Geschrieben von Drahbeck am 02. Juni 2005 04:29:07:

Als Antwort auf: Re: "Trost" 15. 5. 1945 (Vor sechzig Jahren) geschrieben von Drahbeck am 16. Mai 2005 08:51:10:

Unmittelbar nach Ende des zweiten Weltkrieges tönte der "Wachtturm (Ausgabe vom Juni 1945): "Wir besitzen überwältigende Beweise, daß das endgültige Ende der Organisation Satans nahe und seine böse Welt zum baldigen Untergang verurteilt ist."
Rund sechzig Jahre später wirken solche Vokabeln wie "nahe" und "bald" wie Hohn. Immerhin in den Trümmerlandschaften die der zweite Weltkrieg hinterließ, mag das manchem als ein "rettender" Strohhalm erschienen sein. Pech nur, dass Strohhalme die grundsätzliche Eigenschaft haben, eben n i c h t tragfähig zu sein.
Weiter liest man in der gleichen WT-Ausgabe noch:
"Der Vatikan hat in verschiedenen Ländern das Total-Herrschaftssystem begünstigt. Er steht im Bunde mit der Katholischen Aktion, die mit ihrem Total-Prinzip den Plan fördern soll, alle Nationen so weit zu bringen, daß sie der römisch-katholischen Hierarchie untertan sind. Durch diese totalitären Formen der Katholischen Aktion sind die andern Nationen eingeschüchtert und durch die Anwesenheit einflußreicher Vertreter der römisch-katholischen Hierarchie weiter gebunden worden. Um eine gewisse Einheit im eigenen Lande zu sichern, ist daher das politische Element in den von Diktatoren bedrohten Ländern gezwungen, mit den Diplomaten des Vatikans zu verhandeln, als ob sein Regent ein übernationaler Universalherrscher wäre und in jedem Lande der Erde eine Monopolstellung und gesetzmäßig erlangte Rechte und Interessen hätte. Welcher Preis aber muß für ein Abkommen mit dieser religiös-politischen Organisation bezahlt werden? Es geht auf Kosten des demokratischen Regierungssystems; die Rechte des Volkes werden beschnitten, und die Religionshierarchie erlaubt sich Eingriffe in die Freiheit des Staates, in die Freiheit der Mitbürger und in das Recht, die Wahrheit zu hören … Auf solche Weise wird ein feines Netz um die politischen und kommerziellen Elemente, ja selbst um die nicht protestierenden 'protestantischen' und jüdischen Religionisten gesponnen."
Da mag man dann nur noch dazu sagen. Da kommentierte ein religiöser Totalitarist, die Praktiken eines anderen religiösen Totalitaristen. Und seine Motivation ist die. Der Neid, dass er es dem anderen religiösen Totalitaristen im Jahre 1945 noch nicht gleich tun konnte. Aber dieser Neid ist zugleich auch seine Motivationsgrundlage, eines Tages mit dem größeren religiösen Totalitaristen doch noch mithalten zu können. Und 60 Jahre später, wird man der WTG bescheinigen können: Sie ist inzwischen ein beachtliches Stück näher an ihr Ziel herangekommen. Allerspätestens ist dies auch bei ihren KdöR-Ambitionen sichtbar geworden!

Geschrieben von Drahbeck am 03. Juni 2005 02:47:55:

Als Antwort auf: Re: "Wachtturm" 1. 6. 1945 (Vor sechzig Jahren) geschrieben von Drahbeck am 02. Juni 2005 04:29:07:

Die "Trost"-Ausgabe vom 1. Juni 1945 ist von einem Thema beherrscht. Dem sogenannten "Theokratischen Kongress" zu Pfingsten 1945 in Zürich. Wie bei solchen Anlässen üblich, wurden auch da neue Publikationen "freigegeben". Das waren diesmal besonders drei. Einmal eine sogenannte "Theokratische Konkordanz", zum anderen die Broschüre "Weltfriede - ist er von Bestand?" und eine 4seitige Flugschrift mit dem Titel "Tausende von Jehovas Zeugen ein ganzes Jahrzehnt in deutschen Konzentrationslagern".
Der Zweck letzterer ist besonders klar. Jubelnd stellt "Trost" fest:

"Nach dem ersten Weltkrieg fand das Wahrheitszeugnis mehr willige Ohren als vorher, und diesmal wird es genau so sein. Die Kriegsschrecken machen aufrichtigen Menschen die abgrundtiefe Verworfenheit dieser Welt des Bösen so deutlich, daß sie in höchster Bedrängnis des Geistes nach dem göttlichen Heilmittel fragen".

In diesem Zusammenhang erwies vorgenannte Flugschrift sich sicherlich als ein wirkungsvolles Mittel Jubelnd stellt "Trost" weiter fest:
"Der Sieg unserer Glaubensgeschwister über die Naziherrschaft ist für uns alle ein neuer Beweis, daß Jehova seinen Dienern die Kraft gibt vor der ganzen Welt standhaft zu bleiben".

Allerdings war es um den Informationsstand von "Trost" zu diesem Zeitpunkt nicht zum besten bestellt; denn man meint das Publikum auch mit einem Bild des Erich Frost beeindrucken zu können: und schrieb als Kommentar dazu:
"Das ist Erich Frost, gewesener Kapellmeister, um seiner Überzeugung willen enthauptet."

Nun ist "Trost" zuzustimmen, dass Frost als höchster Funktionär der illegalen WTG in Hitlerdeutschland, besonders hohe Chancen gehabt hätte, hingerichtet oder auf andere Art und Weise ermordet zu werden. Man denke nur an die Beispiele Hitler-Attentäter Georg Elser, der zwar "aufbewahrt" wurde; jedoch noch 1945, kurz vor Toresschluß ermordet wurde. Oder an den gleichfalls 1945 hingerichteten Dietrich Bonhoeffer. Auch Frost hätte eine ähnliche "Chance" gehabt, sollten die Nazis der Meinung gewesen sein. Da ist noch einer unbeglichene Rechnung offen. Offenbar war für sie der Fall Frost erledigt. Das was sie von ihm wissen wollten, haben sie aus ihm herausgepresst. Damit wurde er eine "unbedeutende KZ-Nummer", mit den gleichen Vernichtungs- oder Überlebenscanchen, wie sie auch andere hatten.

Weiter jubelt man, dass anläßlich dieses Kongresses "1162 Verkündiger in 2537 Stunden 84.000 dieser Flugschriften" verbreiteten und das gegen 100 Bücher "Kreuzzug gegen das Christentum", dessen Vertrieb zeitweilig in der Schweiz untersagt war, bestellt wurden.

Auch spezifisch schweizerische Wunden glaubt man bei dieser Gelegenheit lecken zu müssen. Das liest sich dann so:
"Hier führte der Redner die verschiedenen 'Gerichtsbotschaften' an, die in der Schweiz Verbreitung fanden … und kam dann auf die Ereignisse im Jahre 1940 zu sprechen. Vorerst wurden noch die verleumderischen Angriffe von Seiten der Nazis, in der Person von Fleischhauer und der Katholiken, mit Tödtli, einem Spion, Dr. Jonak, einem Nazi, und dem berüchtigten Heinrich Metzler in St. Gallen erwähnt. Wörtlich führte dann der Redner aus:
Zwar wurde im Vorsommer 1940 ein weiterer Angriff auf Gottes Werk in unserem Lande unternommen, indem an der Allmendstraße 39 in Bern sämtliches Schriftenmaterial: Bücher, Broschüren, Zeitschriften biblischen Inhaltes weggeführt und in behördliche Verwahrung genommen wurde.
Als Hauptgrund wurde angegeben, diese Schriften würden beleidigende Ausdrücke fremden Staatsoberhäuptern gegenüber enthalten. Ja, es ist wahr, eines der Bücher aus dem Verlage der Gesellschaft, das Buch "Feinde", nannte Hitler und Mussolini "Gangster", und heute, was spricht die ganze Welt von ihnen? -
Es stimmt auch, daß die Zeugen Jehovas keine süßliche Sprache führen"

Die geschichtliche Bedeutung dieses Kongresses erschließt sich aber besonders in einem anderen Aspekt. Jahrelang hatte man dem zugefiebert. Der zweite Weltkrieg werde wohl in "Harmagedon münden". Nun wurde offenbar wieder einmal nichts daraus. Ein Mittel das der Anhängerschaft zu "verklickern", war ohne Zweifel die Broschüre: "Weltfriede - ist er von Bestand". Wie bei den Zeugen Jehovas so üblich, werden die wirklich gravierenden Thesen indes nur mündlich, oder falls doch schriftlich, dann in eher "beiläufigen" Wendungen verpackt. Diese "Beiläufigkeiten" enthalten dann den eigentlichen "Sprengstoff". Ihn geschickt zu verpacken; dafür setzt die WTG ihre ganze Kunst ein.
Das war auch im Jahre 1945 so.

