampgf zum Schluß gegen die Kirchen. Zur Zeit waren sich diese beiden Einrichtungen doch sehr einig!
Alles zeigt wirklich sonnenklar im hellsten Licht, daß alles nur Spekulationen, Traumdeutungen und Wunschdeknen ist. NIEMAND weiß etwas!!
Nur ist es leider so, daß es viele gibt, die wirklich betrogen werden wollen. Kein Endzeitdatum mehr, keine Endzeitzeichen mehr von oben und sie sind verstört und psychisch am Ende! Arme Menschen!

Geschrieben von Drahbeck am 08. April 2003 15:23:58:

Als Antwort auf: Re: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann spekulieren sie noch bermorgen geschrieben von Merlin am 08. April 2003 15:16:49:

"Nur ist es leider so, daß es viele gibt, die wirklich betrogen werden wollen. Kein Endzeitdatum mehr, keine Endzeitzeichen mehr von oben und sie sind verstört und psychisch am Ende! Arme Menschen!"

Da ist in der Tat etwas dran. Wie soll man sich diesem Umstand gegenüber verhalten? Schweigen, wie es die Scharlatane am liebsten hätten?
Da kann ich nur mit dem Titel eines ZJ-Buches sinngemäß darauf antworten (Hollweg):

Es ist unmöglich von dem zu schweigen, was ich erlebt habe (oder weiss).

Geschrieben von D. am 07. April 2003 12:31:38:

Betriebsblindheit nennt man wohl jene Krankheit, dass man es nicht mehr wahrnimmt, was Außenstehenden sofort ins Auge springt.
Ein nahezu klassisches Veranschaulichungsbeispiel dafür ist auch der "Wachtturm-Studium" der Zeugen Jehovas. Letztere sind es gewohnt. Es gehört zu ihrem allwöchentlichen Pflichtprogramm. Darüber wie es auf Außenstehende wirkt, machen sie sich allerdings in der Regel keine Gedanken. Ein Urteil aus der Sicht des Außenstehenden formulierte dazu einmal
Rüdiger Hauth. Er schrieb:

Damit ist von vornherein jegliche Kritik an der Lehre der Wachtturm-Gesellschaft unterbunden. Es darf also auch keine kritische Auseinandersetzung mit dem Inhalt der Wachtturm-Zeitschrift geben. Gefordert wird vielmehr die gläubige Annahme der gebotenen "geistigen Speise". Wer als Nicht-Zeuge-Jehovas zum erstenmal ein solches "Wachtturm-Studium" besucht, hat das Gefühl, sich in einer Art Sonderschule zu befinden: Nach einem auf die Dauer geistlos wirkenden Schema wird Absatz für Absatz durchgegangen, und zwar anhand vorformulierter Fragen, die kleingedruckt unter dem jeweiligen Artikel stehen. Die Antworten dürfen sich nur auf den eben gelesenen Absatz beziehen.

Geschrieben von D. am 06. April 2003 16:54:00:

Es sei noch einmal auszugsweise aus einem Posting vom 26. 1. dieses Jahres zitiert:
"Da war laut Programm ein 57-Minutenbeitrag mit dem Titel "Jehovas Zeugen - eine kritische Betrachtung" (im Fernsehsender Offener Kanal Berlin) vorgesehen. Sendeverantwortlicher: Detlef Zwarg. Vielleicht wird es einige genervt haben, dass er den Slogan aus der WTG-Literatur zur Zeit Rutherfords (Religion ist ein Gimpelfang) wiederholt auch in seiner Sendung mit einblenden ließ, wobei er ja darauf verweisen kann, dass auch eine seiner Webseiten diesen Titel trägt.
Vielleicht wird es einige desweiteren genervt haben, dass er auch verhältnismäßig umfänglich (cirka 20 Minuten lang) einige Kernaussagen aus dem 1977 erschienenen Buch von Renate Sprung "Gefängnis ohne Mauern" mit vorstellte.

Man merkte es dem Vortragenden an. Das was er aus dem Buch von Renate Sprung zitierte, waren nicht "irgendwelches" unbedeutendes Geplänkel. Das waren Passagen mit Praxisbezug (Praxis der Zeugen Jehovas), die auch der Vortragende glaubte in seinem persönlichen Erleben wiederzufinden. Alles allerdings Passagen, die nicht dem Styling des "Friede-Freude-Eierkuchen-Zeugen" entsprachen, als die seitens der WTG sich die Zeugen doch so gerne dargestellt wissen möchten.