Da wurde der Sprengstoff in Form eines Podiumsgesprächs "beiläufig" mit erwähnt. Das liest sich dann so:
"14.50 geht laut Programm ein biblisches Gespräch in Szene, unter dem Titel: 'Harmagedon ist nahe'. Zwei Zeugen und zwei Zeuginnen beantworten uns diese Frage in sehr interessanter Weise. Natürlich ist Harmagedon nahe, selbst wenn es noch 10 Jahre bis dahin dauern sollte …"

Genau das war es doch wohl, was die Zeugen hören w o l l t e n. Die weitere Aufrechterhaltung der Fiktion "nahe". Was sind schon zehn Jahre, mag da mancher gedacht haben. Zumal ja noch nicht mal gesagt wurde, es dauert wirklich noch zehn Jahre. Nein, viel früher könnte das alles passieren.
Der diesbezügliche Tatbestand ist schon früher mehrmals dokumentiert und kommentiert worden.
Siehe etwa das Uraniabuch S. 55 oder auch
19452Tragik

Auch ist "Trost" das ganze noch einen eigenen "Harmagedon ist nahe" überschriebenen Artikel wert. Im Uraniabuch an der angegebenen Stelle auszugsweise wiedergegeben. Man kann die Substanz dieser Ausführungen durchaus mit dem "Eitertanz" vergleichen, den einige Jahrzehnte später die WTG-Funktionäre im Zusammenhang mit dem Datum 1975 veranstalteten.

Nachstehend dieser Artikel einmal im vollen Wortlaut:
Harmagedon ist nahe
In einem Gespräch, an dem sich vier Zeugen Jehovas beteiligten, wurde die Frage besprochen: "Ist Harmagedon nahe?" Wer hat wohl recht, jene, die sagen, Harmagedon komme sehr bald, oder jene, die meinen, es komme noch nicht so bald?

Es wurde ausgeführt, dass wir weder Tag noch Stunde kennen, dass aber die Bibel uns versichert: "Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschehen ist." (Matthäus 24: 34) Es ist daher belanglos, ob man nun sagt ."bald" oder "nicht so bald". Selbst wenn die Schlußabrechnung von Harmagedon noch um zehn oder zwanzig Jahre verziehen sollte - es wurde nicht gesagt, dass es wirklich so sein wird - so muss doch des Evangelium mit aller Kraft allen Nationen verkündigt werden, so wirksam als nur möglich. Es wurde Habakuk 2:3 genannt, wo es heißt: "Wenn es verzieht, so harre sein; denn kommen wird es, es wird nicht ausbleiben." Die Schlußgedanken dieses lehrreichen Gespräches können wir ungefähr wie folgt zusammenfassen:

Es wird uns alle freuen, wenn es des Herrn Wille ist, noch einige Jahre die Botschaft zu verkündigen, fleißig zu lernen, uns geistig auszubilden, "um zu wissen, wie wir jedem antworten sollen".
Man sollte sich den Erfolg recht lebhaft vor Augen halten: Stellen wir uns vor, dass es durch Gottes Langmut oder scheinbaren Verzug möglich wird, alle Gutgesinnten aller Nationen für Jehova und sein Reich zu gewinnen, so dass sie alle in seiner Organisation versammelt sind. Wäre dieses Ergebnis, so wurden wir gefragt, nicht noch zehn oder sogar zwanzig Jahre tüchtiger Arbeit wert? Könnte das unsere Wünsche nicht ebenso befriedigen, weil es Jehovas Namen und sein Wort der Weissagung von der Scheidung vor dem Endgericht hoch erhöht? Die nach Harmagedon folgenden Zeiten des Triumphes des Reiches Jehovas würden dadurch keineswegs verkürzt.

Welchen Eindruck dieses Gespräch auf einen Kongreß-Besucher machte und was er daraus lernte, vermitteln uns die nachfolgenden Zeilen.
Hat es etwas Beängstigendes, wenn die Möglichkeit besprochen wird, bis zur Schlacht von Harmagedon könnten 10 oder 20 Jahre vergehen? Ganz gewiß nicht. Von den Kongreßteilnehmern jedenfalls wird eine solche Möglichkeit nicht als tragisch empfunden, was man aus der Reaktion im Saale feststellen konnte.

Ob man bei 20 Jahren Zeitspanne noch von "bald" reden dürfe? Natürlich. Hätte 1918 jemand erklärt: "Ein weiterer Weltkrieg, schrecklicher als der beendete, ist sehr nahe", wäre das nicht ganz richtig gewesen? Trotzdem liegen zwischen 1918 und 1939 immerhin 21 Jahre. Harmagedon ist aber nicht einfach ein dritter Weltkrieg. Wir müssen uns der Größe dessen, was mit Harmagedon zu erwarten steht, noch besser bewußt werden. Harmagedon wird eine 6000jährige Tyrannei endgültig brechen.
Dauert es jemand zu lange, dann sei daran erinnert, dass Zeit niemals lang wird, wenn man alle Hände voll zu tun hat. Haben wir etwa nichts mehr zu tun?
Die Errichtung der Theokratie ist etwas so Wunderbares, dass man leicht. ein ganzes Leben lang darauf wartete kann. Das haben alle Treuen vor Christi Zeit getan; sie alle sind im Glauben gestorben und kamen nicht in den Besitz des Verheißenen. Durch ihr Warten haben sie gar nichts verloren, aber alles gewonnen.

Lernen wir immerhin noch das eine, alle Spekulation beiseite zu lassen. Was uns not tut, über die Zukunft zu wissen, ist: nicht unsere eigenen Wünsche werden uns darüber belehren, sondern Jehova Gott. Er offenbart, was er will, und hält verborgen, was er will. Den Ablauf des Weltgeschehens im Großen läßt er uns erkennen, nicht aber den Gang der Einzelereignisse. Wir sollten uns damit bescheiden. Es ist keine Schande, zu sagen, daß wir irgend etwas nicht wissen . -

Bist du im Königreichsdienst vielleicht über deine Kräfte gegangen, weil du die Zeitspanne zu knapp eingeschätzt hast? Dann sei dein Trost, dass, wenn auch deine - Kräfte dahin sein mögen, dein Lohn doch nicht dahin ist.
Auch das Darstellen des Leibes als Schlachtopfer soll jedoch als vernünftiger Dienst, im Geiste der Besonnenheit geschehen. Hierbei bleibt es Tatsache, daß nur ganz wenige es nötig haben, gebremst zu werden oder sich selber zu bremsen.

Was aber ist die echte, zum Dienst antreibende Kraft? Etwa die Nähe Harmagedons? Diese Triebkraft wäre ungenügend. Liebe zu Jehova, zu Christus, zur Theokratie, zu den Mitmenschen muß die Triebfeder sein.
Auch ist Harmagedon nicht etwa der Hauptinhalt unserer Predigt. Gottes Königreich ist das Hauptthema. Warum kommen die Menschen guten Willens jetzt herbei? Wegen Harmagedon? Nicht vielmehr, weil sie die Wahrheit und Gerechtigkeit, weil sie Jehova lieben?
Harmagedon muß verkündigt werden; doch darf das nicht im Geiste des Einpeitschens geschehen, etwa so wie Geistliche es mit ihren Phantasiegebilden einer Höllenglut tun.
Nimmermehr wäre die Idee berechtigt, daß man sich noch nicht entscheiden brauche, weil Harmagedon wohl noch etwas auf sich warten lasse. Wer so denkt, hat nicht erkannt, wie man erkennen soll. Könnte es je zu früh sein, in den Wegen des Schöpfers zu gehen. "Gedenke deines Schöpferas in den Tagen deiner Jugend!" Zu früh kann es nie sein, zu spät aber kann es sein.

Jesus konnte mit Recht predigen: "Das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen." Er, der König, war ja da. Heute, fast 2000 Jahre später, nimmt es ganz andere Form und Gestalt an. Es schreitet zur Schlußabrechnung mit seinen Feinden. Mit vollem Ernst und voller Überzeugung laßt uns darum weiter verkündigen: Harmagedon ist nahe

Geschrieben von Drahbeck am 03. Juli 2005 07:32:27:

Als Antwort auf: Re: "Wachtturm" 1. 7. 1945 (Vor sechzig Jahren) geschrieben von Drahbeck am 02. Juli 2005 07:11:11:

In einem "Nachklänge vom Kongreß in Zürich" überschriebenen Artikel liest man in der "Trost"-Ausgabe vom 1. Juli 1945 unter anderem:
"… möchte nur eines herausheben, das Zwiegespräch von der Nähe Harmagedons. Das hat mich sehr gefreut. Wenn die Theokratie hier ist, und sie ist hier, und wenn wir von Gottes Organisation geleitet werden, ist es da wichtig, ob Harmagedon morgen, in einem Jahr oder in 10 Jahren kommt? Käme es nicht einem Ungehorsam gleich, einen Zeitpunkt festzusetzen? Ich glaube, daß wir uns auf den Herrn verlassen können, daß er uns durch seine Organisation alles kundtun wird, also auch, wenn Harmagedon hereinbrechen wird."

Genauso wünscht sich die WTG den "idealen" Anhänger. Und aus diesem Grunde auch, veröffentlichte sie vorstehenden Brief. Der idealer WTG-Anhänger, hat das selbstständige Denken an der Garderobe abgegeben. Er läßt sich gleichsam als Computer von der WTG programmieren. Heute hüh. Und morgen hot. Mit diesen Zombies kann man nach belieben umspringen. Sie sind zu geistigen Sklaven der WTG geworden. Es ist erschreckend zu sehen, wie diese Rechnung offenbar aufgegangen ist.

Geschrieben von Drahbeck am 16. Juni 2005 01:18:31:

Als Antwort auf: Re: "Trost" 1. 6. 1945 (Vor sechzig Jahren) geschrieben von Drahbeck am 03. Juni 2005 02:47:55:

Da hatte in der Johanneskirche zu Bern im Jahre 1945, der dortige seinerzeitige Pfarrer Stotzer eine Vortragsfolge veranstaltet. Thema "die bekanntesten Sekten", wozu er auch die Zeugen Jehovas rechnet. Im Februar und März versuchte er sich mit den Lehren von Ch. T. Russell und J. F. Rutherford auseinanderzusetzen, vermeldet "Trost" in seiner Ausgabe vom 15. Juni 1945. Wie man unschwer erraten kann, war "Trost" und die Zeugen Jehovas darüber nicht sonderlich erfreut. Diese Frustration äußerte sich dann auch in solchen Sätzen in der "Trost"-Berichterstattung wie:

"zog es Pfr. Stotzer leider vor, die halbe Vortragszeit mit belanglosen Mitteilungen über die Gründer und deren Beruf und Eheverhältnisse auszufüllen, sodann mit 'historischen' Darlegungen über die sieben Bände der Schriftstudien Russells, die seit Jahrzehnten vergriffen und völlig vergessen sind, auch hörten wir wieder einmal, daß die Aussprache des Namens unseres Gottes nicht Jehova, sondern Jahwe heißen müsse. Auch der wiederholte Namenswechsel, allerlei Mißverständnisse … über die Geldquellen … übertriebene Verallgemeinerungen wegen der Zeitberechnung und manche andere unwesentliche Gedanken wurden übermäßig breit behandelt."

Dann offeriert "Trost", sozusagen noch als Schützenhilfe einen "Privatbrief" (der so "privat" ist, dass ihn "Trost" wesentliche Teile wortwörtlich abdruckt), der von einem ehemaligen Lehrer verfasst worden sei. Dieser Herr Lehrer äußert dann über sich:
"Ich kenne Jehovas Zeugen seit dem Erscheinen der Broschüre 'Millionen jetzt Lebender werden niemals sterben', also seit 1921. Ich kenne gründlich den Inhalt der 7 Bände Schriftstudien, der 20 Jahrgänge des 'Wachtturms' und der Zeitschriften 'Goldenes Zeitalter' und 'Trost'; dazu auch alle Bücher von J. F. Rutherford."

Wie soll man diesen Herrn Lehrer wohl einschätzen? Gut, Kenntnis der 7 Bände "Schriftstudien", kann man wohl auch einem Außenstehenden zubilligen. Auch Kenntnis einiger Rutherford-Schriften. Aber er sagt ja von sich, er kennt "alles", einschließlich der Zeitschriftenbände. Das dürfte dann doch wohl etwas zuviel an Interesse für einen Außenstehenden sein. Das ist dann lediglich der Beweis, ein WTG-Anhänger, der sich mit dem Titel "Lehrer" (Ehemaliger) schmückt.

Dies wird spätestens auch bei seiner Detailargumentation deutlich. Etwa wenn er schreibt:
"Ganz falsch war Ihre Aussage im Vortrag, daß die 'Schriftstudien', Bände 1-7, von Russell das Standardwerk der Zeugen Jehovas h e u t e seien! Seit dem Jahre 1930 wird in keiner Versammlung der Bibelforscher irgendeiner jener Bände gelesen oder behandelt oder auch nur zitiert."

Weiter: "Die Zeitberechnungen auf das Jahr 1874 oder 1925 nannten Sie ein Herzstück der Bibelforscherei. Das stimmt aber seit 20 Jahren nicht mehr."

Das ist offenbar ein exemplarische Beispiel der Zeugen Jehovas-Apologetik. Dieser Pfarrer berief sich auch auf ein in den 1920er Jahren erschienenes Buch von Paul Scheurlen, und der Herr Lehrer glaubt unter Hinweis auf gewisse Ungenauigkeiten, die Gesamtkritik damit desavoieren zu können. Auch bemerkenswert, schon damals, die Abwiegelung, bezüglich der Kritik einstmals vollmundig verkündeter Endzeitthesen. Besonders signifikant festmachbar, an den Hinweis, die "Schriftstudien" gehörten ja zum alten Eisen.

Genau das ist der Punkt. Auch für die WTG gilt als Dauergrundsatz der dem Konrad Adenauer zugeschriebene Ausspruch:
"Was kümmert mich mein Gewäsch von gestern?!"