Der Vortragende ging nach diesem Themenkomplex auch dazu über eine der neueren Wachtturmausgaben zu beleuchten. Das darin aufgespießte Thema wie denn Jehovas Zeugen zum Interkonfessionalismus ständen. Wie unschwer zu erraten: Ablehnend. Der Vortragende zitierte auch entsprechende wörtliche Passagen dazu aus dem Wachtturm. Dann macht er einen Gedankensprung, kommt unter anderem auf ein Konkordat zu sprechen, dass Jehovas Zeugen mit der italienischen Regierung abgeschlossen haben. Dann erwähnt er einen entsprechenden früheren Artikel der WTG, worin selbige Konkordate kritisch bewertet. Namentlich die mit Hitler und Mussolini und lässt durchblicken, wie sich Meinungen zum Thema Konkordat doch gewaltig ändern können. Insbesondere dann, wenn der Konkordatsbegünstigte nicht mehr Hitler oder Mussolini heisst, dafür aber seine Zentrale in den USA hat.

Ja dann erwähnt der Vortragende auch noch den Fall des Dr. Reinhold K. aus Österreich. Personengleich: WTG-Rechtsanwalt, Zeugen Jehovas-Älteste und Veranstalter Interkonfessioneller Veranstaltungen. Jener Spezies also die man doch vorgibt zu verabscheuen. Den UN-"Bibliotheksfall" streift er in diesem Zusammenhang auch noch. Wieder zu einer aktuellen Wachtturmausgabe überleitend interpretiert er dann den darin befindlichen Satz vom "eifrigen" Predigen der Zeugen Jehovas. Eifrig im Sinne von "freudig".

Vorstehendes nahm ungefähr 33 Minuten des auf 57 Minuten terminierten Sendeumfanges in Anspruch. An letztgenannter Stelle trat dann am 26. 1. ein Sendeabbruch ein. Irgendeine Erklärung weshalb und warum dies erfolgte gab es jedenfalls seitens der Sendeleitung am 26. 1. nicht. Anschließend gab es nur ein offensichtlich improvisiertes auffüllen der restlichen vorgesehenen Sendezeit mit völlig willkürlichen, wild zusammengewürfelten Zeitauffüller-Ausschnitten aus anderen Sendungen des OKB. Es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass es keine Livesendung war, sondern eine im voraus zusammengestellte. Man merkte dies auch an diversen Bildeinstellungen, wo man registrieren konnte, wie einzelne Teile der Sendung aneinandergefügt wurden (offenbar auch um der vorgegebenen Sendezeit Genüge zu tun). Diese Übergänge waren in der Sendung deutlich zu registrieren.

Heute nun brachte der OKB um 15 Uhr dieselbe Sendung noch einmal. Heute lief sie die volle vorgesehene Zeit. Inhaltlich mit der vom 26. 1. identisch. Nur eben, dass es heute keinen Sendeabbruch gab. Im wesentlichen kann man den Inhalt der Sendung vielleicht so beschreiben: Eine Überblicksreferierung dessen was bezüglich Jehovas Zeugen im Internet auf den einschlägigen Kritikerseiten geboten wird, für diejenigen, die diese Internetseiten aus was auch immer für Gründen, nicht kennen oder zur Kenntnis nehmen. Wer diese Seiten kennt, wird natürlich nichts neues zur Kenntnis genommen haben.

Im zweiten Teil dann nur Referierung der WT-Ausgabe vom 15. 10. 02 mit Darlegung der darin seitens der ZJ propagierten Isolationsthese von der "bösen Welt"; die Konsequenzen des Themas Gemeinschaftsentzug beleuchtend, überleitend zur Kontroverse um die zeitweilige Mitgliedschaft der WTG bei einer UN-Organisation, dass Thema Kindesmißbrauch dann anreißend. An der Stelle wurde ein einziges Mal in der Sendung ein externes Bild eingespielt. Das des Bill Bowen, wie er da am Pförtnerhäuschen in Selters mit dem Telefonhörer in der Hand steht. Auch dazu einige ergänzende Mitteilungen für den Außenstehenden Betrachter um was es sich in der Bowen-Angelegenheit handelt. Sein Fall wurde dann noch abschließend mit einem Zitat eines Artikels aus der New York Times beeendet, die das Bowen-Thema auch einmal aufgegriffen hatte und damit fand diesmal die Sendung ihr planmäßiges Ende.

Unbeantwortet ist nach wie vor die Frage, weshalb es am 26. 1. zum Sendeabbruch kam. Insbesondere ist die Frage zu stellen. Was war am 26. 1. die Ursache dafür. Eine technische Panne? Oder eine gewollte "technische" Panne!

Geschrieben von DZ am 09. April 2003 09:26:41:

Als Antwort auf: Im zweiten Anlauf geschrieben von D. am 06. April 2003 16:54:00:

Andernorts in diesem Forum gab es einen Bericht bzw. Stellungnahme von Drahbeck.