Geschrieben von Drahbeck am 02. Juli 2005 07:11:11:

Als Antwort auf: Re: "Trost" 15. 6. 1945 (Vor sechzig Jahren) geschrieben von Drahbeck am 16. Juni 2005 01:18:31:

Musterbeispiele wie die WTG sich ihre Sklaven wünscht und formt, findet man auch in der "Wachtturm"-Ausgabe vom Juli 1945. Man fragt sich dabei nur eines. Was soll man mehr bedauern? Das verblendete Opfer? Oder die Uverfrorenheit das ganze nach als "nachahmenswertes" Beispiel zu offerieren. Man liest da zum Beispiel:

"Vor einem Jahre ließen wir, meine Frau, mein kleines Mädchen und ich selbst, alles hinter uns zurück. Ich verkaufte mein Haus, welches gleich einem Schwamm beständig all mein Verdienstes aufgesogen hatte, denn immer mußten irgendwelche Verbesserungen angebracht werden, und dies hielt mich vom Dienste des Herrn ab. Ich verließ eine ideale Arbeit (vom weltlichen Gesichtspunkt aus gesehen), wobei ich sechs Jahre lang in der Stunde Dollar 1.25 verdient hatte (in den USA der 1940er Jahre). Nun begann der Teufel zu arbeiten. Zuerst trat die Versuchung an mich heran, indem mir Lohnerhöhung und Beförderung angeboten wurde, aber ohne Erfolg. Dann kamen Freunde und sagten: Wie kannst du das bloß machen und dennoch für die Familie sorgen? Hast du es dir auch genügend überlegt? Was wird mit dem Schulunterricht deines Töchterchens? Warum solltest du dich so weit weg (von Michigan bis nach Georgien) begeben, um als Pionier zu wirken? Wie soll das herauskommen, wenn man dich ins Gefängnis wirft, wer wird dann für Frau und Kind sorgen?
Hier folgt nun die Antwort auf alle diese Fragen: Ich schreibe diesen Brief hinter Gefängnismauern, und zwar sitze ich schon das zweite Mal in diesem Pionierjahr in Haft. …" In der gleichen "Wachtturm"-Ausgabe liest man auch:
"Als Gesandte des Herrn ziehen seine beauftragten Knechte in eine Welt hinaus, die dem Herrn feindselig gegenübersteht und 'in dem Bösen liegt' … Wiewohl die Knechte als Gesandte dienen, sind doch die Evangeliums-Verkündiger deswegen nicht befugt, mit politischen Regierungen zu verhandeln, um sogenannte 'Konkordate' abzuschließen und günstige Bedingungen zu erwirken, unter denen sie das Evangelium in einem Lande predigen könnten. Wenn auch die Religionshierarchie des Vatikans mit Weltmenschen wie Hitler, Mussolini, Franco und Petain Konkordate eingeht, so dürfen doch des Herrn Gesandte sich nicht auf diese Weise zu Freunden der Welt machen und so ein Teil davon werden."

Man vergleiche mal in diesem Zusammenhang das spätere Bestreben der Zeugen Jehovas, mit Gewalt vom Staat als "Körperschaft des öffentlichen Rechts" privilegiert zu werden!

Geschrieben von Drahbeck am 19. Juni 2005 11:42:50:

Als Antwort auf: Re: Gloeckel geschrieben von Drahbeck am 01. Juni 2005 16:09:09:

Unter der Überschrift:
"Die Lügen der Zeugen Jehovas zum Nationalsozialismus"
hat Herr Gloeckel auf einer seiner Webseiten jetzt einen kostenpflichtigen Text eingestellt (Herunterladen des Gesamttextes 2,50 Euro).
www.muenchnernotizen.info/Politik/Zeugen_Jehovas/1806_xx_05.html

Er setzt damit seine Tendenz fort, neueres kostenpflichtig anzubieten.
Ob er damit größere Einnahmen erzielt? Ich würde da eher skeptisch sein. Aber das muss er letztendlich selber entscheiden. Auch andernorts begegnet man einer zunehmenden Kommerzialisierung, etwa auch bei "Spiegel-Online" und andernorts. Ich fürchte ohnehin. Die Zahl jener, welchen jenen Text kostenpflichtig herunterladen, wird sich in sehr überschaubaren Grenzen bewegen, zumal er nichts wesentlich neues sagt; was nicht auch andernorts - kostenfrei - lesbar wäre.

Schon einleitend wäre anzumerken, dass Herr Gloeckel offenbar entgangen ist, dass ein von ihm im Textzusammenhang erwähnter Text auf der Webseite der Zeugen Jehovas, keineswegs "neueren" Datums ist, sondern dort schon längere Zeit präsent, und davor schon in der Printausgabe des "Erwachet!" vom 8. Juli 1998 (S. 10 - 14)

"Neu" (zumindest für Herrn Gloeckel) ist der Umstand, dass er das ganze auch in Beziehung zu dem Zeugen Jehovas apologetischen Werk der Herren B.../Vollnhals setzt. Da ist es Herrn Gloeckel schon wieder entgangen (zumindest erwähnt er es nicht), dass auf einigen auf den Namen des WTG-Funktionärs W... eingetragenen Webseiten; jenes Buch geradezu als "Zeugen Jehovas Evangelium die NS-Zeit betreffend" offeriert wird.
Unterstrichen auch durch den Umstand, dass seine dort im Anhang befindliche Bibliographie, auf Webseiten-Ebene fortgeschrieben und aktualisiert wird.

Eine intensive Auseinandersetzung mit B..../Vollnhals indes bietet auch nicht Herr Gloeckel. Er beschränkt sich auf weniges daraus. Seine Hauptargumentation ist die kritische Wertung der Berlin-Wilmersdorfer Veranstaltung vom 25. 6. 1933 mit ihrer "Erklärung" nebst Begleitschreiben an Hitler. Auch mit seiner diesbezüglichen Argumentation ist Herr Gloeckel sicherlich nicht originell. Das haben schon vor ihm andere ausgesprochen. Und nun wiederholt - modifiziert - es auch Gloeckel. Aber mit dem Unterschied, dass er die Variante wählt, unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit. Eben durch das kostenpflichtig machen seiner diesbezüglichen Auseinandersetzung.

Eine Kostprobe der Gloeckel'schen Argumentation die vorgebliche "Neutralität" der Zeugen betreffend:
"Der Präsident der Zeugen Jehovas, der Wachtturm Bibel und Traktatgesellschaft, Rutherford, schrieb folgendes an Hitler 1933, das auszugsweise die Punkte des Rassismus und der Neutralität betreffend eindeutig widerlegt:
"Das Brooklyner Präsidium der Watch Tower-Gesellschaft ist und war seit jeher in hervorragendem Masse deutschfreundlich. Aus diesem Grunde wurden im Jahre 1918 der Präsident der Gesellschaft und die sieben Glieder des Direktoriums in Amerika zu 80 Jahren Zuchthaus verurteilt, weil der Präsident sich weigerte, zwei von ihm in Amerika geleitete Zeitschriften zur Kriegspropaganda gegen Deutschland zu gebrauchen. Diese zwei Zeitschriften "The Watch Tower" und "Bible Student" waren die beiden einzigen Zeitschriften Amerikas, die eine Kriegspropaganda gegen Deutschland verweigerten und darum während des Krieges in Amerika auch verboten und unterdrückt wurden.
In gleicher Weise hat sich das Präsidium unserer Gesellschaft in den letzten Monaten nicht nur geweigert, an der Greulpropaganda gegen Deutschland teilzunehmen, sondern hat sogar dagegen Stellung genommen, wie dies auch in der beigefügten Erklärung unterstrichen wird durch den Hinweis, dass die Kreise, welche diese Greulpropaganda in Amerika leiten (Geschäftsjuden und Katholiken), dort auch die rigorosesten Verfolger der Arbeit unserer Gesellschaft und ihres Präsidiums sind. Durch diese und andere in der Erklärung enthaltenen Feststellungen soll die Zurückweisung der Verleumdung, Bibelforscher würden durch die Juden unterstützt, erfolgen."
Hier kommt eindeutig und unmißverständlich zu Papier: In einem historischen Dokument an Hitler wird zum Ausdruck gebracht, daß die Organisation, die stets betont, sich gegenüber dem Staat und den Nationen neutral zu verhalten, aktiv Politik betrieben hat. Dies ist ein essentieller Punkt, der den der Öffentlichkeit gegenüber auch heute noch vertretenen Standpunkt der Neutralität zunichte macht."

Es ist wohl nichts neues, dass mittels historischer Auseinandersetzungen, zugleich auch gegenwärtige "Grabenkämpfe" bestritten werden. Das machten schon die Großkirchen nach 1945, mit ihren wenigen tatsächlich Widerständigen, die plötzlich das überwältigende Heer der Angepaßten überlagerten. Und das hat mittlerweile auch die WTG noch gelernt.

Auch die WTG gab sich 1933 angepaßt. So korrigierte diese Haltung dann noch. Das galt aber eben nicht für 1933.
Zu weiterem siehe auch die nachfolgende Linksammlung

Hitlerzeit

Geschrieben von Anchovis am 30. Mai 2005 16:08:00:

www.Gimpelfang.de - beachtlich viel Material zusammengetragen. Immer mit dem Hauch diffuser Angst im Hintergrund, von niemandem so ganz ernst genommen zu werden.

Weltweit 1 Milliarde Katholiken contra 6 Millionen Zeugen Jehovas, was allerdings nur jene sind, die einen Berichtszettel abgeben, Zeugen sind und Zeugnis geben. Das ganze x 3 ist etwa die Zahl jener, die an den Versammlungen, den Predigtdienstschulen und den Buchstudien teilnimmt. - Goliath gegen David? Wie ging das aus?

Der ewige Vorwurf Nr. 1: Der Umgang mit der Bibel. Ja, den kann man den Katholiken wirklich nicht vorwerfen, den gibt es da so nicht. Und gleich gar nicht, nachdem die katholische Soziallehre vor mehr als zehn Jahren stillschweigend beerdigt wurde.

Vorwurf Nr. 2: Das Thema Geld. Da sind die ZJ hoffnungslos unterlegen, da ihnen der Staat als Abzockmaschine nicht zur Verfügung steht.

Vorwurf Nr. 3: Mißachtung des Menschen. Auch hier können die ZJ historisch nicht konkurieren: Kreuzzüge, Inquisition und pragmatische Hitlerhuldigung - da hängt noch immer der Leichengeruch in der Luft und will nicht verschwinden.

Anchovis

http://www.gimpelfang.de/jehovaszeugen/aktuell.htm

Geschrieben von Raimund am 30. Mai 2005 19:28:55:

Als Antwort auf: Gimpelfang geschrieben von Anchovis am 30. Mai 2005 16:08:00:

Vorwurf Nr. 2: Das Thema Geld. Da sind die ZJ hoffnungslos unterlegen, da ihnen der Staat als Abzockmaschine nicht zur Verfügung steht.

Na ja, was das angeht, so hat sich da ja seit dem 24.3. einiges für euch geändert; ab jetzt hocken auch die ZJ am Staatstrog und dürfen daraus fressen, auf einer Augenhöhe mit der "Hure Babylon" dem "Weltreich der falschen Religion", die von den ZJ besonders ihrer Staatsnähe wegen verurteilt wurde.

Wie sich doch die Zeiten ändern... ich werde nie vergessen, wie ein Vortragsredner sich aufregte, daß es doch "die Welt" sei, die sich von den ZJ entfernte. Sie selbst blieben immer ihren moralischen Prinzipien treu. Es sei denn, das Licht ist mal wieder heller geworden. So wie im Fall des Körperschaftsstatus, über den es 1974 noch hieß:

*** Erwachet 08.03.1974 S. 30 Wir beobachten die Welt ***

Katholiken gegen „Privatisierung" der Kirche

Entschiedenen Widerspruch gegen die laut gewordenen Forderungen der FDP, die eine Änderung des Rechtsstatus der Kirchen und eine „Privatisierung" anstreben, hat der politische Beirat des Zentralkomitees der deutschen Katholiken eingelegt. Eine politische Ordnung müsse, wenn sie freiheitlich sein wolle, offen sein sowohl „in Richtung auf den Ursprung der Werte", denen sie diene, wie nach dem Bezirk, der „unmittelbar unter der Verantwortung der individuellen Gewissen" stehe. Die Kirchen, so das Zentralkomitee, repräsentierten die „Transzendenz", das heißt jenen Bereich, der jenseits aller geschichtlich-kulturellen Entwicklung liege. Die Kirchen seien als öffentlich-rechtliche Körperschaften keine „systemwidrige Konzession", sondern entsprächen vielmehr „einer wesentlichen Voraussetzung des freiheitlichen Staates". Der Beirat bezeichnet es als einen „Fehlschluß", aus der weltanschaulichen Neutralität des Staates zu folgern, daß auch das öffentliche Leben weltanschaulich „neutralisiert" werden müsse und die Kirchen zu privatisieren seien. Damit vervollkommne man die politische und soziale Freiheit nicht, „sondern reißt ihre Wurzeln aus". — Jesus, der Gründer des christlichen Glaubens, war niemals bemüht, öffentliche und staatliche Anerkennung zu finden. Im Gegenteil, er wurde durch den römischen Staat und die Vertreter des jüdischen Systems verurteilt. Die Kirchen der heutigen Zeit folgen nicht seinem Beispiel (Matth. 27:1-26; Joh. 17:14-16).

Geschrieben von Anchovis am 28. Mai 2005 16:35:10:

Menschen ausfindig, die es verdienen gefunden zu werden.

So etwa das Thema eines Vortrags zu einer besonderen Woche.

Und man fragt sich vorher, was könnte der Inhalt sein? Vielleicht das Thema, sich genauer mit der Frage zu befassen, was die Zielgruppen des Predigens sind? Oder vielleicht kürzer und deutlicher gesagt, wer in die Versammlungen und letztlich die Organisation rekrutiert werden soll.

Kennt man verschiedene Versammlungen, so fällt doch eine Überalterung ab und zu sehr deutlich auf, das heißt, die Alterstruktur ist nicht bevölkerungsadäquat.

Welche Einschätzungen kann man vorgeben?

Der Kontakt zur weltlichen Jugend fehlt. Sie ist offensichtlich die Gruppe, die in den vergangenen Jahrzehnten dem stärksten Wandel unterworfen ist, den Belastungen aus Elternhaus, Schule und Beruf.

Die für die Jugend vorgesehene Literatur ist hochgradig einen Ratgeberliteratur. Findet durchaus Zuspruch, weil vieles als Lebenshilfe empfunden wird. So steht die Literatur auf der einen Seite, die Versammlung auf der anderen. Und damit stellt isch die Frage nach der Brücke, wie die jungen Leute in die Versammlung zu bekommen sind. Junge Leute, die eben nicht in die Wahrheit hineingeboren worden sind.

Das ist nicht zuletzt ein Problem, mit welchem sich mehr oder weniger auch die Großkirchen herumschlagen und deren Aktivitäten und Versuche, Jugend an sich zu ziehen, liesen sich durchaus auflisten. Klar ist, das geht nicht ohne Angebote. Angebote in einer weltlich bedingten Konkurrenzsituation. - Nein, das wäre eine andere Position diese junge Jugend wollen wir gar nicht, wir wollen Leute ab etwas 20, die die ersten Enttäuschungen der Welt hinter sich haben? Was können wir diesen bieten? Können und wollen wir die emotional auffangen? Ihnen Gemeinschaft bieten? Interessante Information und Gesprächspartner? Insbesondere jene anspruchsvolle geistige Gemeinschaft, die die Großkirchen eben nicht bieten können? Schon deshalb nicht, weil deren Mitglieder nicht soviel Zeit aufbringen wollen, an Bibel und Kulturgeschichte weniger oder gar kein Interesse zeigen? - Okey, wenn das hier alles die falschen Fragen sind, welche sind dann die richtigen?