Am Sonntag, 06.04.03 - 15.00 wurde die Sendung nochmals gesendet und zwar diesmal in voller Länge. Bei der Erstsendung trat es eine Panne auf. Mir zwar absolut unverständlich, aber aus den Umständen will ich diese Panne mir einmal anlasten.

Die Sendung beabsichtigte nicht, neue Inhalte zu verbreiten. Ziel der Aktion war es, viele Informationen die es im Internet über Jehoas Zeugen gibt, in einer informativen Art einem breiten Publikum bekannt zu achen. Also die Wahrheit über Jehovas Zeugen "in die Wohnungen der Menschen zu tragen", wie es Jahovas Zeugen ausdrücken, wenn sie ihre "Botschaft von Harmagedon" verbreiten. Also Menschen zu informieren, denen es womöglich nicht in den Sinn kommen würde, sich im Internet über Jehovas Zeugen kritisch zu informieren oder Menschen wissenswertes über Jehovas Zeugen zu vermitteln, die selbst keinen Zugang zum Internet haben.

Gruß aus
Berlin

Geschrieben von D. am 07. April 2003 08:19:19:

Als Antwort auf: Im zweiten Anlauf geschrieben von D. am 06. April 2003 16:54:00:

" Unbeantwortet ist nach wie vor die Frage, weshalb es am 26. 1. zum Sendeabbruch kam. Insbesondere ist die Frage zu stellen. Was war am 26. 1. die Ursache dafür. Eine technische Panne? Oder eine gewollte "technische" Panne! "

In der im Internet zugänglichen Programmvorschau des OKB wurde die Sendung vom 6. 4. nicht nachgewiesen. Die Sendezeit 15.00 wurde einfach übersprungen. Also außer Zufallsbesuchern und jenen die vorher einen (sehr kurzfristigen) Tipp bekamen, hatten wohl nur wenige die Chance die Sendung zu sehen.

Geschrieben von DZ am 09. April 2003 09:34:51:

Als Antwort auf: Re: Im zweiten Anlauf geschrieben von D. am 07. April 2003 08:19:19:

Ich sehe das keinesfalls kritisch, dass es keine Vorankündigung gegeben hat und die Sendung in dem Programvorschauen nicht auftauchte. Zu wesentlich mehr Zuschauern hätte dies sicher auch nicht geführt.

Ich denke, so wie es gelaufen ist, war es gut. Ein paar tausend Zuschauer werden es wohl gewesen sein. Oder sogar zigtausen? Bei einer driviertel Million Kabelhaushalten? Und gerade auf diejenigen, die mit diesem Thema eher plötzlich und unerwartet konfrontiert werden, dürfte der Inhalt schon seine Wirkung entfaltet haben.

Gruß aus
Berlin

Geschrieben von D. am 08. April 2003 06:11:01:

Auf der Webseite des Hans-Werner N... gelesen.
Da verteidigte einer die Zeugen Jehovas indem er darauf hinwies was es andernorts alles schlimmes gebe. Dabei berichtete er auch aus seinen eigenen Erfahrungen auf seiner "Weltanschauungsreise". Jetzt ist der Betreffende wohl bei den Zeugen gelandet. Davor hatte er es auch wohl schon andernorts versucht. Eine Detailerfahrung des Betreffenden sei hier noch kommentarlos wiedergegeben:

noch schlimmer ist es in manchen Freikirchen(charismatischer Art), da wird sogar mit "Gott hat mir über dich gesagt" gearbeitet. Wie der Gemeindeleiter der Gemeinde, in der ich einmal war, zu uns (mir und meiner Frau) sagte:
"Gott hat mir gezeigt, das ihr all euer Geld, das ihr von euren Eltern geerbt habt, der Gemeinde geben sollt)
Nein meine Lieben, da ist nichts, was es nicht woanders auch gibt

Geschrieben von B am 08. April 2003 09:45:08:

Als Antwort auf: Sie können es nicht sein lassen geschrieben von D. am 08. April 2003 06:11:01:

>"Gott hat mir gezeigt, das ihr all euer Geld, das ihr von euren Eltern geerbt habt, der Gemeinde geben sollt)
>Nein meine Lieben, da ist nichts, was es nicht woanders auch gibt.
> sorry, halte ich für getürkt, diesen Beitrag

Jeder das lesende JZ, was wird er wohl denken?

Wie schön er es doch bei Jeovas Zeugen hat - da will man nicht ganz so viel Geld.

hahiho, ich schütte mich aus vor Lachen.

Traurig st nur, dass derlei Beiträge ire Wirkung auf JZ nicht verfehlen.

Übrigens, ist für mich eine Art theokratischer Kriegslist.

Warum finde ich derartige Erlebnisse nur auf Seiten von ZJ? Ansonste sind derartige Geldeinsammelberichte bei Freikirchen unüblich. Wäre es ein Zeitungsbericht würde ich sagen - Papier ist geduldig.

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