Die Überalterung führt auch dazu, das das Internet ignoriert wird. Es ist kaum Bewußtsein dafür da, das das Internet die Informationspotential ist, mit dem sich heute viele vor allem geistig rege Leute beschäftigen, ehe sie in ihrem Leben überhaupt eine Veränderung bewußt zulassen.

Das betrifft auch Fragen der Allgemeinbildung.

Verstärkt wird das durch den Umstand, das es keine eigenständige Jugendarbeit gab und gibt. Oder in einer Predigerorganisation auch gar nicht geben kann.

Zu den im Internet offensichtlich mit am häufigsten gesuchtenThemen steht das Thema Hamargedon mit den verschiedenen zugeordneten Jahren für das Eintreffen des Ereignisses. Da wird ganz offensichtlich von der Organisation ein Vergangenheitsballast mitgeschleppt, der bisher nicht sauber aufgearbeitet wurde einschließlich dem Eingeständnis vo Irrttümern. Man darf gespannt sein, wie lange diese Situation noch aufrechterhalten werden wird. Solche Argumentationen wie diese: "Alles war nicht offiziell sondern die Betreffenden "unten" haben es sich jedesmal so sehr gewünscht."

Ein nicht so gern angesprochenes Thema ist das der Zeit. Der Tag hat nunmal nur 24 Stunden. Und das Leben wie in biblischer Zeit findet möglicherweise noch in kleinsten Dörfern statt, aber auch nur noch dort, wo die Bibel "spielt"

Da gibt es den schönen Begriff des Zeitauskaufens. Gemeint ist damit, möglichst viel Zeit zu nutzen für theokratische Tätigkeiten, vor allem für das Predigen im Haus- und Straßendienst.

Da gibt es doch tatsächlich Leute, die machen da eine Rechnung auf wie das Verhältnis aussieht zwischen den Stunden im Predigtdienst und jenen, die in der Versammlung als Neue begrüßt werden können. Effizienz - im weltlichen Sinne - ist offensichtlich ein ganz unbekanntes Wort und ein nicht vorhandener Sachverhalt.

"Täglich in den Schriften forschen", so der Titel des kleinen Lesebüchleins, das pro Tag auf einen Wachtturm-Artikel auszugsweise aufmerksam macht. Es geht dabei nicht um das Forschen, nicht um das Gewinnen irgendwelcher neuer Erkenntnisse, die bis dato unbekannt sind. Es geht schlicht um eine Wiederholung von Wachtturmartikel-Inhalten.

Offensichtlich weniger beachtet sind im WT jene Artikel, die nicht für ein WT-Studium in der Versammlung vorgesehen sind. Sie sind deshalb auch mehr geeignet, Neues und Problematisches etwas unauffälliger zu transportieren. Jene Erkenntnisse und Einsichten, weil "das Licht jetzt heller leuchtet".

Allein der Umstand, das es selbst vielen Ältesten und auch solchen die in der Wahrheit aufgewachsen sind immer weniger gelingt, ihre Kinder in die Wahrheit einzubringen und auch dort zu "halten" zeigt, das die Distanz zunimmt.

* * *

Der Vortragsinhalt war nun sehr viel schlichter:

Denn die Vorgehensweise der Zeugen Jehovas ist wesentlich unkomplizierter und eigentlich für alle verständlich :

1.) wird der Same ausgestreut, das ist das Predigen und Verteilen in der Öffentlichkeit.

2.) wird der Same begossen, das ist bekundetes Interesse, welches mit Rückbesuchen versorgt wird.

3.) das wird Jehova überlassen, ob jetzt das Samenkorn weiter wächst zu einem noch größeren Interesse, welches sich in dem Akzeptanz eines Heimbibelstudiums kundtut.

4.) Das Heimbibelstudium kann dann dazu führen, das der Betreffende an den Versammlungen teilnimmt und sich irgendwann taufen lassen will.

* * *

Schwierig wird es dann in solchen Fragen, wie beispielsweise der, ob Jesus als König einer himmlischen Weltregierung seit 1914 amtet und wie sich das auf Erden auswirkt.

Ob und welche Zusammenhänge es da gibt, mag zunächst unerheblich sein.

Aber wie steht es um die Fakten?

Tatsache ist, das es sich bei den ZJ um eine weltweit aktive Organisation handelt, die ganz offensichtlich auch funktioniert, bis - wenn man so will - auf die Ebene des Bürgers "ganz unten" und ihn auch kontinuierlich erreicht. Keine andere derartige Organsisation gibt es.

Weiterhin wird mit der Herausgabe und Verteilung der beiden Zeitschriften "Wachtturm" und "Erwachet" von Woche zu Woche eine ganz erhebliche Leistung erbracht. Diese beiden Zeitschriften sind ganz offensichtlich weltweit verbreitet, ob das so bis in den letzten oder vorletzten Winkel mit der Bibel auch der Fall ist, kann ich nicht beurteilen. Keine andere derartige Organsisation leistet das.

Drittens kann sich das Lehr- und Predigtwerk bis jetzt auf eine ganz erhebliche Menge an Informationsmaterial stützen und die kostenlose Abgabe wäre nicht möglich, wenn diese Organisation nicht auch über ein funktionierendes Finanzmanagement verfügen würde.

Die Krönung des Ganzen ist zweifellos die CD, deren Funktionen sich von Jahr zu Jahr verbessert haben. Sie enthält sämtliche Bücher der Bibel, die Jahrgänge der beiden Zeitschriften und vieles mehr. Und inzwischen auch vieles, was bisher nur als Buch vorhanden war. So auch das Grundlagenwerk der Predigtdienstschule. Über die sich eine Schwester mir gegenüber mal ganz weltlich geäußert hat: "Viele Firmen geben dafür jährlich Tausende aus, um ihre Leute so schulen zu lassen."

Vor kurzem gehörte ich zu den Lesern solcher archivierter Zeitschriften wie der "studium generale" und der "Wort und Wahrheit" und es hatte mich schon interessiert, ob es nicht eine ähnliche CD aus der katholischen Ecke gibt. Zumal, so jedenfalls vor Jahren, die Herstellung einer CD in Massenauflage 16 Pfennig kostete. Was auch heute manchen Providern ermöglich, zu Werbezwecken mit den CD nur so um sich zu werfen.

Es hat sich dann jedoch rasch herausgestellt, das es offensichtlich so eine kostenlose oder preiswerte CD mit beispielsweisen katholischen Bibelkommentaren einfach deshalb nicht gibt, weil dadurch die betriebswirtschaftlichen Interessen der katholischen Verlage gefährdet seien.

Sieht man aber mal diese CD der ZJ unter dem Aspekt der E-Bücher, der elektronischen Literatur, dann sind aber doch die Zeugen Jehovas den Großkirchen um Längen voraus. Nun ist es nicht jedermanns Sache, Literatur am PC zu lesen und das ist auch gar nicht notwendig.

Da gibt es das wirklich preiswerte Software-Programm Logox, um sich beliebige Texte vorlesen zu lassen. Voraussetzung ist lediglich, diese Texte über Markieren und Kopieren in die Zwischenablage zu bringen und sich von da aus vorlesen zu lassen. Das können Texte von großer Länge sein. Inzwischen gibt es auch ein Vorleseprogramm für englische Texte.

Über www.gdata.de/ Produktsuche L heißt es dazu:

"Mit der neuen Version 4 der Logox Sprachausgabe-Technologie kann der Anwender sich beliebige Texte vorlesen lassen.

Dazu stehen zehn verschiedene Stimmen zur Auswahl. Darüber hinaus sind Parameter wie Geschwindigkeit, Intonation oder Tonhöhe beliebig einstellbar. Logox 4 ist so flexibel, dass es Dialektslang sprechen oder sogar Texte singen kann. Mit dem neuen Speechfont-Konzept können solche spezifischen Stimmen erstellt und
verändert werden. Neu ist auch die Möglichkeit, Sprachbotschaften direkt per eMail zu versenden oder mit dem Logox-Call Telefonanrufe von der Logox Stimme erledigen zu lassen. Allein diese Option verspricht bereits grenzenlosen Spaß: Die Bandbreite reicht vom automatischen Logox-Geburtstagsständchen über automatische Logox-Mahnanrufe bis zum anonymen Schabernack."

Schönen Sonntag! Anchovis

Geschrieben von Drahbeck am 28. Mai 2005 14:19:37:

Als Antwort auf: Re: Worum es beim Fall Wolf-Ekkehard Lnnig auch noch geht geschrieben von Drahbeck am 02. Mai 2003 15:10:25:

Laut "Focus" Heft 22/2005 befindet sich in den USA die Evolutionstheorie wieder im Schussfeld jener, zu denen sich auch Herr Lönnig zählen darf.
...Klerikale Extremisten aber bekennen, dass die Attacke gegen Darwins Theorie für sie Teil des Kulturkampfs ist, der sich gegen „ den Materialismus und seinen kulturellen Nachlass" richtet - also gegen linke oder liberale Ansichten. Gegenüber der „Washington Post" . redete etwa Terry Fox, ein Baptisten Prediger aus Wichita/Kansas, Klartext: „Wenn man nur genug Zweifel an der Evolutionstheorie säen kann, stirbt der Liberalismus."
Meine Meinung auch zu diesem Fragenkomplex

Geschrieben von Drahbeck am 28. Mai 2005 22:17:52:

Als Antwort auf: Weitere Infos geschrieben von Raimund am 28. Mai 2005 19:55:48:

Thomas Waschke über Fritz Poppenberg

www.gwup.org/skeptiker/archiv/2005/1/evolutionskritik_poppenberg.html

Geschrieben von Drahbeck am 28. Mai 2005 20:30:49:

Als Antwort auf: Weitere Infos geschrieben von Raimund am 28. Mai 2005 19:55:48:

Herr Ulrich Kutschera, der Widerpart des Herrn Lönning, mag sich in Sachen Lönnig, insbesondere durch die erreichte zeitweilige Sperrung von Lönnig'schen Webseiten, über den Umweg von dessen Arbeitgeber, in der Tat ziemlich weit "aus dem Fenster gehängt haben". Dieses Vorgehen offenbart aber auch nur, wie tief da die Gegensätze sind.

Wenn nun der Eindruck vermittelt wird, aufgrund dieses Kutschera'schen Fehlverhaltens, wäre auch seine gesamte Grundsatzauffassung "erledigt", zumindest der Hinweis. Es gibt sehr wohl Stimmen, die dieser weitgehenderen Meinung, nach wie vor eben nicht sind.
Zwei von ihnen nachstehend.

www.evolutionsbiologen.de/rez-salomon.html

Geschrieben von Drahbeck am 28. Mai 2005 22:21:14:

Als Antwort auf: Re: Kutschera - Lönnig geschrieben von Drahbeck am 28. Mai 2005 20:30:49:

Eine Meinung wider das "Trojanische Pferd", in deutschen Biologenkreisen, namens Lönnig.
(pdf-Format)

www.evolutionsbiologen.de/max-planck.pdf

Geschrieben von Anchovis am 28. Mai 2005 16:42:36:

Als Antwort auf: Re: Da wird sich aber der Herr Lönnig freuen geschrieben von Drahbeck am 28. Mai 2005 14:19:37:

Wer sich mehr für das Thema interessiert, sollte hier mal klicken:

www.evolutionsschwindel.com/

DER EVOLUTIONSSCHWINDEL

Moderne wissenschaftliche Entdeckungen haben jedoch immer wieder erwiesen, dass die volkstümliche Auffassung, die den Darwinismus für wissenschaftlich hält, falsch ist. Wissenschaftliche Ergebnisse widerlegen den Darwinismus völlig, und enthüllt, dass der Ursprung unseres Daseins nicht Evolution, sondern Schöpfung ist. Gott erschuf das Universum und alle Lebewesen, einschließlich des Menschen. Diese Webseite wurde mit der Absicht vorbereitet, diese Tatsache den Menschen zur Kenntnis zu bringen. Seit seiner Erstveröffentlichung auf türkisch und dann in vielen anderen Sprachen wurde es von Millionen gelesen und geschätzt.

Geschrieben von Drahbeck am 28. Mai 2005 19:03:23:

Als Antwort auf: Werbung für den Holocaust-Leugner Harun Yahya??? geschrieben von Prometeus am 28. Mai 2005 17:45:10:

Da muss ich Prometeus zustimmen "Holzschnitthesen", aber keine ernstzunehmende, sind es was dieser "Harun Y..." da zum besten gibt. Immer ein Ergebnis liefernd der Koran sei das Heilsrezept. Insofern in Abwandlung des Spruches der Kommunisten: "Proletarier aller Länder vereinigt euch", wird hier (de facto) daraufhin orientiert:
Fundamentalisten aller Religionen - vereinigt euch"
Ein paar Zitate nachstehend aus einer diesbezüglichen Surftour

Verschwörungstheoretisches Denken liegt Harun Yahya, der eine Homepage über die Machenschaften der „Freimaurer" betreibt, durchaus nahe. In Schriften wie Die Allianz der Tugendhaften. Gegen den moralischen Verfall durch Unglauben zeichnet er ein simples Schwarzweißbild vom Verhältnis zwischen Gut und Böse. Es gebe eine „Allianz der Bösen", die für alles Unheil, für Unterdrückung und Unfriede auf der Welt verantwortlich sei. Und Harun Yahya lässt keinen Zweifel daran, gegen wen sich diese „Allianz" richtet: „Die Existenz von gläubigen Menschen", schreibt er, „ist der Hauptgrund, warum die Bösen sich vereinigen, denn ein Gläubiger ist ein Vertreter des Islams, Gottes wahrer Religion, und strebt nach der Implementierung der moralischen Werte des Quran auf Erden… Wo immer es Prostitution, Bestechung, Hochstapelei, Glücksspiel, Betrug, Grausamkeit zu Waisen und Armen, Verschwendung, Unmoral sowie Mangel an Liebe und Respekt gibt, ist die Allianz der Bösen aktiv."

In einem Zirkelschluss hämmert Yahya seinen Lesern somit ein, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Weil der Islam die einzig wahre Religion Gottes sei und jene, die an ihn glauben, für das Gute stünden, müsse alles Böse auf der Welt auf das Konto der „Ungläubigen" gehen. Und folgerichtig konzentrierten sie ihre üblen Bestrebungen darauf, die einzig wahren „Tugendhaften", nämlich die Muslime, anzugreifen. „Dies ist eine Zeit, in der die Tugendhaften, welche bereits ihrer grundlegenden Rechte und Freiheiten beraubt worden sind, unterdrückt und ungerecht behandelt werden, wohingegen Schwindler, Mörder und Tyrannen die Freiheit haben, das zu tun, was sie wollen. Wenn unschuldige und schutzlose Leute überall auf der Welt ermordet werden, bloß weil sie an Allah glauben und weil sie sagen, dass sie Muslime sind, und wenn solche, die sich ,Muslime' nennen, bei all diesem Leiden gelassen bleiben und darüber mit einem Lächeln im Gesicht sprechen können, dann ist dies das Resultat der Arbeit der bösen Allianz. Das Wiederherstellen von Frieden und das Sichern von Wohlergehen, Glück, Gerechtigkeit, Toleranz, Liebe und Respekt in der Welt ist nur durch Anerkennung und Implementierung der Werte des Quran möglich."

Von wohl keinem deutschen Gericht könnten diese Sätze als Aufruf zur Gewalt oder zum Sturz der verfassungsmäßigen Ordnung gewertet werden. Doch enthalten sie alle Elemente einer Argumentation, aus der sich diese Schlussfolgerung ziehen lässt. Demnach haben sich alle „Bösen" der Welt gegen den Islam verschworen. Yahya gibt dafür auch jenen Muslimen die Schuld, die in diesem Kampf passiv bleiben.
www.zeit.de/2004/20/Islam

Broschüren diesen Inhalts sind nicht die einzige Form der Verbreitung von Ideen islamistischer Strömungen. An den Angeboten im Internet lässt sich ihre große Bandbreite ermessen. Von Schweden aus verbreitet der marokkanische Exilant Ahmed Rami seine extremistische, antisemitische Propanda auf seiner Homepage Radio Islam, die man in vielen Sprachen, auch auf Deutsch, lesen kann. Dort kann man zum Beispiel sein Buch Die Macht der Zionisten herunterladen, in dem Rami den Holocaust als „Schwindel" bezeichnet.
Außerdem versucht er nachzuweisen, die berüchtigten Protokolle der Weisen von Zion, eine an der Wende zum 20. Jahrhundert entstandene Fälschung des zaristischen Geheimdienstes, seien authentisch und gäben die bis heute gültigen Pläne der „Zionisten" zur Unterwerfung der Völker wieder. Ramis Propaganda stellt ein Bindeglied zwischen islamistischen Extremisten und rechtsradikalen Geschichtsrevisionisten dar.

Schon im letzten Jahr fand die Buchmesse in den Räumen der Mevlana-Moschee am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg statt. Sie bot unter anderem der inzwischen in Deutschland verbotenen islamistischen Tageszeitung "Vakit" die Mglichkeit, ihr Medium in der Öffentlichkeit zu präsentieren.Türkischer Verlage stellten im Rahmen der Buchmesse ihre Bücher vor und verkauften sie. Dabei bildeten türkischsprachige oder ins Trkische übersetzte antisemitische, rassistische und antidemokratische Hetzschriften keine Ausnahme: Sei es Henry Fords "The international Jew", herausgegeben vom Okumus Adam Verlag, oder die Protokolle der Weisen von Zion, mit einer "Darstellung" der Geschichte des Judentums von Will Durant und Roger Lamberlin, das Spektrum antijüdischer Bcher reicht ins Unermessliche

.In einer beachtlich umfangreichen Reihe von Büchern des bekannten Holocaustleugners Adnan Oktar alias Harun Yahya befand sich auch das Buch mit dem Titel "Yahudilik ve Masonluk"(das Judentum und die Freimaurerei). In diesem Buch erklärt Harun Yahya u.a. im Kapitel "Tevrat'ta Nesiller Boyu Kin, Vahset, Katliam" ("Über die Generationen hinweg Hass, Grausamkeit und Massaker in der Torah"), dass der Hass auf alle Nichtjuden im Kontext der Torah-Erziehung gepredigt werde. Dort heit es: "Der bereits in jungen Jahren sehr streng religiös mit der verfälschten Torah, Kabala und Talmud erzogene Jude nimmt die Gebote dieser Bcher kritiklos als obligatorische Pflichten an. Vor diesem Hintergrund begeht er die unbarmherzigsten Massaker ohne das geringste menschliche Gefühl [...]".Die Werke Harun Yahyas, und die anderer Autoren, arbeiten mit bekannten Vorurteilen: So ist die Rede davon, dass es den Juden "ins Gehirn gebrannt" werde über allen anderen Rassen zu stehen, gegen die sie Krieg führen mssen, dass Juden die Massaker als ihre religiöse Pflicht ansehen, und andere Menschen wie Tiere betrachten und vernichten, wie es in der "verfälschten" Torah beschrieben sei ...
www.aviva-berlin.de/aviva/content_Public%20Affairs.php?id=4149

Die Bücher des Harun Yahya, Dutzende von Büchern sind sehr stark verbreitet in Milli-Görüs-Moscheen. Das habe ich selbst erlebt. Das habe ich auch von muslimischen Türken, die in Milli-Görüs-Moscheen verkehren, immer wieder betont und gesagt bekommen. Ich habe es auch erlebt auf in Milli-Görüs-Einrichtungen stattfindenden islamischen Buchwochen, wo das gesamte Kompendium der Bücher des Harun Yahya zu erwerben sind.

Doch die neue Führungsspitze von Milli Görüs weiß, dass die deutsche Öffentlichkeit beim Thema Antisemitismus sensibel reagiert. Sie versucht in jüngster Zeit, Zeugnisse plakativer Judenfeindschaft aus ihren Reihen zu verbannen. So wurden die Harun-Yahya-Bücher aus dem offiziellen Milli-Görüs-Buchkatalog entfernt. Dennoch tauchen Zweifel an einem Richtungswechsel auf. Zum Beispiel auf einer Anhörung zum Thema Islamismus vor dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages in dieser Woche. Dort outete sich der als Experte geladene Professor Werner Schiffauer von der Europa-Universität Viadrina als Fürsprecher der neuen Milli-Görüs-Führung. Er meinte, sein positives Urteil mit dem Hinweis untermauern zu können, dass Milli Görüs doch dem "Islamic Council of Fetwa-Research" beigetreten sei; einer Institution, in der islamische Rechtsgelehrte nach neuen Lösungen für Muslime in Europa suchen. Der Journalist Ahmed Senyurt, der im Ausschuss ebenfalls als Experte befragt wurde, konterte ...

Geschrieben von Bauer am 28. Mai 2005 08:49:24:

Als Antwort auf: Sekte oder nicht Sekte. Reflektion in einem Pressebericht geschrieben von D. am 28. Mai 2005 02:49:00:

... den Menschen helfen die Wahrheit zu erkennen...

In Wahrheit sind sie jedoch der Lüge und Täuschung aufgesessen.

Geschrieben von Bauer am 28. Mai 2005 19:07:34:

Als Antwort auf: Der Lüge und Täuschung aufgesessen geschrieben von Bauer am 28. Mai 2005 08:49:24:

Das kann sicherlich auch auf den Pressebericht zutreffen:

Fazit / Erkenntnis eines ehemaligen Zeugen Jehovas: "Alle 5 bis 10 Jahre werden komplett widersprüchliche Lehren herausgegeben und es wird erwartet dass sich alle Gläubigen einspruchslose vor aller Welt zum Affen machen, und all dem gesagten grinsend glücklich widerspruchslos hinterher rennen! Die Wachturmgesellschaft ist nur etwas für Personen die auch der Scientology Sekte oder Hare Krishna glauben oder überzeugt sind das Raumschiff Enterprise auch im Universum gedreht wurde. ... bleibt nur eine Logik: tiefer kann man nicht mehr fallen und sich vor aller Welt lächerlich und unbedeutend machen. ... an der einfachen Struktur vieler Gläubiger, deren ehrlicher gottesgläubiger Charakter jedoch oft außer Zweifel steht. Noch zum Schluss: Jesus wäre bei der Wachturmgesellschaft schon längst „Ausgeschlossen und Verdammt „worden , da er wirklich der letzte ist der in ihr System passen würde und schon zweimal der letzte wäre, der sich solche Unverschämtheiten und Frechheiten bieten lassen würde."

Geschrieben von Drahbeck am 27. Mai 2005 09:17:44:

Als Antwort auf: Umbennenung geschrieben von Leif am 26. Mai 2005 23:00:13:

Ich denke mal, die Illusion des angeblich "Unpolitisch" sein, ist zumindest für die Ex, in der Regel zu den Akten gelegt. Sichtbar ist aber auch, dass es keine "homogene" Gruppe in der nach ZJ-Zeit gibt. Das habe ich schon früher ausgesprochen, etwa in der Datei "Wohin geht die Reise" und sehe dass zumindest auch jetzt wieder bestätigt.
So sieht übrigens der Karikaturist der "Berliner Zeitung" (heutige Ausgabe), die derzeitige Lage:

Kursänderung? ...
In dieser Situation? ...
Wir machen uns ...
doch nicht lächerlich!

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